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Protokoll der 104. Sitzung des 19. Deutschen Bundestages

dip / plenarprotokoll 06.06.2019 · WP 19 · 19/104 · Original ↗
199 Reden und Erklärungen – die Suche findet sie einzeln
  1. Rede von Gitta Connemann (CDU/CSU) – 30 Jahre Friedliche Revolution
  2. Rede von Tino Chrupalla (AfD) – 30 Jahre Friedliche Revolution
  3. Rede von Katrin Budde (SPD) – 30 Jahre Friedliche Revolution
  4. Rede von Linda Teuteberg (FDP) – 30 Jahre Friedliche Revolution
  5. Rede von Matthias Höhn (DIE LINKE) – 30 Jahre Friedliche Revolution
  6. Rede von Katrin Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – 30 Jahre Friedliche Revolution
  7. Rede von Elisabeth Motschmann (CDU/CSU) – 30 Jahre Friedliche Revolution
  8. Rede von Dr. Marc Jongen (AfD) – 30 Jahre Friedliche Revolution
  9. Rede von Dr. Dietmar Woidke, Ministerpräsident (Brandenburg) – 30 Jahre Friedliche Revolution
  10. Rede von Thomas Hacker (FDP) – 30 Jahre Friedliche Revolution
  11. Rede von Christian Hirte (Parl. Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie) – 30 Jahre Friedliche Revolution
  12. Rede von Dr. Volker Ullrich (CDU/CSU) – 30 Jahre Friedliche Revolution
  13. Rede von Christian Dürr (FDP) – Schuldenbremse stärken und keine Lobby-Politik zulasten kommender Generationen
  14. Rede von Eckhardt Rehberg (CDU/CSU) – Schuldenbremse stärken und keine Lobby-Politik zulasten kommender Generationen
  15. Rede von Christian Dürr (FDP) – Schuldenbremse stärken und keine Lobby-Politik zulasten kommender Generationen
  16. Rede von Eckhardt Rehberg (CDU/CSU) – Schuldenbremse stärken und keine Lobby-Politik zulasten kommender Generationen
  17. Rede von Peter Boehringer (AfD) – Schuldenbremse stärken und keine Lobby-Politik zulasten kommender Generationen
  18. Rede von Andreas Schwarz (SPD) – Schuldenbremse stärken und keine Lobby-Politik zulasten kommender Generationen
  19. Rede von Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE) – Schuldenbremse stärken und keine Lobby-Politik zulasten kommender Generationen
  20. Rede von Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Schuldenbremse stärken und keine Lobby-Politik zulasten kommender Generationen
  21. Rede von Alois Rainer (CDU/CSU) – Schuldenbremse stärken und keine Lobby-Politik zulasten kommender Generationen
  22. Rede von Albrecht Glaser (AfD) – Schuldenbremse stärken und keine Lobby-Politik zulasten kommender Generationen
  23. Rede von Sonja Amalie Steffen (SPD) – Schuldenbremse stärken und keine Lobby-Politik zulasten kommender Generationen
  24. Rede von Sonja Amalie Steffen (SPD) – Schuldenbremse stärken und keine Lobby-Politik zulasten kommender Generationen
  25. Rede von Otto Fricke (FDP) – Schuldenbremse stärken und keine Lobby-Politik zulasten kommender Generationen
  26. Rede von Rüdiger Kruse (CDU/CSU) – Schuldenbremse stärken und keine Lobby-Politik zulasten kommender Generationen
  27. Rede von Heiko Maas (Bundesminister des Auswärtigen) – Antrags der Bundesregierung
  28. Rede von Zaklin Nastic (DIE LINKE) – Antrags der Bundesregierung
  29. Rede von Heiko Maas (Bundesminister des Auswärtigen) – Antrags der Bundesregierung
  30. Rede von Jens Kestner (AfD) – Antrags der Bundesregierung
  31. Rede von Alexander Graf Lambsdorff (FDP) – Antrags der Bundesregierung
  32. Rede von Jens Kestner (AfD) – Antrags der Bundesregierung
  33. Rede von Thomas Silberhorn (Parl. Staatssekretär bei der Bundesministerin der Verteidigung) – Antrags der Bundesregierung
  34. Rede von Thomas Silberhorn (Parl. Staatssekretär bei der Bundesministerin der Verteidigung) – Antrags der Bundesregierung
  35. Rede von Petr Bystron (AfD) – Antrags der Bundesregierung
  36. Rede von Thomas Silberhorn (Parl. Staatssekretär bei der Bundesministerin der Verteidigung) – Antrags der Bundesregierung
  37. Rede von Bijan Djir-Sarai (FDP) – Antrags der Bundesregierung
  38. Rede von Sevim Dağdelen (DIE LINKE) – Antrags der Bundesregierung
  39. Rede von Katja Keul (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Antrags der Bundesregierung
  40. Rede von Gisela Manderla (CDU/CSU) – Antrags der Bundesregierung
  41. Rede von Nikolas Löbel (CDU/CSU) – Antrags der Bundesregierung
  42. Rede von Josip Juratovic (SPD) – Und Schlussabstimmung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Protokoll vom 6. Februar 2019 zum …
  43. Rede von Petr Bystron (AfD) – Und Schlussabstimmung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Protokoll vom 6. Februar 2019 zum …
  44. Rede von Jürgen Hardt (CDU/CSU) – Und Schlussabstimmung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Protokoll vom 6. Februar 2019 zum …
  45. Rede von Renata Alt (FDP) – Und Schlussabstimmung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Protokoll vom 6. Februar 2019 zum …
  46. Rede von Dr. Alexander S. Neu (DIE LINKE) – Und Schlussabstimmung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Protokoll vom 6. Februar 2019 zum …
  47. Rede von Grigorios Aggelidis (FDP) – Und Schlussabstimmung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Protokoll vom 6. Februar 2019 zum …
  48. Rede von Dr. Alexander S. Neu (DIE LINKE) – Und Schlussabstimmung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Protokoll vom 6. Februar 2019 zum …
  49. Rede von Dr. Alexander S. Neu (DIE LINKE) – Und Schlussabstimmung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Protokoll vom 6. Februar 2019 zum …
  50. Rede von Jürgen Trittin (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Und Schlussabstimmung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Protokoll vom 6. Februar 2019 zum …
  51. Rede von Jürgen Trittin (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Und Schlussabstimmung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Protokoll vom 6. Februar 2019 zum …
  52. Rede von Dr. Karl-Heinz Brunner (SPD) – Und Schlussabstimmung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Protokoll vom 6. Februar 2019 zum …
  53. Rede von Peter Beyer (CDU/CSU) – Und Schlussabstimmung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Protokoll vom 6. Februar 2019 zum …
  54. Rede von Katja Dörner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Ergänzung des Artikels 6 zur Stärkung der Kinderrechte)
  55. Rede von Thorsten Frei (CDU/CSU) – Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Ergänzung des Artikels 6 zur Stärkung der Kinderrechte)
  56. Rede von Mariana Iris Harder-Kühnel (AfD) – Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Ergänzung des Artikels 6 zur Stärkung der Kinderrechte)
  57. Rede von Esther Dilcher (SPD) – Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Ergänzung des Artikels 6 zur Stärkung der Kinderrechte)
  58. Rede von Dr. Marco Buschmann (FDP) – Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Ergänzung des Artikels 6 zur Stärkung der Kinderrechte)
  59. Rede von Dr. Volker Ullrich (CDU/CSU) – Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Ergänzung des Artikels 6 zur Stärkung der Kinderrechte)
  60. Rede von Stephan Brandner (AfD) – Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Ergänzung des Artikels 6 zur Stärkung der Kinderrechte)
  61. Rede von Susann Rüthrich (SPD) – Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Ergänzung des Artikels 6 zur Stärkung der Kinderrechte)
  62. Rede von Matthias Seestern-Pauly (FDP) – Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Ergänzung des Artikels 6 zur Stärkung der Kinderrechte)
  63. Rede von Ingmar Jung (CDU/CSU) – Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Ergänzung des Artikels 6 zur Stärkung der Kinderrechte)
  64. Rede von Dr. Alexander Gauland (AfD) – Aktuelle Stunde: Souveränität in der Energieversorgung sichern – Sanktionspolitik bei Nord Stream 2 entgegentreten
  65. Rede von Dr. Joachim Pfeiffer (CDU/CSU) – Aktuelle Stunde: Souveränität in der Energieversorgung sichern – Sanktionspolitik bei Nord Stream 2 entgegentreten
  66. Rede von Dr. Martin Neumann (FDP) – Aktuelle Stunde: Souveränität in der Energieversorgung sichern – Sanktionspolitik bei Nord Stream 2 entgegentreten
  67. Rede von Timon Gremmels (SPD) – Aktuelle Stunde: Souveränität in der Energieversorgung sichern – Sanktionspolitik bei Nord Stream 2 entgegentreten
  68. Rede von Alexander Ulrich (DIE LINKE) – Aktuelle Stunde: Souveränität in der Energieversorgung sichern – Sanktionspolitik bei Nord Stream 2 entgegentreten
  69. Rede von Jürgen Trittin (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Aktuelle Stunde: Souveränität in der Energieversorgung sichern – Sanktionspolitik bei Nord Stream 2 entgegentreten
  70. Rede von Mark Helfrich (CDU/CSU) – Aktuelle Stunde: Souveränität in der Energieversorgung sichern – Sanktionspolitik bei Nord Stream 2 entgegentreten
  71. Rede von Steffen Kotré (AfD) – Aktuelle Stunde: Souveränität in der Energieversorgung sichern – Sanktionspolitik bei Nord Stream 2 entgegentreten
  72. Rede von Johann Saathoff (SPD) – Aktuelle Stunde: Souveränität in der Energieversorgung sichern – Sanktionspolitik bei Nord Stream 2 entgegentreten
  73. Rede von Karl Holmeier (CDU/CSU) – Aktuelle Stunde: Souveränität in der Energieversorgung sichern – Sanktionspolitik bei Nord Stream 2 entgegentreten
  74. Rede von Dr. Daniela De Ridder (SPD) – Aktuelle Stunde: Souveränität in der Energieversorgung sichern – Sanktionspolitik bei Nord Stream 2 entgegentreten
  75. Rede von Jürgen Hardt (CDU/CSU) – Aktuelle Stunde: Souveränität in der Energieversorgung sichern – Sanktionspolitik bei Nord Stream 2 entgegentreten
  76. Rede von Ingrid Arndt-Brauer (SPD) – Gesetzes gegen illegale Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch
  77. Rede von Kay Gottschalk (AfD) – Gesetzes gegen illegale Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch
  78. Rede von Kay Gottschalk (AfD) – Gesetzes gegen illegale Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch
  79. Rede von Johannes Steiniger (CDU/CSU) – Gesetzes gegen illegale Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch
  80. Rede von Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Gesetzes gegen illegale Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch
  81. Rede von Johannes Steiniger (CDU/CSU) – Gesetzes gegen illegale Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch
  82. Rede von Markus Herbrand (FDP) – Gesetzes gegen illegale Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch
  83. Rede von Jörg Cezanne (DIE LINKE) – Gesetzes gegen illegale Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch
  84. Rede von Beate Müller-Gemmeke (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Gesetzes gegen illegale Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch
  85. Rede von Michael Schrodi (SPD) – Gesetzes gegen illegale Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch
  86. Rede von Dr. Thomas de Maizière (CDU/CSU) – Gesetzes gegen illegale Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch
  87. Rede von Alexander Radwan (CDU/CSU) – Gesetzes gegen illegale Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch
  88. Rede von Alexander Radwan (CDU/CSU) – Gesetzes gegen illegale Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch
  89. Rede von Alexander Radwan (CDU/CSU) – Gesetzes gegen illegale Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch
  90. Rede von Beatrix von Storch (AfD) – Verbot der Hisbollah
  91. Rede von Marian Wendt (CDU/CSU) – Verbot der Hisbollah
  92. Rede von Marian Wendt (CDU/CSU) – Verbot der Hisbollah
  93. Rede von Stefan Liebich (DIE LINKE) – Verbot der Hisbollah
  94. Rede von Marian Wendt (CDU/CSU) – Verbot der Hisbollah
  95. Rede von Benjamin Strasser (FDP) – Verbot der Hisbollah
  96. Rede von Uli Grötsch (SPD) – Verbot der Hisbollah
  97. Rede von Kathrin Vogler (DIE LINKE) – Verbot der Hisbollah
  98. Rede von Kathrin Vogler (DIE LINKE) – Verbot der Hisbollah
  99. Rede von Omid Nouripour (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Verbot der Hisbollah
  100. Rede von Christoph de Vries (CDU/CSU) – Verbot der Hisbollah
  101. Rede von Roderich Kiesewetter (CDU/CSU) – Verbot der Hisbollah
  102. Rede von Henning Otte (CDU/CSU) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur nachhaltigen Stärkung der personellen …
  103. Rede von Rüdiger Lucassen (AfD) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur nachhaltigen Stärkung der personellen …
  104. Rede von Thomas Hitschler (SPD) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur nachhaltigen Stärkung der personellen …
  105. Rede von Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur nachhaltigen Stärkung der personellen …
  106. Rede von Matthias Höhn (DIE LINKE) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur nachhaltigen Stärkung der personellen …
  107. Rede von Dr. Tobias Lindner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur nachhaltigen Stärkung der personellen …
  108. Rede von Kerstin Vieregge (CDU/CSU) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur nachhaltigen Stärkung der personellen …
  109. Rede von Gabi Weber (SPD) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur nachhaltigen Stärkung der personellen …
  110. Rede von Gabi Weber (SPD) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur nachhaltigen Stärkung der personellen …
  111. Rede von Jan Ralf Nolte (AfD) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur nachhaltigen Stärkung der personellen …
  112. Rede von Gabi Weber (SPD) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur nachhaltigen Stärkung der personellen …
  113. Rede von Dr. Reinhard Brandl (CDU/CSU) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur nachhaltigen Stärkung der personellen …
  114. Rede von Dr. Reinhard Brandl (CDU/CSU) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur nachhaltigen Stärkung der personellen …
  115. Rede von Dr. Günter Krings (Parl. Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat) – Unterrichtung durch die Bundesregierung
  116. Rede von Martin Hess (AfD) – Unterrichtung durch die Bundesregierung
  117. Rede von Susanne Mittag (SPD) – Unterrichtung durch die Bundesregierung
  118. Rede von Susanne Mittag (SPD) – Unterrichtung durch die Bundesregierung
  119. Rede von Konstantin Kuhle (FDP) – Unterrichtung durch die Bundesregierung
  120. Rede von Ulla Jelpke (DIE LINKE) – Unterrichtung durch die Bundesregierung
  121. Rede von Ulla Jelpke (DIE LINKE) – Unterrichtung durch die Bundesregierung
  122. Rede von Ottmar von Holtz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Unterrichtung durch die Bundesregierung
  123. Rede von Thorsten Frei (CDU/CSU) – Unterrichtung durch die Bundesregierung
  124. Rede von Josef Oster (CDU/CSU) – Unterrichtung durch die Bundesregierung
  125. Rede von Matthias W. Birkwald (DIE LINKE) – Rentenbesteuerung vereinfachen und Doppelbesteuerung vermeiden
  126. Rede von Olav Gutting (CDU/CSU) – Rentenbesteuerung vereinfachen und Doppelbesteuerung vermeiden
  127. Rede von Olav Gutting (CDU/CSU) – Rentenbesteuerung vereinfachen und Doppelbesteuerung vermeiden
  128. Rede von Ulrike Schielke-Ziesing (AfD) – Rentenbesteuerung vereinfachen und Doppelbesteuerung vermeiden
  129. Rede von Cansel Kiziltepe (SPD) – Rentenbesteuerung vereinfachen und Doppelbesteuerung vermeiden
  130. Rede von Markus Herbrand (FDP) – Rentenbesteuerung vereinfachen und Doppelbesteuerung vermeiden
  131. Rede von Markus Kurth (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Rentenbesteuerung vereinfachen und Doppelbesteuerung vermeiden
  132. Rede von Sebastian Brehm (CDU/CSU) – Rentenbesteuerung vereinfachen und Doppelbesteuerung vermeiden
  133. Rede von Michael Gerdes (SPD) – Gesetzes zur Anpassung der Berufsausbildungsbeihilfe und des Ausbildungsgeldes
  134. Rede von Martin Sichert (AfD) – Gesetzes zur Anpassung der Berufsausbildungsbeihilfe und des Ausbildungsgeldes
  135. Rede von Wilfried Oellers (CDU/CSU) – Gesetzes zur Anpassung der Berufsausbildungsbeihilfe und des Ausbildungsgeldes
  136. Rede von Jens Beeck (FDP) – Gesetzes zur Anpassung der Berufsausbildungsbeihilfe und des Ausbildungsgeldes
  137. Rede von Jens Beeck (FDP) – Gesetzes zur Anpassung der Berufsausbildungsbeihilfe und des Ausbildungsgeldes
  138. Rede von Corinna Rüffer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Gesetzes zur Anpassung der Berufsausbildungsbeihilfe und des Ausbildungsgeldes
  139. Rede von Corinna Rüffer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Gesetzes zur Anpassung der Berufsausbildungsbeihilfe und des Ausbildungsgeldes
  140. Rede von Uwe Schummer (CDU/CSU) – Gesetzes zur Anpassung der Berufsausbildungsbeihilfe und des Ausbildungsgeldes
  141. Rede von Angelika Glöckner (SPD) – Gesetzes zur Anpassung der Berufsausbildungsbeihilfe und des Ausbildungsgeldes
  142. Rede von Peter Aumer (CDU/CSU) – Gesetzes zur Anpassung der Berufsausbildungsbeihilfe und des Ausbildungsgeldes
  143. Rede von Dr. Roland Hartwig (AfD) – Gesetzes zur Anpassung der Berufsausbildungsbeihilfe und des Ausbildungsgeldes
  144. Rede von Dr. Bruno Hollnagel (AfD) – Liebe Kolleginnen und Kollegen, Entspannung!
  145. Rede von Dr. Bruno Hollnagel (AfD) – Liebe Kolleginnen und Kollegen, Entspannung!
  146. Rede von Jens Koeppen (CDU/CSU) – Liebe Kolleginnen und Kollegen, Entspannung!
  147. Rede von Sandra Weeser (FDP) – Liebe Kolleginnen und Kollegen, Entspannung!
  148. Rede von Johann Saathoff (SPD) – Liebe Kolleginnen und Kollegen, Entspannung!
  149. Rede von Johann Saathoff (SPD) – Liebe Kolleginnen und Kollegen, Entspannung!
  150. Rede von Lorenz Gösta Beutin (DIE LINKE) – Liebe Kolleginnen und Kollegen, Entspannung!
  151. Rede von Lorenz Gösta Beutin (DIE LINKE) – Liebe Kolleginnen und Kollegen, Entspannung!
  152. Rede von Karsten Hilse (AfD) – Liebe Kolleginnen und Kollegen, Entspannung!
  153. Rede von Lorenz Gösta Beutin (DIE LINKE) – Liebe Kolleginnen und Kollegen, Entspannung!
  154. Rede von Dr. Julia Verlinden (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Liebe Kolleginnen und Kollegen, Entspannung!
