Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat Strategie für ein Quanten-Europa: Ein Quanten-Europa in einer Welt im Wandel
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Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat Strategie für ein Quanten-Europa: Ein Quanten-Europa in einer Welt im Wandel
[Bundesrat zu Drucksache 453/25 (Beschluss)
08.01.26
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ISSN 0720-2946
Unterrichtung
durch die Europäische Kommission
Stellungnahme der Europäischen Kommission zu dem Beschluss
des Bundesrates zur Mitteilung der Kommission an das
Europäische Parlament und den Rat Strategie für ein Quanten-
Europa: Ein Quanten-Europa in einer Welt im Wandel
C(2026) 48 final
Herrn Andreas Bovenschulte
Präsident des Bundesrates
Leipziger Straße 3-4
10117 BERLIN
DEUTSCHLAND
EUROPÄISCHE KOMMISSION
Brüssel, 6.1.2026
C(2026) 48 final
Sehr geehrter Herr Bundesratspräsident,
die Kommission dankt dem Bundesrat für seine Stellungnahme zur Mitteilung der
Kommission „Strategie für ein Quanten-Europa: Ein Quanten-Europa in einer Welt im
Wandel“ (COM(2025) 363 final).
Die Kommission teilt die Auffassung, dass Quantentechnologien für den Wohlstand und
die Sicherheit Europas von strategischer Bedeutung sind. Die Strategie zielt darauf ab,
wissenschaftliche Exzellenz und industrielle Kapazitäten zu stärken, eine offene
strategische Autonomie zu gewährleisten, Europa in den globalen Wertschöpfungsketten
wettbewerbsfähig aufzustellen und zugleich die internationale Zusammenarbeit mit gleich
gesinnten Partnern zu fördern.
Die Kommission ist ebenfalls der Auffassung, dass für eine erfolgreiche Umsetzung der
EU-Quantenstrategie das Potenzial der nationalen Ökosysteme und vorhandene Stärken
genutzt werden müssen. Die Strategie sieht eine enge Koordinierung mit den
Mitgliedstaaten vor, indem unter anderem die Vernetzung und der Zusammenschluss von
Kompetenzzentren und -clustern auf europäischer Ebene unterstützt werden. Angesichts
des Umfangs, der Kosten und der gebotenen Eile bei den Quantentechnologien kann kein
Mitgliedstaat allein erfolgreich sein; die Instrumente auf EU-Ebene tragen dazu bei,
Ressourcen zu bündeln, Planungen aufeinander abzustimmen und Scale-ups zu
unterstützen, und entfalten zusätzlich zu den nationalen Initiativen Wirkung.
Die Kommission schließt sich der Ansicht des Bundesrates an, dass zum gegenwärtigen
Zeitpunkt ein technologieoffener Ansatz sinnvoll ist. Das Portfolio umfasst führende
Plattformen (z. B. Supraleiter-, Ionenfallen-, Photonen- und Neutralatom-Technologien),
ist auf Anwendungsfälle, Leistung und Reife ausgerichtet und verhindert mit offenen
Schnittstellen, Standards und Portabilität Lock-in-Effekte.
In Bezug auf den hybriden Ansatz der Verknüpfung von Quanten- und klassischen
Technologien und das Gemeinsame Unternehmen für europäisches Hochleistungsrechnen
(GU EuroHPC) teilt die Kommission die Auffassung, dass es wichtig ist,
Quantenprozessoren in klassische Höchstleistungsrechner zu integrieren. Mit der
zu Drucksache 453/25 (Beschluss)
Entscheidung, das Gemeinsame Unternehmen EuroHPC im Quantenbereich zu stärken,
werden die Entstehung von Quantenknoten, die mit europäischen
Höchstleistungsrechenzentren verbunden sind, die Entwicklung gemeinsamer Middleware
und Programmierumgebungen und der faire Zugang der europäischen Anwender
ermöglicht.
