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Protokoll der 219. Sitzung des 7. Deutschen Bundestages

dip / plenarprotokoll 30.01.1976 · WP 7 · 07/219 · Original ↗

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Protokoll der 219. Sitzung des 7. Deutschen Bundestages [Deutscher Bundestag Stenographischer Bericht 219. Sitzung Bonn, Freitag, den 30. Januar 1976 Inhalt: Erweiterung der Tagesordnung 15219 A Absetzung eines Punktes von der Tagesordnung 15224 C Amtliche Mitteilungen ohne Verlesung . 15219 A Beratung des Dritten Sportberichts der Bundesregierung — Drucksache 7/4609 — in Verbindung mit Beratung des Berichts und des Antrags des Sportausschusses zum Entschließungsantrag der Fraktionen der SPD, FDP zur Großen Anfrage der Fraktionen der SPD, FDP betr. Sportpolitik, Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Evers, Dr. Schäuble, Vogel (Ennepetal), Tillmann, Frau Hürland, Spilker, Dr. Müller (München), Weber (Heidelberg), Biehle, Dr. Kraske, Eilers (Wilhelmshaven) und der Fraktion der CDU/CSU zur Großen Anfrage der Fraktionen der SPD, FDP betr. Sportpolitik — Drucksachen 7/2790, 7/2800, 7/3902 — Tillmann CDU/CSU 15220 B Dr. Dr. h. c. Maihofer, Bundesminister BMI 15221 D Dr. Schäuble CDU/CSU 15224 D, 15240 B Wende SPD 15226 D Hoffie FDP 15230 B Spilker CDU/CSU 15234 A Dr. Schmitt-Vockenhausen SPD 15235 C Mischnick FDP 15236 D Dr. Evers CDU/CSU 15237 D Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Entschädigung für Opfer von Gewalttaten — Drucksache 7/2506 —, Bericht des Haushaltsausschusses gemäß § 96 der Geschäftsordnung — Drucksache 7/4615 —, Bericht und Antrag des Rechtsausschusses — Drucksache 7/4614 — Dr. Stark (Nürtingen) CDU/CSU 15241 A Gnädinger SPD 15242 B Dr. Wendig FDP 15243 D Dr. Vogel, Bundesminister BMJ 15244 B Wahl des Abg. Vogel (Ennepetal) zum Mitglied des Vermittlungsausschusses 15245 C Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Zweiten Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über das Kreditwesen — Drucksache 7/3657 —, Bericht des Haushaltsausschusses gemäß § 96 der Geschäftsordnung — Drucksache 7/4633 —, Bericht und Antrag des Finanzausschusses — Drucksache 7/4631 — Dr. Sprung CDU/CSU 15245 D Rapp (Göppingen) SPD 15248 A Dr. Zeitel CDU/CSU 15250 D Dr. Graf Lambsdorff FDP 15251 D Dr. Apel, Bundesminister BMF 15255 A Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Zweiten Gesetzes zur Änderung der Höfeordnung — Drucksache 7/1443 —, Bericht und Antrag des Rechtsausschusses — Drucksache 7/4545 — Frau Dr. Rehlen SPD 15256 A Schröder (Wilhelminenhof) CDU/CSU 15258 B Logemann, Parl. Staatssekretär BML 15259 C Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung des Kapitalverkehrsteuergesetzes — Drucksache 7/4374 —, Bericht des Haushaltsausschusses gemäß § 96 der Geschäftsordnung — Drucksache 7/4658 —, Bericht und Antrag des Finanzausschusses — Drucksache 7/4612 — Wehner SPD (zur GO) 15260 D Feststellung der Beschlußunfähigkeit 15261 A Nächste Sitzung 15261 C Anlagen Anlage 1 Liste der entschuldigten Abgeordneten 15263* A Anlage 2 Ermöglichung der Einbeziehung sogenannter Auslandstöchter in die Rechnungslegung von Unternehmen und Konzernen durch Einbringung entsprechender Gesetzentwürfe MdlAnfr A14 23.01.76 Drs 07/4632 Schmidhuber CDU/CSU SchrAntw PStSekr Dr. de With BMJ 15263* D Anlage 3 Maßnahmen der Bundesregierung gegen die Folgelasten der Aufhebung der Zinsnachlässe für Bundesdarlehen für Soldaten MdlAnfr A17 23.01.76 Drs 07/4632 Biehle CDU/CSU SchrAntw PStSekr Dr. Haack BMBau 15264* B Anlage 4 Maßnahmen zur Sicherung eines Höchstmaßes an richtigen Postzustellungen MdlAnfr A35 23.01.76 Drs 07/4632 Schirmer SPD SchrAntw PStSekr Jung BMP 15264* C Anlage 5 Auffassung der Bundesregierung über die Rechtfertigung der Erhöhung des Benzinpreises mit steigenden Produktionskosten auf Grund des Benzinbleigesetzes durch Mineralölunternehmen MdlAnfr A43 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Holtz SPD MdlAnfr A44 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Holtz SPD SchrAntw PStSekr Grüner BMWi 15264* D Anlage 6 Mitfinanzierung von Prämien auf Kosten der Steuerzahler bei der Investitionszulage an die Werftindustrie MdlAnfr A48 23.01.76 Drs 07/4632 Höcherl CDU/CSU SchrAntw PStSekr Grüner BMWi 15265* B Anlage 7 Überprüfung der Antwort der Bundesregierung über die Arbeitslosigkeit in Ostfriesland MdlAnfr A49 23.01.76 Drs 07/4632 Nordlohne CDU/CSU SchrAntw PStSekr Grüner BMWi 15265* B Anlage 8 Flexible Handhabung der Neufassung des Arbeitsförderungsgesetzes bei der Förderung von Aussiedlern aus osteuropäischen Ländern MdlAnfr A50 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Wagner (Trier) CDU/CSU SchrAntw PStSekr Buschfort BMA 15265* C Anlage 9 Anzahl der unbearbeiteten Anträge auf Kindergeld bei den Arbeitsämtern MdlAnfr A52 23.01.76 Drs 07/4632 Frau Grützmann SPD SchrAntw PStSekr Buschfort BMA 15265*D Anlage 10 Meldungen über die Einstellung von über 3 000 ausländischen Arbeitnehmern bei der Opel AG im Jahr 1975 und Maßnahmen zur Vermittlung deutscher Arbeitsloser statt dessen; finanzieller Aufwand durch die Schaffung neuer Planstellen bei den Landesarbeitsämtern durch die Bundesanstalt für Arbeit zur Durchsetzung ihres Monopolanspruchs auch bei der Vermittlung von Führungskräften MdlAnfr A53 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Franz CDU/CSU MdlAnfr A54 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Franz CDU/CSU SchrAntw PStSekr Buschfort BMA 15266* A Anlage 11 Meldungen über den Druck von Reden aus der verteidigungspolitischen Debatte des Bundestages zur Verteilung an die Truppe sowie Kosten für Druck und Versand der Broschüre MdlAnfr A58 23.01.76 Drs 07/4632 de Terra CDU/CSU SchrAntw PStSekr Schmidt BMVg 15266* C Anlage 12 Verlegung von zwei Bundeswehreinheiten nach Emden als Ersatz für das aufgelöste Amphibische Transport- und Umschlagbataillon sowie Verlegung der Küstendienst - schule Großenbrode und der Marinekraftfahrausbildung Bremerhaven nach Emden MdlAnfr A59 23.01.76 Drs 07/4632 Schröder (Wilhelminenhof) CDU/CSU MdlAnfr A60 23.01.76 Drs 07/4632 Schröder (Wilhelminenhof) CDU/CSU SchrAntw PStSekr Schmidt BMVg 15266* D Anlage 13 Anwendung des neuen Mustermietvertrags im Bereich der gemeinnützigen Baugesell schaften MdlAnfr A65 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Jens SPD SchrAntw PStSekr Dr. Haack BMBau 15267* B Anlage 14 Erhöhung des Erstattungshöchstbetrags für Aufwendungen baulicher Schallschutzmaßnahmen nach § 9 Abs. 4 des Fluglärmgesetzes MdlAnfr A66 23.01.76 Drs 07/4632 Schäfer (Appenweier) SPD SchrAntw PStSekr Dr. Haack BMBau 15267* C Anlage 15 Erhöhung des Erstattungshöchstbetrags nach § 9 Abs. 4 des Fluglärmgesetzes MdlAnfr A67 23.01.76 Drs 07/4632 Pensky SPD SchrAntw PStSekr Dr. Haack BMBau 15267* D Anlage 16 Veröffentlichung des im Zusammenhang mit der Öffnung des Teltowkanals vom Chef der Tiefbauabteilung beim Senator für das Bau- und Wohnungswesen an das Verkehrsministerium der DDR gerichteten Briefes im Bulletin MdlAnfr A73 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Abelein SchrAntw PStSekr Herold BMB 15268* A Anlage 17 Reaktion des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit auf die Verletzung von Menschenrechten in Staaten der Dritten Welt MdlAnfr A89 23.01.76 Drs 07/4632 Roser CDU/CSU SchrAntw PStSekr Brück BMZ 15268* B Anlage 18 Äußerung von Bundesminister Bahr in einem Interview im „Sozialdemokrat Magazin" über die Voraussetzungen für die Leistung von Entwicklungshilfe MdlAnfr A90 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Todenhöfer CDU/CSU MdlAnfr A91 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Todenhöfer CDU/CSU SchrAntw PStSekr Brück BMZ 15268* C Anlage 19 Bereitschaft der Bundesregierung zum Verzicht auf Anzeigen und sonstige für den Wahlkampf relevanten Publikationen sechs Wochen vor der Landtagswahl in Baden Württemberg SchrAnfr B1 23.01.76 Drs 07/4632 Pfeifer CDU/CSU SchrAntw StSekr Bölling BPA 15269* A Anlage 20 Wertung der Ausladung des Ständigen Vertreters der DDR wegen der Zwangsadoptionen in der DDR seitens des bayerischen Ministerpräsidenten Goppel durch Bundeskanzler Schmidt und Bundesminister Genscher SchrAnfr B2 23.01.76 Drs 07/4632 Engelsberger CDU/CSU SchrAntw PStSekr Frau Schlei BKA 15269* B Anlage 21 Belieferung der deutschen Auslandsvertretungen mit der „Referatezeitschrift zur politischen Bildung in der Bundesrepublik Deutschland — DDR-Report" aus dem Verlag Neue Gesellschaft GmbH SchrAnfr B3 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Wittmann (München) CDU/CSU SchrAntw StMin Moersch AA 15269* B Anlage 22 Pressemeldung über den Kontrolldienst an der Zonengrenze SchrAnfr B4 23.01.76 Drs 07/4632 Ey CDU/CSU SchrAntw PStSekr Baum BMI 15269* D Die Frage B 5 (Drucksache 7/4632) des Abgeordneten Ey (CDU/CSU) ist nach Nr. 2 Abs. 2 der Richtlinien für die Fragestunde unzulässig. Anlage 23 Fahrkostenzuschuß für Angehörige des öffentlichen Dienstes bei Versetzungen SchrAnfr B6 23.01.76 Drs 07/4632 Braun CDU/CSU SchrAntw PStSekr Baum BMI 15270* A Anlage 24 Mittel für den Deutschen Musikrat in den Jahren 1975/76 sowie Kriterien für die Verteilung dieser Mittel SchrAnfr B7 23.01.76 Drs 07/4632 Wüster SPD SchrAnfr B8 23.01.76 Drs 07/4632 Wüster SPD SchrAntw PStSekr Baum BMI 15270* C Anlage 25 Ergebnisse einer Untersuchung über organische Fremdstoffe aus Mülldeponien im Grundwasser sowie Entwicklung umweltfreundlicher Schmiermittel für Zweitaktmotoren, vor allem für den Sportverkehr auf Seen SchrAnfr B9 23.01.76 Drs 07/4632 Biechele CDU/CSU SchrAnfr B10 23.01.76 Drs 07/4632 Biechele CDU/CSU SchrAntw PStSekr Baum BMI 15271* B Anlage 26 Einstufung der Fachleiter an Grund- und Hauptschulen nach dem 2. BesVNG SchrAnfr B11 23.01.76 Drs 07/4632 Köster CDU/CSU SchrAntw PStSekr Baum BMI 15272* A Die Frage B12 (Drucksache 7/4632) des Abgeordneten Gansel (SPD) ist vom Fragesteller zurückgezogen. Anlage 27 Zahl der seit dem Tod des Staatspräsidenten Allende in der Bundesrepublik Deutschland aufgenommenen und wieder ausgereisten chilenischen Flüchtlinge SchrAnfr B13 23.01.76 Drs 07/4632 Sauer (Salzgitter) CDU/CSU SchrAnfr B14 23.01.76 Drs 07/4632 Sauer (Salzgitter) CDU/CSU SchrAntw PStSekr Dr. Schmude BMI 15272* B Anlage 28 Unterscheidung des in der DDR und in der Bundesrepublik Deutschland im Bereich der Adoption und elterlichen Sorge geltenden Rechts SchrAnfr B15 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Wittmann (München) CDU/CSU SchrAntw PStSekr Dr. de With BMJ 15272* D Anlage 29 Befugnisse eines Gerichtsvollziehers gemäß § 758 ZPO SchrAnfr B16 23.01.76 Drs 07/4632 Frau Dr. Walz CDU/CSU SchrAntw PStSekr Dr. de With BMJ 15273* C Anlage 30 Erhaltung der Arbeitsplätze deutscher Be - diensteter in der US-Garnison Baumholder SchrAnfr B17 23.01.76 Drs 07/4632 Pieroth CDU/CSU SchrAnfr B18 23.01.76 Drs 07/4632 Pieroth CDU/CSU SchrAntw PStSekr Haehser BMF 15274* A Anlage 31 Diskriminierung landwirtschaftlicher Kooperationen durch die Besteuerung der einzelbetrieblichen Viehhaltung der beteiligten Gesellschafter SchrAnfr B19 23.01.76 Drs 07/4632 Frau Dr. Orth SPD Deutscher Bundestag — 7. Wahlperiode -- 219. Sitzung. Bonn, Freitag, den 30. Januar 1976 V SchrAnfr B20 23.01.76 Drs 07/4632 Frau Dr. Orth SPD SchrAntw PStSekr Offergeld BMF 15274* B Anlage 32 Verteilung der begünstigten Investitionen auf Unternehmensgrößenklassen und Branchen; Konjunkturaufschwung infolge Investitionszulagen SchrAnfr B21 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Schwörer CDU/CSU SchrAnfr B22 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Schwörer CDU/CSU SchrAntw PStSekr Offergeld BMF 15274* D Anlage 33 Zubilligung der Branntweinherstellung aus intervenierten Äpfeln deutscher Obsterzeuger SchrAnfr B23 23.01.76 Drs 07/4632 Eigen CDU/CSU SchrAntw PStSekr Haehser BMF 15275* C Anlage 34 Gewährung vermögenswirksamer Leistungen aus einem Tarifvertrag an außertariflich Angestellte mit den entsprechenden steuerlichen Vorteilen SchrAnfr B24 23.01.76 Drs 07/4632 Zink CDU/CSU SchrAnfr B25 23.01.76 Drs 07/4632 Zink CDU/CSU SchrAntw PStSekr Buschfort BMA 15275* D Anlage 35 Steuerrückstände bei der Kfz-Steuer in den Jahren 1969 bis 1975 SchrAnfr B26 23.01.76 Drs 07/4632 Biehle CDU/CSU SchrAntw PStSekr Offergeld BMF 15276* C Anlage 36 Abgaben der Verbraucher auf Grund des Verstromungsgesetzes für das Jahr 1975; direkte und indirekte Hilfen des Staates; Einsatz der Kohle im Wärmesektor SchrAnfr B27 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Zeitel CDU/CSU SchrAnfr B28 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Zeitel CDU/CSU SchrAnfr B29 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Zeitel CDU/CSU SchrAntw PStSekr Grüner BMWi 15276* D Anlage 37 Schaffung neuer Arbeitsplätze in den Gemeinden und Kreisen der Nordeifel im Zusammenhang mit dem 5. Rahmenplan zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur; Einbeziehung des Schwerpunkts Blankenheim in die Förderungsmaßnahmen als Schwerpunktort bei der Aufstellung des 6. Rahmenplanes zur Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur SchrAnfr B30 23.01.76 Drs 07/4632 Milz CDU/CSU SchrAnfr B31 23.01.76 Drs 07/4632 Milz CDU/CSU SchrAntw PStSekr Grüner BMWi 15277* D Anlage 38 Verhinderung des Todes von Vögeln durch Stromleitungsmasten SchrAnfr B32 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Schmitt-Vockenhausen SPD SchrAntw PStSekr Grüner BMWi 15278* A Anlage 39 Zahl der von der Bundesregierung und von deutschen Industriebetrieben abgeschlossenen Kooperationsverträge mit den Ostblockstaaten SchrAnfr B33 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Jahn (Braunschweig) CDU/CSU SchrAnfr B34 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Jahn (Braunschweig) CDU/CSU SchrAntw PStSekr Grüner BMWi 15278* B Anlage 40 Befolgung der eingegangenen Abnahmeverpflichtungen bundes- oder landeseigener Unternehmen gegenüber kleinen und mittleren Betrieben SchrAnfr B35 23.01.76 Drs 07/4632 Tillmann CDU/CSU SchrAntw PStSekr Grüner BMWi 15278* D Anlage 41 Rücknahme der Förderung des Saarbergbaus wegen der ungünstigen Entwicklung der Nachfrage bei der Steinkohle SchrAnfr B36 23.01.76 Drs 07/4632 Peter SPD SchrAntw PStSekr Grüner BMWi 15279* A Anlage 42 Entwicklung der Fremdenverkehrsbilanz SchrAnfr B37 23.01.76 Drs 07/4632 Engelsberger CDU/CSU SchrAntw PStSekr Grüner BMWi 15279* B Anlage 43 Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit der marktfernen Produktion im Zonenrandgebiet insbesondere bei voluminösen Gütern, die hohe Transportkosten verursachen SchrAnfr B38 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Kunz (Weiden) CDU/CSU SchrAntw PStSekr Grüner BMWi 15279* D Anlage 44 Haushaltsmittel für die Anlegung und Ersatzbeschaffung von Lebensmittelvorräten für den Verteidigungsfall SchrAnfr B39 23.01.76 Drs 07/4632 Handlos CDU/CSU SchrAntw PStSekr Logemann BML 15280* B Anlage 45 Bestände an Milchpulver in der Europäischen Gemeinschaft SchrAnfr B40 23.01.76 Drs 07/4632 Eigen CDU/CSU SchrAntw PStSekr Logemann BML 15280* B Anlage 46 Nachteilige Auswirkung der Steuer- und der Sozialversicherungsfreiheit bei Zuschlägen für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit auf die Höhe der Rente SchrAnfr B41 23.01.76 Drs 07/4632 Vogt CDU/CSU SchrAntw PStSekr Buschfort BMA 15280* C Anlage 47 Erleichterung der Verfahrensmaßnahmen bei der Rückkehr ausländischer Arbeitnehmer, die in ihrer Heimat zum Wehrdienst einberufen waren SchrAnfr B42 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Schmitt-Vockenhausen SPD SchrAntw PStSekr Buschfort BMA 15281* A Anlage 48 Kündigung von Belegbetten-Verträgen in Bayern und im Zonenrandgebiet durch die Bundesversicherungsanstalt für Angestellte SchrAnfr B43 23.01.76 Drs 07/4632 Handlos CDU/CSU SchrAntw PStSekr Buschfort BMA 15281* B Anlage 49 Krankenversicherungsschutz der Kinder bei landwirtschaftlichen Krankenkassen nach dem Tod beider Eltern SchrAnfr B44 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Wernitz SPD SchrAntw PStSekr Buschfort BMA 15281* C Anlage 50 Beurteilung der internationalen Tagung „Stäube und Gase am Arbeitsplatz" SchrAnfr B45 23.01.76 Drs 07/4632 Biechele CDU/CSU SchrAntw PStSekr Buschfort BMA 15281* D Anlage 51 Datenunterlagen über die Festsetzung der Lärmschutzbereiche der Flugplätze der RAF in Wildenrath und Brüggen/Elmpt SchrAnfr B46 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Freiherr Spies von Büllesheim CDU/CSU SchrAnfr B47 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Freiherr Spies von Büllesheim CDU/CSU SchrAntw PStSekr Schmidt BMVg 15282* C Anlage 52 Nutzung der Garnisonsanlage in der Stadt Bohmte durch die Bundeswehr SchrAnfr B48 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Schwencke (Nienburg) SPD SchrAntw PStSekr Schmidt BMVg 15282* D Anlage 53 Ungleichbehandlung von Beschäftigten der Bundeswehrverwaltung und von zivilen Angehörigen der sogenannten gemischten Dienststellen im Bereich der Personalvertretung SchrAnfr B49 23.01.76 Drs 07/4632 Schmidt (Wuppertal) CDU/CSU SchrAnfr B50 23.01.76 Drs 07/4632 Schmidt (Wuppertal) CDU/CSU SchrAntw PStSekr Schmidt BMVg 15283* A Anlage 54 Beseitung des Gefahrenpunktes an der Bahnunterführung Dornberger Bahnhof im Zuge der B 42 SchrAnfr B51 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Schmitt-Vockenhausen SPD SchrAntw PStSekr Jung BMV 15283* C Anlage 55 Finanzielle Mittel für die Errichtung eines Schnellbahnnetzes in Europa sowie Koordinierung der Schnellverbindungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Frankreich SchrAnfr B52 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Schwörer CDU/CSU SchrAnfr B53 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Schwörer CDU/CSU SchrAntw PStSekr Jung BMV 15283* D Anlage 56 Befestigung von Reflektoren auf den Seitenwänden von Großfahrzeugen zur Verhinderung von Unfällen SchrAnfr B54 23.01.76 Drs 07/4632 Seefeld SPD SchrAnfr B55 23.01.76 Drs 07/4632 Seefeld SPD SchrAntw PStSekr Jung BMV 15284* B Anlage 57 Einführung einer Sach- und Fachkundeprüfung für Unternehmer des Taxi- und Mietwagengewerbes SchrAnfr B56 23.01.76 Drs 07/4632 Geiger SPD SchrAntw PStSekr Jung BMV 15284* C Anlage 58 Umwertung des Teilabschnitts des Autobahnringes München vom Autobahnkreuz Langwied bis zur Einmündung in die Bundesstraße 12 sowie des streitigen Ausbaus der Autobahn München—Stuttgart zwischen der Anschlußstelle Dachau und dem künftigen Autobahnkreuz Langwied zugunsten der geplanten Autobahn Würzburg—Ulm auf der ersten Fahrbahn von Biebelried bis Gollhofen in die Dringlichkeitsstufe I a; Kosten für die deutsche Landwirtschaft durch die Neuausstattung der Schlepper mit Überrollbügeln ab 1. Januar 1977 wegen der dadurch bedingten neuen Abnahme