Mögliche Steuermehreinnahmen des Staates durch gestiegene Energiepreise
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Mögliche Steuermehreinnahmen des Staates durch gestiegene Energiepreise
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5615
21. Wahlperiode 28.04.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Ulrich von Zons, Dr. Michael Espendiller und
der Fraktion der AfD
Mögliche Steuermehreinnahmen des Staates durch gestiegene Energiepreise
Die stark gestiegenen Energie- und insbesondere Kraftstoffpreise infolge des
Iran-Krieges haben zu erheblichen Mehrbelastungen für Verbraucher sowie für
Unternehmen und die Wirtschaft im Allgemeinen geführt. Gleichzeitig wird
öffentlich diskutiert, in welchem Umfang der Staat durch steigende Preise
zusätzliche Steuereinnahmen generiert, insbesondere durch die Mehrwertsteuer, die
prozentual auf den Endpreis erhoben wird.
Medienberichte gehen allerdings davon aus, dass allein im März 2026
Mehreinnahmen aus der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe in Höhe von mehreren Hundert
Millionen Euro angefallen sein könnten (www.handelsblatt.com/meinung/kom
mentare/kommentar-spritpreise-ueber-zwei-euro-und-der-staat-verdient-praecht
ig-01/100208569.html; abgerufen am 16. April 2026). Demgegenüber erklärt
das Bundesministerium der Finanzen, dass insgesamt keine zusätzlichen
Steuereinnahmen zu verzeichnen seien bzw. diese sogar rückläufig sein könnten
(www.merkur.de/wirtschaft/ministerium-keine-mehreinnahmen-fuer-den-staat-
durch-hohe-spritpreise-94221116.html?utm_source=chatgpt.com; abgerufen
am 16. April 2026).
Parallel dazu wird in der politischen Debatte über eine mögliche Anpassung der
Mehrwertsteuer diskutiert, unter anderem als Instrument zur Entlastung der
Bevölkerung in Zeiten hoher Inflation und steigender Energiepreise (www.zdfheut
e.de/politik/deutschland/mehrwertsteuer-erhoehung-deutschland-inflation-entla
stung-100.html; abgerufen am 16. April 2026).
Wir fragen die Bundesregierung
1. Wie haben sich die Steuereinnahmen des Bundes seit Beginn des Iran-
Krieges insgesamt entwickelt (bitte nach Steuerarten, insbesondere
Energiesteuer, Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe und CO2-Abgabe aufschlüsseln)?
2. In welcher Höhe sind seit Beginn der Irankrise zusätzliche Einnahmen aus
der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe entstanden?
3. Wie erklärt die Bundesregierung die Diskrepanz zwischen Schätzungen
über steigende Einnahmen aus der Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe und den
Aussagen des Bundesministeriums der Finanzen, wonach insgesamt keine
Mehreinnahmen erzielt würden?
4. Inwieweit führen steigende Energiepreise nach Einschätzung der
Bundesregierung ggf. zu Mindereinnahmen in anderen Steuerbereichen (z. B.
durch sinkenden Konsum)?
5. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung ggf. darüber vor, wie sich
das Konsumverhalten der Bürger seit Beginn der Iran-Krise entwickelt hat?
6. Welche Maßnahmen prüft die Bundesregierung ggf., um mögliche
krisenbedingte Mehreinnahmen gezielt an Bürger zurückzugeben?
7. Hat sich die Bundesregierung vor diesem Hintergrund (vgl. Frage 6) eine
Positionierung zu Vorschlägen zur temporären Senkung der Mehrwertsteuer
oder einzelner Energiesteuern (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)
erarbeitet, und wenn ja, wie lautet diese?
8. Welche Auswirkungen hätte eine Senkung der Mehrwertsteuer auf
Kraftstoffe bzw. sonstige Energieträger bzw. auf Energie nach Einschätzung der
Bundesregierung auf Preisniveau, Inflation und Staatshaushalt?
Berlin, den 24. April 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333
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