  155. Rede von Dr. Andreas Lenz (CDU/CSU) – Liebe Kolleginnen und Kollegen, Entspannung!
  156. Rede von Timon Gremmels (SPD) – Liebe Kolleginnen und Kollegen, Entspannung!
  157. Rede von Timon Gremmels (SPD) – Liebe Kolleginnen und Kollegen, Entspannung!
  158. Rede von Matern von Marschall (CDU/CSU) – Liebe Kolleginnen und Kollegen, Entspannung!
  159. Rede von Emmi Zeulner (CDU/CSU) – 24. Erste Beratung des von den Fraktionen der CDU/CSU und SPD eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Reform der Hebammenausbildung und …
  160. Rede von Emmi Zeulner (CDU/CSU) – 24. Erste Beratung des von den Fraktionen der CDU/CSU und SPD eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Reform der Hebammenausbildung und …
  161. Rede von Detlev Spangenberg (AfD) – 24. Erste Beratung des von den Fraktionen der CDU/CSU und SPD eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Reform der Hebammenausbildung und …
  162. Rede von Detlev Spangenberg (AfD) – 24. Erste Beratung des von den Fraktionen der CDU/CSU und SPD eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Reform der Hebammenausbildung und …
  163. Rede von Christine Aschenberg-Dugnus (FDP) – 24. Erste Beratung des von den Fraktionen der CDU/CSU und SPD eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Reform der Hebammenausbildung und …
  164. Rede von Dr. Kirsten Kappert-Gonther (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – 24. Erste Beratung des von den Fraktionen der CDU/CSU und SPD eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Reform der Hebammenausbildung und …
  165. Rede von Dr. Nina Scheer (SPD) – Klimaziele verantwortungsbewusst erreichen
  166. Rede von Dr. Nina Scheer (SPD) – Klimaziele verantwortungsbewusst erreichen
  167. Rede von Andreas Bleck (AfD) – Klimaziele verantwortungsbewusst erreichen
  168. Rede von Dr. Klaus-Peter Schulze (CDU/CSU) – Klimaziele verantwortungsbewusst erreichen
  169. Rede von Dr. Lukas Köhler (FDP) – Klimaziele verantwortungsbewusst erreichen
  170. Rede von Lorenz Gösta Beutin (DIE LINKE) – Klimaziele verantwortungsbewusst erreichen
  171. Rede von Dr. Julia Verlinden (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Klimaziele verantwortungsbewusst erreichen
  172. Rede von Dr. Julia Verlinden (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Klimaziele verantwortungsbewusst erreichen
  173. Rede von Klaus Mindrup (SPD) – Klimaziele verantwortungsbewusst erreichen
  174. Rede von Jens Spahn (Bundesminister für Gesundheit) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes für mehr Sicherheit in der …
  175. Rede von Detlev Spangenberg (AfD) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes für mehr Sicherheit in der …
  176. Rede von Christine Aschenberg-Dugnus (FDP) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes für mehr Sicherheit in der …
  177. Rede von Sylvia Gabelmann (DIE LINKE) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes für mehr Sicherheit in der …
  178. Rede von Kordula Schulz-Asche (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes für mehr Sicherheit in der …
  179. Rede von Birke Bull-Bischoff (DIE LINKE) – Schulsozialarbeit für alle Schülerinnen und Schüler sichern
  180. Rede von Maik Beermann (CDU/CSU) – Schulsozialarbeit für alle Schülerinnen und Schüler sichern
  181. Rede von Thomas Ehrhorn (AfD) – Schulsozialarbeit für alle Schülerinnen und Schüler sichern
  182. Rede von Matthias Seestern-Pauly (FDP) – Schulsozialarbeit für alle Schülerinnen und Schüler sichern
  183. Rede von Margit Stumpp (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Schulsozialarbeit für alle Schülerinnen und Schüler sichern
  184. Rede von Margit Stumpp (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Schulsozialarbeit für alle Schülerinnen und Schüler sichern
  185. Rede von Petra Nicolaisen (CDU/CSU) – Gesetzes zur Durchführung des Zensus im Jahr 2021 (Zensusgesetz 2021 – ZensG 2021)
  186. Rede von Dr. Christian Wirth (AfD) – Gesetzes zur Durchführung des Zensus im Jahr 2021 (Zensusgesetz 2021 – ZensG 2021)
  187. Rede von Dr. Christian Wirth (AfD) – Gesetzes zur Durchführung des Zensus im Jahr 2021 (Zensusgesetz 2021 – ZensG 2021)
  188. Rede von Manuel Höferlin (FDP) – Gesetzes zur Durchführung des Zensus im Jahr 2021 (Zensusgesetz 2021 – ZensG 2021)
  189. Rede von Christoph Bernstiel (CDU/CSU) – Gesetzes zum Ersten IT-Änderungsstaatsvertrag
  190. Rede von Uwe Schulz (AfD) – Gesetzes zum Ersten IT-Änderungsstaatsvertrag
  191. Rede von Margarete Bause (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – 30 Jahre Niederschlagung der friedlichen Proteste am Platz des Himmlischen Friedens – Für eine umfassende Aufarbeitung und die Achtung der …
  192. Rede von Sebastian Brehm (CDU/CSU) – 30 Jahre Niederschlagung der friedlichen Proteste am Platz des Himmlischen Friedens – Für eine umfassende Aufarbeitung und die Achtung der …
  193. Rede von Jürgen Braun (AfD) – 30 Jahre Niederschlagung der friedlichen Proteste am Platz des Himmlischen Friedens – Für eine umfassende Aufarbeitung und die Achtung der …
  194. Rede von Gyde Jensen (FDP) – 30 Jahre Niederschlagung der friedlichen Proteste am Platz des Himmlischen Friedens – Für eine umfassende Aufarbeitung und die Achtung der …
  195. Rede von Martin Patzelt (CDU/CSU) – 30 Jahre Niederschlagung der friedlichen Proteste am Platz des Himmlischen Friedens – Für eine umfassende Aufarbeitung und die Achtung der …
  196. Rede von Martin Patzelt (CDU/CSU) – 30 Jahre Niederschlagung der friedlichen Proteste am Platz des Himmlischen Friedens – Für eine umfassende Aufarbeitung und die Achtung der …
  197. Rede von Rita Hagl-Kehl (Parl. Staatssekretärin bei der Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz) – Gesetzes zur Änderung von Vorschriften über die außergerichtliche Streitbeilegung in Verbrauchersachen und zur Änderung weiterer Gesetze
  198. Rede von Dr. Lothar Maier (AfD) – Gesetzes zur Änderung von Vorschriften über die außergerichtliche Streitbeilegung in Verbrauchersachen und zur Änderung weiterer Gesetze
  199. Rede von Sebastian Steineke (CDU/CSU) – Gesetzes zur Änderung von Vorschriften über die außergerichtliche Streitbeilegung in Verbrauchersachen und zur Änderung weiterer Gesetze

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Protokoll der 104. Sitzung des 19. Deutschen Bundestages Plenarprotokoll 19/104 Deutscher Bundestag Stenografischer Bericht 104. Sitzung Berlin, Donnerstag, den 6. Juni 2019 Inhalt: Glückwünsche zum Geburtstag der Abgeordneten Rudolf Henke, Dr. h. c. Thomas Sattelberger und Paul Viktor Podolay Erweiterung und Abwicklung der Tagesordnung Absetzung der Tagesordnungspunkte 4 a bis 4 c, 14, 15, 19, 27 und 29 Nachträgliche Ausschussüberweisung Feststellung der Tagesordnung Tagesordnungspunkt 22: Antrag den Fraktionen der CDU/CSU und SPD: 30 Jahre Friedliche Revolution Drucksache 19/10613 in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 2: Antrag der Abgeordneten Thomas Hacker, Katja Suding, Grigorios Aggelidis, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: 30 Jahre Friedliche Revolution – Errungenschaft von Freiheit und Rechtsstaatlichkeit verteidigen Drucksache 19/10614 Gitta Connemann (CDU/CSU) Tino Chrupalla (AfD) Katrin Budde (SPD) Linda Teuteberg (FDP) Matthias Höhn (DIE LINKE) Katrin Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Elisabeth Motschmann (CDU/CSU) Dr. Marc Jongen (AfD) Dr. Dietmar Woidke, Ministerpräsident  (Brandenburg) Thomas Hacker (FDP) Christian Hirte, Parl. Staatssekretär BMWi Dr. Volker Ullrich (CDU/CSU) Zusatztagesordnungspunkt 3: Antrag der Abgeordneten Christian Dürr, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Schuldenbremse stärken und keine Lobby-Politik zulasten kommender Generationen Drucksache 19/10616 Christian Dürr (FDP) Eckhardt Rehberg (CDU/CSU) Christian Dürr (FDP) Peter Boehringer (AfD) Andreas Schwarz (SPD) Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE) Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Alois Rainer (CDU/CSU) Albrecht Glaser (AfD) Sonja Amalie Steffen (SPD) Otto Fricke (FDP) Rüdiger Kruse (CDU/CSU) Zusatztagesordnungspunkt 4: Antrag der Bundesregierung: Fortsetzung der deutschen Beteiligung an der internationalen Sicherheitspräsenz in Kosovo (KFOR) Drucksache 19/10421 Heiko Maas, Bundesminister AA Zaklin Nastic (DIE LINKE) Jens Kestner (AfD) Alexander Graf Lambsdorff (FDP) Thomas Silberhorn, Parl. Staatssekretär BMVg Petr Bystron (AfD) Thomas Silberhorn, Parl. Staatssekretär BMVg Bijan Djir-Sarai (FDP) Sevim Dağdelen (DIE LINKE) Katja Keul (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Gisela Manderla (CDU/CSU) Nikolas Löbel (CDU/CSU) Tagesordnungspunkt 9: Zweite Beratung und Schlussabstimmung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu dem Protokoll vom 6. Februar 2019 zum Nordatlantikvertrag über den Beitritt der Republik Nordmazedonien Drucksachen 19/9744, 19/10418, 19/10661 Josip Juratovic (SPD) Petr Bystron (AfD) Jürgen Hardt (CDU/CSU) Renata Alt (FDP) Dr. Alexander S. Neu (DIE LINKE) Grigorios Aggelidis (FDP) Jürgen Trittin (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Christian Schmidt (Fürth) (CDU/CSU) Jürgen Trittin (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Dr. Karl-Heinz Brunner (SPD) Peter Beyer (CDU/CSU) Tagesordnungspunkt 6: a) Erste Beratung des von den Abgeordneten Katja Keul, Annalena Baerbock, Sven Lehmann, weiteren Abgeordneten und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Ergänzung des Artikels 6 zur Stärkung der Kinderrechte) Drucksache 19/10552 b) Erste Beratung des von den Abgeordneten Norbert Müller (Potsdam), Dr. Petra Sitte, Doris Achelwilm, weiteren Abgeordneten und der Fraktion DIE LINKE eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung des Grundgesetzes (Verankerung von Kinderrechten) Drucksache 19/10622 Katja Dörner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Thorsten Frei (CDU/CSU) Mariana Iris Harder-Kühnel (AfD) Esther Dilcher (SPD) Dr. Marco Buschmann (FDP) Norbert Müller (Potsdam) (DIE LINKE) Dr. Volker Ullrich (CDU/CSU) Stephan Brandner (AfD) Susann Rüthrich (SPD) Matthias Seestern-Pauly (FDP) Sabine Zimmermann (Zwickau)  (DIE LINKE) Ingmar Jung (CDU/CSU) Tagesordnungspunkt 31: a) Antrag der Abgeordneten Stefan Gelbhaar, Daniela Wagner, Matthias Gastel, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Verkehrswende in Städten, mehr Raum für das Rad – Einführung von Fahrradstraßen erleichtern und Fahrradzonen etablieren Drucksache 19/5893 b) Antrag der Abgeordneten Stefan Gelbhaar, Daniela Wagner, Matthias Gastel, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Das Straßenverkehrsrecht reformieren – Straßenverkehrsordnung fahrrad- und fußverkehrsfreundlich anpassen Drucksache 19/8980 c) Antrag der Abgeordneten Dr. Kirsten Tackmann, Heidrun Bluhm, Amira Mohamed Ali, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Gemeinsame Agrarpolitik ändern – Insektenfreundliche Landwirtschaft fördern Drucksache 19/9344 d) Antrag der Abgeordneten Heidrun Bluhm, Dr. Kirsten Tackmann, Dr. Gesine Lötzsch, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Soforthilfemaßnahmen für die deutsche Forstwirtschaft Drucksache 19/10287 e) Antrag der Abgeordneten Dr. h. c. Thomas Sattelberger, Nicola Beer, Katja Suding, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Ein Europa der Innovation Drucksache 19/10301 f) Antrag der Abgeordneten Martin Hess, Dr. Bernd Baumann, Dr. Gottfried Curio, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Ausstattung von Angehörigen der Bundessicherheitsbehörden mit Naloxon Drucksache 19/10627 in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 5: a) Antrag der Abgeordneten Hubertus Zdebel, Lorenz Gösta Beutin, Ralph Lenkert, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Fracking in Deutschland ohne Ausnahmen verbieten Drucksache 19/482 b) Antrag der Abgeordneten Jimmy Schulz, Stephan Thomae, Manuel Höferlin, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Urheberrecht nicht zur Einschränkung der Informationsfreiheit missbrauchen Drucksache 19/10076 c) Antrag der Abgeordneten Dr. Gesine Lötzsch, Caren Lay, Sabine Leidig, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Ausverkauf von Bahnliegenschaften beenden Drucksache 19/10349 d) Antrag der Abgeordneten Frank Sitta, Manuel Höferlin, Grigorios Aggelidis, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Lückenschluss-Auktion – Frequenzvergabe neu denken Drucksache 19/10618 f) Antrag der Abgeordneten Claudia Müller, Anja Hajduk, Kerstin Andreae, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Starkes Handwerk braucht gute Fachkräfte Drucksache 19/10628 g) Antrag der Abgeordneten Omid Nouripour, Kai Gehring, Margarete Bause, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Nicaragua – Menschen- und Bürgerrechtsverletzungen verurteilen, Friedensbemühungen unterstützen Drucksache 19/10634 h) Antrag der Abgeordneten Corinna Rüffer, Anja Hajduk, Markus Kurth, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Wege bahnen statt Hürden bauen – Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben verbessern Drucksache 19/10636 in Verbindung mit Tagesordnungspunkt 21: a) Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Errichtung des Implantateregisters Deutschland und zu weiteren Änderungen des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (Implantateregister-Errichtungsgesetz – EIRD) Drucksache 19/10523 b) Antrag der Abgeordneten Dr. Axel Gehrke, Paul Viktor Podolay, Dr. Robby Schlund, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Freiwillige Teilnahme der Patienten am Implantateregister Drucksache 19/10630 in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 5: e) Antrag der Abgeordneten Dr. Gero Clemens Hocker, Frank Sitta, Nicole Bauer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Freie Fahrt für Angler Drucksache 19/10617 Tagesordnungspunkt 32: a) Zweite und dritte Beratung des von den Fraktionen der CDU/CSU und SPD eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Erteilung der Zustimmung nach § 7 Absatz 2 in Verbindung mit Absatz 1 des Integrationsverantwortungsgesetzes zu dem Vorschlag einer Satzungsänderung der Europäischen Investitionsbank vom 19. März 2019 Drucksachen 19/10145, 19/10684 b) Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Vierten Gesetzes zur Änderung des Agrarstatistikgesetzes Drucksachen 19/9763, 19/10292 c) Zweite Beratung und Schlussabstimmung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu der Vereinbarung vom 10. Oktober 2018 zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Republik Polen über Umweltverträglichkeitsprüfungen und Strategische Umweltprüfungen im grenzüberschreitenden Rahmen (Vertragsgesetz zur Deutsch-Polnischen Vereinbarung über Umweltprüfungen) Drucksachen 19/9509, 19/10314 d) Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Umsetzung der Richtlinie (EU) 2016/2370 vom 14. Dezember 2016 zur Änderung der Richtlinie 2012/34/EU bezüglich der Öffnung des Marktes für inländische Schienenpersonenverkehrsdienste und der Verwaltung der Eisenbahninfrastruktur Drucksachen 19/9738, 19/10520, 19/10689 e) Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung – zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Götz Frömming, Nicole Höchst, Dr. Marc Jongen, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Neuer Hochschulpakt 2021 – zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Dr. h. c. Thomas Sattelberger, Katja Suding, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Hochschulpakt 4.0  – Qualitätsoffensive für die Lehre – zu dem Antrag der Abgeordneten Nicole Gohlke, Dr. Petra Sitte, Doris Achelwilm, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Finanzierung der Wissenschaft auf eine arbeitsfähige Basis stellen – zu dem Antrag der Abgeordneten Kai Gehring, Ekin Deligöz, Dr. Anna Christmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Neue Dynamik für die Hochschulfinanzierung Drucksachen 19/5043, 19/4545, 19/5056, 19/3143, 19/8249 f) Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung – zu dem Antrag der Abgeordneten Kai Gehring, Beate Walter-Rosenheimer, Dr. Anna Christmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: BAföG sichern und ausbauen – zu dem Antrag der Abgeordneten Nicole Gohlke, Dr. Petra Sitte, Doris Achelwilm, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Armutsfeste Ausbildungsförderung einführen Drucksachen 19/508, 19/1748, 19/3364 g)–o) Beratung der Beschlussempfehlungen des Petitionsausschusses: Sammelübersichten 288, 289, 290, 291, 292, 293, 294, 295 und 296 zu Petitionen Drucksachen 19/10225, 19/10226, 19/10227, 19/10228, 19/10229, 19/10230, 19/10231, 19/10232, 19/10233 Zusatztagesordnungspunkt 6: a) Antrag der Abgeordneten Stefan Schmidt, Anja Hajduk, Britta Haßelmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Für unsere Städte und Gemeinden – Grundsteuergesetz jetzt einbringen Drucksache 19/10635 b) Beratung der Beschlussempfehlung des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz zu dem Streitverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht 2 BvE 3/19 Drucksache 19/10663 Zusatztagesordnungspunkt 7: Wahlvorschlag der Fraktion der AfD: Wahl eines Stellvertreters des Präsidenten (3. Wahlgang) Drucksache 19/10562 Wahl Ergebnis Zusatztagesordnungspunkt 8: Aktuelle Stunde auf Verlangen der Fraktion der AfD: Souveränität in der Energieversorgung sichern – Sanktionspolitik bei Nord Stream 2 entgegentreten Dr. Alexander Gauland (AfD) Dr. Joachim Pfeiffer (CDU/CSU) Dr. Martin Neumann (FDP) Timon Gremmels (SPD) Alexander Ulrich (DIE LINKE) Jürgen Trittin (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Mark Helfrich (CDU/CSU) Steffen Kotré (AfD) Johann Saathoff (SPD) Karl Holmeier (CDU/CSU) Dr. Daniela De Ridder (SPD) Jürgen Hardt (CDU/CSU) Tagesordnungspunkt 7: – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes gegen illegale Beschäftigung und Sozialleistungsmissbrauch Drucksachen 19/8691, 19/9768, 19/10066 Nr. 1.7, 19/10683 – Bericht des Haushaltsausschusses gemäß § 96 der Geschäftsordnung Drucksache 19/10697 Ingrid Arndt-Brauer (SPD) Kay Gottschalk (AfD) Johannes Steiniger (CDU/CSU) Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn  (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Markus Herbrand (FDP) Jörg Cezanne (DIE LINKE) Beate Müller-Gemmeke (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Michael Schrodi (SPD) Dr. Thomas de Maizière (CDU/CSU) Alexander Radwan (CDU/CSU) Namentliche Abstimmung Ergebnis Tagesordnungspunkt 8: Antrag der Abgeordneten Beatrix von Storch, Marc Bernhard, Stephan Brandner, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Verbot der Hisbollah Drucksache 19/10624 Beatrix von Storch (AfD) Marian Wendt (CDU/CSU) Stefan Liebich (DIE LINKE) Marian Wendt (CDU/CSU) Benjamin Strasser (FDP) Uli Grötsch (SPD) Kathrin Vogler (DIE LINKE) Omid Nouripour (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Christoph de Vries (CDU/CSU) Roderich Kiesewetter (CDU/CSU) Tagesordnungspunkt 5: a)   – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur nachhaltigen Stärkung der personellen Einsatzbereitschaft der Bundeswehr (Bundeswehr-Einsatzbereitschaftsstärkungsgesetz – BwEinsatzBerStG) Drucksachen 19/9491, 19/10682 – Bericht des Haushaltsausschusses gemäß § 96 der Geschäftsordnung Drucksache 19/10696 b) Beschlussempfehlung und Bericht des Verteidigungsausschusses zu dem Antrag der Abgeordneten