Resilienz-Ziele der NATO
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Resilienz-Ziele der NATO
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1356
21. Wahlperiode 26.08.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Gerold Otten, Heinrich Koch, Stefan Keuter, Dr. Rainer
Rothfuß, Jan Wenzel Schmidt, Udo Theodor Hemmelgarn und der
Fraktion der AfD
Resilienzziele der NATO
Laut den Antworten der niederländischen Regierung auf eine Anfrage im
niederländischen Parlament seien „Resilienzziele der NATO […] in einem
zugrunde liegenden Dokument dargelegt, das nicht öffentlich zugänglich ist“ (vgl.
https://zoek.officielebekendmakingen.nl/ah-tk-20242025-2349.html). Zu
Resilienzzielen hat sich die Bundesregierung laut dem NATO-Gipfelkommuniqué
von Vilnius 2023 verpflichtet. Resilienz ist nach dem Kommuniqué nicht auf
militärische Angelegenheiten beschränkt, sondern umfasst zahlreiche
Politikbereiche wie kritische Infrastrukturen, Lieferketten und Gesundheitssysteme (vgl.
www.nato.int/cps/en/natohq/official_texts_217320.htm, insbesondere
Nummer 61). Das Medium Multipolar berichtet: „Auf Anfrage von Multipolar hat
das deutsche Bundesinnenministerium die Existenz des geheimen Nato-
Dokuments nicht bestritten. In seiner Antwort teilte die Pressestelle des
Ministeriums mit, man bitte um Verständnis, wenn man zu dem „nicht öffentlich
zugänglichen Nato-Dokument“ keine Auskünfte erteilt. Weitere Fragen, ob das
Dokument den Abgeordneten des Bundestags, dem Parlamentarischen
Kontrollgremium oder dem Verteidigungsausschuss bekannt sei und ob die
Bundesregierung ebenfalls geheime Veranstaltungen und Übungen zu den Nato-
Resilienz-Zielen durchgeführt habe, ließ das Ministerium unbeantwortet“.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wurde das nicht öffentlich zugängliche Dokument mit den NATO-
Resilienzzielen bestimmten Gremien des Deutschen Bundestages zugeleitet
(wenn ja, wann und welchen, und wenn nein, warum nicht)?
2. Hat die Bundesregierung im Rahmen ihrer Beteiligung den Begriff
„Resilienz“ für sich definiert, wenn ja, wann und wo, und wie lautet diese
Arbeitsdefinition?
3. Wurde der Deutsche Bundestag über die Umsetzung der Resilienzziele
nach dem in der Vorbemerkung der Fragesteller genannten nicht öffentlich
zugänglichen Dokument einerseits und nach dem Kommuniqué des
NATO-Gipfels von Vilnius andererseits informiert (wenn ja, wann, welche
Gremien und durch wen, und wenn nein, warum nicht)?
4. Welche Bundesministerien und Bundesbehörden sind bei der Umsetzung
der in der Vorbemerkung der Fragesteller genannten Resilienzziele
involviert (bitte auch interministerielle Koordinationsgremien angeben, wenn
solche existieren)?
5. Haben im Hinblick auf die Umsetzung der in der Vorbemerkung der
Fragesteller genannten Resilienzziele Sitzungen bzw. Übungen stattgefunden
(wenn ja, bitte angeben, wann, und welche Bundesministerien und
Bundesbehörden waren daran beteiligt)?
6. Nimmt die Bundesrepublik Deutschland an NATO-Programmen,
Projekten oder Vorhaben gegen „Desinformation und Fehlinformation“ teil,
wenn ja, seit wann, und mit wie vielen Angehörigen der Bundeswehr oder
anderer Bundesbehörden oder Bundesministerien (vgl. NATO-Erklärung
von Vilnius, 2023, Nummer 64, www.nato.int/cps/en/natohq/official_text
s_217320.htm)?
7. Beteiligt sich Deutschland an der Finanzierung der Programme, Projekte
oder Vorhaben der Frage 6, wenn ja, an welchen, seit wann, und in
welcher Höhe?
8. Besitzt die Bundesregierung Kenntnis darüber, ob die Counter Hybrid
Support Teams der NATO (vgl. NATO-Erklärung von Vilnius, 2023,
Nummer 64, www.nato.int/cps/en/natohq/official_texts_217320.htm) in
NATO-Staaten bereits eingesetzt wurden, wenn ja, wann, in welchen, und
zu welchem Zweck?
9. Hat die Bundesregierung die Unterstützung durch die Counter Hybrid
Support Teams der NATO angefordert, wenn ja, wann, und warum?
10. Hat sich die Bundesregierung eine Auffassung darüber gebildet, und wenn
ja, wie lautet diese, ob es im Sinne der Demokratie, Transparenz und der
Mitwirkung des im besonderen Maße demokratisch legitimierten
Verfassungsorgans, des Deutschen Bundestages, ist, wenn nach Auffassung der
Fragesteller weitreichende, gegebenenfalls über den Kernbereich des
Militärischen hinausgehende NATO-Ziele bzw. deren Umsetzung als geheim
eingestuft werden?
Berlin, den 28. Juli 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]
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