durch den TÜV und der Gebühren für eine Änderung des Kraftfahrzeugbriefes SchrAnfr B57 23.01.76 Drs 07/4632 Spranger CDU/CSU SchrAnfr B58 23.01.76 Drs 07/4632 Spranger CDU/CSU SchrAntw PStSekr Jung BMV 15285* A Anlage 59 Höhe der Aufwendungen für Schallschutzmaßnahmen nach dem Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm SchrAnfr B59 23.01.76 Drs 07/4632 Pensky SPD SchrAntw PStSekr Baum BMI 15285* D Anlage 60 Stillegung der Bundesbahnstrecke Kempen- Grefrath—Kaldenkirchen SchrAnfr B60 23.01.76 Drs 07/4632 Stahl (Kempen) SPD SchrAnfr B61 23.01.76 Drs 07/4632 Stahl (Kempen) SPD SchrAntw PStSekr Jung BMV 15286* A Anlage 61 Aufstockung der Bundesautobahn Aalen— Würzburg SchrAnfr B62 23.01.76 Drs 07/4632 Niegel CDU/CSU SchrAnfr B63 23.01.76 Drs 07/4632 Niegel CDU/CSU SchrAntw PStSekr Jung BMV 15286* B Anlage 62 Elektrifizierung der Bahnstrecke Simbach/ Inn—München SchrAnfr B64 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Müller (München) CDU/CSU SchrAntw PStSekr Jung BMV 15286* D Anlage 63 Kennzeichnung der Trägerschaft des Landschaftsverbandes Rheinland im Entwurf eines Gesetzes zur Änderung des Gesetzes über den Ausbau der Bundesfernstraßen SchrAnfr B65 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Bußmann SPD SchrAnfr B66 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Bußmann SPD SchrAntw PStSekr Jung BMV 15286* D Anlage 64 Neubau des Hauptpostgebäudes in Mülheim a. d. Ruhr SchrAnfr B67 23.01.76 Drs 07/4632 Müller (Mülheim) SPD SchrAnfr B68 23.01.76 Drs 07/4632 Müller (Mülheim) SPD SchrAntw PStSekr Jung BMP 15287* A Anlage 65 Auswirkungen der „Ämterorganisation Post" hinsichtlich der Zahl der eingesparten Arbeitsposten SchrAnfr B69 23.01.76 Drs 07/4632 Schröder (Wilhelminenhof) CDU/CSU SchrAnfr B70 23.01.76 Drs 07/4632 Schröder (Wilhelminenhof) CDU/CSU SchrAntw PStSekr Jung BMP 15287* B Anlage 66 Nachteile durch die Neuordnung der Nahverkehrsbereiche der Bundespost im Fernsprechwesen SchrAnfr B71 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Müller (München) CDU/CSU SchrAntw PStSekr Jung BMP 15287* D Anlage 67 Erstattungsbetrag für Aufwendungen baulicher Schallschutzmaßnahmen nach dem Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm SchrAnfr B72 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Schmitt-Vockenhausen SPD SchrAntw PStSekr Dr. Haack BMBau 15288* A Anlage 68 Verhandlungen mit der DDR über einen Ausbau der Autobahn Obersuhl–Eisenach und einen weiteren Übergang über die Zonengrenze bei Herleshausen SchrAnfr B73 23.01.76 Drs 07/4632 Böhm (Melsungen) CDU/CSU SchrAnfr B74 23.01.76 Drs 07/4632 Böhm (Melsungen) CDU/CSU SchrAntw PStSekr Herold BMB 15288* B Anlage 69 Prüfung niedersächsischer Standorte für die Errichtung einer Mülldeponie in Verbindung mit einer Wiederaufbereitungsanlage SchrAnfr B75 23.01.76 Drs 07/4632 Seiters CDU/CSU SchrAnfr B76 23.01.76 Drs 07/4632 Seiters CDU/CSU SchrAntw BMin Matthöfer BMFT 15288* D Anlage 70 Möglichkeiten des Erwerbs der Fachprogramme des Bundesministers für Forschung und Technologie; Zahl und Auswahl der im Forschungsministerium tätigen Berater in Fachausschüssen, Ad-hoc-Ausschüssen und sonstigen Gremien SchrAnfr B77 23.01.76 Drs 07/4632 Pfeffermann CDU/CSU SchrAnfr B78 23.01.76 Drs 07/4632 Pfeffermann CDU/CSU SchrAntw BMin Matthöfer BMFT 15289* A Anlage 71 Kürzung des Förderungsbetrages bei vier nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) geförderten Kindern um jeweils 60 DM bei einer Gehaltserhöhung von netto 120 DM SchrAnfr B79 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Klein (Stolberg) CDU/CSU SchrAntw PStSekr Dr. Glotz BMBW 15289* B Anlage 72 Förderungsmittel des Bundes in den Jahren 1974, 1975 und 1976 für den Schulversuch Kooperative Gesamtschule Altenkirchen SchrAntw B80 23.01.76 Drs 07/4632 Immer (Altenkirchen) SPD SchrAnfr B81 23.01.76 Drs 07/4632 Immer (Altenkirchen) SPD SchrAntw PStSekr Dr. Glotz BMBW 15289* D Anlage 73 Möglichkeiten einer beruflichen Ausbildung geistig Behinderter SchrAnfr B82 23.01.76 Drs 07/4632 Dr. Kunz (Weiden) CDU/CSU SchrAntw PStSekr Buschfort BMA 15290* B 219. Sitzung Bonn, den 30. Januar 1976 Beginn: 9.00 Uhr Vizepräsident von Hassel: Die Sitzung ist eröffnet. Meine Damen und Herren, nach einer interfraktionellen Vereinbarung soll die heutige Tagesordnung um die Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Kaufmannseigenschaft von Land- und Forstwirten (Drucksache 7/3918) ergänzt werden. —Das Haus ist einverstanden. Es ist so beschlossen. Die folgenden amtlichen Mitteilungen werden ohne Verlesung in den Stenographischen Bericht aufgenommen: Der Bundesminister für Wirtschaft hat mit Schreiben vom 29. Januar 1976 die Kleine Anfrage der Abgeordneten Strauß, Leicht, Höcherl, Dr. Althammer, Dr. Müller-Hermann, Dr. Narjes, Dr. Häfele und der Fraktion der CDU/CSU betr. „Projektion der mittelfristigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in der Bundes - republik Deutschland bis zum Jahre 1979" — Drucksache 7/4573 — beantwortet. Sein Schreiben wird als Drucksache 7/4673 verteilt. Der Bundesminister für Bildung und Wissenschaft hat mit Schreiben vom 29. Januar 1976 die Kleine Anfrage der Abgeordneten Pfeifer, Dr. Gölter, Frau Benedix, Frau Hürland, Dr. Fuchs, Geisenhofer, Dr. Hornhues, Dr.-Ing. Oldenstädt, Dr. Probst, Dr. Schäuble, Schmidt (Wuppertal) und der Fraktion der CDU/CSU betr. Vorbereitung von Hochschuleingangsverfahren im Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft — Drucksache 7/4593 — beantwortet. Sein Schreiben wird als Drucksache 7/4671 verteilt. Überweisung von EG-Vorlagen Der Präsident des Bundestages hat entsprechend dem Beschluß des Bundestages vom 25. Juni 1959 die nachstehenden Vorlagen überwiesen: Verordnung (EWG) des Rates zur Ergänzung von Anhang I der Verordnung (EWG) Nr. 1035/72 über eine gemeinsame Marktorganisation für Obst und Gemüse (Drucksache 7/4625) überwiesen an den Ausschuß für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit der Bitte um Vorlage des Berichts rechtzeitig vor der endgültigen Beschlußfassung im Rat Richtlinie des Rates zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten betreffend Kontrollwaagen (Drucksache 7/4626) überwiesen an den Ausschuß für Wirtschaft mit der Bitte um Vorlage des Berichts rechtzeitig vor der endgültigen Beschlußfassung im Rat Verordnung (EWG) des Rates zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 2824/72 über die allgemeinen Regeln für die Finanzierung der Interventionen durch den Europäischen Ausrichtungs- und Garantiefonds für die Landwirtschaft, Abteilung Garantie (Drucksache 7/4627) überwiesen an den Ausschuß für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit der Bitte um Vorlage des Berichts rechtzeitig vor der endgültigen Beschlußfassung im Rat Verordnung (EWG) des Rates zur Änderung der Verordnungen (EWG) Nr. 2764/75 und 2766/75 hinsichtlich des Bezugszeitraums der Futtergetreidepreise zur Berechnung der Abschöpfungen und der Einschleusungspreise auf dem Schweinefleischsektor zur Änderung der Verordnung (EWG) Nr. 2773/75 und 2778/75 hinsichtlich des Bezugszeitraums der Futtergetreidepreise zur Berechnung der Abschöpfungen und der Einschleusungspreise für Eier und Geflügelfleisch (Drucksache 7/4628) überwiesen an den Ausschuß für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit der Bitte um Vorlage des Berichts rechtzeitig vor der endgültigen Beschlußfassung im Rat Mitteilung der Kommission an den Rat über die Verhandlungen zwischen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der Republik Malta im Hinblick auf den Abschluß eines Protokolls zur Festlegung bestimmter Vorschriften betreffend das Abkommen zur Gründung einer Assoziation zwischen der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und Malta und eines Finanzprotokolls (Drucksache 7/4638) überwiesen an den Ausschuß für Wirtschaft mit der Bitte uni Vorlage des Berichts rechtzeitig vor der endgültigen Beschlußfassung im Rat Richtlinie des Rates über die Versenkung von Abfällen im Meer (Drucksache 7/4639) überwiesen an den Innenausschuß (federführend), Ausschuß für Wirtschaft mit der Bitte um Vorlage des Berichts rechtzeitig vor der endgültigen Beschlußfassung im Rat Verordnung (EWG) des Rates zur Einführung einer Beihilferegelung für Bienenzüchterverbände (Drucksache 7/4640) überwiesen an den Ausschuß für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit der Bitte um Vorlage des Berichts rechtzeitig vor der endgültigen Beschlußfassung im Rat Verordnung des Rates über den Erlaß oder die Erstattung von Ein- und Ausfuhrausgaben (Drucksache 7/4641) überwiesen an den Finanzausschuß mit der Bitte um Vorlage des Berichts rechtzeitig vor der endgültigen Beschlußfassung im Rat Richtlinie des Rates betreffend das Gemeinschaftsverzeichnis der benachteiligten landwirtschaftlichen Gebiete im Sinne der Richtlinien 75/268/EWG (Frankreich — überseeische Gebiete) (Drucksache 7/4642) überwiesen an den Ausschuß für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (federführend), Haushaltsausschuß mit der Bitte um Vorlage des Berichts rechtzeitig vor der endgültigen Beschlußfassung im Rat Verordnung (EWG) des Rates betreffend Informationen über die Energieversorgungslage der Gemeinschaft (Drucksache 7/4643) überwiesen an den Ausschuß für Wirtschaft (federführend), Ausschuß für Forschung und Technologie mit der Bitte um Vorlage des Berichts rechtzeitig vor der endgültigen Beschlußfassung im Rat Verordnung (EWG) des Rates zur Eröffnung, Aufteilung und Verwaltung eines Gemeinschaftszollkontingents für bestimmte Weine der Tarifstelle ex 22.05 des Gemeinsamen Zolltarifs mit Ursprung in Zypern (1976) (Drucksache 7/4644) überwiesen an den Ausschuß für Wirtschaft mit der Bitte um Vorlage des Berichts rechtzeitig vor der endgültigen Beschlußfassung im Rat Richtlinie des Rates zur Anwendung der Richtlinie des Rates vom 4. März 1969 hinsichtlich der Bewilligung aktiver Veredelungsverkehre mit bestimmten Ursprungserzeugnissen der EFTA-Staaten und der Färöer (Drucksache 7/4645) überwiesen an den Ausschuß für Wirtschaft mit der Bitte um Vorlage des Berichts rechtzeitig vor der endgültigen Beschlußfassung im Rat Richtlinie des Rates über eine Ausnahmeregelung für das Königreich Dänemark bei der im grenzüberschreitenden Reiseverkehr geltenden Regelung für die Umsatzsteuern und Sonderverbrauchsteuern (Drucksache 7/4646) überwiesen an den Finanzausschuß mit der Bitte um Vorlage des Berichts rechtzeitig vor der endgültigen Beschlußfassung im Rat Richtlinie des Rates über die Verwendung von Heizölen mit dem Ziel der Verringerung von Schwefelemissionen (Drucksache 7/4647) überwiesen an den Innenausschuß (federführend), Ausschuß für Wirtschaft mit der Bitte um Vorlage des Berichts rechtzeitig vor der endgültigen Beschlußfassung im Rat Vorschlag der Kommission an den Rat zur Festsetzung der Preise für verschiedene landwirtschaftliche Erzeugnisse und betreffend einige flankierende Maßnahmen (Drucksache 7/4648) überwiesen an den Ausschuß für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten mit der Bitte um Vorlage des Berichts rechtzeitig vor der endgültigen Beschlußfassung im Rat Zweite Richtlinie des Rates zur Koordinierung der die direkte Schadenversicherung betreffenden Rechts- und Verwaltungsvorschriften und zur Erleichterung des freien Dienstleistungsverkehrs im Versicherungswesen (Drucksache 7/4649) überwiesen an den Finanzausschuß mit der Bitte um Vorlage des Berichts rechtzeitig vor der endgültigen Beschlußfassung im Rat Richtlinie des Rates zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten betreffend den zulässigen Geräuschemissionspegel von Turmdrehkränen zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten betreffend den zulässigen Geräuschemissionspegel von Schweißstromerzeugern zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedstaaten betreffend den zulässigen Geräuschemissionspegel von Kraftstromerzeugern (Drucksache 7/4650) überwiesen an den Innenausschuß (federführend), Ausschuß für Arbeit und Sozialordnung mit der Bitte um Vorlage des Berichts rechtzeitig vor der endgültigen Beschlußfassung im Rat Ich rufe den Punkt 9 der Tagesordnung: Beratung des Dritten Sportberichts der Bundesregierung — Drucksache 7/4609 — Überweisungsvorschlag des Ältestenrates: Sportausschuß (federführend) Ausschuß für Jugend, Familie und Gesundheit Haushaltsausschuß und verbunden damit den Punkt 10 der Tagesordnung auf: Beratung des Berichts und des Antrags des Sportausschusses (5. Ausschuß) zum Entschließungsantrag der Fraktionen der SPD, FDP zur Großen Anfrage der Fraktionen der SPD, FDP betr. Sportpolitik Entschließungsantrag der Abgeordneten Dr. Evers, Dr. Schäuble, Vogel (Ennepetal), Tillmann, Frau Hürland, Spilker, Dr. Müller (München), Weber (Heidelberg), Biehle, Dr. Kraske, Eilers (Wilhelmshaven) und der Fraktion der CDU/CSU zur Großen Anfrage der Fraktionen der SPD, FDP betr. Sportpolitik — Drucksachen 7/2790, 7/2800, 7/3902 — Berichterstatter: Abgeordneter Wende Abgeordneter Tillmann Ich danke den Berichterstattern. Ich frage, ob die Berichterstatter das Wort zur Ergänzung wünschen. — Bitte schön, Herr Abgeordneter Tillmann! Tillmann (CDU/CSU) : Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen, meine Herren! Offensichtlich befinden sich die sportfreundlichen Kollegen noch auf dem Anmarsch. Aber ich bin davon überzeugt, meine Damen und Herren, daß sich während der Zeit, in der ich hier als Berichterstatter einen kurzen Auftritt habe, die Reihen des Hohen Hauses so weit füllen werden, wie es dem wichtigen Sportereignis im Bundestag heute angemessen ist. (Scheffler [SPD] : Sind Sie so sicher?) — Ich hoffe es, Herr Kollege Scheffler. Der Sportausschuß des Deutschen Bundestages hat in seiner Sitzung am 18. Juni 1975 die Beratungen zu den Entschließungsanträgen der Fraktionen der SPD und FDP auf Drucksache 7/2790 und der Fraktion der CDU/CSU auf Drucksache 7/2800 — beide vom 14. November 1974, dem Tag der letzten Sportdebatte in diesem Hohen Hause — abgeschlossen. Als Beratungsergebnis ist mit Drucksache 7/3902 am 24. Juli 1975 ein gemeinsamer Antrag des Sportausschusses vorgelegt worden, der dem Hohen Hause leider erst heute, fast auf den Tag ein halbes Jahr später — wobei ich allerdings gern anmerke, daß es noch vor den Olympischen Spielen in Innsbruck geschieht — zur Diskussion und Beschlußfassung unterbreitet wird, mit der Folge, daß der Antrag inzwischen in wenigstens zwei Punkten als überholt gelten kann, nachdem die Bundesregierung inzwischen vor wenigen Tagen den bereits im Herbst fälligen Sportbericht erstattet hat. Insofern ist also selbst die Bundesregierung kaum in der Lage, im Sportbericht 1975, der hier heute zur Beratung ansteht, noch über die Ergebnisse von Maßnahmen zu berichten, die der Bundestag erst heute beschließen will. Dieser Tatsache, meine Damen und Herren, trägt der interfraktionelle Antrag auf Drucksache 7/4669 Rechnung, nämlich den Punkt 9 der Drucksache 7/3902 dahin gehend zu modifizieren, daß die Bundesregierung bis zum 15. Juni 1976 eigens um einen Ergebnisbericht gebeten wird. Gestatten Sie mir zu dem Ihnen schriftlich vorliegenden Bericht einige ergänzende Anmerkungen zu machen, die der Verdeutlichung und Präzisierung dienen sollen. So hat, was den Punkt 5 des vorliegenden Antrags angeht, der Sportausschuß sehr nachdrücklich und einmütig darauf gedrängt, daß möglichst schnell, wenn nicht sofort, eine Lösung gefunden werden soll, die Spitzensportlern und natürlich auch Spitzentalenten, z. B. im musischen Bereich den Hochschulzugang in Ausnahmefällen erlaubt. (Beifall bei der CDU/CSU) Demnach kann mit Befriedigung und Hoffnung zugleich, andererseits aber auch nicht ohne eine auf Erfahrung beruhende Skepsis, zur Kenntnis genommen werden, daß sich die Ständige Konferenz der Kultusminister am 20. und 21. November 1975 zu diesem Anliegen positiv geäußert und den Verwaltungsausschuß der Zentralen Vergabestelle gebeten hat, Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Damit harrt das Problem allerdings immer noch einer endgültigen Lösung, die wohl auch aus technischen Gründen erst im Laufe des Jahres 1977 zu erwarten sein wird. Nicht unerwähnt sollte bleiben, daß die Minderheit im Ausschuß klargemacht hat, daß sie im übrigen für Spitzensportler generell das Sportstudium ermöglicht sehen möchte, soweit diese Spitzensportler die allgemeine Studienberechtigung besitzen. Meine Damen und Herren, nach sehr ausführlichen, sehr schwierigen und sorgfältigen Beratungen ist der Ausschuß zu einem positiven Votum über die Herausgabe einer Sportsondermarke zugunsten der sozialen Aufgaben der Deutschen Sporthilfe gekommen. Der Beschluß geht auf einen Antrag der CDU/CSU auf Drucksache 7/2800 zurück. Inzwischen ist bekannt, daß die Olympiazuschlagsbriefmarken am 6. April dieses Jahres ausgegeben werden sollen. Damit dürfte die unverzichtbare Arbeit der Sporthilfe für das Olympiajahr 1976 finanziell weitgehend abgesichert sein. Ein Antrag der Minderheit im Ausschuß, wie in Drucksache 7/2800 vorgeschlagen, einen Satz Zuschlagsmarken jährlich wiederkehrend zugunsten der Stiftung Deutsche Sporthilfe herauszugeben, fand keine Mehrheit. Der Sprecher der Minderheit brachte allerdings zum Ausdruck, daß es sich seine Fraktion vorbehalte, den Antrag auf jährliche Herausgabe einer Sportbriefmarke erneut im Plenum einzubringen. Nur der Jahr für Jahr erfolgende Verkauf solcher Zuschlagsmarken stelle sicher, daß durch eine nicht aus Steuermitteln, sondern mit Hilfe freiwilliger Spenden kontinuierlich gespeiste Finanzierung die langfristig angelegte Arbeit der Sporthilfe erfolgreich fortgesetzt werden könne. Da dessenungeachtet die Marke für 1976 inzwischen beschlossene Sache ist, kann zunächst Punkt 8 des Ausschußantrages auf Drucksache 7/3902 als erledigt betrachtet werden. Punkt 1 des Änderungsantrags auf Drucksache 7'4669 ist die entsprechende Konsequenz. Unter dem Eindruck des Beschlusses der Finanzministerkonferenz vom 6. Februar 1975, dem auch der Bundesfinanzminister beigetreten ist, nämlich Sportvereinen grundsätzlich keine Spendenbescheinigungskompetenz einzuräumen, hat der Ausschuß sehr deutlich und bestimmt den Herrn Bundesfinanzminister gebeten, bei seinen Kollegen in den Ländern auf eine Verbesserung hinzuwirken, zumal — und das sollte hier ausdrücklich betont werden — einer entsprechenden Empfehlung der Deutschen Sportkonferenz vom 23. Juni 1972 für die Spendenbescheinigungskompetenz sowohl der Vertreter der Bundesregierung als auch die Vertreter der Länder zugestimmt haben. Natürlich möchte auch und gerade der Sportausschuß möglichst von vornherein jeden Mißbrauch verhindert sehen. Wenn bezweifelt wird, daß eine Begrenzung der Spendenhöhe bei einer Zahl