Schriftliche Frage 87 von Nicole Höchst (AfD): Welche konkreten empirischen Daten oder Studien liegen der Bundesregierung vor, die belegen, in welchen Lebensbereichen Frauen „nach wie vor…
Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 26. Mai 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
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Schriftliche Frage 87 von Nicole Höchst (AfD): Welche konkreten empirischen Daten oder Studien liegen der Bundesregierung vor, die belegen, in welchen Lebensbereichen Frauen „nach wie vor…
Frage 87 (Nicole Höchst, AfD):
Welche konkreten empirischen Daten oder Studien liegen der Bundesregierung vor, die belegen, in welchen Lebensbereichen Frauen „nach wie vor das benachteiligte Geschlecht“ sind, und inwieweit werden vergleichbare Benachteiligungen von Jungen und Männern (z. B. in Bildung, Suizidraten, Obdachlosigkeit oder familiengerichtlichen Verfahren) in der Ressortpolitik des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gleichwertig berücksichtigt?
Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Mareike Lotte Wulf vom 29. Mai 2026:
Dass die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern noch nicht erreicht ist und in vielen Bereichen Nachteile für Frauen fortbestehen, zeigen unter anderem die Gleichstellungsberichte der Bundesregierung (www.gleichstellungsbericht.de/) sowie der Digitale Gleichstellungsatlas (www.bmbfsfj.bund.de/gleichstellungsa tlas). In zuletzt genannter Publikation wird beispielsweise deutlich, dass Frauen in den Parlamenten auf allen staatlichen Ebenen noch immer unterrepräsentiert sind und seltener Führungspositionen (insbesondere Spitzenpositionen) in Wirtschaft und Verwaltung bekleiden. Ein weiteres Beispiel für bestehende Nachteile ist die Entgeltlücke zwischen Frauen und Männern, die im Jahr 2025 bei 16 Prozent lag (unbereinigter Gender Pay Gap). Selbst bei vergleichbarer Tätigkeit, Qualifikation und Erwerbsbiografie verdienten Frauen pro Stunde im Durchschnitt 6 Prozent weniger als Männer (bereinigter Gender Pay Gap). Auch der Indikator zu Partnerschaftsgewalt macht deutlich, dass weitere Anstrengungen bei der Förderung der Gleichstellung notwendig sind. So waren laut Polizeilicher Kriminalstatistik im Jahr 2024 79,3 Prozent aller registrierten Opfer von Partnerschaftsgewalt Frauen. Gleichwohl räumt das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) auch der Intensivierung von Maßnahmen, die sich gezielt an Jungen und Männer richten, eine hohe Priorität ein. Gleichstellung kann nur gelingen, wenn auch Männer und Jungen adressiert werden. Die vielfältigen Anforderungen, die sich in der heutigen Zeit – insbesondere in den Bereichen Arbeitsmarkt, Vereinbarkeit und Gesundheit – an Männer stellen und damit eine Änderung des männlichen Rollenverständnisses bewirken, werden von einigen Männern als stark belastend empfunden. Das BMBFSFJ unterstützt entsprechende Initiativen, die Männern unmittelbar zugutekommen. Laufende Projekte – wie etwa die Förderung einer digitalen Beratungsstelle und ein Weiterbildungsangebot für männerorientierte Beratung – konzentrieren sich auf die Gewaltprävention sowie auf die Unterstützung von Jungen und Männern in Krisensituationen. Angestrebt wird der Ausbau niedrigschwelliger Beratungsangebote für Männer, sowohl online als auch vor Ort.
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