Deutsch-ukrainische strategische Partnerschaft und Folgen der Regierungskonsultationen vom 14. April 2026
Text
Deutsch-ukrainische strategische Partnerschaft und Folgen der Regierungskonsultationen vom 14. April 2026
Deutscher Bundestag Drucksache 21/7298
21. Wahlperiode 23.07.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Markus Frohnmaier, Stefan Keuter, Gerold Otten, Udo
Theodor Hemmelgarn, Uwe Schulz, Matthias Rentzsch, Martina Uhr und
der Fraktion der AfD
Deutsch-ukrainische strategische Partnerschaft und Folgen der
Regierungskonsultationen vom 14. April 2026
Die am 14. April 2026 veröffentlichte deutsch-ukrainische strategische
Partnerschaft weitet die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und der Ukraine
erheblich aus. Sie betrifft nicht nur die weitere Unterstützung der Ukraine,
sondern soll auch die sicherheits- und verteidigungspolitische Zusammenarbeit,
den Wiederaufbau sowie die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen
Beziehungen beider Länder langfristig vertiefen. Besonders weitreichend sind die
Vorhaben im Bereich der Verteidigungsindustrie. Die Erklärung sieht unter anderem
eine engere Kooperation bei Drohnen, Flugabwehr, Datenkooperation sowie
Forschung und Entwicklung vor. Auch gemeinsame Fertigungsvorhaben und
die Bereitstellung von Drohnen an Drittstaaten einschließlich Golfstaaten
werden genannt (www.bundesregierung.de/resource/blob/974430/2420616/2810b1
a2113c7d4687e75b47251397bc/2026-04-14-erklaerung-deutsch-ukrianische-re
gierungskonsultationen-deutsch-data.pdf).
Zugleich enthält die Erklärung zusätzliche finanzielle Zusagen und zahlreiche
weitere Vorhaben, etwa im Bereich der Energieversorgung und des
Wiederaufbaus. In wesentlichen Punkten bleibt jedoch offen, welche konkreten
finanziellen, rechtlichen und sicherheitspolitischen Folgen sich daraus für Deutschland
ergeben. Dies betrifft insbesondere die Abgrenzung zwischen kurzfristiger
Unterstützung der Ukraine, Investitionen im deutschen Interesse und langfristigen
politischen oder sicherheitspolitischen Bindungen. Ebenso ist nach Auffassung
der Fragesteller zu klären, welche Zuständigkeiten, Kontrollmechanismen und
Folgekosten mit den einzelnen Maßnahmen verbunden sind (www.bundesregie
rung.de/resource/blob/974430/2420616/2810b1a2113c7d4687e75b47251397b
c/2026-04-14-erklaerung-deutsch-ukrianische-regierungskonsultationen-deutsc
h-data.pdf).
Diese Fragen gewinnen vor dem Hintergrund veränderter internationaler
Rahmenbedingungen in den Augen der Fragesteller an Gewicht. Die Vereinigten
Staaten von Amerika haben ihre direkten militärischen Zuwendungen
eingestellt; Waffenlieferungen werden zunehmend über von NATO-Staaten
finanzierte Mechanismen fortgeführt. Zugleich ist die Zahl der Geberländer der
tschechischen Munitionsinitiative nach Medienberichten von 18 auf neun
gesunken. Daraus ergibt sich für die Fragesteller die Frage, ob Deutschland
künftig einen wachsenden Anteil der finanziellen und politischen Lasten übernimmt
und welchen zusätzlichen Einfluss dies auf den weiteren Kriegsverlauf haben
kann (www.reuters.com/business/aerospace-defense/no-drop-military-aid-
kyivsince-us-policy-shift-nato-official-says-2025-12-19/; www.telepolis.de/article/
Ukraine-Haelfte-der-Geberlaender-steigt-aus-Prager-Initiative-aus-1131041
0.html).