von mehr als 40 000 Sportvereinen nicht ausreicht, jeden Mißbrauch auszuschließen, sollte das die Suche nach anderen Lösungsmöglichkeiten nicht blockieren. Zu denken wäre als Kompromiß z. B. an eine Einschaltung der Kreissportbünde oder Stadtsportverbände, um das angestrebte Ziel zu erreichen, nämlich überflüssigen Verwaltungsaufwand abzubauen und das Spendenaufkommen zu verbessern. Meine sehr verehrten Damen, meine Herren, ein Wort ist noch zu einem Thema zu sagen, das im Ausschuß sehr ausführlich diskutiert wurde. Es handelt sich um einen Punkt aus dem Antrag der CDU/ CSU-Fraktion auf Drucksache 7/2800, der in den Forderungen des heute vorliegenden Antrags allerdings nicht mehr auftaucht, weil man ihn im Ausschuß als bereits befriedigend erledigt glaubte abhaken zu können. Es geht um geeignete Schritte zur Wahrung der Belange des Sports insbesondere bei Gesetzgebungsvorhaben des Bundes, im Rahmen der Vorbereitung von Gesetzen. Die rechtzeitige Einschaltung der Spitzenorganisationen des Sports in sportrelevante Gesetzgebungsvorhaben soll gewährleistet sein. Die Bundesregierung hat im Ausschuß erklärt, einerseits stelle die gemeinsame Geschäftsordnung der Bundesministerien die rechtzeitige Einschaltung der Sportorganisationen sicher. Zusätzlich aber schaffe die inzwischen erfolgte Einrichtung einer „Arbeitsgruppe Sportverträglichkeit" — man muß sich dieses Wort auf der Zunge zergehen lassen —, bestehend aus Vertretern des Bundesministeriums des Innern und des Deutschen Sportbundes, geradezu eine entsprechende Garantie. Daraufhin sah der Ausschuß das Anliegen in der 30. Sitzung am 18. Juni 1975 als zufriedenstellend geklärt an. Jedoch zeigte sich schon in der nächsten Sitzung des Ausschusses, in der 31. am 18. September 1975, daß die „Arbeitsgruppe Sportverträglichkeit" bei ihren Aktivitäten offensichtlich noch sehr große Anlaufschwierigkeiten hat. Das Beispiel aus jüngster Zeit veranlaßt den Berichterstatter, das Thema aufzugreifen; denn in dieser 31. Sitzung am 18. September 1975 mußte sich der Sportausschuß mit der Novelle zum Jugendarbeitsschutzgesetz befassen, um quasi noch im Endspurt zu versuchen, dieser Novelle ihre sportfeindlichen Zähne zu ziehen. Wären nicht Vertreter der Sportverbände mehr oder weniger zufällig noch rechtzeitig aufmerksam geworden, kein Balljunge hätte in Zukunft mehr die Chance gehabt, vielleicht später einmal Wimbledon - Sieger zu werden, (Dr. Carstens [Fehmarn] [CDU/CSU] : Sehr gut!) und manche Schülermannschaften hätten, weil man ihren jugendlichen Schiedsrichtern die Pfeife weggenommen hätte, ihre Meisterschaftsspiele und Wettbewerbe abblasen müssen. (Beifall bei der CDU/CSU) Der Ausschuß geht davon aus, daß in Zukunft gleichartige Pannen vermieden werden können. Er ist — um zusammenzufassen — davon überzeugt, daß eine weitgehende Verwirklichung und Durchsetzung der in dem Antrag auf Drucksache 7/3902 gestellten Forderungen dem Sport in der Bundesrepublik Deutschland in allen seinen Bereichen weitere entscheidende Impulse geben wird. Ich nehme an, daß der Bundestag diesem Antrag zustimmen wird. (Beifall bei der CDU/CSU) Vizepräsident von Hassel: Ich danke dem Herrn Berichterstatter. Ich eröffne die Aussprache. Das Wort hat der Herr Bundesminister des Innern, Herr Maihofer. Dr. Dr. h. c. Maihofer, Bundesminister des Innern: Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Der Dritte Sportbericht der Bundesregierung, über den das Parlament heute debattiert, gibt eine Leistungsbilanz der Sportförderung des Bundes für die Jahre 1974 und 1975, im Breiten- und Freizeitsport wie im Hochleistungs- und Spitzensport. Die Sportförde- Bundesminister Dr. Dr. h. c. Maihofer rung weist für die Jahre 1974 und 1975 Sportförderungsmittel des Bundes von insgesamt 216 Millionen DM und 229 Millionen DM und somit gegenüber dem Förderungsbetrag von 150 Millionen DM 1969 eine Steigerung von insgesamt rund 50 % auf. (Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Wie hoch ist die Inflationsrate? Das muß man dann wieder abziehen!) Das ist doch einfach lächerlich. — Das sind selbst dann beachtliche Zahlen, wenn man bedenkt, daß beim Breiten- und Freizeitsport der Förderungsschwerpunkt mit über 2 Milliarden DM bei Ländern und Gemeinden liegt. Entscheidend ist, wie ich meine, daß in allen diesen äußerlichen Ziffern — nur deshalb nenne ich sie — sichtbar wird, welchen hohen Rang der Staat dem Sport heute in unserem Lande zuerkennt. Das gilt nicht zuletzt auch für die Förderung des Hochleistungs- und Spitzensports, die im Mittelpunkt der Sportförderung des Bundes steht. Lassen Sie mich das beispielhaft an den im Haushalt meines Ressorts veranschlagten Förderungsmitteln für sogenannte zentrale Maßnahmen auf dem Gebiete des Sports verdeutlichen, die vor allem dem Hochleistungs- und Spitzensport zugute kommen. Sie haben sich von 1969 bis 1975 nahezu verdreifacht. 1969 standen noch 11,2 Millionen DM zur Verfügung. 1975 waren es bereits knapp 33 Millionen DM. Bezieht man darin die Mittel ein, die seit 1971 gesondert für das Bundesinstitut für Sportwissenschaft im eigenen Haushaltstitel veranschlagt sind, so steht der Förderungssumme des Jahres 1969 im Jahre 1975 ein Förderungsbetrag von fast 40 Millionen, also rund 250 % mehr als im Vergleichsjahr, gegenüber. Im Jahre 1976 sind für zentrale Maßnahmen sogar rund 37,7 Millionen DM in Aussicht genommen. Für das Bundesinstitut für Sportwissenschaft sind rund 8 Millionen DM vorgesehen. Dies zusammen ergibt ein Mehr von über 300 % gegenüber den entsprechenden Ansätzen im Jahre 1969. Auch bei allen diesen beachtlichen Zahlen und Steigerungen muß man sich bewußt bleiben, daß es sich hier nur um die Spitzenförderung des Bundes handelt, der eine erhebliche Breitenförderung von Ländern und Gemeinden vorausgeht — ich nannte schon die 2 Milliarden DM —, vor allem aber die Eigenförderung des Sports selbst zugrunde liegt, mit über 14 Millionen Mitgliedern der größten Bürgerinitiative, die wir in unserem Lande überhaupt kennen. Auch bei einer Debatte des Parlaments über die Sportpolitik der Bundesregierung dürfen wir nie aus dem Auge verlieren: Der Sport ist vor allem anderen eine Sache des Sports selbst. Das heißt, prinzipiell formuliert: Die Bundesregierung geht bei ihrer Sportpolitik aus von dem Prinzip der Autonomie des Sports und damit zugleich vom Prinzip der Subsidiarität bei der Sportförderung des Staates. Diese grundsätzliche Haltung des Staates schließt jede Art von Dirigismus und Reglementierung des Sports durch den Staat aus. Förderungsmaßnahmen der öffentlichen Hände in Gemeinden, Ländern und Bund greifen nur da ein, wo die eigenen Kräfte der Selbstorganisation des Sports in den Vereinen, den Landesverbänden oder den Bundesverbänden nicht ausreichen. Autonomie des Sports und Subsidiarität der Sportförderung durch den Staat schließen andererseits die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Sport und Staat ein. Sie hat nicht nur bei jeder Art von Gesetzgebung mit Auswirkung auf den Sport durch verantwortliche Beteiligung der Sportorganisationen schon im Beratungsstadium in Regierung und Parlament zu erfolgen; das soeben berührte Thema der Sportverträglichkeit aller Gesetzgebung. Sie hat ebenso aber auch bei der Planung und Durchführung von Förderungsmaßnahmen in enger Zusammenarbeit zwischen Sport und Staat zu erfolgen, wie dies inzwischen in den sogenannten Planungs- und Realisierungsgesprächen mit den Bundesfachverbänden des Sports auch von seiten der Bundesregierung laufend geschieht. Diese partnerschaftliche Zusammenarbeit hat nicht zuletzt aber auch in der Deutschen Sportkonferenz eine alle Ebenen des Staates wie des Sports, der Parteien wie der Verbände umfassende Gesprächsebene gefunden, die mit ihren zwischen Regierung und Opposition, zwischen Bund und Ländern und zwischen Sport und Staat abgestimmten Konferenzempfehlungen einen verantwortlichen Beitrag zur Formulierung der Politik auf dem Feld des Sports in unserem Staate zu leisten vermag, wie die Erfahrungen der letzten Jahre, vor allem der letzten Monate, zeigen. Das gilt für den Bereich des Breitensports wie des Leistungssports, aber auch für alle diejenigen Rechtsfragen, die Sportorganisationen und Sportaktive betreffen, vom Steuerfreibetrag bis zum Numerus clausus. Hier werden die vor kurzem eingesetzten Fachkommissionen der Deutschen Sportkonferenz mit dem aus Staat und Sport versammelten Sachverstand wichtige Entscheidungshilfe auch für Regierung und Parlament leisten können. Alle diese konzertierten Aktivitäten von Sport und Staat vermögen jedoch nur mehr oder weniger günstige Verhältnisse für den Sport in unserem Lande zu schaffen. Ob diese Gelegenheiten durch einen wachsenden Breiten- und Freizeitsport ergriffen werden oder ob sie hier und dort zum Hochleistungs- und Spitzensport auf internationalem Niveau führen, hängt von vielen Unwägbarkeiten ab, wie jeder Sachkenner weiß. Gerade im Spitzensport erleben wir dies alle Tage. Was wir hier im Zusammenwirken von Sport und Staat schaffen können und, wie ich meine, auch schaffen müssen, sind optimale Trainingskonditionen, die jedem Athleten unseres Landes, der das Talent und die Energie mitbringt, eine faire Chance in der internationalen Konkurrenz geben. Das sagt sich leicht und ist doch schwer getan. Denn das heißt nicht weniger und nicht mehr, als daß wir einem Sportler auch in unserem Lande, der in den edlen Wettstreit mit der Weltspitze eintreten kann und will, mit den unserem politischen System adäquaten Methoden die gleichen Möglichkeiten persönlicher Leistung geben, wie sie für vergleichbare sportliche Talente in den Universitätsamateurländern auf der Bundesminister Dr. Dr. h. c. Maihofer einen und in den Staatsamateurländern auf der anderen Seite des Weltballs gegeben sind. Hierzu haben wir hier in der Bundesrepublik Deutschland in den vergangenen sechs Jahren ein Verbundsystem von Leistungszentren aufgebaut mit inzwischen 25 Bundesleistungszentren, 30 Landesleistungszentren mit Bundesnutzung und 142 sogenannten Stützpunkten. Bundesleistungszentren dienen dabei nicht nur dem zentralen Training der ABC-Kader zur Wettkampfvorbereitung und der notwendigen sportfachlichen Betreuung und sportmedizinischen Kontrolle der Spitzensportler: In günstigen Fällen, aber auch nur dann, sind sie, ebenso wie manche der Landesleistungszentren, auch ständige Trainingsorte unserer Spitzenathleten. Dennoch hat sich in den vergangenen Jahren — das war die entscheidende Schwäche des bisherigen Förderungssystems — gezeigt, daß dieses vergleichsweise rigide System der Bundes- und Landesleistungszentren allein nicht ausreicht, daß wir darüber hinaus mit weiteren Stützpunkten dorthin gehen müssen, wo vor Ort, sei es aus lokalen Traditionen, die Sie alle kennen, sei es aus einer sonstigen optimalen Konstellation, besonders leistungsstarke Sportler versammelt sind oder gar ständig heranwachsen. Wir kennen das ja, die Handballer hier, die Ringer dort; ich brauche Ihnen das als Kennern der Sache nicht im einzelnen auszuführen. Ein solcher lokaler Schwerpunkt des Hochleistungssports kann bei besonders leistungsstarken Vereinen, aber auch bei Sportinternaten der höheren Schulen liegen, (Zuruf von der CDU/CSU: Das hören wir gern!) ohne die ein wissenschaftlich ausgerichtetes und medizinisch kontrolliertes Hochleistungstraining mit einem dem besonderen Trainingsrhythmus angepaßten Schulpensum für bestimmte Sportarten mit Leistungshöhepunkten in der Schulzeit überhaupt nurmehr schwer durchführbar ist. Ein solcher lokaler Schwerpunkt kann ebenso aber auch bei Sportinstituten der Hochschulen liegen, könnte jedenfalls liegen; ja, selbst in Sportkompanien, wie sie die Bundeswehr seit einiger Zeit mit bewundernswerten Anstrengungen und sichtlichem Erfolg aufgebaut hat — wie ja auch alle unsere vergleichbaren Nachbarländer, wenn Sie an die Zöllner hier und die Alpini dort denken, die ja das Feld in bestimmten Sportdisziplinen in aller Welt dominieren. Entscheidend bei alledem ist, daß wir, ungeachtet struktureller Unterschiede in den Trainingserfordernissen der Verbände — und die sind ganz erheblich —, ein Stützpunktsystem zur Verfügung unserer Hochleistungssportler halten, das bundesweit alle Standorte des Spitzensports umfaßt. Um dies zu gewährleisten, hat der Bund gerade im Berichtszeitraum eine Reihe von Maßnahmen durchgeführt und eingeleitet. So wurden Mittel bereitgestellt, — um hier nur einiges beispielhaft herauszugreifen — für die Honorare von Stütztpunkttrainern, für die ergänzende Geräteausstattung der Stützpunkte, für die Anmietung unterhaltsintensiver Sportanlagen, für ergänzende Baumaßnahmen und für Fahrt-, Verpflegungs- und Massagekosten der Spitzensportler selbst. Dabei stellen wir, wie aus den unserem Bericht beigefügten Grundsätzen für die Anerkennung von Stützpunkten zu entnehmen ist, an die Stützpunkte bestimmte Anforderungen, die den Notwendigkeiten entsprechen, die sich aus dem jeweiligen Stand der Entwicklung im internationalen Hochleistungssport ergeben. Da danach Stützpunkte nach Ablauf von ein bis zwei Jahren regelmäßig neu anerkannt werden müssen, eröffnet sich hierdurch die Möglichkeit einer kontinuierlichen Erfolgskontrolle der Stützpunktarbeit. Gerade darin zeigt sich, wie ich meine, die Flexibilität dieses Systems der Stützpunkte. Wo nichts mehr an Spitzenathleten heranwächst oder das Leistungsniveau absinkt, kann die Konsequenz nur heißen, daß anderen Trägern die Chance geboten werden muß, als Stützpunkt gefördert zu werden. Solche ständige Konkurrenz zwischen möglichen Trägern von Stützpunkten fördert auch hier, ohne daß es dazu dirigistischer Reglementierungen bedarf, die Leistung und kann so der Sache des Sports nur nützlich sein. Die damit geschaffene Elastizität und Flexibilität des Stützpunktsystems und damit der Sportförderung insgesamt verdeutlichen im übrigen einmal mehr, daß der von der CDU/CSU angeregte Bundessportplan (Dr. Schäuble [CDU/CSU]: Der eine sehr gute Sache wäre!) demgegenüber starre Festschreibungen zur Folge hätte, die der Sportwirklichkeit nicht gerecht werden könnten. (Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Deshalb wollt ihr ihn nicht haben!) Um dem Spitzensportler, der im Interesse der gesamtstaatlichen Vertretung unseres Sports Opfer bringt und, wie ich einmal gesagt habe, auf einige Jahre buchstäblich Lebensverzicht leistet, eine faire Chance auch im beruflichen Leben zu geben, bedarf es zugleich seiner sozialen Betreuung. Sie ist ein entscheidender Faktor seiner Motivation heute überhaupt. Ich meine die Förderung am Mann, die von der sozialen Absicherung während der Ausübung des Leistungssports bis hin zur schulischen und beruflichen Förderung während, aber auch nach der sportlichen Laufbahn reichen muß. Wenn wir hier nicht den Staatsamateur östlicher Prägung, sondern eine unserer freiheitlichen Gesellschaft angemessene Regelung haben wollen, so kann diese Aufgabe nur durch private Bürgerinitiative gelöst werden, wie sie die Stiftung Deutsche Sporthilfe übernommen hat. Die Stiftung Deutsche Sporthilfe versucht hierzu die private Spendenbereitschaft zu mobilisieren. Unbefriedigend ist freilich — auch das muß man nüchtern feststellen —, daß inzwischen die finanzielle Basis der Stiftung nur noch zu einem geringeren Teil auf eingeworbenen privaten Mitteln beruht und die öffentliche Hand in immer stärkerem Maß durch Umschichtung der finanziellen Lasten der Stiftung auf den eigenen Haushalt sowie mittelbar durch andere Initiativen für die Lebensfähigkeit der Bundesminister Dr. Dr. h. c. Maihofer Stiftung Deutsche Sporthilfe Sorge tragen muß. Die Bundesregierung wird die Stiftung allein im Jahre 1976 deshalb um rund 2 Millionen DM von bestimmten von ihr zunächst übernommenen Aufgaben entlasten. Dennoch, die zu erwartenden Erlöse aus der „Glücksspirale" und den „Olympiazuschlagsmarken", um die auch ich mich bemüht habe, werden hier sicherlich — und das ist eine erfreuliche Feststellung — entscheidende Hilfe nicht nur für das Jahr 1976, sondern auch für den Start in jene Periode bis 1980 bringen. Nun, ich will nicht den Eindruck hervorrufen, als ob wir Grund hätten, mit Sport und Sportförderung in unserem Lande restlos zufrieden zu sein, so schön die Zahlen glänzen, auch einige, die ich Ihnen hier vorgeführt habe. Hierbei meine ich weniger den allseits zu Recht beklagten Nachholbedarf in der Sportwissenschaft als vielmehr die beklagenswerte Situation im Schul- und Hochschulsport. Die Überintellektualisierung unseres Bildungssystems hat in dieser Hinsicht — im Unterschied etwa zu den USA und zu Großbritannien — ein Vakuum entstehen lassen, durch das die Chance verlorengeht, den Sport auch als Bildungsfaktor wirklich zum Tragen zu bringen, in der Schule ebenso wie in der Hochschule. Darüber hinaus — und dies möchte ich als der für den Spitzensport zuständige Minister des Bundes besonders beklagen — bedeutet die Misere vor allem des Schulsports zugleich die entscheidende Kalamität auch in der Talentsuche und Talentförderung überhaupt. Manches hoffnungsvolle Talent muß so einfach verkümmern, weil es nicht rechtzeitig entdeckt oder gar gefördert werden kann. Hierunter leidet auch die an sich sehr erfolgversprechende Aktion „Jugend trainiert für Olympia", denn wie eine Umfrage ergeben hat, kommen die Spitzentalente selbst in der Schulzeit fast ausschließlich aus den Vereinen und nicht aus den Schulen. Auf diesem Gebiet des Sports an Schule und Hochschule müssen wir weiter ansetzen, um grundlegende Wandlungen herbeizuführen. Deshalb sollten alle, die für diesen Bereich verantwortlich sind, sich an einem Tisch zusammenfinden, um gemeinsam einen Weg aus der gegenwärtigen Misere unseres Schul- und Hochschulsports zu suchen. Aus der Sicht des Bundes könnten für die hier gebotenen Schritte nach der heute noch unbefriedigenden Lage des Breitensports wie des Spitzensports in unserem Lande der Bundeswettbewerb „Jugend trainiert für Olympia", die Bundesjugendspiele, die Förderung wissenschaftlicher Kooperationsmodelle zur Integration von Schul- und Vereinssport sowie schließlich eine Fortschreibung des „Aktionsprogramms für den Schulsport" Ansatzpunkte bieten. Ein Diskussionsforum für alle diese Initiativen wäre sicher auch die Deutsche Sportkonferenz, in der alle Sachverständigen aus Staat und Sport in Bund und Ländern zusammenwirken. (Dr. Schäuble [CDU/CSU]: Und sich dann auch an das halten, was sie beschließen!) — Das kann ich Ihnen buchstäblich vorführen und abhaken, wenn Sie daran Interesse haben. Aber ich möchte hier nicht allzuviel an Erfolgsbilanzen vortragen; auch als derzeitiger Präsident der Deutschen Sportkonferenz möchte ich das nicht tun. Wie ich zu verdeutlichen versucht habe, sind wir erst auf dem