Protokoll der 190. Sitzung des 10. Deutschen Bundestages
Text
Protokoll der 190. Sitzung des 10. Deutschen Bundestages
[Plenarprotokoll 10/190
Deutscher Bundestag
Stenographischer Bericht
190. Sitzung
Bonn, Donnerstag, den 23. Januar 1986
Inhalt:
Aktuelle Stunde betr. Haltung der
Bundesregierung zum Atomtestverbot
Dr. Scheer SPD 14377 B
Lamers CDU/CSU 14378 C
Lange GRÜNE 14379 B
Ronneburger FDP 14380 C
Dr. Klejdzinski SPD 14381 B
Zur Geschäftsordnung
Porzner SPD 14382 C
Bohl CDU/CSU 14382 C
Nächste Sitzung 14383 C
Anlage
Liste der entschuldigten Abgeordneten 14384* A
190. Sitzung
Bonn, den 23. Januar 1986
Beginn: 8.00 Uhr
Präsident Dr. Jenninger: Die Sitzung ist eröffnet.
Ich rufe den Zusatztagesordnungspunkt 1 auf:
Aktuelle Stunde
Die Fraktion der SPD hat gemäß Nr. 1 c der
Anlage 5 unserer Geschäftsordnung eine Aktuelle
Stunde zu dem Thema
Haltung der Bundesregierung zum
Atomtestverbot
verlangt.
Ich eröffne die Aussprache. Das Wort hat Herr
Abgeordneter Dr. Scheer.
Dr. Scheer (SPD): Herr Präsident! Meine Damen
und Herren! Die SPD-Fraktion hat die Aktuelle
Stunde zur Haltung der Bundesregierung zum
Atomteststopp beantragt, weil in den letzten Tagen
deutlich wurde, daß die Bundesregierung in dieser
Frage eine drastische Positionsänderung vollzogen
hat. Diese hat sich seit Monaten angedeutet; jetzt
wird sie offenkundig. Zumindest bestehen Zweifel
über die tatsächliche Haltung. Wir lassen es aber
der Bundesregierung nicht durchgehen, daß sie
nach außen Abrüstung sagt und tatsächlich nichts
davon hält.
Zum Sachverhalt: 1963 schlossen Kennedy,
Macmillan und Chruschtschow das
Teststoppabkommen. Es bezog allerdings die Versuche unter der
Erde noch nicht ein. Der Grund lag darin, daß die
Sowjetunion noch nicht bereit war, die für einen
umfassenden Teststopp notwendigen Inspektionen
an Ort und Stelle zuzulassen.
Seit dieser. Zeit wird über einen umfassenden
Teststopp verhandelt. Immer hieß es, die einzige
Bedingung dafür sei die Lösung der Kontrollfrage.
Das war auch immer die einhellige Auffassung aller
Bundesregierungen und der im Bundestag
vertretenen Parteien. Einhellig.
Die Erfüllung der Bedingung einer
Kontrollierbarkeit müßte also die sofortige Bereitschaft der
Bundesregierung auslösen, den umfassenden
Teststopp unverzüglich in die Wege leiten zu helfen.
Nichts anderes ist auch aus der Erklärung des
Bundeskanzlers herauszulesen, die er noch am
9. Januar 1986 abgegeben hat.
Die Sowjetunion hat jetzt, nachdem auch
technische Fortschritte im Hinblick auf die Kontrolle
erfolgt sind — mit Hilfe auch der Bundesregierung —,
endlich die Bereitschaft erklärt, Ortsinspektionen
zuzulassen. Gemessen an ihren eigenen Worten
müßte von der Bundesregierung jetzt die sofortige
Vereinbarung eines umfassenden Teststopps
verlangt werden. Es wäre verantwortungslos, diese
Chance auszulassen. Es wäre eine politische
Selbstverleugnung, das jetzt nicht zu fordern bzw. nicht
wirklich praktisch in die Wege zu leiten, nur weil
die gegenwärtige amerikanische Regierung
erklärtermaßen an einem umfassenden Teststopp kein
Interesse hat. Erklärtermaßen.
(Beifall bei der SPD)
Aber statt die erste tatsächliche Chance für einen
Teststopp zu nutzen, tut die Bundesregierung das
Gegenteil. Bereits durch die Zustimmung zum SDI-
Programm hat sie das Teststoppziel praktisch
aufgegeben;
(Berger [CDU/CSU]: Ach ja!)
denn für die SDI-Entwicklung braucht man
Atomexplosionen. Wer also dem SDI-Programm
zustimmt, der muß logischerweise den Teststopp
blokkieren.
(Berger [CDU/CSU]: Das stimmt nicht!)
Sie hoffen darauf, daß die Öffentlichkeit diesen
Zusammenhang nicht erkennt.
(Dr. Weng [Gerlingen] [FDP]:
Abenteuerliche Konstruktion!)
Sie wollen sich an weiterer atomarer Rüstung
beteiligen, ohne sich dabei erwischen zu lassen! Das ist
der Punkt.
(Beifall bei der SPD und den GRÜNEN —
Oh-Rufe bei der CDU/CSU — Bohl [CDU/
CSU]: Das glauben Sie doch selbst nicht,
was Sie da sagen!)
