Rede von Ralph Edelhäußer (CDU/CSU) – Dr. Gottfried Curio, Dr. Bernd Baumann,
Teil von Protokoll der 100. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP 36: Dr. Gottfried Curio, Dr. Bernd Baumann,.
Text
Rede von Ralph Edelhäußer (CDU/CSU) – Dr. Gottfried Curio, Dr. Bernd Baumann,
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Frau Ministerin! Liebe
Kolleginnen und Kollegen! Wenn wir über
Bildungschancen sprechen, dann schauen wir häufig auf unsere
Schulen. PISA lässt grüßen. Dabei wissen wir doch alle:
Viele Unterschiede entstehen schon deutlich früher.
Wenn ein Kind mit sprachlichen oder anderen
Entwicklungsrückständen in die Schule kommt, haben wir bereits
wertvolle Zeit verloren. Deshalb müssen wir einfach
früher hinschauen und vor allem auch früher handeln. Genau
hier setzt nun das Startchancen- und
Qualitätsentwicklungsgesetz an.
Wir haben in den vergangenen Jahren viel Geld in den
Ausbau von Krippen und Kindergärten und in die
Qualität der Kindertagesbetreuung investiert und dabei auch
ohne Zweifel Fortschritte erzielt; aber noch immer macht
es einen Unterschied, wo ein Kind in Deutschland
aufwächst. Was erhoben wird, wann das geschieht und
welche Förderung folgt, ist von Bundesland zu Bundesland
immer noch sehr unterschiedlich. Das wollen wir mit
diesem Gesetz ändern – nicht indem der Bund künftig
jede Kita nach demselben Schema F organisiert, sondern
indem wir uns auf das verständigen, was für jedes Kind
eigentlich selbstverständlich sein sollte. Deshalb wird
spätestens im fünften Lebensjahr der Sprach- und
Entwicklungsstand festgestellt. Und wer einen individuellen
Förderbedarf feststellt, der muss auch entsprechende
Förderung ermöglichen. Denn ein Test allein – das wissen
wir alle – hilft keinem einzigen Kind. Das ist evident.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei
Abgeordneten der SPD)
Gleichzeitig konzentrieren wir die Unterstützung dort,
wo sie besonders gebraucht wird. Kitas mit vielen
Kindern in herausfordernden Lebenslagen erhalten
zusätzliche personelle Ressourcen. Denn gleiche Chancen zu
gewährleisten, bedeutet nicht, überall das Gleiche zu
tun. Es bedeutet, dort stärker zu unterstützen, wo die
Herausforderungen am größten sind.
Eins muss klar sein: Eine Förderung darf nicht mit dem
letzten Kitatag enden. Kita und Grundschule müssen
noch stärker zusammen gedacht werden, damit die
Förderung weitergeht und nicht alles wieder bei null beginnt.
Und der Bund stellt für die Zeit von 2027 bis 2034 über
9 Milliarden Euro zur Verfügung.
(Dr. Anja Weisgerber [CDU/CSU]: Ein
Riesenbetrag!)
Ja, es kann immer mehr sein – das wissen wir; ich habe es
beim letzten Mal schon ausgeführt –; aber mehr geht halt
nicht, und 9 Milliarden Euro sind eine wahnsinnig tolle
Summe.
(Beifall der Abg. Dr. Anja Weisgerber [CDU/
CSU])
Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir können nicht
versprechen, dass jedes Kind mit den gleichen
Voraussetzungen ins Leben startet; aber wir können dafür
sorgen, dass wir Unterschiede früh erkennen und den
Kindern die Unterstützung zuteilwerden lassen, die sie
einfach brauchen. Genau darum geht es: nicht erst zu
reparieren, wenn Bildungswege irgendwie ins Stocken
geraten sind, sondern früh die Voraussetzungen dafür zu
schaffen, dass Bildungswege auch gelingen können. Das
ist unser aller Aufgabe, und der stellen wir uns. Jetzt geht
es in die Beratungen.
Vielen Dank.
Relationen
- part_of → Protokoll der 100. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages
- part_of_vorgang → Maßnahmen für eine wirkliche Migrationswende
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