Aktueller Stand der zweiten Personenquerung am Hauptbahnhof München (Antwort zu Drs. 21/3119)
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Aktueller Stand der zweiten Personenquerung am Hauptbahnhof München (Antwort zu Drs. 21/3119)
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3459
21. Wahlperiode 22.12.2025
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Victoria Broßart, Swantje Henrike
Michaelsen, Matthias Gastel, weiterer Abgeordneter und der Fraktion
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 21/3119 –
Aktueller Stand der zweiten Personenquerung am Hauptbahnhof München
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Der Hauptbahnhof München ist gemessen an der Zahl der Bahnsteige der
größte Bahnhof in Deutschland und der drittgrößte Bahnhof weltweit. Mit ca.
450 000 Reisenden täglich liegt er in Deutschland auf Platz 3 der
meistfrequentierten Bahnhöfe hinter Hamburg Hbf und Frankfurt Hbf (https://de.statist
a.com/statistik/daten/studie/1107373/umfrage/kennzahlen-zum-
hauptbahnhofmuenchen/). Doch im Gegensatz zu den beiden anderen genannten Bahnhöfen
besteht in München heute nur eine Möglichkeit zwischen den Bahnsteigen zu
wechseln: der Querbahnsteig in der Halle (im Folgenden erste Querung
genannt). Eine zweite Querungsmöglichkeit der Gleise in Form einer
Unterführung war historisch zwar vorhanden, wurde aber bereits vor Jahrzehnten
zurückgebaut. Durch die besondere Form des Bahnhofs mit den zwei
vorgelagerten Flügelbahnhöfen (Starnberger Flügelbahnhof und Holzkirchener
Flügelbahnhof) ergeben sich, insbesondere zwischen den Flügelbahnhöfen, aber
auch Richtung Hauptgleise in der Halle, sehr lange Wege und damit eine lange
Umsteigezeit.
Seit der Umbau des Hauptbahnhofs begonnen hat, wird der Platz für die
Reisenden in der Haupthalle zunehmend knapper und der Querbahnsteig durch
die vorrückende Baustelle immer enger. Das führt durch die hohen
Fahrgastzahlen zunehmend zu Problemen und stellt mittlerweile auch eine Gefahr für
die Fahrgäste dar. Insbesondere während Großveranstaltungen wie dem
Oktoberfest oder den Fußballspielen gerät der Hauptbahnhof mittlerweile an seine
Grenzen.
Im Jahr 2016 stimmte der Bayerische Landtag für die Errichtung einer
Fußgängerüberführung (im Folgenden zweite Querung genannt) zwischen den
Bahnsteigen an Gleis 11 und Gleis 26. Im Jahr 2023 wurde diese zweite
Querung in den Bedarfsplan Schiene des Bundes übernommen und die Deutsche
Bahn (DB) InfraGO mit der Planung beauftragt. Bis heute bleibt aber unklar,
ob, und wenn ja, wann diese gebaut werden soll.
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr
vom 19. Dezember 2025 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
1. Wie ist der aktuelle Planungsstand zur zweiten Querung am
Hauptbahnhof München?
Die Maßnahme „BUV-Vorhaben, Knoten München: Neubau zusätzliche
Fußgängerquerung“ befindet sich in der Leistungsphase 2 (Vorplanung), BUV:
Bedarfsplanumsetzungsvereinbarung.
2. Wann kann mit dem Bau der zweiten Querung gerechnet werden?
Ein Rahmenterminplan wird im Rahmen der derzeit laufenden
Leistungsphase 2 ausgearbeitet.
3. Welche Mittel stellt der Bund für Planung und Bau der zweiten Querung
bereit?
4. Welche Mittel stellt der Freistaat Bayern für Planung und Bau der
zweiten Querung bereit?
5. Welche Mittel stellt die DB InfraGO für Planung und Bau der zweiten
Querung bereit?
Die Fragen 3 bis 5 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die Finanzierung der Maßnahme ist durch Bundesmittel geplant. Bisher sind
die Mittel bis einschließlich Leistungsphase 2 freigegeben.
6. Welche Bahnsteige werden nach aktuellem Stand der Planungen über die
zweite Querung angebunden?
Die Gleise 11 bis 26 werden über die zweite Querung angebunden.
