Gesetz zur Beschleunigung der Verfügbarkeit von Wasserstoff und zur Änderung weiterer rechtlicher Rahmenbedingungen für den Wasserstoffhochlauf und weiterer energierechtlicher Vorschriften
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Gesetz zur Beschleunigung der Verfügbarkeit von Wasserstoff und zur Änderung weiterer rechtlicher Rahmenbedingungen für den Wasserstoffhochlauf und weiterer energierechtlicher Vorschriften
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ISSN 0720-2946
Bundesrat Drucksache 128/1/26
13.03.26
E m p f e h l u n g e n
der Ausschüsse
Wi - U
zu Punkt ... der 1063. Sitzung des Bundesrates am 27. März 2026
Gesetz zur Beschleunigung der Verfügbarkeit von Wasserstoff
und zur Änderung weiterer rechtlicher Rahmenbedingungen für
den Wasserstoffhochlauf und weiterer energierechtlicher
Vorschriften
A
1. Der federführende Wirtschaftsausschuss und
der Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
empfehlen dem Bundesrat, zu dem Gesetz einen Antrag gemäß Artikel 77
Absatz 2 des Grundgesetzes n i c h t zu stellen.
B
2. Der Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit
empfiehlt dem Bundesrat ferner, die folgende E n t s c h l i e ß u n g zu
fassen:
...
a) Der Bundesrat sieht die Ausweitung des Anwendungsbereichs auf Anlagen
zur Erzeugung von Wasserstoff mittels Carbon Capture and Storage (CCS)
kritisch. Während sogenannter blauer Wasserstoff bei Importen eine Rolle
spielen wird, sollte aus Sicht des Bundesrates bei der heimischen
Produktion ein klarer Fokus auf die Herstellung grünen Wasserstoffs gelegt werden.
b) Der Bundesrat betrachtet das vorliegende Gesetz als eine notwendige, aber
nicht hinreichende Voraussetzung für den Aufbau einer
Wasserstoffwirtschaft in Deutschland. Ein beschleunigter Hochlauf ist ein zentraler
Baustein für die Erreichung des Ziels der Klimaneutralität 2045 in Deutschland
sowie der Landesklimaschutzziele, die in einigen Ländern auf 2040 zielen.
Der Bundesrat bittet die Bundesregierung daher, zügig weitere
Rahmenbedingungen zu schaffen und Hemmnisse zu beseitigen, um den Hochlauf
zu beschleunigen und auch international technologisch nicht den Anschluss
zu verlieren.
c) Die Bundesregierung hat in ihrem 10-Punkte-Plan, basierend auf dem
Monitoringbericht zur Energiewende, einen „pragmatischeren und
realistischeren“ Weg zur Klimaneutralität bis 2045 angekündigt. Die Länder teilen
dabei die Einschätzung, dass die Wasserstoffnutzung in allen Szenarien als
wesentlich zur Erreichung der Klimaziele eingestuft wird. Um
Unsicherheiten abzubauen und Investitionen zu fördern, ist aus Sicht des
Bundesrates ein klares Zielbild der Bundesregierung zum grünen
Wasserstoff notwendig. Kohlenstoffarm produzierter Wasserstoff kann dabei eine
Übergangslösung sein, bis grüner Wasserstoff in ausreichenden Mengen
vorhanden ist. Der Hochlauf von grünem Wasserstoff darf durch die
Preiskonkurrenz von blauem Wasserstoff nicht beeinträchtigt werden. Vielmehr
sind Projekte, die grünen Wasserstoff nutzen, und Projekte mit hohem CO2-
Minderungsbeitrag zu priorisieren. Der Bundesrat weist darauf hin, dass
Investitionen in CCS zu CO2-Abscheidung, -Transport und -Speicherung in
Konkurrenz zu den dringend erforderlichen Investitionen für Wasserstoff
(H2-Kernnetz, H2-Speicher) stehen und somit den H2-Hochlauf gefährden
könnten.
d) Der Bundesrat fordert die Bundesregierung auf, den Aufbau der
Wasserstoffwirtschaft weiter voranzutreiben. Er sieht in einem weiterhin
beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren Energien eine wichtige Grundlage für das
Gelingen des Wasserstoffhochlaufs einschließlich des Zubaus von
10 Gigawatt Elektrolysekapazität bis 2030. Er bittet die Bundesregierung,
...
Elektrolyseure bei der Diskussion um die Priorisierung und Beschleunigung
von Netzanschlüssen zu berücksichtigen und sich bei der Kommission dafür
einzusetzen, die aktuelle Definition der Grünstromkriterien (RED II
Delegated Act) kurzfristig im Sinne des Wasserstoffhochlaufs anzupassen.