Hinzu treten mögliche sicherheitspolitische Risiken. Nach Medienberichten
tauschen Russland und China Informationen über westliche Waffensysteme
aus, die in der Ukraine eingesetzt und von russischen Kräften erbeutet wurden.
Dies kann auch deutsche Rüstungsgüter betreffen. Vor dem Hintergrund der
angekündigten Ausweitung der deutsch-ukrainischen Rüstungskooperation
besteht für die Fragesteller daher Anlass, mögliche Folgen für den Schutz
deutscher Technologien und Fähigkeiten näher zu prüfen (www.bild.de/politik/ausl
and-und-internationales/geheimdokumente-china-bildet-putins-soldaten-fuer-uk
raine-krieg-aus-6a0ca5dd524d1cc9989d59cd).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Was ist mit der in der strategischen Partnerschaft genannten Eröffnung
einer Niederlassung des staatlichen Rüstungskonzerns Ukrainian Defense
Industry (UDI) in Berlin konkret gemeint, und welche Aufgaben soll diese
Niederlassung übernehmen?
2. Welche Eigentums-, Beteiligungs- und Kontrollstrukturen sind bei den in
der strategischen Partnerschaft angekündigten deutsch-ukrainischen
Gemeinschaftsunternehmen zur Drohnenproduktion und bei weiteren
Gemeinschaftsunternehmen in der Rüstungsindustrie vorgesehen,
insbesondere im Hinblick auf Beteiligungen deutscher Unternehmen, ukrainischer
Unternehmen und ukrainischer staatlicher Stellen?
3. Welche Prüfungen hat die Bundesregierung gegebenenfalls dazu
vorgenommen, ob die in der strategischen Partnerschaft angekündigten
Gemeinschaftsunternehmen zur Drohnenproduktion, mögliche
Fertigungsstätten für Rüstungsgüter in Deutschland oder die geplante Niederlassung
der UDI in Berlin zusätzliche Sicherheitsrisiken für die Bevölkerung oder
für kritische Infrastruktur in Deutschland begründen können, und zu
welchen Ergebnissen ist sie dabei gelangt?
4. Welche konkreten Vereinbarungen wurden im Zusammenhang mit der in
der strategischen Partnerschaft genannten gemeinsamen Fertigung von
Langstreckenkampfdrohnen des Typs Anubis und
Mittelstreckenkampfdrohnen des Typs Seth-X geschlossen oder vorbereitet?
5. Welche Rolle übernehmen deutsche Unternehmen, Bundesministerien
oder Bundesbehörden bei der gemeinsamen Drohnenproduktion,
insbesondere bei Entwicklung, Finanzierung, Fertigung, Zulieferung,
Zulassung und Endverbleibskontrolle?
6. Was ist mit der in Anlage I der strategischen Partnerschaft genannten
„Durchführungsvereinbarung über die Bereitstellung von Drohnen an
Drittstaaten, einschließlich Golfstaaten“ konkret gemeint, und
a) welche Drittstaaten sind davon erfasst oder sollen davon erfasst
werden,
b) in welcher Form sollen die Drohnen bereitgestellt werden,
c) welche deutschen Stellen sind an Genehmigung und Kontrolle
beteiligt,
d) welche außenwirtschaftsrechtlichen, rüstungsexportrechtlichen und
endverbleibsbezogenen Prüfungen sind vorgesehen?
7. Welche rechtlichen Regelungen bestehen oder sind gegebenenfalls
vorgesehen, um den Einfluss auf die Weitergabe und Nutzung von Drohnen,
Drohnentechnologie, Software, Sensordaten und Gefechtsdaten zu
sichern, die im Rahmen der in Anlage I genannten Vereinbarungen über
Drohnenproduktion, Drittstaatenbereitstellung und Datenkooperation
entwickelt, finanziert, bereitgestellt oder ausgetauscht werden?
