Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat Strategie für ein Quanten-Europa: Ein Quanten-Europa in einer Welt im Wandel
Text
Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat Strategie für ein Quanten-Europa: Ein Quanten-Europa in einer Welt im Wandel
[Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln
Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0720-2946
Bundesrat Drucksache 453/25
04.09.25
EU - K - Wi
Unterrichtung
durch die Europäische Kommission
Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat
Strategie für ein Quanten-Europa: Ein Quanten-Europa in einer Welt im Wandel
COM(2025) 363 final
Der Bundesrat wird über die Vorlage gemäß § 2 EUZBLG auch durch die Bundesregierung
unterrichtet.
Hinweis: Drucksache 59/22 = AE-Nr. 220145;
Drucksache 79/24 = AE-Nr. 240133;
Drucksache 65/25 = AE-Nr. 250115;
Drucksache 143/25 = AE-Nr. 250279;
Drucksache 232/25 = AE-Nr. 250463;
Drucksache 259/25 = AE-Nr. 250604;
AE-Nrn. 230602; 230966; 250373
DE DE
EUROPÄISCHE
KOMMISSION
Brüssel, den 2.7.2025
COM(2025) 363 final
MITTEILUNG DER KOMMISSION AN DAS EUROPÄISCHE PARLAMENT UND
DEN RAT
Strategie für ein Quanten-Europa: Ein Quanten-Europa in einer Welt im Wandel
1
Ein Quanten-Europa in einer Welt im Wandel
1.1 Einführung
Europa ist ein Quantenkontinent1. Von symbolischen Vorreitern wie Max Planck, Albert
Einstein, Niels Bohr und Erwin Schrödinger bis hin zu aktuellen Pionieren und
Nobelpreisträgern wie Theodor Hänsch, Albert Fert, Serge Haroche, Anton Zeilinger, Alain
Aspect und Anne L’Huillier – Europa war schon immer der Ort der Quantenwissenschaft.
Fortschritte in der Quantenwissenschaft zählen zu den Entwicklungen mit dem größten
Transformationspotenzial in der technologischen Geschichte. Im Draghi-Bericht2 wird die
Quantentechnik als die nächste bahnbrechende Innovation im Bereich der Datenverarbeitung
bezeichnet, die neue Chancen für die industrielle Wettbewerbsfähigkeit und die technologische
Souveränität der EU eröffnen könnte.
Heute stehen wir an einem Wendepunkt. Der weltweite Wettlauf um die Nutzung von
Quantentechnik intensiviert sich und geht vom Labor zur realen Anwendung über. Die
Durchbrüche in diesem Bereich beginnen, Schlüsselindustrien und gesellschaftliche
Infrastrukturen umzugestalten – von Magnetresonanztomographen im Gesundheitswesen und
wesentlichen Fortschritten im Energiebereich über Gravimetersensoren für Geophysik und
Navigation bis hin zu sicherer Kommunikation und Quanteninformatik, die komplexe
Probleme in den Bereichen Logistik und Finanzen löst.
Quantentechnik verfügt auch über ein Potenzial für einen doppelten Verwendungszweck3,
weshalb sie sowohl für Anwendungen im Verteidigungsbereich als auch für Anwendungen der
nationalen Sicherheit nützlich ist und so das strategische Interesse wichtiger öffentlicher und
privater Akteure weckt.
Vor diesem Hintergrund hat die EU Quantentechnologien in ihrer Strategie für wirtschaftliche
Sicherheit4 und im Rahmen des Weißbuchs zur europäischen Verteidigung – Bereitschaft 2030
(White Paper for European Defence – Readiness 2030)5 als kritische Technologie6 eingestuft.
Derzeit werden weltweit erste groß angelegte Industrialisierungsanstrengungen unternommen,
insbesondere in den USA, wo sie von massiven privaten Investitionen von High-Tech-
Unternehmen getragen werden, und in China, wo sie weitgehend durch öffentliche Mittel
unterstützt werden.
Europa hat bemerkenswerte Fortschritte bei der wissenschaftlichen Exzellenz im Bereich der
Quantentechnik erzielt: Es besitzt die weltweit größte Konzentration von Quantenfachkräften
und steht bei der Zahl der wissenschaftlichen Veröffentlichungen weltweit an erster Stelle. Die
EU verfügt auch über eines der größten Ökosysteme für Start-up-Unternehmen im
Quantenbereich7. Etwa ein Drittel aller Quantenunternehmen weltweit haben ihren Sitz in der
1 Quantentechnik nutzt die Grundsätze der Quantenmechanik, um Aufgaben zu erfüllen, die mit herkömmlicher
Technik entweder gar nicht oder nur äußerst ineffizient zu lösen sind. Zu den wichtigsten Bereichen der
Quantentechnik gehören Quanteninformatik und -simulation, Quantensensorik und Quantenkommunikation.
2 The Draghi report on EU competitiveness.
3 Für die Zwecke dieser Strategie bezeichnet Potenzial für einen doppelten Verwendungszweck die Fähigkeit
der Quantentechnik, sowohl für zivile als auch für Sicherheits-/Verteidigungszwecke eingesetzt zu werden. Der
Begriff wird hier in einem breiteren, zukunftsorientierteren Sinne verwendet als der Rechtsbegriff „Güter mit
doppeltem Verwendungszweck“ gemäß der Verordnung (EU) 2021/821 über Ausfuhrkontrollen.
4 JOIN(2023) 20 final; https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52023JC0020.
5 White Paper for European Defence – Readiness 2030 | EAD.
6 Empfehlung (EU) 2023/2113 der Kommission vom 3. Oktober 2023 zu Technologiebereichen, die für die
wirtschaftliche Sicherheit der EU von entscheidender Bedeutung sind, zwecks weiterer Risikobewertung mit den
Mitgliedstaaten.
7 McKinsey & Company, Quantum Technology Monitor – April 2024.
2
EU8, und fast die Hälfte der in Quantencomputern verwendeten Hardware- und
Softwarekomponenten wird von Anbietern aus der EU geliefert9.
Europa ist jedoch bei der Umsetzung seiner Innovationsfähigkeiten und seines künftigen
Potenzials in echte Marktchancen im Rückstand. Infolgedessen liegt es bei Patenten für
Quanteninformatik, -sensorik und -kommunikation weltweit nur noch an dritter Stelle10.
Darüber hinaus sind die Anstrengungen Europas in den Mitgliedstaaten sowie bei den
nationalen und regionalen Leistungsträgern nach wie vor fragmentiert. In den letzten fünf
Jahren haben die EU und die Mitgliedstaaten mehr als 11 Mrd. EUR in Quantentechnik
investiert. Während mehrere Mitgliedstaaten ihre eigenen nationalen Strategien und Fahrpläne
entwickelt haben, hat eine unzureichende Koordinierung zu Doppelarbeit, einer ineffizienten
Ressourcennutzung und einem zunehmenden Wettbewerb um Fachkräfte geführt. Dies birgt
die Gefahr, dass die Fähigkeit der EU, eine kritische Masse aufzubauen und zu skalieren,
untergraben, die Kommerzialisierungspipeline verlangsamt und letztlich die Entwicklung einer
weltweit wettbewerbsfähigen europäischen Industriekapazität und eines einheitlichen
europäischen Quantenmarkts behindert wird.
Darüber hinaus spielt Europa zwar eine führende Rolle im Frühstadium des
Quantenunternehmertums, doch fehlt es seinem neu entstehenden Ökosystem derzeit an
nachhaltiger finanzieller Unterstützung und ausreichenden Marktperspektiven. In
Europa sind unter den großen industriellen Akteuren auch zu wenige frühzeitige Anwender der
Quantentechnik, wodurch neu entstehende Start-up-Ökosysteme keine ausreichenden
Marktperspektiven haben.
Aufbauend auf dem Kompass für Wettbewerbsfähigkeit11, in dem die Quantentechnologie als
einer der wichtigsten Technologiebereiche aufgeführt ist, die für die Wirtschaft von morgen
von Bedeutung sein werden12, stellt diese Initiative in enger Abstimmung mit Interessenträgern
im Quantenbereich13 eine umfassende Strategie dar, um Europa im globalen Quantenwettlauf
eine führende Position zu sichern. Indem diese Strategie die Entwicklung dieser Technologie
mit Potenzial für einen doppelten Verwendungszweck in der EU unterstützt, wird sie auch dazu
beitragen, die Empfehlungen der Strategie für eine Union der Krisenvorsorge14 und des
Niinistö-Berichts15 sowie das Weißbuch zur europäischen Verteidigung – Bereitschaft 203016,
die europäische Strategie für die innere Sicherheit ProtectEU17 und die internationale
Digitalstrategie für die EU18 umzusetzen.
8 Lewis, A., Scudo, P., Cerutti, I., Travagnin, M., Marcantonini, C. et al., Future Directions for Quantum
Technology in Europe, Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, Luxemburg, 2025,
JRC141050. Voraussichtliche Veröffentlichung Mitte Juli.
9 Europäische Investitionsbank – A Quantum Leap in Finance (2022).
10 Siehe Fußnote 8.
11 Kompass für Wettbewerbsfähigkeit – Europäische Kommission.
12 In der Europäischen Strategie für wirtschaftliche Sicherheit und der Empfehlung der Kommission vom
3. Oktober 2023 werden Quantentechnologien zu den kritischen Technologiebereichen gezählt.
13 Wie aus den Antworten auf die Aufforderung zur Stellungnahme hervorgeht, die im Vorfeld der
Veröffentlichung der Strategie für ein Quanten-Europa eingeleitet wurde: Quantum Strategy of the EU. Die
Interessenträger vertraten die Auffassung, dass die Strategie für ein Quanten-Europa den Übergang vom Labor
zur Fabrik beschleunigen sollte, ohne die zentrale Rolle der Grundlagenforschung zu vernachlässigen, die
bestehenden europaweiten Quanteninfrastrukturen ausbauen und eine im Quantenbereich qualifizierte und
ausgebildete Arbeitskräftebasis entwickeln sollte. Sie unterstreichen auch, wie wichtig es ist, die
Fertigungskapazitäten der Union auszubauen und die finanziellen, regulatorischen und administrativen
Hindernisse zu beseitigen, die Start-up-Unternehmen von der Entwicklung zu ausgereiften, rentablen
Unternehmen im Binnenmarkt abhalten oder diesen Prozess verlangsamen.
14 Preparedness – Europäische Kommission.
15 Niinistö-Bericht, https://commission.europa.eu/document/download/5bb2881f-9e29-42f2-8b77-
8739b19d047c_en?filename=2024_Niinisto-report_Book_VF.pdf.
16 Siehe Fußnote 6.
17 Commission presents ProtectEU Internal Security Strategy – Europäische Kommission.
18 Joint Communication on an International Digital Strategy for the EU, 5. Juni 2025.
3
1.2 Quanten-Europa: Die Vision und der strategische Umsetzungsrahmen
Europa ist sehr gut aufgestellt, um einer der führenden Akteure bei der laufenden
Quantenrevolution zu sein. Das Ziel besteht darin, Europa zu einem Kraftzentrum der
Quantenindustrie und einem globalen Marktführer im Bereich der Quantentechnik zu machen
und dabei auf seiner langjährigen wissenschaftlichen Führungsrolle aufzubauen.
Dazu setzt die strategische Vision auf die vorhandenen Stärken der EU: Forschung von
Weltrang, wissenschaftliche Exzellenz, eine dynamische Start-up-Basis und eine starke
öffentliche Investitionsstruktur. Diese zentralen Säulen sind von entscheidender Bedeutung,
um die Fragmentierung zu bekämpfen, die Einführung in der Industrie zu fördern und die
strategische Autonomie in der Quantentechnik zu gewährleisten.
Der Strategie liegen fünf miteinander verbundene Bereiche zugrunde:
Bereich 1 – Forschung und Innovation: Konsolidierung der Exzellenz in ganz
Europa, um in der Quantenwissenschaft und der Überführung ihrer Ergebnisse in die
Industrie eine Führungsrolle zu übernehmen.
Bereich 2 – Quanteninfrastrukturen: Entwicklung nachhaltiger, skalierbarer,
koordinierter Infrastruktur-Hubs zur Unterstützung der Produktions-, Konzept- und
Anwendungsentwicklung.
Bereich 3 – Stärkung des EU-Quantenökosystems: Sicherung der Lieferketten und
Industrialisierung von Quantentechnik durch Investitionen in Start-up- und Scale-up-
Unternehmen.
Bereich 4 – Quantentechnik im Weltraum und Quantentechnik mit potenziellem
doppelten Verwendungszweck (Sicherheit und Verteidigung): Integration sicherer,
souveräner Quantenfähigkeiten in Europas Weltraum-, Sicherheits- und
Verteidigungsstrategien.
Bereich 5 – Quantenkompetenzen: Aufbau einer vielfältigen Fachkräftebasis von
Weltrang durch koordinierte, agile Systeme und Programme für allgemeine und
berufliche Bildung und Förderung der Fachkräftemobilität in der gesamten EU.
Die fünf strategischen Bereiche werden durch ein intelligentes Umsetzungskonzept unterstützt.
Wie nachstehend in Abschnitt 3.1 „Die wichtigsten Umsetzungskomponenten der Strategie für
ein Quanten-Europa“ beschrieben, wird das Konzept auf einer iterativen Lebenszyklus-
Technologieentwicklung aufbauen, bei der wissenschaftliche Quantenentdeckungen
kontinuierlich mit realen Anwendungen und dem Markt in Verbindung gebracht werden, was
kurz- und langfristige wirtschaftliche Auswirkungen haben wird. Dieses Umsetzungskonzept
wird dazu beitragen, führende industrielle und öffentliche Nutzer anzuziehen und den
Marktzugang und die Nachhaltigkeit des im Entstehen begriffenen EU-Quantenökosystems
sicherzustellen.
4
Abbildung 1: Fünf strategische Bereiche für ein Quanten-Europa
Ergänzend zum Umsetzungslebenszyklus wird die EU einen strategischen Governance-
Rahmen schaffen, um Fortschritte zu überwachen und zu fördern.