Aber es kommt noch deutlicher. In der letzten
Woche erklärte Staatssekretär Rühl im
Verteidigungsausschuß wörtlich
(Dr. Klejdzinski [SPD]: Wo ist der
Bundesminister der Verteidigung? — Zuruf von
der SPD: Wo ist der Herr Staatssekretär?)
erstens, daß eine begrenzte Anzahl von Atomtests
notwendig bliebe, zweitens, daß ein umfassender
Teststopp nicht am Anfang der atomaren
Rüstungskontrolle stehen könne, und er sagte drittens, daß
dem umfassenden Teststopp langfristig Bedeutung
beigemessen werde.
Noch im jüngsten Abrüstungsbericht der
Bundesregierung steht dem gegenüber, daß die
Verwirklichung eines umfassenden Teststopps nicht
gleichbedeutend mit der Reduzierung von Atomwaffen
sei.
(Berger [CDU/CSU]: Eben!)
Wenn Worte noch einen Sinn haben, dann ist das,
was im Abrüstungsbericht steht, das glatte
Gegenteil von dem, was in der letzten Woche von
Staatssekretär Rühl gesagt worden ist.
(Dr. Vogel [SPD]: Herr Strauß sagt das
jeden Tag!)
Sie können die Öffentlichkeit nicht so hinter das
Licht führen.
(Berger [CDU/CSU]: So viel künstliche
Aufgeregtheit!)
Entweder distanzieren Sie sich von den
Äußerungen des Staatssekretärs Rühl, oder Sie müssen sich
gefallen lassen, daß Ihre Position in Zweifel
gezogen wird.
(Berger [CDU/CSU]: Das tun Sie auch
immer! — Klein [München] [CDU/CSU]:
Falsche Tonlage! Die deutschen Atomtests
sofort einstellen!)
Sie haben aus dem kurzfristigen Ziel allenfalls ein
langfristiges gemacht, und nach der Erfüllbarkeit
aller bisher gestellten Bedingungen — diese Frage
müssen Sie sich gefallen lassen, auch wenn es
Ihnen unangenehm ist, da diese Frage keine Spielerei
ist — wäre das der Beginn der atomaren Abrüstung.
Sie haben mit uns zusammen Bedingungen
formuliert. Jetzt werden sie eingelöst oder sind einlösbar,
und jetzt sind auf einmal ganz andere Bedingungen
im Spiel. Das ist der Punkt, den man Ihnen nicht
durchgehen lassen kann.
Es tut uns leid, Ihre Haltung ist verlogen, und sie
muß so bezeichnet werden,
(Klein [München] [CDU/CSU]: Wenn Sie
nicht begreifen, dann beschimpfen Sie! Das
ist eine Frage der Intelligenz, Herr
Kollege! — Bohl [CDU/CSU]: Frechheit!)
wenn Sie nicht die Möglichkeit haben, sich von
diesen Äußerungen, die protokollarisch festgehalten
sind, zu distanzieren, die das glatte Gegenteil von
dem ausmachen, was die offiziellen Erklärungen
sind.
(Beifall bei der SPD — Berger [CDU/CSU]:
Das stimmt ja gar nicht! Sie wollten
verdrehen, sonst nichts! — Lamers [CDU/
CSU]: Sie haben das nicht begriffen!)
Präsident Dr. Jenninger: Herr Abgeordneter Dr.
Scheer, ich muß den Ausdruck „verlogen" als
unparlamentarisch zurückweisen.
(Berger [CDU/CSU]: Sehr gut!)
Das Wort hat der Herr Abgeordnete Lamers.
Lamers (CDU/CSU): Herr Präsident! Meine sehr
verehrten Kolleginnen und Kollegen! Diese Debatte
— das hat der Kollege Scheer gerade eindrucksvoll
unter Beweis gestellt — ist der sich in einer ganzen
Reihe ähnlicher Vorhaben einreihende Versuch der
SPD, die Haltung der Bundesregierung und der sie
tragenden Parteien in Fragen der Abrüstung, heute
in der Frage des Teststopps in Zweifel zu ziehen.
Meine Kolleginnen und Kollegen, dieser Versuch
wird ebenso wie alle anderen Versuche mißlingen.
(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP)
Die Haltung der Bundesregierung und meiner
Fraktion in dieser Frage war, ist und bleibt über
jeden Zweifel erhaben und klar. Es wird Ihnen
nicht gelingen, uns als jemanden hinzustellen, der,
amerikanischen Bedenken folgend, Positionen just
in einem Augenblick aufgibt, wo sich die
Sowjetunion in dieser Frage positiv entwickelt zu haben
scheint. Nein, dieser Versuch, meine Kolleginnen
und Kollegen, wird scheitern, da die Fakten
eindeutig sind. Er wird auf Sie zurückfallen, weil wieder
einmal Ihre Bereitschaft offen zutage treten wird,
deutsche und amerikanische Positionen aus Prinzip
in Zweifel zu ziehen
(Klein [München] [CDU/CSU]: Wenn es
Moskau wünscht!)
und, ohne die sowjetische Position auf Motive,
Hintergründe und Einzelheiten zu überprüfen, diese zu
unterstützen.
