Kosten der Verlegung des Fern- und Regionalbahnhofs Hamburg-Altona
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Kosten der Verlegung des Fern- und Regionalbahnhofs Hamburg-Altona
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3806
21. Wahlperiode 27.01.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Cansu Özdemir, Luigi Pantisano, Marcel Bauer, Lorenz Gösta
Beutin, Violetta Bock, Jorrit Bosch, Dr. Fabian Fahl, Katalin Gennburg, Mareike
Hermeier, Ina Latendorf, Caren Lay, Sahra Mirow, David Schliesing, Sascha
Wagner und der Fraktion Die Linke
Kosten der Verlegung des Fern- und Regionalbahnhofs Hamburg-Altona
In Hamburg betreibt die Deutsche Bahn AG (DB AG) die Verlegung des Fern-
und Regionalbahnhofs Hamburg-Altona an den Standort der bisherigen S-
Bahn-Station Diebsteich. Die Inbetriebnahme des neuen Fern- und
Regionalbahnhofs hat sich gegenüber der ursprünglich bis Ende 2023 vorgesehenen
Fertigstellung über mehrere Zwischentermine hinweg inzwischen auf Ende 2029
verschoben, während bislang im Wesentlichen nur der Umbau der S-Bahn-
Station Diebsteich abgeschlossen ist und die Arbeiten an den neuen Fern- und
Regionalbahnsteigen ins Stocken geraten sind. Vor diesem Hintergrund stellen
sich Fragen nach der Kostenentwicklung, der konkreten Finanzierung, den
zusätzlichen Aufwendungen insbesondere im Zusammenhang mit der Verlegung
der Autoreisezuganlage nach Hamburg-Eidelstedt sowie nach der Rolle
externer Projektsteuerung und der Auswirkungen aktueller Gerichtsentscheidungen
auf den weiteren Projektverlauf.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Mit welchen Gesamtkosten rechnet die Bundesregierung nach aktuellem
Stand für die Verlegung der bahnbetrieblichen Anlagen des Fern- und
Regionalbahnhofs Hamburg-Altona an den Standort Diebsteich, sofern das
Vorhaben ohne weitere Komplikationen bis Ende 2029 abgeschlossen
werden kann?
2. Wie stellt sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Finanzierung der
Verlegung der bahnbetrieblichen Anlagen derzeit im Einzelnen dar (bitte
unter Angabe der Beträge gegliedert nach Leistungen aus der Leistungs-
und Finanzierungsvereinbarung, Eigenmitteln der
Eisenbahninfrastrukturunternehmen sowie Erlösen aus dem Flächenverkauf an die Freie und
Hansestadt Hamburg angeben)?
3. Welcher Betrag wurde nach Kenntnis der Bundesregierung bislang
insgesamt für die Verlegung der bahnbetrieblichen Anlagen des Fern- und
Regionalbahnhofs Hamburg-Altona ausgegeben?
4. Welche zusätzlichen Kosten entstehen nach Kenntnis der Bundesregierung
durch die geplante Verlegung der bislang am Bahnhof Hamburg-Altona
betriebenen Autoreisezuganlage nach Hamburg-Eidelstedt, und welcher
Betrag wird hierfür derzeit veranschlagt?
5. Welche Auswirkungen hat das Urteil des Oberverwaltungsgerichts
Hamburg vom 10. November 2025, mit dem der Planfeststellungsbeschluss für
die Autoreisezuganlage wegen Rechtsfehlern des Entwässerungskonzepts
für rechtswidrig und nicht vollziehbar erklärt worden ist, auf Zeitplan,
Kosten und Ausgestaltung der Verlegung der Autoreisezuganlage nach
Kenntnis der Bundesregierung?
6. In welcher Höhe hat, der mit dem Bau der neuen
Bahnhofsempfangsgebäude beauftragte, private Investor ProHa Altona GmbH & Co. KG nach
Kenntnis der Bundesregierung bislang Schadensersatzzahlungen erhalten,
weil sich der Neubau nicht wie geplant realisieren lässt?
7. Bestehen die Verträge der DB InfraGo AG mit dem privaten Investor Pro-
Ha Altona GmbH & Co. KG nach Kenntnis der Bundesregierung fort, und
wenn nein, in welcher Weise wurden diese geändert oder gekündigt?
8. Wie begründet die Bundesregierung die von der DB InfraGo AG am
3. Februar 2025 an die iwb Ingenieure – Infrastruktur GmbH & Co. KG
für die Projektsteuerung im Nachtragsmanagement und am 11. Februar
2025 an die AHC GmbH – Unternehmensberatung für Projektsteuerung/
Planungskoordination (Los 1 Umverlegung Bahnhof Altona, Los 2
Autoreisezuganlage Eidelstedt) vergebenen Aufträge vor dem Hintergrund,
dass es sich um ein seit Jahren laufendes Vorhaben handelt?
9. Wer hat die nun von der DB InfraGo AG extern vergebenen Aufgaben der
Projektsteuerung und des Nachtragsmanagements nach Kenntnis der
Bundesregierung bislang wahrgenommen?
10. Aus welchen Gründen war es nach Kenntnis der Bundesregierung
erforderlich, zwei verschiedene Unternehmen mit Projektsteuerungsleistungen
im Rahmen der Verlegung des Bahnhofs Hamburg-Altona bzw. der
Autoreisezuganlage Eidelstedt zu beauftragen?
11. Welches jeweilige Auftragsvolumen besitzen nach Kenntnis der
Bundesregierung die von der DB InfraGo AG an die iwb Ingenieure –
Infrastruktur GmbH & Co. KG und an die AHC GmbH – Unternehmensberatung
vergebenen Verträge?
12. Welche konkrete Rolle spielt nach Kenntnis der Bundesregierung derzeit
das Projektteam „Verlegung Bahnhof Hamburg-Altona“, das mit 13
beteiligten Baufirmen zusammenarbeitet?
13. Ist im Zuge des Führungswechsels und der Neuaufstellung der DB AG
nach Kenntnis der Bundesregierung eine Überprüfung des
Verlegungsprojekts Fern- und Regionalbahnhof Hamburg-Altona vorgenommen
worden?
14. Wenn Frage 13 bejaht wird, mit welchen Ergebnissen und ggf. mit
welchen Änderungen am Projekt wurde diese Überprüfung abgeschlossen
(bitte nach Zeitpunkten und wesentlichen Schlussfolgerungen
differenzieren)?
15. Wenn Frage 13 verneint wird, aus welchen Gründen ist bislang keine
Überprüfung erfolgt, und bis wann ist gegebenenfalls eine solche
Überprüfung geplant?
Berlin, den 23. Januar 2026
Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Fraktion
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ISSN 0722-8333]
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