Die Strategie baut auf der Europäischen Erklärung zur Quantentechnik19 aus dem Jahr 2023
auf, die einen wichtigen politischen Schritt darstellte und die Mitgliedstaaten auf gemeinsame
Prioritäten und europäische Werte ausgerichtet hat. Sie baut auch auf den Ergebnissen der
Expertengruppen aus allen EU-Mitgliedstaaten20 auf, die unter der Leitung der
Koordinierungsgruppe für Quantentechnologie21 eingerichtet wurden.
2 Strategische Bereiche für ein Quanten-Europa
2.1 Bereich 1: Quantenforschung und -innovation in Europa
Die europäische Quantenforschungsgrundlage, die durch mehrere EU- und nationale
Programme unterstützt wird, hat eine solide wissenschaftliche Basis geschaffen. In den letzten
fünf Jahren hat die EU fast 2 Mrd. EUR in Quantentechnik investiert, ergänzt durch zusätzliche
öffentliche Mittel der Mitgliedstaaten in Höhe von mehr als 9 Mrd. EUR. Mit diesen Mitteln
wurden die Quantenforschung und -ausbildung, die Schaffung nationaler Quanten-Cluster und
hybrider Zentren mit Quantencomputern und klassischen Supercomputern, die
Quantentechnologiebranche und internationale Partnerschaften unterstützt.
Trotz erheblicher nationaler und EU-Mittel ist die europäische Quantenforschung über
Mitgliedstaaten und Instrumente hinweg nach wie vor fragmentiert, was zu Doppelarbeit,
Lücken in vorrangigen Bereichen und Wettbewerb um spärliche Fachkräfte führt. Ohne
Koordinierung und eine klare Fokussierung auf gemeinsame strategische Prioritäten wird
Europa seine Quantenziele verfehlen.
Die Kommission schlägt daher eine spezielle Initiative für Quantenforschung und -
innovation in Europa vor. Ziel ist es, die Anstrengungen der EU und der Mitgliedstaaten auf
eine gemeinsam vereinbarte Forschungs-, Technologie- und Innovationsagenda auszurichten.
Sie wird die Maßnahmen zu gemeinsamen Themen bündeln und gemeinsame Ziele festlegen,
um Kohärenz zu gewährleisten, Überschneidungen zu vermeiden und eine kritische Masse
aufzubauen.
Diese Initiative gliedert sich in die folgenden zentralen Phasen:
19 https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/library/european-declaration-quantum-technologies.
20 https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/library/shaping-european-strategy-quantum-technology-main-
orientations-and-recommendations.
21 https://ec.europa.eu/transparency/expert-groups-register/screen/expert-
groups/consult?lang=de&groupID=3931.
5
Entdeckung: Unterstützung von Grundlagenforschung, technologischer Entwicklung
und Innovation in den Bereichen Quanteninformatik, -kommunikation und -sensorik.
Vom Labor in die Fabrik: Weitere Investitionen in den Aufbau modernster
Infrastrukturen für Quanteninformatik, -kommunikation und -sensorik,
Quantenhardware und einschlägige grundlegende Technologien sowie in modernste
Pilotanlagen und Entwurfswerkzeuge zur Unterstützung der Industrialisierung und der
Ökosystementwicklung.
An- und Verwendung: Unterstützung der Entwicklung von Anwendungen in
wichtigen öffentlichen und industriellen Sektoren, um sicherzustellen, dass
wissenschaftliche Fortschritte in allen Quantenbereichen in reale Anwendungen
umgesetzt werden und Auswirkungen auf die reale Welt haben.
Darüber hinaus wird die Initiative auch Investitionen in die Anwerbung von Fachkräften und
die Entwicklung von Kompetenzen umfassen, um in Zukunft eine gut ausgebildete
Arbeitskräftebasis in der Quantenindustrie zu gewährleisten.
Die Initiative für Quantenforschung und -innovation in Europa wird durch einen Governance-
Rahmen auf EU-Ebene umgesetzt, der im anstehenden Vorschlag für einen Quantenrechtsakt
festgelegt wird. In der Zwischenzeit wird das Mandat des Gemeinsamen Unternehmens (GU)
EuroHPC22 durch eine Änderung seiner Gründungsverordnung verlängert, um eine nahtlose
Koordinierung mit den Programmen Horizont Europa und Digitales Europa, dem Weltraum-
und dem Verteidigungsprogramm sowie anderen Finanzierungsinstrumenten sicherzustellen.
Änderung der Verordnung über das GU EuroHPC, um seinen Zuständigkeitsbereich auf
alle Quantentechnologien auszuweiten und in einem ersten Schritt die vorhandenen FuI-
Aktivitäten im Quantenbereich aus der zweiten Säule von Horizont Europa auf das GU
zu übertragen [3. Quartal 2025]
Vorlage des Vorschlags für einen Quantenrechtsakt [2026]
2.2 Bereich 2: Quanteninfrastrukturen in Europa
Die EU investiert heute in wichtige Quanteninfrastrukturinitiativen wie
Quanteninformatiksysteme im Rahmen des GU EuroHPC, die sichere
Quantenkommunikationsinfrastruktur von EuroQCI23 im Rahmen des Programms der Union
für sichere Konnektivität IRIS²24 sowie in fortgeschrittene Sensorikplattformen. Die EU
investiert auch in mehrere Pilotanlagen im Rahmen des GU Chips25 zur Vorbereitung der
Industrialisierung der Quantentechnik in Europa.
Diese öffentlich finanzierten Quanteninfrastrukturen sind eine strategische Voraussetzung für
die Quantenziele Europas. Sie bieten Zugang zu modernsten Quantensystemen und -
plattformen, die andernfalls aufgrund hoher Entwicklungs- und Zugangskosten, technischer
Komplexität oder des Bedarfs an spezifischen Diensten wie einer sicheren Kommunikation den
meisten europäischen Interessenträgern und Nutzern im Quantenbereich unzugänglich wären.
Sie bieten eine Versuchsumgebung für Innovation, eine Ausbildungsgrundlage für Fachkräfte
und einen Raum für Industrie, KMU und Forschende, um mit neuen Quantentechnologien zu
experimentieren, sie zu verstehen und ihre Entwicklung zu gestalten. Sie sind von
entscheidender Bedeutung, um die Einführung von Quantentechnologien zu beschleunigen,
22 Die VERORDNUNG (EU) 2021/1173 DES RATES zur Gründung des Gemeinsamen Unternehmens für
europäisches Hochleistungsrechnen.
23 Initiative „Europäische Quantenkommunikationsinfrastruktur“ (EuroQCI) | Gestaltung der digitalen Zukunft
Europas.
24 IRIS² | Secure Connectivity – Europäische Kommission, Verordnung (EU) 2023/588.
25 Verordnung (EU) 2023/1782 des Rates zur Gründung des Gemeinsamen Unternehmens für Chips.
6
industrielle Kapazitäten aufzubauen und sicherzustellen, dass sich Quantenvorteile auf die
gesamte Union erstrecken.
Mit Blick auf die Zukunft wird die EU ihre Investitionen in öffentliche Quanteninfrastrukturen
in den Bereichen Informatik und Simulation, Kommunikation und Sensorik beibehalten
und ausweiten, wie nachstehend erläutert wird.
2.2.1 Quanteninformatik und -simulation
Quanteninformatik hat das Potenzial, unsere Fähigkeit zur Lösung komplexer Probleme im
Bereich der Rechenoptimierung weit über die Möglichkeiten selbst der leistungsstärksten
Hochleistungsrechensysteme (HPC) hinaus zu revolutionieren. Es wird erwartet, dass sie in
zahlreichen Bereichen als Katalysator wirken wird. Beispielsweise könnte sie bei der
pharmazeutischen und chemischen Simulation die Entdeckung neuer Arzneimittel und
Chemikalien ermöglichen. Im Energiebereich kann die Quanteninformatik dazu beitragen,
neue Batteriematerialien oder Hochtemperatur-Supraleiter zu entdecken. Auch in Bereichen
wie Logistik und Finanzen verspricht sie erhebliche Verbesserungen. Darüber hinaus können
Quantencomputer solche Probleme viel energieeffizienter lösen als klassische Supercomputer.
Anstatt HPC-Systeme zu ersetzen, werden Quantencomputer diese ergänzen, indem sie die
Gesamtleistung der Rechenlösung steigern und deutlich schneller und energieeffizienter
Ergebnisse liefern. Quantentechnik wird auch zunehmend neben der KI bzw. zu ihrer
Unterstützung eingesetzt. Beispielsweise kann die Quanteninformatik das Training von KI-
Modellen beschleunigen, während KI zur Korrektur von Quantenfehlern beiträgt. Dadurch
wird die Systemzuverlässigkeit insgesamt erhöht.
Die Quanteninformatik befindet sich derzeit in einer entscheidenden Phase: Zwar gibt es kleine
Quantenprozessoren, doch besteht die größte globale Herausforderung darin, zu voll
funktionsfähigen Quantencomputern zu skalieren, die den Vorteil der Quanteninformatik
konkret nachweisen können. Die zentrale Herausforderung besteht nun darin, größere
Maschinen zu bauen, die einen klaren Quantenvorteil26 gegenüber klassischen Computern
bieten können. In den nächsten fünf bis zehn Jahren wird die Fähigkeit von Quantencomputern,
reale Probleme zu lösen, enorm zunehmen. Aus diesem Grund investieren die EU und ihre
Mitgliedstaaten sowie andere wichtige Akteure – Australien, Kanada, China, Japan, Südkorea,
das Vereinigte Königreich und die USA – massiv in Quantentechnologien, um beim Rennen
um die Führungsrolle bei der Quantenrevolution die Nase vorn zu haben27. Derzeit werden
mehrere Quanteninformatikplattformen entwickelt, die jeweils auf verschiedenen
technologischen Ansätzen beruhen28. In Tabelle 1 sind die Quantencomputer aufgeführt, die
von Unternehmen mit Sitz in verschiedenen Regionen der Welt bereitgestellt werden.
26 OECD (2025), „A Quantum Technologies Policy Primer“. „Quantenvorteil“ bezieht sich auf den Punkt, an dem
ein Quantencomputer eine bestimmte Aufgabe effizienter, schneller, genauer oder mit weniger Energie als die
bestmöglichen klassischen Supercomputer ausführt. Dieser Meilenstein stellt eine praktische Demonstration der
Überlegenheit der Quanteninformatik bei bestimmten Rechenproblemen dar, wenn auch nur in eng abgesteckten
Bereichen.
27 Z. B. Nationale Quanteninitiative der USA (https://www.quantum.gov/); Chinas Quantenfahrplan bis 2030;
Strategie für Quantentechnik und -innovation Japans (https://www8.cao.go.jp/cstp/english/strategy_r08.pdf);
Nationale Quantenstrategie Australiens (https://www.industry.gov.au/sites/default/files/2023-05/national-
quantum-strategy.pdf); Nationale Quantenstrategie Kanadas (https://ised-isde.canada.ca/site/national-quantum-
strategy/en/canadas-national-quantum-strategy); Nationale Quantenstrategie des Vereinigten Königreichs
https://www.gov.uk/government/publications/national-quantum-strategy.
28 Repräsentative Beispiele für Rechenplattformen basieren auf supraleitenden Schaltkreisen, gefangenen Ionen,
neutralen Atomen, Photonik, Diamanten oder Spin-Quantenbits (Spin-Qubits). Jede von ihnen bringt
unterschiedliche Vorteile und technische Herausforderungen in Bezug auf Skalierbarkeit, Genauigkeit und
Kohärenz der Rechenleistung mit sich.
7
Technologieplattform Supraleitend
Ionenfallen
Kalte
Atome
Photonik Spin-Qubits
Computer EU 17 6 8 5 3
Computer
Vereinigtes Königreich
4 6 0 5 2
Computer USA 26 7 4 2 0
Computer Kanada 13 0 0 1 0
Computer China 2 0 0 0 0
Computer RW29 1 0 0 1 3
Tabelle 1: Anbieter im Bereich Quanteninformatik und -simulation
Wie oben dargelegt, entwickelt Europa im Rahmen nationaler Programme und der EU-
Leitinitiative zur Quantentechnik30 alle wichtigen Quanteninformatiktechnologien. Diese
Anstrengungen haben zu funktionierenden Prototypen, Software-Toolkits und mehreren
technologieintensiven Spin-Offs geführt. Außerdem setzt Europa über das GU EuroHPC
bereits seine ersten Prototypen von Quanteninformatiksystemen in mehreren Mitgliedstaaten
ein (siehe Abbildung 2). Diese frühzeitige Einführung dient zwei zentralen Zwecken: Sie
unterstützt die Entstehung einer autonomen, souveränen und wettbewerbsfähigen europäischen
Quantenindustrie, indem sie einen frühzeitigen Markt für Hardware- und Softwareanbieter
schafft und gleichzeitig die Entwicklung des Binnenmarkts ermöglicht, indem Zahl und
Umfang der Anwendungsfälle und Nutzer erhöht werden.
Europa hat auch erfolgreich die frühzeitige Hybridisierung von Quantencomputern mit HPC
ermöglicht und damit das Ziel der digitalen Dekade der EU erreicht, im Jahr 2025 einen ersten
Quantencomputer zu besitzen31. Dies ist ein strategischer Meilenstein: Es unterstützt das
europäische Ökosystem für Quantenhardware, fördert die Entstehung industrieller
Anwendungsfälle und schafft die Grundlage für fortschrittlichere Hybridsysteme. All dies trägt
zum langfristigen Ziel bei, bis 2030 umfassende Quanteninformatikkapazitäten zu erreichen.
Diese Hybridisierung wird auch die Nutzung von Quantencomputern durch europäische KI-
Fabriken32 ermöglichen und somit zur Verwirklichung der Ziele des Aktionsplans „KI-
Kontinent“33 beitragen.
