Zweite Sperrung des Kölner Hauptbahnhofs (Antwort zu Drs. 21/7051)
Text
Zweite Sperrung des Kölner Hauptbahnhofs (Antwort zu Drs. 21/7051)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/7364
21. Wahlperiode 27.07.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Matthias Gastel, Katharina Dröge, Nyke
Slawik, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 21/7051 –
Zweite Sperrung des Kölner Hauptbahnhofs
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Deutsche Bahn (DB) AG hat bereits im November 2025 versucht, das
Stellwerk in Köln Hauptbahnhof (Hbf) umfassend zu erneuern, wofür der
Hauptbahnhof über einen Zeitraum von zehn Tagen gesperrt werden musste.
Dieses Vorhaben ist damals gescheitert; es wurde angekündigt, dass eine
neuere, allerdings kürzere Sperrung durchgeführt werden müsste. Nun kündigt die
DB AG an, im Januar 2027 einen zweiten Anlauf zu unternehmen; allerdings
stehen diesmal sogar elf statt zehn Tage Totalsperrung des Kölner
Hauptbahnhofs für Regional- und Fernverkehr im Raum. Zudem kommt für die
Fahrgäste erschwerend hinzu, dass parallel zur Sperrung des Hauptbahnhofs auch im
Bereich der Fern- und Regionalgleise in Köln Messe/Deutz (mit Ausnahme
der Gleise 11, 12 und der S Bahn-Gleise) die Bahnsteigdächer erneuert
werden und die Bahnsteige daher nicht für den Regional- und Fernverkehr zur
Verfügung stehen (www.ksta.de/koeln/neues-stellwerk-koelner-
hauptbahnhofanfang-2027-fuer-elf-tage-dicht-1-1305799).
Nach Ansicht der Fragestellenden ergibt sich durch diese doppelte Sperrung
und die damit einhergehenden schwerwiegenden Einschränkungen im
Regional- und Fernverkehr eine erhebliche Belastung für Pendlerinnen und Pendler,
aber auch alle anderen Fahrgäste im Großraum Köln. Ebenfalls ist nach
Ansicht der Fragestellenden mit den bisher öffentlich kommunizierten
Informationen nur unzureichend geklärt, warum die parallele Sperrung des
Hauptbahnhofs und des Bahnhofs Messe/Deutz notwendig ist und eine
schwerwiegende, elftägige Totalsperrung den Fahrgästen zugemutet werden muss.
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr vom 24. Juli 2026
übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
1. Warum ist entgegen anderslautender Ankündigungen seitens der Bahn
nach der ersten Sperrung 2025 (www.ksta.de/koeln/neues-stellwerk-koeln
er-hauptbahnhof-anfang-2027-fuer-elf-tage-dicht-1-1305799) eine
Sperrung nötig, deren Dauer die der ersten Sperrung überschreitet?
2. Welche durchzuführenden Tätigkeiten bedingen die Dauer der Sperrung
von elf Tagen?
Die Fragen 1 und 2 werden aufgrund ihres Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Nach Auskunft der DB InfraGO wird die Sperrpause genutzt, um neben der
Inbetriebnahme des Elektronischen Stellwerks (ESTW) Köln Hbf weitere
notwendige Arbeiten zu erledigen. Diese Arbeiten hätten sonst zusätzliche
Sperrungen und erneute Belastungen für Fahrgäste zur Folge, die so vermieden
werden können.
Die Sperrpause wird für Instandhaltungsmaßnahmen und Rückbauarbeiten
genutzt. Dies ist zum einen der Rückbau von Bahnsteigdächern in Köln Messe/
Deutz, bei denen im Rahmen routinemäßiger Inspektionen Schäden im Inneren
der Dächer festgestellt wurden.
Zum anderen wird ein Gebäude im Betriebsbahnhof am Hansaring
zurückgebaut.
3. Welche weiteren Sperrungen, sowohl am Kölner Hbf als auch an anderen
Bahnhöfen, sind im Rahmen der Umstellung des Kölner Hauptbahnhofs
auf elektronisches Stellwerk (ESTW) geplant oder absehbar notwendig?
Für die Inbetriebnahme des ESTW ist nach Auskunft der Deutsche Bahn AG
(DB AG) keine weitere Sperrzeit notwendig.
4. Wie bewertet die Deutsche Bahn AG die Auswirkungen der Sperrung im
Wirkungszusammenhang mit der weitgehenden Sperrung von Köln
Messe/Deutz im selben Zeitraum auf die Fahrgäste?
Die S-Bahn kann durchgehend weiter verkehren und die Fernverkehrsgleise 11
und 12 in Köln-Messe/Deutz (tief) stehen ebenfalls zur Verfügung. Dadurch ist
die Stadt Köln während der Sperrpause weiterhin per Bahn erreichbar.
5. Welche Umleitungs- und Ersatzkonzepte sind für die betroffenen
Verbindungen während der Sperrung geplant?
Für die betroffenen Verbindungen werden nach Angaben der DB AG mit den
Eisenbahn-Verkehrsunternehmen aktuell Umleitungen und Alternativen
organisiert. Das endgültige Verkehrskonzept wird nach Abschluss der entsprechenden
Planungen frühzeitig kommuniziert.
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