Schriftliche Frage 8 von Ates Gürpinar (DIE LINKE): Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die sogenannte Alkopop-Steuer seit ihrer Einführung in Bezug auf die jährlichen steuerlichen…
Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Zeit vom 22. Dezember 2025 bis 02. Januar 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Finanzen.
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Schriftliche Frage 8 von Ates Gürpinar (DIE LINKE): Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die sogenannte Alkopop-Steuer seit ihrer Einführung in Bezug auf die jährlichen steuerlichen…
Frage 8 (Ates Gürpinar, Die Linke):
Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die sogenannte Alkopop-Steuer seit ihrer Einführung in Bezug auf die jährlichen steuerlichen Einnahmen (bitte für jedes Jahr seit Einführung angeben) und den Konsum (das Marktgeschehen, die Produktentwicklung und den Jugendschutz) entwickelt?
Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Michael Schrodi vom 29. Dezember 2025:
Alkopops sind für Kinder und Jugendliche besonders gefährlich, da der süße Geschmack den Alkohol überdeckt. Dadurch wird die natürliche Hemmschwelle von Kindern und Jugendlichen gegenüber Alkohol beseitigt. Zunächst unbemerkt trinken sie somit oft größere, völlig unverträgliche Mengen Alkohol. Ziel des Alkopopsteuergesetzes ist es, das ohnehin geltende Abgabeverbot von Alkopops an Kinder und Jugendliche auch über den Preis zu unterstützen, weshalb Mitte 2004 eine Sondersteuer eingeführt wurde. In der nachfolgenden Tabelle ist das Aufkommen der Alkopopsteuer in den Jahren von 2004 bis 2024 dargestellt. Jahr Mio. Euro Jahr Mio. Euro Jahr Mio. Euro 2004 0,5 2011 1,6 2018 2,5 2005 9,6 2012 2,0 2019 1,0 2006 6,0 2013 2,0 2020 10,8 2007 2,8 2014 1,3 2021 –5,3 2008 2,7 2015 2,2 2022 2,4 2009 2,2 2016 1,3 2023 1,4 2010 2,4 2017 2,0 2024 1,4 Unter Alkopops im Sinne des Alkopopsteuergesetzes sind alkoholhaltige Süßgetränke zu verstehen. Der Bundesregierung liegen keine offiziellen statistischen Daten zur Entwicklung des Konsums dieser der Alkopopsteuer unterliegenden Getränke vor. Die Zunahme oder Abnahme des Konsums können allerdings mittelbar aus der Entwicklung des Aufkommens der Alkopopsteuer approximiert werden. Generell ist festzustellen, dass der Alkoholkonsum in Deutschland seit Jahrzehnten rückläufig ist, sich jedoch nach wie vor, auch im internationalen Vergleich, auf einem hohen Niveau befindet. Insbesondere lässt sich feststellen, dass das vor allem bei jüngeren Personen in Verbindung mit Alkopops beobachtete sogenannte „Binge-Drinking“ stark abgenommen hat. Zudem konsumiert die sogenannte Generation Z zunehmend alkoholreduzierte und alkoholfreie Alternativen. Neben der oben genannten Alkopopsteuer bilden vor allem Aufklärungs- und Informationskampagnen einen wichtigen Schwerpunkt der zielgruppenspezifischen Alkoholprävention. Zu nennen sind in diesem Zusammenhang die Jugendkampagne „Alkohol? Kenn Dein Limit.“, die sich mit dem Ziel, vor allem das Rauschtrinken zu vermeiden, an die 16- bis 20-Jährigen richtet und die Präventionsangebote „Null Alkohol – Voll Power“ sowie die Aktion „alkoholfrei Sport genießen“ in Kooperation mit den großen Breitensportverbänden. Die Kampagnen werden laufend auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse fortentwickelt.
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