Die Initiative für Quantenforschung und -innovation in Europa wird auch in Zukunft
koordinierte Tätigkeiten unterstützen, um den Übergang von den heutigen Quantengeräten der
ersten Generation zu voll funktionsfähigen Maschinen zu beschleunigen. Ziel ist es, Europa in
die Lage zu versetzen, Quantencomputer der nächsten Generation in erster Linie von EU-
Anbietern zu erwerben, während diese Plattformen schrittweise bis 2030 auf etwa 100
fehlerfreie Qubits34 pro System ausgeweitet werden – ein Ziel, das mit den Fahrplänen der
29 Rest der Welt
30 Homepage von Quantum Flagship | Quantum Flagship.
31 Hybride Quanten-/HPC-Plattformen integrieren Quantenprozessoren mit klassischen HPC-Systemen, um eine
frühzeitige gleichzeitige Verarbeitung zu ermöglichen, wobei die Quantenprozessoren als Rechenbeschleuniger
der traditionellen Supercomputer fungieren. Drei hybride Plattformen in Frankreich, Deutschland und Finnland
sind nun im Rahmen von EuroHPC und nationalen Infrastrukturen in Betrieb. Bis Ende 2025 wird die
Hybridisierung in allen europäischen Quanteninformatik-Einrichtungen Standard sein, was eine beachtliche
Leistung darstellt.
32 KI-Fabriken | Gestaltung der digitalen Zukunft Europas.
33 KI-Kontinent – Europäische Kommission.
34 Die heutigen Quantencomputer liefern Ergebnisse, die noch nicht hundertprozentig genau sind
(Quantenberechnungen sind nach wie vor anfällig für erhebliche Fehler). Die Umsetzung einer wirksamen
8
Industrie für die Erzielung eines eindeutigen Rechenvorteils im Einklang steht. Europa will
bis 2035 der erste Kontinent sein, der Tausende fehlerfreie Qubits pro Plattform
erreicht – eine Schwelle, die als notwendig erachtet wird, um Probleme in der Praxis zu
lösen.
Die Erreichung dieses Meilensteins würde einen Wendepunkt in Bezug auf den praktischen
Quantenvorteil35 darstellen und Europa als weltweit führenden Akteur im Bereich der
Quanteninformatik positionieren. Dadurch wird die Entwicklung der europäischen
Quanteninformatikunternehmen gestärkt und dazu beigetragen, die Entwicklung und
Umsetzung von Pioniernutzeranwendungen zu fördern und gleichzeitig die technologische
Autonomie der Union zu stärken.
Abbildung 2: Karte der EuroHPC-Supercomputer, Quantencomputer und Simulatoren
Gleichzeitig wird Europa weiterhin in Quantensimulatoren36 investieren, die das Verhalten
eines Quantensystems unter Verwendung weniger komplexer Hardware nachbilden können.
Diese Quantensimulatoren ermöglichen bereits Durchbrüche in der Werkstoffkunde, der
Quantenchemie und der Grundphysik. Europa steht bei der Entwicklung und dem Einsatz
dieser Plattformen, die aufgrund geringerer Hardwareanforderungen früher als universelle
Quantencomputer zu wertvollen Ergebnissen führen dürften, an vorderster Front.
Es wird ein Fahrplan für Quanteninformatik und -simulation entwickelt, in dem klare
Benchmarks und ein Überwachungsverfahren festgelegt werden, um den technologischen
Fortschritt und die Reife der verschiedenen Arten von Quantenplattformen zu verfolgen. Mit
dem Fahrplan wird regelmäßig bewertet werden können, welche von ihnen am weitesten
fortgeschritten oder langfristig am vielversprechendsten sind. Dieser evidenzbasierte Ansatz
wird als Richtschnur für die strategischen Entscheidungen Europas dienen und dazu beitragen,
künftigen öffentlichen Investitionen in Quanteninformatik Vorrang einzuräumen.
Fehlerkorrektur, die zu fehlerfreien Qubits (d. h. den Verarbeitungseinheiten eines Quantencomputers) mit
genauen Rechenergebnissen führen wird, ist daher für jeden künftigen voll funktionsfähigen Quantencomputer
ein wichtiger Meilenstein.
35 Siehe Fußnote 26.
36 PASQuanS2: Programmable Atomic Large-scale Quantum Simulation 2 – SGA1 | PASQuanS2.1 | Projekt |
Factsheet | HORIZON | CORDIS | Europäische Kommission.
Quantencomputer-Standort
Quantensimulator-Standort
EuroQCS – Italien
EuroQCS – Polen
EuroQCS – Spanien
EuroQCS – Frankreich
9
Veröffentlichung des EU-Fahrplans für Quanteninformatik und -simulation [2026]
Erhöhung der Anzahl und Kapazität von EuroHPC-basierten
Quanteninformatiksystemen [ab 2026] und Einrichtung eines Überwachungsrahmens für
Quanteninformatik [2026]
2.2.2 Quantenkommunikation
Quantenkommunikation ermöglicht eine ultrasichere Datenübertragung, schützt kritische
Infrastrukturen und bewahrt sensible Informationen vor künftigen quantenfähigen
Cyberbedrohungen37. Sie ermöglicht auch die Einrichtung von
Quantenkommunikationsnetzen, die für die Vernetzung von Quantengeräten wie Sensoren und
Computern in einem sogenannten „Quanten-Internet“ erforderlich sind. Dank ihres
Potenzials für einen doppelten Verwendungszweck unterstützt sie sowohl zivile Anwendungen
(z. B. Schutz von Finanztransaktionen, Sicherung öffentlicher Netze) als auch
Verteidigungserfordernisse (z. B. sichere Kommunikation für militärische und nationale
Sicherheitseinsätze). Durch Initiativen wie die EuroQCI38 und das Quanten-Internet baut die
EU vollständig autonome und vertrauenswürdige Quantenkommunikationsinfrastrukturen auf,
die kritische Datenströme schützen, die öffentliche Kommunikation und kritische
Infrastrukturen sichern und die innere Sicherheit Europas im Einklang mit der europäischen
Strategie für die innere Sicherheit39 stärken werden.
Die Initiative „Europäische Quantenkommunikationsinfrastruktur“ (EuroQCI-Initiative)
Mit der EuroQCI-Initiative wird eine sichere Quantenkommunikationsinfrastruktur für die
gesamte EU, einschließlich ihrer überseeischen Gebiete, entwickelt. Sie ist Teil der IRIS²-
Initiative der Union und wird aus einem terrestrischen Segment bestehen, das sich auf
Glasfaser-Kommunikationsnetze stützt, die strategische Standorte auf nationaler und
grenzüberschreitender Ebene miteinander verbinden, und einem Weltraumsegment, das auf
Satelliten basiert.
Die Initiative schreitet rasch voran: 26 Mitgliedstaaten bauen derzeit nationale terrestrische
Quantenkommunikationsnetze auf, die auch dazu genutzt werden, einen Satelliten für die
sichere Quantenschlüsselverteilung (Quantum Key Distribution, QKD) (Eagle 1) zu testen, der
2026 gestartet werden soll und der erste europäische In-Orbit-Demonstrationsträger sein wird.
Diese terrestrischen Quantenkommunikationsnetze werden genutzt, um die QKD in realen
Umgebungen umzusetzen und zu testen. Zu den Pilotprojekten gehören die sichere
Übertragung medizinischer Daten zwischen Krankenhäusern, die verschlüsselte
Kommunikation zwischen staatlichen Einrichtungen und QKD-Verbindungen für kritische
Infrastrukturen wie Stromnetzleitstellen. Sie zeigen, wie die QKD wesentliche öffentliche
Dienstleistungen und den nationalen Betrieb sichern kann.
Um diesen Einsatz zu unterstützen, nutzt die EU eine vollständig europäische Lieferkette von
Quantenkomponenten, -geräten und -systemen40. Außerdem wird eine umfassende Test- und
Evaluierungseinrichtung für die QKD eingerichtet, die Umgebungen für die
37 Die Bedrohung durch Quantencomputer für aktuelle kryptografische Protokolle.
38 Initiative „Europäische Quantenkommunikationsinfrastruktur“ (EuroQCI) | Gestaltung der digitalen Zukunft
Europas.
39 Commission presents ProtectEU Internal Security Strategy – Europäische Kommission.
40 Zu diesen Technologien gehören Quantenzufallszahlengeneratoren (Quantum Random-Number Generator,
QRNG), Quanten-Einzelphotonenquellen und -Detektoren, verschränkungsbasierte QKD-Module und integrierte
Telekommunikationsplattformen. Die Lieferkette wird im Rahmen des Programms der Union für sichere
Konnektivität (Verordnung (EU) 2023/588) zertifiziert.
10
Vorabzertifizierung von QKD-Komponenten bietet und deren Integration in Ende-zu-Ende-
Systeme und Netzarchitekturen vorbereitet41.
Darüber hinaus steht diese Tätigkeit in engem Zusammenhang mit der Cybersicherheitspolitik
der EU, wie der NIS-2-Richtlinie, der bevorstehenden Überprüfung des Rechtsakts zur
Cybersicherheit und dem Fahrplan der ENISA für quantensichere Kryptographie, um
sicherzustellen, dass quantenbasierte Kommunikations-, Sensorik- und Recheninfrastrukturen
von Anfang an für Verteidigungszwecke geeignete Sicherheitsmaßnahmen, Kontrollen der
Lieferkettenintegrität und Kapazitäten für die Reaktion auf Vorfälle umfassen.
Andere führende Regionen investieren auch in terrestrische und weltraumgestützte
quantensichere Funktionen. China beispielsweise hat weltraumgestützte QKD unter Beweis
gestellt und über 2 000 km sichere terrestrische Verbindungen zwischen Städten aufgebaut42.
Die USA investieren ihrerseits massiv in Quanten-Internet-Versuchsumgebungen und
nationale Laborpartnerschaften, haben jedoch noch kein föderatives, sicheres
Kommunikationsprogramm auf kontinentaler Ebene auf den Weg gebracht. Das europäische
Modell, das terrestrische und Satellitensegmente über IRIS² integriert und auf den Grundsätzen
der eingebauten Sicherheit und den von der EU kontrollierten Komponenten aufbaut,
positioniert die EU bei der Entwicklung vertrauenswürdiger Quantennetze an vorderster Front.
Im Zeitraum 2025-2035 wird die EU die EuroQCI-Initiative weiter ausweiten.
Erstens wird die EU im Zeitraum 2025-2030 grenzüberschreitende terrestrische
Quantenverbindungen zwischen den Mitgliedstaaten sowie Bodenstationen einrichten, die
die terrestrischen Segmente von EuroQCI mit den EuroQCI-Satelliten für die
weltraumgestützte Quantenschlüsselverteilung verbinden. Bis 2030 wird somit ein erstes
europaweit vollständig vernetztes terrestrisches und weltraumgestütztes, sicheres
Kommunikationsnetz geschaffen.
Zweitens wird die EU die Marktakzeptanz und die Sicherheitszertifizierung erleichtern.
Sie wird weiterhin die Weiterentwicklung, Reifung und Einführung von
Quantenkommunikationstechnologien und -protokollen43 sowie deren geordnete Integration in
EuroQCI unterstützen. Das EuroQCI-Weltraumsegment wird ebenfalls optimiert, um
durchgehende sichere Weltraum- und terrestrische QKD-Dienste bereitzustellen, die
schrittweise in die nächste Generation von IRIS²-Weltraumdiensten integriert werden. Die
gesamte EuroQCI-Infrastruktur wird im Rahmen eines harmonisierten EU-Systems zertifiziert,
um Vertrauen und Konformität zu gewährleisten.
Die Quanten-Internet-Initiative
Die Quanten-Internet-Initiative ergänzt EuroQCI durch die Vorbereitung der künftigen
Generation von Quantennetzen. Sie schafft die Grundlage für verteilte Quanteninformatik und
-sensorik sowie für die ultrasichere Datenweitergabe.
Europa hat bereits eine vollständige Architekturspezifikation für ein Quanten-Internet-Netz
definiert und Quanten-Networking im großstädtischen Maßstab unter Beweis gestellt44. Mit
41 Diese Einrichtung ermöglicht eine strenge Charakterisierung, Sicherheitstests und frühzeitige Unterstützung
der Normung in enger Abstimmung mit den Tätigkeiten von ETSI – Quantum Key Distribution,
www.etsi.org/technologies/quantum-key-distribution.
42 Im Rahmen des Peking-Shanghai-Backbones und des Satellitenprogramms Micius, an dessen Stelle Jinan-1
getreten ist.
43 Beispiele für solche Technologien sind langlebige, hochpräzise optische Speicher der nächsten Generation, die
für den Betrieb von Quantenrepeatern von entscheidender Bedeutung sind, sowie der Aufbau und die
Demonstration voll funktionsfähiger Quantenrepeater, die großstädtische Netze miteinander verbinden und
sowohl im Labor als auch unter realen Bedingungen getestet werden.
44 Die Initiative hat erfolgreich eine Verschränkung zweier unabhängig betriebener Quantenknoten umgesetzt, die
durch 10 km Glasfaser getrennt sind. Ebenso gab es technologische Fortschritte bei der Entwicklung von Quanten-
11
dem Start des Technologieforums der Quanten-Internet-Allianz (QIA)45, dem ersten globalen
offenen Forum für Quanten-Internet, wurden Rahmenbedingungen für Anwendungsfälle
initiiert und der Aufbau von Ökosystemen wurde in Gang gesetzt. Europa hat auch bereits seine
ersten industriellen Spin-offs und Produktstarts im Bereich des Quanten-Internets zu
verzeichnen, was den frühzeitigen Technologietransfer an die Industrie in diesem Bereich
signalisiert.
Die Initiative für Quantenforschung und -innovation in Europa wird die weitere technologische
Entwicklung des Quanten-Internets unterstützen46 und die Interoperabilität zwischen den
verschiedenen zugrunde liegenden Rechenplattformen gewährleisten. Im Jahr 2026 wird sie
den Start einer Pilotanlage für das europäische Quanten-Internet unterstützen, die die
Erprobung wichtiger quantensicherer Komponenten und früher Anwendungsfälle, sicherer
Quanten-Cloud-Dienste, verteilter Datenverarbeitung und fortgeschrittener
Validierungsumgebungen ermöglicht, wodurch Forschung und Einsatz vor dem vollständigen
Betrieb überbrückt werden. Ziel ist der Einsatz eines voll funktionsfähigen, quantensicheren
Kommunikationsnetzes bis 2030 als erster Schritt hin zu einem Quanten-
Internetverbund. Dies wird auch dazu beitragen, die EU bei der internationalen Normung in
diesem Bereich an vorderster Front zu positionieren. Da die Fortschritte bei der
Quanteninformatik die Sicherheit unserer Kommunikation gefährden47, setzen die EU und ihre
Mitgliedstaaten nun die Empfehlung zur Post-Quanten-Kryptografie48 um und haben
gerade einen Fahrplan49 für den Übergang zur Post-Quanten-Kryptografie veröffentlicht.