Dies sollte eine Verlängerung der Übergangszeiträume im Hinblick auf die
Kriterien Zusätzlichkeit und zeitliche Korrelation beinhalten. Ziel muss es
sein, den Preisnachteil für grünen Wasserstoff in der Phase des
Markthochlaufs substanziell zu reduzieren.
e) In der vergangenen Legislatur wurden mit der Netzentwicklungsplanung für
das H2-Kernnetz und der Festlegung des Rahmens für eine gemeinsame
Netzentwicklungsplanung Gas und Wasserstoff die Rahmenbedingungen
für die Infrastruktur geschaffen. Der Bundesrat bittet die Bundesregierung,
durch die Unterstützung des H2-Hochlaufs dafür zu sorgen, dass eine
vollständige Umsetzung der genehmigten Planungen durch die
Fernleitungsnetzbetreiber im vorgesehenen Zeitrahmen, zum Beispiel durch die
Verbesserung der finanziellen Rahmenbedingungen, gesichert ist. Er bittet weiter
darum, jetzt in Ergänzung die nötigen Weichenstellungen für die
Verteilnetzinfrastrukturen abseits des Kernnetzes sowie für die Entwicklung von
H2-Speichern vorzunehmen und geeignete Förderinstrumente für
Wasserstoffspeicher zu entwickeln. Der Bundesrat fordert die Bundesregierung
auf, im Rahmen der Kraftwerksstrategie schnellstmöglich die für den Erhalt
der Strom-Versorgungssicherheit notwendigen Ausschreibungen von
Wasserstoff-ready-Gaskraftwerken vorzunehmen und durch ein zeitnah
einzuführendes Kapazitätsinstrument langfristige Planbarkeit und
Investitionssicherheit zu schaffen.
f) Der Bundesrat sieht die Notwendigkeit von gemeinsamen Ausschreibungen
von Wasserstofferzeugung auf der einen Seite und Wasserstoffabnahme auf
der anderen Seite nach dem Vorbild der europäischen
Wasserstoffausschreibungen. Dies würde Planungssicherheit sowohl für die
Wasserstofferzeugung als auch für die Wasserstoffabnahme schaffen. Die
Bundesregierung wird gebeten, entsprechende Ausschreibungen zu prüfen.
Weiterhin bittet der Bundesrat die Bundesregierung, zu prüfen, welche Rolle
stromgeführte Wasserstoff-KWK-Anlagen (mit Anschluss an ein
Mitteldrucknetz) für die Versorgungssicherheit spielen können.
g) Intensive internationale Kooperationen für den Wasserstoffhochlauf sind
erforderlich, um die nationalen und internationalen Klimaziele zu erreichen
und die Versorgung der heimischen Wirtschaft mit Wasserstoff und seinen
Derivaten zu sichern. Der Bundesrat fordert die Bundesregierung auf,
ökologische und wirtschaftliche Partnerschaften konsequent und noch schneller
auszubauen und entsprechende Handelsbeziehungen zu festigen, um
internationale Lieferketten, Märkte und Technologien zu stärken.
h) Der Bundesrat bittet die Bundesregierung, zu prüfen, inwieweit neben
weiterentwickelten, vorwiegend auf Wasserstoff konzentrierten
Klimaschutzverträgen oder vergleichbaren Instrumenten die Einführung einer
Grüngasquote oder die Etablierung grüner Leitmärkte oder auch geänderte
Regeln der öffentlichen Vergabe transformationsdienlich den
Wasserstoffhochlauf beschleunigen können.
i) Der Bundesrat sieht in der Nutzung von Offshore-Windenergie für die
Wasserstoffproduktion große Potenziale für das Gelingen der
Energiewende. Eine wesentliche Voraussetzung ist dabei, dass dies keine negativen
Auswirkungen auf die Stromversorgung an Land hat. Der Bundesrat bittet
die Bundesregierung, zu prüfen, inwieweit die Offshore-Elektrolyse
entwickelt werden kann, ohne doppelte Netzinfrastrukturen zu verursachen,
und inwieweit volkswirtschaftlich effiziente Marktanreize für Offshore-
Wasserstoff geschaffen werden können. Die Forschungsergebnisse aus dem
Leitprojekt H2Mare sollten dabei Berücksichtigung finden.
j) Die Wasserstoffproduktion ist in allen Teilen Deutschlands zu ermöglichen,
soweit die Übertragungsnetzkapazitäten dies zulassen und zusätzlicher
Redispatch-Bedarf weitgehend vermieden wird. Dies ist wichtig, um die
lokale Wasserstoffinfrastruktur ergänzend zur
Wasserstofftransportinfrastruktur generisch zu errichten. Damit können rechtzeitig regionale,
klimaneutrale Energiehubs und regionale Wertschöpfungsketten aufgebaut und
Wasserstofftechnologien industrienah demonstriert werden. Der Bundesrat
fordert die Bundesregierung auf, das Thema Öffentlichkeitsarbeit stärker in
den Fokus zu rücken.
Relationen
- part_of_vorgang → Gesetz zur Beschleunigung der Verfügbarkeit von Wasserstoff und zur Änderung weiterer rechtlicher Rahmenbedingungen für den Wasserstoffhochl (Empfehlungen der Ausschüsse)