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Rede von Donata Vogtschmidt (DIE LINKE) – Gesetzes zur Gewährleistung der Meinungsfreiheit in den sozialen Netzwerken

dip / rede 08.10.2026 · WP 21 · Original ↗

Teil von Protokoll der 99. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP 15: Erste Beratung des von den Abgeordneten Stephan Brandner, Tobias Matthias Peterka, Christoph Grimm, weiteren Abgeordneten und der Fraktion der AfD eingebrachten.

Das Protokoll 21/99 liegt bei DIP nur als Vorabfassung vor: Der Text endet vor dem Schluss der Sitzung, zu Protokoll gegebene Reden fehlen in polradar (der endgültige Bericht war für den 13.10.2026 angekündigt). Vollständig im Plenarprotokoll (PDF) ↗.

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Text

Rede von Donata Vogtschmidt (DIE LINKE) – Gesetzes zur Gewährleistung der Meinungsfreiheit in den sozialen Netzwerken Sehr geehrte Frau Präsidentin! Heute also ein Antrag zur Meinungsfreiheit – ausgerechnet von einer Partei, die in den sozialen Netzwerken regelmäßig Hass und Hetze gegen Menschen und demokratische Institutionen verbreitet und gleichzeitig jammert: Man darf in diesem Land ja einfach nichts mehr sagen. – Was die AfD als Zensur bezeichnet, ist häufig schlicht Widerspruch, Kritik oder die Richtigstellung von Falschbehauptungen. Doch Meinungsfreiheit heißt nicht, unwidersprochen zu bleiben. Sie schützt auch das Recht, zu widersprechen, und verpflichtet niemanden, Desinformationen oder Hetze kommentarlos hinzunehmen. Wenn Plattformen freiwillig strengere Maßnahmen und Moderationsregeln zum Schutz davor anwenden, ist das ihr gutes Recht. Ja, es ist oft schmerzvoll, was man alles auf Social Media lesen muss. Aber die eigentliche Frage ist ja: Womit wird der Algorithmus von Unsinn, Hass und Hetze überhaupt gepusht? Laut der NGO Reset Tech mit automatisierten Netzwerken und Fake Accounts – zum Beispiel aus Nigeria –, die Stimmung für Alice Weidel auf Tiktok machten. Genau dagegen haben wir den Digital Services Act. Wir müssen Fake Accounts und Bot-Netzwerke als systemisches Risiko ernst nehmen. Und was forderte die AfD erst kürzlich in einer Aktuellen Stunde hier? Den DSA komplett abschaffen. Nun wissen wir auf jeden Fall auch, warum. Und selbst das geht der AfD nicht weit genug. Plattformen sollen Hass und Hetze tatenlos hinnehmen müssen und dann haften, wenn sie dagegen vorgehen. Aber wehe, jemand spricht jetzt von irgendeiner Zensur! Das Thema Haftungsprivileg ist durchaus wichtig. Wir als Linke fordern dessen Abschaffung für profitorientierte Plattformen. Denn wer Inhalte algorithmisch sortiert, ihre Reichweite steuert und damit Werbegeld verdient, muss auch Verantwortung übernehmen. Heute entscheiden nicht wir allein, was wir sehen, sondern vor allem die Geschäftsinteressen von Big Tech. Wer zahlt, kauft Reichweite. Andere Inhalte werden algorithmisch unsichtbar gemacht. Das trifft vor allem progressive und feministische Accounts. Und genau das ist die eigentliche Gefahr für die Meinungsfreiheit: wenn Konzerne nach Profitinteressen darüber bestimmen, welche Stimmen gehört werden und welche nicht. Als Thüringer Abgeordnete möchte ich gerne noch auf die Anhörung in der vergangenen Woche bei uns im Thüringer Landtag hinweisen. Hier ging es um eine Prüfung eines Verbotsverfahrens gegen eine Partei, die mit gezielten Kampagnen – besonders in den sozialen Netzwerken – Strukturen zur Untergrabung der Menschenwürde und eine diktatorische Gewaltfantasie aufbaut. Wer könnte das nur sein? Ich frage für einen Freund. Richtig: Die AfD! Sie sind der Handlanger von Big Tech mit deren Profiten. Sie wollen mit den Techeliten den braunen Boden für Fake News, rassistische Hetze, Frauenverachtung und Einschüchterung von queeren Menschen ausbreiten. Menschen sollen ihre Meinung nicht mehr äußern können, ohne heftigen Angriffen aufgrund ihrer Identität ausgesetzt zu sein. Und Sie verkaufen das noch als Kampf für die Meinungsfreiheit. Das ist schäbig und lächerlich! Meinungsfreiheit ist für alle da und nicht nur für diejenigen mit den größten Plattformen und den reichsten Friends im Ausland. Wer aber rechte Hetze und Angriffe auf unsere Verfassung verharmlost, verteidigt nicht unsere Freiheit, sondern muss sich fragen lassen, wessen Freiheit er eigentlich meint. Vielen Dank.

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