Schriftliche Frage 26 von Martin Reichardt (AfD): Plant bzw. erwägt die Bundesregierung gegenwärtig, in Deutschland versuchte und vollendete Tötungen, die im Zusammenhang mit dem Phänomen de…
Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 23. Februar 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern.
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Schriftliche Frage 26 von Martin Reichardt (AfD): Plant bzw. erwägt die Bundesregierung gegenwärtig, in Deutschland versuchte und vollendete Tötungen, die im Zusammenhang mit dem Phänomen de…
Frage 26 (Martin Reichardt, AfD):
Plant bzw. erwägt die Bundesregierung gegenwärtig, in Deutschland versuchte und vollendete Tötungen, die im Zusammenhang mit dem Phänomen der Blutrache stehen und die in den vergangenen Jahren vermehrte öffentliche Resonanz erfuhren (www.marktspiegel.de/nuernberg/c-panora ma/blutrache-mitten-in-deutschland-kurdische-ge meinde-aeussert-sich-zu-hintergruenden_a11 4433; www.welt.de/vermischtes/article69201d39 52711a01b9dd4d74/bielefeld-blutrache-nach-box ermord-gericht-verhaengt-lebenslange-haft.html), künftig zentral statistisch zu erfassen, und wenn nein, weshalb nicht?
Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Christoph de Vries vom 27. Februar 2026:
Eine statistische Erfassung von „versuchte[n] und vollendete[n] Tötungen, die im Zusammenhang mit dem Phänomen der Blutrache stehen“, ist nicht geplant. Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) enthält grundlegende Informationen zu Fällen, Opfern und Tatverdächtigen im polizeilichen Hellfeld. Motive der Tatverdächtigen werden nicht erfasst. Zudem werden Fälle in der PKS nach objektiven Straftatbeständen und nicht nach (subjektiven) Motiven von Straftatbeständen erfasst; mithin existiert in der PKS kein eigener Schlüssel für Straftaten einer sogenannten „Blutrache“. Die PKS ist eine Zusammenstellung aller der Polizei bekannt gewordenen strafrechtlichen Sachverhalte unter Beschränkung auf ihre erfassbaren wesentlichen Inhalte. Die Erfassung weiterer Kriterien, wie die Tatmotivation sieht die PKS als Massenstatistik mit 5 bis 6 Millionen Fällen pro Jahr nicht vor. Im Kriminalpolizeilichen Meldedienst in Fällen Politisch motivierter Kriminalität (KPMD-PMK) des Bundeskriminalamtes ist der Begriff „Blutrache“ nicht definiert. Ein bundesweit vereinbarter Katalogwert existiert nicht. Aufgrund der geringen Anzahl politisch motivierter Tötungsdelikte pro Jahr (im unteren zweistelligen Bereich) können mit vertretbarem Aufwand händische Einzelauswertungen durchgeführt werden. Es ist daher aktuell nicht geplant, Tötungsdelikte im Zusammenhang mit dem Begriff „Blutrache“ im KPMD-PMK in einer eigenständigen Kategorie der Statistik zu etablieren und automatisiert auszuwerten.
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