7. Inwieweit wird die zweite Querung nach aktuellem Planungsstand
barrierefrei nutzbar sein, und wenn nicht für alle Menschen mit
Mobilitätseinschränkungen eine barrierefreie Nutzung vorgesehen ist, warum
nicht?
Die Maßnahme der Querung des gesamtes Gleisfeldes ist mit barrierefreier
Erschließung geplant.
8. Kann während der Baustelle am Münchner Hauptbahnhof eine temporäre
zweite Querung errichtet werden?
15. Wie bewertet die Bundesregierung die aktuelle Situation am
Hauptbahnhof München mit Blick auf die Fußwege zwischen den Bahnsteigen, zum
Zwischengeschoss und insbesondere den Weg vom Starnberger zum
Holzkirchener Flügelbahnhof?
16. Ist aus Sicht der Bundesregierung die verbleibende Restbreite an der
ersten Querung (dem Querbahnsteig) am Hauptbahnhof München für das
tägliche Reisendenaufkommen ausreichend?
Die Fragen 8, 15 und 16 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Eine temporäre zweite Querung ist nicht möglich. Die Personenströme können
in den aktuellen Bauphasen sowohl im Ereignisfall als auch im Regelbetrieb in
der nötigen Qualität und Sicherheit sichergestellt werden. Insbesondere bei
Großveranstaltungen wird die Sicherheit durch zusätzliche organisatorische
Maßnahmen des Bahnhofsmanagements gewährleistet.
9. Wieso konnte am Bahnhof München Ost für die Dauer der Bauarbeiten
zur zweiten Stammstrecke eine solche temporäre Querung in Form einer
Fußgängerbrücke mit Aufzügen vom Bahnsteig am Gleis 13/14 zum
Ausgang an der Friedenstraße errichtet werden?
10. Wer hat den Bau dieser temporären Querung am Bahnhof München Ost
beauftragt?
11. Wer kam für die Planungs- und Baukosten dieser temporären Querung
am Bahnhof München Ost auf?
12. Wie lange dauerte die Planung dieser temporären Querung am Bahnhof
München Ost?
13. Wie lange dauerte der Bau dieser temporären Querung am Bahnhof
München Ost?
Die Fragen 9 bis 13 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die Personenüberführung (PÜ) Ost stellt die Ersatzmaßnahme für die bislang
vorhandene Personenunterführung am Ostbahnhof dar, die im Zuge der
Bauarbeiten zur zweiten S-Bahn-Stammstrecke zurückgebaut werden musste. Ohne
diese temporäre Maßnahme wäre eine Erschließung des Ostbahnhofs über
die Friedenstraße nicht mehr möglich gewesen. Die PÜ Ost wurde von der
DB InfraGO AG als Bauherr beauftragt und über das GVFG-Projekt finanziert.
Planung und Realisierung erstreckten sich über mehrere Jahre.
14. Aus welchen Gründen kann eine solche temporäre Querung, wie sie am
Bahnhof München Ost errichtet wurde, nicht auch während der
Bauarbeiten am Hauptbahnhof München errichtet werden?
Die beiden Projekte Fußgängerquerung München Hbf und provisorische
PÜ Ost sind nicht vergleichbar. Die Fußgängerquerung München Hbf
überspannt das gesamte Gleisvorfeld und muss unter reduzierten Platzverhältnissen
errichtet werden, was zu einer erschwerten Baulogistik führt. Der Bedarf der
PÜ Ost hat sich aus dem Planrecht des PFA 3 Ost zwingend ergeben.
17. Inwieweit sind aus Sicht der Bundesregierung die Entfernungen der
aktuellen Fußwege zum Umstieg zwischen zwei Zügen am Hauptbahnhof
München für Reisende zumutbar, und welche Konsequenzen hat die
aktuelle Situation für die von der DB AG allgemein bzw. der
Mobilitätsservicezentrale der DB InfraGO veranschlagten Mindestzeit für
Umstiege
a) für Menschen ohne körperliche Einschränkungen,
b) für Menschen, die Einschränkungen beim Gehen haben,
c) für blinde Menschen,
d) für Menschen im Rollstuhl und
e) für ältere Menschen?
Von der verkürzten Umsteigezeit würden alle Reisenden profitieren. Im
Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 1 verwiesen.
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