Was die Kommunikationssicherheit angeht, teilt die Kommission die Einschätzung des
Bundesrates hinsichtlich der Auswirkungen auf die Sicherheit. Mit der Strategie wird ein
zweigleisiger Ansatz verfolgt, bestehend aus i) der Einführung quantenverschlüsselter
Kommunikation, einschließlich Pilotprojekten der Europäischen
Quantenkommunikationsinfrastruktur (EuroQCI) und gegebenenfalls eines
Quantenschlüsselaustauschs (und später eines künftigen Quanteninternets), und ii) einem
koordinierten Übergang zur Post-Quanten-Kryptografie, der mit der europäischen und
internationalen Normung abgestimmt und von Migrationsleitfäden für öffentliche
Verwaltungen und kritische Sektoren begleitet wird.
Die Kommission teilt auch die Auffassung, dass Forschung und industrielle Anwendung
gemeinsam vorangebracht werden sollten. Die Strategie umfasst die Unterstützung der
Quantensensorik und der Quantenmetrologie (kurz vor der Markteinführung) im
Gesundheitswesen, in der Umweltüberwachung, in Verkehr und Weltraum und anderen
Bereichen, die Förderung von Pilotprojekten sowie die Zertifizierung und Integration in
die Wertschöpfungsketten.
In Bezug auf die gesellschaftlichen Auswirkungen und verantwortungsvolle
Innovationstätigkeit ist sich die Kommission bewusst, wie wichtig es ist, die ethischen,
rechtlichen, ökologischen und umfassenderen gesellschaftlichen Implikationen zu
bewerten. Die Strategie (und später der Vorschlag für einen Rechtsakt) umfasst den Aspekt
der verantwortungsvollen Forschung und Innovation, einschließlich einer
Folgenabschätzung, des Grundsatzes der konzeptionsintegrierten Sicherheit („Security by
design“), der Normung und der Einbeziehung der Interessenträger. Die einschlägigen
horizontalen Rahmen (Datenschutz, Cybersicherheit, Nachhaltigkeit) finden Anwendung.
Schließlich stimmt die Kommission dem Bundesrat zu, dass Europa Fachkräfte braucht,
um erfolgreich zu sein, wie die Digitalakademien für Quantenkompetenz gezeigt haben.
Die Strategie unterstützt in Synergie mit den EU-Programmen und nationalen Initiativen
Lehrpläne und Ausbildungsmaßnahmen im Bereich Quantentechnologie auf allen
Bildungsebenen, Mobilitäts- und Doktorandennetzwerke, Umschulungs- und
Weiterbildungsmaßnahmen in der Industrie sowie Maßnahmen zur Gewinnung und
Bindung von international herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern.
Die EU muss einer der attraktivsten Forschungsstandorte der Welt sein. Am 5. Mai 2025
kündigte Präsidentin von der Leyen an der Universität Sorbonne in Paris ein Paket von
500 Mio. EUR für den Zeitraum 2025-2027 an. In dem Rahmen werden auch neue
langfristige „Superfinanzhilfen“ des Europäischen Forschungsrats zur Förderung
bahnbrechender Forschungsvorhaben vergeben. Darüber hinaus startete am 1. Oktober
2025 die Marie-Skłodowska-Curie-Pilotinitiative „Choose Europe for Science“, mit der
die Chancen von Nachwuchsforschenden verbessert werden sollen.
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Die Strategie für ein Quanten-Europa stellt einen soliden gemeinsamen Ausgangspunkt
für eine engere Zusammenarbeit in einem Bereich dar, in dem Europa gut aufgestellt ist,
es aber unbedingt koordinierter Maßnahmen auf EU-Ebene bedarf, um die kritische Masse
zu erreichen. Parallel zur Umsetzung der Strategie bereitet die Kommission einen
Rechtsakt zur Quantentechnologie vor, zu dem der Bundesrat mit seinen Standpunkten
sowohl bei der Vorbereitung als auch bei der Umsetzung der Strategie – in Partnerschaft
mit den Mitgliedstaaten, der Industrie und der Forschungsgemeinschaft – einen wichtigen
Beitrag leistet.
Die Kommission hofft, dass die vom Bundesrat angesprochenen Punkte mit diesen
Ausführungen geklärt werden können, und sieht der Fortsetzung des politischen Dialogs
erwartungsvoll entgegen.
Mit freundlichen Grüßen
Henna Virkkunen Maroš Šefčovič
Exekutiv-Vizepräsidentin Mitglied der Kommission
zu Drucksache 453/25 (Beschluss)- 3 -]
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