polradar

Frage von Dr. Zoe Mayer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) mit Antwort – Schriftliche Antworten auf Fragen der Fragestunde (Drucksache 21/6572)

dip / rede 24.06.2026 · WP 21 · Original ↗

Teil von Protokoll der 85. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages. Zu Protokoll gegeben (Anlage), nicht im Plenum gesprochen.

Im Graph öffnen

Text

Frage von Dr. Zoe Mayer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) mit Antwort – Schriftliche Antworten auf Fragen der Fragestunde (Drucksache 21/6572) Was plant die Bundesregierung aktuell, um die Ernährung von Kindern in Deutschland gezielt zu verbessern? Antwort der Parl. Staatssekretärin Martina Englhardt-Kopf: Ziel der Bundesregierung ist es, eine gesunde Ernährung für Jung und Alt zu fördern. Da Ernährungsgewohnheiten früh im Leben geprägt werden, sind Kinder und Jugendliche die wichtigste Zielgruppe für ernährungspolitische Maßnahmen. Für die Verbesserung der Ernährungssituation von Kindern und Jugendlichen setzt die Bundesregierung auf Ernährungsbildung sowie auf gute und ausgewogene Angebote in der Gemeinschaftsverpflegung. Die Ernährungsbildung und -kommunikation möchte die Bundesregierung gemeinsam mit dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) künftig noch zielgruppengerechter und digitaler ausrichten. Die verstärkte Nutzung digitaler Kanäle soll die Reichweite gerade bei jungen Menschen erhöhen. Das BZfE stellt eine Vielzahl an Informationen für alle Zielgruppen zur Verfügung und bietet Material zur Gestaltung des Unterrichts und Fortbildungen für Lehrkräfte im Bereich Ernährungsbildung an. Mit dem vom BMLEH ins Leben gerufenen Bund-Länder-Austauschtreffen zur Ernährungsbildung und Gesundheitsförderung an Schulen leistet die Bundesregierung einen Beitrag, um zusammen mit den Ländern die Ernährung von Schülerinnen und Schülern zu verbessern. Der Bund unterstützt die Länder dabei, den (Um-)Bau und die Ausstattung von Küchen und Mensen zu ermöglichen, indem den Ländern Finanzhilfen für Investitionen in die kommunale Bildungsinfrastruktur zum Ausbau ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote in Höhe von bis zu 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden. Die Länder können in ihren Länderprogrammen, die im Rahmen des bis Ende 2029 laufenden Investitionsprogramms Ganztagsausbau erstellt wurden, eine Auswahl der förderfähigen Maßnahmen treffen und damit eigene Schwerpunkte setzen, die der Mittagsverpflegung im Ganztag dienen. Zur Verbesserung der Gemeinschaftsverpflegung stellt die Bundesregierung konkrete, praxistaugliche und leicht umsetzbare Unterstützungsangebote vor Ort zur Verfügung. Die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) – die im Auftrag des BMLEH entwickelt wurden – sind dabei ein wichtiges Mittel. Sie unterstützen Verantwortliche bei dem Angebot einer gesunden und nachhaltigen Verpflegung. Von dessen Umsetzung profitieren alle Kinder und Jugendliche in Betreuungs- und Bildungsinstitutionen. Die gemeinsam von Bund und Ländern eingerichteten „Vernetzungsstellen Kita- und Schulverpflegung“ fungieren als zentrale Anlaufstellen für Fragen rund um die dortigen Verpflegungsangebote. Am 25. Juni 2026 findet zudem auf Einladung des BMLEH die Online-Veranstaltung „Mittagessen im Ganztag: Einfach gut umgesetzt“ statt. Im Mittelpunkt stehen erprobte Ansätze, Materialien und konkrete Hilfen für ausgewogene Verpflegungsangebote in Schulen und Betreuungseinrichtungen. Die Veranstaltung richtet sich an Kommunen, Träger von Betreuungseinrichtungen und Grundschulen sowie Fach- und Leitungskräfte im Bereich Ernährung und Verpflegung. Mit dem Bundeszentrum Kita- und Schulverpflegung wurde durch das BMLEH eine Anlaufstelle auf Bundesebene eingerichtet, die mit der Koordination und Weiterentwicklung von Maßnahmen rund um eine gesunde und ausgewogene Verpflegung in Kita und Schule betraut ist. Am 7. Oktober 2026 lädt das Bundeszentrum Kita- und Schulverpflegung im Auftrag des BMLEH zum Bundeskongress Kita- und Schulverpflegung nach Berlin ein. Der Kongress hebt die Bedeutung einer ausgewogenen Ernährung hervor und beleuchtet niedrigschwellige Zugänge zum Essensangebot in Kitas und Schulen für alle Kinder und Jugendlichen. Schließlich kann auch die im Zusammenhang mit dem Entwurf eines Gesetzes zur Stabilisierung der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz, (Bundestagsdrucksache 21/6130) von der Bundesregierung ab dem Jahr 2028 angekündigte Abgabe auf zuckergesüßte Getränke zur Verbesserung der Ernährung von Kindern beitragen.

Relationen