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Schriftliche Frage 67 von Sylvia Rietenberg (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Über welche aktuellen belastbaren Studien und Szenarioanalysen zu den kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen von generativer und ande…

dip / schriftliche_frage 28.08.2026 · WP 21 · Original ↗

Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 24. August eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, und welche konkreten arbeitsmarkt- und sozialpolitischen Konsequenzen (einschließlich für Anpassungen der Instrumente der Bundesagentur für Arbeit) hat sie daraus seit 2023 gezogen?.

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Schriftliche Frage 67 von Sylvia Rietenberg (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Über welche aktuellen belastbaren Studien und Szenarioanalysen zu den kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen von generativer und ande… Frage 67 (Sylvia Rietenberg, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Über welche aktuellen belastbaren Studien und Szenarioanalysen zu den kurz-, mittel- und langfristigen Auswirkungen von generativer und anderer Künstlicher Intelligenz auf Beschäftigung, Berufsstruktur und Qualifikationsanforderungen in Deutschland verfügt die Bundesregierung im Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Katja Mast vom 27. August 2026: Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) analysiert die technologischen Entwicklungen insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) und ihre Auswirkungen auf Arbeit z. B. auf Kompetenzanforderungen, Arbeitsqualität, Produktivität oder Ungleichheit kontinuierlich, um frühzeitig politische Handlungsbedarfe zu identifizieren. Dabei werden sowohl einschlägige Studien ausgewertet als auch eigene Forschungs- und Praxisprojekte umgesetzt. Bereits im Jahr 2020 hat das BMAS zu diesem Zweck das „Observatorium Künstliche Intelligenz in Arbeit und Gesellschaft“ (kurz: KI-Observatorium) eingerichtet, um gemeinsam mit Unternehmen, Wissenschaft, Gewerkschaften und Zivilgesellschaft in mittlerweile mehr als 15 Projekten neben Daten und Erkenntnissen auch konkrete Lösungen zur menschenzentrierten Gestaltung von KI zu erarbeiten, z. B. Tools zur Befähigung von Beschäftigten und Interessenvertretungen, Leitlinien und praxisnahe Handreichungen für die menschenzentrierte Einführung von KI in Unternehmen oder Software zur menschlichen Aufsicht von KI. Seit der allgemeinen Verfügbarkeit generativer KI-Modelle ab etwa 2023 (insbesondere seit der Veröffentlichung des Chatbots „ChatGPT“ im November 2022) wurde ein Fokus auf die Auswirkungen generativer KI auf die Arbeitswelt gelegt. Im Folgenden sind beispielhaft einige Projekte und Studien aufgeführt: • Das Projekt „ai:conomics“ (www.aiconomics.eu/) begleitet mit experimentellen Feldstudien in Großunternehmen die Implementierung von KI in der konkreten Arbeitspraxis. Dabei werden die Auswirkungen des KI-Einsatzes auf die Unternehmensziele (z. B. Produktivitätssteigerung), auf die Arbeitssituation und Anforderungen für Beschäftigte sowie darauf aufbauend Beschäftigungs- und Lohnentwicklungen am Arbeitsmarkt untersucht. Der Fokus liegt auf den Erfolgsfaktoren betrieblicher Transformationsprozesse aus der Perspektive der Unternehmensführung und der Beschäftigten. • Mit dem breit angelegten Programm „AI in Work, Innovation, Productivity, and Skills“ (AI WIPS – https://oecd.ai/en/work-innovationproductivity-skills) erforscht die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung international vergleichend zentrale Fragen rund um die Auswirkungen von KI in der Arbeitswelt. Das Programm wurde von Anfang an maßgeblich durch das BMAS gefördert. • Im Projekt „Meinungsmonitor KI“ (www.ki-observatorium.de/rubrik en/wissen/meinungsforschung-zum-ki-einsatz-in-der-arbeitswelt) werden kontinuierlich Wahrnehmungen und Einstellungen der deutschen Bevölkerung zum KI-Einsatz in der Arbeitswelt erhoben. • Das Projekt „GENKIA“ (www.ki-observatorium.de/fileadmin/Downl oads/Steckbriefe_Projektlandkarte_Neu/Steckbrief_KI-O-Projekt_GE NKIA.pdf) untersucht den Einsatz von generativer KI in ausgewählten Branchen und Berufsfeldern und analysiert die damit verbundenen Veränderungen der Arbeitsbedingungen von Beschäftigten und der Arbeitsorganisation. Schwerpunkte sind die Produktivität durch den Einsatz von generativer KI sowie resultierende Veränderungen hinsichtlich Ungleichheiten im Betrieb, auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft. • Im Projekt „MenschKI!