8. Welche Bewertungen liegen der Bundesregierung gegebenenfalls dazu
vor, ob aus der vertieften deutsch-ukrainischen Rüstungskooperation
technische, industrielle oder operative Abhängigkeiten Deutschlands von
ukrainischen Unternehmen, ukrainischen staatlichen Stellen oder
ukrainischen Gefechtsdaten entstehen können, und zu welchem Ergebnis
kommen diese möglichen Bewertungen?
9. Inwiefern ist Deutschland nach Einschätzung der Bundesregierung in der
Lage, die im Rahmen der strategischen Partnerschaft gemeinsam
entwickelten oder hergestellten Rüstungsgüter auch ohne ukrainische Partner
weiterzuentwickeln, zu produzieren oder instand zu halten?
10. Welche Daten sollen im Rahmen der in Anlage I der strategischen
Partnerschaft genannten „Vereinbarung über Datenkooperation“ zwischen
Deutschland und der Ukraine ausgetauscht werden, und
a) fallen darunter militärische Einsatzdaten, Gefechtsdaten, Sensordaten
oder Daten aus dem Drohneneinsatz,
b) welche deutschen Behörden oder Unternehmen sollen Zugriff auf
diese Daten erhalten,
c) welche ukrainischen Behörden oder Unternehmen sollen Zugriff auf
deutsche Daten erhalten,
d) welche Geheimschutz-, Datenschutz- und Cybersicherheitsvorgaben
gelten?
11. Was ist mit der in Anlage I der strategischen Partnerschaft genannten
Ausrichtung neuer Arbeitsmarktprogramme auf „kriegsbezogene Bedarfe“
gemeint, und umfasst dies auch Programme, die unmittelbar oder mittelbar
dem Personalbedarf der ukrainischen Verteidigungsindustrie oder
Rüstungsproduktion dienen?
12. Hat sich die Bundesregierung eine Auffassung dazu gebildet, welche
zusätzlichen finanziellen Belastungen für Deutschland erwartet werden, falls
weitere Staaten ihre finanziellen Beiträge zur tschechischen
Munitionsinitiative, zum PURL-(Prioritized Ukraine Requirements List)-Mechanismus
oder zu anderen Unterstützungsformaten für die Ukraine reduzieren oder
beenden (wenn ja, bitte darstellen), und wenn nein, warum nicht?
13. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung gegebenenfalls vor dem
Hintergrund des Medienberichts über einen russisch-chinesischen
Informationsaustausch zu in der Ukraine erbeuteten westlichen
Waffensystemen darüber vor, ob deutsche Rüstungsgüter, insbesondere Marder-
Schützenpanzer, von russischen Streitkräften erbeutet wurden (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
14. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung gegebenenfalls darüber
vor, ob Informationen über deutsche Rüstungsgüter, insbesondere über
deren Einsatz, technische Bestandteile, Schwachstellen oder digitale
Schnittstellen, von Russland an China weitergegeben wurden (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
15. Welche Maßnahmen wurden gegebenenfalls ergriffen, um zu verhindern,
dass geheime oder sicherheitsrelevante Informationen über deutsche
Rüstungsgüter über die Ukraine, Russland oder andere Drittstaaten nach
China gelangen?
16. Wurde eine Bewertung dazu vorgenommen, welche sicherheitspolitischen
Kosten für Deutschland entstehen können, wenn Russland oder China aus
erbeuteten westlichen oder deutschen Waffensystemen Erkenntnisse über
Schwachstellen, Einsatzprofile oder Gegenmaßnahmen gewinnen?