Aufbau des ersten innerhalb der EU vernetzten, experimentellen terrestrischen und
weltraumgestützten sicheren Quantenkommunikationsnetzes [bis 2030]
Veröffentlichung eines Fahrplans für die Quantenkommunikation [2026]
Einführung einer Pilotanlage für das europäische Quanten-Internet [2026]
2.2.3 Quantensensorik
Die Quantensensorik nutzt Quanteneigenschaften, um physikalische Merkmale mit
beispielloser Empfindlichkeit und Präzision zu messen, wodurch die Fähigkeiten klassischer
Sensoren deutlich überschritten werden50. Sie verfügt über ein enormes Potenzial in vielen
unterschiedlichen Bereichen, von der Gesundheitsversorgung über den Klimawandel oder die
Überwachung der Grundwasserressourcen bis hin zu Sicherheit, Verteidigung, Weltraum und
Navigation.
Internet-Hardware, einschließlich Quantenrepeater-Technologien und Quantenrepeater-Knoten, sowie
Fortschritte bei Quanten-Software-Stacks. https://quantuminternetalliance.org/.
45 https://quantuminternetalliance.org/.
46 Beispiele: Skalierbarkeit von Quantenspeichern, robuste Verschränkungsverteilung und Entwicklung von
Quantennetz-Software-Stacks.
47 So sammeln kriminelle Akteure beispielsweise bereits verschlüsselte Informationen wie gestohlene
Datenbanken, geschützte Dateien oder Kommunikationsdaten, um sie später in böswilliger Absicht mit
Quantencomputern zu entschlüsseln. Dieses Konzept wird als „Jetzt speichern – später entschlüsseln“ (Store
now – decrypt later) bezeichnet. Siehe zum Beispiel: The Second Quantum Revolution: the impact of quantum
computing and quantum technologies on law enforcement (Europol-Bericht 2024).
48 Empfehlung über einen Fahrplan für die koordinierte Umsetzung des Übergangs zur Post-Quanten-Kryptografie
| Gestaltung der digitalen Zukunft Europas.
49 In diesem Fahrplan werden die quantensicheren Algorithmen, Normen und Zertifizierungssysteme festgelegt,
die entwickelt werden sollen, um sensible Informationen und kritische Infrastrukturen zu schützen. EU verstärkt
ihre Cybersicherheit durch Post-Quanten-Kryptografie | Gestaltung der digitalen Zukunft Europas.
50 Zu den Vorteilen der Quantensensorik gegenüber traditionellen Sensortechniken gehören z. B. höhere
Detektionsempfindlichkeit in Bezug auf physikalische Größen wie Magnetfelder, Temperatur, Schwerkraft usw.,
verbesserte Genauigkeit und Präzision der Messungen, bessere Auflösung.
12
Die Leitinitiative zur Quantentechnik der EU hat eine führende Rolle bei der
Weiterentwicklung der Quantensensorik-Technologien von der Grundlagenwissenschaft bis
hin zur anwendungsorientierten Forschung gespielt. Funktionale Prototypen werden bereits in
realen Umgebungen erprobt, was die Führungsrolle Europas sowohl bei der Sensorinnovation
als auch bei der Vorbereitung des industriellen Einsatzes und der Einführung in Anwendungen
mit Potenzial für einen doppelten Verwendungszweck zeigt.
Quantengravimeter
Die EU entwickelt derzeit ein Netz mobiler und stationärer Quantengravimeter51, die es
ermöglichen, unterirdische Merkmale zu erkennen, die sich bis zu mehreren zehn Kilometern
unter der Erde befinden, darunter Wasserspeicher, Gasvorkommen, mineralische Ressourcen,
Magmakammern oder unterirdische Infrastruktur. Sie sind besonders wertvoll für die
Überwachung unterirdischer Veränderungen im Laufe der Zeit sowie die Unterstützung von
Anwendungen in der Geowissenschaft und Geophysik (einschließlich der Kartierung
unterirdischer Gebiete und der Erdbebenfrühwarnung), der Klimawissenschaft (z. B.
Verfolgung von Gletscherverlusten und Grundwasserverknappung), der Verhütung natürlicher
Gefahren, des Bauwesens und strategischer Anwendungen in den Bereichen Verteidigung und
Katastrophenschutz, wie die Erkennung von vom Menschen geschaffenen unterirdischen
Strukturen und die Überwachung kritischer Infrastrukturen.
Im Rahmen der Leitinitiative zur Quantentechnik wird in den nächsten drei bis fünf Jahren in
ganz Europa ein Netz bodengestützter Gravimeter eingerichtet, das durch Gravimeter auf
Höhenplattformen ergänzt wird. Parallel dazu plant die EU, nach 2030 einen ersten
Pathfinder-Flug für weltraumgestützte Quanten-Gravimetrie52 in die Wege zu leiten. Die
Integration der Quanten-Gravimetrie im Rahmen von IRIS2-Folgemissionen wird ebenfalls
geprüft. Diese Bemühungen könnten den Weg für ein groß angelegtes Netz boden-, luft- und
weltraumgestützter Gravimeter für Erdbeobachtungszwecke ebnen, das sowohl die
wissenschaftliche Forschung als auch strategische Anwendungen, einschließlich solcher mit
Potenzial für einen doppelten Verwendungszweck, unterstützt.
Quantengestützte Magnetresonanztomographie (Q-MRT)
Im Bereich der medizinischen Diagnostik hat die EU-Forschung den Weg für eine durch
Quantentechnik optimierte Bildgebung geebnet, bei der Quantensensoren zur Messung
magnetischer Signale auf Molekularebene eingesetzt werden. Diese Systeme bergen viel
Potenzial für die Präzisionsmedizin und die personalisierte Gesundheitsversorgung, indem sie
die Erkennung von Krebs und neurodegenerativen Krankheiten beschleunigen und die
Diagnoseinfrastruktur Europas modernisieren.
Im Jahr 2025 wird die EU im Rahmen der Leitinitiative zur Quantentechnik die Einrichtung
der europäischen Q-MRT-Pilotinfrastruktur53 in einer Reihe von Mitgliedstaaten
unterstützen. Diese Infrastruktur wird die klinische Validierung durch Quantentechnologie
optimierter MRT-Systeme54 ermöglichen und akkreditierten Forschungszentren,
Krankenhäusern und Industriepartnern offenen Zugang zur Erprobung genehmigter Prototypen
für Quantenbildgebung bieten. Durch die Integration KI-gestützter Analyseinstrumente wird
die Infrastruktur die Diagnosegenauigkeit erhöhen, frühere Interventionen unterstützen und
51 Taking atom interferometric quantum sensors from the laboratory to real-world applications, Nature Reviews
Physics, 1, 731–739. https://doi.org/10.1038/s42254-019-0117-4.
52 https://carioqa-quantumpathfinder.eu/ unter der Leitung von CNES, DLR und Airbus.
53 Quantum-enhanced and AI-powered metabolic MRI Diagnostics.
54 Sie werden im Rahmen kontrollierter klinischer Prüfungen gemäß der EU-Verordnung über Medizinprodukte
eingesetzt.
13
dazu beitragen, die Gesamtkosten der Gesundheitsversorgung zu senken. Im Laufe der Zeit
wird dieses Netz schrittweise auf weitere Mitgliedstaaten ausgeweitet werden.
Die Initiative für Quantenforschung und -innovation in Europa wird auch zukünftig die weitere
Forschung und Entwicklung im Bereich der Q-MRT-Sensoren und deren Integration in
Forschungsinfrastrukturen im Bereich der öffentlichen Gesundheit finanzieren und so den Weg
für ihre weitere Industrialisierung ebnen.
Darüber hinaus wird die EU weiterhin Forschungsarbeiten zu höheren Empfindlichkeiten und
neuen Bildkontrasten unterstützen, die neuartige Diagnosefähigkeiten eröffnen, z. B. in der
Neurologie (z. B. Störungen der zerebralen Konnektivität in der frühen Phase von Alzheimer)
oder in der Onkologie (z. B. Krebserkennung durch metabolische Bildgebung).
Um ihre strategische Positionierung und Planung in Bezug auf Quantensensorik-Technologien
sowie Metrologie- und Prüfinfrastrukturen weiter voranzubringen, wird die EU einen
koordinierten europäischen Fahrplan für Quantensensorik, -messung und -versuche
entwickeln und in Zusammenarbeit mit Metrologieinstituten und den Mitgliedstaaten
einschlägige Normungsbemühungen unterstützen. Ein wichtiges Ziel wird auch darin bestehen,
die strategische Autonomie Europas durch sichere und konforme Lieferketten für kritische
Sensorikkomponenten und -systeme zu gewährleisten.
Einführung eines europaweit verteilten Gravimetersystems [ab 2026]
Veröffentlichung eines Fahrplans für die Quantensensorik [2026]
Aufbau einer europäischen Q-MRT-Pilotinfrastruktur und deren Ausbau in ganz Europa
[ab 2025]
2.3 Bereich 3: Quantenökosystem in Europa
Ein dynamisches, vernetztes und robustes Quantenökosystem ist von entscheidender
Bedeutung für die langfristige Fähigkeit Europas, Quantentechnik in großem Maßstab zu
entwickeln und einzusetzen. Heute umfasst das europäische Quantenökosystem rund 70
Startup- und Scale-up-Unternehmen, Deep-Tech-Investoren, Forschungs- und
Innovationseinrichtungen, nationale Kompetenzcluster und industrielle Lieferketten. Dieses
Ökosystem ist jedoch nach wie vor sehr anfällig. Es wird von kleinen Start-up- und
Scaleup-Unternehmen dominiert, die mit erheblichen Wachstumshemmnissen konfrontiert
sind: instabile Einnahmequellen, begrenzter Zugang zu Scale-up-Kapital und begrenzte
Nachfrage in der Industrie in nächster Zeit. Darüber hinaus fehlt es der EU an großen
Quantenhardware-Anbietern und Anker-Endnutzern, die in der Lage sind, die Nachfrage zu
katalysieren und die Übernahme in der Industrie zu beschleunigen. Diese strukturelle
Schwäche hemmt sowohl private Investitionen als auch das Entstehen kritischer Lieferketten.
Ohne koordinierte Maßnahmen und Zugang zu echten Marktchancen besteht die Gefahr, dass
viele dieser Start-up-Unternehmen verschwinden oder sich in stärker unterstützende
Ökosysteme außerhalb Europas verlagern.
Zur Unterstützung dieses Ökosystems muss Europa entschlossene Schritte unternehmen, um
die Industrialisierung zu fördern, vielversprechende Akteure zu skalieren, strategische
Lieferketten zu sichern, Leitmärkte zu entwickeln, strategische Vermögenswerte zu schützen
und die nächste Generation von Fachkräften im Bereich der Quantentechnik auszubilden.
2.3.1 Vom Labor in die Fabrik und weiter zur Industrialisierung
Der Weltmarkt für Quantentechnik ist noch im Entstehen begriffen. Sein heutiger Wert beträgt
2 bis 3 Mrd. EUR. Bis 2040 dürften 155 Mrd. EUR erreicht werden55. Dieses voraussichtliche
55 McKinsey Quantum Technology Monitor 2024.
14
Wachstum erfordert eine koordinierte, einheitliche EU-Strategie für die Industrialisierung, die
es europäischen Unternehmen ermöglicht, diese neue Chance zu nutzen.
Quantenchips sind die wichtigste Grundlage für die Quantenindustrialisierung und die
Marktentwicklung. Heute befindet sich ihre Entwicklung jedoch in einem Stadium, das mit der
von Halbleitern vor 30 bis 40 Jahren vergleichbar ist, wobei die meisten derzeitigen
Quantengeräte hauptsächlich proprietäre Designs und weitgehend handgefertigte Geräte sind.
Europa muss rasch auf die erste großmaßstäbliche Herstellung kostengünstiger
Quantenchips hinarbeiten und dabei so weit wie möglich Verfahren verwenden, die mit
jenen für Mikroelektronik und Photonik kompatibel sind, oder erforderlichenfalls neue
Verfahren entwickeln. Dieser Ansatz würde es ermöglichen, die bestehende
Halbleiterinfrastruktur zu nutzen, die Kosten zu senken und die Markteinführungszeit für
Quantenchips und -geräte zu verkürzen.
In dieser Richtung wird die EU bald ihre ersten sechs Quanten-Pilotanlagen über das
Gemeinsame Unternehmen für Chips im Einklang mit dem Chip-Gesetz56 einrichten. Diese
Pilotanlagen, die durch eine gemeinsame Finanzierung der EU und der Mitgliedstaaten in Höhe
von 40 bis 50 Mio. EUR pro Anlage ermöglicht werden, werden die frühzeitige Entwicklung
von Prototypen, die Validierung von Entwürfen und die Entwicklung von Prozessen
unterstützen. Gleichzeitig werden durch enge Zusammenarbeit mit der Industrie praktische
Anwendungsfälle gefördert. Mit diesen sechs Pilotanlagen werden die Grundlagen der
experimentellen Pilotanlagen57 der Leitinitiative zur Quantentechnik auf industrielle
Pilotanlagen ausgeweitet.
In den nächsten drei bis fünf Jahren werden diese Bemühungen Europa in die Lage versetzen,
die Quantentechnik und andere grundlegende Technologien und Prozesse weiter auszureifen
und zu konsolidieren, bevor um das Jahr 2030 die ersten Quanten-Fertigungsbetriebe aufgebaut
werden. Zur Unterstützung der Planung für die vollständige Industrialisierung und deren
Umsetzung und im Einklang mit dem Kompass für Wettbewerbsfähigkeit der EU wird die
Kommission im Jahr 2026 einen umfassenden Fahrplan für die Industrialisierung von
Quantenchips veröffentlichen.