“ (https://menschki.org/) werden zusammen mit drei Praxisunternehmen soziotechnische Gestaltungsansätze für die effektive und reflektierte Nutzung von generativer KI entwickelt und erprobt. Dabei steht die Entwicklung einer interaktiven Lern- und Reflexionsplattform im Mittelpunkt, die personalisiertes Lernen der Beschäftigten im Umgang mit KI unterstützt. • Ein Forschungsprojekt des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) untersucht den Kompetenzwandel in Betrieben im Zusammenhang mit KI. Mit dem Projekt sollen Rückschlüsse gezogen werden, in welchen Branchen und Regionen sich KI verstärkt verbreitet und wie sich Tätigkeiten und Kompetenzen der Beschäftigten ändern. Das Projekt legt Schwerpunkte auf den Zusammenhang von KI-Kompetenzen mit Fachkräfteengpässen sowie mit der Beschäftigungs- und Lohnentwicklung. • Das ESF Plus-Programm Zukunftszentren (https://zukunftszentre n.de/?gad_source=1&gad_campaignid=24092280237&gclid=EAlaIQ obChMI_7ep4_SxlgMVpKRoCR15vAAkEAAYASAAEgJcQf D_BwE) unterstützt bundesweit Unternehmen, insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen (KMU), bei der partizipativen Einführung digitaler KI-Systeme und sorgt dafür, dass diese gemeinsam mit den Beschäftigten menschenzentriert gestaltet wird. Zentral für die Zukunftszentren sind verschiedene Qualifizierungsangebote zum Thema KI und Digitalisierung. Die Arbeit des BMAS ist dabei gerade mit Blick auf digitale Technologien wie KI grundsätzlich vorausschauend ausgerichtet. Im Kontext der Strategischen Vorausschau des BMAS sind dabei u. a. verschiedene Tiefenanalysen entstanden, z. B. Technologieszenarien zu generativer KI (verfügbar unter: www.denkfabrik-bmas.de/fileadmin/Downloads/Publi kationen/Generative_KI_Technologieszenarien_und_Auswirkungen_au f_Arbeit_bis_2030.pdf) oder Kurzszenarien zu Mensch-Technik- Interaktion (verfügbar unter: www.denkfabrik-bmas.de/fileadmin/Downloads/P ublikationen/Arbeiten_mit_KI_fuenf_Szenarien_2030_bf.pdf). In dem 2026 gestarteten Forschungsprojekt „Schlüsseltechnologien und neue Arbeitswelten: Perspektiven für Jobs, Innovation und gute Arbeit“ (Informationen verfügbar unter: www.denkfabrik-bmas.de/schwerpunkte/ar beitsgesellschaft-2040/bmas-forschungsprojekt-zu-schluesseltechnol ogen) wird zudem untersucht, wie technologische Entwicklungen den Arbeits- und Wirtschaftsstandort Deutschland zukünftig verändern werden – und welche Auswirkungen daraus für Beschäftigte und Unternehmen entstehen. In der Analyse kommen auch Ansätze der Strategischen Vorausschau zum Einsatz, um die Wechselwirkungen verschiedener Einflussfaktoren, z. B. zwischen geopolitischen und technologischen Dynamiken, abbilden zu können. Auch im Fachkräftemonitoring des BMAS spielen die Auswirkungen von KI eine wichtige Rolle. KI wird hierbei einerseits als strategisches Werkzeug zur Abfederung von Fachkräfteengpässen analysiert und fließt zeitgleich als Treiber des digitalen Wandels und somit wirtschaftlichen Strukturveränderungen in die mittel- und langfristigen Arbeitsmarktprognosen ein. Vertiefende Informationen dazu finden sich hier: www.bmas.de/DE/Arbeit/Fachkraeftesicherung/Fachkraeftemonitoring/f achkraeftemonitoring.html. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) und das IAB behalten aktuelle Entwicklungen und die Studienlage zum Thema KI eng im Blick. Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt und Auswirkungen wie etwa auf Qualifikationsanforderungen werden fortlaufend analysiert und im Austausch mit dem BMAS ausgewertet. Publikationen zum Thema „Arbeitsmarkt und künstliche Intelligenz“ des IAB sind abrufbar unter https://iab.de/the men/sonderthemen/arbeitsmarkt-und-kuenstliche-intelligenz/publikation en-zum-thema-arbeitsmarkt-und-kuenstliche-intelligenz/. Ganz spezifisch hat das IAB Ende 2025 eine Szenario-Analyse zu den potenziellen Effekten für den deutschen Arbeitsmarkt veröffentlicht (abrufbar unter: https://iab.de/publikationen/publikation/?id=15227157). Zudem hat das BMAS mit Mitteln aus der damaligen KI-Strategie der Bundesregierung bereits im Jahr 2022 eine KI- Nachwuchsforschungsgruppe in der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) etabliert. So wurden Kompetenzen, Strukturen und Kapazitäten innerhalb der BAuA zum Thema KI aufgebaut. Die Fragestellungen der BAuA umfassen beispielsweise die Methoden und Kriterien hinsichtlich der erforderlichen