Umweltauswirkungen deutscher Hilfeleistungen für die Ukraine
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Umweltauswirkungen deutscher Hilfeleistungen für die Ukraine
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/2660
21. Wahlperiode 06.11.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dr. Ingo Hahn, Andreas Bleck, Dr. Michael Blos, Karsten Hilse,
Dr. Rainer Kraft, Manuel Krauthausen, Marcel Queckemeyer, Dr. Paul Schmidt,
Martina Uhr und der Fraktion der AfD
Umweltauswirkungen deutscher Hilfeleistungen für die Ukraine
Seit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen in der Ukraine im
Februar 2022 leistet Deutschland umfangreiche militärische und zivile Hilfe. Diese
umfasst unter anderem Waffenproduktion und Waffenlieferungen, logistische
Unterstützung, Finanzhilfen sowie Wiederaufbaumaßnahmen. Mit Blick auf die
erhebliche materielle und energetische Dimension dieser Unterstützung stellt
sich den Fragestellern die Frage, welche Auswirkungen daraus für die Umwelt
resultieren. Studien und Medienberichte weisen auf erhebliche CO₂-
Emissionen und Umweltschäden im Zusammenhang mit Kriegshandlungen,
Umleitungen im Luftverkehr, Energieverbrauch und Infrastrukturprojekten hin
(u. a. www.deutschlandfunk.de/forscher-bisher-230-millionen-tonnen-kohlendi
oxid-freigesetzt-102.html, www.mdr.de/wissen/umwelt-klima/krieg-ukraine-flu
gzeuge-umwege-klima-emissionen-luftfahrt-100.html, https://background.tages
spiegel.de/energie-und-klima/briefing/emissionen-steigen-durch-ukraine-
kriegweiter-an). Vor diesem Hintergrund besteht aufseiten der Fragesteller
Informationsbedarf.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche direkten und indirekten CO₂-Emissionen (in Tonnen CO₂-
Äquivalent) wurden nach Kenntnis der Bundesregierung seit 2022 durch
deutsche Waffenproduktion, Waffenlieferungen, Transportleistungen,
Ausbildungseinsätze und sonstige militärische Unterstützungsmaßnahmen
für die Ukraine verursacht (bitte nach Jahr, Maßnahme Art und
Emissionsquelle aufschlüsseln)?
2. Welche CO₂-Emissionen (in Tonnen CO₂-Äquivalent) sind nach Kenntnis
der Bundesregierung im Zusammenhang mit zivilen Hilfeleistungen
Deutschlands für die Ukraine (z. B. Wiederaufbauprojekte, logistische
Unterstützung, Materiallieferungen, Transport humanitärer Güter)
angefallen (bitte nach Jahr, Maßnahme Art und Emissionsquelle
aufschlüsseln)?
3. Bestehen auf Bundesebene Zuständigkeiten oder Verfahren zur Erfassung,
Schätzung oder Kompensation von Umweltschäden aus internationalen
Hilfs- oder Militäreinsätzen Deutschlands?
4. Inwiefern wurden seitens der Bundesregierung bei der Planung und
Umsetzung von Unterstützungsmaßnahmen für die Ukraine umweltbezogene
Kriterien oder Prüfverfahren berücksichtigt?
5. Plant die Bundesregierung, CO₂- und umweltrelevante Auswirkungen
militärischer und ziviler Unterstützung für die Ukraine systematisch zu
erfassen und öffentlich darzustellen, und wenn nein, aus welchen Gründen
nicht?
6. Welche Studien, Schätzungen oder Gutachten zur Umwelt- und
Emissionsbilanz des Ukraine-Konflikts sowie zur Rolle Deutschlands
diesbezüglich sind der Bundesregierung ggf. bekannt?
7. Welche Ressorts bzw. nachgeordneten Behörden führen nach Kenntnis der
Bundesregierung Aufzeichnungen über Emissionen und Umweltschäden
im Zusammenhang mit der militärischen oder zivilen Unterstützung der
Ukraine?
8. Welche Informationen liegen der Bundesregierung über den
Ressourcenverbrauch Deutschlands im Rahmen der militärischen und zivilen
Ukrainehilfe vor (insbesondere Treibstoff, Materialien, Transportaufkommen)?
9. Welche Mindeststandards zur Energieeffizienz, Umweltverträglichkeit
und Wiederverwertbarkeit gelten nach Kenntnis der Bundesregierung für
Hilfsgüter oder Infrastrukturprojekte für die Ukraine?
10. Welche Informationen liegen der Bundesregierung über die CO₂-Bilanz
ziviler und militärischer Unterstützungsleistungen anderer EU-
Mitgliedstaaten oder NATO-Partner für die Ukraine vor?
11. Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung koordinierte Initiativen
innerhalb der EU oder der NATO zur Erfassung umweltbezogener
Auswirkungen von Unterstützungsmaßnahmen für die Ukraine?
12. Welche Nicht-CO₂-Umweltwirkungen (z. B. Abfall bzw. Gefahrstoffe,
Lärmemissionen, Flächeninanspruchnahme, Altlastenrisiken) im Inland
sind der Bundesregierung im Zusammenhang mit Produktion, Logistik
und Training im Rahmen der Ukrainehilfe bekannt?
13. In welchem Umfang wurden Emissionen im Zusammenhang mit der
Ukrainehilfe kompensiert (Instrumente, Kosten, Umfang), und wie bewertet
die Bundesregierung die Wirksamkeit dieser Kompensationsmaßnahmen?
Berlin, den 5. November 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]
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