Wege zu einer angemessenen Förderung des Sports in unserem Lande. Wir sollten nüchtern genug sein, einzugestehen, daß wir unsere Ziele auch weiterhin nur Schritt für Schritt, das ist sicher ein mühseliger und langwieriger Weg, erreichen können. Wir sehen deshalb — dieses abschließende Wort sei mir gestattet — der bevorstehenden großen Herausforderung der Olympischen Spiele nur mit skeptischem Optimismus entgegen. Sollten sich jedoch auch nur unsere gedämpften Erwartungen erfüllen, wird auch dies uns in unserer Entschlossenheit nur bestärken, auf dem bisher eingeschlagenen Weg der Sportförderung in einem freiheitlichen Staat in dem Geist partnerschaftlichen Zusammenwirkens mit dem freien Sport tatkräftig weiterzugehen. Schon in seinen ersten Anfängen erweist er sich als ein erfolgversprechender Weg. (Beifall bei der FDP und der SPD) Vizepräsident von Hassel: Bevor wir in der Aussprache fortfahren, teile ich folgendes mit. Wir haben zu Beginn der Sitzung auf Grund einer interfraktionellen Vereinbarung einen weiteren Punkt auf die Tagesordnung gesetzt, der die Kaufmannseigenschaft von Land- und Forstwirten betrifft. Inzwischen ist eine interfraktionelle Vereinbarung getroffen worden, wonach dieser Punkt heute wieder abgesetzt, also nicht verhandelt wird. (Heiterkeit) Wir fahren in der Aussprache fort. Das Wort hat der Herr Abgeordnete Dr. Schäuble. Dr. Schäuble (CDU/CSU): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wenige Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele versucht die Bundesregierung mit der Vorlage ihres Sportberichts die Aufmerksamkeit auf ihre angeblich so großen Leistungen in der Sportförderung zu lenken. Natürlich sind die Sportförderungsmittel in den den letzten Jahren erheblich gestiegen, Herr Bundesminister, obwohl die realen Beträge — Sie haben die Steigerung von 50 % seit dem Jahre 1969 genannt — unter Berücksichtigung der von Ihnen verschuldeten Inflationsraten — rechnen Sie das einmal nach — sehr stark an Glanz verlieren. Aber das Entscheidende ist doch, daß die Effizienz dieses Mitteleinsatzes nach wie vor außerordentlich kritisch zu beurteilen ist. Der Sportbericht zeigt, daß der Kompetenzwirrwarr innerhalb der Bundesregierung mit elf zuständigen Ressorts für die Sportförderung nach wie vor nicht überwunden ist. Wie schwerfällig und bürokratisch die Bundesregierung auch auf diesem Gebiet arbeitet, wird schon durch die Tatsache bewiesen, daß dieser Sportbericht im September 1975 dem Parlament hätte vorgelegt werden müssen. Wenn der deutsche Sport, Herr Minister, mit derselben Verspätung wie die Bundesregierung arbeiten würde, dann wären die Olympiateilnehmer für Innsbruck etwa zum Zeitpunkt der Spiele in Montreal fit. (Beifall bei der CDU/CSU) Mit einer rechtzeitigen Vorlage des Berichts wäre dem Sport und dem Parlament mehr gedient gewesen als mit dieser vorolympischen Schau. Im übrigen ist die Frage des internationalen Standards unserer Spitzensportler aber keineswegs nur ein Problem, wieviel Steuergelder dafür ausgegeben werden. Die entscheidende Frage ist vielmehr, ob in unserem Staat und in unserer Gesellschaft eine Grundeinstellung vorhanden ist, die Leistungen, auch Höchstleistungen, im Sport bejaht, begünstigt und unterstützt. So lange wir zu unseren Olympiateilnehmern ein Verhältnis haben, das nur in der kurzfristigen Hingabe von Steuergroschen zum Erwerb olympischer Medaillen besteht, so lange verstehen wir die Probleme und Bedürfnisse unserer Leistungssportler nicht. Sie brauchen eine grundsätzliche Leistungsbereitschaft in unserer Bevölkerung, die sich mit dem individuellen Leistungsstreben der Spitzensportler solidarisiert, und zwar auch und gerade bei jenen Sportlern, denen der erhoffte Erfolg — etwa in Innsbruck oder Montreal — versagt bleibt. Auf diesem Feld der allgemeinen Einstellung zur Leistung liegen die entscheidenden Mängel, für die diese Bundesregierung die Verantwortung trägt. Wir anerkennen das persönliche Engagement des zuständigen Ministers durchaus, und wir haben, Herr Minister, Wort gehalten mit unserem Versprechen, Sie auf diesem Wege zu unterstützen. Aber wenn ich an viele Äußerungen insbesondere aus dem Bereich Ihres Koalitionspartners zum Leistungssport denke, habe ich bei Ihrem Eintreten für den Leistungssport in dieser Regierung den Eindruck, daß Sie kunstvolle Pirouetten auf sehr brüchigem Eis drehen. Wenn ich nur an das jahrelange Tauziehen um die Sportbriefmarke und die Glücksspirale erinnere, so wird deutlich, welch hinhaltender Widerstand gegen eine langfristige, kontinuierliche Finanzausstattung der Stiftung Deutsche Sporthilfe und damit gegen eine soziale Sicherung unserer Spitzensportler geleistet wird. Diese Probleme, Herr Minister, sind noch immer nicht gelöst; denn eine Zuschlagmarke nur für 1976 reicht nicht aus, wenn wie schon an die Spiele von 1980 denken müssen. Sie haben hier der Hoffnung Ausdruck gegeben, daß wir diese Briefmarke in den kommenden Jahren bekommen. Ich würde meinen: Stimmen Sie unserem Antrag nachher zu! Im übrigen teile ich die Hoffnung, daß eine neue Regierung ab Herbst dieses Jahres diese Briefmarke verwirklichen wird. (Beifall bei der CDU/CSU) Herr Minister, das Gerangel um die Glücksspirale geht offensichtlich weiter. Alle diese Fragen verschweigt Ihr Sportbericht, der insbesondere seiner Aufgabe nicht gerecht wird, auch über Pläne und Absichten der Bundesregierung auf dem Gebiet der Sportförderung Rechenschaft zu legen. Ihr Bericht zeigt keinerlei Konzeption und Zukunftsperspektiven auf, und er vermag deshalb nicht jene Transparenz in der Sportförderung für die Beteiligten, für den Sport zu schaffen, deretwegen wir einen Bundessportplan gefordert haben. Wenn Sie jetzt im Bericht „Leitlinien eines Leistungssportprogramms" vorlegen, so kann das den von uns geforderten Leistungssportplan überhaupt nicht ersetzen; denn — von allen Einzelfragen abgesehen — eine solche Planung kann dem partnerschaftlichen Verhältnis von Staat und Sport nur gerecht werden, wenn sie eben verbindlich und offen erfolgt. Sie aber ziehen es vor, Ihre Richtlinien unter Ausschaltung des Parlaments und hinter verschlossenen Türen aufzustellen. Wir lesen die Worte „Partnerschaft" und „Subsidiarität" in dem Bericht mit großem Vergnügen — allein, es fehlt der Glaube, wenn wir an die manchmal schon grotesken Exzesse denken, die Sie in der Praxis mit der institutionellen Förderung, insbesondere des Deutschen Sportbundes, treiben. Was eigentlich vermag der Deutsche Sportbund mit seinen über 13 Millionen Mitgliedern noch in eigener Zuständigkeit zu entscheiden, wenn er über jede Position seines Haushalts mit den Beamten des Bundesinnenministeriums hinter verschlossenen Türen feilschen muß — mit all den Rücksichtnahmen, die ein so kleinlicher Zahlmeister gebietet?! Nur ein vom Parlament zu beschließender Rahmenplan, wie ihn die CDU/CSU fordert, ermöglicht den freien Sportorganisationen eine langfristige eigenverantwortliche Planung ihrer Arbeit und wird damit den Prinzipien von Partnerschaft und Subsidiarität gerecht. Nur so wird Freiheit und Eigenverantwortung für den Sport gesichert. Wir anerkennen, daß in den zurückliegenden Monaten einige unserer Forderungen — nicht zuletzt auf Grund unseres Drängens — zumindest teilweise verwirklicht worden sind. Die Sportbriefmarke für 1976 stellt einen Schritt in die richtige Richtung dar. Das gilt auch für die Glücksspirale — wenn sie endlich kommt. Der Weg, daß Spitzensportler beim Hochschulzugang als Härtefälle anerkannt werden können, scheint freigeräumt. Die Förderung des Leistungssports in der Bundeswehr verdient große Anerkennung. Entscheidende Probleme aber bleiben weiter ungelöst. Ich nenne nur einige Beispiele: Zusätzliche Kapazitäten zur Trainerausbildung reichen nicht aus, solange es nicht gelingt, eine vernünftige Berufslaufbahn mit Übergängen etwa auch zum Sportlehrer zu schaffen, die soziale Sicherheit gibt und Flexibilität ermöglicht. (Beifall bei der CDU/CSU) Die soziale Sicherung für Leistungssportler, heute wohl das entscheidende Problem, bleibt unbefriedigend, und der Sportbericht zeigt kaum weiterführende Perspektiven auf. An die Stiftung Deutsche Sporthilfe darf man sich eben nicht nur in Olympia - Jahren erinnern, sondern man muß ihr, etwa durch eine jährlich wiederkehrende Sportbriefmarke, einen dauernden Zugang nicht zu öffentlichen Mitteln, Herr Minister, sondern zur Spendenbereitschaft breiter Bevölkerungskreise sichern. Die bürokratische Schwerfälligkeit bei der Erstattung von Kosten, die die Deutsche Sporthilfe für die öffentliche Hand, etwa bei den Sportinternaten, übernimmt, muß endlich aufhören. Für Spitzensportler muß nicht nur beim Hochschulzugang, sondern auch in der beruflichen Bildung und in der Arbeitsplatzsicherung ein Ausgleich für Nachteile gefunden werden, die durch die Konzentration auf den Leistungssport entstehen. Zur Frage einer besseren Auslastung mancher Bundesleistungszentren vermissen wir jeden Hinweis im Sportbericht. Die Probleme des innerdeutschen Sportverkehrs und der Einbeziehung Berlins übergeht der Sportbericht schamhaft. Für die Führungs- und Verwaltungsschule des Deutschen Sportbundes in Berlin ist nach jahrelangem Hin und Her ein Baubeginn auch in diesem Jahr erneut fraglich, und wenn jetzt die Folgekosten als Vorwand dafür genommen werden, dann stellt sich die Frage, warum dieses Problem nicht ebenso gelöst werden kann wie bei der Trainer-Akademie. Überprüft man beim Katalog der Empfehlungen der Deutschen Sportkonferenz, den Sie im Anhang zum Sportbericht aufführen, den Stand der Verwirklichung, dann kommt man zu einem ganz anderen Ergebnis, Herr Minister, als Sie dies hier vorgetragen haben. Denn man findet, daß gerade die wichtigsten Empfehlungen der Deutschen Sportkonferenz nicht oder nicht vollständig verwirklicht worden sind. Dies gilt vor allem für die Beschlüsse auf steuerlichem Gebiet, mit denen den Sportvereinen der nötige finanzielle Spielraum für ihr bedeutendes Engagement geschaffen werden soll. Die Spendenbescheinigungskompetenz steht nach wie vor aus, und bei der Verabschiedung der Abgabenordnung vor wenigen Wochen haben Sie das abgelehnt, was Sie in der Deutschen Sportkonferenz mit beschlossen hatten. (Beifall bei der CDU/CSU) Wir haben die Sorge, daß die Gängelung der Sportvereine, denen man den nötigen finanziellen Freiraum nicht gönnt, weiter zunimmt. Nicht, daß der Forschungsauftrag zur Soziologie des Sportvereins, über den der Sportbericht auffallend ausführlich berichtet, am Ende dazu dient, daß die Bundesregierung Vereinsstrukturen vor- oder festschreiben will! Wir werden solchen Versuchen entschieden wehren. Wir wollen die Freiheit im Sport, und wir wissen, daß die großen Aufgaben des Sports durch das ehrenamtliche und eigenverantwortliche Engagement unzähliger Bürger in den Sportvereinen besser gelöst werden können als durch bürokratische oder ideologische Bevormundung. (Beifall bei der CDU/CSU) Wir hören mit großer Besorgnis die zunehmenden Aufforderungen aus der SPD, etwa durch ihren Fraktionsvorsitzenden, an ihre Mitglieder, sozialdemokratische Politik auch in den Sportvereinen durchzusetzen. Die sozialistische Nostalgie des Arbeitersportvereins, die hier und da Mode wird — wenn ich nur an die Reden der Kollegen Schirmer und Wende bei Akademietagungen erinnern darf —, zielt offensichtlich in dieselbe Richtung. Wir wollen, meine Damen und Herren, keine überwundenen Klassenschranken ausgerechnet im Sport wiederaufbauen. (Beifall bei der CDU/CSU — Dr. Carstens [Fehmarn] [CDU/CSU] : Sehr gut! — Vogel [Ennepetal] [CDU/CSU]: Überall dieser Klassenkampf! — Zurufe von der SPD) — Ich weiß, daß Sie, das trifft. Ihre Unruhe bestätigt dies ja sehr deutlich. Sie können nachlesen, was in Ihrem Handbuch zur Wahlkampfstrategie abgedruckt ist: „Dokumente zur praktischen Parteiarbeit", 5/75, A 1 bis 15. Ich habe es hier. Wenn Sie wollen, bin ich gern bereit, Ihnen das einmal vorzutragen. (Vogel [Ennepetal] [CDU/CSU] : Kann man das mal vorlesen? — Dr. Jenninger [CDU/ CSU]: Was stehen da für Märchen darin?) Meine Damen und Herren, für uns hat der Sport eine eminent politische Funktion. Aber wir wollen keine Parteipolitisierung der Sportvereine. (Beifall bei der CDU/CSU) Für die CDU/CSU ist der Sport — wir stimmen den grundsätzlichen Ausführungen im Sportbericht insoweit zu — eine hervorragende Möglichkeit der Selbstverwirklichung des Menschen in Freiheit, wobei sich Leistungs- und Breitensport ergänzen und gegenseitig befruchten. Die Chance individuellen, freien Leistungsstrebens für Behinderte und Gesunde, für Männer und Frauen, für alt und jung, für Spitzen- und Freizeitsportler ist das faszinierend Großartige am Sport. Die CDU/CSU trägt dazu bei, diese Chance zu erhalten und weiterzuentwickeln. In diesem Sinne fühlen wir uns auch mit den Teilnehmern aus der Bundesrepublik Deutschland an den Olympischen Spielen in Innsbruck und Montreal solidarisch, (Beifall bei der CDU/CSU) und zwar bei Erfolgen ebenso wie bei etwaigen Mißerfolgen. (Dr. Carstens [Fehmarn] [CDU/CSU] : Sehr gut!) Die Zahl der zu erringenden Medaillen wird für uns bei dieser Sicht des freiheitlichen Leistungsstrebens von untergeordneter Bedeutung bleiben. Natürlich werden wir uns mit unseren Athleten über Erfolge freuen, aber wir werden sie auch bei Niederlagen nicht allein lassen. (Beifall bei der CDU/CSU) Vizepräsident von Hassel: Das Wort hat der Herr Abgeordnete Wende. Wende (SPD) : Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Der Sportbericht 1975 stellt in seiner Gesamtheit ein Beweisstück erfolgreicher Sportpolitik der Bundesregierung und der Koalitionsfraktionen dar, auch wenn er etwas verspätet eingegangen ist, wie ich gern einräume. Dies aber, Herr Kollege Dr. Schäuble, ist auch nicht ganz ohne Ihr Zutun geschehen — das sollten Sie der Fairneß halber auch erwähnen—, denn es war Ihre Fraktion, die im Sportausschuß dafür plädierte, daß man, was den Ausschußbericht anbelangt, erst die Ergebnisse der Plenardebatte abwarten solle, die dann eventuell noch in den Sportbericht hätten einfließen können. Sie sind also auch ein wenig mit beteiligt. Das sollten Sie, weil wir hier vom Sport reden, auch in Fairneß eingestehen. Nur die Opposition also vertritt die Auffassung, der Bund erfülle seine sportpolitischen Verpflichtungen unzureichend. Wie sehr sich die CDU/CSU in Spekulationen begibt und von der Wirklichkeit der Sportförderung entfernt ist, beweist in diesen Tagen die Abgabe der seltsamsten Prognosen über die Erfolge der Sportler aus der Bundesrepublik Deutschland bei den bevorstehenden Olympischen Spielen. Damit sollen offenbar offizielle Einschätzungen des Bundesausschusses zur Förderung des Leistungssports und des Nationalen Olympischen Komitees übertüncht werden, (Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Können Sie nicht konkreter werden?!) daß die Vorbereitungsmöglichkeiten für die Leistungssportler der Bundesrepublik Deutschland noch nie so umfassend und zufriedenstellend waren wie in dieser vorolympischen Phase. Auf Grund des bisherigen, einem kreuzworträtselartigen Verhalten gleichkommenden Verhaltens der CDU/CSU ist kaum zu erwarten, daß die Opposition in absehbarer Zeit eine nüchterne Betrachtung einseitigen Thesen vorzieht, wie wir sie auch jetzt wieder von Herrn Kollegen Dr. Schäuble gehört haben. Ich möchte deshalb nur einmal einen Gesichtspunkt beispielhaft herausgreifen, der für die Qualität einer sogenannten christdemokratischen Sportpolitik kennzeichnend ist. Als die CDU/CSU den für die Sportpolitik verantwortlichen Ressortminister stellte, waren für den ganz überwiegenden Teil der deutschen Sportler an den Olympischen Spielen 1968 die Voraussetzungen für eine sportmedizinische Vorsorge nicht gegeben. Die Unverantwortlichkeit dieser Haltung und die sich daraus ergebenden Resultate sind bekannt. Inzwischen stehen den Sportorganisationen ein Netz von 16 sportmedizinischen Zentren und entsprechende Einrichtungen in den Leistungszentren zur Verfügung, (Tillmann [CDU/CSU] : Das haben Sie doch nicht allein gemacht!) die sicherstellen, daß alle leistungssportlich erfaßten Sportler eine umfassende medizinische Betreuung erhalten können. Es muß deshalb überraschen — lassen Sie mich auch das ganz offen aussprechen , wenn das Bundesinstitut für Sportwissenschaft und der Bundesausschuß Leistungssport des Deutschen Sportbundes Erkenntnisse gewonnen haben, daß die Auslastung dieser Zentren durch die Verbände und die geschlossene computermäßige Speicherung und Auswertung der Untersuchungsergebnisse eine intensive Überprüfung erfordern. Dieser Aufgabe sollte sich der Sportausschuß des Deutschen Bundestages im Zusammenwirken mit der Bundesregierung und den Sportorganisationen baldmöglichst widmen. Was nun die Sportpolitik der Opposition angeht, so besteht dort offensichtlich eine extreme Neigung, die sportliche Entwicklung eines Landes fast ausschließlich an einer Medaillensammlung zu messen, auch wenn Sie in Ihrem Vortrag, Herr Dr. Schäuble, vorhin gleich nach der anderen Seite hin verbal Vorkehrungen getroffen haben. (Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Das ist immer Pech, wenn das Manuskript nicht stimmt! Das ist immer schlecht!) Sie kaschieren damit Ihr eigenes Unvermögen mit großen Sprüchen und versuchen sich einen parteipolitischen Tummelplatz durch unerfüllbare Versprechungen und rigorose Anbiederungsversuche im Bereich der Sportorganisationen zu schaffen. (Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Den wollen Sie doch schaffen!) Ich erinnere nur an Ihre Agitationswelle bis in die Vereine hinein im Zusammenhang mit der Reform der Abgabenordnung. (Vogel [Ennepetal] [CDU/CSU] : Herr Wende, wenn der Wehner Sie hörte, wäre er aber böse! Sie erfüllen nicht die Auf - gabe, die er Ihnen gestellt hat!) CDU/CSU-Vertreter beschuldigen zwar permanent die Koalitionsfraktionen und die Bundesregierung unzureichender Sportförderungsleistungen, operieren dann allerdings in der Öffentlichkeit nach der Taktik: entweder ist alles unzureichend oder das, was sich leider nicht verschweigen läßt, hat die CDU/CSU als selbsternannter Schutzpatron des deutschen Sports durchgesetzt. Da die Oppositionsparteien keine geschlossene und gesellschaftspolitisch ernst zu nehmende Konzeption für die Sportförderung in unserem Lande vorweisen können, bemühen sie sich in erster Linie, andere demokratische Parteien bei Sportvereinen und Sportverbänden madig zu machen, allerdings ohne Erfolg. (Dr. Evers [CDU/CSU] : Das macht Ihr doch auch!) Wenn sie sich dabei vorrangig der deutschen Sozialdemokraten als eines Schreckgespenstes bedienen, wie das soeben wieder in puncto leistungssportlicher Einstellung zu hören war, so spricht das nach meiner Auffassung