Staatsminister Möllemann hat — ich glaube im
vergangenen Jahr mindestens dreimal — die
Haltung der Bundesregierung hier in diesem Hohen
Haus und bei anderer Gelegenheit zu der Frage des
Teststopps dargelegt und sie als ein
unverrückbares Ziel der deutschen Politik hingestellt.
(Zustimmung des Abg. Dr. Weng [Gerlin
-
gen] [FDP])
Meine Fraktion hat die Bundesregierung in dieser
Haltung stets unterstützt, und sie tut dies auch
heute und wird es morgen tun.
(Dr. Schierholz [GRÜNE]: Mit sechs Kolle
ginnen und Kollegen!)
Wenn unsere, die feste und einmütige Haltung
der Koalition überhaupt noch eines weiteren
Beweises bedurft hätte, meine Kolleginnen und
Kollegen, dann wäre dieser Beweis vom Bundeskanzler
in seiner Presseerklärung vom 9. Januar 1986
erbracht worden. Er hat die Frage eines umfassenden
Teststopps in seine Erklärung aufgenommen und
ihr damit den Rang gegeben, den sie auch nach
unserer Überzeugung hat. Ich begrüße dies
ausdrücklich ebenso wie die Bemerkungen, die er zu
der neuerlichen sowjetischen Bereitschaft zu Vor -
Ort-Inspektionen gemacht hat. Gerade angesichts
der Bedeutung, die die Vereinigten Staaten dieser
Frage zu Recht bislang beigemessen haben,
erscheint uns diese sowjetische Bewegung
beachtenswert.
Begrüßenswert ist aber auch — und das belegt
das amerikanische Interesse an dieser Frage —,
daß Präsident Reagan diesem sowjetischen Schritt
umgehend mit dem Vorschlag beantwortet hat, ihn
durch Expertengespräche, die bereits im Februar
1986 beginnen sollen, konkretisieren zu lassen.
Aber — ich glaube, das hat der Kollege Scheer
nicht richtig begriffen — das Ziel eines
umfassenden Teststopps kann natürlich nicht isoliert von
dem Ziel drastischer Reduzierung atomarer Waffen
gesehen werden. Diesem Zusammenhang trägt
ganz offensichtlich auch der neueste sowjetische
Vorschlag Rechnung. Ich nehme an, daß wir alle
das Ziel der Reduzierung als vorrangig ansehen.
Der Versuch, allein über umfassende Teststopps zu
drastischen Reduzierungen oder gar zur
Abschaffung von Kernwaffen zu gelangen, hätte den
typischen Patentrezept-Charakter; und Patentrezepte
funktionieren bekanntlich nie.
(Dr. Schierholz [GRÜNE]: Warten Sie doch
mal ab, Herr Lamers! Das ist doch ein
erster Schritt!)
Reduzierung von Teststopps müssen Hand in Hand
gehen und Schritt für Schritt verwirklicht werden.
Das Bemühen um einen umfassenden Teststopp
muß in den Gesamtprozeß der
Abrüstungsverhandlungen eingebettet sein. Dieser Prozeß beinhaltet
umfassende, tiefgreifende und nachprüfb are
Reduzierung von Kernwaffen, größere Ausgewogenheit
vor allem bei den konventionellen Kräften,
erweiterte vertrauensbildende Maßnahmen und
verbesserte Nachprüfungsmöglichkeiten.
Herr Kollege Scheer, genau auf diesen
Zusammenhang hat Staatssekretär Rühl in der Sitzung
des Verteidigungsausschusses hingewiesen.
(Dr. Klejdzinski [SPD]: Da waren Sie doch
gar nicht da!)
Es mag sein, daß Sie das bislang nicht richtig
begriffen haben. Aber das ist Ihr Problem, nicht das
Problem der Regierung. Auf diesen Zusammenhang
hat er hingewiesen.
(Zuruf des Abg. Dr. Ehmke [Bonn] [SPD])
Das war, ist und bleibt die Position der
Bundesregierung und unserer Fraktion.
Danke.
(Beifall bei der CDU/CSU und der FDP —
Horn [SPD]: Sie waren doch gar nicht da!
Sie reden wie ein Blinder von der Farbe!)
Präsident Dr. Jenninger: Das Wort hat Herr
Abgeordneter Lange.
Lange (GRÜNE): Herr Präsident! Meine Damen
und Herren! Herr Kollege Lamers, Sie wollten
vorhin die Fakten auf den Tisch legen. Sie sind aber
den Fakten elegant ausgewichen. Sie haben da
einen Slalomlauf gemacht und teilweise über
Situationen berichtet, bei denen Sie gar nicht dabei
waren.
Ich würde mal sagen: Nennen wir doch mal
die — —
(Klein [München] [CDU/CSU]: Aber Sie
waren dabei?)
— Ich war dabei. In der Tat, ich war dabei, als der
Staatssekretär Rühl seinen Vortrag gehalten hat.
Und jetzt werde ich Ihnen gleich wiedergeben, was
er dort gesagt hat. Und ich werde wiederholen, was
der Kollege Scheer dazu gesagt hat, der auch dabei
war.
