Rede von Dr. Peter Danckert (SPD) – Drucksache 16/2092
Teil von Protokoll der 88. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 9: Drucksache 16/2092 –.
Text
Rede von Dr. Peter Danckert (SPD) – Drucksache 16/2092
Herr Kollege, ich bin Ihnen sehr dankbar für diese
Zwischenfrage; denn sie gibt mir die Gelegenheit,
deutlich zu machen, dass die Regierungskoalition großen
Wert darauf legt, dass der Sport für Menschen mit
Behinderungen einen hohen Stellenwert hat. Wir sind sehr
darauf bedacht, dass gerade bei Menschen mit
Behinderungen der Sport im Mittelpunkt steht.
Dr. Peter DanckertSie fragen mich, warum der Behindertensport hier nur
einen geringen Stellenwert einnimmt. Ich muss Sie
darauf verweisen, dass das ein Bericht der Bundesregierung
ist und kein Bericht des Parlamentes oder der
Regierungskoalition.
Die Wertschätzung des Behindertensports wird zum
Beispiel dadurch deutlich, dass eine immer gleich große
Delegation des Sportausschusses zu den Olympischen
Spielen und den Paralympics fährt; denn wir wollen an
dieser Stelle verdeutlichen, dass wir keine Unterschiede
machen wollen.
Ich bin sehr mit Ihnen einig, wenn Sie fordern, dass
an dieser Stelle mehr Mittel zur Verfügung gestellt
werden; das ist wichtig. Der Breitensport – auch darüber
müssten wir natürlich diskutieren – liegt sozusagen
außerhalb der Kompetenz des Bundes. Vielleicht würden
sich die Dinge verändern – da sehen wir durchaus die
Unterstützung Ihrerseits –, wenn wir die Forderung, den
Sport in das Grundgesetz aufzunehmen, umsetzen
könnten. Dann würde das Bewusstsein dafür noch effektiver.
Natürlich würden dann die Menschen mit
Behinderungen von unseren gesetzlichen und haushaltsmäßigen
Aktivitäten profitieren. Also, an dieser Stelle gibt es keinen
Dissens.
(Beifall bei der SPD sowie des Abg. Dr. Ilja
Seifert [DIE LINKE])
Lassen Sie mich in der mir verbleibenden kurzen Zeit
Folgendes sagen: Das FES habe ich vorhin
angesprochen. Wenn wir davon ausgehen – das wird in dem
Bericht deutlich –, dass zehn der 29 in Turin gewonnenen
Medaillen unmittelbar mit diesem Institut
zusammenhängen, dann müssen wir auch bereit sein, dem FES
zusätzliche Mittel zur Verfügung zu stellen und nicht
immer gerade so viele Mittel, dass die Gehälter ohne eine
Lohnerhöhung gezahlt werden können. Das ist ein ganz
wichtiger Teil. Wir müssen uns entscheiden: Wollen wir
das Institut mit seinen herausragenden
wissenschaftlichen Erkenntnissen? Wenn ja, dann müssen wir mehr
Geld zur Verfügung stellen.
Zum Thema Doping und NADA. Bei der NADA ist
es so ähnlich. Wenn wir den Kampf gegen Doping
wirklich führen wollen, dann müssen wir bereit sein, als
Gesellschaft und nicht nur als Parlament – denn hier tun wir
eine ganze Menge – finanzielle Mittel für die NADA zur
Verfügung zu stellen. Ich erinnere an dieser Stelle noch
einmal an den Vorschlag von mir, eine Dopingabgabe
einzuführen, mit der wir von allen Sponsoringmitteln,
die in den Bereich des Sportes fließen, 1 Prozent für die
NADA bereitstellen, damit der Kampf gegen Doping
erfolgreich bestanden wird.
Herr Kollege Parr, weil Sie nun wieder einmal dieses
Thema zur Sprache bringen:
(Detlef Parr [FDP]: Die Wahrheit habe ich
angesprochen!)
Wir haben in sorgfältigen Verhandlungen – das ging über
Wochen und Monate – einen sehr vernünftigen
Kompromiss zum Thema bessere Bekämpfung von Doping imSport erzielt. Dieser Vorschlag – das ist Ihnen vielleicht
entgangen und hat Ihnen vielleicht auch nicht so gepasst –
ist vom Deutschen Olympischen Sportbund und von der
gesamten Öffentlichkeit positiv aufgenommen worden.
(Detlef Parr [FDP]: Weil man den einzelnen
Sport dort nicht verfolgt!)
Die einzigen, die an dieser Stelle meckern und immer
wieder mit Zwischenrufen auffallen, ohne dass sie selber
etwas Gescheites vorlegen,
sind leider diejenigen von der FDP. Wenn Sie einen
konkreten Vorschlag machen würden, dann könnte man in
Zukunft auch einmal darüber diskutieren.
Unser Vorschlag, der jetzt in die parlamentarische
Debatte kommt, ist von allen beteiligten Kräften – bis auf
die FDP – begrüßt wordenund das finden wir gut. Wir
fühlen uns in Übereinstimmung mit dem Deutschen
Olympischen Sportbund, mit seinem Präsidenten Bach
und Herrn Vesper. Wir sind auf dem richtigen Wege.
Deshalb ist das ein richtiger Ansatz, den wir in den
nächsten Wochen hier diskutieren werden. Wir haben
dazu ja noch Gelegenheit.
(Detlef Parr [FDP]: Die Praxis wird das
Gegenteil beweisen!)
Aber Sie, Herr Kollege Parr, sollten sich – weil Sie sich
von uns immer so schlecht behandelt fühlen – doch
einmal die Mühe machen, das, was wir hier auf den Tisch
gelegt haben und was von der gesamten
Sportöffentlichkeit begrüßt wird, sorgfältig anzusehen, und sollten nicht
immer wieder mit den alten Kamellen kommen.
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten
der CDU/CSU – Detlef Parr [FDP]: Ein Blick
ins Gesetz beweist das Gegenteil!)