Belastende Zeitumstellung auf EU-Ebene abschaffen - Dauerhafte Beibehaltung der Normalzeit
Text
Belastende Zeitumstellung auf EU-Ebene abschaffen - Dauerhafte Beibehaltung der Normalzeit
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/2227
21. Wahlperiode 14.10.2025
Antrag
der Abgeordneten Stephan Brandner, Alexander Arpaschi, Adam Balten,
Dr. Christina Baum, Dr. Christoph Birghan, Joachim Bloch, René Bochmann,
Erhard Brucker, Thomas Dietz, Tobias Ebenberger, Hauke Finger, Hans-
Jürgen Goßner, Udo Theodor Hemmelgarn, Stefan Henze, Nicole Hess,
Karsten Hilse, Martina Kempf, Rocco Kever, Kurt Kleinschmidt, Heinrich
Koch, Pierre Lamely, Reinhard Mixl, Edgar Naujok, Christian Reck, Bernd
Schattner, Lars Schieske, Carina Schießl, Jan Wenzel Schmidt, René
Springer, Otto Winfried Strauß, Martina Uhr, Jörg Zirwes, Ulrich von Zons
und der Fraktion der AfD
Belastende Zeitumstellung auf EU-Ebene abschaffen – Dauerhafte
Beibehaltung der Normalzeit
Der Bundestag wolle beschließen:
Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf,
1. sich im Europäischen Rat für die Durchführung von Abstimmungen in den
betroffenen europäischen Ländern zu der Frage einzusetzen, ob die Normalzeit
(Winterzeit) oder die Sommerzeit dauerhaft beibehalten werden soll;
2. sich im Europäischen Rat für eine gemeinsame Regelung aller Mitgliedstaaten
hinsichtlich der Abschaffung der Sommerzeit in der Europäischen Union
einzusetzen und somit die Normalzeit dauerhaft beizubehalten.
Berlin, den 14. Oktober 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Begründung
Zweimal jährlich erfolgt in Europa die Umstellung der Uhren – im März von der Normalzeit (umgangssprachlich
„Winterzeit“) auf die Sommerzeit sowie im Oktober in die umgekehrte Richtung –, obwohl zahlreiche Umfragen
belegen, dass diese saisonalen Anpassungen seit Jahren nicht mehr gewünscht werden. Bereits vor sechs Jahren
sprach sich die EU-Kommission dafür aus, die zweiwöchentliche Zeitumstellung zu beenden und stattdessen den
Mitgliedstaaten die Wahl zu lassen, ob sie dauerhaft die Sommerzeit oder die Normalzeit beibehalten möchten.
Im Spätsommer 2018 betonte der damalige Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, in
dem Credo „Die Menschen wollen das, wir machen das“, wobei einzelne Mitgliedstaaten zuvor bereits ähnliche
Bestrebungen formuliert hatten (https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/IP_18_5302, Stand:
24.03.2025).
Eine von der Kommission durchgeführte Umfrage, an der 4,6 Millionen EU-Bürger teilnahmen, belegte, dass 84
Prozent der Befragten die derzeitige Praxis der Zeitumstellung ablehnen. Eine aktuellere Umfrage in Deutschland
aus dem Jahr 2024 bestätigt diesen Trend: Rund 74 Prozent der Befragten halten die Zeitumstellung grundsätzlich
für nicht sinnvoll (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/342845/umfrage/umfrage-in-deutschland-zu-
sinn-und-unsinn-der-zeitumstellung/, Stand: 24.03.2025).
Im Rahmen einer Bewertung der bestehenden Regelungen zur saisonalen Zeitumstellung kam die EU-
Kommission zu dem Schluss, dass es den nationalen Regierungen überlassen sein sollte, eine dauerhafte Entscheidung
für entweder die Sommer- oder die Normalzeit zu treffen (https://germany.representation.ec.europa.eu/zeitum-
stellung_de, Stand: 24.03.2025).
Auch auf nationaler Ebene wurden Vorstöße unternommen: Bereits in der 19. Legislaturperiode hat die
Bundesregierung prinzipiell die Abschaffung der Uhrenumstellung befürwortet. Ziel ist es, in Abstimmung mit den
europäischen Nachbarstaaten Zeitinseln zu vermeiden, um sowohl den Binnenmarkt als auch den Luftverkehr zu
schützen (vgl. Drucksache 19/17807). In der 20. Legislaturperiode wurde das Thema erneut aufgegriffen, als
über eine Petition im Bundestag die Abschaffung der zweimal jährlich erfolgenden Zeitumstellung gefordert
wurde. Die Petition argumentierte, dass – falls keine zeitnahe gesamteuropäische Lösung erreicht werden kann
– vorerst eine nationale Regelung auf Basis des Vorbildprinzips erfolgen solle. Die Bundesregierung begrüßte
diesen Vorschlag zur Aufhebung der saisonalen Zeitumstellung und bekräftigte ihr Engagement, eine einheitliche
Regelung innerhalb der EU anzustreben (ID 127160; www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2022/kw38-
deabschliessende-beratungen-909140, Stand: 24.03.2025).
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ISSN 0722-8333]
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