durchaus für uns. Wäre es anders, müßten wir ja berechtigte Zweifel an dem Vorhandensein einer eigenständigen sozialdemokratischen Sportpolitik haben, die sich eben im Gegensatz zu den Unionsparteien vor allem — und dazu stehen wir — auf die Traditionen und Werte der Arbeitersportbewegung in Deutschland stützt, auf das Godesberger Programm der SPD, auf die sportpolitischen Leitsätze unserer Partei sowie auf das soeben auf dem Mannheimer Parteitag verabschiedete kommunalpolitische Grundsatzprogramm und den Orientierungsrahmen `85. Wir haben in dieser Debatte vom Sprecher der CDU/CSU wieder diese Finesse gehört, nur die Vertreter der CDU/CSU seien die Wächter der Interessen des Leistungssports. Die Antwort darauf hat Ihnen der Vorsitzende unserer Fraktion kürzlich in einer analytisch klaren Feststellung gegeben. (Dr. Jenninger [CDU/CSU] : Treibt der auch Sport?) Die CDU/CSU ist offensichtlich bemüht, so etwas wie eine „neue soziale Frage" im Leistungsport zu konstruieren. Nachdem sich allerdings auch in den Bemühungen um eine sinnvolle Einbeziehung von Leistungssportlern bei der Anerkennung als Härtefall für die Zulassung zum Hochschulstudium in Numerus-clausus-Fächern durch die Bundesländer ein Erfolg abzeichnet, wie Sie selbst eingestehen, müssen Sie sich, meine Damen und Herren von der CDU/CSU, baldmöglichst eine neue Hauptfrage in dieser Richtung einfallen lassen. (Tillmann [CDU/CSU] : Es gibt Probleme genug!) Deshalb möchte ich diese Gelegenheit nutzen, um für meine Partei und für die sozialdemokratische Bundestagsfraktion dies zu unterstreichen: Die SPD hat und hatte niemals ein gestörtes Verhältnis zur Leistung und damit auch nicht zum humanen Leistungssport. In diese Ecke lassen wir uns auch durch konservative Kraftakte nicht drängen. (Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Ihr Verhältnis zur Leistung ist so schlecht, wie Ihre Lei - stungen sind!) Hingegen sind in der CDU/CSU Tendenzen erkennbar, die auch im Sport das egoistische Gruppendenken begünstigen und Exzesse mit nationalistischen und chauvinistischen Untertönen hinnehmen oder ihnen nicht deutlich entgegentreten. (Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Der Minister Maihofer! — Dr. Jenninger [CDU/CSU] : Er läuft zur Hochform auf! — Vogel (Ennepe tal] [CDU/CSU] : Wer hat Ihnen denn den Blödsinn aufgeschrieben?) Dazu gehören auch Verhaltensweisen, die den Weltsport zu einem Hilfsmittel im sogenannten Wettkampf der Systeme degradieren. (Dr. Jenninger [CDU/CSU] : Das glaubt er ja selber nicht!) Wir haben es deshalb als wohltuend und richtig empfunden — dies wurde durch das nationale und internationale Echo bestätigt -, daß der sozialdemokratische Bundeskanzler Helmut Schmidt in seiner Rede aus Anlaß der 25-Jahr-Feier des Deutschen Sportbunds im Dezember letzten Jahres erklärte, daß die Zahl von Medaillen im Sport nichts über die Freiheit in einer Gesellschaft, nichts über die Gerechtigkeit in einer Gesellschaft und auch nichts über den Wohlstand in einer Gesellschaft aussagt. Das Gegenteil sollten wir uns nicht einreden lassen, auch von der CDU/CSU nicht. Wenn wir diese Sportler nur noch als Mittel einer unversöhnlichen Konkurrenz der Systeme ansehen, werden der Weltsport und damit auch die Olympischen Spiele der noch vorhandenen humanen, kulturellen und moralischen Werte rigoros beraubt. (Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Schattenboxen! — Tillmann [CDU/CSU] : Gegen wen reden Sie eigentlich?) Deshalb sagen wir: eigenes sportliches Engagement der Bevölkerung — ja, übertriebene nationalistische Gefühle im Sport nein. Es entspricht dem Selbstverständnis sozialdemokratischer Sportpolitik, daß wir den Verein, sein Wirken und die freiwillige Tätigkeit seiner Mitarbeiter in das Zentrum unserer Förderungsbemühungen stellen. Deshalb blieb es wohl auch der CDU/CSU überlassen, im Zusammenhang mit dem verdienstvollen Beitrag der Vereine für die Bürger in unserem Lande von einem „schlafenden Riesen" zu sprechen. Vor diesem Hintergrund begrüßen wir nachdrücklich die im vorliegenden Sportbericht deutlich gewordene Tendenz, den Sport als gesamtstaatliche Aufgabe zu behandeln und die umfassenden Förderungsmöglichkeiten des Bundes bis hin zu vereinsfördernden Maßnahmen extensiv zu nutzen. Wie wenig die CDU/CSU bereit und fähig ist, die Aufgaben der rund 43 000 Sportvereine in der Bundesrepublik Deutschland richtig einzuschätzen, haben die Beratungen zur Reform der Abgabenordnung gründlich bewiesen, bei denen Sie bekanntermaßen mehr den Großverein und weniger die Vielzahl der mittleren und kleineren Vereine im Auge hatten. (Zustimmung bei der SPD — Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Sie kennen wohl die Interessen der Sportvereine besser als die Sportver eine selbst! — Tillmann [CDU/CSU] : Da sind Sie aber auf dem Holzweg! — Weiterer Zuruf von der CDU/CSU: Das ist eine völ lige Verdrehung!) Inzwischen kann die Opposition eigentlich selbst nicht mehr bestreiten, daß es sich hierbei um die umfassendsten steuerlichen Regelungen für den Amateursport handelt, die es jemals in unserem Lande gegeben hat. (Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Aber nicht die besten! Der Würgegriff wird immer här ter! — Tillmann [CDU/CSU] : Völlig unzu reichend!) — Verbesserungen sind immer noch möglich. Von Ihnen werden wir allerdings Ratschläge dafür nicht erwarten können; das hat ja auch die heutige Debatte gezeigt. (Beifall bei der SPD) Falls Sie aber — hiermit möchte ich die CDU/ CSU-Mitglieder des Sportausschusses, die aus Baden-Württemberg stammen, ansprechen — immer noch das Gegenteil behaupten sollten, darf ich Ihnen eine Nachhilfe durch den Herrn Finanzminister von Baden-Württemberg empfehlen. (Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Ein vorzüglicher Finanzminister! Wenn Sie einen so guten Mann hätten, dann hätten wir nicht 40 Mil liarden DM Schulden!) — Er ist ein guter Mann; er ist in Stuttgart möglicherweise in der falschen Fraktion. Das gebe ich gern zu. Sie können es aber auch zeitsparender und einfacher haben, wenn Sie die Stellungnahme von Herrn Finanzminister Gleichauf vom 9. Januar dieses Jahres zu einem Antrag der CDU-Fraktion des Landtags von Baden-Württemberg — Drucksache 6/8699 — nachlesen. Sie hätten das vor Ihrer Rede tun sollen, Herr Dr. Schäuble. (Dr. Schäuble [CDU/CSU]: Sie werden doch noch einmal Landtagsabgeordneter!) Sie werden dort eine Bestätigung für die Richtigkeit unserer Auffassung finden. Es dürfte Ihnen auch nicht entgangen sein, daß Sie mit Ihren utopischen Vorstellungen auch bei den CDU/CSU- regierten Bundesländern im Bundesrat keine Zustimmung gefunden haben. Von den steuerpolitischen Scheingefechten aus Ihren Reihen blieb lediglich das Resümee: viel Lärm uni nichts. (Beifall bei der SPD) Es liegt also an den Oppositionsparteien, ihr gestörtes sportpolitisches Verständnis wieder zu ordnen. (Zuruf von der CDU/CSU: Sie haben über - haupt kein Verständnis!) Wir begrüßen es, daß die Bundesregierung im Sportbericht auch der Deutschen Sportkonferenz eine ausführliche Betrachtung gewidmet hat. Eine vorurteilslose Überprüfung kann dazu beitragen, die auch in vielen Bereichen der Sportorganisationen nur grundsätzlich negative Beurteilung etwas zu korrigieren. Wesentliche Gründe dafür, daß der Arbeit der Deutschen Sportkonferenz überwiegend der Stempel der Abwertung aufgedrückt wird, sehen wir in folgendem: erstens in den zu hohen Erwartungen, die an dieses Gremium gestellt worden sind; zweitens in der offenbar noch nicht überall deutlich gewordenen Selbstverständlichkeit, daß ein solches Forum vor allem der Diskussion und Information dienen soll und daß auf das faire Streiten um Tendenzen, Ziele, Möglichkeiten und Zeiträume unter demokratischen Gesichtspunkten nicht verzichtet werden darf; drittens in der Tatsache, daß vielfach immer noch der Eindruck vorherrscht, die Deutsche Sportkonferenz sei lediglich ein Ort für die Übergabe von wohlfeilen Wünschen und Forderungen der Vertreter der Sportorganisationen an die Verantwortlichen der Parlamente und Regierungen in Bund und Ländern, die diese dann tunlichst so schnell wie möglich in die Wirklichkeit umzusetzen hätten. Da aber alle sportpolitisch tätigen Kräfte dieses Gremium in guter Absicht gemeinsam geschaffen haben, möchte ich diese Gelegenheit nutzen, auch an die zuständigen Kollegen der CDU/ CSU und der FDP zu appellieren, daß wir nunmehr auch gemeinsam — noch mehr als bisher — bemüht sind, die Möglichkeiten und Chancen der Deutschen Sportkonferenz realistisch und zukunftweisend zu überprüfen und zu nutzen. (Vogel [Ennepetal] [CDU/CSU] : Erst ist er gegen uns, dann will er, daß wir es gemein sam machen!) Lassen Sie mich abschließend einige Anmerkungen zu dem vorliegenden Antrag des Sportausschusses machen. Der Inhalt des Antrages ist ganz wesentlich ein Ergebnis der Großen Anfrage zur Sportpolitik, die die Koalitionsfraktionen im Februar 1974 eingebracht haben. Dieser Antrag ist dazu geeignet, neue Entwicklungen in der Sportpolitik frühzeitig zu erkennen und die erforderlichen organisatorischen und finanziellen Notwendigkeiten einzuleiten. Der Bund hat seine Sportförderungsmöglichkeiten in den letzten Jahren in einer bisher nicht gekannten Weise genutzt. Das Förderungsvolumen liegt gegenwärtig bei weit mehr als 200 Millionen DM. Angesichts der dynamisch sich entwickelnden Funktion des Sports im Leben unserer Bürger und in den internationalen Beziehungen muß sich auch der Sport aus gesamtstaatlichen Gründen in seiner Zuständigkeit und für das Zusammenwirken mit den Bundesländern und den Organisationen des Sports den veränderten Gegebenheiten frühzeitig anpassen. Dazu gibt dieser Antrag eine wesentliche Hilfestellung. Ich darf Sie deshalb für die sozialdemokratische Bundestagsfraktion bitten, dem Antrag des Sportausschusses zuzustimmen. Lassen Sie mich noch eine kurze Bemerkung zu dem vorliegenden Änderungsantrag der CDU/CSU- Fraktion machen. Wir werden diesen Antrag ablehnen. (Tillmann [CDU/CSU]: Bedauerlich!) Er ist nach unserer Auffassung sachlich nicht begründet. (Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Natürlich nicht!) Hinsichtlich der Frage der Anerkennung von Leistungssportlern als Härtefall bei der Zulassung zum Hochschulstudium in Numerus-clausus-Fächern haben die Kultusminister der Länder eine Regelung zugesagt, die sowohl dem Wunsch der Deutschen Sportkonferenz als auch der Auffassung des Sportausschusses des Deutschen Bundestages entspricht. Wir sehen nicht ein, weshalb bei dem derzeitigen Sachstand das wiederholt werden soll, was allseits bekannt und auch akzeptiert worden ist. In Punkt 2 des Änderungsantrages der Opposition wird völlig ignoriert, daß der Punkt 2 des gemeinsamen Ausschußantrages die Interessen der Stiftung Deutsche Sporthilfe bereits hinreichend berücksichtigt. (Dr. Evers [CDU/CSU] : Das stimmt aber nicht!) Da die Bundesregierung mit den beteiligten Organisationen ohnehin eine generelle Erörterung über die künftige Herausgabe von Sonderpostwertzeichen mit Zuschlagserlösen führen wird, erscheint es mir wenig sinnvoll, dem Ergebnis vorzugreifen. Unbestritten ist aber auch, daß der Finanzbedarf der Stiftung Deutsche Sporthilfe für 1976 und 1977 auch durch die Zuschlagserlöse der Sportsondermarke 1976 und der im Herbst wieder einsetzenden Fernsehlotterie „Glücksspirale" gedeckt werden kann. Da allein die Erlöse aus der diesjährigen Sportsondermarke wahrscheinlich bei mindestens 8 Millionen DM liegen werden, kann damit gerechnet werden, daß nicht unerhebliche Beträge Rücklagen zugeführt werden können. Irrig ist in dem Änderungsantrag auch die Feststellung, die Spendenbereitschaft in dem Bereich der Wirtschaft zugunsten der Stiftung Deutsche Sporthilfe sei durch die wirtschaftliche Lage gedämpft worden. Ich weiß nicht, ob der Vorsitzende der Stiftung diese Behauptung unwidersprochen quittieren möchte. Letztlich sind die Spenden, von denen hier die Rede ist, ja nicht unbedingt gönnerhaft motiviert, sondern sie sind ja auch steuerlich voll absetzbar. Eine letzte Bemerkung. Die Kollegen der CDU/ CSU sollten auch bedenken, daß die Gründer der Stiftung Deutsche Sporthilfe einmal mit der Devise angetreten sind, ihre Programme durch Spenden aus Industrie und Wirtschaft (Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Der Wirtschaft geht es dank Ihrer verfehlten Politik immer schlechter!) sowie durch freiwillige Aktionen innerhalb der Bevölkerung zu finanzieren. (Tillmann [CDU/CSU] : Das ist ja bei der Briefmarke der Fall!) Ich halte es nicht für gut, wenn dieser Weg immer mehr verlassen wird und die Mittel ganz überwiegend auf direktem oder indirektem Weg aus dem öffentlichen Bereich kommen. Unsere Bereitschaft, die Stiftung Deutsche Sporthilfe in angemessener Weise zu unterstützen, haben wir im Ausschußantrag ausreichend deutlich gemacht. Deshalb bitten wir, den Änderungsantrag der CDU/CSU-Fraktion auf Drucksache 7/4637 abzulehnen. (Beifall bei der SPD und der FDP) Vizepräsident von Hassel: Das Wort hat der Abgeordnete Hoffie. Hoffie (FDP) : Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Lassen Sie mich nur mit einigen wenigen Bemerkungen auf das eingehen, was Herr Dr. Schäuble hier als erster Redner der Opposition erklärt hat. Ich bedaure eigentlich, daß die Opposition hier mit ihrer ersten Darstellung anstelle einer sicher wünschenswerten kritischen Auseinandersetzung einmal mehr nur auf billige Polemik ausgewichen ist. (Vogel [Ennepetal] [CDU/CSU] : Die Wahr - heit tut immer weh!) Das gilt besonders für Ihre Bemerkung, Herr Dr. Schäuble, das Feilschen zwischen DSB und BMI sei eine bedauerliche Sache. (Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Fragen Sie doch einmal! Sie haben doch keine Ahnung!) Sie wissen sehr genau, daß sich die Beratungen in Wirklichkeit in sehr geordneten Formen und genauso vollzogen haben, wie es der Haushalts- und Rechnungsprüfungsausschuß verlangt. Ganz übersehen haben Sie ja offenbar auch, daß die Planungs- und Realisierungsgespräche das Instrumentarium sind, das den Finanzbedarf der Spitzenverbände so gezielt bedient, wie es kein noch so schöner Sportplan, wie er Ihnen vorschwebt, tun könnte. Die sehr starken Veränderungen in der Teilnehmerzahl bei Wettkampf- und Lehrgangsmaßnah men über das laufende Jahr hinweg ist auch Ihnen bekannt. Sie wissen genau, daß man dem mit einer Festschreibung von Förderungsbeträgen im Jahr davor in der Tat nicht gerecht werden kann. (Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Das wollte kein Mensch!) Zur Sache, meine Damen und Herren: Die Millionenzahlen im 200 Seiten starken Sportbericht der Bundesregierung sagen allein sicher noch nichts über Geist und Ziel aus, die hinter der Förderung des Sports in der Bundesrepublik Deutschland stehen. Im Vorfeld der Olympischen Spiele 1976 hat der Bundesinnenminister, Herr Professor Maihofer, mit seinen programmatischen Darlegungen die Partnerschaft zwischen Politik, Staat und Sport umrissen. Dies war, wie wir meinen, deshalb so wichtig, weil wir unter diesem Zusammenspiel etwas ganz anderes verstehen als z. B. die DDR, auf deren erfolgreiches Sportsystem wir so gerne schielen und deren in Innsbruck und Montreal zu erwartenden olympischen Medaillen sicherlich wieder genügend Anlaß für eine neue Diskussion über den Sport in unserem Lande geben werden. Die Sportsysteme in den beiden deutschen Staaten sind nicht vergleichbar, selbst einzelne Maßnahmen nicht untereinander übertragbar, weil dahinter entgegengesetzte politische Grundauffassungen stehen. Bundeskanzler Schmidt hatte absolut recht, als er anläßlich der 25-Jahr-Feier des DSB in der Frankfurter Paulskirche sagte: Es wäre schlimm, wenn wir im verständlichen Wunsch, uns sportlich nicht unterbuttern zu lassen, unseren Sport auf den Weg einer Ideologie bringen, der uns letztlich von unseren freiheitlich-demokratischen Prinzipien wegführen würde. Meine Damen und Herren, Politik, Staat und Sport messen das Ergebnis ihrer Partnerschaft nicht allein an Meistern und Medaillen, Siegen und Rekorden des Spitzensports, die ein interessantes und sicherlich auch heiß begehrtes Teilergebnis sind, sie spielen vielmehr mit dem Ziel des Sports für alle Bürger in unserem Lande zusammen, das auf den feinsinnigen Aphorismus von Jean Giraudoux hinausläuft: Laßt die Greise eines Landes an Euch vorüberziehen, und Ihr werdet sehen, wie es dort um den Sport bestellt ist. Ein freier Sport dieser Vorstellung kann sich eben nur in einem freiheitlichen Staatswesen entfalten, das die persönliche Initiative seiner Bürger auf allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens fördert und auf jeglichen staatlichen Dirigismus verzichtet. Diese freiheitlich-rechtsstaatliche Ordnung bietet auch die Grundlage für unsere plurale Sportorganisation, in der sich alle weltanschaulichen Richtungen, alle gesellschaftlichen Schichten, wirtschaftlichen Interessen und beruflichen Rollen entfalten können, sofern sie ihrerseits die vorgegebenen satzungsmäßigen Ordnungen beachten. Im Vergleich zu allen anderen Sportsystemen ist der so gezogene Rahmen für das pluralistische Kräftespiel der denkbar weiteste, der liberalste und sicher auch der humanste. Die Sportbewegung nimmt ihre politische Aufgabe ernst, jedem auf diesem Feld die gleichen Rechte und Chancen in der Mitbestimmung und in der Mitverantwortung zu geben. In dieser Gesinnung begegnen sich Sport und Staat „als gleichberechtigte Partner; nicht mehr, aber auch nicht weniger" (Genscher). Der Sport selbst beginnt, hierbei ein neues politisches Selbstverständnis zu finden und die alten Komplexe aus einem — angesichts der NS- Vergangenheit und der Nachbarschaft zum sozialistisch ausgerichteten Staatssport — mißverstandenen „unpolitischen Sport" abzuwerfen. „Parteipolitisch neutral, aber politisch handlungsfähig" — so stellt sich der Deutsche Sportbund nach seinem Präsidenten Willi Weyer heute dar. Der Wiederaufbau dieser Turn- und Sportbewegung gehört mit zu den großen deutschen Nachkriegsleistungen. Sport und Staat dürfen stolz darauf sein. Dabei ist der Sport aus dem nur privaten Vergnügen einiger weniger herausgetreten und zum gesellschaftlichen Anliegen vieler Bürger geworden. Er ist heute alles andere als nebensächlich und gehört mit zu jenen Kräften, mit denen wir unser Leben gestalten. Mit dem Leistungsdenken drängt auch der Sport stärker nach vorn. Gleichzeitig kommen mit der größeren Freizeit des Menschen in unserer industriellen Gesellschaft aber auch veränderte Anforderungen auf den Sport zu. Wir begrüßen es, wenn sich die Vereine öffnen und auch weiterhin den politischen Willen, freiwillig in gemeinschaftlicher Solidarität zu leben, symbolisieren. Für die Kraft unserer Demokratie