Aktueller Stand der zweiten Personenquerung am Hauptbahnhof München
Text
Aktueller Stand der zweiten Personenquerung am Hauptbahnhof München
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3119
21. Wahlperiode 04.12.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Victoria Broßart, Swantje Henrike Michaelsen,
Matthias Gastel, Tarek Al-Wazir, Jamila Schäfer, Stefan Schmidt und
der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Aktueller Stand der zweiten Personenquerung am Hauptbahnhof München
Der Hauptbahnhof München ist gemessen an der Zahl der Bahnsteige der
größte Bahnhof in Deutschland und der drittgrößte Bahnhof weltweit. Mit ca.
450 000 Reisenden täglich liegt er in Deutschland auf Platz 3 der
meistfrequentierten Bahnhöfe hinter Hamburg Hbf und Frankfurt Hbf (https://de.statist
a.com/statistik/daten/studie/1107373/umfrage/kennzahlen-zum-
hauptbahnhofmuenchen/). Doch im Gegensatz zu den beiden anderen genannten Bahnhöfen
besteht in München heute nur eine Möglichkeit zwischen den Bahnsteigen zu
wechseln: der Querbahnsteig in der Halle (im Folgenden erste Querung
genannt). Eine zweite Querungsmöglichkeit der Gleise in Form einer
Unterführung war historisch zwar vorhanden, wurde aber bereits vor Jahrzehnten
zurückgebaut. Durch die besondere Form des Bahnhofs mit den zwei
vorgelagerten Flügelbahnhöfen (Starnberger Flügelbahnhof und Holzkirchener
Flügelbahnhof) ergeben sich, insbesondere zwischen den Flügelbahnhöfen, aber auch
Richtung Hauptgleise in der Halle, sehr lange Wege und damit eine lange
Umsteigezeit.
Seit der Umbau des Hauptbahnhofs begonnen hat, wird der Platz für die
Reisenden in der Haupthalle zunehmend knapper und der Querbahnsteig durch die
vorrückende Baustelle immer enger. Das führt durch die hohen Fahrgastzahlen
zunehmend zu Problemen und stellt mittlerweile auch eine Gefahr für die
Fahrgäste dar. Insbesondere während Großveranstaltungen wie dem Oktoberfest
oder den Fußballspielen gerät der Hauptbahnhof mittlerweile an seine Grenzen.
Im Jahr 2016 stimmte der Bayerische Landtag für die Errichtung einer
Fußgängerüberführung (im Folgenden zweite Querung genannt) zwischen den
Bahnsteigen an Gleis 11 und Gleis 26. Im Jahr 2023 wurde diese zweite Querung in
den Bedarfsplan Schiene des Bundes übernommen und die Deutsche Bahn
(DB) InfraGO mit der Planung beauftragt. Bis heute bleibt aber unklar, ob, und
wenn ja, wann diese gebaut werden soll.
Wir fragen deshalb die Bundesregierung:
1. Wie ist der aktuelle Planungsstand zur zweiten Querung am Hauptbahnhof
München?
2. Wann kann mit dem Bau der zweiten Querung gerechnet werden?
3. Welche Mittel stellt der Bund für Planung und Bau der zweiten Querung
bereit?
4. Welche Mittel stellt der Freistaat Bayern für Planung und Bau der zweiten
Querung bereit?
5. Welche Mittel stellt die DB InfraGO für Planung und Bau der zweiten
Querung bereit?
6. Welche Bahnsteige werden nach aktuellem Stand der Planungen über die
zweite Querung angebunden?
7. Inwieweit wird die zweite Querung nach aktuellem Planungsstand
barrierefrei nutzbar sein, und wenn nicht für alle Menschen mit
Mobilitätseinschränkungen eine barrierefreie Nutzung vorgesehen ist, warum nicht?
8. Kann während der Baustelle am Münchner Hauptbahnhof eine temporäre
zweite Querung errichtet werden?
9. Wieso konnte am Bahnhof München Ost für die Dauer der Bauarbeiten
zur zweiten Stammstrecke eine solche temporäre Querung in Form einer
Fußgängerbrücke mit Aufzügen vom Bahnsteig am Gleis 13/14 zum
Ausgang an der Friedenstraße errichtet werden?
10. Wer hat den Bau dieser temporären Querung am Bahnhof München Ost
beauftragt?
11. Wer kam für die Planungs- und Baukosten dieser temporären Querung am
Bahnhof München Ost auf?
12. Wie lange dauerte die Planung dieser temporären Querung am Bahnhof
München Ost?
13. Wie lange dauerte der Bau dieser temporären Querung am Bahnhof
München Ost?
14. Aus welchen Gründen kann eine solche temporäre Querung, wie sie am
Bahnhof München Ost errichtet wurde, nicht auch während der
Bauarbeiten am Hauptbahnhof München errichtet werden?
15. Wie bewertet die Bundesregierung die aktuelle Situation am
Hauptbahnhof München mit Blick auf die Fußwege zwischen den Bahnsteigen, zum
Zwischengeschoss und insbesondere den Weg vom Starnberger zum
Holzkirchener Flügelbahnhof?
16. Ist aus Sicht der Bundesregierung die verbleibende Restbreite an der
ersten Querung (dem Querbahnsteig) am Hauptbahnhof München für das
tägliche Reisendenaufkommen ausreichend?
17. Inwieweit sind aus Sicht der Bundesregierung die Entfernungen der
aktuellen Fußwege zum Umstieg zwischen zwei Zügen am Hauptbahnhof
München für Reisende zumutbar, und welche Konsequenzen hat die
aktuelle Situation für die von der DB AG allgemein bzw. der
Mobilitätsservicezentrale der DB InfraGO veranschlagten Mindestzeit für Umstiege
a) für Menschen ohne körperliche Einschränkungen,
b) für Menschen, die Einschränkungen beim Gehen haben,
c) für blinde Menschen,
d) für Menschen im Rollstuhl und
e) für ältere Menschen?
Berlin, den 3. Dezember 2025
Katharina Dröge, Britta Haßelmann und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
Relationen
- asked ← Jamila Schäfer (Kleine Anfrage)
- asked ← Matthias Gastel (Kleine Anfrage)
- asked ← Stefan Schmidt (Kleine Anfrage)
- asked ← Swantje Henrike Michaelsen (Kleine Anfrage)
- asked ← Tarek Al-Wazir (Kleine Anfrage)
- asked ← Victoria Broßart (Kleine Anfrage)
- authored ← Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
- authored ← Swantje Henrike Michaelsen
- authored ← Victoria Broßart
- part_of_vorgang → Aktueller Stand der zweiten Personenquerung am Hauptbahnhof München (Kleine Anfrage)