Differenzierte Betrachtung von LDL-, HDL- und Gesamtcholesterin in Bezug auf Normwerte, Behandlungsbedürftigkeit und gesundheitspolitische Auswirkungen
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Differenzierte Betrachtung von LDL-, HDL- und Gesamtcholesterin in Bezug auf Normwerte, Behandlungsbedürftigkeit und gesundheitspolitische Auswirkungen
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3412
21. Wahlperiode 22.12.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dr. Christina Baum, Martin Sichert, Carina Schießl, Claudia
Weiss, Kay-Uwe Ziegler, Thomas Dietz, Joachim Bloch, Tobias Ebenberger,
Nicole Hess, Dr. Christoph Birghan, Birgit Bessin, Kerstin Przygodda, Alexis L.
Giersch, Martina Kempf, Stefan Möller, Dr. Paul Schmidt, Gereon Bollmann,
Thomas Fetsch und der Fraktion der AfD
Differenzierte Betrachtung von LDL-, HDL- und Gesamtcholesterin in Bezug auf
Normwerte, Behandlungsbedürftigkeit und gesundheitspolitische Auswirkungen
Cholesterin stellt ein unverzichtbares Lipid im menschlichen Organismus dar,
dessen Blutwerte eine nuancierte Betrachtung erfordern. Während das
Gesamtcholesterin den Gesamthaushalt widerspiegelt, bergen LDL-Cholesterin (das
sogenannte schlechte Cholesterin) und HDL-Cholesterin (das sog. gute
Cholesterin) konträre Rollen: LDL fördert die Plaquebildung in den Arterien und
steigert damit das Risiko kardiovaskulärer Erkrankungen, wohingegen HDL
schützende Effekte entfaltet. Jüngste Leitlinien, wie die der European Society of
Cardiology (ESC) aus dem Jahr 2019 (www.lipid-liga.de/wp-content/uploads/2
020_Kommentar_ESC_EAS-Leitlinie-Dyslipdidaemie.pdf), haben die
Zielwerte insbesondere für LDL-Cholesterin deutlich gesenkt, nämlich etwa auf unter
1,4 mmol/l (55 mg/dl) für Hochrisikopatienten, was zu einer erheblichen
Zunahme der Behandlungsbedürftigkeit und der Verschreibung lipidsenkender
Medikamente führt (https://deximed.de/home/praxiswissen/thema-der-woche-a
rchiv/2025-w03).
Diese Kleine Anfrage sucht gezielt Transparenz über die
gesundheitspolitischen Konsequenzen einer differenzierten Cholesterinwertung zu schaffen, da
undifferenzierte Ansätze das Risiko von Über- oder Untertherapien bergen und
somit die Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen beeinträchtigen könnten.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Änderungen der Normwerte für Gesamtcholesterin, LDL-
Cholesterin und HDL-Cholesterin haben in den letzten zehn Jahren (2015
bis 2025) nach Kenntnis der Bundesregierung stattgefunden, und auf
welchen wissenschaftlichen Grundlagen beruhen diese (bitte nach
Risikogruppen, also z. B. Gesunde, Diabetiker, Post-Infarkt-Patienten, differenzieren)?
2. Wie viele Personen in Deutschland gelten nach Kenntnis der
Bundesregierung derzeit als behandlungsbedürftig aufgrund erhöhter Werte von LDL-
Cholesterin im Vergleich zu Gesamtcholesterin oder niedrigen HDL-
Werten, gibt es Schätzungen zur Zunahme durch Normwertsenkungen, und
wie wirkt sich dies auf die Kosten im Gesundheitswesen aus (z. B. Statine-
Verschreibungen)?
3. Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung ggf., um eine
differenzierte Aufklärung über Cholesterinarten zu fördern, insbesondere dass HDL
schützend wirkt und LDL risikoreich ist, und gibt es Kampagnen oder
Leitfäden, die den LDL- bzw. HDL-Quotienten oder Non-HDL-Cholesterin
berücksichtigen?
4. Inwiefern beeinflussen nach Kenntnis der Bundesregierung genetische
Faktoren (z. B. familiäre Hypercholesterinämie) die Behandlungsempfehlungen
für LDL-Cholesterin, und welche Screeningprogramme plant die Regierung
ggf., um frühzeitige Differenzierung von Cholesterinarten zu ermöglichen?
5. Welche evidenzbasierten Strategien zur natürlichen Senkung von LDL-
Cholesterin oder Erhöhung von HDL-Cholesterin (z. B. durch Ernährung,
Sport) werden von der Bundesregierung ggf. empfohlen, und wie werden
diese in Präventionsprogrammen ggf. umgesetzt?
Berlin, den 17. Dezember 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]
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