(Tatge [GRÜNE]: Hören Sie mal zu! — La
-
mers [CDU/CSU]: Ich habe das Protokoll
gelesen!)
Ich möchte mal die Fakten in der Reihenfolge
nennen und insofern eine etwas andere Perspektive
als der Kollege Scheer hereinbringen, die aber
letzten Endes das gleiche aussagt.
Es ist j a eine interessante Chronologie. Im Juli
1985 legte die Bundesregierung in Genf einen Drei-
StufenPlan der seismologischen Verifikation von
Atomtests vor, dessen Umsetzung — —
(Berger [CDU/CSU]: Schlimm, was?)
— Das ist eine hervorragende Idee.
(Berger [CDU/CSU]: Prima!)
Nur ist ein Problem dabei, Herr Kollege Berger, daß
die Umsetzung vier bis acht Jahre dauern würde
und daß das parallel mit dem Interesse der
Bundesregierung läuft, die Atomtests so lang wie möglich
noch laufen zu lassen, weil der Verbündete, die
USA, eben diese Atomtests braucht. Insofern wird
etwas Negatives mit etwas Positivem gekoppelt. Sie
wissen das sehr genau.
Im Oktober 1985 heißt es im Abrüstungs-
Jahresbericht der Bundesregierung:
Während die nicht gebundenen Staaten die
unmittelbare Aufnahme von
Vertragsverhandlungen forderten, hielten die Länder der
westlichen Gruppe die Klärung der
Verifikationsfrage für nötig, bevor in die eigentlichen
Vertragsverhandlungen eingetreten werden kann.
Der Osten, der in der Verifikationsfrage eine
restriktive Haltung einnimmt, unterstützte die
nicht gebundenen Staaten. Für den Westen ist
wegen der militärisch und sicherheitspolitisch
besonders einschneidenden Wirkung eines
umfassenden Teststopps eine verläßliche
Verifikation unverzichtbar.
Mitte Januar 1986 legte Generalsekretär
Gorbatschow einen — nach allen Richtungen hin aufgefaßt
— noch nie dagewesenen Drei-Stufen-Plan zur
umfassenden nuklearen Abrüstung vor. Darin sind
enthalten die Verlängerung des Testmoratoriums
der Sowjetunion um drei Monate und — ich zitiere
aus dieser Erklärung — dies:
Die Kontrolle über die zu vernichtenden und zu
begrenzenden Rüstungen würde sowohl durch
die nationalen technischen Mittel als auch
durch Inspektionen vor Ort vorgenommen. Die
UdSSR ist bereit, jegliche zusätzliche
Kontrollmaßnahme zu vereinbaren.
Was passiert gleichzeitig hier in Bonn? Da
erfahren die interessierten Abgeordneten von der
Bundesregierung folgendes — und das ist das, was der
Staatssekretär Rühl im Verteidigungsausschuß und
offensichtlich auch anderswo nachweisbar gesagt
hat —: Zwar messe das BMVg dem Ziel eines
umfassenden Teststopps langfristig große Bedeutung
bei.
(Zuruf des Abg. Dr. Schierholz [GRÜNE])
Aber eine begrenzte Anzahl von Kernwaffentests
bleibt notwendig, solange Nuklearwaffen Teile der
Abschreckungsdoktrin bleiben müssen. Das heißt
ja nichts anderes, als daß man weiterhin auf
Nukleartests bauen möchte, und zwar unabhängig
davon, wie sich die jeweilige außenpolitische Situation
darstellt.
(Horn [SPD]: Das ist die Sachlage!)
Damit kann man nur zu dem Schluß kommen,
daß die Bundesregierung an einem Atomteststopp
inzwischen überhaupt nicht mehr interessiert ist.
Das entspricht allerdings der Logik Ihrer Politik
der bedingungslosen Unterwerfung unter die
amerikanische Hegemonialpolitik, auf deren
Hintergrund auch das Thema SDI zu betrachten ist. Denn
wer — wie der Bundeskanzler — das Thema SDI
als gerechtfertigt betrachtet oder — wie der
Bundesverteidigungsminister — gar als notwendig, der
muß zwangsläufig auch für die Erprobung des
Röntgenlasers sein, der die Energie aus
Nuklearexplosionen bezieht. Wer auf den Ersteinsatz von
Nuklearwaffen pocht — wie es die Bundesregierung
in der NATO tut —, der muß dafür sein, daß
Beschleunigungstests der Atomwaffenzünder unter
dem Aspekt der Zuverlässigkeit erprobt werden.
Die Bundesregierung weiß genau: Ein CTB muß,
wenn er Sinn machen soll, so schnell wie möglich
' abgeschlossen werden. Mehr noch: Er müßte
ergänzt werden durch ein Flugtestverbot für
ballistische Flugkörper, um die Wahrscheinlichkeit der
Zerstörung von Hartzielen zu verringern.
Wir können nur an die Bundesregierung
appellieren, sich nicht einer amerikanischen Politik
anzuschließen, die derzeit kein Interesse an einer
Abrüstung atomarer Waffen hat. Sie sollte statt dessen
lieber dafür sorgen, daß die sicherlich
überraschenden Pläne von Gorbatschow nicht nur — wie es
immer so schön heißt — geprüft, sondern auch
umgesetzt werden, und zwar so schnell wie möglich,
(Lamers [CDU/CSU]: Unbesehen?)
damit man vom Wort endlich zur Tat schreitet.