Rüdiger Lucassen, Jan Ralf Nolte, Jens Kestner, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: § 30c des Soldatengesetzes ersatzlos streichen – Wöchentliche Rahmendienstzeit in der Bundeswehr flexibilisieren Drucksachen 19/9962, 19/10682 Henning Otte (CDU/CSU) Rüdiger Lucassen (AfD) Thomas Hitschler (SPD) Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann  (FDP) Matthias Höhn (DIE LINKE) Dr. Tobias Lindner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Kerstin Vieregge (CDU/CSU) Gabi Weber (SPD) Jan Ralf Nolte (AfD) Gabi Weber (SPD) Dr. Reinhard Brandl (CDU/CSU) Tagesordnungspunkt 3: a) Unterrichtung durch die Bundesregierung: Bericht über das deutsche Engagement beim Einsatz von Polizistinnen und Polizisten in internationalen Polizeimissionen 2017 Drucksache 19/6540 b) Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Inneres und Heimat zu dem Antrag der Abgeordneten Ottmar von Holtz, Dr. Irene Mihalic, Dr. Franziska Brantner, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Ausbau des deutschen Polizeiengagements in internationalen Friedensmissionen voranbringen Drucksachen 19/9273, 19/10678 Dr. Günter Krings, Parl. Staatssekretär  BMI Martin Hess (AfD) Susanne Mittag (SPD) Konstantin Kuhle (FDP) Ulla Jelpke (DIE LINKE) Ottmar von Holtz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Thorsten Frei (CDU/CSU) Josef Oster (CDU/CSU) Tagesordnungspunkt 11: a) Antrag der Abgeordneten Matthias W. Birkwald, Susanne Ferschl, Katja Kipping, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Rentenbesteuerung vereinfachen und Doppelbesteuerung vermeiden Drucksache 19/10282 b) Antrag der Abgeordneten Ulrike Schielke-Ziesing, Norbert Kleinwächter, Jürgen Pohl, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Abschaffung der Renten-Doppelbesteuerung Drucksache 19/10629 Matthias W. Birkwald (DIE LINKE) Olav Gutting (CDU/CSU) Ulrike Schielke-Ziesing (AfD) Cansel Kiziltepe (SPD) Markus Herbrand (FDP) Markus Kurth (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Sebastian Brehm (CDU/CSU) Lothar Binding (Heidelberg) (SPD) Tagesordnungspunkt 12: – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Anpassung der Berufsausbildungsbeihilfe und des Ausbildungsgeldes Drucksachen 19/9478, 19/10691 – Bericht des Haushaltsausschusses gemäß § 96 der Geschäftsordnung Drucksache 19/10698 Michael Gerdes (SPD) Martin Sichert (AfD) Wilfried Oellers (CDU/CSU) Jens Beeck (FDP) Sabine Zimmermann (Zwickau)  (DIE LINKE) Corinna Rüffer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Uwe Schummer (CDU/CSU) Angelika Glöckner (SPD) Peter Aumer (CDU/CSU) Dr. Roland Hartwig (AfD)  (zur Geschäftsordnung) Tagesordnungspunkt 13: Antrag der Abgeordneten Dr. Bruno Hollnagel, Steffen Kotré, Tino Chrupalla, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Umweltschutz ernst nehmen – Das Erneuerbare-Energien-Gesetz abschaffen Drucksache 19/10626 Dr. Bruno Hollnagel (AfD) Jens Koeppen (CDU/CSU) Sandra Weeser (FDP) Johann Saathoff (SPD) Lorenz Gösta Beutin (DIE LINKE) Karsten Hilse (AfD) Lorenz Gösta Beutin (DIE LINKE) Dr. Julia Verlinden (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Dr. Andreas Lenz (CDU/CSU) Timon Gremmels (SPD) Matern von Marschall (CDU/CSU) Tagesordnungspunkt 24: Erste Beratung des von den Fraktionen der CDU/CSU und SPD eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Reform der Hebammenausbildung und zur Änderung des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (Hebammenreformgesetz – HebRefG) Drucksache 19/10612 in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 9: Antrag der Abgeordneten Dr. Axel Gehrke, Dr. Robby Schlund, Detlev Spangenberg, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Geburtshilfe in Deutschland flächendeckend sicherstellen Drucksache 19/10631 Emmi Zeulner (CDU/CSU) Detlev Spangenberg (AfD) Christine Aschenberg-Dugnus (FDP) Dr. Kirsten Kappert-Gonther (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Zusatztagesordnungspunkt 10: Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit zu dem Antrag der Abgeordneten Daniel Föst, Dr. Lukas Köhler, Hagen Reinhold, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Klimaziele verantwortungsbewusst erreichen Drucksachen 19/821, 19/10031 in Verbindung mit Zusatztagesordnungspunkt 11: Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit zu dem Antrag der Abgeordneten Lisa Badum, Annalena Baerbock, Oliver Krischer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Wirksames Klimaschutzgesetz vorlegen – Maßnahmen und Regelungen für alle Sektoren Drucksachen 19/6103, 19/7273 Dr. Nina Scheer (SPD) Andreas Bleck (AfD) Dr. Klaus-Peter Schulze (CDU/CSU) Dr. Lukas Köhler (FDP) Lorenz Gösta Beutin (DIE LINKE) Dr. Julia Verlinden (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Klaus Mindrup (SPD) Namentliche Abstimmung Ergebnis Tagesordnungspunkt 10: a)   – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung Drucksachen 19/8753, 19/10681 – Zweite und dritte Beratung des von den Abgeordneten Niema Movassat, Dr. André Hahn, Gökay Akbulut, weiteren Abgeordneten und der Fraktion DIE LINKE eingebrachten Entwurfs eines … Gesetzes zur Änderung des Fünften Buches Sozialgesetzbuch  – Aufhebung des Genehmigungsvorbehalts der Krankenkassen bei der Verordnung von Cannabis Drucksachen 19/6196, 19/10681 – Zweite und dritte Beratung des von den Abgeordneten Kordula Schulz-Asche, Maria Klein-Schmeink, Dr. Kirsten Kappert-Gonther, weiteren Abgeordneten und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eingebrachten Entwurfs eines … Gesetzes zur Änderung des Arzneimittelgesetzes Drucksachen 19/2666, 19/10681 – Zweite und dritte Beratung des von den Abgeordneten Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Maria Klein-Schmeink, Kordula Schulz-Asche, weiteren Abgeordneten und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung des Fünften Buches Sozialgesetzbuch  – Erleichterte Verordnung von medizinischem Cannabis für Patientinnen und Patienten mit einer schwerwiegenden Erkrankung Drucksachen 19/5862, 19/10681 b) Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Gesundheit – zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Axel Gehrke, Stephan Brandner, Jürgen Braun, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Bevorzugung von Importarzneimitteln beenden, Importquote abschaffen, Arzneimittelsicherheit verbessern – zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Axel Gehrke, Paul Viktor Podolay, Dr. Robby Schlund, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Alle Arzneimittel auf die krebserregende Verunreinigung N-Nitrosodimethylamin untersuchen – zu dem Antrag der Abgeordneten Sylvia Gabelmann, Susanne Ferschl, Matthias W. Birkwald, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Streichung der Importförderklausel für Arzneimittel Drucksachen 19/6419, 19/8988, 19/8962, 19/10681 Jens Spahn, Bundesminister BMG Detlev Spangenberg (AfD) Christine Aschenberg-Dugnus (FDP) Sylvia Gabelmann (DIE LINKE) Kordula Schulz-Asche (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Tagesordnungspunkt 17: Antrag der Abgeordneten Birke Bull-Bischoff, Norbert Müller (Potsdam), Dr. Petra Sitte, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Schulsozialarbeit für alle Schülerinnen und Schüler sichern Drucksache 19/9053 Birke Bull-Bischoff (DIE LINKE) Maik Beermann (CDU/CSU) Thomas Ehrhorn (AfD) Matthias Seestern-Pauly (FDP) Margit Stumpp (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Tagesordnungspunkt 16: – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Durchführung des Zensus im Jahr 2021 (Zensusgesetz 2021 – ZensG 2021) Drucksachen 19/8693, 19/9766, 19/10066 Nr. 1.6, 19/10679 – Bericht des Haushaltsausschusses gemäß § 96 der Geschäftsordnung Drucksache 19/10699 Petra Nicolaisen (CDU/CSU) Dr. Christian Wirth (AfD) Manuel Höferlin (FDP) Tagesordnungspunkt 18: – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zum Ersten IT-Änderungsstaatsvertrag Drucksachen 19/9737, 19/10422, 19/10702 – Bericht des Haushaltsausschusses gemäß § 96 der Geschäftsordnung Drucksache 19/10703 Christoph Bernstiel (CDU/CSU) Uwe Schulz (AfD) Tagesordnungspunkt 20: Antrag der Abgeordneten Margarete Bause, Jürgen Trittin, Kai Gehring, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN : 30 Jahre Niederschlagung der friedlichen Proteste am Platz des Himmlischen Friedens – Für eine umfassende Aufarbeitung und die Achtung der Bürger- und Menschenrechte Drucksache 19/10222 Margarete Bause (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Sebastian Brehm (CDU/CSU) Jürgen Braun (AfD) Dagmar Schmidt (Wetzlar) (SPD) Gyde Jensen (FDP) Martin Patzelt (CDU/CSU) Tagesordnungspunkt 26: Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung von Vorschriften über die außergerichtliche Streitbeilegung in Verbrauchersachen und zur Änderung weiterer Gesetze Drucksache 19/10348 Rita Hagl-Kehl, Parl. Staatssekretärin  BMJV Dr. Lothar Maier (AfD) Sebastian Steineke (CDU/CSU) Nächste Sitzung Anlage 1 Entschuldigte Abgeordnete Anlage 2 Ergebnis und Namensverzeichnis der Mitglieder des Deutschen Bundestages, die an der Wahl eines Stellvertreters des Präsidenten des Deutschen Bundestages teilgenommen haben (3. Wahlgang) (Zusatztagesordnungspunkt 7) Anlage 3 Zu Protokoll gegebene Reden zur Beratung: – des von den Fraktionen der CDU/CSU und SPD eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Reform der Hebammenausbildung und zur Änderung des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (Hebammenreformgesetz – HebRefG) – des Antrags der Abgeordneten Dr. Axel Gehrke, Dr. Robby Schlund, Detlev Spangenberg, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Geburtshilfe in Deutschland flächendeckend sicherstellen (Tagesordnungspunkt 24 und Zusatztagesordnungspunkt 9) Erich Irlstorfer (CDU/CSU) Bettina Müller (SPD) Cornelia Möhring (DIE LINKE) Anlage 4 Zu Protokoll gegebene Rede zur Beratung: – der Beschlussempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit zu dem Antrag der Abgeordneten Daniel Föst, Dr. Lukas Köhler, Hagen Reinhold, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP: Klimaziele verantwortungsbewusst erreichen – der Beschlussempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit zu dem Antrag der Abgeordneten Lisa Badum, Annalena Baerbock, Oliver Krischer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Wirksames Klimaschutzgesetz vorlegen – Maßnahmen und Regelungen für alle Sektoren (Zusatztagesordnungspunkte 10 und 11) Dr. Anja Weisgerber (CDU/CSU) Anlage 5 Zu Protokoll gegebene Reden zur Beratung: a) des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung – Zweite und dritte Beratung des von den Abgeordneten Niema Movassat, Dr. André Hahn, Gökay Akbulut, weiteren Abgeordneten und der Fraktion DIE LINKE eingebrachten Entwurfs eines … Gesetzes zur Änderung des Fünften Buches Sozialgesetzbuch – Aufhebung des Genehmigungsvorbehalts der Krankenkassen bei der Verordnung von Cannabis – Zweite und dritte Beratung des von den Abgeordneten Kordula Schulz-Asche, Maria Klein-Schmeink, Dr. Kirsten Kappert-Gonther, weiteren Abgeordneten und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eingebrachten Entwurfs eines … Gesetzes zur Änderung des Arzneimittelgesetzes – Zweite und dritte Beratung des von den Abgeordneten Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Maria Klein-Schmeink, Kordula Schulz-Asche, weiteren Abgeordneten und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung des Fünften Buches Sozialgesetzbuch – Erleichterte Verordnung von medizinischem Cannabis für Patientinnen und Patienten mit einer schwerwiegenden Erkrankung b) der Beschlussempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Gesundheit – zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Axel Gehrke, Stephan Brandner, Jürgen Braun, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Bevorzugung von Importarzneimitteln beenden, Importquote abschaffen, Arzneimittelsicherheit verbessern – zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Axel Gehrke, Paul Viktor Podolay, Dr. Robby Schlund, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Alle Arzneimittel auf die krebserregende Verunreinigung N-Nitrosodimethylamin untersuchen – zu dem Antrag der Abgeordneten Sylvia Gabelmann, Susanne Ferschl, Matthias W. Birkwald, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Streichung der Importförderklausel für Arzneimittel (Tagesordnungspunkt 10 a und b) Rudolf Henke (CDU/CSU) Michael Hennrich (CDU/CSU) Sabine Dittmar (SPD) Martina Stamm-Fibich (SPD) Anlage 6 Zu Protokoll gegebene Reden zur Beratung des Antrags der Abgeordneten Birke Bull-Bischoff, Norbert Müller (Potsdam), Dr. Petra Sitte, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE: Schulsozialarbeit für alle Schülerinnen und Schüler sichern (Tagesordnungspunkt 17) Michael Kießling (CDU/CSU) Ulrike Bahr (SPD) Anlage 7 Zu Protokoll gegebene Reden zur Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Durchführung des Zensus im Jahr 2021 (Zensusgesetz 2021 – ZensG 2021) (Tagesordnungspunkt 16) Michael Kuffer (CDU/CSU) Saskia Esken (SPD) Dr. André Hahn (DIE LINKE) Dr. Konstantin von Notz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Anlage 8 Erklärung nach § 31 GO des Abgeordneten Michael Frieser (CDU/CSU) zu der Abstimmung über den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines Gesetzes zur Durchführung des Zensus im Jahr 2021 (Zensusgesetz 2021 – ZensG 2021) (Tagesordnungspunkt 16) Anlage 9 Zu Protokoll gegebene Reden zur Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zum Ersten IT-Änderungsstaatsvertrag (Tagesordnungspunkt 18) Marian Wendt (CDU/CSU) Saskia Esken (SPD) Manuel Höferlin (FDP) Dr. André Hahn (DIE LINKE) Dr. Konstantin von Notz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Anlage 10 Zu Protokoll gegebene Reden zur Beratung des Antrags der Abgeordneten Margarete Bause, Jürgen Trittin, Kai Gehring, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: 30 Jahre Niederschlagung der friedlichen Proteste am Platz des Himmlischen Friedens – Für eine umfassende Aufarbeitung und die Achtung der Bürger- und Menschenrechte (Tagesordnungspunkt 20) Michael Brand (Fulda) (CDU/CSU) Aydan Özoğuz (SPD) Michel Brandt (DIE LINKE) Anlage 11 Zu Protokoll gegebene Reden zur Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung von Vorschriften über die außergerichtliche Streitbeilegung in Verbrauchersachen und zur Änderung weiterer Gesetze (Tagesordnungspunkt 26) Alexander Hoffmann (CDU/CSU) Roman Müller-Böhm (FDP) Amira Mohamed Ali (DIE LINKE) Renate Künast (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Guten Morgen, liebe Kolleginnen und Kollegen! Bitte nehmen Sie Platz. Die Sitzung ist eröffnet. Vor Eintritt in die Tagesordnung gratuliere ich nachträglich dem Kollegen Rudolf Henke zu seinem 65. Geburtstag, (Beifall) dem Kollegen Dr. Thomas Sattelberger zu seinem 70. Geburtstag (Beifall) und dem Kollegen Paul Viktor Podolay, der seinen 73. Geburtstag gefeiert hat. (Beifall) Allen Jubilaren die besten Wünsche im Namen des ganzen Hauses! Für die heutige 104. und die morgige 105. Sitzung konnte zwischen den Fraktionen im Ältestenrat keine Tagesordnung vereinbart werden. Die Fraktion der AfD hat dem Vorschlag der anderen Fraktionen widersprochen. Ich habe daher den Bundestag mit dieser vorgeschlagenen Tagesordnung einberufen. Nach § 21 Absatz 3 der Geschäftsordnung ist für die Genehmigung der Tagesordnung ein Plenarbeschluss erforderlich. Die Koalitionsfraktionen beantragen, die vorgeschlagene Tagesordnung um die in der Zusatzpunkteliste aufgeführten Punkte zu erweitern: ZP 1 Aktuelle Stunde auf Verlangen der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Haltung der Bundesregierung zu konkreten Maßnahmen für den Klimaschutz, insbesondere CO 2 -Preis und Kohleausstieg (siehe 103. Sitzung) ZP 2 Beratung des Antrags der Abgeordneten Thomas Hacker, Katja Suding, Grigorios Aggelidis, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP 30 Jahre Friedliche Revolution – Errungenschaft von Freiheit und Rechtsstaatlichkeit verteidigen Drucksache 19/10614 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Kultur und Medien (f) Ausschuss für Inneres und Heimat Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz Ausschuss für Arbeit und Soziales Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung Haushaltsausschuss ZP 3 Beratung des Antrags der Abgeordneten Christian Dürr, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP Schuldenbremse stärken und keine Lobby-Politik zulasten kommender Generationen Drucksache 19/10616 Überweisungsvorschlag: Haushaltsausschuss (f) Finanzausschuss Ausschuss für Wirtschaft und Energie ZP 4 Beratung des Antrags der Bundesregierung Fortsetzung der deutschen Beteiligung an der internationalen Sicherheitspräsenz in Kosovo (KFOR) Drucksache 19/10421 Überweisungsvorschlag: Auswärtiger Ausschuss (f) Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz Verteidigungsausschuss Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Haushaltsausschuss gemäß § 96 der GO ZP 5 Weitere Überweisungen im vereinfachten Verfahren (Ergänzung zu TOP 31) a) Beratung des Antrags der Abgeordneten Hubertus Zdebel, Lorenz Gösta Beutin, Ralph Lenkert, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE Fracking in Deutschland ohne Ausnahmen verbieten Drucksache 19/482 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (f) Ausschuss für Wirtschaft und Energie Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung Ausschuss für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen b) Beratung des Antrags der Abgeordneten Jimmy Schulz, Stephan Thomae, Manuel Höferlin, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP Urheberrecht nicht zur Einschränkung der Informationsfreiheit missbrauchen Drucksache 19/10076 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Inneres und Heimat (f) Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz  Ausschuss Digitale Agenda c) Beratung des Antrags der Abgeordneten Dr. Gesine Lötzsch, Caren Lay, Sabine Leidig, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE Ausverkauf von Bahnliegenschaften beenden Drucksache 19/10349 Überweisungsvorschlag: Haushaltsausschuss (f) Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur Ausschuss für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen d) Beratung des Antrags der Abgeordneten Frank Sitta, Manuel Höferlin, Grigorios Aggelidis, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP Lückenschluss-Auktion – Frequenzvergabe neu denken Drucksache 19/10618 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur (f) Ausschuss für Wirtschaft und Energie Ausschuss Digitale Agenda e) Beratung des Antrags der Abgeordneten Dr. Gero Clemens Hocker, Frank Sitta, Nicole Bauer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP Freie Fahrt für Angler Drucksache 19/10617 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft (f) Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (f) Ausschuss für Verkehr und digitale Infrastruktur  Federführung offen f) Beratung des Antrags der Abgeordneten Claudia Müller, Anja Hajduk, Kerstin Andreae, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Starkes Handwerk braucht gute Fachkräfte Drucksache 19/10628 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Wirtschaft und Energie (f) Ausschuss für Arbeit und Soziales Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung Ausschuss für