Rede von Dr. Götz Frömming (AfD) – Dr. Götz Frömming, Matthias Helferich,
Teil von Protokoll der 98. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP 6a und 6b: Dr. Götz Frömming, Matthias Helferich,.
Text
Rede von Dr. Götz Frömming (AfD) – Dr. Götz Frömming, Matthias Helferich,
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Wenn in
Deutschland das Wort „Erinnerungskultur“ fällt, denkt
jeder automatisch an das sogenannte Dritte Reich – und
dann lange an nichts. Das, meine Damen und Herren, ist
der ambivalente und traurige Ertrag von 50 Jahren
Vergangenheitsbewältigung. Einerseits war es völlig richtig,
die monströsen Verbrechen der Nationalsozialisten nicht
unter den Teppich zu kehren, ihrer Opfer zu gedenken
und, was seltener geschah, Erkenntnisse darüber zu
gewinnen, wie Diktaturen entstehen und wie sie
funktionieren. Andererseits versperren die Gräuel der NS-Zeit den
Blick auf die ganze und große Geschichte unseres Volkes.
Vom größten Teil unserer Vergangenheit trennt uns ein
Abgrund. „Und wenn du lange in einen Abgrund blickst,
blickt der Abgrund auch in dich hinein“, schrieb
Friedrich Nietzsche. Ein Land kann auf Dauer nicht allein
aus der Erinnerung an seine Abgründe leben. Wir wollen
deshalb mit unserem Antrag gewissermaßen eine Brücke
über diesen Abgrund schlagen. Die bisherige
Gedenkstättenkonzeption und Erinnerungskultur des Bundes
bezieht sich fast ausschließlich auf die beiden totalitären
Staaten auf deutschem Boden, also auf etwas Negatives.
Deutschland sollte aber eine ausgewogene
Erinnerungskultur etablieren, die die Höhen und guten Seiten unserer
Geschichte von den Freiheitskriegen bis zur
Wiedervereinigung viel stärker berücksichtigt, meine Damen und
Herren.
Die Erinnerung an die NS-Diktatur und den SED-
Unrechtsstaat soll natürlich Bestandteil deutscher
Erinnerungspolitik bleiben – wobei ich mir die persönliche
Anmerkung gestatte, dass ich es obszön finde, sie für
aktuelle politische Auseinandersetzungen zu
missbrauchen, wie wir es gerade mit der Wahl des
Landtagspräsidenten in Sachsen-Anhalt gehört und gesehen haben.
Und noch ein Wort zu jenen Parteien hier auf der
linken Seite, die sich am eifrigsten der Bewältigung der
NS-Diktatur widmen: In Berlin will die SPD jetzt Seit an
Seit mit Grünen und Linkspartei marschieren, also mit
den erklärten Feinden jüdischen Lebens in Deutschland,
auf deren Veranstaltung – wir haben es heute schon
gehört – Rapper „Yallah, Yallah, Intifada“ singen. Das ist
offenbar Ihr Beitrag zum Gedenken an das Massaker vom
7. Oktober in Israel. Von Ihnen lassen wir uns keine
Lehren über die deutsche Geschichte erteilen.
Meine sehr geehrten Damen und Herren, mit dem
Aussterben der Generation der Täter und Mitläufer ändert
sich etwas Grundlegendes. Es gibt praktisch niemanden
mehr, der persönliche Schuld an den NS-Verbrechen
trägt. Was bleibt, ist die Verantwortung, dass nie wieder
eine Diktatur auf deutschem Boden errichtet wird. Diese
Verantwortung besteht besonders dann, wenn sich die
antidemokratischen Zeichen mehren. Und tun sie das
nicht in diesen Tagen? Die Ostdeutschen, meine Damen
und Herren, haben dafür feine Antennen. Auch deshalb
wählen sie AfD.
Die positive Identifikation aller deutschen
Staatsbürger, übrigens auch derer mit Migrationshintergrund, mit
der deutschen Nation und ihrer Geschichte ist nach
unserer Ansicht eine wesentliche Voraussetzung, um als
Nation zu gesunden und den gesellschaftlichen
Zusammenhalt zu stärken. Wir müssen wieder den aufrechten Gang
lernen, ohne überheblich zu sein. Wir müssen wieder
lernen, Deutschland aus ganzem Herzen zu lieben, ohne
auf andere Länder herabzublicken.
(Martin Rabanus [SPD]: Da müssen Sie aber
noch viel lernen!)
Und wir rufen vor allen Dingen unserer Jugend zu: Ihr
seid frei von Schuld. Ihr dürft stolz sein, Deutsche zu
sein. Ihr habt wie die Jugend anderer Völker und
Nationen auch das Recht, aufrecht und ohne Scham für
Verbrechen, die ihr nicht begangen habt, in die Zukunft zu
gehen, in eure Zukunft.
Ich bedanke mich.
Relationen
- part_of → Protokoll der 98. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages
- part_of_vorgang → Deutsche Erinnerungskultur neu ausrichten - Gedenkstättenkonzeption des Bundes durch eine Bundeskonzeption national bedeutsamer Gedenkstätte
- part_of_vorgang → Kulturschutzgebiete für identitätsstiftende Bauwerke und Landschaften etablieren
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