Da Entwurfsanlagen und Bibliotheken für jedes Quantenchip-Ökosystem von grundlegender
Bedeutung sind, wird die EU im Rahmen des Gemeinsamen Unternehmens für Chips eine
Quantenentwurfsanlage einrichten. Die Anlage wird neben der cloudbasierten
Entwurfsplattform der Halbleiterindustrie betrieben und mit den Quanten-Pilotanlagen
verbunden.
Zudem werden technische Interoperabilität und neue Normen erforderlich sein, um die
Quantenindustrialisierung zu erleichtern. 2026 wird die EU daher einen europäischen
Fahrplan für Quantennormen veröffentlichen und gemeinsam mit den Mitgliedstaaten eine
aktive Beteiligung von Interessenträgern aus der Industrie an europäischen und internationalen
Normungsgremien unterstützen.
2.3.2 Stärkung und Ausbau des entstehenden europäischen Quantenökosystems
Damit das europäische Quantenökosystem wirklich expandieren kann, werden die folgenden
Maßnahmen ergriffen.
Erstens die Einrichtung eines europaweiten, zentralisierten Netzes frei zugänglicher
Quantenversuchseinrichtungen. Quantentechnik beruht auf hochsensiblen Systemen und
Laboratorien58, die technisch komplex und äußerst kostspielig sind. Daher ist es für die meisten
56 Richtlinie (EU) 2023/1781: Europäisches Chip-Gesetz | Gestaltung der digitalen Zukunft Europas.
57 QU-PILOT und QU-TEST.
58 Dazu gehören u. a. ultrareine Umgebungen, kryogene Kühlung, Vakuumsysteme und
Präzisionssteuerungselektronik.
15
Akteure, insbesondere KMU und Start-up-Unternehmen, nicht zweckmäßig, solche
Einrichtungen unabhängig zu errichten oder zu betreiben. Um den Zugang zu Testanlagen,
speziellen Geräten und Versuchsmöglichkeiten zu erweitern, werden die bestehenden
Pilotanlagen der Leitinitiative zur Quantentechnik in ein europaweites, zentralisiertes Netz frei
zugänglicher Quantenversuchseinrichtungen umgewandelt. Diese Einrichtungen werden
Entwicklern, Start-up-Unternehmen, KMU und Forschenden Dienstleistungen und Zugang zu
Erprobung, Validierung und Benchmarking ihrer Quantengeräte bieten59. Dies wird den
Übergang vom Prototyp zum Markt beschleunigen und die Zertifizierungsanstrengungen
unterstützen, die für das Entstehen zuverlässiger Lieferketten und den Aufbau des Vertrauens
der Kunden in allen Sektoren von entscheidender Bedeutung sind.
Zweitens die Ausweitung der Quantenkompetenzcluster (Quantum Competence Clusters,
QCCs). Diese Cluster sind in mehreren Mitgliedstaaten bereits in nationale und regionale
Innovationsökosysteme eingebettet. Dabei handelt es sich um regionale Knotenpunkte, die
gemeinsame Infrastrukturen und Dienste anbieten und gleichzeitig eine Verbindung zwischen
Akteuren aus Forschung und Industrie herstellen. Die Initiative für Quantenforschung und -
innovation in Europa wird den Ausbau und die Vernetzung dieser Cluster unterstützen, um die
gesamte EU abzudecken, auch in Mitgliedstaaten, in denen es solche Cluster bisher nicht gibt.
Die QCCs werden als verteilte Kompetenzzentren fungieren, die Start-up-Unternehmen,
Forschende und industrielle Partner mit Infrastrukturen, Pilotanlagen und
Entwurfseinrichtungen in der gesamten Union verbinden. Sie werden die Zusammenarbeit60
und Kohärenz in allen strategischen Quantenbereichen – von der Forschung bis zur
Industrialisierung – sowie die Kompetenzentwicklung fördern. Ebenso wie die europäischen
Zentren für digitale Innovation (European Digital Innovation Hubs, EDIHs) werden die QCCs
Dienste anbieten, die auf die regionalen Stärken zugeschnitten, aber in die europaweite
Zusammenarbeit eingebettet sind und diese fördern.
Drittens die Förderung von Mechanismen zum Schutz des geistigen Eigentums, damit
Quantenunternehmen diese nutzen können, um die strategische Kontrolle über wichtige
Innovationen sicherzustellen und den Abfluss kritischer Vermögenswerte zu verhindern.
Viertens die Beschleunigung der industriellen Einführung von Quantentechnologien. Die
EU wird einen koordinierten Ansatz verfolgen, um Pioniernutzer sowohl im öffentlichen als
auch im privaten Sektor zu fördern. In dieser Hinsicht wird die Vergabe öffentlicher Aufträge
ein wichtiges Instrument sein, um eine frühzeitige Einführung zu fördern und erste
Marktchancen zu schaffen. Das GU EuroHPC unterstützt bereits den Erwerb der ersten
Quantencomputer durch die Vergabe öffentlicher Aufträge. Darüber hinaus wird die
Kommission innovationsorientierte Beschaffungsprogramme unterstützen, die es
Krankenhäusern, Infrastrukturbetreibern, kritischen öffentlichen Diensten und staatlichen
Stellen ermöglichen, als Erstkunden für Quantenlösungen zu fungieren. Dies wird durch
maßgeschneiderte finanzielle Anreize und Einführungsrahmen für öffentliche Einrichtungen
unterstützt, die bereit sind, als Vorreiter aufzutreten. Durch die Positionierung der
Mitgliedstaaten als erste institutionelle Käufer europäischer Quantentechnologien wird
ein starkes Signal an Märkte und Investoren gesendet, wodurch die Entwicklung von
Ökosystemen und die wirtschaftliche Tragfähigkeit unterstützt werden.
Fünftens die Verbindung von Quanten-Start-up-Unternehmen mit europäischen
Unternehmen. Dies wird für die Marktexpansion der Start-up-Unternehmen von
entscheidender Bedeutung sein. Die Kommission wird in Zusammenarbeit mit dem
Quantenökosystem61 sektorspezifische Herausforderungen auf den Weg bringen, insbesondere
in den Bereichen Luft- und Raumfahrt, Automobilindustrie, Energie, Fertigung, Logistik und
59 Im Einklang mit der künftigen europäischen Strategie für Forschungs- und Technologieinfrastrukturen.
60 Im Einklang mit den einschlägigen EU-Kartellvorschriften wie den Leitlinien von 2023 zur Anwendbarkeit von
Artikel 101 AEUV auf Vereinbarungen über horizontale Zusammenarbeit, soweit anwendbar.
61 European Quantum Industry Consortium Homepage – QuIC.
16
Arzneimittel, um große industrielle Akteure zu ermutigen, strategische Partnerschaften zur
gemeinsamen Entwicklung einzugehen und Pioniernutzer zu werden.
Schließlich wird ein wachsendes Quantenökosystem einen Zustrom kompetenter Fachkräfte
erfordern. Dies wird in Abschnitt 2.5 weiter ausgeführt.
2.3.3 Investitionen in Quanten-Start-up- und -Scale-up-Unternehmen
Während weiterhin Finanzierungen in der Gründungs- und Frühphase aus öffentlichen Quellen
verfügbar sind, zieht Europa nur 5 % der weltweiten privaten Quantenfinanzierung an,
während die USA über 50 % erhalten. Diese Finanzierungslücke ist in späteren
Entwicklungsstadien besonders ausgeprägt62. Dies birgt das Risiko, dass Start-up-
Unternehmen aus der EU von außereuropäischen Investoren erworben werden könnten, was
potenzielle Verluste in den Bereichen geistiges Eigentum, kritische Technologien,
technologische Souveränität und Fachkräfte mit sich bringen könnte.
Daher werden Investmentfonds, einschließlich öffentlich geförderter privater Fonds, ermutigt,
erhebliche Kapitalinvestitionen für die Entwicklung von Quantentechnik zu mobilisieren. Dazu
gehören die Unterstützung durch den Fonds des Europäischen Innovationsrats (EIC)63, die
Initiative „European Tech Champions“64 der Europäischen Investitionsbank-Gruppe (EIB-
Gruppe) oder durch Erstausfallgarantien und maßgeschneiderte Koinvestitionsprogramme
über InvestEU.
In der im Mai 2025 angenommenen EU-Start-up- und Scale-up-Strategie65 wurde die
Einrichtung des europäischen Scale-up-Fonds als Teil des EIC-Fonds angekündigt, um
erhebliche private Mittel zu mobilisieren und direkte Beteiligungsinvestitionen in strategischen
Sektoren wie der Quantentechnik zu tätigen. Die EU-Start-up- und Scale-up-Strategie bietet
auch spezielle Lösungen zur Erleichterung des Zugangs zu Finanzmitteln, öffentlichen
Aufträgen, Märkten, Dienstleistungen und Fachkräften für innovative Start-up- und Scale-up-
Unternehmen.
Darüber hinaus könnten die Verwaltungsbehörden, wie in der Halbzeitüberprüfung der
Kohäsionspolitik66 vorgeschlagen, unterstützt durch Anreize und Flexibilitäten die
Möglichkeit nutzen, um Mittel für Investitionen neben anderen Prioritäten zugunsten von
Zielen der Plattform für strategische Technologien für Europa (STEP) umzuschichten. Die
Kommission fordert die Mitgliedstaaten und Regionen nachdrücklich auf, sich bei der
Neuprogrammierung im Rahmen der Halbzeitüberprüfung auf bahnbrechende, innovative
Unternehmen zu konzentrieren und den Unternehmen zu helfen, die zu den strategischen
Sektoren und Wertschöpfungsketten Europas (z. B. Quantentechnik) beitragen.
Schließlich wird die Kommission im Rahmen der Spar- und Investitionsunion67 Maßnahmen
vorschlagen, mit denen die Fragmentierung des Binnenmarkts für Finanzdienstleistungen
angegangen und Hindernisse für nahtlose grenzüberschreitende Investitionen in der EU
62 The Future of European Competitiveness – A Competitiveness Strategy for Europe.
63 Zwischen 2021 und 2024 hat der EIC bereits rund 350 Mio. EUR für die Förderung des Wachstums von
Startup-Unternehmen im Bereich der Quantentechnik bereitgestellt. Zusätzliche EIC-Investitionen in Quanten-
Scaleup-Unternehmen von bis zu 30 Mio. EUR pro Unternehmen werden im Anschluss an die Aufforderung zur
Einreichung von Vorschlägen im Zuge des EIC-STEP-Scale-up-Programms als Teil der Plattform für strategische
Technologien für Europa vorbereitet.
64 Startschuss zu neuem Dachfonds für europäische Tech-Champions.
65 https://research-and-innovation.ec.europa.eu/strategy/strategy-research-and-innovation/jobs-and-economy/
eustartup-and-scaleup-strategy_en.
66 „Eine modernisierte Kohäsionspolitik: Die Halbzeitüberprüfung“, COM(2025) 163.
67 Savings and investments union – Europäische Kommission.
17
beseitigt werden sollen, auch in Risikokapital, das für die Entwicklung von
Quantentechnologien von entscheidender Bedeutung ist. Die EU wird unter anderem
Beteiligungsinvestitionen institutioneller Anleger fördern, die Kotierungsvorschriften im
Rahmen der Umsetzung des Rechtsakts über die Notierung vereinfachen, Maßnahmen zur
Unterstützung von Ausstiegen von Investoren in Privatunternehmen vorschlagen, gemeinsam
mit der EIB mögliche Initiativen ausloten, die darauf abzielen, private Investitionen in
Risikokapital und Wachstumskapital zu mobilisieren und Hindernisse für nationale
Besteuerungsverfahren zu beseitigen68.
2.3.4 Stärkung der Sicherheit der Lieferkette
Ein dynamisches Quantenökosystem, das durch resiliente Lieferketten unterstützt wird, ist für
die Stärkung der wirtschaftlichen Sicherheit Europas von entscheidender Bedeutung. Auch
wenn die seit Langem bestehende Offenheit der EU für Handel, Investitionen und Forschung
für die Entwicklung des europäischen Quantenökosystems von entscheidender Bedeutung ist
und bleiben wird, bringt sie auch gewisse Herausforderungen mit sich. Einerseits stützen sich
europäische Quantenunternehmen und -forschende auf einen kontinuierlichen
Versorgungsstrom aus vertrauenswürdigen Quellen und profitieren in hohem Maße davon.
Andererseits besteht die Gefahr, dass diese Lieferketten als Waffe eingesetzt werden. Daher ist
es unerlässlich, kritische Schwachstellen in der europäischen Quantenlieferkette zu ermitteln
und zu beseitigen, um die Risiken zu mindern, die sich aus der übermäßigen Abhängigkeit der
EU von außereuropäischen Quellen ergeben. Die Kartierung von Risiken und die genaue
Überwachung der Entwicklung des neu entstehenden Quantenökosystems sind daher ein
wesentlicher Bestandteil des europäischen Ansatzes für den Aufbau einer gesunden, sicheren
und wettbewerbsfähigen technologieintensiven Quantenlandschaft in Europa.
Im Rahmen der Europäischen Strategie für wirtschaftliche Sicherheit69 und der
Beobachtungsstelle für kritische Technologien70 führt die Kommission in enger
Zusammenarbeit mit Interessenträgern und Mitgliedstaaten eine EU-weite
Risikobewertung der Quantentechnik durch, um Schwachstellen in der Lieferkette zu
erfassen. Dabei werden insbesondere Materialien, Komponenten und Schlüsseltechnologien
berücksichtigt. Ziel dieser Bewertungen ist es, strategische Abhängigkeiten, potenzielle
Engpässe und systemische Schwachstellen in der Quantentechnik-Lieferkette zu ermitteln, die
von seltenen Materialien bis hin zu Präzisionskomponenten, Steuerelektronik und Software-
Stacks reichen. Die Ergebnisse werden in gezielte Minderungsmaßnahmen einfließen, darunter
Diversifizierung der Lieferanten, verbesserte europäische Produktionskapazitäten,
Partnerschaften mit Lieferantenländern im Rahmen von Global Gateway und
Risikoteilungsmechanismen. Die ersten Ergebnisse werden für 2026 erwartet. Darüber hinaus
spiegelt sich die Rolle, die Quantentechnik bei der Gewährleistung der Sicherheit und der
öffentlichen Ordnung der EU spielt, in Diskussionen über laufende und künftige Initiativen,
die sich auf sowohl eingehende als auch ausgehende Investitionen beziehen, sowie im
Zusammenhang mit Ausfuhrkontrollen wider.