17. Welche konkreten Erwartungen verbindet die Bundesregierung mit der
Aussage in der strategischen Partnerschaft, Deutschland erwarte, „dass die
Ukraine die Zahl der Männer im wehrfähigen Alter, die die Ukraine
verlassen, reduziert“ (Erklärung über eine strategische Partnerschaft
zwischen Deutschland und der Ukraine, Abschnitt 3 „Menschliche
Dimension“, S. 3), und
a) welche Maßnahmen der Ukraine zur Reduzierung der Ausreise von
Männern im wehrfähigen Alter hält die Bundesregierung dabei für
geeignet, erforderlich oder erwartbar,
b) welche rechtlichen, administrativen oder praktischen Schritte wurden
hierzu zwischen der Bundesregierung und der ukrainischen Regierung
seit dem 14. April 2026 besprochen,
c) welche deutschen Bundesministerien oder Bundesbehörden waren an
entsprechenden Gesprächen, Prüfungen oder Abstimmungen beteiligt,
d) welche Maßnahmen prüft oder plant die Bundesregierung im
Zusammenhang mit dieser Erwartung, um die Einreise von Männern im
wehrfähigen Alter aus der Ukraine nach Deutschland zu erschweren,
einzuschränken oder stärker zu kontrollieren,
e) welche alternativen Maßnahmen zur Reduzierung der Einreise oder
zur verstärkten Rückkehr von Männern im wehrfähigen Alter aus
Deutschland in die Ukraine wurden von deutscher Seite geprüft, und
welche dieser Maßnahmen schließt die Bundesregierung aus
rechtlichen, humanitären, europarechtlichen oder politischen Gründen aus?
18. Welche Aufgaben sollen der „Unity Hub“ in Berlin, das von der Agentur
für nationale Einheit koordinierte Einheitsnetzwerk und deutsche
Jobcenter jeweils bei der Erleichterung der Rückkehr ukrainischer
Staatsangehöriger in die Ukraine übernehmen?
19. Wie viele ukrainische Männer zwischen 23 und 60 Jahren, die sich zum
aktuellen Zeitpunkt in Deutschland aufhalten (bitte die aktuellsten Daten
angeben), beziehen Bürgergeld (vgl. www.tagesschau.de/ausland/europa/u
kraine-schutzstatus-102.html)?
20. Wie viele Bürgergeldbezieher mit ukrainischer Staatsangehörigkeit waren
a) seit dem 1. Juli 2023 wegen fehlender Erreichbarkeit im Sinne des
§ 7b des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch (SGB II) und
b) im Zeitraum vom 1. Januar 2022 bis zum 30. Juni 2023 wegen
fehlender Erreichbarkeit nach der zuvor geltenden Rechtslage
betroffen (bitte jeweils nach Jahren aufschlüsseln)?
21. In wie vielen Fällen wurden Leistungen an Bürgergeldbezieher mit
ukrainischer Staatsangehörigkeit wegen fehlender Erreichbarkeit ganz oder
teilweise nicht erbracht, versagt, entzogen oder eingestellt (bitte nach
Jahren seit 2022 sowie nach der jeweils angewandten Rechtsgrundlage
aufschlüsseln)?
22. In wie vielen Fällen wurde seit dem Jahr 2022 bei Bürgergeldbeziehern
mit ukrainischer Staatsangehörigkeit ein nicht genehmigter Aufenthalt
außerhalb des näheren Bereichs des zuständigen Jobcenters festgestellt
(bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
23. Was ist mit der in der strategischen Partnerschaft genannten Ermittlung
von Formaten der Zusammenarbeit zur Bekämpfung von Sozialbetrug
auch durch Rückgriff auf einschlägige Daten, soweit rechtlich möglich,
gemeint?
24. Welche deutschen und ukrainischen Behörden sollen an der in Frage 23
genannten Zusammenarbeit beteiligt werden?
25. Welche Datenkategorien sollen zur Bekämpfung von Sozialbetrug
zwischen deutschen und ukrainischen Stellen ausgetauscht oder abgeglichen
werden?
26. Welche konkreten Projekte sind im Rahmen der strategischen
Partnerschaft in den Bereichen Wirtschaft, Wiederaufbau, Energie,
Wohnungsbau, Digitalisierung, Landwirtschaft, Rohstoffe und Verkehr geplant?
