Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin durch die Deutsche Bahn InfraGO AG
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Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg-Berlin durch die Deutsche Bahn InfraGO AG
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/539
21. Wahlperiode 23.06.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Christian Görke, Luigi Pantisano, Doris Achelwilm, Dr. Dietmar
Bartsch, Desiree Becker, Anne-Mieke Bremer, Jörg Cezanne, Agnes Conrad,
Mirze Edis, Uwe Foullong, Cem Ince, Cansin Köktürk, Ina Latendorf, Tamara
Mazzi, Pascal Meiser, Zada Salihović, Ines Schwerdtner, Isabelle Vandre, Sarah
Vollath, Sascha Wagner, Janine Wissler, Anne Zerr und der Fraktion Die Linke
Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg – Berlin durch die Deutsche Bahn
InfraGO AG
Laut Presseberichten sollen sich die Kosten für die Generalsanierung der
Bahnstrecke Hamburg – Berlin und für andere Generalsanierungen gegenüber den
ursprünglichen Plänen deutlich erhöhen. Der Geschäftsführer des Verbands
„Die Güterbahnen“ Peter Westenberger nennt unter anderem die schlechte
Planung der Deutschen Bahn (DB) InfraGO AG als einen maßgeblichen Grund für
diese Mehrkosten (www.dvz.de/unternehmen/schiene/detail/news/bahnsanierun
gen-teurer-als-geplant.html).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Mit welchen Gesamtkosten für die Generalsanierung der Bahnstrecke
Hamburg – Berlin rechnet die Bundesregierung aktuell?
2. Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung bei der Generalsanierung der
Bahnstrecke Hamburg – Berlin Maßnahmen, die ursprünglich vorgesehen
waren, jetzt aber aus zeitlichen oder anderen Gründen nicht mehr
umgesetzt werden können (wenn ja, bitte auflisten und jeweils Gründe
nennen)?
3. Was genau bedeutet es nach Kenntnis der Bundesregierung, wenn die
DB AG bei der Generalsanierung die Bahnstrecke Hamburg – Berlin nur
„auf den zukünftigen Einsatz von ETCS [European Train Control System]
vorbereiten“ will (siehe www.deutschebahn.com/de/presse/pressestart_ze
ntrales_uebersicht/Hamburg-Berlin-DB-vergibt-planmaessig-letzte-Bauau
ftraege-fuer-Generalsanierung--13379814; bitte genau auflisten und
erklären, welche technischen Maßnahmen die Vorbereitung umfasst)?
4. Wie viele Überleitstellen bzw. Überholgleise waren nach Kenntnis der
Bundesregierung ursprünglich bei der Generalsanierung Hamburg – Berlin
geplant, und wie viele werden umgesetzt?
5. Ist nach Kenntnis der Bundesregierung die Vergabe der Bauleistungen für
den Abschnitt zwischen Hamburg-Rothenburgsort und Büchen aufgrund
eines Mangels an Angeboten seitens der Bieter, aufgrund zu hoher von
den Bietern verlangter Preise und bzw. oder aufgrund einer fehlenden
Eignung der Bieter nicht wie geplant im April 2025 erfolgt, oder was war
sonst der Grund?
6. Hatte nach Kenntnis der Bundesregierung die späte Vergabe für die
Bauleistungen auf dem Abschnitt zwischen Hamburg-Rothenburgsort und
Büchen zur Folge, dass
a) eine Verteuerung der Generalsanierung erfolgt ist (ggf. in welcher
Höhe) und bzw. oder
b) Maßnahmen gestrichen werden mussten (ggf. bitte auflisten)?
7. Kann die DB InfraGO AG nach Kenntnis der Bundesregierung
sicherstellen, dass trotz der verspäteten Vergabe der Bauleistungen für den
Abschnitt zwischen Hamburg-Rothenburgsort und Büchen eine längere
Sperrung der Strecke ausgeschlossen bleibt?