Aufbauend auf den vorstehenden Erkenntnissen wird der bevorstehende Quantenrechtsakt
die Stärkung des Quantenökosystems und generell die oben genannten
Industrialisierungsanstrengungen weiter unterstützen, indem Anreize für Mitgliedstaaten und
Unternehmen, Investoren und Forschende geschaffen werden, in (Pilot-)Produktionsanlagen
zu investieren, und diese Tätigkeiten im Rahmen groß angelegter EU-weiter Initiativen oder
nationaler oder regionaler Bemühungen unterstützt werden.
68 Gegebenenfalls unter Einhaltung der einschlägigen Vorschriften über staatliche Beihilfen.
69 JOIN(2023) 20 final; https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/PDF/?uri=CELEX:52023JC0020. Diese
Strategie umfasst auch Risikobewertungen im Zusammenhang mit der Technologiesicherheit und dem Abfluss
von Technologie, für die Quantentechnologien bisher einer von vier Schwerpunktbereichen sind.
70 https://defence-industry-space.ec.europa.eu/eu-space/eu-observatory-critical-technologies_en.
18
Einrichtung von sechs neuen Quanten-Pilotproduktionsanlagen im Rahmen des
Gemeinsamen Unternehmens für Chips, um Technologien vom Labor bis zum Markt zu
skalieren [2025]
Veröffentlichung eines Fahrplans für die Industrialisierung von Quantenchips [2026]
Einrichtung einer Quantenentwurfsanlage [2026]
Veröffentlichung eines europäischen Fahrplans für Quantennormen [2026]
Erweiterung des Netzes von Quantenkompetenzclustern [2026]
Durchführung und Fertigstellung EU-weiter Bewertungen von Schwachstellen in der
Lieferkette [2025-2026]
2.4 Bereich 4: Quantentechnik im Weltraum und Quantentechnik mit doppeltem
Verwendungszweck (Sicherheit und Verteidigung)
Quantentechnik birgt das Potenzial für einen doppelten Verwendungszweck. Sie ist daher von
entscheidender Bedeutung, um sowohl die Wettbewerbsfähigkeit Europas als auch seine
strategische Autonomie in den Bereichen Weltraum, Sicherheit und Verteidigung zu stärken.
Die jüngsten Fortschritte im Bereich der Quantentechnik bringen große Vorteile für
Verteidigung und Sicherheit mit sich, einschließlich ultrasicherer Kommunikation,
verbesserter Gefechtsfeldsensorik und optimierter Logistik. Sie können jedoch auch Risiken
bergen, wenn Gegner einen technologischen Vorsprung erlangen. Um ihr Potenzial voll
auszuschöpfen und gleichzeitig diese Risiken zu mindern, werden proaktive politische
Maßnahmen und Aufsichtsmaßnahmen sowie eine enge Koordinierung mit wichtigen Partnern
wie der Europäischen Verteidigungsagentur von entscheidender Bedeutung sein.
Quantentechnik im Weltraum
Quantentechnik bietet strategisch bedeutsame Chancen für europäische Weltraummissionen.
Sichere Quantenkommunikationstechnologien sind bereits in wichtige Weltrauminitiativen der
EU eingebettet, darunter EuroQCI/IRIS² und die Pathfinder-Mission im Bereich der
weltraumgestützten Quanten-Gravimetrie. Die Weltraumaktivitäten der EU umfassen auch die
Förderung von Quanten-Trägheitsnavigationssystemen, einschließlich Prototypen auf der
Grundlage von optischen Quantensensoren im Rahmen des Galileo-Programms, für die
autonome Positionsbestimmung in Umgebungen, in denen globale
Navigationssatellitensysteme (GNSS) absichtlich deaktiviert oder manipuliert wurden. Diese
Prototypen sollen in den kommenden Jahren in Galileo-Satelliten erprobt werden, um ihr
Potenzial für den operativen Einsatz zu bewerten. Parallel dazu werden auch Quantenuhren für
künftige Galileo-Aufrüstungen bewertet. Die Quanteninformatik dürfte auch die
Weltraumtechnik durch fortgeschrittene Rechenkapazitäten optimieren, unter anderem zur
Verbesserung des menschlichen Verständnisses des Universums. Zahlreiche quantenbasierte
Weltraumanwendungen haben auch ein großes Potenzial für militärische und
Aufklärungszwecke.
Zusammen versprechen diese Quantentechnologien erhebliche Fortschritte in Bezug auf die
zeitliche Stabilität, Präzision und Resilienz und stärken die strategische Autonomie Europas
im Hinblick auf die Satellitennavigation. Um das Potenzial der Quantentechnik im Weltraum
weiter auszuloten, wird die Kommission den derzeitigen Rahmen für die Zusammenarbeit mit
der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) ausweiten, um gemeinsam einen Fahrplan für
Quantentechnik im Weltraum zu entwickeln und die Komplementarität und
Synchronisierung von weltraumbezogenen Quantentätigkeiten sicherzustellen.
Quantentechnik für Sicherheit und Verteidigung
Das Potenzial von Quantentechnik für einen doppelten Verwendungszweck bedeutet, dass ihre
Durchbrüche auch erhebliche Vorteile für strategische Sicherheits- und
Verteidigungsanwendungen mit sich bringen können. Beispielsweise könnte die
19
Quanteninformatik Verteidigungsstrategien radikal verändern, indem sie eine schnellere
Entscheidungsfindung ermöglicht und zur Bewältigung komplexer operativer und logistischer
Herausforderungen beiträgt. Sie kann auch dazu beitragen, neue militärische Materialien zu
entwerfen oder sensible Informationen vor Cyberbedrohungen zu schützen.
Quanteninformatik dient der Umwandlung wichtiger Sicherheits- und
Verteidigungsanwendungen wie Simulationen von Flüssigkeitsströmen bei extremer
Temperatur, Verbrennungsdynamik oder Entdeckung hitzebeständiger Materialien.
Quantensensoriktechnologien bieten kritische Fähigkeiten für die Verteidigung, einschließlich
hochpräziser Gravimetrie, Magnetometrie und Trägheitsnavigation. Diese Sensoren
ermöglichen die Erkennung unterirdischer Strukturen, die Verfolgung von U-Booten und eine
fortgeschrittene Bedrohungserkennung. Gleichzeitig gewährleistet die
Quantenkommunikation, insbesondere die Verteilung von Quantenschlüsseln, einen
ultrasicheren Informationsaustausch zwischen terrestrischen und satellitengestützten Netzen
und schützt militärische und Aufklärungsdaten vor Spionage oder künftigen quantenfähigen
Cyberbedrohungen. Sowohl Sensor- als auch Kommunikationstechnologien sind daher
wichtige Voraussetzungen für die strategische Autonomie und operative Überlegenheit
Europas im Verteidigungs- und Sicherheitskontext.
Globale Akteure wie die USA71 und China investieren massiv in weltraumgestützte und
militärische Quantenanwendungen, darunter die vom Globalen Navigationssatellitensystem
(GNSS) unabhängige Navigation, sichere satellitengestützte und terrestrische Kommunikation,
Quanten-LiDAR72 und Quantenradar. Quantentechnik hat auch begonnen, umfassendere
Allianzen und kooperative Rahmenbedingungen zu beeinflussen73.
In der EU sehen mehrere Mitgliedstaaten74 bereits Investitionen in ihre
Verteidigungsprogramme für die Entwicklung von für die Verteidigung geeigneter
Quantentechnik wie Kaltatom-Sensoren, Diamanten-Sensoren oder Quantencomputer vor und
untersuchen Anwendungsfälle wie fortgeschrittene Zeitgebung, GNSS-freie
Positionsbestimmung und Meeresbodenkartografie.
Um die Investitionsmöglichkeiten in Technologien mit doppeltem Verwendungszweck und
kritische Verteidigungstechnologien im Rahmen der EU-Programme zu stärken, hat die
Kommission kürzlich einen Vorschlag75 zur Änderung des Anwendungsbereichs der
einschlägigen bestehenden Instrumente vorgelegt. Die Kommission hat auch Maßnahmen
ergriffen, um Technologien mit doppeltem Verwendungszweck, einschließlich
Quantentechnologie, für die Verteidigung zu nutzen, beispielsweise durch Maßnahmen im
Rahmen des Europäischen Verteidigungsfonds und seines EU-Innovationsprogramms im
Verteidigungsbereich (EUDIS).
All diese Tätigkeiten beruhen auf der Prämisse, dass Europa sicherstellen muss, dass
Quantenentwicklungen zugänglich und sicher und von den Ausfuhrvorschriften von
71 Quantum Benchmarking Initiative: https://www.darpa.mil/research/programs/quantum-benchmarking-
initiative.
72 Ein Quanten-LiDAR ist ein Lichterkennungs- und Entfernungssystem, bei dem Quanteneigenschaften wie die
Verschränkung verwendet werden, um die Empfindlichkeit und Genauigkeit der Zielerfassung und der
Entfernungsschätzung über die klassischen Grenzen hinaus zu erhöhen.
73 Z. B. BRICS And Quantum Computing.
74 Z. B. Frankreich (PROQCIMA-Programm für Quantensensoren für die Verteidigung –
https://quantique.france2030.gouv.fr/acces-aux-marches/programme-proqcima), Deutschland
(Quantenkommunikation und -sensorik im Rahmen des BMBF), Italien (Kaltatom-Sensoren für GNSS-freie
Navigation), Österreich (Quantenuhren und Trägheitssensoren), Finnland (tragbare Quantensensoriksysteme für
die Verwendung im Verteidigungsbereich).
75 COM(2025) 188 vom 22.4.2025: Vorschlag für eine Verordnung zur Änderung der Verordnungen
(EU) 2021/694, (EU) 2021/695, (EU) 2021/697, (EU) 2021/1153, (EU) 2023/1525 und (EU) 2024/795 im
Hinblick auf Anreize für verteidigungsbezogene Investitionen im EU-Haushalt zur Umsetzung des Plans „ReArm
Europe“.
20
Drittländern unberührt bleiben und gleichzeitig mit den europäischen Verteidigungs- und
Sicherheitszielen im Einklang stehen.
Die EU und die NATO erkennen Quantentechnik auch als missionskritische Voraussetzung für
Aufklärung, Überwachung, Navigation und sichere Infrastruktur an. Im Jahr 2024 gründete die
NATO die Transatlantic Quantum Community mit dem Ziel, zu einer „quantenfähigen
Allianz“ zu werden. Die Kommission und die NATO diskutieren im Rahmen des strukturierten
Dialogs zwischen der EU und der NATO über neu entstehende und disruptive Technologien
(EDT) im Bereich der Quantentechnik.
In der Europäischen Strategie für die innere Sicherheit und dem Europäischen
Verteidigungsfonds wird die Quantentechnik als Schlüsselbereich für die Gewährleistung der
langfristigen Sicherheit und des technologischen Vorsprungs der EU genannt. Laut dem
Weißbuch zur europäischen Verteidigung – Bereitschaft 2030 verfügt Quantentechnik auch
über die Fähigkeit, traditionelle Ansätze für die Kriegsführung zu sprengen und völlig neu zu
gestalten. In dem Weißbuch wird angekündigt, dass die Kommission mit relevanten
Quantenfortschritten, -initiativen und -programmen zum Europäischen
Rüstungstechnologiefahrplan beitragen wird. Dies wird die Transformation der Verteidigung
beschleunigen und Investitionen in fortgeschrittene technologische Fähigkeiten mit doppeltem
Verwendungszweck auf EU-, nationaler und privater Ebene mobilisieren.
Um diese Bemühungen zu steuern, wird die Kommission bis 2026 einen speziellen Fahrplan
für Quantensensorik in der Weltraum- und Verteidigungstechnik ausarbeiten, in dem die
Prioritäten auf die zivilen, sicherheits- und verteidigungspolitischen Gemeinschaften
abgestimmt werden. Dies wird dazu beitragen, Investitionen in Quantensensoren der nächsten
Generation, auch für Gravimetrie, Navigation und fortgeschrittene Bedrohungserkennung, zu
koordinieren.
Parallel dazu wird die EU ab 2026 Spin-in-Initiativen auf den Weg bringen, um die Einführung
ziviler Quanteninnovationen in Sicherheits- und Verteidigungsanwendungen zu
beschleunigen. Diese Initiativen werden Spitzenunternehmen und Forschungsgruppen mit
Akteuren im Verteidigungsbereich verbinden, was dazu beitragen wird, die
Entwicklungszyklen zu verkürzen und den technologischen Vorsprung Europas bei
Fähigkeiten mit Potenzial für einen doppelten Verwendungszweck zu stärken.
Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung mit der ESA zur Entwicklung eines
Fahrplans für Quantentechnik im Weltraum [2. Quartal 2025]
Entwicklung eines Fahrplans für Quantensensorik in der Weltraum- und
Verteidigungstechnik [2026]
Beitrag zum Europäischen Rüstungstechnologiefahrplan [4. Quartal 2025]
Start von Spin-in-Initiativen zur Einbindung ziviler Unternehmen und der Wissenschaft
für Verteidigungsanwendungen [ab 2026]
2.5 Bereich 5: Quantenkompetenzen
Europa hat eine starke Basis akademischer Quantenfachkräfte aufgebaut. Die Europäische
Union hat im Vergleich zur Bevölkerung weltweit die höchste Zahl von Absolventinnen und
Absolventen in für die Quantentechnik relevanten Fächern mit jährlich über
110 000 Absolventinnen und Absolventen76 in Physik, IKT, Ingenieurwesen und verwandten
Fächern. Gemäß der strategischen Forschungs- und Industrieagenda 2030 der Leitinitiative zur
Quantentechnik77 verfügt Europa über mehr als 40 spezialisierte Masterprogramme in den
Bereichen Quantentechnik und Quanteningenieurwesen. Dies reicht jedoch nach wie vor nicht
76 Global Comparison of STEM Education | SpringerLink.
77 Strategic Research and Industry Agenda 2030 (Quantum Flagship): https://qt.eu/media/pdf/Strategic-Reseach-
and-Industry-Agenda-2030.pdf.