ist diese bürgerliche Leistung gar nicht hoch genug anzusetzen. Der Spielraum in des Wortes ursprünglicher Bedeutung wird zu einem wichtigen Lebensraum, wobei immer deutlicher wird, daß der Sport in seiner Spitze und mächtigen Breite kein einheitliches Phänomen darstellt, sondern sich nach der Art von Bedürfnissen, die von ihm befriedigt werden sollen, differenziert. Gelingt es, die sozialen, biologischen und pädagogischen Funktionen des Sports im Wandel unserer Gesellschaft mit der Organisation des Vereins weiterhin zu verbinden, dann müßte auch das ohne wirklich tiefgreifende Schwierigkeiten überwunden werden können, was gelegentlich heute als die Krise des Sports diagnostiziert wird. Mit dieser grundsätzlichen Vorbemerkung wird das staatliche Engagement gegenüber dem Sport erklärt, so wie es die FDP in ihren liberalen Leitlinien zur Sportpolitik umrissen hat. Es geht um die weitere Ausgestaltung des Beitrages der 13- Millionen-Bewegung des Sports für eine bessere Lebensqualität und um die Entfaltung seiner Bildungs-, Freizeit-, Erholungs- und Sozialwerte, die — auch angesichts der ehrenamtlichen Leistung von über einer Million freiwilliger Helfer — niemals allein mit staatlicher Förderung, mit Gemeinnützigkeit oder mit Steuerfreibeträgen abgegolten werden können. Der Anteil von Bund, Ländern und Gemeinden an der bisherigen Entwicklung des Sports wird damit überhaupt nicht geschmälert, sondern die Eigen - leistung des Sports wird nur ins richtige Licht gerückt werden, eine Eigenleistung des Sports, ohne die ein demokratisches Staatswesen nicht auskommt, da der Staat eben nicht alles allein machen kann und auch nicht alles allein machen soll. Ich möchte meine Ausführungen nicht dazu nutzen, die Aufmerksamkeit dieses Hauses und die der Bundesregierung gegenüber dem Sport noch weiter zu verdeutlichen. Das wird heute ohnehin ausgiebig geschehen. Es soll vielmehr der Blick darauf gelenkt werden, um was es uns politisch geht. Dabei muß der Sport allerdings auch von dem Irrtum freigehalten werden, daß er die „preiswerteste Reparaturwerkstatt für verbeulte Arbeitnehmer" ist, wie Jürgen Dieckert dies gesagt hat. Dies wäre zu eng gesehen: Der Sport will mehr für den Menschen, und der Mensch will mehr vorn Sport! Lassen Sie mich aber dennoch im Sinne des Wortes, daß Gesundheit eben nicht alles ist, aber ohne Gesundheit alles nichts ist, fragen: Was soll aus unserem Leben werden, wenn immer mehr Menschen mit 40 Jahren aus dem Arbeitsprozeß ausscheiden? Was soll aus unserem hart errungenen Wohlstand werden, wenn wir nicht mehr gesund genug sind, um uns an ihm zu erfreuen? Und schließlich: Was soll aus unserer politischen Verantwortung werden, wenn uns das allgemeine Wohlbefinden unserer Bürger als Basis für ihre Wahrnehmungen verlorengeht? Die Zahlen, meine Damen und Herren, die diese Fragestellungen belegen können, sind bestürzend: Sie wissen, daß durch Bewegungsmangel ausgelöste Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems unsere Volkswirtschaft jährlich mit Folgekosten mit mehr als 10 Milliarden DM belasten. Krankheiten des Kreislaufsystems verursachen hierzulande einen Ausfall von fast 30 Millionen Arbeitstagen. Nur zum Vergleich: Alle Streiks seit 1959 haben zusammen weniger als 20 Millionen Arbeitstage gekostet. Vornehmlich wegen der Folgen des Bewegungsmangels scheiden heute zwei Drittel unserer Arbeiter und Angestellten zehn Jahre früher aus dem Erwerbsleben aus. Wie lange, so ist zu fragen, wollen wir eigentlich noch mit ansehen, wie der Fortschritt seine Kinder frißt? „Epidemien gleichen Warntafeln", schrieb vor 125 Jahren der berühmte Arzt und liberale Politiker Rudolf Virchow, „an denen der Staatsmann großen Stils ablesen kann, daß im Entwicklungsgang seines Volkes Störungen aufgetreten sind, die selbst eine sorglose Politik nicht übersehen darf." Diese Warnung Virchows ist heute aktueller denn je. Den Herzinfarktgeschädigten wird inzwischen wohldosierter Sport verordnet. Warum halten wir den Menschen nicht vorher, in Kindergarten und Schule, schon gezielt zu einem lebenslangen sportlichen Training an, das ihm Glück, Freude und persönliche Entfaltung bringt? Bei der Bundeswehr, die sich vorbildlich bemüht, ist es oft schon zu spät. Für die behinderten Menschen, für ältere Mitbürger kann der Sport Hilfe bei der Rehabilitation und in der Unterstützung therapeutischer Maßnahmen geben. Der Sport kann einen Beitrag zur Resozialisierung straffällig gewordener Bürger leisten. Die Integration ausländischer Arbeitnehmer in unserer Gesellschaft kann durch den Sport gefördert werden. Dieses sind Dinge, die wir oft gehört haben, deshalb erkennen wir vorbehaltlos alle Hilfestellungen an, die durch den Sport, insbesondere in seinen Vereinen, in diesem sozialen Bereich gegeben werden. Wir unterstützen die im Sportbericht genannten Maßnahmen der Bundesregierung. Natürlich, meine Damen und Herren, wir leben nicht in einer reglementierten Gesellschaft, in der die Menschen gezwungen sind, ihr Leben im Interesse des Staates zu gestalten. Wir alle sind frei und können denken und handeln, wie wir wollen. Doch wenn wir diese Freiheit behalten wollen, für uns selbst und für die kommenden Generationen, dann müssen wir auch gewillt sein, uns jene körperlichen Kräfte anzueignen, die mit denen des Geistes, des Willens und des Mutes untrennbar verbunden sind. Vizepräsident von Hassel: Herr Abgeordneter Hoffie, gestatten Sie eine Zwischenfrage des Abgeordneten van Delden? Hoffie (FDP): Ich möchte jetzt auf Zwischenfragen, so interessant es wäre, aus Zeitgründen nicht eingehen, weil mir die Zeit so knapp vorgegeben ist. Wir werden danach sicher gerne darüber diskutieren. Wenn wir den Schulsport einmal unter diesem Aspekt betrachten, so erkennen wir, wie wahr der Bundeskanzler gesprochen hat, als er sagte, daß die Lage des Schulsports in unserem Lande „schlechthin unerträglich" ist. Dies mag nur symptomatisch für die gesamte Schulwirklichkeit sein. Aber — so müssen wir fragen — wie lange wollen wir uns damit noch abfinden? Wir haben gerade kürzlich, meine Damen und Herren, die gesetzlichen Voraussetzungen für eine angemessene Arbeitszeit und Leistung unserer Jugend geschaffen. In unserem Land gibt es, bis auf wenige Ausnahmen in künstlerischen und sportlichen Bereichen, keine Kinderarbeit mehr. Dagegen haben wir es bis heute nicht erreicht, in der Schule einen Sportunterricht anzubieten, der qualitativ und quantitativ den Erfordernissen unserer heranwachsenden Jugend entspricht. Die FDP sieht die von ihr immer wieder geforderte und in ihren Leitlinien zur liberalen Sportpolitik verankerte tägliche Sportstunde in weite Ferne gerückt. Wir richten hiermit erneut einen eindringlichen Appell an die Länder, in dieser wirklich wichtigen Frage voranzukommen. Die FDP-Fraktion wird dem Bundesminister des Innern jede Unterstützung erteilen, entsprechende Initiativen gegenüber den Kultusministern der Länder zu ergreifen. Bund, Länder und Gemeinden, meine Damen und Herren, haben insgesamt, wie der Sportbericht ausweist, für die Entwicklung des Sports wichtige Voraussetzungen geschaffen und auch in den letzten Jahren trotz angespannter Finanzlage durchweg mehr öffentliche Mittel für die Sportförderung bereitgestellt. Auch wenn Sie, Herr Dr. Schäuble, Inflationsraten dagegenstellen wollten, sind es unbestritten mehr Mittel. Was angesichts der hochbedeutsamen gesellschaftspolitischen Aufgabe des Sports verhindert werden muß — darin stimmen wir sicher alle überein —, ist der Rückfall auf ein Nullwachstum im Sport. Mit diesem Ziel wird es jetzt darauf ankommen, die Zuständigkeiten auf allen drei Ebenen zu überdenken und danach zu trachten, durch klare Kompetenzregelungen gezielter als bisher zu fördern. Erste Ansätze sind im Sportbericht der Bundesregierung zu erkennen. Der Bundesminister des Innern hat insbesondere mit seinem flexibel angelegten Leistungssportprogramm die Richtung gewiesen: Konzentration des Bundes auf den Spitzensport und Konzentration der Länder und Kommunen auf den Breiten - und Freizeitsport. Sie, meine Damen und Herren von der Opposition, sind, so meine ich, mit Ihren Anregungen für einen Leistungssportplan gar nicht so weit davon entfernt. Sie werden mir zugeben, daß eine sehr frühzeitige und eine sehr starre Festlegung insbesondere der finanziellen Förderung nicht im Interesse der Sportverbände sein kann. Es wäre ein falscher Ehrgeiz, wenn jede der öffentlichen Hände alles machen wollte. In diesem Sinne ist es zu begrüßen, daß der Bund den Vereinen mit Forschungsaufträgen konzeptionelle Hilfestellung zu geben sucht. Ich weiß nicht, Herr Dr. Schäuble, ob es nicht sehr fragwürdig ist, wenn Sie sagen, mit diesen Forschungsaufträgen könnte der Versuch gemacht werden, die Vereine an die Kandare zu nehmen oder sie zu gängeln. (Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Haben Sie den Bericht überhaupt gelesen? Was steht denn drin? Sagen Sie es doch, wenn Sie ihn ge - lesen haben!) Ich meine, die Forschungsaufträge sind für die Arbeit der Vereine wichtig und geben ihnen konzeptionelle Hilfestellung. Die Vereinsförderung sollte aber ausschließlich Angelegenheit der Länder und Kommunen sein. (Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Er hat ihn wirk lich nicht gelesen!) Die FDP unterstreicht heute erneut ihre alte und als richtig, weil sinnvoll, erkannte Auffassung vom Subsidiaritätsprinzip, wonach der Staat nur dann hilfreich eingreift, wenn die eigenen Mittel der Sportorganisation nicht ausreichen. Als der Sport im Jahre 1967 nicht in den Rang einer Gemeinschaftsaufgabe erhoben wurde, war die Deutsche Sportkonferenz drei Jahre später der gemeinschaftliche Versuch, alle wichtigen Fragen der Förderung des Sports zwischen Bund, Ländern, Gemeinden und den Sportorganisationen zu koordinieren. Alle Beteiligten haben sich davon viel versprochen, die DSK hat aber davon, wie wir beobachten mußten, nur wenig gehalten. Wir brauchen eine koordinierte Sportförderung auf allen Ebenen. Sie ist allerdings mit dem ständigen Verweis auf die Kompetenzen nicht zu erreichen. Um so mehr sollte die Struktur der DSK noch einmal überdacht werden, damit wir mit der Koordination der Sportförderung weiter vorankommen. Die im Sportbericht der Bundesregierung summierten Millionen für den Spitzensport sind imponierend. Der Bundesinnenminister hat eine überzeugende Leistungsbilanz vorgelegt und einen ermutigenden Ausblick auf das weitere sportpolitische Arbeitsprogramm gegeben, das von der FDP-Fraktion voll unterstützt wird. Meine Damen und Herren, lassen Sie mich an dieser Stelle noch einige notwendige Worte zur Leistung im Sport und dem sozialen Status des Spitzensportlers sagen: Keine Frage, es muß Flagge gezeigt werden! Die Leistung gehört nun einmal zu den Grundelementen des Sports. Ohne Leistung gibt es keinen Sport . Uns geht es um die absolute Höchstleistung einiger weniger ebenso wie um die persönliche Bestleistung möglichst vieler Menschen. Je mehr wir im übrigen über Leben und Leistung nachdenken, meine Damen und Herren, desto eher kommen wir für den Sport immer wieder auf die einfache Formel unseres ersten Bundespräsidenten, Theodor Heuss: „Es gibt keinen kapitalistischen Klimmzug und keine sozialistische Bauchwelle — man kann es, oder man kann es nicht!" Die Leistung im Sport bedarf keiner besonderen Philosophie. Man kann nicht eindringlich genug davor warnen, zu glauben, daß die Aufgabe des Leistungsprinzips im Sport ohne Einfluß auf andere gesellschaftliche Bereiche bleiben würde. Die Stiftung Deutsche Sporthilfe spielt an der Nahtstelle zwischen Spitzensport und Gesellschaft eine wichtige Rolle und verdient alle staatlichen Hilfen für die Selbsthilfe, z. B. durch die Sportbriefmarke 1976, deren Zuschlagserlös in voller Höhe dem Sport zufließt, und natürlich auch durch die Fernsehlotterie „Glücksspirale". Für beides haben sich insbesondere meine Parteifreunde Werner Maihofer und Wolfgang Mischnick tatkräftig und mit Erfolg eingesetzt. Natürlich, meine Damen und Herren von der Opposition, ist es sehr sportlich, wenn die CDU/CSU in ihrem Änderungsantrag zu unserer gemeinsamen Entschließung (Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Sie haben wirk - lich keine Ahnung!) nunmehr die jährliche Ausgabe einer Sondermarke fordert. Ob dieses jedoch in die Realität umgesetzt werden kann, werden wir gemeinsam zu prüfen haben, Herr Dr. Schäuble. (Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Sie haben gar nicht zugehört, weder gelesen noch gehört!) Was die „Glücksspirale" angeht, bedauern wir, daß sie durch die Vorbehalte der ARD und des ZDF wieder in Schwierigkeiten gekommen zu sein scheint. Die Rundfunkanstalten sollten sich verpflichtet fühlen, meine Damen und Herren, gerade weil sie einen ganz wesentlichen Teil ihres attraktiven Programms mit dem Sport bestreiten, alles zu tun, um den Erfolg der „Glücksspirale" sicherzustellen. (Beifall bei der FDP und der SPD) Meine Damen und Herren, die moderne Gesellschaft erwartet heute von ihren Spitzensportlern, daß sie sich jederzeit zur Verfügung halten. Sie identifiziert sich mit ihnen und verleiht ihnen ein ungewöhnliches Maß an Prestige. Unsere Gesellschaft handelt aber verantwortunglos, wenn sie ihre Spitzensportler in dem heute üblichen Maß in Anspruch nimmt, von ihnen verlangt, daß sie der Jugend mit gutem Beispiel vorangehen, asketisch leben und Opfer vieler Art bringen, die Lösung der aufgeworfenen sozialen Probleme in Schule und Beruf mit dem Numerus clausus und verlorenen Semestern dagegen dem einzelnen selbst überläßt. Hier bleibt noch viel zu tun. Man kann diese Debatte nicht ohne einen Blick auf die modernen Olympischen Spiele schließen, die mit denen der alten Griechen nichts mehr zu tun haben, auch wenn immer wieder an sie anzuknüpfen versucht wird. Es sind die Spiele unserer Zeit, so gut und so schlecht wie die Welt, in der wir leben. (Dr. Schäuble [CDU/CSU]: Jedenfalls besser als Ihre Rede!) Den Griechen — kein Zweifel — haben die Spiele Frieden gebracht, ihren Frieden. Unsere Spiele können nur die Hoffnung auf Frieden bestärken, selbst Frieden zu stiften, vermögen sie nicht. (Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Überhaupt nicht zum Thema!) Das hat der Anschlag der palästinensischen Terroristen auf die bis dahin heiteren Spiele von München am 5. September 1972 weltweit vorgeführt. Nicht erst seit diesem Tag sind die Olympischen Spiele von Grund auf politisch. Mit ihren Prinzipien setzen sie nämlich die politische Aufgabe der Menschen, Völker und Staaten ins rechte Licht. Nicht der Wettkampf oder gar der Sieg sind die Grundlage der Spiele, sondern der Friede, der erst Sieg und Niederlage vereint und versöhnt: Weil sie beide zum Frieden, dieser höchsten politischen Leistung der Menschen, beigetragen haben, kann der Sieger sich freuen, braucht der Verlierer sich nicht zu schämen. Dies alles steht nicht mehr im Sportbericht der Bundesregierung, meine Damen und Herren, und es läßt sich auch nicht in Prozentzahlen staatlicher Sportförderung ausdrücken, so daß man daraus ableiten könnte, wie abhängig oder unabhängig der Sport in unserem Lande doch sei. Dies alles hat eigentlich gar nichts mit Zahlen zu tun, sondern nur damit, wie wir es mit unserem Demokratieverständnis halten. Dennoch scheint es mir wichtig zu sein, daß dies in dieser Stunde ausgesprochen wird, damit die politische Linie aufgezeigt wird, auf der wir angetreten sind. Die Entscheidungen in diesem Hohen Hause und in den beteiligten Bundesministerien werden schneller und werden sicherer fallen, wenn alle wissen, was hinter den Zahlen steht: ein großes Programm bürgerlicher Selbsthilfe nämlich, dessen freie und freiwillige Leistung ungezählter stiller Helfer die subsidiäre staatliche Förderung zum Wohle des einzelnen und der Gesellschaft vervielfacht, wie wir es sonst kaum noch kennen. (Beifall bei der FDP und der SPD) Vizepräsident von Hassel: Das Wort hat Herr Abgeordneter Spilker. Spilker (CDU/CSU) : Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Wenn man einmal den Dritten Sportbericht der Bundesregierung betrachtet, ihn einmal durchblättert und sich sein ausführliches Inhaltsverzeichnis ansieht, dann müßten eigentlich alle Interessierten aus dem Bereich des Sports, der Politik und von den Regierungsparteien verstehen, warum die Opposition bereits vor Jahren, nämlich schon in der letzten Legislaturperiode, einen Bundessportplan beantragt und vorgelegt hat. Das tat sie nicht, Herr Minister, wie Sie in der Sportdebatte des Bundestages am 4. November 1974 meinten, um den Sport zu verplanen oder gar mehr Bürokratie in den Sport eindringen zu lassen — das liegt uns fern —, sondern um den Sport und seine Verbände mit ihren mehr als 40 000 Vereinen freier und unabhängiger zu machen. Es entspricht nicht der Politik der CDU/CSU-Fraktion, nach mehr Staat zu rufen; im Gegenteil! Das gilt auch für den Deutschen Sportbund angesichts seiner nach unserer Auffassung noch zu starken Abhängigkeit von der Bundesregierung, wie der Präsident des Deutschen Sportbundes, Willy Weyer, vor nicht allzu langer Zeit einmal kritisch bemerkte. Unser Bundessportplan, meine Damen und Herren, sollte mehr Überblick verschaffen, mehr Gewißheit für den Sport bringen und endlich einmal den Wirrwarr von Zuständigkeiten beenden, der für den Außenstehenden, für den Sportler, für die Vereine kaum noch zu durchschauen ist. Wenn wir nach dem Durchblättern des Sportberichts — des „vorolympischen" Sportberichts — dazu übergehen, ihn zu lesen und seinen Inhalt zu studieren, werden wir daran gleich erinnert. Über die Zuständigkeiten heißt es dort: Innerhalb der Bundesregierung ist der Bundesminister des Innern für alle Angelegenheiten des Sports zuständig, soweit nicht ressortakzessorische Sonderzuständigkeiten anderer Minister bestehen. Das ist eigentlich nicht die Sprache des Sports, meine Damen und Herren. Dieser Satz über Zuständigkeiten bedarf keines weiteren Kommentars. In der heutigen Debatte darf ich für unsere gesamte Fraktion noch einmal betonen, daß es bei unserer alten, Ihnen bekannten Forderung nach möglichst großer Unabhängigkeit und Eigenverantwortlichkeit des Sports bleibt. (Beifall bei der CDU/CSU) Wenn wir weniger Staat fordern, meine Damen und Herren, mögen Sie ruhig wieder einmal einen Blick auf die Sportförderung in Rheinland-Pfalz oder im Freistaat Bayern werfen. Dort läßt der Staat dem Bayerischen Landessportverband bei der Verteilung der zur Verfügung stehenden öffentlichen Mittel größtmögliche Freiheit. Das ist nach unserer Auff as - sung ein vorbildliches Modell für Sportförderung, (Dr. Carstens [Fehmarn] [CDU/CSU] : Sehr gut! — Beifall bei der CDU/CSU) mit dem der Bayerische Landessportverband mit seinen