8. Wie kann nach Ansicht der Bundesregierung sichergestellt werden, dass
die umgeleiteten Fern- und Güterzüge auf der Umleitungsstrecke
Uelzen – Stelle trotz schon zum jetzigen Zeitpunkt bestehender Überlastung
nicht von weiteren Verspätungen betroffen sind (vgl. www.dbinfrago.com/
resource/blob/9726442/251ff8a12a73c2bc8b5188576b113c11/pek_uelze
n-Stelle-data.pdf)?
9. Mit welcher Rechtfertigung kann sich nach Kenntnis der Bundesregierung
der Aufgabenträger für die vier Stationen Schwanheide, Prizier,
Brahlsdorf und Boizenburg (Elbe) eine Bahnsteighöhe von 38 cm wünschen,
obwohl Bahnsteige auf eine Höhe von 76 cm über der Schienenoberkante
genormt sind und andere Baumaßnahmen an den Stationen geplant sind
(vgl. Frage 5 und 6 auf Bundestagsdrucksache 20/11673, § 13 Absatz 1
der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung – EBO)?
10. Aus welchem Grund wird nach Kenntnis der Bundesregierung die
Barrierefreiheit an der Station Werden nicht im Rahmen der Generalsanierung
Hamburg – Berlin hergestellt, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt?
11. Wird nach Kenntnis der Bundesregierung im Rahmen der
Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg – Berlin die öffentliche WLAN-
Infrastruktur an den Verkehrsstationen ausgebaut?
12. Wann plant nach Kenntnis der Bundesregierung die DB InfraGO AG
Maßnahmen zu ergreifen, um bei der Station Werden Barrierefreiheit
herzustellen?
13. Wird nach Kenntnis der Bundesregierung die Unternehmensgruppe Eco-
Vista einen lückenlos barrierefreien Schienenersatzverkehr während der
Generalsanierung der Bahnstrecke Hamburg – Berlin anbieten können?
14. Prüft die Bundesregierung, ob bei der Finanzierung eines Ersatzverkehrs
mit Zügen ab Wustermark von der grundsätzlich vereinbarten
Kostenteilung zwischen Bund, Bahn und Bundesländern abgewichen werden kann,
damit die Länder nicht auf den Kosten für diese Züge sitzenbleiben (siehe
www.berliner-zeitung.de/mensch-metropole/bahnstrecke-berlin-
hamburgab-august-gesperrt-fahrgaeste-muessen-leiden-wofuer-eigentlich-li.232
8021)?
15. Erhalten nach Kenntnis der Bundesregierung die Personen, die auf der
Ersatzverkehrsstrecke während der Generalsanierung der Bahnstrecke
Hamburg – Berlin deutlich länger fahren müssen als früher, eine Reduktion bei
den Fahrpreisen?
16. Wie hoch waren nach Kenntnis der Bundesregierung letztlich die Kosten
der Generalsanierung der Riedbahn, und in welcher Höhe waren sie
geplant?
17. Welche Schlussfolgerung zieht die Bundesregierung aus den etwaigen
Kostensteigerungen bei der Riedbahn für andere Strecken, die zur
Generalsanierung anstehen, insbesondere für die Strecke Hamburg – Berlin?
18. Welcher Leistungsumfang war bei der Generalsanierung der Riedbahn
vorgesehen, welcher wurde letztlich realisiert, und welche Gründe gab es
hierfür?
19. Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung aus dem etwaigen
geringen realisierten Leistungsumfang bei der Generalsanierung der
Riedbahn für andere Generalsanierungen von Strecken, insbesondere der
Strecke Hamburg – Berlin?
20. Ab wann greift die im Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD
(S. 26) festgeschriebene Finanzierung der Hochleistungskorridore (HLK)
durch das Sondervermögen Infrastruktur?
21. In welcher Höhe plant die Bundesregierung aus dem Sondervermögen
Infrastruktur Gelder für die Generalsanierungen ein (bitte ggf. nach Jahren
aufschlüsseln)?
22. Welche Zeitpläne hat die Bundesregierung in Bezug auf die im
Koalitionsvertrag (S. 26) angekündigte Überprüfung und Anpassung des
Sanierungskonzepts Hochleistungskorridore, und kommt dies bereits für die
Strecke Hamburg – Berlin zum Tragen?
Berlin, den 20. Juni 2025
Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]
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