21
aus, um die prognostizierte Nachfrage bei Start-up-Unternehmen und Industrie in der EU zu
decken, die mit einem erheblichen Fachkräftemangel zu kämpfen haben. Am kritischsten sind
die Engpässe in angewandten Bereichen78, einschließlich Quantensoftwaretechnik, -
systemintegration und -cybersicherheit, wodurch die Vermarktung für in der EU ansässige
Start-up- und Scale-up-Unternehmen verlangsamt wird.
Im Rahmen der Union der Kompetenzen79 ergreift die Kommission mehrere Initiativen, um
den Fachkräftemangel zu beheben, auch im Zusammenhang mit Quantentechnik. Die
Kommission wird 2026 eine virtuelle Europäische Akademie für Quantenkompetenzen
einrichten, die als zentrale Anlaufstelle dienen soll, die die bestehenden Ausbildungsangebote
und praktischen Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Quantentechnik auf allen
Bildungsebenen sichtbar macht. Im Rahmen dieser Initiative wird die Kommission die
Zusammenarbeit mit Hochschulen, Ausbildungseinrichtungen, der Forschungsgemeinschaft
und Partnern aus der Industrie bei der Konzeption und Durchführung von
Bildungsprogrammen und eigenständigen Schulungsmodulen durch einen interdisziplinären
Ansatz fördern. Die Programme umfassen gemeinsame Lehrpläne auf den ISCED-Stufen 7
(Master- oder gleichwertiges Studium) oder 8 (Doktoranden- oder gleichwertiges Studium),
die unter Verwendung des Europäischen Systems zur Übertragung und Akkumulierung von
Studienleistungen (ECTS) zu einem Abschluss führen. Virtuelle Studienmessen und
Stipendienprogramme werden derartige Programme fördern.
Um zukunftsorientierte Kompetenzen zu fördern, wird die Kommission darüber hinaus die
Entwicklung innovativer gemeinsamer europäischer Studienprogramme erleichtern, auch in
strategischen Sektoren und wichtigen technologischen Bereichen wie Quantentechnik. Dies
wird möglicherweise durch ein europäisches Gütesiegel auf der Grundlage gemeinsam
vereinbarter Kriterien erfolgen.
Darüber hinaus wird die Akademie im Einklang mit dem Ziel, globale Fachkräfte der Union
der Kompetenzen anzuziehen und zu halten, quantenbezogene Stipendienprogramme
unterstützen, die es hoch qualifizierten Doktoranden aus der EU und Drittländern sowie jungen
Fachkräften, die außerhalb der EU leben, ermöglichen, in der EU zu arbeiten.
Um ihre Aktivitäten auszuweiten und zu verbreiten, wird die Akademie Kommunikations- und
Sensibilisierungsmaßnahmen entwickeln. Dazu gehören unter anderem eine spezielle Landing-
Page, die als Quanten-Talentportal fungiert und in die Plattform für digitale Kompetenzen
und Arbeitsplätze integriert ist, Module zur Lehrerfortbildung für Lehrkräfte im Hochschul-
und Sekundarbereich, um die Aneignung von Quantenkompetenz in die frühe Bildung zu
integrieren, sowie der Austausch bewährter Verfahren mit den Mitgliedstaaten und
berechtigten Drittländern.
Die Öffentlichkeitsarbeit der virtuellen Akademie wird darauf abzielen, das Bewusstsein der
Öffentlichkeit zu schärfen und das gesellschaftliche Verständnis, das Vertrauen und das
informierte politische Engagement im Bereich der Quantentechnik zu verbessern. Wichtig ist,
dass ihre Kommunikations- und Sensibilisierungsmaßnahmen auch dazu beitragen werden, die
Vielfalt zu stärken und das erhebliche geschlechtsspezifische Gefälle, das bei
Quantenfachkräften in Europa nach wie vor besteht, zu beseitigen80.
Während die virtuelle Akademie einen ersten wichtigen Schritt darstellt, besteht die
langfristige Vision darin, mehrere vernetzte Akademien einzurichten, die in der gesamten EU
verteilt sind und mit Quantenkompetenzclustern sowie Halbleiter-Kompetenzzentren
verknüpft sind, um ihre Wirksamkeit zu vervielfachen.
78 IQM-State-of-Quantum-2025.pdf, RAND Europe: Quantum’s Future Workforce Needs More Than Physicists.
79 COM/2025/90 final.
80 In der Hochschulausbildung und in Berufen im MINT-Bereich bestehen erhebliche geschlechtsspezifische
Ungleichgewichte. Siehe 2024 She Figures report.
22
Darüber hinaus wird die Kommission im Rahmen des Programms Digitales Europa81 ein
Pilotprojekt für ein Quantenausbildungsprogramm unterstützen, um eine Pipeline von
Quantenspezialisten vorzubereiten, die an praxisnahen Projekten ausgebildet wurden und für
den (Wieder-)Einstieg in den EU-Arbeitsmarkt bereit sind, und Rückkehrprogramme für
Fachkräfte einzuführen. Um für weitere positive Wechselwirkungen zwischen Wissenschaft
und Industrie zu sorgen, wird die Kommission außerdem ab 2026 europäische Wettbewerbe
für fortgeschrittene digitale Kompetenzen entwickeln, bei denen junge Menschen in die
gemeinsame Erarbeitung von quantengestützten Lösungen für zentrale gesellschaftliche und
industrielle Herausforderungen einbezogen werden und die kreatives und innovatives Denken
fördern.
Da sich die Technik rasch weiterentwickelt, entwickelt und verändert sich auch der
Qualifikationsbedarf von Berufsprofilen im Quantenbereich. Daher müssten Anbieter
allgemeiner und beruflicher Bildung sowie die Erfordernisse der Industrie und der
Arbeitskräftebedarf kontinuierlich überwacht werden. Im Rahmen der Union der Kompetenzen
wird die Europäische Beobachtungsstelle für Kompetenzen die Entwicklungen beim
Qualifikationsbedarf in strategischen Sektoren in Europa zeitnah überwachen.
Der Europäische Innovationsrat wird 2025 auch ein Pilotprogramm für Gastforschende in
Quantentechnik-Start-ups auf den Weg bringen. Diese Maßnahme wird die gezielte
Vermittlung von Forschenden im Einklang mit den besonderen Bedürfnissen
wachstumsstarker Unternehmen erleichtern. Dies wird durch eine spezielle Plattform zur
Vernetzung von Forschenden und innovativen Start-up- und Scale-up-Unternehmen
ermöglicht.
Schließlich wird die Kommission ein europäisches Programm zur Mobilität von
Quantenfachkräften auf den Weg bringen, um die internationale Arbeitskräftemobilität und
die Kompetenzentwicklung zwischen der EU, den Mitgliedstaaten und den Partnerländern zu
fördern, einschließlich Stipendien für Doktoranden aus Nicht-EU-Ländern und
Berufseinsteiger im Quantenbereich, wobei bestehende Arbeitskräfte gehalten und unterstützt
werden sollen, um die Abwanderung hoch qualifizierter Kräfte zu vermeiden. Um
herausragende internationale Quantenforschende anzuziehen, zu entwickeln und zu halten,
wird die Kommission auch die Marie-Skłodowska-Curie-Aktion „MSCA Choose Europe“
erproben, die sich unter anderem auch an Quantenforschende richtet.
Einrichtung der Europäischen Akademie für Quantenkompetenzen [2026]
Start der europäischen Wettbewerbe für fortgeschrittene digitale Kompetenzen im
Quantenbereich [ab 2026]
Start eines Pilotprogramms für Gastforschende in Quantentechnik-Start-ups [2025]
Start des europäischen Programms zur Mobilität von Quantenfachkräften [ab 2026]
3 Strategischer Umsetzungsrahmen für ein Quanten-Europa
3.1 Die wichtigsten Umsetzungskomponenten der Strategie für ein Quanten-Europa
Das europäische Quantenfeld weist einzigartige Merkmale auf: Die Quantentechnik ist nach
wie vor im Entstehen begriffen und viele ihrer Kernkomponenten – sowohl Hardware als auch
Software – befinden sich noch in einem frühen Reifestadium. Ihre traditionelle, lineare
Weiterentwicklung von der Grundlagenwissenschaft bis zur Marktreife würde 10 bis 15 Jahre
dauern. Um den Prozess zu beschleunigen, wird die folgende maßgeschneiderte
Umsetzungslogik für den Technologielebenszyklus eingeführt, wobei Forschung,
81 https://digital-skills-jobs.europa.eu/en/opportunities/funding/digital-2025-skills-08-quantum-academy-
stepsectoral-digital-skills-academies.
23
Innovation, Infrastruktur und frühzeitige Markterschließung in einem kontinuierlichen
Kreislauf eng integriert werden.
Ein Lebenszyklusansatz ist im europäischen Ökosystem besonders wichtig, da es in allen
Quantenbereichen nach wie vor große wissenschaftliche und technische Hindernisse82
gibt, die angegangen und in konkrete Technologien umgewandelt werden müssen. Europa
muss nicht nur diese Probleme lösen, sondern zudem die sich ergebenden Lösungen zügig in
marktreife Anwendungen überführen, bevor globale Wettbewerber eine strategische Dominanz
erzielen.
Um die wissenschaftlichen und technischen Hindernisse anzugehen, wird die Initiative für
Quantenforschung und -innovation in Europa (siehe Abschnitt 2.1 oben) Folgendes
unterstützen:
Gezielte Anstrengungen im Bereich Wissenschaft und Technologie (W&T) mit
Schwerpunkt auf der Bewältigung der derzeitigen zentralen Herausforderungen im
Bereich W&T, die den Fortschritt in allen Quantenbereichen begrenzen. Diese werden
hauptsächlich durch Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen nach dem Top-
Down-Prinzip angegangen, welche die üblichen Aufforderungen nach dem Bottom-
Up-Prinzip ergänzen.
Marktstörende Forschungs- und Innovationstätigkeiten und gezielte
Maßnahmen zur Reifung spezifischer Quanten- und grundlegenden
Technologien. Ziel ist es, das Risiko von Quanteninnovationen zu verringern und den
Transfer wichtiger Forschungsergebnisse für die industrielle Nutzung zu
beschleunigen.
Darüber hinaus wird zur Stärkung der vorstehenden Ausführungen folgender Ansatz verfolgt:
Ein „Grand Challenge“-Mechanismus
Die großen Herausforderungen oder „Grand Challenges“ in der Quantentechnik werden als
strategische Instrumente zur Bewältigung genau definierter quantentechnischer Probleme, die
eine große Wirkung haben, dienen. Mit diesen Grand Challenges sollen Wissenschaftler,
industrielle Nutzer, Hersteller, Integratoren und Akteure aus den Bereichen Quantentechnik
und grundlegende Technologien koordiniert zusammengebracht werden. Dies soll auf ähnlich
ambitionierte und strukturierte Weise erfolgen wie bei früheren auftragsorientierten Initiativen.
Sie werden sich auf einzelne Start-up-/Scale-up-Unternehmen konzentrieren und sie durch
einen wettbewerbsorientierten und kooperativen Entwicklungsprozess bei der Umsetzung ihres
bahnbrechenden Technologiefahrplans unterstützen. Eine Grand Challenge wird sie mit
führenden industriellen Nutzern und Forschenden zusammenbringen, um gemeinsam kritische,
skalierbare Quantenlösungen zu entwickeln. Die Beteiligung führender industrieller Nutzer ist
von entscheidender Bedeutung, damit Start-up-Unternehmen die industriellen Anforderungen
erfüllen und ihre Technologien im industriellen Umfeld validieren können. Gegebenenfalls
können Akteure aus dem Verteidigungsbereich, einschließlich Verteidigungsministerien und
Verteidigungsunternehmen, als Endnutzer an bestimmten Grand Challenges teilnehmen.
Die für die Grand Challenge ausgewählten Start-up-/Scale-up-Unternehmen werden von einer
Kombination von Instrumenten (Finanzhilfen, Beteiligungskapital, Darlehen oder anderen
Mischfinanzierungsinstrumenten) profitieren. Von Anfang an werden sowohl öffentliche als
82 Beispiele für solche Hindernisse sind skalierbare Quantenfehlerkorrektursysteme, Quantenverbundsysteme für
modulare Architekturen und kryogene Steuerungselektronik in der Quanteninformatik, Langstrecken-
Quantenrepeater, geräteunabhängige Verschränkungsverteilung und sichere Netze ohne vertrauenswürdige
Knoten in der Quantenkommunikation sowie miniaturisierte mobile Gravimeter, hochauflösende Q-MRT-
Systeme und Trägheitssensoren für die GNSS-unabhängige Navigation in der Quantensensorik.
24
auch private Finanzakteure einbezogen, um die Ausrichtung auf die strategischen
Investitionsziele sicherzustellen und maximale Wirkung zu erzielen.
Zwischen 2025 und 2027 wird die Kommission gemeinsam mit der Europäischen
Investitionsbank und den Mitgliedstaaten mindestens zwei dieser Grand Challenges
testen. Die erste Grand Challenge wird sich auf fehlertolerante Quanteninformatiksysteme
konzentrieren, die komplexe industrielle Probleme lösen können; die zweite zielt auf
quantengestützte Ortungs-, Navigations- und Zeitgebungssysteme für Umgebungen ab, in
denen die globalen Navigationssatellitensysteme nicht funktionieren. Vorbehaltlich
verfügbarer Finanzmittel können weitere Grand Challenges folgen, beispielsweise bei der
durch Quantentechnik optimierten medizinischen Bildgebung (Q-MRT), um die
Früherkennung von Krankheiten und die personalisierte Medizin zu unterstützen.
Ein Technologie-Lebenszyklusansatz
All diese Bemühungen werden durch einen Technologie-Lebenszyklusansatz untermauert,
bei dem die fünf strategischen Bereiche der Strategie für ein Quanten-Europa in einen
koordinierten und iterativen Entwicklungsprozess integriert werden, der eine kontinuierliche
Iteration zwischen Entdeckung, Entwicklung, Testung und Einführung ermöglicht.
