Einfluss von Lobbyinteressen der Gaswirtschaft auf die Kraftwerksstrategie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie
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Einfluss von Lobbyinteressen der Gaswirtschaft auf die Kraftwerksstrategie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5888
21. Wahlperiode 11.05.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Jörg Cezanne, Janine Wissler, Doris Achelwilm, Dr. Dietmar
Bartsch, Desiree Becker, Janina Böttger, Agnes Conrad, Mirze Edis, Christian
Görke, Cem Ince, Cansin Köktürk, Ina Latendorf, Tamara Mazzi, Pascal Meiser,
Zada Salihović, Lisa Schubert, Ines Schwerdtner, Isabelle Vandre, Sarah Vollath,
Sascha Wagner, Anne Zerr und der Fraktion Die Linke
Einfluss von Lobbyinteressen der Gaswirtschaft auf die Kraftwerkstrategie des
Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie
Mitte Januar 2026 hat Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und
Energie, über Grundsatzfragen einer Kraftwerkstrategie in beihilferechtlichen
Verhandlungen mit der EU-Kommission eine Einigung erzielt. Nun ist ein
Referentenentwurf des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie
(BMWE) zum Gesetz zur Sicherung der Versorgungssicherheit Strom und zur
Bereitstellung neuer Kapazitäten (Strom-Versorgungssicherheits- und
Kapazitätengesetz – StromVKG) mit Bearbeitungsstand vom 20. April 2026 öffentlich
geworden.
Medienberichten (Quellen siehe unten) zufolge fragte das BMWE proaktiv
Konzerne wie RWE und EnBW an, um Ausschreibungskriterien für
Gaskraftwerke zu konkretisieren. Die Fragestellenden sind tief besorgt über die
einseitige Anhörung von Interessen von im Gasgeschäft tätigen Konzernen.
Gleichzeitig scheinen die Einwände und Meinungen von Batterieherstellern nicht im
gleichen Maße berücksichtigt zu werden.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche dienstlichen Kontakte wie Veranstaltungen, Konferenzen,
Sitzungen, Beratungen, Gespräche, Dienstreisen, Treffen, Telefonate,
schriftlicher Austausch etc. zur Vorbereitung des Referentenentwurfs zum
StromVKG gab es seit Beginn der Legislaturperiode zwischen der
Leitungsebene des BMWE (Bundesministerin für Wirtschaft und Energie,
Katherina Reiche sowie Staatssekretärinnen und Staatssekretäre) mit
Unternehmen, Verbänden, Nichtregierungsorganisationen oder sonstigen
Akteuren (bitte nach Datum, besprochenen Themen und nach Teilnehmenden
chronologisch auflisten)?
2. Wurde auf Leistungen externer Beratung für die Erstellung des Entwurfs
des StromVKG zurückgegriffen, und wenn ja, auf welche?
3. Ist es zutreffend, dass das BMWE bei EnBW ergänzende Regeln zur
Zehn‑Stunden-Regel angefragt hat, wie der „SPIEGEL“ am 15. April 2026
berichtete (www.spiegel.de/wirtschaft/katherina-reiches-ministerium-bat-en
bw-um-argumente-fuer-gaskraftwerke-a-1ce69ada-8eff-444b-a7f9-4eaf4d6
e5447), und wenn ja,
a) warum ließ sich das BMWE von EnBW beraten,
b) welche konkreten Empfehlungen machte EnBW,
c) teilt die Bundesregierung die Auffassung der Fragestellenden, dass
EnBW in Bezug auf Ausschreibungskriterien womöglich befangen sein
könnte, weil EnBW sich potenziell an den Ausschreibungen zur
Errichtung neuer Gaskraftwerke beteiligen könnte,
d) welche Textbausteine oder anderen Expertisen sind bei der Erstellung
des Referentenentwurfs zum StromVKG gegebenenfalls direkt
übernommen oder als Grundlage für diese genommen worden?
4. Hat das BMWE ein Positionspapier bei RWE angefragt, wie im
„Handelsblatt“ am 23. Februar 2026 berichtet (www.handelsblatt.com/unternehmen/
energie/energie-lobby-papier-rwe-setzt-auf-gas-und-will-batteriespeicher-a
usgrenzen/100201683.html), und wenn ja,
a) warum ließ sich das BMWE von RWE beraten,
b) welche konkreten Empfehlungen machte RWE,
c) teilt die Bundesregierung die Auffassung der Fragestellenden, dass
RWE in Bezug auf Ausschreibungskriterien womöglich befangen sein
könnte, weil RWE sich potenziell an den Ausschreibungen zur
Errichtung neuer Gaskraftwerke beteiligen könnte,
d) welche Textbausteine oder anderen Expertisen sind bei der Erstellung
des Referentenentwurfs zum StromVKG gegebenenfalls direkt
übernommen oder als Grundlage für diese genommen worden?
5. Wurden weitere Positionierungen von Externen zum Entwurf des
StromVKG proaktiv durch das BMWE angefragt, und wenn ja, wann, bei
wem, und mit welchem Inhalt?
Berlin, den 8. Mai 2026
Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Fraktion
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ISSN 0722-8333
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