Schriftliche Frage 151 von Lisa Badum (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Glaubt der Bundeskanzler Friedrich Merz den jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnissen, wonach der Zusammenbruch der Atlantischen Meridionale…
Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 2. Februar 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.
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Schriftliche Frage 151 von Lisa Badum (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Glaubt der Bundeskanzler Friedrich Merz den jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnissen, wonach der Zusammenbruch der Atlantischen Meridionale…
Frage 151 (Lisa Badum, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Glaubt der Bundeskanzler Friedrich Merz den jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnissen, wonach der Zusammenbruch der Atlantischen Meridionalen Umwälzzirkulation (AMOC, „Golfstrom“) infolge anhaltend hoher Treibhausgasemissionen immer wahrscheinlicher wird und damit gravierende Folgen für Umwelt, Sicherheit, Wirtschaft und Gesundheit in Europa drohen (www.pik-potsdam.de/de/aktuelles/nachrichten/m oeglicher-zusammenbruch-der-atlantischen-umwa elzzirkulation-nach-2100-bei-hohem-emissionsp fad/), und wenn ja, wie begründet er angesichts seines Amtseides, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden, mit Blick auf die dringlichen Warnungen vor einem potenziellen Kipppunkt mit katastrophalen Auswirkungen das Handeln seines Kabinetts in der Klimapolitik, etwa bei der wiederholten Verzögerung des Klimaschutzprogramms, dem Einsatz für die Verschiebung des EU-Verbrenner-Aus oder der Erhöhung fossiler Subventionen im Flugverkehr und bei Agrardiesel?
Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter vom 2. Februar 2026:
Im 6. Sachstandsbericht des Weltklimarates (IPCC) wird festgestellt, dass sich die AMOC („Golfstromzirkulation“) im Laufe des 21. Jahrhunderts bei allen zugrunde gelegten Emissionsminderungsszenarien sehr wahrscheinlich abschwächen wird. Unsicherheit besteht weiterhin über das Ausmaß des Rückgangs. Ergebnisse aus der jüngsten Vergangenheit zeigen, dass sich die AMOC seit 2004 abgeschwächt hat. Eine Reihe wissenschaftlicher Studien der letzten Jahre deutet darauf hin, dass das Risiko einer großen Änderung der Ozeanzirkulation im Atlantik bisher stark unterschätzt wurde. Eine solche Änderung hätte vor allem für die nordischen Länder, aber auch für andere Teile der Welt, verheerende und unumkehrbare Auswirkungen. Ein vollständiger Zusammenbruch der AMOC würde sehr wahrscheinlich zu abrupten Verschiebungen regionaler Wettermuster und des Wasserkreislaufs führen, z. B. zu einer Südwärtsverlagerung des tropischen Regengürtels, einer Abschwächung des afrikanischen und des asiatischen Monsuns und einer Verstärkung des Monsuns auf der Südhalbkugel sowie zu Austrocknung in Europa. Die gesamte Bundesregierung nimmt diese wissenschaftlichen Erkenntnisse sehr ernst und bekennt sich deshalb zur Erreichung der nationalen, europäischen und internationalen Klimaziele. Die Bundesregierung wird im Einklang mit den gesetzlichen Vorgaben spätestens bis zum 25. März 2026 das Klimaschutzprogramm nach § 9 des Bundes-Klimaschutzgesetzes beschließen.
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