Bau, Wohnen, Stadtentwicklung und Kommunen g) Beratung des Antrags der Abgeordneten Omid Nouripour, Kai Gehring, Margarete Bause, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Nicaragua – Menschen- und Bürgerrechtsverletzungen verurteilen, Friedensbemühungen unterstützen Drucksache 19/10634 Überweisungsvorschlag: Auswärtiger Ausschuss (f) Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung h) Beratung des Antrags der Abgeordneten Corinna Rüffer, Anja Hajduk, Markus Kurth, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Wege bahnen statt Hürden bauen – Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben verbessern Drucksache 19/10636 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Arbeit und Soziales (f) Ausschuss für Wirtschaft und Energie ZP 6 Weitere abschließende Beratungen ohne Aussprache (Ergänzung zu TOP 32) a) Beratung des Antrags der Abgeordneten Stefan Schmidt, Anja Hajduk, Britta Haßelmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Für unsere Städte und Gemeinden – Grundsteuergesetz jetzt einbringen Drucksache 19/10635 b) Beratung der Beschlussempfehlung des Ausschusses für Recht und Verbraucherschutz (6. Ausschuss) zu dem Streitverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht 2 BvE 3/19 Drucksache 19/10663 ZP 7 Wahlvorschlag der Fraktion der AfD Wahl eines Stellvertreters des Präsidenten (3. Wahlgang) Drucksache 19/10562 ZP 8 Aktuelle Stunde auf Verlangen der Fraktion der AfD Souveränität in der Energieversorgung sichern – Sanktionspolitik bei Nord Stream 2 entgegentreten ZP 9 Beratung des Antrags der Abgeordneten Dr. Axel Gehrke, Dr. Robby Schlund, Detlev Spangenberg, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD Geburtshilfe in Deutschland flächendeckend sicherstellen Drucksache 19/10631 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Gesundheit ZP 10 Beratung der Beschlussempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (16. Ausschuss) zu dem Antrag der Abgeordneten Daniel Föst, Dr. Lukas Köhler, Hagen Reinhold, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP Klimaziele verantwortungsbewusst erreichen Drucksachen 19/821, 19/10031 ZP 11 Beratung der Beschlussempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (16. Ausschuss) zu dem Antrag der Abgeordneten Lisa Badum, Annalena Baerbock, Oliver Krischer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Wirksames Klimaschutzgesetz vorlegen – Maßnahmen und Regelungen für alle Sektoren Drucksachen 19/6103, 19/7273 ZP 12 Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Zweiten Gesetzes zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht Drucksache 19/10047, 19/10506 Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Inneres und Heimat (4. Ausschuss) Drucksache 19/10706 ZP 13 Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Zweiten Gesetzes zur Verbesserung der Registrierung und des Datenaustausches zu aufenthalts- und asylrechtlichen Zwecken (Zweites Datenaustauschverbesserungsgesetz – 2. DAVG) Drucksache 19/8752 Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Inneres und Heimat (4. Ausschuss) Drucksache 19/10705 ZP 14 Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Entfristung des Integrationsgesetzes Drucksachen 19/8692, 19/9764 Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Inneres und Heimat (4. Ausschuss) Drucksache 19/10704 ZP 15    a) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Fachkräfteeinwanderungsgesetzes Drucksache 19/8285 – Zweite und dritte Beratung des von den Abgeordneten Filiz Polat, Luise Amtsberg, Sven Lehmann, weiteren Abgeordneten und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Einführung eines Einwanderungsgesetzes Drucksache 19/6542 Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Inneres und Heimat (4. Ausschuss) Drucksache 19/10714 b) Beratung der Beschlussempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Inneres und Heimat (4. Ausschuss) – zu dem Antrag der Abgeordneten Stephan Thomae, Linda Teuteberg, Johannes Vogel (Olpe), weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP Für einen konsequenten Ansatz in der Einwanderungspolitik – Eckpunkte eines umfassenden Einwanderungsgesetzbuches – zu dem Antrag der Abgeordneten Gökay Akbulut, Dr. André Hahn, Michel Brandt, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE Für eine offene, menschenrechtsbasierte und solidarische Einwanderungspolitik – zu dem Antrag der Abgeordneten Susanne Ferschl, Klaus Ernst, Gökay Akbulut, weiterer Abgeordneter und der Fraktion DIE LINKE Fachkräfteeinwanderungsgesetz – Gute Arbeit garantieren und Vollbeschäftigung erreichen Drucksachen 19/9924, 19/9052, 19/9855, 19/10714 ZP 16   a) Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes über Duldung bei Ausbildung und Beschäftigung Drucksache 19/8286 Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Inneres und Heimat (4. Ausschuss) Drucksache 19/10707 b) Beratung der Beschlussempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Inneres und Heimat (4. Ausschuss) zu dem Antrag der Abgeordneten Filiz Polat, Katrin Göring-Eckardt, Kerstin Andreae, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bleiberecht für Geflüchtete gestalten, Aufenthaltsrechte stärken, Rechtssicherheit schaffen, Spurwechsel ermöglichen Drucksachen 19/6541, 19/10707 ZP 17 Beratung des Antrags der Abgeordneten Pascal Kober, Michael Theurer, Jens Beeck, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP Hartz IV entbürokratisieren und vereinfachen Drucksache 19/10619 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Arbeit und Soziales ZP 18   – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Förderung der Ausbildung und Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern – Ausländerbeschäftigungsförderungsgesetz Drucksachen 19/10053, 19/10527 Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Arbeit und Soziales (11. Ausschuss) Drucksache 19/10692 – Bericht des Haushaltsausschusses (8. Ausschuss) gemäß § 96 der Geschäftsordnung Drucksache 19/10700 ZP 19  a) – Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Dritten Gesetzes zur Änderung des Asylbewerberleistungsgesetzes Drucksachen 19/10052, 19/10522 Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Arbeit und Soziales (11. Ausschuss) Drucksache 19/10693 – Bericht des Haushaltsausschusses (8. Ausschuss) gemäß § 96 der Geschäftsordnung Drucksache 19/10701 b) Beratung der Beschlussempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Arbeit und Soziales (11. Ausschuss) – zu dem Antrag der Abgeordneten Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Pascal Kober, Michael Theurer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP Ausbildung und Studium für Asylbewerber ermöglichen – Förderlücke schließen – zu dem Antrag der Abgeordneten Sven Lehmann, Anja Hajduk, Kai Gehring, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Förderlücke für Geflüchtete im Sozialgesetzbuch schließen – Bildung und Integration stärken Drucksachen 19/2691, 19/5070, 19/10693 ZP 20 Erste Beratung des von den Abgeordneten Johannes Vogel (Olpe), Michael Theurer, Carl-Julius Cronenberg, weiteren Abgeordneten und der Fraktion der FDP eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur dynamischen Beitragsentlastung in der Arbeitslosenversicherung Drucksache 19/10615 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Arbeit und Soziales (f) Ausschuss für Wirtschaft und Energie ZP 21 Beratung des Antrags der Abgeordneten Dr. Jens Brandenburg (Rhein-Neckar), Katja Suding, Mario Brandenburg (Südpfalz), weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP Ein modernes Kapazitätsrecht für eine zukunftsfähige Hochschullehre Drucksache 19/10620 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung (f) Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Von der Frist für den Beginn der Beratungen soll, soweit erforderlich, abgewichen werden. Die Tagesordnungspunkte 4 a bis 4 c sollen abgesetzt und stattdessen der Antrag auf der Drucksache 19/10616 mit dem Titel „Schuldenbremse stärken und keine Lobby-Politik zulasten kommender Generationen“ mit einer Debattenzeit von 60 Minuten aufgerufen werden. Der Tagesordnungspunkt 14 soll abgesetzt und an dieser Stelle der Tagesordnungspunkt 24 im Umfang von 38 Minuten debattiert werden. Der Tagesordnungspunkt 15 soll ebenfalls abgesetzt und an dieser Stelle die Beschlussempfehlung auf der Drucksache 19/10031 zum Antrag „Klimaziele verantwortungsbewusst erreichen“ im Umfang von 38 Minuten beraten werden. Der Tagesordnungspunkt 19 soll abgesetzt werden. Der Tagesordnungspunkt 21 soll nunmehr ohne Debatte zusammen mit dem Tagesordnungspunkt 31 aufgerufen werden. Der Tagesordnungspunkt 27 soll abgesetzt und stattdessen der Entwurf eines Gesetzes zur dynamischen Beitragsentlastung in der Arbeitslosenversicherung auf der Drucksache 19/10615 im Umfang von 38 Minuten debattiert werden. Auch der Tagesordnungspunkt 29 soll abgesetzt werden. Darüber hinaus kommt es zu den in der Zusatzpunkteliste dargestellten weiteren Änderungen des Ablaufs. Schließlich mache ich noch auf eine nachträgliche Ausschussüberweisung i m Anhang zur Zusatzpunkteliste aufmerksam: Der am 10. Mai 2019 (99. Sitzung) überwiesene nachfolgende Antrag soll zusätzlich dem Ausschuss für Wirtschaft und Energie (9. Ausschuss) zur Mitberatung überwiesen werden: Beratung des Antrags der Abgeordneten Markus Herbrand, Christian Dürr, Dr. Florian Toncar, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP Steuerrecht vereinfachen – Bürokratie abbauen Drucksache 19/9922 Überweisungsvorschlag: Finanzausschuss (f)   Ausschuss für Wirtschaft und Energie Ich nehme an, Sie haben das alles genau verfolgt. Wir kommen also jetzt zur Feststellung der Tagesordnungen der heutigen 104. und der morgigen 105. Sitzung mit den eben genannten Änderungen und Ergänzungen. Wer stimmt für diese Tagesordnung? – Wer stimmt dagegen? – Enthaltungen? – Dann ist die Tagesordnung mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD und FDP gegen die Stimmen der AfD bei Enthaltung der Fraktionen Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen so beschlossen. Damit rufe ich den Tagesordnungspunkt 22 sowie den Zusatzpunkt 2 auf: 22. Beratung des Antrags der Fraktionen der CDU/CSU und SPD 30 Jahre Friedliche Revolution Drucksache 19/10613 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Kultur und Medien (f) Ausschuss für Inneres und Heimat Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz Ausschuss für Wirtschaft und Energie Ausschuss für Arbeit und Soziales Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Ausschuss für Menschenrechte und humanitäre Hilfe Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung Haushaltsausschuss ZP 2 Beratung des Antrags der Abgeordneten Thomas Hacker, Katja Suding, Grigorios Aggelidis, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP 30 Jahre Friedliche Revolution – Errungenschaft von Freiheit und Rechtsstaatlichkeit verteidigen Drucksache 19/10614 Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Kultur und Medien (f) Ausschuss für Inneres und Heimat Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz Ausschuss für Arbeit und Soziales Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung Haushaltsausschuss Nach einer interfraktionellen Vereinbarung sind für die Aussprache 60 Minuten vorgesehen. – Ich höre keinen Widerspruch. Dann ist das so beschlossen. Dann eröffne ich die Aussprache und erteile das Wort der Kollegin Gitta Connemann, CDU/CSU. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD) Gitta Connemann (CDU/CSU): Wo waren Sie am 9. November 1989? Zu Hause? Bei Freunden? Oder in einem Gefängnis der Staatssicherheit? Jeder von uns weiß es. Dieses Datum hat sich in unser Gedächtnis, in das Gedächtnis unserer Nation eingebrannt; denn an diesem Tag fiel die Mauer. Fiel sie? Nein. Bürger in der DDR brachten sie zum Einsturz, weil ihre Sehnsucht nach Freiheit, nach Demokratie größer war als ihre Angst. Ich kann nur sagen: Was für ein Mut! Das Datum markiert Ende und Anfang zugleich. Damit endete jahrzehntelanger Widerstand gegen Unrecht, Unfreiheit und Planwirtschaft. Manchmal wurde dieser im Westen sichtbar – wie beim Arbeiteraufstand, bei den Friedensgebeten oder dem Sturm auf die Prager Botschaft. Mir und uns ist besonders wichtig, heute auch an die frühen Wegbereiter der Friedlichen Revolution zu erinnern, an die Bürger, die sich in den 50er-, 60er-, 70er-Jahren gegen das System auflehnten und in Gefängnissen einen hohen Preis für ihren Mut zahlten. Vor ihnen und ihren Familien verneige ich mich, verneigen wir uns heute. (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD, der AfD und der LINKEN) Aber der 9. November 1989 war auch der Beginn eines Deutschlands, an das viele nicht mehr glauben konnten, manche auch nicht mehr glauben wollten. Meine Damen und Herren von den Linken, Ihr Fraktionsvorsitzender Oskar Lafontaine bescheinigte der DDR, unter Erich Honecker – Zitat – „ein wirtschaftlich leistungsfähiger, innenpolitisch stabiler und außenpolitisch selbstbewusster Staat geworden“ zu sein. Er bezeichnete die Wiedervereinigung im Jahr des Mauerfalls als – Zitat – „historischen Schwachsinn“. Ein Schlag ins Gesicht der SED-Opfer! (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP sowie bei Abgeordneten der AfD – Jan Korte [DIE LINKE]: Was war denn mit Helmut Kohl?) Wie gut, dass es Politiker gab, die sich an die Präambel unseres Grundgesetzes erinnerten, die größer dachten – so wie Helmut Kohl. Gemeinsam mit George Bush und Michail Gorbatschow stellte er entscheidende Weichen. Für uns als Union war die Wiedervereinigung nie ein Lippenbekenntnis, sondern immer Herzensangelegenheit. (Beifall bei der CDU/CSU) Aber am Ende wäre die Friedliche Revolution ohne den Mut der Menschen nicht möglich geworden. Dieser Mut war keine Selbstverständlichkeit. Hand aufs Herz: Wer von uns wäre bereit gewesen, den hohen Preis dafür zu zahlen? Manche glorifizieren noch heute bzw. wieder die DDR, auch Teile der Linken. Für mich ist das Geschichtsklitterung. Die DDR war ein Unrechtsstaat. Regimekritiker spüren das bis heute: Ihre Kinder wurden ihnen weggenommen, zur Adoption freigegeben. Die Lebensentwürfe von politisch Verfolgten wurden zerschlagen, ihre Familien in Sippenhaft genommen. Oppositionelle wie unser Kollege Arnold Vaatz wurden ins Gefängnis geworfen –weil er anderer Meinung war. Manche bezahlten mit ihrem Leben. Nur 200 Meter von hier erinnern uns jeden Tag die Holzkreuze daran. Diese Mahnmale sind wichtig – gegen das Vergessen. Deshalb ist für uns in der Union auch die Arbeit in den Gedenkstätten und an Erinnerungsorten wie Hohenschönhausen, Hoheneck, Plauen oder Leipzig, um nur einige zu nennen, unverzichtbar. Wir danken den Menschen, die diese Arbeit dort tun. Danke schön! (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP) Denn Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit. Wir erleben es jeden Tag hier im Deutschen Bundestag. Sie, meine Damen und Herren von der AfD, missbrauchen demokratische Rechte, um am Ende unsere Demokratie auszuhöhlen. (Beatrix von Storch [AfD]: Was für ein Schwachsinn! – Weitere Zurufe von der AfD) Deshalb ist es auch ein Hohn, dass Sie sich die Losungen und Bilder der Friedlichen Revolution aneignen. Wie gut, dass es Gerichte gibt, die Ihnen genau dies verbieten. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD) AfD und die Montagsdemos der Friedlichen Revolution haben nichts, aber auch gar nichts miteinander zu tun. (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie bei Abgeordneten der FDP) Wir, die Union, ziehen keinen Schlussstrich. Auch 30 Jahre später müssen die Opfer Gerechtigkeit erfahren. Die Erinnerung an die Friedliche Revolution darf nicht an Bedeutung verlieren. Deshalb haben wir gemeinsam mit unserem Koalitionspartner diesen Antrag auf den Weg gebracht, liebe Katrin Budde. Deshalb werden wir übrigens auch das Stasi-Unterlagen-Gesetz nicht abschaffen, sondern weiterentwickeln. Die Akten werden nicht nur uneingeschränkt zugänglich sein, sondern auch für die Zukunft gesichert. Denn auch nachfolgende Generationen sollen erforschen und erfahren können, welches Unrecht in der DDR geschehen ist. Unrecht hat kein Verfallsdatum. (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU) Deshalb setzen wir uns auch für einen Bundesbeauftragten für die Opfer der SED-Diktatur ein. Diese Opfer verdienen Anerkennung und Respekt. Sie sind für uns die Helden der Freiheit. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Tino Chrupalla, AfD, ist der nächste Redner. (Beifall bei der AfD) Tino Chrupalla (AfD): Sehr geehrter Herr Präsident! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! 30 Jahre Friedliche Revolution und zwei Anträge, die darauf abzielen, die Menschen hinter dieser Friedlichen Revolution zu würdigen: Das ist schön. Ich freue mich, dass Ihnen das nach 30 Jahren einfällt; besser spät als nie. (Beifall bei der AfD) Die Art und Weise, wie Sie das Engagement gegen die kommunistische Fremdherrschaft im historischen Bewusstsein verankern wollen, erscheint mir allerdings etwas fragwürdig. Das gilt insbesondere für den Antrag der FDP; dazu wird der Kollege Jongen gleich etwas sagen. Ich jedenfalls werde den Eindruck nicht los, dass das hier ein verzweifelter Versuch ist, Schadensbegrenzung zu betreiben. Sie haben das Vertrauen der Wähler in Ostdeutschland verspielt. Das wissen Sie auch. Das erscheint mir die eigentliche Motivation hinter diesen beiden Anträgen. Jetzt versuchen Sie, es sich zurückzuholen. Ich selbst bin ein Kind der DDR und war erst 15, als die Mauer fiel. Aber auch ich weiß noch sehr gut, was man damals unter Familienzusammenführung verstand. Es ging um deutsche Familien, die die Nachkriegsordnung zerrissen hatte. Es war unser innigster Wunsch, die offene Wunde, die unser Land entzweite, zu heilen. Unsere Vision waren die Freiheit und die Einigkeit des deutschen Volkes. (Beifall bei der AfD) Frau Connemann, es war ein durch und durch patriotisches Ziel. Die Einzigen, die das nicht wollten, waren die Vasallen der Besatzungskräfte. Auch gegen sie richtete sich unser Widerstand. Wir haben nie aufgehört, für die Freiheit, die Wahrheit und für die Einigkeit unseres Volkes zu streiten und auf die Straße zu gehen. Die Widerständler von damals sind nämlich auch die Widerständler von heute. (Beifall bei der AfD – Christoph Matschie [SPD]: Was für ein Unfug!) Genau das ist die unbequeme Wahrheit, die Sie nicht hören wollen und die in diesen Anträgen nicht zur Sprache kommt. Die patriotischen Widerständler von damals wollen Sie jetzt feiern und entschädigen. Das ist auch löblich. Aber wenn Sie im selben Atemzug die patriotischen Widerständler von heute entmündigen und entmenschlichen, dann ist das ein großer Widerspruch. Das müssen Sie doch einsehen. (Beifall bei der AfD) Man hat bisweilen das Gefühl, dass Sie uns am liebsten in ein Umerziehungslager stecken würden. Wenn Ihnen der innere Frieden und unsere Einheit so wichtig sind, weshalb verhindern Sie dann nicht, dass die Presse Schlagwörter wie „Dunkeldeutschland“ und „brauner Schandfleck“ in die Welt setzt und damit unser Land aufs Neue spaltet? (Beifall bei der AfD – Carsten Schneider [Erfurt] [SPD]: Wie verhindern Sie das?) Die Wertschätzung, die Sie den friedlichen Revolutionären von damals entgegenbringen wollen, sollten Sie den friedlichen Revolutionären von heute auch entgegenbringen, und zwar jetzt und nicht erst in 30 Jahren. (Beifall bei der AfD) Es handelt sich nämlich tatsächlich um dieselben Personen. Damit meine ich nicht Bärbel Bohley und Wolf Biermann, die hier im Antrag von CDU/CSU und SPD genannt werden. Auch ein Siegmar Faust oder ein Michael Beleites waren Widerstandskämpfer. Sie werden heute für ihre nicht konforme Meinung geächtet. Diese Leute verstehen die Welt nicht mehr. Es gibt Millionen von Bürgern, die diese Erfahrung teilen. (Beifall bei der AfD) Ich hätte ein paar Vorschläge, wie Sie die Sympathie der Bürger im Osten vielleicht zurückgewinnen können. Anstelle von Gedenkstätten, Denkmälern und Aufarbeitungszentren empfehle ich Ihnen die vollständige Offenlegung der kriminellen Aktivitäten der Treuhand. Eine gründliche Untersuchung, inwiefern bewährte Stasimethoden heute wieder von der deutschen Regierung eingesetzt werden, käme sicherlich auch gut an. (Beifall bei der AfD – Lachen bei Abgeordneten der SPD) Wir fordern die Wiederherstellung von Rechtsstaatlichkeit und Freiheit, die man uns damals versprochen hat. Es wäre schön, wenn Sachsen endlich ein Informationsfreiheitsgesetz bekäme; denn das steht noch aus. Hören Sie endlich auf, die Ostdeutschen wie unmündige Kinder zu behandeln. Hören Sie ihnen einfach zu. Das wäre ein großer und toller Anfang. Vielen Dank. (Beifall bei der AfD – Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Im Gegensatz zu Ihnen machen wir das!) