Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz zur USA-Reise der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche (Antwort zu Drs. 21/7723)
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Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz zur USA-Reise der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche (Antwort zu Drs. 21/7723)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/8088
21. Wahlperiode 21.09.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Julia Verlinden, Dr. Alaa Alhamwi,
Lisa Badum, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 21/7723 –
Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz zur USA-Reise der
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
In der zweiten Märzhälfte 2026 hat die Bundesministerin für Wirtschaft und
Energie, Katherina Reiche, anlässlich der CERAWeek, eine Veranstaltung der
US-Energiebranche, eine Dienstreise in die USA gemacht. Auf dieser Reise
hat sie sich mit verschiedenen Lobbyisten von fossilen Großkonzernen
getroffen. Die Internetplattform FragDenStaat hat mit einer Anfrage nach dem
Informationsfreiheitsgesetz (IFG) Informationen zu diesen Treffen angefordert
und veröffentlicht (https://fragdenstaat.de/dokumente/277372-260721bminreis
eceraweek2026-final-an-antragsteller/). Allerdings hat das Bundesministerium
für Wirtschaft und Energie (BMWE) einige wichtige Stellen in den Unterlagen
geschwärzt, sodass weiterhin Fragen offenbleiben.
1. Warum hat das BMWE die IFG-Anfrage von FragDenStaat vom 2. April
2026 mit dem Titel „USA-Reise der Ministerin“ (https://fragdenstaat.de/
anfrage/usa-reise-der-ministerin/) erst am 21. Juli, also mit erheblicher
Verspätung, beantwortet?
Die Bearbeitung des Antrags nahm wegen des mit dem Antrag verbundenen
erheblichen Prüfungs- und Abstimmungsaufwands längere Zeit in Anspruch.
Auf diesen Umstand wurde der Antragsteller auch im Rahmen der
Zwischennachricht des BMWE an den Antragsteller vom 14. April 2026 hingewiesen.
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie
vom 21. September 2026 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
2. Welche Gemeinsamkeiten werden vom BMWE und Bundesministerin
Katherina Reiche mit der Energiepolitik der USA gesehen, angesichts
der Tatsache, dass in der Gesprächsvorbereitung für das Treffen mit dem
Innenminister der USA als Kernbotschaft steht: „The US and Germany
share important approaches in the implementation of their energy
policies“ (S. 1 der oben verlinkten Unterlagen)?
Die Antwort hierzu können Sie den freigegebenen Dokumenten entnehmen
(S. 6, “We share the approach to energy policy that focusses on affordability
and resiliency, applying pragmatism and common sense.”).
3. Aus welchem Grund hat das BMWE bei der Beantwortung der IFG-
Anfrage von FragDenStaat die Themen 3 und 4 in der Vorbereitung zum
Gespräch mit Exxon Mobil (S. 47 ff. der oben verlinkten Unterlagen)
geschwärzt, welche Themen sind dies, und was sind die wesentlichen
Inhalte der geschwärzten Stellen?
4. Welche sechs Themen waren in der Vorbereitung für das Gespräch von
Bundesministerin Katherina Reiche im Rahmen ihrer USA-Reise mit
Exxon Mobil vorgesehen?
Frage 3 und 4 werden gemeinsam beantwortet.
Die Begründung für geschwärzte Stellen können Sie dem an den Antragsteller
übersendeten IFG-Bescheid entnehmen.
5. Welche Themen hat Bundesministerin Katherina Reiche tatsächlich mit
Exxon Mobil während ihrer USA-Reise besprochen?
Hierzu liegen keine Informationen vor.
6. Aus welchem Grund hat das BMWE bei der Beantwortung der IFG-
Anfrage von FragDenStaat Teile der Vorbereitung zum Gespräch mit Exxon
Mobil zum Thema „LNG“ geschwärzt, was sind die wesentlichen Inhalte
der geschwärzten Stellen?
7. Aus welchem Grund hat das BMWE bei der Beantwortung der IFG-
Anfrage von FragDenStaat Teile der Vorbereitung zum Gespräch mit Exxon
Mobil zum Thema „EU-Methane Regulation“ geschwärzt, was sind die
wesentlichen Inhalte der geschwärzten Stellen?