herstellerbezogenen Risikobeurteilung für in Maschinen eingebaute KI. Die langjährigen und kontinuierlich erhobenen Erkenntnisse werden fortlaufend ausgewertet und fließen in die Arbeit des BMAS ein. Mit Blick auf die Frage, wie KI die Arbeit in Betrieben tatsächlich verändert, zeigt sich auf Basis der Synthese bestehender Mikroevidenz aus dem vom BMAS seit 2021 geförderten Forschungsprojekt „ai:conomics“, dass der Einsatz von KI die Produktivität und Qualität der Arbeit spürbar steigert. Allerdings setzt ein solch erfolgreicher KI-Einsatz voraus, dass KI-Anwendungen an konkrete Aufgaben und Prozesse angepasst und Beschäftigte dazu befähigt werden, KI-Ergebnisse kritisch zu prüfen. Ob die KI-Einführung gelingt, entscheidet sich somit weniger an der Technik als an der Beteiligung der Beschäftigten, dem Aufbau entsprechender Kompetenzen und transparenter Führung. Für den produktiven, sicheren und menschenzentrierten KI-Einsatz ist es daher zentral, dass Beschäftigte unabhängig von ihrer Arbeitserfahrung und ihrem Qualifikationsniveau in der Breite befähigt werden, mit KI zu arbeiten. Denn in der betrieblichen Praxis entsteht der zusätzliche Wert erst aus der Mensch-Technik-Interaktion. Diesen Befund unterstützt die im Sommer 2026 veröffentlichte KMU-Bedarfsstudie des Zentrums Zukunft der Arbeitswelt (ZZA) im Rahmen des ESF Plus- Förderprogramms Zukunftszentren. Auf der Basis von 1.000 befragten Geschäftsführenden und Führungskräften in KMU wird Unterstützungsbedarf in folgenden Feldern verortet: Einsatzmöglichkeiten von KI identifizieren, KI technisch, rechtlich und organisatorisch in Arbeitsprozesse integrieren sowie Weiterbildungsangebote erschließen. Die befragten Unternehmen wünschen sich hierzu insbesondere individuelle Beratung und Begleitung. Investitionen in Qualifizierung und Weiterbildung sind genauso wichtig wie Investitionen in die technische Infrastruktur und gewinnen mit Blick auf den zunehmenden Einsatz von KI an Bedeutung. Die Instrumente der Weiterbildungsförderung sind flexibel gestaltet und können auch für den Erwerb von Kompetenzen im Zusammenhang mit KI genutzt werden, sofern die allgemeinen Fördervoraussetzungen erfüllt sind. Mit dem Aus- und Weiterbildungsgesetz wurde die Fördersystematik vereinfacht und die Inanspruchnahme erleichtert. Mit dem Qualifizierungsgeld wurde die Weiterbildungsförderung für Beschäftigte um ein Transformationsinstrument erweitert. Die Instrumente der BA werden ständig evaluiert und – auch mit Blick auf die Transformation, also technologische und andere Entwicklungen am Arbeitsmarkt – weiterentwickelt. Beispielsweise wurde im Rahmen des Entwurfs eines Gesetzes zur Modernisierung und Digitalisierung der Arbeitsförderung, das sich aktuell im parlamentarischen Verfahren befindet, das Instrument der Erprobung einer Beschäftigungsperspektive eingebracht. Dieses dient dem Gelingen von Beschäftigungsübergängen insbesondere in Zeiten der Transformation, die unter anderem durch Entwicklungen im Bereich von KI getrieben ist. Die Erprobungsmöglichkeit stärkt auch Arbeitsmarktdrehscheiben, die regional einen direkten Übergang von Beschäftigung in Beschäftigung unterstützen, um Arbeitslosigkeit zu vermeiden und nahtlose Jobübergänge zu erreichen. Die Beratungs- und Förderangebote der BA spielen dabei eine wichtige Rolle. Die Ausbildungsförderinstrumente der BA werden ebenfalls regelmäßig dahingehend überprüft, ob sie geeignet sind, den Berufseinstieg junger Menschen – auch mit Blick auf KI-Entwicklungen – zu unterstützen und ggf. weiterentwickelt. Die Bundesregierung setzt die Nationale Weiterbildungsstrategie in der 21. Legislaturperiode fort (Bundestagsdrucksache 21/3730). Bis zum Jahr 2030 soll die Weiterbildungsbeteiligung in der Erwerbsbevölkerung um 11 Prozentpunkte auf 65 Prozent steigen. Darüber hinaus schlägt das BMAS in seinem Impulspapier zur Weiterentwicklung der Fachkräftestrategie (verfügbar unter: www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/F achkraeftestrategie/impulspapier-weiterentwicklung-fachkraeftestrategi e.pdf?_blob=publicationFile&v=3) vor, Digitalisierung und den Einsatz von KI als zusätzliches Handlungsfeld für die Fachkräftesicherung zu berücksichtigen. Im laufenden Konsultationsprozess zur Weiterentwicklung der Fachkräftestrategie u. a. mit den Ländern und relevanten Arbeitsmarktakteuren werden hierzu Erkenntnisse gewonnen und geeignete Handlungsansätze identifiziert.

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