polradar

Rede von Dr. Peter Danckert (SPD) – Drucksache 16/2092

dip / rede 22.03.2007 · WP 16 · Original ↗

Teil von Protokoll der 88. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 9: Drucksache 16/2092 –.

Im Graph öffnen

Text

Rede von Dr. Peter Danckert (SPD) – Drucksache 16/2092 Herr Kollege, ich bin Ihnen sehr dankbar für diese Zwischenfrage; denn sie gibt mir die Gelegenheit, deutlich zu machen, dass die Regierungskoalition großen Wert darauf legt, dass der Sport für Menschen mit Behinderungen einen hohen Stellenwert hat. Wir sind sehr darauf bedacht, dass gerade bei Menschen mit Behinderungen der Sport im Mittelpunkt steht. Dr. Peter DanckertSie fragen mich, warum der Behindertensport hier nur einen geringen Stellenwert einnimmt. Ich muss Sie darauf verweisen, dass das ein Bericht der Bundesregierung ist und kein Bericht des Parlamentes oder der Regierungskoalition. Die Wertschätzung des Behindertensports wird zum Beispiel dadurch deutlich, dass eine immer gleich große Delegation des Sportausschusses zu den Olympischen Spielen und den Paralympics fährt; denn wir wollen an dieser Stelle verdeutlichen, dass wir keine Unterschiede machen wollen. Ich bin sehr mit Ihnen einig, wenn Sie fordern, dass an dieser Stelle mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden; das ist wichtig. Der Breitensport – auch darüber müssten wir natürlich diskutieren – liegt sozusagen außerhalb der Kompetenz des Bundes. Vielleicht würden sich die Dinge verändern – da sehen wir durchaus die Unterstützung Ihrerseits –, wenn wir die Forderung, den Sport in das Grundgesetz aufzunehmen, umsetzen könnten. Dann würde das Bewusstsein dafür noch effektiver. Natürlich würden dann die Menschen mit Behinderungen von unseren gesetzlichen und haushaltsmäßigen Aktivitäten profitieren. Also, an dieser Stelle gibt es keinen Dissens. (Beifall bei der SPD sowie des Abg. Dr. Ilja Seifert [DIE LINKE]) Lassen Sie mich in der mir verbleibenden kurzen Zeit Folgendes sagen: Das FES habe ich vorhin angesprochen. Wenn wir davon ausgehen – das wird in dem Bericht deutlich –, dass zehn der 29 in Turin gewonnenen Medaillen unmittelbar mit diesem Institut zusammenhängen, dann müssen wir auch bereit sein, dem FES zusätzliche Mittel zur Verfügung zu stellen und nicht immer gerade so viele Mittel, dass die Gehälter ohne eine Lohnerhöhung gezahlt werden können. Das ist ein ganz wichtiger Teil. Wir müssen uns entscheiden: Wollen wir das Institut mit seinen herausragenden wissenschaftlichen Erkenntnissen? Wenn ja, dann müssen wir mehr Geld zur Verfügung stellen. Zum Thema Doping und NADA. Bei der NADA ist es so ähnlich. Wenn wir den Kampf gegen Doping wirklich führen wollen, dann müssen wir bereit sein, als Gesellschaft und nicht nur als Parlament – denn hier tun wir eine ganze Menge – finanzielle Mittel für die NADA zur Verfügung zu stellen. Ich erinnere an dieser Stelle noch einmal an den Vorschlag von mir, eine Dopingabgabe einzuführen, mit der wir von allen Sponsoringmitteln, die in den Bereich des Sportes fließen, 1 Prozent für die NADA bereitstellen, damit der Kampf gegen Doping erfolgreich bestanden wird. Herr Kollege Parr, weil Sie nun wieder einmal dieses Thema zur Sprache bringen: (Detlef Parr [FDP]: Die Wahrheit habe ich angesprochen!) Wir haben in sorgfältigen Verhandlungen – das ging über Wochen und Monate – einen sehr vernünftigen Kompromiss zum Thema bessere Bekämpfung von Doping imSport erzielt. Dieser Vorschlag – das ist Ihnen vielleicht entgangen und hat Ihnen vielleicht auch nicht so gepasst – ist vom Deutschen Olympischen Sportbund und von der gesamten Öffentlichkeit positiv aufgenommen worden. (Detlef Parr [FDP]: Weil man den einzelnen Sport dort nicht verfolgt!) Die einzigen, die an dieser Stelle meckern und immer wieder mit Zwischenrufen auffallen, ohne dass sie selber etwas Gescheites vorlegen, sind leider diejenigen von der FDP. Wenn Sie einen konkreten Vorschlag machen würden, dann könnte man in Zukunft auch einmal darüber diskutieren. Unser Vorschlag, der jetzt in die parlamentarische Debatte kommt, ist von allen beteiligten Kräften – bis auf die FDP – begrüßt wordenund das finden wir gut. Wir fühlen uns in Übereinstimmung mit dem Deutschen Olympischen Sportbund, mit seinem Präsidenten Bach und Herrn Vesper. Wir sind auf dem richtigen Wege. Deshalb ist das ein richtiger Ansatz, den wir in den nächsten Wochen hier diskutieren werden. Wir haben dazu ja noch Gelegenheit. (Detlef Parr [FDP]: Die Praxis wird das Gegenteil beweisen!) Aber Sie, Herr Kollege Parr, sollten sich – weil Sie sich von uns immer so schlecht behandelt fühlen – doch einmal die Mühe machen, das, was wir hier auf den Tisch gelegt haben und was von der gesamten Sportöffentlichkeit begrüßt wird, sorgfältig anzusehen, und sollten nicht immer wieder mit den alten Kamellen kommen. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU – Detlef Parr [FDP]: Ein Blick ins Gesetz beweist das Gegenteil!)

Relationen