8. Aus welchem Grund hat das BMWE bei der Beantwortung der IFG-
Anfrage von FragDenStaat Teile der Vorbereitung zum Gespräch mit Exxon
Mobil zum Thema „CO2 storage obligation under the NZIA (IVD2)“
geschwärzt, was sind die wesentlichen Inhalte der geschwärzten Stellen?
9. Aus welchem Grund hat das BMWE bei der Beantwortung der IFG-
Anfrage von FragDenStaat Teile der Vorbereitung zum Gespräch mit BP
(S. 53 f. der oben verlinkten Unterlagen) zum Thema „LNG“
geschwärzt, was sind die wesentlichen Inhalte der geschwärzten Stellen?
Frage 6 bis 9 werden gemeinsam beantwortet.
Die Begründung für geschwärzte Stellen können Sie dem an den Antragsteller
übersendeten IFG-Bescheid entnehmen. Sie können aus den im Bescheid
ausgeführten Gründen nicht offengelegt werden.
10. Warum hat sich Bundesministerin Katherina Reiche für eine Teilnahme
an der CERAWeek entschieden, obwohl ihr Haus votiert hat, dass ihre
Teilnahme „nicht zwingend“ sei und der Termin daher, wie auch in den
vorherigen Jahren, gegebenenfalls auf Staatssekretärebene übernommen
werden könne (S. 91 der oben verlinkten Unterlagen)?
Die CERA Week ist eine der wichtigsten Konferenzen für Energiethemen
weltweit (2026: mehr als 10 000 Teilnehmer, darunter ca. 1 600 CEOs sowie 84
Minister und hochrangige Regierungsvertreter). Bundesministerin Katherina
Reiche beabsichtigte mit Ihrer Teilnahme, wichtige politische Kontakte
aufzubauen und Beziehungen zu vertiefen, aber auch hochrangige Gespräche mit
Industrievertretern zu führen.
11. Hat sich Bundesministerin Katherina Reiche im Rahmen der CERAWeek
mit Vertretern des US-amerikanischen Energy Dominance Council
getroffen, und wenn ja, mit wem, wann, und was waren die
Gesprächsthemen?
Bundesministerin Reiche nahm gemeinsam mit Jarod Agen, Executive
Director, National Energy Dominance Council, an einer Paneldiskussion zum Thema
„Reimagining Trans-Atlantic Relations: European Energy, Security and
Sovereignty“ teil. Die Themen können den bereitgestellten Unterlagen entnommen
werden (S. 19).
12. Wurde das Thema der US-Energiedominanz-Doktrin auf der CERAWeek
angesprochen, und wenn ja, was waren dazu die Kernbotschaften von
Bundesministerin Katherina Reiche, und was waren die Erkenntnisse aus
den Gesprächen?
Hierzu liegen keine Informationen vor.
13. Für welche Termine während ihrer US-Reise hat Bundesministerin
Katherina Reiche eine Vorbereitung aus ihrem Haus erhalten, wurden
alle Vorbereitungsunterlagen im Rahmen der oben genannten IFG-
Anfrage bereitgestellt, und wenn nein, welche nicht, und warum wurden
diese nicht bereitgestellt?
Es sind alle Vorbereitungsunterlagen bereitgestellt worden insoweit keine
Ausnahmetatbestände nach IFG/UIG vorlagen.
14. Wurden Gesprächsprotokolle zu den Terminen angefertigt, und wenn ja,
zu welchen Terminen und warum sind diese nicht einmal in geschwärzter
Form in den herausgegebenen Unterlagen enthalten?
Einzelne Gesprächsprotokolle liegen nicht vor. Die Botschaft Washington hat
einen Drahtbericht zur CERA-Week verfasst (VS-NfD eingestuft), der den
Abgeordneten des Bundestages zugänglich ist (ID: WASH_2026-04-01_61439).
15. Warum hat Bundesministerin Katherina Reiche bei ihrem Auftritt auf der
CERAWeek die europäischen Klimaziele infrage gestellt (www.t-onlin
e.de/heim-garten/aktuelles/id_101183854/reiche-stellt-klimaziele-infrag
e-deutsche-energie-wende-ist-naiv-.html), und wie verhält sich ihre
Aussage zur Position der Bundesregierung?
