Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat Strategie für ein Quanten-Europa: Ein Quanten-Europa in einer Welt im Wandel
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Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat Strategie für ein Quanten-Europa: Ein Quanten-Europa in einer Welt im Wandel
[Bundesrat Drucksache 453/1/25
06.10.25
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ISSN 0720-2946
E m p f e h l u n g e n
der Ausschüsse
EU - K - Wi
zu Punkt … der 1058. Sitzung des Bundesrates am 17. Oktober 2025
Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament und
den Rat Strategie für ein Quanten-Europa: Ein Quanten-Europa in
einer Welt im Wandel
COM(2025) 363 final
A
Der federführende Ausschuss für Fragen der Europäischen Union und
der Ausschuss für Kulturfragen
empfehlen dem Bundesrat, zu der Vorlage gemäß §§ 3 und 5 EUZBLG wie folgt
Stellung zu nehmen:
1. Der Bundesrat begrüßt die Strategie für ein Quanten-Europa der Kommission.
Er unterstützt das Ziel, die Forschung zu Quantentechnologien ebenso wie
deren Transfer breit zu fördern. Quantentechnologien gehören zu den
Schlüsseltechnologien für die Sicherung von Wohlstand und Sicherheit. Es ist deshalb
essenziell, sich dem Wettbewerb der führenden Industrieregionen zu stellen, die
technologische Souveränität Europas in diesem noch jungen Forschungs- und
Wirtschaftszweig zu wahren und die Position Europas als starken Standort in
der Entwicklung von Quantentechnologien weiter auszubauen.
2. Für die erfolgreiche Umsetzung der EU-Quanten-Strategie ist es aus Sicht des
Bundesrates unabdingbar, das Potenzial der Mitgliedstaaten zu nutzen und
vorhandene Stärken auszubauen. Deutschland ist Vorreiter im Bereich der
Quantentechnologien; unsere starken Forschungsstandorte treiben die
Grundlagenforschung und Technologieentwicklung erfolgreich voran. Die Länder un-
...
terstützen den Austausch von Wissenschaft und Wirtschaft bereits vielfach in
starken Initiativen, die regionale Ökosysteme der Quantenforschung
und -anwendung ausbauen. Der Bundesrat regt an, diese starke Basis als
Nukleus für ein bundesweites Quantentechnologie-Netzwerk im Sinne eines
nationalen Quantum Competence Clusters zu nutzen. Die Unterstützung der
Kommission für entsprechende Initiativen der Mitgliedstaaten wird ausdrücklich
begrüßt. Der Bundesrat regt an, die Kompetenzcluster auf europäischer Ebene
verstärkt zu vernetzen, um die europäische Zusammenarbeit und den Austausch
von Wissen und Technologien im Bereich der Quantentechnologien zu stärken.
3. Der Bundesrat setzt sich für eine ambitionierte und verlässliche europäische
Förderung der Quantentechnologien ein. Hierfür ist der Aufbau von
Forschungsinfrastrukturen, ebenso wie von Entwicklungsinfrastrukturen bis hin zu
fachbezogenen Technologieaustauschplattformen, essenziell.
4. Der Bundesrat ist überzeugt, dass im derzeitigen Entwicklungsstadium ein
grundsätzlich technologieoffener Ansatz der erfolgversprechendste Weg ist, um
Europas technologische Souveränität zu sichern.
5. Der Bundesrat betrachtet die Verknüpfung von Quantencomputern mit
klassischen Höchstleistungsrechnern als einen wichtigen Baustein, um die Vorteile
der beiden Systeme gewinnbringend zu verschränken. Die Entscheidung der
Kommission, das EuroHPC Joint Undertaking (Gemeinsames Unternehmen für
europäisches Hochleistungsrechnen) im Bereich Quantentechnologien zu
stärken, wertet der Bundesrat daher als wichtigen Schritt.
6. In Anbetracht der geopolitischen Entwicklung der vergangenen Jahre hebt der
Bundesrat die Bedeutung der Quantentechnologien für zukünftigen
europäischen Kommunikationsinfrastrukturen hervor. Den Herausforderungen, die sich
durch die Weiterentwicklung von Quantentechnologien für unsere bislang
sicher geglaubten Kommunikationsformate ergeben, muss entschieden begegnet
werden. Mithilfe von Post-Quanten-Kryptographie und der Erforschung neuer
Verschlüsselungsmethoden auf europäischer Ebene kann ein erheblicher
Beitrag zur Sicherheit unserer Gesellschaft geleistet werden.
7. Aus Sicht des Bundesrates ist es notwendig, die Erforschung und Entwicklung
der Quantentechnologien auch mit den industriellen Anwendungsfällen zu den-
...
ken, wie etwa dem weit in Richtung der praktischen Anwendung entwickelten
Bereich der Quantensensorik. Unter Wahrung der Wissenschaftsfreiheit kann
durch die enge Interaktion von Wissenschaft und Wirtschaft sichergestellt
werden, dass Herausforderungen der potenziellen Anwendung früh in die
Entwicklung einfließen können, um das enorme Wertschöpfungspotenzial möglichst
frühzeitig zu entfalten.
8. Der Bundesrat betont in diesem Zusammenhang auch die Notwendigkeit,
Forschung zu den gesellschaftlichen Auswirkungen von Quantentechnologien zu
fördern. Dabei sind ethische, rechtliche, ökologische und andere
gesellschaftliche Implikationen systematisch zu berücksichtigen. Eine verantwortungsvolle
Ausgestaltung trägt zur gesellschaftlichen Akzeptanz bei und ermöglicht es,
Risiken frühzeitig zu erkennen. Der Bundesrat regt an, hierzu interdisziplinäre
Förderlinien einzurichten, etwa zu Fragen des Datenschutzes, der
Wissenssicherheit, der demokratischen Resilienz, des Arbeitsmarkts und anderer
gesellschaftlich betroffenen Bereiche.
9. Der Zeithorizont bis zum Business Case wird im Falle der Quantentechnologien
zum Teil noch als Hemmnis für private Investitionen betrachtet. Deshalb
braucht es Anreize aus öffentlicher Hand. Die Strategie der Kommission
hinsichtlich eines verstärkten europäischen Engagements in der Beschaffung von
Quanteninfrastrukturen ist daher zu begrüßen. Gleiches gilt für die europäische
Unterstützung von Start-Ups und Scale-Ups im Bereich Quantentechnologien.
10. Um die Quantentechnologien weiter voranzutreiben braucht es Fachkräfte. Der
Bundesrat misst daher der Stärkung der universitären Lehre im Bereich Quanten
große Bedeutung bei. Auch die Gewinnung von international herausragenden
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ist eine wichtige Aufgabe, um den
Forschungsstandort Europa weiter zu stärken. Darüber hinaus erachtet es der
Bundesrat als wesentlich, die Ausbildung neuer Fachkräfte im Bereich
Quantentechnologien breit zu denken. Der Bundesrat begrüßt daher die vielfältigen
Maßnahmen, die die Kommission ergreifen wird, um die Aus- und
Weiterbildung in den Quantentechnologien zu stärken.
11. Der Bundesrat übermittelt diese Stellungnahme direkt an die Kommission.
B
12. Der Wirtschaftsausschuss
empfiehlt dem Bundesrat, von der Vorlage gemäß §§ 3 und 5 EUZBLG
Kenntnis zu nehmen.]
Relationen
- part_of_vorgang → Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat Strategie für ein Quanten-Europa: Ein Quanten-Europa in einer Welt im Wan (Empfehlungen der Ausschüsse)