Meine Damen und Herren, ich weiß nicht, ob
diese Bundesregierung mit ihrer Atompolitik so
weitermacht wie bisher. Wenn sie es tut, dann wird
es allerdings höchste Zeit, daß sie von der
Bildfläche verschwindet. Ich weiß nicht, ob diese
ehrenwerte Gesellschaft der offenen Hände und der
fröhlichen Mienen ein „Gruselkabinett" ist, wie es aus
Ihren eigenen Reihen heißt. Aber eines weiß ich:
Ich weiß, daß es immer mehr Menschen vor solchen
Traumtänzern auf atomarem Parkett graust.
Ich frage mich auch weiterhin: Wo ist denn die
Kontinuität des Auswärtigen Amtes geblieben? Ich
habe geradezu den Eindruck, daß Genscher,
Bangemann, Möllemann und wie sie alle heißen eine
Verhandlungspolitik nach dem Motto betreiben: Als
muskelbepackte Tarzane gehen sie in die
Verhandlungsräume hinein und als Maskottchen kommen
sie wieder heraus. Ich glaube, daß diese Politik im
Grunde genommen jetzt endgültig gescheitert ist,
daß die letzten Relikte der Entspannungspolitik
verschwunden sind und daß wir damit rechnen
müssen, daß die Aufrüstungspolitik der Koalition —
der Reihenfolge nach bestehend aus CSU, CDU,
FDP — um sich greift.
Herzlichen Dank.
(Beifall bei den GRÜNEN — Dr. Schierholz
[GRÜNE]: Leider wahr!)
Präsident Dr. Jenninger: Das Wort hat der
Abgeordnete Ronneburger.
Ronneburger (FDP): Herr Präsident! Meine
Damen und Herren! Herr Kollege Dr. Scheer, wenn
Worte noch einen Sinn haben sollen, dann ist es
wohl so, daß Sie einer Bundesregierung, die im
Sommer des vergangenen Jahres einen
international anerkannten umfassenden Vorschlag für ein
seismologisches Überwachungssystem von
Atomtests gemacht hat, vorwerfen, die Haltung eben
dieser Bundesregierung sei unklar. Ich würde Ihnen
von dieser Stelle aus allerdings gern eines sagen:
Wenn es in dem Abrüstungsbericht der
Bundesregierung heißt: Allerdings wäre die Verwirklichung
eines CTB nicht gleichbedeutend mit der
Reduzierung von Nuklearwaffen, dann meine ich, daß hier
eine schlichte Wahrheit und nichts anderes
ausgesprochen wird. Gleichzeitig — dies sollte ja wohl
nicht übersehen werden — wohnt dieser Aussage
aber auch die Tendenz inne, über einen
umfassenden Teststopp hinaus auch zu einer Reduzierung
von Atomwaffen zu kommen. Dies sollte jeder
gutwillige Leser dieser Zeilen jedenfalls nicht
übersehen. Das ist ja wohl unbestreitbar, denn welchen
Sinn würde ein solcher Satz auf der anderen Seite
machen?
Ich möchte aber gern auf einen Mangel der
öffentlichen Diskussion hinweisen, der im Augenblick
eine wesentliche Rolle spielt. Es wird von einem
Moratorium und von einem Teststopp gesprochen.
Damit hier überhaupt kein Zweifel entsteht:
Moratorium heißt im eigentlichen Wortsinne Zögern, ein
zeitweises Aussetzen von Atomtests, für einen
begrenzten Zeitraum; im heutigen Sprachgebrauch
vielleicht sogar ein Einschränken. Aber wenn man
solche Vorschläge für Moratorien und auch für
deren Verlängerung macht, dann wird ja damit nicht
aus der Welt geräumt, daß das eigentliche Ziel der
Bundesregierung und der sie tragenden Fraktionen
kein Zögern in dieser Frage ist, sondern eine klare
und eindeutige Entscheidung gegen jeden Atomtest
und gegen jede Fortsetzung einer Testreihe,
möglicherweise nach einer zeitweisen Unterbrechung.
Dies ist das Ziel, das wir verfolgen, ein Ziel, an
dessen Ende dann tatsächlich die Verringerung oder
vielleicht sogar, wie wir heute in den
internationalen Verhandlungen hoffen können, eine
Beseitigung von Atomwaffen auf dieser Erde stehen
könnte. Darum geht es, und darüber muß in aller
Eindeutigkeit und, Herr Kollege Dr. Scheer, ohne jede
Aufgeregtheit gesprochen werden. Sie sollten nicht in
Äußerungen hineininterpretieren, was in ihnen
nicht gelegen hat.
(Dr. Vogel [SPD]: Wo ist denn der Herr? Er
kann sich doch äußern! — Dr. Ehmke
[Bonn] [SPD]: Die Äußerungen sind
eindeutig, Herr Ronneburger!)