Siehe hierzu die Antwort auf Bundestagsdrucksache 21/5159 (https://dip.bunde
stag.de/vorgang/aussagen-von-bundesministerin-katherina-reiche-zu-den-eu-kli
mazielen/333683).
16. Wie begründet die Bundesregierung, dass „nuclear“, also Atomenergie,
mehrfach als Teil des angestrebten Energiemixes (vgl. S. 11, 24, 32 der
oben verlinkten Unterlagen) oder als Gegenstand potenzieller
Kooperation zwischen den USA und Deutschland (vgl. S. 16 der oben verlinkten
Unterlagen) genannt wird, auf was konkret bezieht sich die
Bundesregierung hier jeweils?
Das BMWE hat den Begriff „nuclear“ im vorliegenden Kontext aus einer rein
systemischen und technologieübergreifenden Klassifizierung von
Erzeugungspfaden verwendet. Im Verbund mit den weiteren aufgeführten
Systemkomponenten (Wind, PV, Gas, Storage und Interconnection) soll der Begriff hier als
abstrakter Oberbegriff zur Abbildung von Technologien dienen, die auf der
Freisetzung von Bindungsenergien aus Atomkernen basieren und auch die
Kernfusion umfassen. Analog dazu steht auch der Begriff „Gas“ übergreifend für
verschiedene Energieträger wie Erdgas, Biogas oder Wasserstoff. Es handelt sich
hierbei also ausdrücklich nicht um eine definitionsgemäße Formulierung im
Sinne einer offiziellen Abstimmung durch die Bundesregierung. Gemäß § 7
Absatz 1 Satz 2 Atomgesetz werden in Deutschland keine Genehmigungen für
die Errichtung und den Betrieb von Anlagen zur Spaltung von
Kernbrennstoffen zur gewerblichen Erzeugung von Elektrizität erteilt. Ein Wiedereinstieg in
die Nutzung der Atomenergie durch Kernspaltung ist im Koalitionsvertrag
nicht vereinbart worden.
17. Welche konkreten Maßnahmen und Gesetzesinitiativen seit Beginn der
laufenden Legislaturperiode sieht die Bundesregierung als Teil der
„Efficiency First“-Strategie (vgl. S. 25 der oben verlinkten Unterlagen), und
anhand welcher Kriterien begründet sie dies?
18. Welche konkreten Entscheidungen der Bundesregierung seit Beginn der
laufenden Legislaturperiode wären ohne die Anwendung des „Efficiency
First“-Prinzips anders ausgefallen, und worin bestand jeweils der
Unterschied?
Frage 17 und 18 werden gemeinsam beantwortet.
Die Formulierung „efficiency first“ in der besagten Terminvorbereitung bezieht
sich auf die Energieeffizienzpolitik der Bundesregierung in der Breite, die sich
u. a. positiv auf die Stromkosten der Haushalte auswirkt. Die beschriebenen
positiven Effekte sind Ergebnis eines breiten und langjährig etablierten
Maßnahmenportfolios in der Energieeffizienzpolitik, welches Förderung,
Ordnungsrecht sowie Information umfasst. Anzuführen sind hier beispielsweise die
großen Förderprogramme BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) und
EEW (Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der
Wirtschaft); die mit der Wirtschaft initiierte Energieeffizienzinitiative IEEKN sowie
das Energieeffizienzgesetz (EnEfG).
Zudem wird in dem kürzlich von der Bundesregierung beschlossenen Entwurf
einer Novelle des Energieeffizienzgesetzes das Prinzip Energieeffizienz an
erster Stelle („Efficiency First“) ordnungsrechtlich im Rahmen der 1:1-Umsetzung
von EU-Recht verankert (§ 5). Es wird somit erst mit Inkrafttreten des
novellierten Gesetzes wirksam.
19. Hat das BMWE anderen Antragsstellenden nach IFG oder
Umweltförderungsgesetz (UFG) dieselben oben verlinkten Unterlagen zur Verfügung
gestellt, und wenn ja, wie viele, und wurde die mehrfache Bereitstellung
der gleichen Unterlagen bei der Berechnung der Kostenentscheidungen
berücksichtigt?
Ja, das BMWE hat allen Antragstellenden dieselben Informationen zur
Verfügung gestellt. Dies wird bei der Kostenentscheidung berücksichtigt.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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