27. Welche Angaben kann die Bundesregierung zu jedem in der Antwort zu
Frage 26 genannten Projekt machen, insbesondere zu
a) Ziel,
b) zuständigem Bundesministerium oder zuständiger Bundesbehörde,
c) vorgesehenen Mitteln,
d) Haushaltstiteln oder Sondervermögen,
e) deutschen, ukrainischen oder internationalen Empfängern sowie
f) vorgesehenem Zeitraum?
28. Welche neuen Finanzmittel in Höhe von bis zu 233 Mio. Euro für
Entwicklungszusammenarbeit, die in der strategischen Partnerschaft genannt
werden, sind bereits haushalterisch veranschlagt oder eingeplant?
29. Welche Teile der in Frage 28 genannten Mittel dienen vorrangig
a) der humanitären Unterstützung,
b) der wirtschaftlichen Zusammenarbeit,
c) dem Wiederaufbau oder
d) sicherheitspolitisch relevanten Zielen,
und welche Beträge entfallen jeweils auf diese Bereiche?
30. Welche Gegenleistungen, Zugangsrechte, Beteiligungsmöglichkeiten oder
sonstigen wirtschaftlichen Vorteile werden für Deutschland aus der in
Anlage I genannten Vereinbarung zwischen dem Staatlichen Dienst für
Geologie und Bodenschätze der Ukraine und der Bundesanstalt für
Geowissenschaften und Rohstoffe über kritische Mineralien von der
Bundesregierung erwartet?
31. Welche Bundesmittel sind für die in der strategischen Partnerschaft
angekündigte ukrainisch-deutsche Kultursaison 2027/2028 vorgesehen?
32. Welche Bundesministerien, Bundesbehörden, Mittlerorganisationen,
ukrainischen Stellen oder sonstigen Einrichtungen sind an Planung,
Finanzierung und Durchführung der ukrainisch-deutschen Kultursaison 2027/2028
beteiligt?
33. Welche der in Anlage I der strategischen Partnerschaft genannten
Vereinbarungen wurden bereits unterzeichnet, und welche sollen noch
unterzeichnet werden (bitte jeweils nach Datum oder geplantem Datum der
Unterzeichnung, Vertragsparteien und rechtlicher Bindungswirkung
aufschlüsseln)?
34. Welche rechtliche Bindungswirkung haben die strategische Partnerschaft,
die Anlagen sowie die darin genannten Vereinbarungen und Prioritäten?
35. Welche Möglichkeiten bestehen, einzelne Maßnahmen der strategischen
Partnerschaft auszusetzen, zu beenden oder nicht umzusetzen?
36. Welche Berichts-, Kontroll- oder Evaluierungsmechanismen sind
vorgesehen, um den Deutschen Bundestag und die Öffentlichkeit über
Umsetzung, Kosten und Ergebnisse der strategischen Partnerschaft zu
informieren?
37. Entspricht es nach Auffassung der Bundesregierung der Bedeutung des
parlamentarischen Fragerechts als wichtiges Kontrollinstrument der
Legislative, dass auf die Schriftliche Frage 71 auf
Bundestagsdrucksache 21/6457 zur staatlichen Ehrung von NS-Kollaborateuren in der
Ukraine eine fast wortgleiche Antwort wie in der Bundespressekonferenz
zwei Wochen zuvor erfolgte, die nach Auffassung der Fragesteller die
Frage nicht konkret beantwortet hat (bitte begründen; vgl. Antwort auf die
Schriftliche Frage 71 auf Bundestagsdrucksache 21/6457, S. 56, sowie
https://ostdeutscheallgemeine.com/article/auswaertiges-amt-zu-melnyk-eh
rung-mir-ist-dieser-vorgang-nicht-bekannt-sorry-10066061)?
38. Hat sich die Bundesregierung eine Auffassung zu den diplomatischen
Auseinandersetzungen zwischen Polen und der Ukraine – Anlass war die
Benennung einer ukrainischen Militäreinheit nach der Ukrainischen
Aufständischen Armee, welche zumindest in Teilen mit der
nationalsozialistischen Besatzung kooperiert hat – gebildet, und wenn ja, wie lautet diese
(bitte auch darstellen, ob die Bundesregierung versucht, zwischen Polen
und der Ukraine zu vermitteln, vgl. www.berliner-zeitung.de/article/selens
kyj-faehrt-nicht-zu-wiederaufbaukonferenz-nach-polen-10125286)?