Denn die Haltung der Bundesregierung, die
Haltung der Koalition ist eindeutig auf das umfassende
Verbot von Kernsprengungen gerichtet, wie die
exakte Terminologie heißt.
(Beifall bei der FDP und der CDU/CSU —
Dr. Vogel [SPD]: Der Staatssekretär läßt
durch Herrn Ronneburger interpretieren!)
Darum geht es und um nichts anderes.
Herr Kollege Dr. Scheer, ich habe Ihre
Ausführungen mit großem Interesse gehört, aber eines hat
mich dann doch verblüfft.
(Dr. Klejdzinski [SPD]: Das ist ja schön!)
— Das ist sehr schön, Herr Dr. Klejdzinski, aber Sie
regen mich auch nicht mehr auf. Das hat es früher
einmal, am Anfang meiner Laufbahn und meiner
Begegnung mit Ihnen gegeben. Dies ist vorbei.
(Beifall bei der FDP und bei Abgeordneten
der CDU/CSU)
Eines hat mich verblüfft, Herr Kollege Dr.
Scheer: Sie haben mehr oder weniger die
Bundesregierung aufgefordert, endlich mit ihren Atomtests
aufzuhören.
(Heiterkeit bei der FDP und der CDU/CSU
— Dr. Scheer [SPD]: Dummes Zeug! Sie
soll dabei mitwirken, daß es dazu kommt!)
— Natürlich haben Sie das gesagt! Lesen Sie das
Protokoll nach! — Das eine ist j a wohl
unübersehbar: Die Bundesrepublik hat noch nicht einen
einzigen Test dieser Art durchgeführt, und sie wird es
mit aller Sicherheit nicht tun.
(Dr. Klejdzinski [SPD]: Herr Ronneburger,
wohin wandern Sie?)
Sie wird in Zusammenarbeit mit ihren Verbündeten
die Vorschläge, die aus Moskau jetzt
erfreulicherweise gekommen sind, mit aller Sorgfalt behandeln,
mit dem Ziel, die Bedrohung der Menschheit durch
atomare Waffen auch dadurch zu beenden, daß am
Anfang des Endes dieser Bedrohung ein
umfassendes Verbot von Kernsprengungen steht und daß
dies international überwacht werden kann, um die
Sicherheit in Ost und West für die Menschen auf
dieser Erde zu vergrößern.
(Beifall bei der FDP und der CDU/CSU)
Präsident Dr. Jenninger: Das Wort hat der
Abgeordnete Dr. Klejdzinski.
Dr. Klejdzinski (SPD): Herr Präsident! Meine
Damen und Herren! Als erstes möchte ich einmal
feststellen, daß es eine Mißachtung des Parlaments ist,
daß, wenn es um eine Äußerung des
Staatssekretärs im Bundesministerium der Verteidigung,
Herrn Rühl, geht, von der Bundesregierung, aus
dem Bundesministerium der Verteidigung,
niemand hier anwesend ist.
(Beifall bei der SPD — Dr. Ehmke [Bonn]
[SPD]: Sehr wahr! Unverschämtheit! —
Berger [CDU/CSU]: Da ging es um die Hal
-
tung der Bundesregierung!)
— Es geht hier nicht darum, Herr Berger, was Sie
erzählen. Es geht ganz einfach darum, daß genau
bekannt war, daß wir zu diesem Thema reden.
Derjenige, der im Ausschuß dazu geredet hat und
dessen Mißinterpretationen heute hier zur Diskussion
stehen, sollte zumindest erscheinen, hier sein, oder
sich vertreten lassen.
(Klein [München] [CDU/CSU]: Mißinter
pretiert habt ihr!)
Die Koalitionsfraktionen reden von der
Kontinuität in ihrer Politik. Wir reden heute über folgende
Äußerung des Staatssekretärs — ich zitiere —:
In der nuklearen Rüstungskontrolle kann ein
umfassender Teststopp nicht am Anfang
stehen.
Ich zitiere weiter:
Eine begrenzte Anzahl von Kernwaffentests
bleibt notwendig, solange Nuklearwaffen zur
Gewährleistung einer sicheren, verläßlichen
und wirksamen Abschreckung, von der die
Bewahrung des Friedens abhängt, Mittel unserer
Strategie sind.
Um diese beiden Äußerungen geht es im
einzelnen.
Der Verteidigungsminister der Vereinigten
Staaten Weinberger hat in der vorigen Woche erklärt, er
wolle dem russischen Beispiel nicht folgen, nämlich
einem dreimonatigen Moratorium für
unterirdische Atomversuche zuzustimmen.
(Dr. Vogel [SPD]: Das ist ja eine Brüskie
rung des Parlaments, was hier stattfindet!
Der Staatssekretär verachtet das Parla
ment!)
Warum hat er das nicht getan? Dazu ein paar
Bemerkungen. Interessant in diesem Zusammenhang
ist die Aussage des amerikanischen Experten
Speaks, der die Auffassung vertritt, die
Sowjetunion habe keine unterirdischen Atomversuche
nötig; die USA dagegen könnten auf bestimmte
atomare Versuche nicht verzichten. Für die USA seien
unterirdische Atomtests sehr wichtig. Deshalb
würden die USA diese Tests fortsetzen.