vielen tausend Vereinen äußerst zufrieden ist. Sie werden mir zugeben müssen, daß eine solche Praxis nicht mehr, sondern gewiß weniger Staat be deutet. Und Sie, Herr Minister, werden mir auch als Jurist bestätigen, daß es sich hier nicht um Verplanung oder gar um Verstaatlichung des Sports handelt. In der kurzen Zeit, die mir zur Verfügung steht, darf ich noch einen ganz anderen Gedankengang vortragen, der mir wichtig erscheint. In dem Sportbericht der Bundesregierung wird auf mehreren Seiten von der Sportförderung in den Entwicklungsländern gesprochen, die wir im Grundsatz ebenfalls begrüßen. Für den innerdeutschen Sportverkehr haben Sie dagegen nur eine knappe Seite übrig, und ich muß Ihnen hier ausdrücklich bestätigen, daß Sie hier auch nichts zu bieten haben. Herr Kollege Dr. Müller-Emmert erklärte in diesem Zusammenhang in der bereits erwähnten 131. Sitzung des Deutschen Bundestages, für die Deutschland- und Ostpolitik der Bundesregierung seien ganz fraglos Vorbehalte abgebaut und neue Beziehungen eingeleitet und entwickelt worden. Ob er das wohl noch glaubt, meine Damen und Herren? Ob er heute noch zu seinen damaligen Ausführungen steht, nach denen die Zugehörigkeit des Westberliner Sports zu den Sportorganisationen der Bundesrepublik Deutschland für die Sozialdemokraten eine Selbstverständlichkeit ist? Wir können hier ganz aktuell werden und feststellen, daß es durch eine Vereinbarung zwischen dem Deutschen Sportbund und dem Deutschen Turn- und Sportbund der DDR tatsächlich „gelungen" ist, für 1976 sage und schreibe 62 Wettkampftermine festzulegen. (Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Das ist der Er folg der Ostpolitik!) Davon sind allerdings 44 internationale Veranstaltungen mit multilateraler Beteiligung. Wie steht es nun mit West-Berlin und seinen Bindungen zum Bund? Wir kennen doch die Versuche der Sowjetunion, diese auszuhöhlen. Uns ist auch die Forderung der Sowjetunion bekannt, zu nichtstaatlichen Veranstaltungen in Berlin nicht nur von der veranstaltenden Organisation — wie das sonst üblich ist —, sondern darüber hinaus vom Berliner Senat eingeladen zu werden. Das, meine Damen und Herren, ist ein weiterer Schritt der Sowjetunion — und zwar nach Abschluß des Viermächteabkommens —, die Bindung zwischen West-Berlin und dem Bund neu zu interpretieren und eine Besserung zugunsten der Sowjetunion zu erreichen. Sie werden vielleicht fragen, was das mit dem Sport zu tun hat. Sehr viel! Oder stimmt es etwa nicht, meine Damen und Herren, daß sich die Sowjetunion anläßlich der Vorbereitungen zu den im März dieses Jahres in Berlin stattfindenden Sprintweltmeisterschaften im Eisschnellauf wiederum so verhalten hat? Was ist das — um konkret zu sein — für ein Theater mit der Einladung der Sowjetunion zu diesen Meisterschaften? Warum verlangt sie eine besondere Einladung des Senats, nachdem wir uns hier im privaten, im sportlichen, aber ganz gewiß nicht im staatlichen Bereich befinden? (Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Sehr richtig!) Meine Damen und Herren, die Sowjetunion versucht seit langem, entgegen dem Viermächteabkommen auch für Veranstaltungen nichtstaatlicher Organisationen in West-Berlin eine Einladungspraxis durchzusetzen, die eine Trennung West-Berlins vom Bund dokumentieren soll. Wenn Regierungssprecher Grünewald von einer zwischen der Bundesregierung und der Regierung der Sowjetunion entwikkelten neuen Einladungsformel für nichtstaatliche Veranstaltungen spricht, durch die es der Sowjetunion ermöglicht werden soll, in solchen Fällen Vertreter nach West-Berlin zu schicken, so müssen wir das wohl glauben, auch wenn diese Äußerungen im Widerspruch zur Äußerung von Staatsminister Moersch in der Fragestunde des Deutschen Bundestages vom 15. Januar dieses Jahres stehen. Wir wissen, daß über eine solche Formel bereits seit Jahren verhandelt und gesprochen wurde, und, meine Damen und Herren, Sie raten sicher nicht falsch, wenn Sie hier an den damaligen Sonderminister Bahr denken, der bei solchen Verhandlungen, die wir nicht kannten, Spezialist war. Es handelt sich im übrigen um eine Formel, die vom Deutschen Sportbund nicht anerkannt worden ist, um eine Formei, die es der Sowjetunion im Augenblick wieder ratsam und politisch aussichtsreich erscheinen läßt, neue Forderungen zu stellen, wie jetzt auch bei den Sprintweltmeisterschaften in Berlin, von denen ich eben sprach, bei denen ebenfalls eine zusätzliche Einladung des Berliner Senats gefordert wird. Fast wäre es ihr gelungen, ihr Ziel zu erreichen, oder, wie eine bekannte deutsche Zeitung neulich schrieb, fast hätte der Kreml den Berliner Senat aufs Eis gelockt, den Senat, von dem Staatsminister Moersch in der Fragestunde, die ich eben erwähnte, sagte, er stehe in dieser Frage im ständigen Kontakt mit der Bundesregierung. Warum, meine Damen und Herren, erwähne ich dies alles? Vor Jahren hat es zwischen dem westlichen und dem östlichen Teil Deutschlands Sportveranstaltungen in einem Ausmaß gegeben, von dem man heute nur noch träumen kann. Das verschlechterte sich zwar — daran kann es keinen Zweifel geben —, ist aber nach dem Viermächteabkommen und nach den Verträgen von Moskau und Warschau gewiß nicht besser geworden. Die wenigen Sportveranstaltungen im innerdeutschen Verkehr, die zwischen den Spitzenorganisationen für ein ganzes Jahr verabredet werden müssen, erfordern gewiß einen — ich würde fast sagen — bombastischen Aufwand. Wo gibt es das eigentlich in der freiheitlichen Welt, wo gibt es das bei vernünftigen Menschen? Ist das der Erfolg Ihrer Außenpolitik, Herr Minister? Ist es der Erfolg der Deutschlandpolitik dieser Bundesregierung? Ist das vielleicht sogar die Freizügigkeit, von der man bei der KSZE immer wieder gesprochen hat? Hier — das möchte ich doch noch einmal mit Nachdruck betonen dürfen — ist die Politik der Bundesregierung genauso erfolglos geblieben wie auf anderen Gebieten. (Beifall bei der CDU/CSU) In der gestrigen Debatte über die Lage der Nation wurde unter anderem vom Bundeskanzler und von Bundesminister Genscher über Außenpolitik, die deutsche Nation, den Status von Berlin und natürlich über Entspannungspolitik gesprochen. Auch und gerade in dieser Sportdebatte möchte ich dies sagen: Sicherlich soll der Sport zur Verständigung zwischen Völkern und Menschen das Seine beitragen, weil er dafür besonders geeignet ist. In den innerdeutschen Beziehungen wird jedoch dieser Sport von der anderen Seite politisch mißbraucht. Er wird mißbraucht, um die internationale Position der Sowjetunion, der DDR oder gar des Ostblocks zu verbessern. (Dr. Carstens [Fehmarn] [CDU/CSU]: Lei - der wahr!) Die Deutschlandpolitik und die Ostpolitik dieser Bundesregierung waren — wie wir sehen — nicht in der Lage, das zu verhindern. Dies, meine Damen und Herren, steht nicht in dem Sportbericht dieser Bundesregierung, über den wir heute debattieren. (Beifall bei der CDU/CSU) Vizepräsident von Hassel: Das Wort hat Herr Abgeordneter Dr. Schmitt -Vockenhausen. Dr. Schmitt -Vockenhausen (SPD) : Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Das, was hier von der Opposition gesagt wird, hat die berühmten zwei Gesichter: Gestern ist alles verneint worden; heute sagt Herr Kollege Spilker — was ja auch gestern anklang —, man könne ohnehin nicht mit der anderen Seite reden, und er beklagt dann, daß die Bundesregierung nicht mehr erreicht habe. Meine Damen und Herren, in Wirklichkeit — das wissen Sie genau, Herr Kollege — ist auf den vielfältigsten Gebieten sehr, sehr viel geschehen und erreicht worden. (Zuruf des Abg. Dr. Kraske [CDU/CSU]) — Herr Kollege Kraske, wir sind uns doch alle einig: Sinn und Ziel aller Sport- und Jugendbeziehungen muß es sein, daß sie sich unabhängig vom Staat vollziehen. Wir wissen aber, das geht im innerdeutschen Bereich, in der Dritten Welt und in vielen anderen Teilen der Welt nicht ohne Hilfe und Unterstützung des Staates, des Bundes und auch der auswärtigen Vertretungen. Diese Hilfe haben wir geleistet, und sie hat auf vielen Gebieten zu hervorragenden Verbesserungen und besseren Voraussetzungen geführt. Ich will noch einmal zum innerdeutschen Sportverkehr auf das Protokoll des Deutschen Sportbundes vom 8. Mai als Grundlage verweisen. Es ist uns gelungen, die Sportorganisationen von West-Berlin in die innerdeutschen Beziehungen voll einzubeziehen. Das ist der entscheidende Punkt. Es geht um die zahlenmäßige Ausweitung und einen möglichst unbürokratischen Abschluß künftiger Begegnungen auf Vereins- und Verbandsebene. Die Entwicklungen hat Herr Kollege Spilker noch einmal in die Erinnerung zurückgerufen. Von 19 Begegnungen im Jahre 1970 sind wir immerhin 1975/76 auf 62 gekommen. Ich kann nur sagen: Wir müssen diese Möglichkeiten ausnutzen und auch die Organisationshilfen der Gemeinden in Anspruch nehmen. Vielleicht ergibt sich auch hier ein Schritt auf dem Wege zu kommunalpolitischen Kontakten. Die SPD hat in ihrer Deutschlandpolitik den Sport- und Jugendbeziehungen in diesem Sinne stets einen hohen politisch-humanitären Rang zuerkannt. Sie haben das anders gesehen. Ich darf nur daran erinnern, mit welchen Geschossen Sie damals gegen die sportpolitischen Leitsätze von 1964 vorgegangen sind, mit denen wir damals aufgefordert haben, die 1961 unterbrochenen Sportbeziehungen wiederaufzunehmen. Sie wollten das gar nicht. Heute sind Sie auch da wieder in der Nachhut. Meine Damen und Herren, Herbert Wehner hat das kürzlich noch einmal verdeutlicht, indem er erklärte: Auch von den DDR-Verantwortlichen muß erwartet werden, daß sie die eingegangenen Verpflichtungen zum Nutzen der Sportler in beiden deutschen Staaten ohne Klimmzüge und vollinhaltlich erfüllen. Dies bedeutet zugleich, daß die positiven Ergebnisse politischer Vereinbarungen ebenfalls Auswirkungen auf die Ausweitung der Sport- und Jugendbeziehungen im innerdeutschen Bereich haben müssen. Die SPD wird wie bisher als helfende und beratende Kraft zur Verfügung stehen. Meine Damen und Herren, wir sollten — nicht, wie das gestern geschehen ist — dazu beitragen, daß die zusätzlichen Möglichkeiten aus den Schlußdokumenten der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa für die jungen Mitbürger in allen Ländern genutzt werden können. Es wird in zwei Jahren mit unsere Aufgabe sein, hier einmal Bilanz zu ziehen. Meine Damen und Herren, ich habe das Gefühl, Sie melden sich immer nur dann zu Wort, wenn es irgendwo im Getriebe knirscht, statt dazu beizutragen, daß wir die Reibungsflächen vermeiden oder beseitigen. Bei Ihrer Kritik sollten Sie auch nicht übersehen, daß wir ohnehin fast 7 Millionen Kontakte haben, wie das gestern deutlich gemacht worden ist. Es sind viele Millionen junger Menschen, die von diesen Kontakten Gebrauch machen. Sie sind nun einmal in diesen innerdeutschen Beziehungen kein wegweisender und vertrauenswürdiger Partner, der Beziehungen ankurbelt, sondern Sie befinden sich in diesen Fragen in der Nachhut. Unser sportpolitischer Beistand gehört aber vor allem den Vereinen und Verbänden in Berlin. Sie kennen das. Das ist hier auch deutlich gemacht worden und steht klar im Bericht der Bundesregierung. Wir haben dem vom Deutschen Sportbund geäußerten Wunsch entsprochen, die Errichtung einer Führungs- und Verwaltungsschule für den Deutschen Sportbund in Berlin zu fördern. Bei diesem Vertrauensbeweis bleibt es. Trotz aller Sparmaßnahmen ist der Anteil des Bundes inzwischen auf 2,7 bis 2,8 Millionen DM erhöht worden. Meine Damen und Herren, daß Herr Wohlrabe hier natürlich versucht, die zweifelsfreie Bereitschaft der Bundesregierung in Frage zu stellen, ist ein Teil seiner täglichen Strategie, in die Zeilen der Presse zu kommen. Es wertet aber unsere Bemühungen für Berlin nicht ab. Die sich abzeichnende Entwicklung zur Ausrichtung der Eisschnellauf- Weltmeisterschaft in Berlin zeigt erneut, daß es den selbstverständlichen Bindungen und der Zusammengehörigkeit der Menschen in Berlin und im Bundesgebiet wenig dienlich ist, auf jede TASS-Zeile oder Ostberliner Stimme aufgeregt zu reagieren und die Aufgeregtheiten auch noch durch eigene Beiträge anzureichern. Meine Damen und Herren, noch niemals sind so viele internationale Sportveranstaltungen auch unter Beteiligung der DDR und osteuropäischer Länder in Berlin vor sich gegangen und wird es noch geben wie zwischen 1974 und 1978, von der Fußballweltmeisterschaft bis zu den Schwimm- Weitmeisterschaften des Jahres 1978. Bei unseren Bemühungen gilt auch hier, das Zusammenleben mit den Völkern in Ost- und Südosteuropa durch Sport- und Jugendbeziehungen zu unterstützen. Sie wissen, daß wir bei der Normalisierung dieser Beziehungen immer wieder bei den Kulturabkommen den Sport und die Sportverbindungen einbezogen haben, um eine Verbesserung dieser Beziehungen zu erreichen. Zur Erleichterung der Begegnung von Sportlern und Mannschaften sowie sportwissenschaftlichen und sportfachlichen Delegationen standen dem Auswärtigem Amt zahlreiche Mittel zur Verfügung. Ich darf nur sagen: mit der Steigerung von 22 auf rund 100 Begegnungen wird die Entwicklung deutlich. Vizepräsident von Hassel: Herr Kollege Dr. Schmitt-Vockenhausen, die für Sie gemeldete Zeit ist schon abgelaufen. Dr. Schmitt-Vockenhausen (SPD) : Herr Präsident, ich weiß es. (Heiterkeit) Ich darf hier noch einmal sagen: Nehmen Sie den Sportbericht der Bundesregierung über die Verbindung zur Dritten Welt noch einmal vor, und nehmen Sie insbesondere die Erfolge in den Beziehungen zur Dritten Welt vor, um zu sehen, was die Bundesrepublik geleistet hat. Dieser Rechenschaftsbericht zeigt eindeutig: Wir haben unseren Beitrag geleistet und werden ihn in diesem Sinne auch in der Zukunft für den Sport und die Verbindung zur Welt leisten. (Beifall bei der SPD und FDP) Vizepräsident von Hassel: Das Wort hat Herr Abgeordneter Mischnick. (Dr. Jenninger [CDU/CSU] : Herr Evers hat - te sich gemeldet!) — Verzeihung, jetzt ist Herr Mischnick dran. Er wird etwa fünf Minuten sprechen. Danach folgt zum Abschluß die Opposition; ihr stehen 20 Minuten zur Verfügung. Mischnick (FDP) : Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wenn auch die Sportsprecher unter den Fraktionen zu einer anderen Lösung gekommen waren, so bin ich selbstverständlich gern bereit, jetzt die wenigen Minuten in Anspruch zu nehmen. Herr Kollege Schäuble, Sie haben von dem Tauziehen um die Glücksspirale gesprochen. Wir bedauern das alle; wir sind gemeinsam dieser Meinung. Nur darf ich darauf hinweisen, daß es in den Gremien der Rundfunkanstalten der ARD wie beim ZDF Vertreter aller politischen Richtungen gibt. Vielleicht wäre es eine gute Aufgabe, auch in diesen Gremien darauf hinzuweisen, daß es unser gemeinsamer Wille ist, daß diese Glücksspirale möglichst schnell über die Bühne geht. Hier sollte man nicht nur die Forderung aufstellen, sondern überall da, wo man die Möglichkeit hat, Einfluß zu nehmen, diesen nutzen. Wenn sich die Herren Intendanten dagegen wehren, wär es vielleicht gut, darauf aufmerksam zu machen, welche gesamtpolitische Bedeutung wir der Glücksspirale beimessen. Mit Recht ist darauf hingewiesen worden, daß die Frage der Sportbriefmarke lange Diskussionen ausgelöst hat. Wir sind zu einem gemeinsamen Ergebnis gekommen. Wenn Sie allerdings heute in einem Antrag für die Jahre 1977 ff. schon die Entscheidung fällen wollen, so bin ich nicht der Meinung, daß das diesem Unterfangen nützlich ist. Denn Sie wissen genauso wie wir, daß zur Zeit Gespräche im Gange sind, um für die nächsten Jahre die verschiedenen Zuschlagsmarken — Jugendmarke, Wohlfahrtsmarke, Sportmarke — miteinander in Einklang zu bringen, um zu vermeiden, daß jährlich eine Auseinandersetzung geführt wird. Ich würde es deshalb nicht für richtig halten, diese Bemühungen in diesem Augenblick durch einen Beschluß zu stören. Wir wissen ganz genau, wie groß der Widerstand gegen die Sportmarke von verschiedenen Seiten gewesen ist. Ich möchte nicht, daß dieser Widerstand erneut provoziert wird, bevor diese Gespräche geführt worden sind. Sie können sicher sein, daß wir Freien Demokraten alle Bemühungen unterstützen werden, auch in den nächsten Jahren eine solche Sportmarke zu ermöglichen. Es ist von Ihnen, Herr Kollege Schäuble, und vom Kollegen Spilker davon gesprochen worden, daß in der Frage des Berichtes der Bundesregierung nicht alle Punkte erwähnt sind. Natürlich ist das nicht möglich, aber auf eines darf ich doch hinweisen. Sie, Herr Kollege Schäuble, wissen ganz genau — und ich bin sicher, daß Sie das genauso sehen wie wir —, daß wir bespielsweise bei den Bemühungen um Spendenbescheinigungen für die Sportverbände oder bei den Bemühungen, die für die Abgabenordnung beste Lösung zu finden, hier eine gemeinsame Basis haben. Wenn aber die Landesfinanzminister anderer Auffassung sind als der Bundesfinanzminister oder wenn Bundes- und Landesfinanzminister gemeinsam anderer Auffassung sind (Dr. Schäuble [CDU/CSU]: So ist es! Bei der Abgabenordnung hatten wir eine gemein - same Basis! Diese haben Sie verlassen!) — ich habe hier alles erwähnt, keine Sorge! —, dann ist das eine Frage, die wir nicht nur im Bundestag, sondern auch über die Landtage behandeln müssen. Denn Sie wissen ja, daß wir keine Bundesfinanzverwaltung haben und hier demzufolge auch die Landesfinanzverwaltungen einzuschalten sind, also auf beiden Ebenen die entsprechenden Maßnahmen ergriffen werden müssen. Herr Kollege Spilker hat die innerdeutschen Sportbeziehungen angesprochen; Herr Kollege Schmitt-Vockenhausen hat auch einiges dazu gesagt. Folgendes darf aber auch nicht unerwähnt bleiben: Natürlich sind 62 Sportbegegnungen, die ausgemacht sind, nicht das, was wir uns vorstellen. Aber wir erwarten, daß die Sportbegegnungen, die ausgemacht wurden, auch von der Seite des Deutschen Sportbundes bzw. seiner Verbände und Vereine voll wahrgenommen werden und nicht ausfallen, weil man plötzlich auf unserer Seite Bedenken bekommen hat oder andere Überlegungen anstellt; denn dadurch geben wir der anderen Seite einen Vorwand, zu sagen, es werden gar nicht so viele Begegnungen gebraucht. Ich möchte nur noch eine Bemerkung machen, da mir nur fünf Minuten zur Verfügung stehen. Es ist darauf hingewiesen worden, daß Sport und Politik in einem positiven Wechselverhältnis stehen sollen und müssen. Natürlich wird man vom Staat in bezug auf den Sport immer mehr verlangen, als der Staat zu geben in der Lage ist. Selbstverständlich werden wir uns bemühen, dies zu verbessern. Ich bin der Meinung, daß ein vertiefter Dialog zwischen Sport und Politik günstig für beide Seiten ist. Sorgen wir allerdings sowohl dafür, daß die richtige Würdigung des Einsatzes der Politik für den Sport erfolgt, als auch dafür, daß umgekehrt nicht der Fehler gemacht wird, nun zu glauben, daß der