39. Unterstützt die Bundesregierung die ukrainischen Drohnenangriffe auf die
Moskauer Region, wie dies der ukrainische Präsident Wolodymyr
Selenskyj via X mitteilte: „Während des Gipfels waren alle G7-Mitglieder
über unsere Operation in der Region Moskau informiert, hatten die
Ergebnisse bereits gesehen und unterstützten die absolut gerechten und
angemessenen Reaktionen der Ukraine“ (bitte begründen; vgl. https://x.com/Ze
lenskyyUa/status/2068774813565370747)?
40. Verfügt die Bundesregierung über Erkenntnisse, ob Unternehmen in der
EU, insbesondere deutsche Unternehmen, bald Lizenzen für die
Produktion von US-amerikanischen Luftabwehrraketen (Patriot) erhalten (vgl.
https://x.com/ZelenskyyUa/status/2068774813565370747)?
41. Ist der Bundesregierung die durch die ehemalige US-
Geheimdienstkoordinatorin Tulsi Gabbard – zum Zeitpunkt der
Veröffentlichung noch im Amt – publizierte Liste der durch die USA in der Ukraine
finanzierten Biolabore in der Ukraine bekannt, und wenn ja, welche
Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung daraus (vgl. https://ostdeut
scheallgemeine.com/article/ukraine-biolabore-bundesregierung-usa-1010
7499)?
42. Ist der Bundesregierung der Umstand bekannt, dass der israelische Chef
der Yad-Vashem-Gedenkstätte auf der „Feinde der Ukraine“-Liste der
ukrainischen Organisation Myrotvorets aufgeführt wird, wenn ja, wie
bewertet sie diesen Vorgang, und hat sie sich hierzu mit der ukrainischen
Regierung in Verbindung gesetzt (vgl. https://ostdeutscheallgemeine.com/
article/yad-vashem-chef-auf-ukrainischer-feindesliste-bundesregierung-er
klaert-sich-ahnungslos-10079757)?
43. Hat sich die Bundesregierung zur Kritik von Yad-Vashem-Chef Dani
Dayan an der Ehrung des mutmaßlichen NS-Kollaborateurs Andrij
Melnyk (nicht verwandt mit dem früheren Botschafter der Ukraine in der
Bundesrepublik Deutschland) eine Auffassung gebildet, und wenn ja, wie
lautet diese (vgl. https://ostdeutscheallgemeine.com/article/yad-vashem-ch
ef-auf-ukrainischer-feindesliste-bundesregierung-erklaert-sich-ahnungslo
s-10079757)?
44. Welche rechtswidrigen Inhalte der ukrainischen Website Myrotvorets
wurden wann auf Veranlassung der Bundesregierung gelöscht, bzw. wie war
die Reaktion der ukrainischen Regierung auf entsprechende Forderungen
seitens der Bundesrepublik Deutschland (gab es staatliche Maßnahmen
der ukrainischen Regierung u. a.; vgl. Antwort zu Frage 9 auf
Bundestagsdrucksache 20/2855)?
45. Hat sich die Bundesregierung zu den Auswirkungen der Beendigung von
Waffenlieferungen an die Ukraine durch Bulgarien eine Auffassung
gebildet, wenn ja, wie lautet diese, und welche Schlussfolgerungen zieht sie
daraus, was die Unterstützung der Ukraine durch Mitgliedstaaten der EU
angeht (vgl. www.dw.com/de/bulgarien-waffen-armee-ukraine-radew-mu
nition-rakete-russland-angriff-wehretat-aufstockung-eu/a-77489436?mac
a=de-newsletter_ostfokus-643-xml-newslet-ter&at_dw_language=de&at_
number=20260612&r=57379931595398599&lid=3935999&pm_ln=34
3147)?