Beim Studium der uns Sozialdemokraten
zugänglichen Literatur fällt auf, daß eine Begründung für
die Fortsetzung der unterirdischen Atomtests die
ist, sie seien notwendig, um atomare Waffen
modernisieren zu können. Welche Waffen bitte, wo
werden sie eingesetzt? Wahrscheinlich nur in Europa.
(Lamers [CDU/CSU]: Überhaupt nicht! —
Weitere Zurufe von der CDU/CSU)
— Sie sind zumindest für diesen Bereich vorgese
hen. — Eine weitere Begründung lautet — sie ist
nach meiner Ansicht sehr gängig — , daß sie „for the
president's strategic modernization program"
notwendig seien.
(Bohl [CDU/CSU]: Die Amtssprache ist
Deutsch!)
Für mich machen die von den amerikanischen
Experten vertretenen Auffassungen, atomare Tests
seien notwendig, nur dann Sinn, wenn man
beabsichtigt, die Strategische Verteidigungsinitiative zu
konkretisieren. Die Erforschung von
Energiestrahlwaffen ist ein wichtiges Teilforschungsgebiet im
Rahmen der Strategischen Verteidigungsinitiative.
Unter anderem sollen Forschungen — der Kollege
Lange hat bereits darauf hingewiesen — zur
Entwicklung eines wasserstoffbombengepumpten
Röntgenstrahllasers stattfinden. Die hohen
Energiemengen, die Intensität und die Stärke in einem
sehr kurzen Zeitabschnitt sollen nur durch eine
geregelte atomare Explosion bereitgestellt werden
können.
Die Bundesregierung muß klarstellen, welche
Position sie zum umfassenden Teststopp hat. Es reicht
nicht aus, einerseits zu erklären — wie im
Jahresabrüstungsbericht 1985 —, sie messe dem Ziel eines
umfassenden nuklearen Teststopps große
Bedeutung zu, sich andererseits aber an der Strategischen
Verteidigungsinitiative zu beteiligen bzw. SDI und
damit indirekt auch weitere atomare Versuche zu
begrüßen.
Die Bundesregierung hat hier Absetzen von der
gemeinsamen Position aller hier im Bundestag
vertretenen Parteien zur Taktik erhoben. Um sich an
der Strategischen Verteidigungsinitiative beteiligen
zu können, wird das widerrufen, was uns einmal
auszeichnete, nämlich die Tatsache, daß der frühere
Staatsminister Dr. Mertes noch im Juli 1984 vor der
Genfer Abrüstungskonferenz ein sehr klares
Bekenntnis zum vollständigen Versuchsverbot
abgeben konnte. Das hat damals die Unterstützung aller
Bundestagsfraktionen gefunden.
(Lamers [CDU/CSU]: Das ist nach wie vor
so!)
Ich gehe davon aus, daß solche Einlassungen, die
der Bundesminister der Verteidigung, vertreten
durch seinen Staatssekretär Rühl, gemacht hat, so
nicht im Raum stehen bleiben können; sie bedürfen
der Richtigstellung. Ich bin dafür, daß das
Bundesministerium der Verteidigung heute morgen hier in
der Sache antwortet
(Beifall bei der SPD und den GRÜNEN)
und sich durch Fernbleiben nicht der Diskussion
entzieht. Möglicherweise besteht ein Dissens
zwischen den Äußerungen des Außenministers und der
Auffassung des Bundesministers der Verteidigung.
Dies muß geklärt werden.
Herzlichen Dank.
(Beifall bei der SPD — Dr. Vogel [SPD]:
Zur Geschäftsordnung, Herr Präsident!)
Präsident Dr. Jenninger: Herr Abgeordneter Vogel,
das ist bereits angemeldet.
Nach § 42 unserer Geschäftsordnung erteile ich
das Wort dem Herrn Abgeordneten Porzner.
Porzner (SPD): Herr Präsident! Meine sehr
verehrten Damen und Herren! Es ist für das Parlament
eine Zumutung, daß bei diesem Thema der
Bundesminister der Verteidigung nicht anwesend ist und
daß auch sonst niemand hier ist, der in diesem
Ministerium politische Verantwortung hat.
Ich beantrage deswegen nach § 42 der
Geschäftsordnung die Herbeirufung des Bundesministers der
Verteidigung.
(Beifall bei der SPD und den GRÜNEN)
Präsident Dr. Jenninger: Das Wort nach § 42 der
Geschäftsordnung hat der Abgeordnete Bohl.
Bohl (CDU/CSU): Herr Präsident! Meine sehr
verehrten Damen und Herren! Wir sind der
Auffassung, daß der Antrag in der Sache unbegründet ist,
(Widerspruch bei der SPD und den GRÜ
-
NEN)
weil die Zuständigkeit eindeutig beim
Bundesaußenminister liegt.
(Berger [CDU/CSU]: So ist es!)
Es ist in den Vorbesprechungen auch eindeutig
darauf hingewiesen worden, daß die Bundesregierung
durch Herrn Staatsminister Möllemann vertreten
sein werde. Daran ist kein Anstoß genommen
worden. Aus all diesen Gründen besteht keine
Veranlassung, diesem Antrag zu entsprechen.