Sport ein besonders günstiges Wahlkampfthema sei. Wir sollten hier die alte Grundlage beibehalten, nämlich den Sport als eine gemeinsame Sache wahrzunehmen, zwar unterschiedlich in der Beurteilung dieses oder jenes Details, aber wir sollten den Sport nicht als ein besonders geeignetes Mittel für den Wahlkampf ansehen. (Beifall bei der FDP und der SPD) Vizepräsident von Hassel: Die nächste Wortmeldung kommt von dem Herrn Abgeordneten Dr. Evers. Dr. Evers (CDU/CSU) : Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Der Sportbericht der Bundesregierung ist eine Fleißarbeit, die wir als solche anerkennen. Wir sprechen diese Anerkennung aus, auch wenn wir in dem Sportbericht die politische Aussage als eine zukunftsbezogene Richtlinie über das, was die langfristigen Zielsetzungen der Bundesregierung sind, gern deutlicher artikuliert gesehen hätten. Wir sprechen dem Bundesminister des Innern auch die Anerkennung für sein persönliches Engagement für die Sportförderung aus, genauso wie den Beamten des Bundesministeriums des Innern. Wir stellen fest, Herr Minister Maihofer, daß die Sportförderungsmittel im Bundeshaushalt trotz der Haushaltslage auf 234 Millionen DM in diesem Jahr gestiegen sind nach 229 und 219 Millionen DM in den Vorjahren. Das heißt, das, was der Bund für die Sportförderung 1976 zu tun beabsichtigt, nähert sich jetzt der Grenze von 250 Millionen DM, die schon seit einigen Jahren als die Aufwendungen des Bundes auf diesem Gebiet im Gespräch sind. Dies anzuerkennen heißt allerdings nicht, daß 234 Millionen DM bei einem Etatvolumen von 168 Milliarden DM mehr sind als ganze 0,14 % der Gesamtausgaben des Bundes. Wenn wir für diesen Anteil der Sportförderungsmittel den Vergleich mit den Ausgaben im Vorjahr und im Jahre 1974 ziehen, stellen wir fest, daß ein Rückgang dieses prozentualen Anteils von 0,16 über 0,15 auf 0,14 % in diesem Jahr zu verzeichnen ist. Das bedeutet einen relativen Rückgang um 13 % in zwei Jahren. Trotzdem, meine sehr geehrten Damen und Herren, ruft die Opposition angesichts der Haushaltslage des Bundes heute nicht nach mehr finanziellen Mitteln für den Sport. Wir sprechen Sie nicht von der Verantwortung für diese Entwicklung der Haushaltslage frei, aber wir werfen angesichts der weitgehenden Lähmung der öffentlichen Haushalte die Frage auf, welche anderen Wege wir bei dieser Situation verstärkt beschreiten müssen, um für den Sport das zu tun, was notwendig ist. Und wir verbinden damit eine weitere Frage, meine Damen und Herren: Helfen wir denn dem Sport mit immer höheren staalichen Finanzzuweisungen eigentlich so, wie wir alle es möchten? Wäre es nicht besser, Herr Bundesminister Maihofer, daß wir gemeinsam unsere Anstrengungen verstärkten, an Stelle der nicht verfügbaren finanziellen Mittel die eigenen Bemühungen des Sportes zu unterstützen, sich aus eigener Kraft zu helfen? Wir von der CDU/CSU glauben, daß wir die Unabhängigkeit des Sports in höherem Maße fördern, wenn wir alle Möglichkeiten des Staates nützen, den Sport durch administrative Hilfestellungen in die Lage zu versetzen, sich mit den Mitteln, die ihm zur Verfügung stehen, aus eigener Kraft selbst zu helfen. (Beifall bei der CDU/CSU) Wir meinen, daß hier viel zu tun ist. Ich darf in diesem Zusammenhang an die hier schon mehrfach zitierte Sportbriefmarke erinnern, deren Verkauf noch in allerletzter Minute für das Jahr 1976 beschlossen werden konnte. Aber ich stehe nicht an, zu sagen, meine sehr geehrten Damen und Herren: Das Tauziehen, das Hin und Her und das Hickhack um diese Sportbriefmarke waren ein beschämender Vorgang, (Dr. Schäuble [CDU/CSU]: Sehr richtig!) weil die Bundesregierung hier trotz einstimmiger Beschlüsse der Deutschen Sportkonferenz und trotz eines einstimmigen Beschlusses des Sportausschusses des Deutschen Bundestages nicht in der Lage gewesen ist, rechtzeitig dafür zu sorgen, daß die notwendige Hilfestellung gegeben worden ist, damit sich die Deutsche Sporthilfe die erforderlichen Finan - zierungsmittel nicht aus öffentlichen Mitteln beschaffen muß, sondern dies aus privaten Mitteln tun kann. Ich glaube auch nicht, Herr Kollege Mischnick, daß wir heute dieses Faktum der Sportbriefmarke 1976 mit vier Postwertzeichen mit Zuschlag ohne die entsprechende Beschlußfassung auch im Sportausschuß des Deutschen Bundestages hätten. (Zustimmung des Abg. Mischnick [FDP]) — Wenn Sie mir hierin freundlicherweise zustimmen, dann möchte ich sagen: Genau in diese Richtung zielt auch der Antrag, den wir heute hier einzubringen haben und bei dem wir Sie um Ihre Zustimmung bitten. Vizepräsident Dr. Jaeger: Gestatten Sie eine Zwischenfrage des Herrn Abgeordneten Mischnick? — Bitte schön! Mischnick (FDP) : Herr Kollege Evers, darf ich Sie aber auch daran erinnern, daß ein anderer Ausschuß dieses Hauses genauso einstimmig einen anderen Beschluß gefaßt hatte und daß ich mit meinem Hinweis vermeiden wollte, daß wir in eine Gegenüberstellung zweier Ausschüsse dieses Hauses kommen und damit das Ganze gefährden. (Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Wir haben einen klaren, einstimmigen Fraktionsantrag!) Dr. Evers (CDU/CSU) : Die Sache, um die es geht, Herr Kollege Mischnick — und das ist das Entscheidende —, ist die langfristige Konsolidierung der Deutschen Sporthilfe aus eigener Kraft mit der Hilfe des Bundes. (Dr. Carstens [Fehmarn] [CDU/CSU] : Sehr gut!) Das ist das Ziel unseres Antrages, wie wir ihn auf Drucksache 7/4637 formuliert haben. Diesem Antrag sollten Sie zustimmen. (Beifall bei der CDU/CSU) Ich glaube, meine Damen und Herren, wir müssen auch alle miteinander dafür sorgen, daß die Bundesregierung die Deutsche Sporthilfe endlich von den Ausgaben entlastet, die die Deutsche Sporthilfe übernimmt, obwohl die Zuständigkeit des Bundes für diese Ausgaben ganz eindeutig gegeben ist, Herr Bundesminister Maihofer. Wir haben dies in einer Kleinen Anfrage an Sie sehr präzisiert. Ich weise darauf hin, daß die Deutsche Sporthilfe in den letzten Jahren 800 000 DM pro Jahr aus eigenen Mitteln finanziert hat, die von Ihnen zu finanzieren gewesen wären. Hier liegt der Bereich, in dem Sie durch Übernahme dieser in die Zuständigkeit des Bundes fallenden Aufgaben dafür sorgen sollten, daß die Kraft der Sporthilfe zur Selbsthilfe nicht weiter beeinträchtigt, sondern verstärkt wird. Zwar wird die „Glücksspirale" — hier ist das Wort „Tauziehen" ja ebenfalls gefallen — in diesem Jahr nunmehr durchgeführt, aber erst nach den Olympischen Spielen von Montreal und mit einer völlig unzureichenden werblichen Vorbereitung durch die Rundfunkanstalten. So wie dies jetzt nach den Olympischen Spielen vorgesehen ist, ohne Auftaktsendung und ohne Ziehungssendung, meine sehr geehrten Damen und Herren, wird die „Glücksspirale" in diesem Jahr nicht den erhofften Überschuß für den Deutschen Sportbund erbringen. Es muß unser aller Bemühen sein — hier fordere ich insbesondere die Bundesregierung auf —, auf die Rundfunkanstalten einzuwirken, daß die Beschlüsse, die hier bereits gefaßt worden sind, verbessert werden, weil dies dringend notwendig ist, um die eigenen Finanzmittel des Deutschen Sportbundes zu stärken. (Beifall bei der CDU/CSU) Diese Mittel, meine sehr geehrten Damen und Herren, die aus Briefmarke und Glücksspirale dem deutschen Sport, d. h. der Deutschen Sporthilfe und dem Deutschen Sportbund, zufließen, sollten nun wirklich Mittel sein, die den Sportorganisationen zusätzlich zur Verfügung gestellt werden. Es wäre doch ein beschämender Vorgang, wenn diese zusätzlichen Mittel, die keine öffentlichen Mittel sind, nur dazu benutzt würden, um die öffentlichen Zuweisungen zu kürzen. (Beifall bei der CDU/CSU) Wir alle wissen, daß bei dem Tauziehen um die Folgekosten der Führungs- und Verwaltungsschule in West-Berlin diese Frage im Hintergrund steht, ob die zusätzlichen Mittel nun wirklich den Sport endlich einmal in die Lage versetzen, mehr zu tun als bisher, oder ob dies angerechnet werden soll auf das, was bisher vom Bund getan worden ist. In diesen Beispielskomplex gehören die Entscheidungen über die Abgabenordnung hinein, die insbesondere dadurch unbefriedigend sind, daß die Begünstigung sportlicher Maßnahmen leider ausgeschlossen worden ist. Diese Entscheidung wurde von einer Mehrheit des Hauses gegen den Antrag der Opposition getroffen. Wir müssen uns weiter um die Spendenbescheinigungskompetenz der Vereine bemühen, und wir müsssen versuchen, über die Reform der Körperschaftsteuer das wieder auszubügeln, was bei der Abgabenordnung leider nicht gelungen ist. Ich weiß nicht, Herr Bundesminister Maihofer, wie Sie die Bilanz der Sportförderung Ihres Hauses sehen, wenn Sie sich die Tasache vergegenwärtigen, daß die Trimm-Dich-Aktion des Deutschen Sportbundes, eine Aktion, die 10 Millionen Menschen mobilisiert hat und die in der Größe der Beteiligung wahrscheinlich beispielhaft in der Welt ist, weil es nichts Gleichartiges gibt, von der Bundesregierung mit ganzen 10 Prozent bezuschußt wird. Die Bundesregierung läßt den Träger dieser Maßnahme, den Deutschen Sportbund, damit allein, daß er sich 90 Prozent dieser Kosten allein und außerhalb des Haushalts von Sponsoren beschaffen muß. Ich glaube, dies ist eine Regelung, die verbesserungsfähig ist, die verbessert werden muß. Dies sollten wir hier gemeinsam feststellen, ebenso wie wir, wenn wir nicht mehr finanzielle Mittel aus dem Bundeshaushalt fordern, die Selbstbindung des Bundes fördern müssen, wie wir sie im Antrag der CDU/ CSU zum Sportplan verlangt haben. Wir müssen gemeinsam darauf hinwirken, daß die Organisationen des Sports in höherem Maße als Vertreter des öffentlichen Interesses anerkannt werden, als das bisher noch der Fall ist. Zu dem, was im Sportbericht der Bundesregierung als Leistungssportplan bezeichnet worden ist: Meine sehr geehrten Damen und Herren, dies ist eine Auflistung der Förderungsmaßnahmen, die konkret eingeleitet worden sind oder beabsichtigt werden. Ich begrüße es, daß hier einige Worte — dies ist eine Weiterentwicklung — über die Position der Vereine gesagt worden sind. Wir unterstreichen dies und werden uns dem anschließen. Wir vermissen aber eine Aussage darüber, wie denn die Bundesregierung die Position des deutschen Spitzensports im internationalen Vergleich wertet, wie sie der Herausforderung anderer Länder mit Staatsamateuren oder Hochschulamateuren zu begegnen wünscht. Wir meinen, daß hier in der Sportförderung ein Umdenken erforderlich ist. Wir müssen alle gemeinsam dafür Sorge tragen, die ideelle Motivierung unserer Athleten zu verbessern. Das gleiche gilt für ihre personelle Motivation. Wir brauchen einen Ausgleich für die Privilegien, die Staatsamateure in totalitären Staaten von der Regierung erhalten können. Das Silberne Lorbeerblatt und das, was in unserem Lande bisher über den Numerus clausus beschlossen worden ist, reicht dafür nicht aus. (Beifall bei der CDU/CSU) Wir brauchen für unsere Athleten so etwas Ähnliches wie die Pille danach, d. h., wir brauchen einen Maßnahmenkatalog, der unseren Athleten die Nachteile während ihrer aktiven Zeit nach Beendigung der aktiven Laufbahn ausgleichen hilft. Wenn wir nicht noch mehr Geld für den Sport zur Verfügung stellen können: die Opposition wird dies angesichts der Finanzlage akzeptieren. Wir müssen dann aber die Fähigkeit des Sports zur Selbsthilfe durch die Maßnahmen, die ich Ihnen hier eben vorgetragen habe, stärken. Unterstützen Sie deshalb unseren Antrag, Spitzensportlern den Zugang zum Sportstudium zu ermöglichen, wenn sie die allgemeinen Zulassungsvoraussetzungen erfüllen, (Wende [SPD]: Das haben die Kultusmini - ster längst beschlossen!) und arbeiten Sie an einer langfristigen Konsolidierung mit, indem die finanzielle Leistungsfähigkeit der Deutschen Sporthilfe durch jährliche Sondermarken auf eine gesunde Basis gestellt wird. (Beifall bei der CDU/CSU) Vizepräsident Dr. Jaeger: Meine Damen und Herren, wird des weiteren das Wort gewünscht? — Das ist nicht der Fall. Ich schließe die Aussprache. Wir kommen zur Abstimmung über den Antrag des Ausschusses auf Drucksache 7/3902. Die Ziffern i bis 4 scheinen mir unumstritten zu sein. Ich lasse darüber abstimmen. Wer diesen Ziffern zuzustimmen wünscht, den bitte ich um das Handzeichen. — Ich bitte um die Gegenprobe. — Enthaltungen? — Weder Enthaltungen noch Gegenstimmen; einstimmig beschlossen. Ich komme zu Ziffer 5 des Ausschußantrages. Hierzu beantragt die Fraktion der CDU/CSU auf Drucksache 7/4637 unter Ziffer 1, eine Änderung zu beschließen. Wer diesem Änderungsantrag zustimmt, den bitte ich um das Handzeichen. — Ich bitte um die Gegenprobe. — Enthaltungen? — Mit Mehrheit abgelehnt. Dann lasse ich über Ziffer 5 in der Ausschußfassung abstimmen. Wer zuzustimmen wünscht, den bitte ich um das Handzeichen. — Ich bitte um die Gegenprobe. — Keine Gegenstimmen. Enthaltungen? — Auch keine Enthaltungen. Dann komme ich zu den Punkten 6 und 7 des Ausschußantrages. Wer zuzustimmen wünscht, den bitte ich um das Handzeichen. — Ich bitte um die Gegenprobe. — Enthaltungen? — Keine Gegenstimmen, keine Enthaltungen. Angenommen. Ich komme zu Ziffer 8 des Ausschußantrages. Hier muß ich zuerst über den Änderungsantrag aller Fraktionen des Hauses auf Drucksache 7/4669, die Ziffer 8 des Ausschußantrages zu streichen, abstimmen lassen. Wer dem zuzustimmen wünscht, den bitte ich um das Handzeichen. — (Die Abgeordneten der SPD und der FDP stimmen zu) — Das ist aber doch ein Antrag aller Fraktionen des Hauses. So steht es auf dem Antrag. (Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Der Antrag be - zieht sich aber natürlich nur auf die alte Ziffer 8 des Ausschußantrages! Vorher muß darüber abgestimmt werden, ob ent sprechend unserem Antrag eine neue Zif fer 8 eingefügt wird!) — Also, wer ist für Streichung? — Wer ist dagegen? — Enthaltungen? — Damit ist Ziffer 8 des Ausschußantrages ohne Gegenstimmen bei Enthaltungen gestrichen. Damit ist der Fall erledigt, und damit entfällt auch der Änderungsantrag der Fraktion der CDU/CSU auf Drucksache 7/4637 unter Ziffer 2. (Zurufe von der CDU/CSU: Nein!) — Verzeihen Sie, ich hatte ja nicht den Vorzug, die Geschäfte des Präsidenten zu führen, während die Debatte stattfand. Mir wurde die Sache mit der Bemerkung übergeben: zuerst Abstimmung über den Streichungsantrag, dann ist das andere erledigt. Nach den Gesetzen der Logik scheint mir das auch richtig zu sein. (Dr. Schäuble [CDU/CSU] : Ich bitte um das Wort!) — Das Wort können Sie haben. Bitte, Herr Dr. Schäuble! Dr. Schäuble (CDU/CSU) : Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Ich bitte um Nachsicht. Die Sachlage ist die, daß die bisherige Fassung der Ziffer 8 in der von der Ausschußmehrheit beschlossenen Formulierung in der Tat gegenstandslos geworden ist. Deswegen bezieht sich der gemeinsame Antrag aller Fraktionen auf Streichung der Ziffer 8 auf diese Fassung. Würde die Ziffer 8 aber so formuliert, wie die Fraktion der CDU/CSU das mit ihrem Änderungsantrag auf der Drucksache 7/4637 unter Ziffer 2 begehrt, wäre die Ziffer 8 der Ausschußfassung nicht gegenstandslos. Deswegen, Herr Präsident, hatte ich darum gebeten, daß zunächst über unseren Antrag abgestimmt wird, weil nur, wenn dieser Antrag abgelehnt würde — was ich nicht hoffe —, eine Erledigung der Ziffer 8 des Ausschußantrages gegeben wäre. Vizepräsident Dr. Jaeger: Ich habe das nicht gehört, weil ich nicht im Saale war. Ich bitte um Entschuldigung. Ich meine, die Demokratie besteht darin, daß die Mehrheit bestimmt. Also können wir schlicht und einfach über den Änderungsantrag der Fraktion der CDU/CSU auf Drucksache 7/4637 unter Ziffer 2 zu Ziffer 8 des Ausschußantrages abstimmen. Wenn das mit Mehrheit abgelehnt wird, ist das eben erledigt; wenn das angenommen wird, ist das eben angenommen. Wer dem Antrag der CDU/CSU zuzustimmen wünscht, eine neue Ziffer 8 einzufügen, den bitte ich um das Handzeichen. — Ich bitte um die Gegenprobe. — Enthaltungen? — Mit Mehrheit abgelehnt. Das Ergebnis ist also doch das gleiche. Dann komme ich noch zu Ziffer 9 des Ausschußantrages. Dazu liegt ebenfalls ein interfraktioneller Änderungsantrag auf Drucksache 7/4669 unter Ziffer 2 vor. Wer dem Änderungsantrag zuzustimmen wünscht, den bitte ich um das Handzeichen. — Ich bitte um die Gegenprobe. — Enthaltungen? — Es ist so beschlossen. Damit ist über sämtliche Ziffern eine Entscheidung herbeigeführt. Ich rufe Punkt 11 der Tagesordnung auf: Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über die Entschädigung für Opfer von Gewalttaten (OEG) — Drucksache 7/2506 — a) Bericht des Haushaltsausschusses (8. Ausschuß) gemäß § 96 der Geschäftsordnung — Drucksache 7/4615 — Berichterstatter: Abgeordneter Simon Abgeordneter Krampe b) Bericht und Antrag des Rechtsausschusses (6. Ausschuß) — Drucksache 7/4614 — Berichterstatter: Abgeordneter Dr. Stark (Nürtingen) Abgeordneter Dürr (Erste Beratung 123. Sitzung) Ich danke den Berichterstattern, den Abgeordneten Dr. Stark, Dürr, Simon und Krampe, für ihren Bericht. Wir kommen zur zweiten Beratung. Änderungsanträge liegen nicht vor. Ich lasse also über alle Paragraphen sowie über Einleitung und Überschrift in der Ausschußfassung abstimmen. Wer dem zuzustimmen wünscht, den bitte ich um das Handzeichen. — Ich bitte um die Gegenprobe. — Enthaltungen? — So beschlossen. Ich eröffne die Aussprache in der dritten Beratung und erteile das Wort dem Abgeordneten Dr. Stark (Nürtingen). Dr. Stark (Nürtingen) (CDU/CSU) : Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Bevor ich für meine Fraktion zu dem Gesetz Stellung nehme, möchte ich als Berichterstatter noch um eine kleine Berichtigung bitten: In den Berichtsantrag, Drucksache 7/4614, sind zusätzlich folgende Änderungen des Gesetzentwurfs aufzunehmen. Erstens: § 1 Abs. 6 muß lauten: „§ 1 Abs. 3, §§ 64 bis 64 f sowie § 89 ..." usw. Zweitens: In § 3 Abs. 1 ist vor den Worten „in dem eigenen Verhalten des Anspruchstellers" das Wort „insbesondere" einzufügen. Das war ein einstimmiger Beschluß des Rechtsausschusses. Meine sehr geehrten Damen und Herren! Mit der Verabschiedung des vorliegenden Gesetzentwurfs über die Entschädigung für Opfer von Gewalttaten wird eine Forderung erfüllt, welche die CDU/CSU- Fraktion seit Jahren vertritt und wozu meine Fraktion bereits im Jahre 1971 einen eigenen Gesetzentwurf eingebracht hat. Die Entschädigung für Opfer von Gewalttaten entspricht in unserem sozialen Rechtsstaat sowohl einem sozialpolitischen wie auch einem rechtspolitischen Bedürfnis. Für die Entschädigung solcher Opfer aus öffentlichen Mitteln spricht insbesondere, daß der Staat die Pflicht hat, seine Bürger vor strafbaren Handlungen zu schützen und daher auch für den Schaden der Opfer einer mit Strafe be

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