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Jetzt erteile ich das Wort der Kollegin Katrin Budde, SPD. (Beifall bei der SPD) Katrin Budde (SPD): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Die Frage ist nicht: „Wo waren Sie oder wir am 9. November 1989?“, sondern die Frage ist: Wo waren Sie oder wir vor dem 9. November 1989? (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, der FDP und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN) Mich hat im Sommer 1989 mein Vater auf der Arbeitsstelle angerufen – ein Privattelefon hatten wir nicht –, und er hat gesagt: Kind, ich glaube, du könntest die deutsche Wiedervereinigung noch erleben; ich sicherlich nicht mehr, da es ein langer Prozess wird, aber bei dir geht das noch. – Mein Vater war damals 53 Jahre alt, ein Jahr jünger als ich heute. Inzwischen leben sowohl er als auch meine Mutter seit etwa 30 Jahren in einem wiedervereinten Deutschland. Nein, sie waren keine Gewinner der Einheit. Sie haben mit 55 Jahren ihre Arbeitsstellen verloren. Vitamin B für einen neuen Arbeitsplatz hatten sie nicht, weil sie nicht aus den Strukturen kamen. Aber sie haben nie gesagt: Wir wollen zurück. Am 9. Oktober 1989 entschied sich mein Vater, nach Leipzig zu fahren. Mein Mann und ich gingen in den Dom in Magdeburg. Das war der Tag, an dem überall in Ostdeutschland Menschen den Mut fanden, sich den Gebeten und den Demonstrationen anzuschließen. Es war aber auch der Tag, an dem bei uns auf der Arbeit mit Zetteln und über den Werksfunk gewarnt wurde: Geht nicht, heute wird geschossen. – Wir gingen trotzdem. Ja, die Angst ging mit, als wir in Magdeburg in der Leiterstraße durch die Kampfgruppen zum Dom gingen. Das war schon eine besondere Situation. Aber ja, alles blieb ruhig. Der Mut der vielen wurde belohnt, die Besonnenheit, die Ruhe und der Aufruf, sich nicht provozieren zu lassen. Später sagte einmal ein Regierungstreuer: Mit allem hatten wir gerechnet, aber nicht mit Kerzen und Gebeten. So wie ich, die ich damals dabei war, wird niemand von denen, die damals in dieser Oktoberzeit dabei und auf der Straße waren, diese Tage und auch diesen bestimmten Tag vergessen. Wenn wir uns aber in den Herbst 1989 versetzen, dann wissen wir auch, dass damals im Oktober noch niemand wirklich über eine schnelle Wiedervereinigung nachdenken konnte. Trotz der polnischen Gewerkschaftsbewegung, trotz des ersten öffentlichen Unmutes über manipulierte Kommunalwahlen, trotz der Perestroika, trotz der Vorgängerdemonstrationen in der ersten Oktoberwoche in Potsdam, in Plauen, in Magdeburg und anderswo konnten wir es nicht; denn es gab noch die großen politischen Blöcke. Es gab Ost und West, es gab den Kalten Krieg, es gab die Erinnerung an die Aufstände und deren Niederschlagung in Prag und in Ungarn, an den 17. Juni 1953, und es gab ganz frisch die Erinnerung an die Ereignisse auf dem Platz des Himmlischen Friedens. Nein, dass dieses gesamte System so schnell und so friedlich zusammenbrechen würde, war damals noch außerhalb unserer Vorstellung. Meine Damen und Herren, es wird immer so viel über Dankbarkeit geredet. Wir müssen nur für eines dankbar sein, nämlich dafür, dass dies angesichts der internationalen Situation friedlich möglich war. (Beifall bei der SPD und der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der AfD, der FDP, der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN) Wir sahen aber eine Chance, wir sahen ein Zeitfenster für die Demokratisierung des Landes, in dem wir lebten. Ich kann heute in acht Minuten nicht alle Zusammenhänge darlegen – viel davon finden Sie im Antrag –, aber ich möchte es Ihnen ein wenig näherbringen. Ich möchte Ihnen sagen, dass wir es dem Mut der Bürgerinnen und Bürger der DDR zu verdanken haben, dass wir heute in einem Deutschland leben, hier in einem Bundestag – demokratisch gewählt – gemeinsam Entscheidungen für ein gemeinsames Land treffen. Die Mauer ist übrigens nicht aus Altersschwäche eingefallen. (Heiterkeit bei Abgeordneten der SPD) Die Mangelwirtschaft hat weder den Beton noch den Todesstreifen erreicht. Vielmehr haben wir die Mauer von innen eingedrückt. Da ist nichts gefallen. Wir haben sie mit dem, was wir vorher getan hatten, eingedrückt: mit dem Mut, den es gab, und mit den ersten Plakaten, die für Freiheit standen. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, der FDP, der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN) Aber diese Freiheit ist auch ein ständiger Kampf um sie selbst. Freiheit bedeutet eben nicht die Erfüllung aller persönlichen Träume. Freiheit bedeutet Selbstverantwortung und auch Enttäuschung; auch das kann Freiheit bedeuten. Dass in den Jahren danach zu viele Menschen enttäuscht wurden und verbittert geworden sind und zu viele Menschen heute den verklärten Blick zurück haben und die Demokratie, die wir so mühsam errungen haben, infrage stellen, ihren Wert nicht mehr so deutlich sehen, das ist gefährlich. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, der FDP, der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN) Ich frage mich wirklich mit Schaudern: Wann haben so viele Menschen die Angst vor der Diktatur verloren? Deshalb ist dieser Antrag heute hier im Bundestag wichtig: wichtig, um uns den Mut wiederzugeben, wichtig, um den Ostdeutschen ihre Geschichte wiederzugeben und ihnen zu sagen: „Ihr wart es; ohne euch gäbe es den heutigen Bundestag, dieses heutige Deutschland so nicht“, wichtig für uns, die diese Demokratie bewahren und fortentwickeln wollen, die sie erkämpft haben mit dem Ruf im Herbst 1989: „Wir sind das Volk“ und später dann zum Jahresende mit dem Ruf: Wir sind ein Volk. Diesen Ruf, meine Damen und Herren, müssen die Demokratinnen und Demokraten sich zurückholen. Uns gehört er! (Beifall bei der SPD, der FDP und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der LINKEN) Es ist auch Zeit, Danke zu sagen und denen Anerkennung zu geben, die in der DDR verfolgt wurden und deren Leben zerstört wurde, denen, die die Stasiakten gesichert haben, denen, die an den runden Tischen gesessen und verhandelt haben, denen, die in einer ersten frei gewählten Volkskammer gearbeitet, gestritten und Entscheidungen getroffen haben – und auch treffen mussten. Denn erst mit diesem ersten frei gewählten demokratischen Parlament in der DDR war es möglich, überhaupt in Verhandlungen zur Wiedervereinigung einzutreten. Das war der Punkt, an dem wir über eine Wiedervereinigung verhandeln konnten. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, der FDP und der LINKEN) Wir müssen auch jenen danken und Anerkennung geben, die danach im wirtschaftlichen Strukturbruch ihre Existenz verloren haben, die ihre Betriebe abreißen mussten. Die Betriebe und die Arbeit waren das, worauf die DDR die Menschen konzentriert hatte. Da gab es die Wohnung. Da gab es den Ferienplatz. Da gab es die Patenbrigade. Da gab es die Brigadefeiern. Die meisten Menschen waren auf diese Betriebe konzentriert. Alles, das ganze Leben spielte sich darüber ab. Diese haben sie dann abgerissen. Da haben diese Menschen 10, 20 oder 30 Jahre gearbeitet. Auch das muss man anerkennen. Wir müssen also auch jenen danken, die in dem neuen Deutschland nicht so angekommen sind, wie sie es sich erträumt und erwünscht haben. Der Prozess von 1990 bis heute ist für diese Menschen eine immense Lebensleistung, und die gehört anerkannt. (Beifall bei der SPD, der CDU/CSU, der FDP, der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Das Leben vor 1989 war für die meisten Menschen etwas Normales. Sie hatten sich eingerichtet in dieser, ihrer Normalität. Das war ein Leben mit harter Arbeit, mit Organisation in einer Mangelwirtschaft, aber auch mit Geburten, mit Hochzeiten, mit Feiern, mit Alltag, mit Liebe, mit Freunden, in Freude und Leid. Dem alltäglichen Leben in der DDR das Lebenswerte abzusprechen, entwertet das Leben und die Biografien von Millionen Menschen. Das dürfen wir nicht tun. (Beifall bei der SPD, der CDU/CSU, der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Trotz alledem bitte ich diejenigen von uns, die mit ein wenig verklärter Wehmut und rückwärtsgewandtem Blick sagen, dass doch nicht alles schlecht war, sich einmal die die Gegenfrage zu stellen: Was bitte ist an einer Diktatur gut? Nichts. (Beifall bei der SPD, der CDU/CSU, der FDP und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der AfD und der LINKEN) 30 Jahre Friedliche Revolution in diesem Jahr, 30 Jahre deutsche Einheit im nächsten Jahr sind Grund, Anlass und Notwendigkeit, sich mit klarem Blick zurück und nach vorn zu fragen: Welche Fehler haben wir im Prozess der Wiedervereinigung gemacht? Was können wir noch korrigieren? Aber auch: Was haben wir erreicht, allgemein und auch ganz persönlich? Jeder muss sich fragen: Worauf können wir stolz sein, ganz allgemein und auch persönlich? Die Welt von heute ist eine andere. Sie ist wesentlich komplizierter als die Welt des Kalten Krieges, die Welt der zwei klaren Blöcke. Die Unterschiede zwischen Einkommen und Vermögen sind in Deutschland groß geworden. Aber die Disparitäten auf der ganzen Welt sind das viel Schlimmere; auch sie sind zu groß geworden. Die Umwelt hat einen Grad an Zerstörung erreicht, der weit über das Maß der Zerstörung in der DDR hinausgeht. Meine Damen und Herren, zur Wahrheit gehört auch, dass wir im Oktober 1989 nicht nur für den Frieden, sondern auch gegen die Zerstörung der Umwelt in der DDR auf die Straße gegangen sind. Auch das war eine Triebkraft; dafür haben sich die Menschen 1989 engagiert. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN) Diese Welt macht zu vielen Menschen Angst. Angst lässt sich – das habe ich gelernt – nicht mit Fakten bekämpfen; das macht es so schwer. Trotz alledem: Wir Demokratinnen und Demokraten müssen diese Menschen erreichen; sonst werden sie von anderen erreicht, und die zerstören nicht nur unsere Demokratie, sondern auch die Welt, in der wir leben. Deshalb: Lassen Sie uns im Jahr des 30. Jahrestages der Friedlichen Revolution dafür streiten und mit Mut, mit Freude, aber auch mit Spaß und mit positiver Kraft ein wenig den Herbst 1989 zurückholen. Das wäre schön. (Beifall bei der SPD, der CDU/CSU, der FDP und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der LINKEN) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Jetzt erteile ich das Wort der Kollegin Linda Teuteberg, FDP. (Beifall bei der FDP) Linda Teuteberg (FDP): Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Dass wir heute 30 Jahre Friedlicher Revolution gedenken, ist gut und zugleich gar nicht so selbstverständlich. Denn allzu oft ist in diesem Zusammenhang noch von dem Wort „Wende“ die Rede. Dieser Begriff kommt aus einer Zeit, als von politischem Framing noch nicht die Rede war und es trotzdem einige angewandt haben. So versuchte die SED, den Eindruck zu erwecken, nicht etwa mutige Bürger hätten sich ihre Freiheit erkämpft, sondern sie selbst hätte plötzlich eingesehen, Reformen auf den Weg bringen zu müssen. Egon Krenz hat im Herbst 1989 die Debatte so geprägt. Umso wichtiger ist, dass wir heute daran erinnern, dass es anders war: Es war eine friedliche Revolution, und es waren Bürger, die sich ihre Freiheit erstritten haben, liebe Kollegen. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN) Wer sich die Situation vor 30 Jahren noch einmal genau anschaut, der bekommt ein Gefühl dafür oder zumindest eine Ahnung davon, unter welcher Gefahr und mit welchem Risiko die Bürger sich entschieden, auf die Straße zu gehen. Vor fast genau 30 Jahren fand das Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking statt. Die Bilder gingen um die Welt. Auch die Bürger der DDR sahen sie. Die SED-Führung war schnell und eindeutig darin, diese sogenannte chinesische Lösung zu begrüßen. Es wurde gesagt, dass da wieder Ordnung hergestellt worden sei, dass man mit den Freunden in China auf der Barrikade der sozialistischen Revolution stehe. In dem Bewusstsein, dass es sie ihre Freiheit oder sogar ihr Leben kosten könnte, begannen die Bürger der DDR, und zwar besonders merklich nach den gefälschten Kommunalwahlen im Mai 1989 und im Bewusstsein um diese Bilder aus Peking, auf die Straße zu gehen. Dass es friedlich bleiben würde, konnten sie nicht wissen, als sie sich dazu entschieden. Das zeigt noch einmal, wie besonders diese Situation war und wie viel Respekt diese Menschen von uns verdienen. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD) Was, liebe Kolleginnen und Kollegen, motivierte die Menschen, so viel zu riskieren? Es war zum einen der Mangel an fundamentalen Bürgerrechten, an freien und geheimen Wahlen, an Meinungs- und Pressefreiheit, an Reisefreiheit, um nur einige zu nennen. Es war aber übrigens auch die Verzweiflung über den Zustand zum Beispiel ostdeutscher Innenstädte oder der Umwelt. Es war das Erleben. Dafür gibt es konkrete Beispiele: In Potsdam standen Teile der Innenstadt kurz vor dem Abriss; dieser war bereits geplant. Einige Bürger wollten das nicht hinnehmen und haben dagegen protestiert. Die Krämerbrücke in Erfurt wäre heute nicht mehr da und saniert, wenn die DDR noch länger bestanden hätte. In Leipzig wurden vor der Messe regelmäßig Potemkinsche Dörfer aufgebaut. Da wurden in Häusern, die schon baupolizeilich gesperrt waren, Gardinen aufgehängt, Blumentöpfe ins Fenster gestellt und die Fassaden gestrichen. Darüber waren die Bürger frustriert und waren resigniert. Das zeigt Folgendes: Weder für Wohnungsmangel noch für Umweltschutz bot der Sozialismus Lösungen. Das sollte uns auch heute eine Lehre sein. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD) Es zeigt übrigens auch, dass politische und wirtschaftliche Freiheit auf Dauer zusammengehören und nicht gegeneinander ausgespielt werden sollten. Ich finde es daher wichtig, daran zu erinnern, dass auch die Berufsfreiheit ein wichtiges Grundrecht ist, das in der DDR fundamental verletzt wurde. Deshalb ist mir wichtig, dass wir in unseren Antrag die Gruppe der verfolgten Schüler als eine verfolgte Gruppe in der DDR aufgenommen haben, die noch nicht hinreichend gewürdigt ist. Der Eingriff in Bildungs- und Berufsbiografien ist auch ein fundamentaler Eingriff in Freiheitsrechte. Schließlich zeigt sich, dass es immer auf den Mut, die Verantwortungsbereitschaft und auf das Gewissen jedes und jeder Einzelnen ankommt. Der Bürgerinnen und Bürger, die den aufrechten Gang üben und zeigen, was sie nicht mehr wollen, und auf die Straße gehen. Auch der Politiker, die die richtigen Signale setzen und den Menschen zeigen, dass sie nicht allein sind. Hans-Dietrich Genscher hat etwa im Juni 1988 in Potsdam gegenüber Außenpolitikern aus den USA und der Sowjetunion gesagt: Sie werden sehen, die Menschen hier sehen aus wie Deutsche, und sie verhalten sich, wie Deutsche sich verhalten. – Damit wollte er zeigen, dass es trotz zweier Staaten immer noch eine Nation und ein Volk gibt. Schließlich kommt es im Einzelfall auch auf die Verantwortungsbereitschaft derjenigen an, die die Waffen doch schweigen ließen, und zwar trotz und nicht wegen der Verkündungen der SED-Führung, meine Damen und Herren. Auch sie haben Gewissen und Verantwortungsbereitschaft gezeigt. Reiner Kunze hat einmal gut zusammengefasst, was die sogenannte Ethik des SED-Regimes ausmachte. Er sagte: Im Mittelpunkt steht der Mensch. Nicht der Einzelne. – Unser Grundgesetz definiert das anders. Lassen Sie uns darauf gemeinsam stolz sein und mit Respekt darüber reden, wie wir das noch besser in Gesamtdeutschland mit Leben erfüllen können. Vielen Dank. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Matthias Höhn, Die Linke, ist der nächste Redner. (Beifall bei der LINKEN) Matthias Höhn (DIE LINKE): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Wenn wir heute über die historische Dimension des Widerstandes und der Demonstrationen im Herbst 1989 sprechen, dann muss man daran erinnern, dass dies wirklich Mut und auch echte Entschlossenheit verlangte. Jeder von uns Ostdeutschen wusste, dass sein individuelles Verhalten nicht unbemerkt blieb. Niemand konnte sicher sein, wie die DDR-Staatsführung reagieren würde und welche Konsequenzen Widerstand haben würde. Bevor sich Tausende Demonstranten zum Beispiel auf dem Leipziger Ring gegenseitig über ihre bloße Zahl, durch ihre Geschlossenheit schützen konnten, standen viele einzelne, ganz private Entscheidungen an, dieses hohe Risiko einzugehen. 30 Jahre danach sind wir weiterhin dankbar für diesen Mut. 30 Jahre danach sind wir dankbar für jede Entscheidung, die diese Revolution als eine friedliche in die Geschichtsbücher eingehen ließ. (Beifall bei der LINKEN) Gedenktage sind allerdings auch Brücken zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Der Herbst 1989 wird mittlerweile von vielen Menschen in Ostdeutschland ins Verhältnis gesetzt zu dem, was danach kam. Während die Bundesregierung seit 30 Jahren Festreden hält, ziehen die Menschen Bilanz, und sie ziehen eine gemischte Bilanz. 