Herr Präsident, ich beantrage aber nach § 45
Abs. 2 der Geschäftsordnung, die Beschlußfähigkeit
des Hauses bei der Abstimmung feststellen zu
lassen.
(Lachen bei der SPD und den GRÜNEN)
Gleichzeitig beantrage ich, nach § 45 Abs. 2 Satz 2
die Abstimmung darüber für eine Zeit von vielleicht
zehn Minuten auszusetzen.
Präsident Dr. Jenninger: Meine Damen und
Herren, in § 45 Abs. 2 unserer Geschäftsordnung heißt
es:
Wird vor Beginn einer Abstimmung die
Beschlußfähigkeit von einer Fraktion ...
bezweifelt ..., so ist in Verbindung mit der
Abstimmung die Beschlußfähigkeit durch Zählung der
Stimmen (§ 51) festzustellen. Der Präsident
kann die Abstimmung auf kurze Zeit
aussetzen.
Ich setze die Abstimmung auf zehn Minuten aus.
(Tatge [GRÜNE]: Hoffentlich kommen die
Kollegen aus dem Bett!)
(Unterbrechung von 8.31 bis 8.43 Uhr)
Meine Damen und Herren, ich bitte Sie, Platz zu
nehmen. Wir fahren in der Sitzung fort.
Die Fraktion der SPD hat nach § 42 der
Geschäftsordnung den Antrag gestellt, den
Bundesminister der Verteidigung herbeizurufen. Nachdem
von seiten der CDU/CSU-Fraktion die
Beschlußfähigkeit angezweifelt worden ist, muß ich die
Abstimmung über den Antrag der SPD mit der
Feststellung der Beschlußfähigkeit durch Zählung der
Stimmen verbinden.
Ich bitte Sie, meine Damen und Herren, zur
Feststellung der Beschlußfähigkeit und Zählung der
Stimmen den Saal zu verlassen.
Ich bitte die Schriftführer, ihre Plätze
einzunehmen. — Sind die Schriftführer an ihren Plätzen? —
Meine Damen und Herren, ich bitte die Türen zu
schließen.
Die Abstimmung ist eröffnet.
Meine Damen und Herren, die Abstimmung ist
geschlossen. Ich bitte die Türen zu schließen. Ich
bitte die Schriftführer, mir das Ergebnis der
Zählung der Stimmen mitzuteilen.
Meine Damen und Herren, ich bitte Sie, Platz zu
nehmen.
Ich gebe das Ergebnis der Abstimmung bekannt.
Zur Beschlußfähigkeit des Hauses sind 261
Stimmen erforderlich. Abgegeben worden sind 96 Ja-
Stimmen, 151 Nein-Stimmen, keine Enthaltungen,
insgesamt 247 Stimmen. Damit ist die
Beschlußfähigkeit des Hauses nicht erreicht.
Ich schließe die Sitzung und berufe die nächste
Sitzung des Deutschen Bundestages für den
heutigen Tag um 9.30 Uhr ein.
(Schluß der Sitzung: 8.56 Uhr)
Anlage zum Stenographischen Bericht
Anlage
Liste der entschuldigten Abgeordneten
Abgeordnete(r) entschuldigt bis einschließlich
Dr. Ahrens * 24. 1.
Borchert 24. 1.
Büchner (Speyer) 24. 1.
Buschbom 24. 1.
Collet 24. 1.
Ertl 24. 1.
Frau Fischer 24. 1.
Funk 24. 1.
Gallus 24. 1.
Glos 24. 1.
Dr. Häfele 23. 1.
Dr. Hauff 23. 1.
Freiherr Heereman von Zuydtwyck 24. 1.
Junghans 24. 1.
Kiechle 24. 1.
Dr. Kreile 24. 1.
Dr. Kübler 23. 1.
Dr. Graf Lambsdorff 23. 1.
Lintner 24. 1.
Marschewski 24. 1.
Müller (Düsseldorf) 23. 1.
Frau Renger 23. 1.
Schmidt (Hamburg) 24. 1.
Frau Schmidt (Nürnberg) 24. 1.
Dr. Schmude 24. 1.
von Schmude 24. 1.
Schröder (Hannover) 24. 1.
Frau Simonis 24. 1.
Dr. Freiherr Spies von Büllesheim * 24. 1.
Stiegler 23. 1.
Todenhöfer 24. 1.
Verheugen 24. 1.
Vogt (Düren) 24. 1.
Wieczorek (Duisburg) 23. 1.
* für die Teilnahme an Sitzungen der Parlamentarischen
Versammlung des Europarats]
Relationen
- part_of_vorgang → Antrag auf Feststellung der Beschlußfähigkeit bei der Aussprache über eine Aktuelle Stunde betr. Haltung der Bundesregierung zum Atomtestver
- part_of_vorgang → Geschäftsordnungsantrag der Fraktion der SPD auf Herbeirufung des Bundesministers der Verteidigung, Manfred Wörner (G-SIG: 10003607) (Antrag zur Geschäftsordnung)
- part_of_vorgang → Haltung der Bundesregierung zum Atomtestverbot (G-SIG: 10003592) (Aktuelle Stunde)