Winterbedingte Sperrungen von Bundeswasserstraßen. Auswirkungen auf die Binnenschifffahrt und entstandene Kosten
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Winterbedingte Sperrungen von Bundeswasserstraßen. Auswirkungen auf die Binnenschifffahrt und entstandene Kosten
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4198
21. Wahlperiode 19.02.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten René Bochmann, Alexis L. Giersch, Wolfgang Wiehle, Lars
Haise, Maximilian Kneller, Ulrich von Zons, Stefan Henze, Leif-Erik Holm,
Dr. Rainer Kraft, Hans-Jürgen Goßner, Volker Scheurell, Otto Strauß, Andreas
Mayer, Carsten Becker und der Fraktion AfD
Winterbedingte Sperrungen von Bundeswasserstraßen – Auswirkungen auf die
Binnenschifffahrt und entstandene Kosten
Pressemeldungen, unter anderem ein Beitrag des „Norddeutschen Rundfunks“
(NDR) Anfang Februar 2026, berichten von massiven Einschränkungen bis hin
zum Stillstand der Binnenschifffahrt infolge starker Eisbildung auf
Bundeswasserstraßen. Genannt werden insbesondere der Mittellandkanal, der Elbe-
Seitenkanal sowie weitere Neben- und Stichkanäle. Trotz des Einsatzes von
Eisbrechern konnten die Wasserstraßen teilweise nicht offengehalten werden.
Vor dem Hintergrund der großen Bedeutung der Binnenschifffahrt für
Versorgungssicherheit und Wirtschaft stellt sich die Frage nach der bundesweiten
Lage, den getroffenen Maßnahmen sowie den hierbei entstandenen Kosten
(www.ndr.de/nachrichten/info/nds-wasserstrassen-gesperrt,audio-408248.html;
www.zeit.de/news/2026-02/05/eis-auf-den-wasserstrassen-legt-
schifffahrtlahm; www.stern.de/gesellschaft/regional/niedersachsen-bremen/winterwetter--
eis-legt-schifffahrt-lahm---sperrungen-am-mittellandkanal-37098954.html).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Auf welchen Wasserstraßen bundesweit kam es im Zeitraum vom 1.
Januar 2026 bis einschließlich 8. Februar 2026 zu vollständigen oder
teilweisen Sperrungen aufgrund von Eisbildung (bitte getrennt nach
Wasserstraße, betroffenem Abschnitt, Zeitraum und zuständigem Wasserstraßen- und
Schifffahrtsamt aufschlüsseln)?
2. Wurden Wehre, Schleusen, Dalben, Anlegerstellen durch Treibeis
beschädigt und konnten somit nur bedingt oder gar nicht ihre Aufgaben erfüllen,
und wenn ja, wo genau (z. B. Geesthacht)?
3. Auf welchen Streckenabschnitten innerhalb des
Bundeswasserstraßensystems gab es Sperrungen im gleichen Zeitraum aus anderen Gründen als
der Eisbildung (bitte Gründe benennen)?
4. Welche konkreten Maßnahmen wurden durch die Wasserstraßen- und
Schifffahrtsverwaltung des Bundes ergriffen, um die Befahrbarkeit der
betroffenen Wasserstraßen sicher- oder wiederherzustellen (z. B. Einsatz von
Eisbrechern, Betriebseinschränkungen, Priorisierung bestimmter
Strecken)?
5. Wie viele eisbrechende Wasserfahrzeuge der Wasserstraßen- und
Schifffahrtsverwaltung des Bundes standen im Winter 2025/2026 insgesamt zur
Verfügung?
6. Wie viele dieser Eisbrecher befinden sich im Eigentum des Bundes, und
wie viele werden über Fremdverträge oder Kooperationen betrieben?
7. Wie viele Eisbrecher waren im genannten Zeitraum tatsächlich im Einsatz
(bitte nach Nordsee, Ostsee, Elbe und Nebenflüsse sowie weiteren
Binnenwasserstraßen aufschlüsseln?
8. Welche konkreten Einsatzorte bzw. Einsatzabschnitte wurden durch
Bundes-Eisbrecher bedient (bitte nach Wasserstraßen- und
Schifffahrtsämtern auflisten)?
9. Wie viele Einsatztage bzw. Einsatzstunden wurden je Eisbrecher im
Winterdienst geleistet?
10. Welche Kosten entstanden dem Bund durch den Eisbrechereinsatz im
Winter 2025/2026 (Betrieb, Personal, Treibstoff, Wartung)?
11. Plant die Bundesregierung angesichts zunehmender Extremwetterlagen,
eine Erweiterung oder Modernisierung der bundeseigenen
Eisbrecherflotte?
12. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über die Auswirkungen
der winterbedingten Sperrungen auf Güterverkehre, Lieferketten und die
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Binnenschifffahrt in Deutschland
vor?
13. Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung aus der aktuellen
Eislage im Hinblick auf die personelle, technische und finanzielle
Ausstattung des Winterdienstes auf Bundeswasserstraßen, um die ganzjährige
Nutzbarkeit dieser Verkehrswege sicherzustellen?
Berlin, den 18. Februar 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333
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