Rede von Diana Golze (DIE LINKE) – Blumenthal, Thomas Bareiß, Thomas Dörflinger,
Teil von Protokoll der 133. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 6: Blumenthal, Thomas Bareiß, Thomas Dörflinger,.
Text
Rede von Diana Golze (DIE LINKE) – Blumenthal, Thomas Bareiß, Thomas Dörflinger,
Ich bin sehr gerne bereit, das zur Kenntnis zu
nehmen, wenn es der Wirklichkeit entspricht. Ich hätte mich
natürlich noch mehr gefreut, wenn er gesagt hätte, die
SPD unterstützt den Vorschlag der Kinderkommission,
die Kinderrechte ins Grundgesetz aufzunehmen.
(Beifall bei der LINKEN sowie bei
Abgeordneten der FDP und des BÜNDNISSES 90/DIE
GRÜNEN)
Kurz zum Antrag der FDP. Hier kommt mir zu stark
der Zusammenhang zwischen armen Kindern,
Risikofamilien und Kindesvernachlässigung zum Ausdruck. Ich
habe damit ein Problem, weil ich glaube, dass wir auf
diese Weise den Blick zu sehr auf eine bestimmte
Gruppe beschränken. Kindesvernachlässigung gibt es
aber quer durch alle Bevölkerungsgruppen.
Den Antrag der Grünen unterstützen wir, weil in ihm
viele Forderungen enthalten sind, die wir teilen. Er
enthält viele Appelle, aber ich finde es schade, dass er
konkrete Fragen zum Beispiel der Finanzierung außen vor
lässt.Bei den letzten Haushaltsberatungen haben wir einen
Sonderfonds Jugend vorgeschlagen, um die
Einsparungen bei der Kinder- und Jugendhilfe, die in den letzten
Jahren vorgenommen wurden, auszugleichen. Wir
müssen dafür sorgen, dass Mitarbeiter von Jugendämtern in
der Lage sind, in die Familien zu gehen und für sie auf
verlässliche Weise da zu sein. Der sich daraus ergebende
finanzielle Bedarf kann von den Ländern und
Kommunen alleine nicht getragen werden.
(Beifall bei der LINKEN – Frank Spieth [DIE
LINKE]: Das kann man jetzt korrigieren!)
Ich freue mich, dass die Kanzlerin den Kinderschutz
zur Chefsache erklärt hat. Im Namen meiner Fraktion
fordere ich Sie, Frau Bundeskanzlerin, auf, im Rahmen
der Ministerpräsidentenkonferenz am 19. Dezember
darauf hinzuwirken, dass diese Verantwortung von allen
politischen Ebenen wahrgenommen wird: von Bund,
Ländern und Kommunen. Ich fordere Sie auf, Ihre
Fraktion davon zu überzeugen, nicht der Blockierer der
Kinderrechte im Grundgesetz zu sein. Wer Kinderschutz
wirklich will, darf sich Kinderrechten nicht verweigern.
Vielen Dank.
(Beifall bei der LINKEN sowie der Abg. Marlene
Rupprecht [Tuchenbach] [SPD])