46. Sind die Zusagen der Bundesregierung sowie von deutschen Unternehmen
für die Wiederaufbaukonferenz in Polen (25. und 26. Juni 2026) bekannt,
und wenn ja, auf welche Investitionshöhe in welchen Wirtschaftssektoren
belaufen sich sie sich (vgl. www.berliner-zeitung.de/article/selenskyj-faeh
rt-nicht-zu-wiederaufbaukonferenz-nach-polen-10125286)?
47. Hat sich die Bundesregierung eine eigenständige Auffassung zu den
möglichen Wiederaufbaukosten der Ukraine gebildet, und wenn ja, wie lautet
diese?
48. Wie viele Soldaten der ukrainischen Armee wurden seit Beginn des
Krieges am 24. Februar 2022 in Deutschland wo behandelt, und welche
Kosten sind hierdurch der Bundesrepublik Deutschland entstanden (bitte
Haushaltstitel angeben und gemäß der Fragestellung nach Jahren
aufschlüsseln; vgl. www.kvwl.de/mitglieder/abrechnung-honorar/abrechnun
g-behandlungskosten-ukrainischer-soldaten)?
49. In welcher Höhe hat die Bundesrepublik Deutschland seit 1991 die
Ukraine unterstützt (bitte die Finanzmittel getrennt nach Ressorts angeben)?
50. Wie viele antirussische bzw. antiukrainische Straftaten sind der
Bundesregierung Daten bekannt (bitte seit 2022 bis heute nach Jahren
aufschlüsseln und die Kategorie der Politisch motivierten Kriminalität angeben;
vgl. www.n-tv.de/politik/383-anti-russische-und-181-antiukrainische-Straf
taten-article23251897.html)?
51. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zu Personen vor, die
einen festen Wohnsitz in Deutschland hatten und seit dem 1. Januar 2026
ausgereist sind, um die ukrainische Armee in der kriegerischen
Auseinandersetzung mit Russland zu unterstützen (bitte die Gesamtzahl der
ausgereisten Personen mitsamt ihren Staatsangehörigkeiten pro Jahr nennen,
beginnend mit der ersten erfolgten Ausreise, die Vereinigungen,
Organisationen sowie Zusammenschlüsse aufführen, denen sie sich angeschlossen
haben, das Zielland beziehungsweise Land, in dem sie sich zurzeit aufhalten,
sowie gegebenenfalls die Organisationsmitgliedschaft im
beziehungsweise die Zuordnung zum politischen Spektrum angeben)?
52. Wie viele der in Frage 51 erfragten Personen sind nach Kenntnis der
Bundesregierung nach Deutschland zurückgekehrt?
53. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung zu Personen vor, die
einen festen Wohnsitz in Deutschland hatten und ausgereist sind, um die
russische Armee in der kriegerischen Auseinandersetzung mit der Ukraine
zu unterstützen (bitte gemäß Frage 52 aufschlüsseln)?
54. Wie viele der Personen entsprechend Frage 53 sind nach Kenntnis der
Bundesregierung nach Deutschland zurückgekehrt?
Berlin, den 9. Juli 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
Relationen
- asked ← Gerold Otten (Kleine Anfrage)
- asked ← Markus Frohnmaier (Kleine Anfrage)
- asked ← Martina Uhr (Kleine Anfrage)
- asked ← Matthias Rentzsch (Kleine Anfrage)
- asked ← Stefan Keuter (Kleine Anfrage)
- asked ← Udo Theodor Hemmelgarn (Kleine Anfrage)
- asked ← Uwe Schulz (Kleine Anfrage)
- authored ← Fraktion der AfD
- authored ← Markus Frohnmaier
- authored ← Stefan Keuter
- part_of_vorgang → Deutsch-ukrainische strategische Partnerschaft und Folgen der Regierungskonsultationen vom 14. April 2026 (Kleine Anfrage)