Die in Abschnitt 2.2 beschriebenen öffentlichen Quanteninfrastrukturen und Pilotanlagen
Europas sind für dieses Modell von zentraler Bedeutung. Diese Einrichtungen schaffen eine
Brücke zwischen Forschung und Industrialisierung. Ihr Aufbau, ihre Pflege und ihre
Skalierung bilden die wesentlichen physischen und organisatorischen Grundlagen für die
weitere Stärkung und Förderung des gesamten Quantenökosystems. Sie können dazu beitragen,
Forschung in praktische Anwendungen umzusetzen, indem sie die Versuchsumgebungen,
Einrichtungen und Netze bereitstellen, die erforderlich sind, um Forschungsdurchbrüche zu
testen, zu validieren und zu skalieren. Sie eignen sich auch ausgezeichnet, um Fachkräfte
anzuziehen sowie praktische Anwendungen und Anwendungsfälle zu entwickeln. Schließlich
helfen sie Start-ups und KMU im Bereich der Quantentechnik, Zugang zu den neuesten
Technologieplattformen und Laboreinrichtungen zu erhalten, wo sie ihre Prototypen
weiterentwickeln und auf die industrielle Einführung vorbereiten können. Das föderierte Netz
von Quantenkompetenzclustern wird darüber hinaus als Katalysator für diesen förderlichen
Lebenszyklusansatz fungieren, indem es Forschungseinrichtungen, Start-up-Unternehmen,
Scale-up-Unternehmen, große Industrieunternehmen und Infrastrukturanbieter miteinander
verbindet und so Brücken zwischen wissenschaftlichen und industriellen Akteuren schafft.
Um sicherzustellen, dass der Lebenszyklus sowohl robust als auch zweckmäßig ist, werden
zentrale Leistungsindikatoren (KPI), die Verfolgung von Meilensteinen und ein Benchmarking
anhand bestehender Technologien eingerichtet.
Schließlich führt dieses integrierte Modell zu einer Angleichung der Strategien der EU und der
Mitgliedstaaten, indem Investitionen auf gemeinsame Ziele konzentriert und koordinierte
Feedback-Schleifen geschaffen werden. Dadurch wird Doppelarbeit vermieden, eine kritische
Masse aufgebaut und der globale Einfluss Europas bei der Gestaltung der Entwicklung und
Einführung von Quantentechnik gestärkt.
4 Internationale Zusammenarbeit
Vor dem Hintergrund zunehmender geopolitischer Unsicherheit und ihrer direkten
Auswirkungen auf die globale Investitions- und Handelslandschaft muss Europa seine
Interessen schützen und gleichzeitig seine Offenheit wahren und proaktiv mit
vertrauenswürdigen Partnern zusammenarbeiten. Dies spiegelt sich in einer Reihe neuer
politischer Maßnahmen der EU wider, darunter ihre internationale Digitalstrategie und ihre
Strategie für wirtschaftliche Sicherheit.
25
Zu den vorrangigen Partnern zählen gleich gesinnte Länder, insbesondere diejenigen, mit
denen die EU bereits technologische und handelspolitische Fragen im Rahmen von
Freihandelsabkommen, Handels- und Technologieräten83 oder Digitalpartnerschaften84
koordiniert. Die Kommission beabsichtigt, diese Zusammenarbeit durch Initiativen
auszuweiten, die gemeinsame Forschungsprogramme, koordinierte Aufforderungen zur
Einreichung von Vorschlägen, den Austausch von Fachwissen, den gegenseitigen Zugang zu
Infrastrukturen, abgestimmte Rahmen für geistiges Eigentum und die Ausarbeitung globaler
Quantennormen umfassen. Sie wird auch ihre Kräfte für konkrete Quantenanwendungen in
sektorbezogenen Politiken bündeln, z. B. zur Entwicklung neuer Werkstoffe. In diesem
Zusammenhang hat die EU bereits mit der Umsetzung gemeinsamer Forschungs- und
Innovationsprojekte im Bereich Quantentechnik mit Japan, der Republik Korea und Kanada
begonnen.
Die EU wird auch mit den rasch wachsenden Quantenökosystemen zusammenarbeiten, die
wirtschaftliche Chancen für EU-Unternehmen bieten, der Quantenindustrie der EU auf
globaler Ebene Wettbewerbsimpulse geben und für europäische Quantenunternehmen einen
Weg zur Diversifizierung von Partnerschaften und zur Verringerung von Abhängigkeiten
bereitstellen. Dieser Ansatz wird als Richtschnur für bilaterale und multilaterale
Partnerschaften dienen, die auf gemeinsamen Werten, gegenseitigem Vertrauen und der
Komplementarität von Fähigkeiten und Märkten beruhen, und gleichzeitig ein angemessenes
Schutzniveau für die Interessen der EU in strategischen Bereichen gewährleisten.
Darüber hinaus wird die EU ihre quantenbezogene Präsenz in internationalen
Normungsgremien, Handelsdialogen und multilateralen Quantenallianzen stärken.85
Bei allen vorstehend genannten Maßnahmen wird die Kommission eng mit den Mitgliedstaaten
zusammenarbeiten, um einen kohärenten europäischen Rahmen für die internationale
Zusammenarbeit im Quantenbereich zu schaffen, in dem vorrangige Länder und Bereiche für
eine strukturierte Zusammenarbeit festgelegt werden. Sie wird auch gemeinsame
diplomatische Initiativen und die Entwicklung gemeinsamer europäischer Standpunkte zu
Quantentechnik unterstützen, um sicherzustellen, dass die Stimme Europas bei der Gestaltung
der globalen Governance und der Ethik bei Quanteninnovationen verstärkt wird.
Ausweitung und Einleitung neuer bilateraler und multilateraler Kooperationsinitiativen
mit gleich gesinnten Ländern [ab 2025]
Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten an einem europäischen Rahmen für die
internationale Zusammenarbeit im Quantenbereich [ab 2025]
5 Governance
Eine starke und inklusive Governance auf EU-Ebene ist von entscheidender Bedeutung, um
die Umsetzung der Strategie für ein Quanten-Europa zu steuern, zu koordinieren und zu
überwachen und die Beteiligung der gesamten Union zu fördern, und zwar sowohl im Hinblick
auf die Einbeziehung aller Mitgliedstaaten und Vertreter aller Arten von Interessenträgern aus
dem Quantenbereich als auch auf die Gewährleistung eines ausgewogenen
Geschlechterverhältnisses.
83 Mit den USA und Indien.
84 Mit Kanada, Japan, Singapur und Südkorea.
85 Auf dem G7-Gipfel im Juni 2025 erkannten die Staats- und Regierungschefs das transformative Potenzial der
Quantentechnik an und sagten zu, durch eine gemeinsame G7-Arbeitsgruppe Investitionen zu erhöhen, eine
vertrauenswürdige globale Zusammenarbeit zu fördern und die Verbindungen zwischen den nationalen
Messinstituten zu stärken. Siehe: Kananaskis Common Vision for the Future of Quantum Technologies.
26
Erstens wird ein hochrangiger Beirat, der sich aus führenden europäischen
Quantenwissenschaftlern und Technologieexperten zusammensetzt, unabhängige strategische
Beratung zur Umsetzung der Strategie für ein Quanten-Europa anbieten.
Zweitens wird ein strukturierter Rahmen für die Zusammenarbeit mit den
Mitgliedstaaten für eine kohärente Umsetzung in allen EU-Programmen und nationalen
Programmen, die Koordinierung jährlicher Fortschritte in den fünf strategischen Bereichen und
die Überwachung der Entwicklung von Sicherheit und Resilienz der Quantenlieferketten und
ihrer Schlüsselkomponenten sorgen. Eine spezielle Expertengruppe, die alle
Mitgliedstaaten86 zusammenbringt, arbeitet bereits aktiv und wird nach der Änderung der
Verordnung zur Gründung des Gemeinsamen Unternehmens EuroHPC eng in die künftige
Arbeit des Verwaltungsrats des GU EuroHPC einbezogen werden.
Schließlich wird die Kommission ihre enge Interaktion mit der gesamten europäischen
Quantengemeinschaft, einschließlich Hochschulen, Start-up-Unternehmen, Akteuren aus der
Industrie sowie Interessenträgern im Bereich Innovation und deren Vertretern, fortsetzen.
6 Schlussfolgerungen
Die Quantentechnik befindet sich an einem Wendepunkt. Die EU hat sich als weltweit führend
in der Quantenforschung etabliert und den Grundstein für eine wettbewerbsfähige industrielle
Basis gelegt. Der weltweite Wettlauf um die Nutzung von Quantentechnologien spitzt sich
jedoch zu. Führende Nationen erhöhen die öffentlichen Investitionen, koordinieren nationale
Strategien und konsolidieren Forschungs- und Industriepipelines, um technologische
Souveränität und wirtschaftliche Vorteile zu erreichen. Das Potenzial von
Quantentechnologien für einen doppelten Verwendungszweck kann auch ihre Sicherheits- und
Verteidigungsfähigkeiten verbessern. Gleichzeitig werden private Investitionen zum
Hauptunterscheidungsmerkmal zwischen Erfolg und Misserfolg. Um wettbewerbsfähig zu
bleiben, die Werte zu gestalten, die der Quanteninnovation zugrunde liegen, und die
wirtschaftlichen, sicherheitspolitischen und sonstigen Vorteile seiner eigenen intellektuellen
Führung voll auszuschöpfen, muss Europa umgehend, klar und geschlossen handeln.
Jetzt ist der Zeitpunkt, an dem Europa eine Führungsrolle übernehmen muss. Diese Strategie
ist nicht endgültig, sondern ein sich weiterentwickelnder Rahmen für die Quantenzukunft
Europas. Sie erfordert das gemeinsame Engagement der EU, der Mitgliedstaaten, der Industrie,
der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft insgesamt. Wenn dieses Unternehmen erfolgreich
ist, wird die Quantentechnik die nächste technologische Revolution ankurbeln und die
Wettbewerbsfähigkeit der EU untermauern, und Europa wird eine Vorreiterrolle einnehmen
und sie zu seinen eigenen Bedingungen gestalten.
86 European Quantum Technology Coordination Group of Member States Representatives.
27
ANLAGE
Strategie für ein Quanten-Europa – Zusammenfassung der Maßnahmen
Bereich 1: Initiative für Quantenforschung und -innovation
Änderung der Verordnung über das GU EuroHPC, um seinen Zuständigkeitsbereich auf
alle Quantentechnologien auszuweiten und in einem ersten Schritt die vorhandenen FuI-
Aktivitäten im Quantenbereich von Horizont Europa auf das GU zu übertragen
[3. Quartal 2025]
Vorlage des Vorschlags für einen Quantenrechtsakt [2026]
Durchführung von zwei Grand Challenges im Quantenbereich (fehlertolerante
Quanteninformatik und Quantensysteme für Ortung, Navigation und Zeitgebung) [2025-
2027]
Bereich 2: Quanteninfrastrukturen in Europa
Veröffentlichung des EU-Fahrplans für Quanteninformatik und -simulation [2026]
Erhöhung der Anzahl und Kapazität von EuroHPC-basierten
Quanteninformatiksystemen [ab 2026]
Einrichtung eines Überwachungsrahmens für Quanteninformatik [2026]
Aufbau des ersten innerhalb der EU vernetzten, experimentellen terrestrischen und
weltraumgestützten sicheren Quantenkommunikationsnetzes [bis 2030]
Veröffentlichung eines Fahrplans für die Quantenkommunikation [2026]
Einführung einer Pilotanlage für das europäische Quanten-Internet [2026]
Einführung eines europaweit verteilten Gravimetersystems [ab 2026]
Veröffentlichung eines Fahrplans für die Quantensensorik [2026]
Aufbau einer europäischen Q-MRT-Pilotinfrastruktur und deren Ausbau in ganz Europa
[ab 2025]
Bereich 3: Quantenökosystem in Europa
Einrichtung von sechs neuen Quanten-Pilotproduktionsanlagen im Rahmen des
Gemeinsamen Unternehmens für Chips [2025]
Einrichtung einer Quantenentwurfsanlage [2026]
Veröffentlichung eines Fahrplans für die Industrialisierung von Quantenchips [2026]
Veröffentlichung eines europäischen Fahrplans für Quantennormen [2026]
Erweiterung des Netzes von Quantenkompetenzclustern [2026]
Durchführung und Fertigstellung EU-weiter Bewertungen von Schwachstellen in der
Lieferkette [2025-2026]
Bereich 4: Quantentechnik im Weltraum und Quantentechnik mit Potenzial für einen
doppelten Verwendungszweck (Sicherheit und Verteidigung)
Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung mit der ESA zur Entwicklung eines
Fahrplans für Quantentechnik im Weltraum [2. Quartal 2025]
Entwicklung eines Fahrplans für Quantensensorik in der Weltraum- und
Verteidigungstechnik [2026]
Beitrag zum Europäischen Rüstungstechnologiefahrplan [4. Quartal 2025]
Start von Spin-in-Initiativen zur Einbindung ziviler Unternehmen und der Wissenschaft
für Verteidigungsanwendungen [ab 2026]
Bereich 5: Quantenkompetenzen
Einrichtung der Europäischen Akademie für Quantenkompetenzen [2026]
Start der europäischen Wettbewerbe für fortgeschrittene digitale Kompetenzen im
Quantenbereich [ab 2026]
Start eines Pilotprogramms für Gastforschende in Quantentechnik-Start-ups [2025]
Start des europäischen Programms zur Mobilität von Quantenfachkräften [ab 2026]
28
Internationale Zusammenarbeit
Einleitung bilateraler und multilateraler Kooperationsinitiativen [ab 2025]
Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten an einem europäischen Rahmen für die
internationale Zusammenarbeit im Quantenbereich [ab 2025]
Drucksache 453/25- 29 -]
Relationen
- authored ← Europäische Kommission
- part_of_vorgang → Mitteilung der Kommission an das Europäische Parlament und den Rat Strategie für ein Quanten-Europa: Ein Quanten-Europa in einer Welt im Wan (Unterrichtung)