Entschließung des Bundesrates zur Stärkung und Absicherung des Bundesprogrammes "Demokratie leben!"
Text
Entschließung des Bundesrates zur Stärkung und Absicherung des Bundesprogrammes "Demokratie leben!"
[Bundesrat Drucksache 669/1/25
16.12.25
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ISSN 0720-2946
Antrag
des Landes Mecklenburg-Vorpommern
Entschließung des Bundesrates zur Stärkung und Absicherung
des Bundesprogrammes "Demokratie leben!"
- Antrag der Länder Mecklenburg-Vorpommern und Bremen, Hamburg -
Punkt 39 der 1060. Sitzung des Bundesrates am 19. Dezember 2025
Der Bundesrat möge die Entschließung wie folgt fassen:
Das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ ist ein essentieller Rahmen für die
Arbeit der Demokratiestärkung und Extremismusprävention in den Ländern. Eine
verlässliche finanzielle Perspektive bis zum Ende der Programmlaufzeit 2032 sowie
eine kontinuierliche Umsetzung des Programmes in enger Abstimmung mit den
Ländern ist Voraussetzung dafür, die etablierten Beratungsprojekte zur
Demokratiestärkung und Extremismusprävention in den Ländern abzusichern.
Der Bundesrat bittet die Bundesregierung,
1. eine künftige finanzielle Absicherung des Bundesprogrammes „Demokratie
leben!“ auch nach 2026 bis zum Ende der Laufzeit 2032 mindestens in der
bisherigen Höhe unter dem Vorbehalt einer vorherigen Programmevaluierung zu
gewährleisten, um die wichtige Arbeit insbesondere der etablierten
Beratungsprojekte zur Demokratiestärkung, Vielfaltsgestaltung und
Extremismusprävention, in den Ländern abzusichern.
2. die Länder mit verlässlichen und verbindlichen Informationen zur aktuellen
operationellen Ausgestaltung sowie zur künftigen Ausrichtung des Programmes
zu versorgen und die Länder in entsprechende Diskussionen um inhaltliche
Anpassungen von Anfang an einzubeziehen und dabei bestehende Expertise,
Beratungs- und Angebotsstrukturen in den Ländern zu berücksichtigen.
3. zu berücksichtigen, dass die Demokratie im Land durch politisch und
religiös motivierten Extremismus bedroht wird. Eine besondere
Herausforderung ist der Antisemitismus in all seinen Formen. Der Fokus der
Programmförderung sollte auch in Zukunft auf der Basis wissenschaftlicher Studien und der
Erhebung der politisch motivierten Kriminalität durch das Bundeskriminalamt
ermittelt werden.
Begründung:
Gegenwärtig stellen sich mehrere Herausforderungen hinsichtlich der
zukünftigen Absicherung des Bundesprogrammes „Demokratie leben!“. Es ist zum
einen nicht gewährleistet, dass die finanzielle Absicherung des
Bundesprogrammes über 2026 in der bisherigen Höhe erfolgen kann, da Kürzungen in
künftigen Bundeshaushalten zu erwarten sind. Des Weiteren erfolgen derzeit
seitens des Bundes Planungen zur inhaltlichen Weiterentwicklung des
Programmes. Eine Schwerpunktverschiebung ist nicht auszuschließen und wird
mit Sorge in den Ländern beobachtet. Es ist zu berücksichtigen, dass aktuell
nach den einschlägigen wissenschaftlichen Studien und auch der durch das
Bundeskriminalamt regelmäßig veröffentlichten Zahlen zur politisch
motivierten Kriminalität die größte Herausforderung für die Demokratie im Land der
Rechtsextremismus in all seinen Ausprägungen ist und daher der Fokus der
Programmförderung auch künftig auf der Bekämpfung des Rechtsextremismus
liegen sollte.
Eine Kommunikation des Bundes mit den Ländern zu der geplanten
inhaltlichen Neuausrichtung des Bundesprogrammes und möglicher Auswirkungen
auf die bestehende Beratungsstruktur in den Ländern ist bislang jedoch nicht
erfolgt. Die Länder teilen die Haltung der Bundesregierung, dass das
Förderprogramm „Demokratie leben!“ regelmäßig hinsichtlich der Strukturen, Ziele
und Verfahren überprüft und bei Bedarf angepasst werden sollte. Damit
einhergehende Evaluationen der Programmumsetzung auf Länderebene werden
jetzt schon insbesondere durch die Landesdemokratiezentren konstruktiv
begleitet. Die Länder, und hier insbesondere die Landesdemokratiezentren, sind
unerlässliche Partner des Bundes in der Umsetzung des Bundesprogrammes
„Demokratie leben!“ und müssen daher in einem angemessenen Zeitrahmen
und Format von Beginn an eingebunden werden.]
Relationen
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