Kostenfreies, gesundes und leckeres Mittagessen in allen Schulen und Kitas
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Kostenfreies, gesundes und leckeres Mittagessen in allen Schulen und Kitas
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3660
21. Wahlperiode 15.01.2026
Antrag
der Abgeordneten Ina Latendorf, Marcel Bauer, Luigi Pantisano, Lorenz Gösta
Beutin, Violetta Bock, Jorrit Bosch, Dr. Fabian Fahl, Katalin Gennburg,
Mareike Hermeier, Caren Lay, Sahra Mirow, David Schliesing, Sascha Wagner
und der Fraktion Die Linke
Kostenfreies, gesundes und leckeres Mittagessen in allen Schulen und Kitas
Der Bundestag wolle beschließen:
I. Der Deutsche Bundestag stellt fest:
Die rund 15 Millionen Kinder und Jugendlichen, die in Deutschland allgemeinbildende
Schulen und Kindertageseinrichtungen (Kitas) besuchen, sollten gesund und
schmackhaft verpflegt werden – unabhängig vom Geldbeutel der Eltern. Manchmal wird
allerdings gar keine Mittagsversorgung angeboten. Wo angeboten, ist das Essen häufig
teuer, nicht schmackhaft und selten gesund. Die Qualitätsstandards für die
Verpflegung in Schulen und Kitas der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) sind
in nur fünf Bundesländern verpflichtend (www.nqz.de/schule/qualitaetsentwicklung).
Somit nehmen nur knapp die Hälfte der Kinder und Jugendlichen an der
Mittagsverpflegung teil. Dabei sind Schulen und Kitas zentrale Orte für Prävention und
Gesundheitsförderung.
Eine kostenfreie, schmackhafte und gesunde Kita- und Schulverpflegung würde die
Ernährungsarmut bei Kindern und Jugendlichen deutlich reduzieren. Einer Studie der
Universität Lund (Schweden) zufolge hat die Einführung von kostenfreiem Schulessen
für alle schwedischen Schulen einen messbaren, positiven Einfluss auf zukünftige
Gesundheit und Einkommen, insbesondere bei Kindern aus sozioökonomisch schlechter
gestellten Familien (vgl. www.lunduniversity.lu.se/article/free-and-nutritious-
schoollunches-help-create-richer-and-healthier-adults).
Die Wichtigkeit eines kostenfreien, gesunden und gemeinsamen Mittagessens war
auch die höchst priorisierte Handlungsempfehlung des im Januar 2024 beendeten
Bürgerrates zum Thema „Ernährung im Wandel“. Fast 90 Prozent der Teilnehmenden
stimmten dieser Empfehlung zu (vgl. www.bundestag.de/resource/blob/986140/-
fd980a8f962b16c2f40505638288c438/empfehlungen_buergerrat_ernaehrung.pdf).
Bürgerräte sind wichtige demokratische Beteiligungsformate und müssen respektiert
und fortgeführt werden.
Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages hat in seinem Gutachten
„Gesetzgebungskompetenz für kostenfreies Kita- und Schulessen“ (WD 3 – 3000 –
079/24) die Bundeskompetenz hierfür untersucht. Dabei wurde bestätigt, dass die
Bundeszuständigkeit für „öffentliche Fürsorge“ ausreichend ist, insofern die Maßnahme
zu gleichwertigen Lebensverhältnissen beiträgt. Das von der Bundesanstalt für
Ernährung und Landwirtschaft (BLE) eingeleitete Forschungsvorhaben zur Kita- und
Schulverpflegung ist ein wichtiger erster Schritt. Die Bundesregierung muss sicherstellen,
dass Erkenntnisse über die Auswirkungen auf gleichwertige Lebensverhältnisse
gewonnen werden und die notwendigen Schritte einleiten, um ein kostenloses
Mittagessen in Schulen und Kitas zu ermöglichen.
II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf,
Maßnahmen zu ergreifen, um
1. ein kostenfreies und leckeres Mittagessen für alle Kinder in
Kindertageseinrichtungen und Schulen, das den Qualitätsstandards für die Verpflegung in Schulen
und Kitas der DGE entspricht, zu ermöglichen, indem die verfassungsrechtlich
zulässigen Instrumente einer Finanzierung aus dem Bundeshaushalt geprüft,
weiterentwickelt und genutzt werden;
2. ein vom Bund getragenes Investitionsprogramm aufzulegen, das Schulen und
Kitas den Bau bzw. Umbau geeigneter Räumlichkeiten für Küchen und Mensen
für eine praktische Ernährungsbildung und eine frische Essenszubereitung in den
Einrichtungen ermöglicht und den Aufbau von kommunalen Küchen fördert;
3. regionale Wertschöpfung zu fördern, indem für das Mittagessen vorrangig
regionale, saisonale und vermehrt pflanzenbasierte Bio-Lebensmittel genutzt werden,
wobei auf regionale Wertschöpfungszentren, gut ausgestattete
Vernetzungsstellen und „Küchen der Zukunft“ zurückgegriffen wird, die beratend und
koordinierend den regionalen Erzeuger:innen, Schul- und Kita-Trägern sowie dem
Küchenpersonal zur Seite stehen.
III. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, gemeinsam mit den
Bundesländern Vereinbarungen zu schließen, die folgende Aspekte beinhalten:
1. Die Themen „Ernährung“ und „Lebensmittel“ werden noch stärker in allen
Lehrplänen verankert – sowohl auf einer theoretischen als auch auf einer praktischen
Ebene. Die Verpflegung soll in das pädagogische Gesamtkonzept von Kita und
Schule integriert werden;
2. Kinder und Jugendliche werden bei der Auswahl des Speiseangebotes und der
Einrichtung der Mensen aktiv mit einbezogen:
3. Trinkwasserspender werden in allen Kitas und Schulen kostenfrei zur Verfügung
gestellt.
Berlin, den 13. Januar 2026
Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Fraktion
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ISSN 0722-8333]
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