Rede von Jasmina Hostert (SPD) – Dr. Gottfried Curio, Dr. Bernd Baumann,
Teil von Protokoll der 100. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP 36: Dr. Gottfried Curio, Dr. Bernd Baumann,.
Text
Rede von Jasmina Hostert (SPD) – Dr. Gottfried Curio, Dr. Bernd Baumann,
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und
Kollegen! Meine Damen und Herren! 2019 trat das Gute-
KiTa-Gesetz in Kraft, 2023 das KiTa-Qualitätsgesetz.
Jetzt beraten wir gerade für das Jahr 2027 das
Startchancen- und Qualitätsentwicklungsgesetz.
(Birgit Bessin [AfD]: Und irgendwie wird’s
nicht besser!)
Ja, der Titel ist etwas sperrig, aber was ich damit sagen
will: Der Bund investiert seit Jahren in die frühkindliche
Bildung, weil uns Kinder wichtig sind, weil uns die
Chancengerechtigkeit bei Kindern wichtig ist. Wer in
Kinder investiert, investiert in die Zukunft unseres
Landes. Das ist heute ein guter Tag.
Kinder benötigen heute gezielte Unterstützung bei den
Basiskompetenzen, bei der Sprache, bei der Motorik, bei
der sozialen und emotionalen Entwicklung. Und genau
hier setzen wir mit dem Gesetz an. Mit dem
Startchancenansatz unterstützen wir – wie bereits an den
Grundschulen mit dem gleichen Programm – dort, wo der Bedarf am
größten ist, also gezielt wirksam und eben nicht nach dem
Gießkannenprinzip. Kitas in herausfordernden Lagen
erhalten zusätzliche Unterstützung für sprachliche Bildung,
Kitasozialarbeit und gezielte Förderung; denn, liebe
Kolleginnen und Kollegen, kein Kind in unserem Land darf
zurückgelassen werden.
Vor allem Sprache ist der Schlüssel zu Bildung und zu
sozialer Integration. Ich selber habe in den 90er-Jahren
als Flüchtlingskind mit zehn Jahren begonnen, die
deutsche Sprache zu lernen. Und wo habe ich Sie am besten
gelernt? Nicht in der Schule im Unterricht, sondern
gemeinsam mit den Kindern auf dem Schulhof, spielerisch.
Das hat wunderbar geklappt. Kinder lernen eine Sprache
in rasantem Tempo. Deshalb sind der Besuch einer Kita,
das Zusammensein mit anderen Kindern und die
Unterstützung durch Erzieherinnen so bedeutend. Wenn bei
festgestelltem Bedarf eine zusätzliche Förderung erfolgt,
dann ist das genau der richtige Ansatz, der zum Erfolg
führen wird.
Das Gesetz darf aber – da müssen wir jetzt drauf
achten – nicht zu kleinteilig und bürokratisch werden; denn
das brauchen unsere Fachkräfte nicht. Erhebungen dürfen
auf keinen Fall verschult werden. Wir sprechen hier von
kleinen Kindern im Alter von vier bis fünf Jahren.
Kinder dürfen auch nicht gebrandmarkt werden. Ich
möchte nicht, dass sich Kinder schlecht fühlen, weil sie
etwas nicht können. Deswegen müssen wir hier sehr
sensibel sein. Der Fokus muss auf der Förderung und darf
nicht auf der Erhebung liegen.
Wir müssen unseren Erzieherinnen vertrauen; denn sie
kennen ihre Kinder. Sie sind ja jeden Tag mit ihnen
zusammen und wissen, wo die Bedarfe sind.
Der Gesetzentwurf ist eine wichtige Grundlage; das
Gesetz wird auf jeden Fall zu mehr Chancengerechtigkeit
führen. Das ist unser Ziel. Ich freue mich, dass wir heute
die erste Lesung haben, und ich freue mich auf die
Beratungen, damit wir diesen Entwurf zu einem noch besseren
Gesetz machen.
Vielen Dank.
Relationen
- part_of → Protokoll der 100. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages
- part_of_vorgang → Maßnahmen für eine wirkliche Migrationswende
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