30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs wählen viele Menschen gar nicht mehr, oder sie wählen autoritäre und nationalistische Parteien. Demokratische Parteien, das Parlament und die liberale Demokratie sind für viele kein Wert mehr an sich. Aber neben der nationalistischen Debatte gibt es längst eine progressive Gegenpolitisierung, die ebenfalls nicht gehaltene Versprechen der Demokratie hinterfragt. Diese Gegenpolitisierung hinterfragt die EU-Politik, die Bankenmacht und die Antiklimalobby. Sie fragt nach Chancengleichheit und nach Arbeitnehmerrechten in digitalen Zeiten, und diese müssen wir stärken, wenn wir uns die letzten Wahlergebnisse anschauen. (Beifall bei der LINKEN) 1989 mit diesen neuen Kämpfen zu verbinden, heißt doch, die Demokratie als Wechselspiel von Freiheit und sozialen Sicherheiten weiterzuentwickeln. Davon atmet der Antrag der Koalition allerdings absolut nichts. Sie verkoppeln auch heute wieder – liebe Katrin Budde, ich wäre dankbar, wenn deine Rede Inhalt des Antrags gewesen wäre – (Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Dr. Volker Ullrich [CDU/CSU]: War eine gute Rede!) 1989 ausschließlich mit der DDR als Diktaturgeschichte. Aber die zentrale Debatte darüber, wie Menschen solidarisch zusammenleben wollen und können, läuft heute ab und nicht in einer eingefrorenen Vergangenheit. (Beifall bei der LINKEN sowie der Abg. Sylvia Kotting-Uhl [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]) Nach einem kurzen Jahr der demokratischen Selbstermächtigung zwischen 1989 und 1990 folgte mit der Treuhand das Gegenteil von Mitbestimmung und gesellschaftlicher Teilhabe in Ostdeutschland. Nach dem Zusammenbruch des Staatssozialismus konnte der Markt radikal schalten und walten. (Dr. Stefan Ruppert [FDP]: Das ist ja eine Frechheit! Kein Moment der Selbstreflektion!) Wer die Dominanz des Westens im Osten ansprach, musste lange viel einstecken. Die immer weiter bestehenden Unterschiede bei Löhnen, bei Renten und bei Vermögen sind als Übergangsprobleme kleingeredet worden. Heute müssen wir feststellen, dass der sozioökonomische Kahlschlag zusammen mit dem Elitenthema und der enormen Abwanderung verheerend auf die politische Stimmung wirkt. Sie können nicht weiter den Heldenmut von 1989 in Ihren Reden feiern, ohne zur Kenntnis zu nehmen, wie tief viele dieser Helden in den Monaten danach gefallen sind. (Beifall bei der LINKEN sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN) Wie also würdigen wir in diesem Jahr den Herbst 1989? Wir würdigen ihn, indem wir und vor allem die Bundesregierung endlich Politik für ostdeutsche Interessen machen. Die Vertreterinnen und Vertreter aller Parteien haben in diesem Jahr, auch heute wieder, ein neues Wort für sich entdeckt. Ich höre immer wieder, man müsse die „Lebensleistung“ der Ostdeutschen anerkennen – in Ihren Anträgen, die heute vorliegen, fehlt dieses Wort dagegen wieder –; aber vor der Leistung kommt das Leben, und das war eben auch ein Leben in der DDR. Sie begreifen das – ungeachtet aller gesellschaftlichen Debatten, die derzeit stattfinden – leider immer noch nicht. Die DDR-Gesellschaft wird von der Koalition und auch von der FDP in ihren Anträgen weiterhin auf einzelne Punkte reduziert: (Dr. Stefan Ruppert [FDP]: Wo ist denn Ihr Beitrag?) Diktatur, Widerstand und Zwang. Alles andere aus der DDR bleibt für Sie ein Niemandsort. (Dr. Marco Buschmann [FDP]: Erkennen Sie das doch mal an! Versuchen Sie doch nicht, das wegzureden!) Es gibt keine Lebenserfahrung aus dem Osten in der kollektiven Öffentlichkeit der Bundesrepublik. Ohne Lebenserfahrung gibt es auch nichts Legitimes, nichts, was wert war an aktivem Versuch oder auch passiver Duldung, um nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs eine andere Gesellschaft aufzubauen. Ohne Legitimation kann man auch nichts leisten, nicht vor 1989 und auch nicht danach. So muss man leider die Deklassierung der Ostdeutschen verstehen, meine sehr verehrten Damen und Herren. (Ulrich Lechte [FDP]: Das ist doch ein Wolkenkuckucksheim, das Sie da zeichnen! – Christoph Bernstiel [CDU/CSU]: Sie sind in der falschen Partei!) Dem Dank an die mutigen Frauen und Männer von 1989 schließe ich mich an. Aber Sie müssen endlich verstehen, dass Sie diesen Dank entwerten, wenn Sie Ostdeutschland zur bloßen Geschichtsstunde machen. Herzlichen Dank. (Beifall bei der LINKEN) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Die nächste Rednerin ist die Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Katrin Göring-Eckardt. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Katrin Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Einmal im Leben die eigenen Träume Wirklichkeit werden lassen, die Fesseln abwerfen, Mauern einreißen – wer möchte das nicht? Die Bürgerinnern und Bürger der DDR haben das erlebt. Ein Traum wurde Wirklichkeit, ein Traum wurde wahr. Ganz am Anfang waren es nur wenige, die Leib und Leben der Gefahr ausgesetzt haben. Die lähmende Angst war allgegenwärtig. Menschen gingen auf die Straße gegen Wahlfälschung und für Ausreise. Wir bedanken uns heute bei all denjenigen, die so viel riskiert haben. Wir bedanken uns heute bei all denjenigen, die sich an der Friedlichen Revolution beteiligt haben in einer Zeit, in der nicht klar war, dass sie friedlich bleiben würde. Es ist schade, dass Sie das in Ihrem Antrag nicht so würdigen, wie es eigentlich gewürdigt werden müsste. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Wir wissen ja spätestens seit der Niederschlagung der Aufstände vom 17. Juni, dass die DDR-Diktatur ihre Macht mit Gewalt verteidigen würde. Wir wissen, dass die Bilder vom Platz des Himmlischen Friedens bei den Bürgerrechtlern und vielen anderen Menschen in der DDR Angst ausgelöst haben; aber sie sind unbeugsam geblieben, übrigens über viele Jahrzehnte. Ich erinnere an Pfarrer Brüsewitz, der sich in den 70er-Jahren verbrannt hat. Ich erinnere an die Gruppen in den kirchlichen Kreisen, an den konziliaren Prozess der DDR, im Zuge dessen man sich um Frieden, Gerechtigkeit und übrigens auch um die Bewahrung der Schöpfung gekümmert hat. Ich erinnere an all diejenigen, die Tag für Tag riskierten, im Gefängnis zu landen, und wussten, dass sie ihres Lebens nicht mehr froh werden würden, wenn das tatsächlich passiert. Ich erinnere an diejenigen, die dafür gesorgt haben, dass diese Revolution stattfinden konnte und friedlich blieb, und die unbeugsam waren bis in den Herbst 1989 hinein. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD) Meine Damen und Herren, später wurden es mehr. Bei mir war es zuerst die Junge Gemeinde. Im Herbst 1989 bin ich mit meinem Sohn, der nur ein paar Wochen alt war, zu Friedensgebeten und auf Demonstrationen gegangen. In den Nebenstraßen standen die Wasserwerfer. Später wussten wir auch, wer auf den Listen für die Internierungslager gestanden hat. Ich werde nicht vergessen, dass ich immer ein paar Minuten eher gegangen bin in der Sorge, dass Gewalt ausbrechen würde. Ich werde auch nicht vergessen, dass wir uns zu Hause immer abgesprochen haben: Was machen wir, wenn wir zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht zu Hause ankommen? Was muss dann geschehen? Wen rufen wir an? Wie sorgen wir dafür, dass dieses Kind aufwachsen kann? – Ich habe es trotzdem gemacht, weil ich damals der Überzeugung war, dass das Aufwachsen in Freiheit, die Möglichkeit, in einem demokratischen Land zu leben, so unendlich viel wichtiger ist als alles andere, sodass es richtig ist, ein Risiko einzugehen. Ich bin sehr froh darüber, dass mein Sohn und auch der zweite heute sagen: Die Demokratie zu verteidigen, ist ganz zentral. – Und das tun wir heute in unserem Land, übrigens auch gegenüber allen, die versuchen, unser Land zu spalten, die unsere Demokratie mit neuem Autoritarismus und mit neuen Anwandlungen von diktatorischem Handeln grundsätzlich infrage stellen. Wir lassen nicht zu, dass die Demokratie gefährdet wird, meine Damen und Herren. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der CDU/CSU, der SPD, der FDP und der LINKEN) Am Anfang waren es wenige, und daneben standen Menschen mit ihren Einkaufsbeuteln. Später haben sie sich eingereiht. Dann waren es sehr viele, die auf die Straße gegangen sind. Jemand hat gesagt – Frau Budde hat es angesprochen –: Wir haben mit allem gerechnet, nur nicht mit Kerzen und Gebeten. – Die Friedliche Revolution, die friedlich geblieben ist, hat übrigens nicht Helmut Kohl gemacht, die haben die Menschen in der DDR gemacht, Frau Connemann. Das zu würdigen, ohne so zu tun, als ob es doch irgendjemand anderes gewesen ist, könnte diese Debatte heute in aller Ehrlichkeit vertragen. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, bei der SPD und der LINKEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU – Christoph Bernstiel [CDU/CSU]: Haben Sie den Antrag nicht gelesen?) Wenn ich mir Ihren Antrag und übrigens auch die Redner auf der Redeliste der Union anschaue, dann muss ich sagen: Es fehlt noch was anderes. Es fehlt der Blick auf das gemeinsame Europa. Wo ist eigentlich die Würdigung der Revolutionen in den anderen osteuropäischen Ländern? (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Warum kommt bei Ihnen Polen nicht vor, Polen und die Solidarnosc, das Land, wo es begonnen hat, übrigens auch mit Wojtyla, Papst Johannes Paul II.? Warum kommen eigentlich die Charta 77 und Vaclav Havel nicht vor? Warum kommen diejenigen nicht vor, die die Wegbereiter waren? Ich erinnere an die Grenzöffnung in Ungarn. Das wäre übrigens ein wichtiges Signal an Herrn Orban gewesen, der die Freiheit und die Demokratie infrage stellt. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD, der FDP und der LINKEN – Jürgen Braun [AfD]: Der Orban war immer ein mutiger Mann!) Dort hat damals das gemeinsame Europa begonnen. Das war die Grundlage, das war der Grundstein für das, was wir heute haben. Was Sie zu dem Umgang mit den Opfern von damals gesagt haben, ist ja richtig. Ich will Ihnen aber dezidiert sagen: Das, was Sie sagen, hätten Sie schon lange machen können. Ich denke an die Heimkinder, die Zwangsadoptierten, die Opfer des SED-Unrechts, die heute immer noch in einer schwierigen sozialen Lage sind. Sie müssen sich wirklich fragen lassen: Warum haben Sie da nicht längst etwas gemacht? Wir hören Bekenntnisse, Sie reden von Helden und Beauftragten. Das alles ist richtig und schön, aber am Ende des Tages braucht es eben richtiges, echtes Handeln. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie der Abg. Katrin Budde [SPD]) Ich will zum Schluss sagen, dass ich glaube, dass wir das, was damals im Übergang passiert ist – die freien Volkskammerwahlen, aber eben auch die runden Tische und der Versuch, gemeinsam Bündnisse zu schmieden und in Bündnissen zu handeln –, heute würdigen müssen, wenn es um die Frage geht, was wir unter Demokratie verstehen. Es geht nämlich nicht darum, dass man irgendetwas macht und es dann gut oder schlecht verkauft. Es geht auch nicht darum, zu sagen: Jetzt bearbeiten wir dieses oder jenes Thema, weil die Leute das zu mögen scheinen. – Nein, es geht darum, gemeinsam etwas zu erarbeiten. Demokratie und Freiheit sind eine Aufgabe. Es geht darum, über die Opfer zu reden, aber auch über diejenigen, die die Freiheit genutzt haben, die Unternehmerinnen und Unternehmer, die Ärztinnen und Ärzte, die Künstlerinnen und Künstler und die Hebammen, die sich selbstständig gemacht haben, also all diejenigen, die gezeigt haben, dass sie etwas mit der Freiheit anfangen können. Es geht um beides: um die Würdigung dessen, was war, und um die Würdigung dessen, was ist. Es geht darum, dass wir die Demokratie verteidigen, jeden Tag und im Zweifelsfall immer von Anfang an, in Ost wie in West. Es geht um diejenigen, die heute ihren Rücken geradehalten, auch wenn sie Hass und Hetze erleben, Bedrohungen ausgesetzt sind – in Ost und West – und sogar ermordet werden, wie Herr Lübcke in diesen Tagen. Herzlichen Dank. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, der FDP und der LINKEN) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Elisabeth Motschmann, CDU/CSU, ist die nächste Rednerin. (Beifall bei der CDU/CSU) Elisabeth Motschmann (CDU/CSU): Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Erinnern, danken, bewahren – das ist das Motto meiner Rede. Die Friedliche Revolution 1989 gehört zu den glücklichsten Momenten der jüngeren deutschen Geschichte. (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU) Die Erinnerung an dieses Jahr ist Grund zur Freude. Frauen und Männer der damaligen DDR haben für ihre Freiheit gekämpft. Das war mutig, und dafür können wir jedem Einzelnen danken. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP und der Abg. Katrin Budde [SPD]) Fast auf den Tag genau vor 30 Jahren, am 7. Juni 1989, versammelte sich eine kleine Gruppe von Demonstranten in unserer Nähe hier, nämlich vor der Sophienkirche. Sie protestierten gegen den nachgewiesenen Wahlbetrug bei den Kommunalwahlen am 7. Mai in der DDR. Wer den SED-Staat kritisierte, musste mit harten Konsequenzen rechnen. Selbstverständliche Menschenrechte wie Meinungsfreiheit, Reisefreiheit, freie Wahlen und freie Medien wurden den DDR-Bürgern vorenthalten. Die Toten an der Mauer, die Inhaftierten in den menschenunwürdigen Gefängnissen der Stasi, die Zwangsadoptionen, die Heimkinder, die Opfer der Stasispitzel und die vielen, die unter der permanenten Alltagsrepression der SED-Diktatur zu leiden hatten, dürfen wir niemals vergessen. (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und des Abg. Benjamin Strasser [FDP]) Das sei allen gesagt, die die DDR-Zeit im Rückblick verklären. Eine Diktatur kann man niemals verklären. (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der FDP) Aus dem Protest einiger weniger entwickelte sich ein Massenprotest. Eine Bewegung wurde ausgelöst, die schließlich zu den großen Montagsdemonstrationen in vielen Städten der DDR mit dem Ruf „Wir sind das Volk“ führten. Auf diese Demonstranten können wir sehr stolz sein. Im Westen – auch daran will ich erinnern – ergriff Helmut Kohl die einmalige Chance zur Wiedervereinigung. Bereits am 28. November 1989 formulierte er in einer Rede vor dem Deutschen Bundestag ein Zehnpunkteprogramm zur Neuregelung der deutsch-deutschen Beziehungen und zur Lösung der deutschen Frage. Er überraschte damit das Ausland, die Alliierten, die DDR-Führung, aber auch die Bundestagsopposition. Helmut Kohl ergriff damit sehr früh und sehr schnell die Chance zur Wiedervereinigung. Ohne die tapferen Polen und ihre Freiheitsbewegung Solidarnosc, ohne Lech Walesa, ohne die Ungarn und ohne viele europäische Mitspieler – so nenne ich sie mal – wäre es vielleicht nicht so schnell gegangen. Dennoch hat es Helmut Kohl zu Recht verdient, als Kanzler der Einheit bezeichnet zu werden. (Beifall bei der CDU/CSU – Renate Künast [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Um den geht es doch überhaupt gar nicht!) Zur historischen Wahrheit gehört aber auch, dass die Stimmung in Westdeutschland mit Blick auf eine Wiedervereinigung zunächst eher kritisch war. Ich erinnere mich an Demonstrationen in Bremen. Auf den Plakaten und Transparenten war zu lesen – man höre und staune –: „Für die Souveränität der DDR“, „Kein 4. Reich“, „... nie wieder Deutsches Reich“, „Gegen nationale Besoffenheit“. Insbesondere Vertreter der EKD, Frau Göring-Eckardt, der Evangelischen Kirche in Deutschland, und auch einige Politiker der SPD standen der Wiedervereinigung skeptisch bis ablehnend gegenüber. (Katrin Göring-Eckardt [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ich selbst auch!) Walter Momper erklärte, dass es nicht um Wiedervereinigung, sondern um Wiedersehen gehe. Manfred Stolpe erklärte die Wiedervereinigung als ausgesprochen friedensgefährdend. (Jan Korte [DIE LINKE]: Das stand doch gar nicht zur Debatte zu der Zeit! Meine Güte!) Auch daran darf man heute erinnern. Ich könnte dazu noch sehr viel mehr sagen. (Jan Korte [DIE LINKE]: Besser nicht!) Was gehört nun – das gehört ja zu meinem Motto – zum Bewahren? Dazu brauchen wir die Stasi-Unterlagen-Behörde, ein Mahnmal für die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft, Forschungseinrichtungen, Zeitzeugen, die Unterstützung der Opfer und ihrer Verbände sowie Gedenkveranstaltungen. Bei dieser Gelegenheit möchte ich ganz besonders jenen danken, die hier Arbeit leisten. Stellvertretend nenne ich – er sitzt hier auf der Tribüne – Roland Jahn von der Stasi-Unterlagen-Behörde, Anna Kaminsky von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und stellvertretend für die Opferverbände Frank Ebert. Ihnen allen sei ganz herzlich Dank für ihre notwendige Arbeit gesagt. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD, der AfD, der FDP, der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN) Ich glaube, keine Worte können den damaligen Wunsch der Menschen in Ostdeutschland besser auf den Punkt bringen als unsere gemeinsame Nationalhymne: Einigkeit und Recht und Freiheit  für das deutsche Vaterland!  Danach lasst uns alle streben  brüderlich mit Herz und Hand! In diesem Sinne müssen wir an diese Geschichte zurückdenken. Vielen Dank. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der FDP und der Abg. Katrin Budde [SPD]) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Nächster Redner ist der Kollege Dr. Marc Jongen, AfD. (Beifall bei der AfD) Dr. Marc Jongen (AfD): Herr Präsident! Werte Abgeordnete! Die Revolutionstage des Jahres 1989 in der damaligen DDR konnte ich als Student in Wien damals nur über die Medien mitverfolgen. Aber selbst über das Fernsehen haben sich die dramatische Spannung, die Hoffnung und schließlich die euphorische Freude vermittelt, die mit der friedlichen Revolution und dem Mauerfall einhergingen. Der Ruf „Wir sind das Volk“ in den Straßen Leipzigs und andernorts war ursprünglich eine Art Bannzauber, der die sogenannte Volkspolizei davon abhalten sollte, auf die friedlichen Demonstranten zu schießen: Wir sind nicht die Rowdys, als die die Staatsführung uns hinstellen will – nicht das „Pack“, wie es in der heutigen Terminologie heißt –; wir sind das Volk, und ihr, die Polizei, seid da, um uns zu schützen. – Daraus wurde: Wir sind ein Volk. Die deutsche Teilung muss enden. Dieses Mutes, dieses Freiheitswillens und auch dieses Patriotismus in vielfacher Art zu gedenken, ist wichtig und überfällig. Das periodische Wiederaufleben der Euphorie jener Tage kann das Wirgefühl stärken, das alle Deutschen – bis auf ein paar verbiesterte Sozialisten in Ost und West – damals erfasst und vereint hat und das so wichtig ist für den Zusammenhalt einer Nation. (Beifall bei der AfD) Die Anträge der Regierung und der FDP enthalten insofern durchaus viel Zustimmenswertes. An entschei denden Stellen lassen beide Anträge aber befürchten: Das Gedenken an die friedliche Revolution wie vor allem auch an das Unrecht der SED-Diktatur soll hier wieder einmal für gegenwärtige politische Zwecke instrumentalisiert und damit verdorben werden, ganz ähnlich wie wir es schon von bestimmten Formen der NS-bezogenen Erinnerungskultur kennen. (Beifall bei der AfD) Ich sage Ihnen auch, warum. Im Regierungsantrag steht: Der Deutsche Bundestag verwahrt sich gegen die Vereinnahmung der Losungen und Errungenschaften des Herbstes 1989 unter anderem durch nationalistische, antidemokratische Parteien und Bewegungen. (Beifall der Abg. Leni Breymaier [SPD] – Katrin Budde [SPD]: Das ist auch richtig, notwendig und wichtig!) Wenn Sie von der Regierung und der Pseudoopposition sich immer so gern als die „demokratischen Fraktionen“ bezeichnen, dann wissen wir natürlich auch, wer mit „antidemokratisch“ gemeint sein soll, (Beifall der Abg. Sylvia Kotting-Uhl [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Fühlen Sie sich angesprochen? Oder warum reden Sie jetzt darüber?) nämlich die einzige echte Opposition in diesem Land, die bösen Populisten von der AfD. (Beifall bei der AfD – Thomas Hacker [FDP]: Sie haben es erkannt, Herr Dr. Jongen!) Frau Connemann, Sie sollten sich schämen, diese Infamie hier explizit zu verbreiten. (Zuruf von der AfD: Sehr richtig!) Der FDP-Antrag wird noch deutlicher. „Antiliberale Kräfte des Rückschritts“ wollen angeblich „die Dialogfähigkeit sowie Toleranz unserer freiheitlichen Gesellschaft negieren“. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN) Die Auseinandersetzung mit der SED-Diktatur bietet die Chance, – so schreiben Sie in schönster Offenheit – diese Gefahren in der Gegenwart zu erkennen. In volkspädagogischer Überheblichkeit wollen Sie das verstockte Volk, vor allem im Osten, darüber aufklären, wofür es damals in Wahrheit auf die Straße gegangen ist, (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Sehr interessant, wo Sie sich immer angesprochen fühlen!) nämlich für Toleranz, Vielfalt und Weltoffenheit. – Das ist doch nicht Ihr Ernst, meine Damen und Herren. (Beifall bei der AfD) Die Menschen sind damals für Freiheit, Recht und Einigkeit auf die Straße gegangen. (Monika Lazar [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sie müssen es ja wissen!) Das Erkämpfte wollen und werden sie sich nicht nehmen lassen. Wundern Sie sich bitte nicht, warum die AfD in den neuen Bundesländern immer stärker wird. Die Menschen dort sind nicht so dumm, wie Ihre Anträge das dreist suggerieren. (Beifall bei der AfD) Die Ostdeutschen haben ein sehr feines Gespür dafür, wenn sie von oben wieder gegängelt und belehrt werden, wenn Medien nicht mehr kritisch berichten, sondern propagandistisch eine Einheitsmeinung vertreten. Das kennen sie nämlich, das erinnert sie verdächtig an die DDR. Wenn daher heute in Dresden und anderswo in Mitteldeutschland wieder „Wir sind das Volk“ gerufen wird, dann ist das kein Missbrauch dieser Parole, Frau Connemann, dann lebt der damalige Widerstand authentisch wieder auf. (Beifall bei der AfD) Es ist ein Hohn, wenn Ihre Anträge diesen Mut und diese Liebe zum eigenen Land ausgerechnet im Namen der Revolution von 1989 als antidemokratisch verketzern wollen. (Zuruf der Abg. Anke Domscheit-Berg [DIE LINKE]) Ich komme zum Schluss. Natürlich ist die Bundesrepublik nicht die DDR. Aber 30 Jahre nach deren Ende tauchen einige ihrer Merkmale gespenstisch wieder auf. Schuld daran sind gewiss nicht die Populisten, sondern die Kryptosozialisten in den Altparteien, bald wohl wieder Blockparteien. (Beifall bei der AfD) Lassen Sie ab von Ihrer Arroganz! Nehmen Sie die heutigen Dissidentenstimmen ernst! Treten Sie mit den Dissidenten in den Dialog! (Monika Lazar [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Ganz gewiss nicht!) Die DDR sei Ihnen Mahnung. Vielen Dank. (Beifall bei der AfD) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Jetzt erteile ich das Wort dem Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg, Dietmar Woidke. (Beifall bei der SPD) Dr. Dietmar Woidke, Ministerpräsident (Brandenburg): Sehr geehrter Herr Bundestagspräsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ich war im Herbst 1989 28 Jahre alt und habe unweit von hier in der Invalidenstraße an der Humboldt-Uni gearbeitet. Ich war am 7. Oktober 1989 nicht im, sondern vor dem Palast der Republik. Sie haben wahrscheinlich auf Bildern gesehen, dass dort damals demonstriert worden ist. Ich war an diesem 7. Oktober danach in der Schönhauser Allee und habe gesehen, wie Menschen zusammengeschlagen wurden. (Lachen bei Abgeordneten der AfD) – Darüber können Sie ruhig lachen; das passt zu Ihnen. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, der FDP, der LINKEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Britta Haßelmann [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das spricht für sich!) Ich habe gesehen, wie Menschen weggeschleppt wurden, wie Menschen in den Knast gebracht und misshandelt wurden. Ich habe gesehen – das ist das Bild, das sich mir aus dieser Nacht eingebrannt hat; ich habe damals am Rosenthaler Platz gewohnt und bin von der Schönhauser Allee über die Kastanienallee nach Hause gelaufen –, dass eine Straßenbahn hinter der anderen stand; das war damals die Linie 49. In der Nacht des 7. Oktober habe ich mir gedacht: Wie geht es weiter? Was kann passieren? Dann kam der 9. Oktober in Leipzig. An diesem 9. Oktober – man konnte es fast hören – gab es ein riesengroßes Aufatmen, ein Aufatmen darüber, dass die Proteste in Leipzig – damals sind Hunderttausende auf die Straße gegangen – friedlich geblieben sind, dass das Regime nicht durchgegriffen hat, wie es vorher angedroht wurde, sondern sich Vernunft durchgesetzt hat. Dann gab es am 4. November die große Demonstration auf dem Alexanderplatz; das war schon ein Zeichen in die richtige Richtung. Es gab den Wechsel an der Spitze der SED und vieles andere mehr. Es gab einen Satz von Egon Krenz, der vielleicht erklärt, warum ich den Begriff „Wende“ heute noch nicht leiden kann. (Beifall der Abg. Katrin Budde [SPD]) Er hat nämlich gesagt: „Die Wende ist eingeleitet“, und meinte damit die Wende der SED. (Beifall bei der SPD, der FDP, der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich hatte auch das Glück, in der Nacht des 9. November auf der Bornholmer Brücke dabei zu sein, als die Mauer gefallen ist. Als wir aus dem aufgrund des Grenzregimes hell erleuchteten Osten in den Westen gegangen sind, standen wir ungläubig da und haben gesagt: Hier ist es ja dunkler als im Osten. (Heiterkeit bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN) Ich glaube, das ist heute noch so. Sie können den Weg vielleicht noch einmal gehen. Aber das Wort dieser Nacht und in den Wochen danach war „Wahnsinn“; es stand teilweise groß in den Zeitungen. Es war ein Gefühl der Freiheit, ein Gefühl der Grenzenlosigkeit, das ich mir vorher in dieser Art nicht hätte vorstellen können, ein riesengroßes, gutes Gefühl, entstanden auch durch die vielen Dinge, die dann in schneller Folge passiert sind. Ich muss auch sagen: Es gehört zur Geschichte, dass damals Bundeskanzler Helmut Kohl diese Chance ergriffen hat und gemeinsam mit den Verbündeten, aber auch gemeinsam mit der damaligen Sowjetunion dafür gesorgt hat, dass die Rahmenbedingungen für die Herstellung der deutschen Einheit gesetzt werden konnten und die deutsche Einheit dann vollzogen werden konnte. (Beifall bei der SPD und der CDU/CSU) Allerdings war diese Zeit der Hoffnung, diese Zeit des Aufbruchs für viele Menschen in Ostdeutschland auch eine Zeit des großen Umbruchs: Arbeitsplätze sind innerhalb weniger Jahre verschwunden. Es gab damals, muss man heute sagen, Massenarbeitslosigkeit. Es gab Hoffnungslosigkeit. Es gab Perspektivlosigkeit. Viele junge Menschen haben das Land deshalb verlassen. Ich glaube, wenn wir heute zurückblicken, muss man für das, was wir erreicht haben, dankbar sein. Die schweren 90er-Jahre sind überstanden, auch dank der Hilfe und der Solidarität in Deutschland insgesamt, für die ich hier Danke sagen möchte. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU, der FDP und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN) Ich sage Danke, aber gleichzeitig: Es gibt noch viel zu tun. Wir haben unterschiedliche Rentenrechte; das verstehen die Menschen nicht. Dabei geht es nicht um 1,20 Euro mehr oder weniger im Monat. Es geht einfach darum, dass wir eine gleiche Rechtsetzung in Deutschland brauchen und wollen. Es geht um Unterschiede in der tariflichen Bezahlung: 80 Prozent dessen, was in Westdeutschland im Durchschnitt verdient wird, wird in Ostdeutschland verdient. Da muss dringend etwas getan werden. Die Bezahlung muss steigen, damit wir auch in diesem Bereich weiter vorankommen. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und der Abg. Anke Domscheit-Berg [DIE LINKE]) Auch wenn wir weiter vor großen Herausforderungen stehen, wir stolz sein können auf das, was wir geschafft haben, und wir die Probleme angehen, sollten wir eines aus der friedlichen Revolution 1989 gelernt haben: Schaffen können wir das alles nur im Miteinander und nicht in Spaltung, in Hetze oder in Intoleranz. Die Leistungen, die vollbracht worden sind, sind eine gemeinsame Leistung. Lassen Sie uns gemeinsam dafür arbeiten, dass Deutschland in allen seinen Teilen weiter erblüht. Herzlichen Dank. (Beifall bei der SPD, der FDP und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Nächster Redner ist der Kollege Thomas Hacker, FDP. (Beifall bei der FDP) Thomas Hacker (FDP): Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es waren die Menschen – Menschen wie du und ich –, die vor 30 Jahren genau das getan haben, was wir doch alle für richtig halten: Aufstehen gegen Ungerechtigkeit und Unfreiheit, Aufstehen gegen Willkürherrschaft und Unterdrückung, Aufstehen gegen Verachtung und Verfolgung Andersdenkender. Ja, wenn es denn so einfach wäre, dieses Aufstehen. Zum Aufstehen gehört Mut; schließlich, wenn man weiß, dass dadurch die Familie gefährdet sein kann. Dazu gehört unbeschreiblich großer Mut, wenn man befürchten muss, dass die Polizei oder die Armee die Waffen gegen die eigenen Bürgerinnen und Bürger richtet. Diese Gefahr für das eigene Leben war im Jahr 1989 eine ganz reale Gefahr. Schon mehrfach rollten im Kommunismus die Panzer gegen die Bevölkerung. In Peking wurde die demonstrierende Jugend Chinas auf dem Platz des Himmlischen Friedens niedergemetzelt. Wer von uns, liebe Kolleginnen und Kollegen, hätte diesen Mut aufgebracht, das eigene Leben zu riskieren, um für die Freiheit zu kämpfen? Wohl die allerwenigsten. Es waren die Menschen in der DDR, die genug hatten von einem Staat, der unterdrückt, die ihr Leben riskierten und die Mauer niederdrückten. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD) Menschen fanden sich zusammen in den Kirchen und außerhalb – immer mehr Menschen im Einsatz für Menschenrechte, Umweltschutz, Frieden, Demokratie und Freiheit, und sie gingen auf die Straße. Bürger der DDR flohen in die Botschaften der Bundesrepublik und erhöhten so den internationalen Druck auf das eigene Regime. Die Welt geriet in Bewegung. Die Proteste nahmen zu. Der Zaun zwischen Ungarn und Österreich wurde zerschnitten. Hans-Dietrich Genscher konnte den Prager Botschaftsflüchtlingen ihre Ausreise verkünden. Die Montagsdemonstrationen in Leipzig schwollen an. Der Funke der Freiheit sprang auf andere Städte über. Hunderttausende gingen auf die Straße – immer wieder –, und die Mauer fiel. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD) Jetzt ging es los. Runde Tische ersetzten staatliche Repression. Die Stasiunterlagen wurden erobert und gesichert. Die ersten demokratischen Volkskammerwahlen fanden statt. Meine Damen und Herren, wir erinnern uns heute dankbar an die mutigen Bürgerinnen und Bürger der DDR und spüren doch die Verantwortung, die uns bleibt im Zusammenwachsen unseres geeinten Landes, im Einsatz für die Opfer des DDR-Regimes, im Kampf für Toleranz, Rechtsstaatlichkeit, Mitmenschlichkeit, Demokratie und Freiheit, aber auch im Kampf gegen illiberale Kräfte im In- und Ausland. Unser Wissen und die Aufarbeitung der Vergangenheit sind der Schutzschild unserer freien Gesellschaft gegen die Demagogen und Verführer von heute. Herr Dr. Jongen, Sie haben es genau erkannt. (Beifall bei der FDP sowie der Abg. Katrin Budde [SPD]) Nie, liebe Kolleginnen und Kollegen, dürfen wir vergessen, was die Menschen vor 30 Jahren auf die Straße trieb, was die Kraft entfacht, die Mauern einreißen und Brücken bauen kann: Es ist die Sehnsucht der Menschen nach Freiheit. Vielen Dank. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Für die Bundesregierung erteile ich das Wort dem Parlamentarischen Staatssekretär Christian Hirte. (Beifall bei der CDU/CSU) Christian Hirte, Parl. Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie: Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! In diesem Jahr würdigen wir 30 Jahre Mut der DDR-Bürgerrechtsbewegung. Was so banal klingt, das muss man natürlich auch einordnen, vor allem historisch. Es ist schon einige Male angeklungen: Ziemlich exakt heute vor 30 Jahren gingen Bilder aus China um die Welt, die durchaus andere Möglichkeiten auch für die DDR vorstellbar machten. Überall auf der Welt war vor 30 Jahren aber der Kommunismus in seiner damaligen Form angegriffen. Die Fassade des Sozialismus hatte Risse bekommen, auch in der DDR. Die Sowjetunion etwa experimentierte mit Glasnost und Perestroika – heute weiß man: nicht allzu erfolgreich. (Monika Lazar [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Damals war es aber auch wichtig!) Wir hatten auch – das ist schon richtigerweise angesprochen worden – die Bewegungen in Ungarn und vor allem in Polen. Dort war der real existierende und regierende Kommunismus bereits am stärksten am Bröckeln. Dort hatten sich die Regierung und Solidarnosc bereits am runden Tisch auf den schrittweisen Abschied vom Monopol der Kommunistischen Partei verständigt. Auch in der DDR stellte eine wachsende Zahl von Menschen schon in den Jahren 1988, aber eben auch 1989 Ausreiseanträge. Friedens- und Umweltgruppen hatten Konjunktur, während die Versorgungslage angespannt blieb. Während die meisten Bürger in der DDR passiv blieben, wurden erst wenige und später immer mehr Menschen aktiv. Spätestens im Mai 1989 führten mutige Oppositionelle der staunenden Weltöffentlichkeit vor, nämlich bei den Kommunalwahlen in der DDR – es gab Wahlfälschungen –, dass die Lage dort kriselte. Das machte die Krise, die die DDR hatte, weltweit öffentlich. Ich rufe diese Ereignisse deswegen in Erinnerung, meine sehr geehrten Damen und Herren, weil eine wachsende Zahl von Menschen keine eigenen oder eben nur sehr wenige Erinnerungen an diese Umbruchszeit haben. Bei aller Ostalgie und vielleicht auch aktuellen Schwärmereien für den Sozialismus: 1989 hatte, was nur eine Frage der Zeit war, der Sozialismus abgewirtschaftet. Ein Weiter-so konnte es nicht geben. Ich bin einigen Vorrednern ausdrücklich dankbar – etwa der Kollegin Budde oder Herrn Woidke –, dass sie deutlich gemacht haben: Es war nicht eine Wende, sondern eine friedliche Revolution. Die Mauer ist nicht einfach umgefallen, sondern sie wurde aktiv zum Einstürzen gebracht. Es ist mir ganz wichtig, zu betonen, dass wir heute, 30 Jahre später, auch zurückschauen sollten und sehen sollten, dass die Bürger in der DDR sich selbst Freiheit und Demokratie erkämpft haben. Dieses Jahrhundertereignis bedarf quasi nicht nur unserer Würdigung, sondern, ich glaube, auch in besonderer Weise unserer Wertschätzung. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD) Bei allen Veränderungen im Sommer 1989 war längst noch nicht klar, wohin der Weg der DDR führt. Demokratie und Einheit kamen gerade nicht von selbst. Sie herbeizuführen, erforderte hohes persönliches Risiko, auch für die Familien. Dafür schuldet unser Land den Mutigen in der DDR Respekt und Dank. Erinnern sollten wir deswegen auch an diejenigen, die in der DDR Unrecht erlitten haben. Wir sprechen von einigen Hunderttausend Menschen, denen die SED-Diktatur Entwicklungsmöglichkeiten und sogar die Freiheit genommen hat. – Ich sehe Arnold Vaatz in unseren Reihen. Mich empört besonders, dass schon Kinder zu Opfern des Regimes wurden, wenn ihre Eltern politisch verfolgt wurden. Wie hart das Schicksal dieser Kinder sein konnte, hat die Untersuchung von Kinderheimen und Werkhöfen in der DDR gezeigt. In meinem Verantwortungsbereich wird darüber hinaus eine Studie zu mutmaßlichen Zwangsadoptionen in der DDR vorbereitet. Die Regierungsparteien haben in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, genau dieses Leid aufzuarbeiten und die Opfer materiell zu entschädigen. Eine entsprechende Änderung der Rehabilitationsgesetze ist Mitte Mai im Bundeskabinett beschlossen worden. Sie wird im Herbst im Parlament zur Beratung anstehen. Beschlossen wurde im Übrigen in genau dieser Kabinettssitzung auch eine Änderung des Stasi-Unterlagen-Gesetzes. Auch da wollen wir mit Transparenz sicherstellen, dass bis 2030 die Möglichkeit besteht, Untersuchungen für exponierte Positionen zu ermöglichen. Meine sehr geehrten Damen und Herren, heute beraten wir den Antrag der Regierungsfraktionen – und auch den der FDP –, der die Friedliche Revolution und ihre Protagonisten würdigen soll. Er spricht den Opfern der Diktatur Respekt aus, und er mahnt, diese Opfer und die Orte ihres Leidens nicht zu vergessen. Das sollten wir gemeinsam unterstützen. Dafür bitte ich um Ihre Zustimmung. Vielen Dank. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Voraussichtlich letzter Redner in dieser Debatte ist der Kollege Dr. Volker Ullrich, CDU/CSU. (Beifall bei der CDU/CSU) Dr. Volker Ullrich (CDU/CSU): Herr Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Unser Respekt gilt den Menschen, die vor 30 Jahren friedlich auf die Straße gegangen sind. Wir müssen die Ereignisse aus der Sicht von damals beurteilen. Im Juni 1989 hat die Führung der DDR die blutige Niederschlagung der Proteste auf dem Platz des Himmlischen Friedens noch mit einer Solidaritätsadresse verteidigt. Niemand konnte also wissen, ob es gut geht, und doch war der Drang nach Würde und nach Freiheit stärker als die Angst. Der Mut der Menschen war groß. Dieser Mut macht uns noch heute stolz in Ost und West, und dafür sagen wir auch in diesem Bundestag ein herzliches Dankeschön. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD) Die Würdigung der Friedlichen Revolution kann nicht geschehen, ohne den Staat zu betrachten, gegen den sie gerichtet war. In der DDR gab es weder Freiheit noch Rechtsstaatlichkeit. Es war ein Staat der Unterdrückung, der Willkür und des Unrechts. Das dürfen wir niemals vergessen, und das sollte uns daran erinnern, Geschichte nicht zu beschönigen. Die Ereignisse des Jahres 1989 wären auch nicht ohne eine europäische Dimension möglich gewesen. Es beginnt am 17. Juni 1953, setzt sich fort mit dem ungarischen Volksaufstand von 1956, mit dem Prager Frühling, mit der Solidarnosc-Bewegung, mit der Charta 77 und endet in einem gemeinsamen Aufstand von Bürgerechtlern und Kirchen gegen Unterdrückung im gesamten mittel- und osteuropäischen Bereich. Ohne diese europäische Dimension wäre es 1989 vielleicht auch bei uns anders gekommen. Besonders würdigen möchte ich auch die Rolle der Kirchen, vor allem deswegen, weil Christian Führer, der mittlerweile verstorbene Pastor der Leipziger Nikolaikirche, Friedenspreisträger meiner Heimatstadt Augsburg ist. In seinem Buch „Und wir sind dabei gewesen“ gibt es eine schöne Episode. Im Umfeld des Herbst 1989 haben Menschen vor der Nikolaikirche Kerzen aufgestellt. Wohl auf Anregung von oben, auf Anweisung der SED-Führung, sind diese Kerzen durch Arbeiter abgebaut worden. Und dann geschah etwas Wundersames, wie er in seinem Buch beschrieben hat: Die Arbeiter haben die Kerzen, die noch zu gebrauchen waren, aus dem großen Stapel herausgefischt, sie wieder aufgestellt und angezündet. Das ist im Kleinen eine große Botschaft der Friedlichen Revolution. Sie lehrt uns: Ist das Licht der Freiheit einmal entzündet, kann keine Kraft sie aufhalten. Das ist die wichtige Botschaft von damals, die auch heute in die Welt hinausstrahlt. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD) Wir müssen uns heute auch vor historischer Missdeutung in Acht nehmen. Die Parole „Wir sind das Volk!“ war eine Forderung nach Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. Wer Menschen herabsetzt, ausgrenzt oder sie wegen ihrer Religion oder Herkunft entwürdigt, kann nicht für sich in Anspruch nehmen, für das Volk zu sprechen. Das ist die Botschaft, die wir heute auch aussenden. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD) Wir brauchen, 30 Jahre nach der Friedlichen Revolution, eine authentische und würdige Erinnerungskultur. Wir brauchen weiterhin eine ehrliche und offene Aufarbeitung. Wir müssen voranschreiten bei der Frage der Aufarbeitung und Aufklärung von Zwangsadoptionen. Aber es geht um mehr: Freie Wahlen, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit dürfen niemals als Selbstverständlichkeit erachtet werden. Wir müssen sie leben und bewahren, weil wir wissen: Ist Freiheit erst einmal verloren, ist es umso schwieriger, sie wiederzuerlangen. Die Friedliche Revolution des Jahres 1989 und der Fall der Mauer waren eine glückliche Stunde der deutschen Geschichte. Sie ist heute Verpflichtung, für Demokratie, Menschlichkeit und Freiheit einzustehen, damit das auch für viele Menschen in der Welt, die heute unfrei sind, als Vorbild dienen kann. Herzlichen Dank. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Damit schließe ich die Aussprache. Interfraktionell wird Überweisung der Vorlagen auf den Drucksachen 19/10613 und 19/10614 an die in der Tagesordnung aufgeführten Ausschüsse vorgeschlagen. Sie sind damit einverstanden? – Das ist der Fall. Dann ist das so beschlossen. Dann rufe ich den Zusatzpunkt 3 auf: Beratung des Antrags der Abgeordneten Christian Dürr, Grigorios Aggelidis, Renata Alt, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP Schuldenbremse stärken und keine Lobby-Politik zulasten kommender Generationen Drucksache 19/10616 Überweisungsvorschlag: Haushaltsausschuss (f) Finanzausschuss Ausschuss für Wirtschaft und Energie Nach einer interfraktionellen Vereinbarung sind für die Aussprache 60 Minuten vorgesehen. – Auch dazu höre ich keinen Widerspruch. Dann ist auch das so beschlossen. Ich bitte diejenigen, die den Plenarsaal verlassen möchten, dies einigermaßen zügig zu tun, und die, die hierbleiben, bitte ich, Platz zu nehmen. Ich eröffne die Aussprache. Das Wort hat der Kollege Christian Dürr, FDP. (Beifall bei der FDP) Christian Dürr (FDP): Ganz herzlichen Dank. – Herr Präsident! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Wir feiern dieser Tage ein weiteres Jubiläum: zehn Jahre Schuldenbremse im Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland – eine Entscheidung vermeintlich nur finanzpolitischer Natur, aber zentral für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes, meine Damen und Herren. (Beifall bei der FDP) Erinnern wir uns zurück: Vorausgegangen waren Jahrzehnte der Verschuldung in diesem Land, kurzfristige Politik zulasten der zukünftigen Generationen und – der Gipfel – im Jahr 2000 der bewusste Verstoß einer rot-grünen Bundesregierung gegen die Verschuldungskriterien von Maastricht. Jede Bundesregierung hat ihren Anteil gehabt, aber das war der Gipfel. Rot-Grün hat damals gezeigt: Man braucht sich nicht an Recht und Gesetz zu halten. Deswegen ist es so wichtig, dass wir jetzt eine Schuldenbremse im Grundgesetz haben, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der AfD – Carsten Schneider [Erfurt] [SPD]: Herr Dürr, hat die FDP damals zugestimmt? Hat die FDP der Schuldenbremse zugestimmt? Nein!) Politische Absichtserklärungen, Herr Kollege Schneider, bringen nichts, wenn nicht einmal eine europäische Vereinbarung Politiker vom Machen immer neuer Schulden abhält. Deswegen war es damals ein riesiger Fortschritt, als im Jahr 2009 die Forderung der Freien Demokraten aus den 1990er-Jahren, eine Schuldenbremse einzuführen, Verfassungsrang erhalten hat. Wir erleben aber heute, dass genau diese Schuldenbremse wieder infrage gestellt wird. Die Kollegen der Linkspartei waren schon damals dagegen und halten sie auch heute für überflüssig. (Beifall bei der LINKEN – Alexander Graf Lambsdorff [FDP]: Das ist wenigstens konsequent!) – Ja, das ist interessant; ich komme darauf gleich noch zu sprechen. – Aus der SPD hören wir vermehrt Stimmen, die schwarze Null sei ein riesiger Fehler; man müsse eigentlich mit der Schuldenbremse Schluss machen. (Beifall bei Abgeordneten der LINKEN) Und jetzt kommen die Kollegen der Grünen. Der politische Geschäftsführer, Michael Kellner, fordert tatsächlich eine Aufweichung der Schuldenbremse. Meine Damen und Herren, das sind genau die drei Parteien, die sich jetzt anschicken, im zwar kleinsten, aber überschuldetsten Bundesland, nämlich Bremen, auch noch Regierungsverantwortung zu übernehmen und den Wahlverlierer Carsten Sieling wieder zum Bürgermeister zu wählen. Sie sind die Verschulder in diesem Land, um das in aller Klarheit zu sagen. (Beifall bei der FDP) Immer wieder wird behauptet, die Schuldenbremse verhindere Investitionen. (Dr. Gesine Lötzsch [DIE LINKE]: Ja, stimmt ja auch!) Das ist totaler Quatsch, meine Damen und Herren. (Dr. Gesine Lötzsch [DIE LINKE]: Das ist die Wahrheit!) Die Schuldenbremse macht keinerlei Vorgaben, dass die hohen Steuereinnahmen gerade der letzten Jahre mehr für Konsum und weniger für Investitionen ausgegeben werden sollen. Das, was die Bundesregierung – ich sage das auch in Richtung der Staatssekretärin – hier seit Jahren vorlegt, nämlich Haushalte mit immer niedrigerer Investitionsquote, ist nicht das Ergebnis der Schuldenbremse, das ist das Ergebnis schlechter Politik der Großen Koalition, um das auch klar zu sagen. (Beifall bei der FDP sowie des Abg. Albrecht Glaser [AfD]) Das schreibt Ihnen ja schon der Präsident des Bundesrechnungshofes ins Stammbuch. Er sagt: Nicht die Schuldenbremse macht die Investitionsquote dieser Bundesregierung so schlecht, sondern die Politik in Deutschland. – Meine Damen und Herren, wir sollten an dieser Stelle mehr auf den Präsidenten des Bundesrechnungshofes hören; das sollte man unterstreichen. (Beifall bei der FDP) Gerade nach den Erschütterungen bei einem der Koalitionspartner, nämlich bei der SPD, vom vergangenen Wochenende durch den Rücktritt der Partei- und Fraktionsvorsitzenden droht jetzt Folgendes: Die Handlungsunfähigkeit der Großen Koalition soll auch noch mit dem Geld der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler zugeschüttet werden. – Das war schon in den letzten Jahren der Fall. Ich will nur drei Beispiele nennen. Erstes Beispiel: das Baukindergeld – nachweislich wirkungslos. Da ging es nur um „Linke Tasche, rechte Tasche“, anstatt beim Freibetrag bei der Grunderwerbsteuer etwas zu machen und den Familien wirklich zu helfen. (Beifall bei der FDP – Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Das sehen die Antragsteller aber anders!) Zweites Beispiel: die Forderung der SPD nach einer Grundrente ohne Bedürftigkeitsprüfung. Das verhindert nachweislich keine Altersarmut in Deutschland, meine Damen und Herren, aber es schadet den zukünftigen Generationen, weil es erneut zulasten der Steuerzahler geht. (Beifall bei der FDP sowie des Abg. Leif-Erik Holm [AfD]) Drittes Beispiel: der nationale Kohleausstieg, der nachweisbar nichts für den Klimaschutz in Europa und in Deutschland bringt, weil die Emissionen europäisch gesteuert werden, aber ganze Regionen vom Steuerzahlertopf abhängig gemacht werden. Nein, meine Damen und Herren, es darf nicht der Steuerzahler sein, der diese Große Koalition noch zusammenhält. Das darf nicht passieren. (Beifall bei der FDP) Zum Schluss, Herr Präsident, will ich in Richtung der Kolleginnen und Kollegen von CDU und CSU sagen: Nehmen Sie die mahnenden Worte der Europäischen Kommission dieser Tage ernst. Die schreibt Ihnen zwei Dinge ins Stammbuch: Erstens. Deutschland hat zu hohe Steuern, was Investitionen in Deutschland bisweilen verhindert. (Dr. Gesine Lötzsch [DIE LINKE]: So ein Quatsch!) Zweitens. Deutschland hat zu niedrige Investitionen auch der öffentlichen Hand, meine Damen und Herren. Das sind die Fehler der Großen Koalition; es ist nicht die Schuldenbremse. Deswegen: Wir dürfen die Schuldenbremse nicht aufweichen, im Gegenteil, Sie braucht ein Update, sie muss härter gemacht werden. Wir brauchen gleiche Maßstäbe, auch mit den Bundesländern. Am Ende des Tages müssen Verstöße gegen die Schuldenbremse gemäß Grundgesetz sanktioniert werden können. (Zuruf der Abg. Dr. Gesine Lötzsch [DIE LINKE]) Das ist zukunftsfähig, das ist für zukünftige Generationen. Die dürfen nicht dafür in Haftung genommen werden, dass Sie weiter auf den Regierungssesseln Platz nehmen wollen. Vielen Dank. (Beifall bei der FDP – Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Eine Minute zu lang!) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Eckhardt Rehberg, CDU/CSU, ist der nächste Redner. (Beifall bei der CDU/CSU) Eckhardt Rehberg (CDU/CSU): Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Man kann der FDP nur dankbar sein für diesen Antrag; (Beifall bei der FDP) denn die Schuldenbremse verbindet sich mit Namen wie Angela Merkel und Peer Steinbrück, Peter Struck und Volker Kauder. (Carsten Schneider [Erfurt] [SPD]: Ja! – Dr. Gesine Lötzsch [DIE LINKE]: Namen der Vergangenheit!) Liebe Kolleginnen und Kollegen der FDP, zur geschichtlichen Wahrheit gehört dazu, dass Sie sich – außer Florian Toncar – vor zehn Jahren hier im Deutschen Bundestag kraftvoll enthalten haben. (Widerspruch des Abg. Christian Dürr [FDP]) Das gehört zur historischen Wahrheit dazu. (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD) Sie haben sich kraftvoll enthalten. Sie haben damals keinen Beitrag zur Schuldenbremse geleistet. So viel zur Ernsthaftigkeit und Ehrlichkeit Ihres Antrages. (Alexander Graf Lambsdorff [FDP]: Wir hätten uns mehr gewünscht!) – Ja, gelegentlich muss man in die Protokolle schauen. Dann sieht man, wer wie abgestimmt hat, und dann merkt man auch, ob das hier politische Show ist oder politische Ernsthaftigkeit. Ich verbuche das unter politischer Show. (Beifall bei der CDU/CSU) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Herr Kollege Rehberg, gestatten Sie eine Zwischenfrage des Kollegen Dürr? Eckhardt Rehberg (CDU/CSU): Vom Kollegen Dürr immer gerne. Christian Dürr (FDP): Herzlichen Dank, Herr Präsident. – Verehrter Kollege Rehberg, es wäre gut gewesen, wenn Sie nicht nur in die damaligen Abstimmungsergebnisse geschaut hätten, die deutlich machen, dass Linkspartei und Grüne dagegengestimmt haben, sondern wenn Sie sich auch die Reden nachträglich angeschaut hätten, aus denen eines eindeutig hervorgeht: Wir wollen eine Verankerung der Schuldenbremse im Grundgesetz. Wir hätten uns nur eine härtere Schuldenbremse vorgestellt, als von der Große Koalition vorgeschlagen wurde. (Beifall bei der FDP) Mit Verlaub: Die Angriffe von der linken Seite des Hauses gegen diese Schuldenbremse zeigen, dass die FDP damals recht hatte; wir hätten sie noch härter machen sollen. Wir sollten jetzt die historische Chance ergreifen, der Schuldenbremse ein Update zu verpassen und sie noch härter zu machen, auch im Hinblick auf zukünftige Generationen von Politikerinnen und Politikern. Vielen Dank. (Beifall bei der FDP sowie des Abg. Albrecht Glaser [AfD]) Eckhardt Rehberg (CDU/CSU): Herr Kollege Dürr, damals hatten wir Rot-Grün hinter uns, vier Jahre Koalition, waren gerade auf dem aufsteigenden Ast – Stichworte „Abbau der Arbeitslosigkeit“, „Rückgang der Schulden“ –, und dann kam die Finanzkrise. Wer sich in so einer historischen Situation in die Büsche macht so wie Sie, sich mit fadenscheinigen Argumenten enthält und heute, zehn Jahre danach, hier einen Riesenklamauk veranstaltet, (Lachen des Abg. Christian Dürr [FDP]) sollte, glaube ich, erst mal in sich gehen und darüber nachdenken, (Christian Dürr [FDP]: Das ist lächerlich!) ob es in so einer historischen Situation – einem Paradigmenwechsel der deutschen Haushalts- und Finanzpolitik – nicht besser gewesen wäre, dabei zu sein, statt die Arme zu verschränken und sich zu enthalten, Herr Kollege Dürr. (Beifall bei der CDU/CSU und der SPD – Christian Dürr [FDP]: Das ist lächerlich!) Es ist sehr unglaubwürdig, was Sie hier machen. Dazu, Kollege Dürr, gehört auch ein Stückchen Verantwortung für das ganze Land und nicht nur, hier ein Kasperletheater zu veranstalten. (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Jetzt lassen wir die Jamaika-Verhandlungen außen vor!) Liebe Kolleginnen und Kollegen, ja, die Situation Mitte des letzten Jahrzehnts war schwierig. Allein von 1998 bis 2004 waren über 200 Milliarden Euro Schulden aufgelaufen; wir hatten 5 Millionen Arbeitslose. 2005 kam dann die unionsgeführte Regierung in Deutschland. Wir waren auf einem Pfad, dass wir bei 11 Milliarden Euro Neuverschuldung gelandet wären, wenn nicht die Finanzkrise gekommen wäre. Im Haushalt 2010 hatten wir dann eine Neuverschuldung von 86 Milliarden Euro Die FDP lobt uns. Ich habe, muss ich sagen, selten so viel Lob für aktive Regierungspolitik des letzten Jahrzehnts gelesen. (Christian Dürr [FDP]: Aber Sie haben mir schon zugehört?) Deswegen bedanke ich mich noch mal ausdrücklich an dieser Stelle. Also können wir, Union und SPD – übrigens 2009 bis 2013 auch mit Ihnen –, an dieser Stelle nicht so viel falsch gemacht haben. (Christian Dürr [FDP]: Das waren gute Jahre! Da sind nämlich die Ausgaben zum ersten Mal gesunken!) Liebe Kolleginnen und Kollegen, warum ist die Schuldenbremse wichtig? Erstens. Sie trägt dazu bei, Generationengerechtigkeit herzustellen. Zweitens: Vorsorge zu treffen. Und drittens: die demografische Entwicklung mit im Blick zu behalten. – Ich habe, wie Sie, Kollege Dürr, kein Verständnis dafür, wenn aktuell jemand an den Modalitäten der Schuldenbremse drehen will. Sie hat sich bewährt, sie verhindert keine Investitionen – zu Ihrem Vorwurf, wir verringern Investitionen, komme ich noch. Ich habe auch kein Verständnis für Medienberichte, dass Beamte im Bundesfinanzministerium angeblich darüber nachdenken, wie die Modalitäten der Schuldenbremse aufgeweicht werden können. (Beifall bei der FDP sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU) Ich sage ganz klar: Mit CDU und CSU wird so etwas nicht zu machen sein. Zum Thema Investitionen. Unser Problem ist aktuell doch nicht, dass wir zu wenig Geld für Investitionen haben. Liebe Kolleginnen und Kollegen, zur Wahrheit – Herr Kollege Dürr, Sie sollten sich gelegentlich etwas mehr mit den Zahlen des Finanzplans befassen – gehört auch: Im Jahr 2008 haben wir 24 Milliarden Euro für Investitionen ausgegeben. Wir werden im kommenden Jahr 40 Milliarden Euro ausgeben. Sie müssen im Hinterkopf 3 Milliarden Euro Entflechtungsmittel, die im Haushalt 2019 noch als Investitionen ausgewiesen sind, mit dazurechnen, die zukünftig Umsatzsteuerpunkte bei den Ländern sind. Das gehört zur Wahrheit dazu. Das heißt, wenn ich mir die Haushaltssystematik ansehe, stelle ich fest, dass wir in einem Jahrzehnt die Investitionen von 24 auf 43 Milliarden Euro fast verdoppelt haben. Und wir haben Rekordinvestitionen. Schauen Sie sich den Bereich Forschung und Bildung an. Der Etat hat sich in einem Jahrzehnt fast verdoppelt. Die Ausgaben für innere und äußere Sicherheit haben wir massiv erhöht. Wir haben doch eher das Problem der Umsetzung von Investitionen. Als Alexander Dobrindt den Investitionshochlauf im Verkehrsbereich initiiert hat, hat er 2015 noch Baufreigaben für 3,6 Milliarden Euro im Straßenneubau vornehmen können. Liebe Kolleginnen und Kollegen, im letzten Jahr waren es noch 535 Millionen Euro. Es hakt hier nicht am Geld. Zum Glück haben wir im Einzelplan 12 die Möglichkeit der Überjährigkeit geschaffen, sodass das Geld nicht in den Gesamthaushalt zurückgeht. Das Problem sind stattdessen viel zu große Hürden bei Planung und Genehmigung und viel zu geringe Planungskapazitäten. (Christian Dürr [FDP]: Das ist richtig!) Das sind doch die Hürden, die wir haben. (Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP) Zur Wahrheit gehören außerdem die Sondervermögen, die investiv ausgelegt sind. Von 7 Milliarden Euro im Kommunalinvestitionsprogramm ist bis heute nur ein Bruchteil abgeflossen. Den Kitaausbau verlängern wir Jahr für Jahr, damit das Geld nicht verfällt. Oder schauen Sie sich den Breitbandausbau an: 4,5 Milliarden Euro hat das Digitalministerium dort zur Verfügung gestellt. Bisher ist nur ein geringer Bruchteil abgeflossen. Das heißt, wir scheitern eher an der Verfasstheit unserer Bürokratie, unserer Gesellschaft in allen Bereichen, als dass zu wenig Geld zur Verfügung steht. Einen weiteren Aspekt will ich noch nennen. Gerade gestern ist wieder der Bericht der Bundesregierung zum sozialen Wohnungsbau gekommen. Ich halte es schon für skandalös, was einige Länder da machen. (Otto Fricke [FDP]: Sehr wahr!) Wenn Sie sich das ansehen, stellen Sie fest, dass fast die Hälfte der Länder nicht ansatzweise die Bundesmittel ausreicht, sie zweckentfremdet. Der Blick in den Bericht des Bundesrechnungshofes zum Hochschulpakt zeigt – ich sage das sehr deutlich –: Das, was einige Länder dort gemacht haben, grenzt an kriminelle Energie. (Michael Theurer [FDP]: Da ist die CDU auch beteiligt, Herr Kollege!) – Ja, aber auch die FDP. Sehen Sie sich mal Rheinland-Pfalz an. (Otto Fricke [FDP]: Aber meistens!) Ich sage Ihnen eins: Hier auf andere mit dem Finger zu zeigen, hilft nicht. (Otto Fricke [FDP]: Was haben Sie denn am Anfang Ihrer Rede gemacht?) Wir sind alle in der Verantwortung, dafür zu sorgen, dass das Geld, das der Bund Ländern und Kommunen zur Verfügung stellt, auch dort ankommt, wo es hingehört. (Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU – Michael Theurer [FDP]: Hat die FDP der Schuldenbremse in den Ländern zugestimmt oder nicht?) Wer anfängt, Parteipolitik zu machen, der verfehlt das Thema an dieser Stelle völlig, liebe Kolleginnen und Kollegen. (Michael Theurer [FDP]: Sie bleiben nicht bei der Wahrheit! Schauen Sie doch mal die Länder an, die der Schuldenbremse zugestimmt haben!) – Sie sind in Rheinland-Pfalz mit an der Regierung. Sehen Sie sich den sozialen Wohnungsbau in Rheinland-Pfalz an, Herr Kollege. Letzte Bemerkung zur Schuldenbremse. Die Schuldenbremse hat sich bewährt. Im Hinblick auf die Maastricht-Kriterien liegt die Gesamtstaatsverschuldung bei unter 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Deswegen kann es nur heißen: Festhalten an der Schuldenbremse! Die Schuldenbremse hat Deutschland gutgetan. Herzlichen Dank. (Beifall bei der CDU/CSU – Michael Theurer [FDP]: Sie beschimpfen die Falschen, Herr Kollege!) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Peter Boehringer, AfD, ist der nächste Redner. (Beifall bei der AfD) Peter Boehringer (AfD): Herr Präsident! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Die FDP erinnert in ihrem Antrag an finanzielle Solidität. Das ist gut, das machen wir auch ständig. Leider ist der Antrag aber ungenau und unvollständig. Darin steht zum Beispiel: „Die Schuldenbremse hat … den öffentlichen Haushalten … gutgetan“. Nein, Kern der Schuldenbremse ist eine Formel zur maximal zulässigen Kreditaufnahme. Dieses Maximum beträgt beim Bund zurzeit genau 4,035 Milliarden Euro. Die Bundeshaushalte der letzten Jahre waren aber formell ausgeglichen. Ohne die illegitime Asylrücklage wären sie sogar im Plus gewesen. Die Schuldenaufnahme des Staates war also durch die Schuldenbremse nie tangiert. Bislang war die Schuldenbremse noch niemals materiell relevant; psychologisch vielleicht, materiell nicht. Viel wichtiger aber: Leider will die FDP in ihrem Vorschlag die Schuldenbremse nur auf Kredite der privatrechtlichen Beteiligungsgesellschaften ausdehnen. Sie vergisst dabei jedoch wieder einmal die viel bedeutsameren Schattenhaushalte der Euro-Rettungsgesellschaften. Deren Kredite unterlägen auch im FDP-Modell keiner Schuldenbremse, soweit sie überhaupt offiziell erklärt sind. Euro-Rettungsfonds wie der Bankenabwicklungsfonds oder der ESM refinanzieren sich alle über Schulden. Ausgereichte Kredite etwa des ESM an Griechenland mit kompletter Zins- und Tilgungsstundung über Jahrzehnte sind aber faktisch wertlos – eben erst wieder, auch mit den Stimmen der FDP, bestätigt. Abschreibungen darauf werden die Verschuldung der Fonds und damit Deutschlands erhöhen. Und auch die Euro-Rettungsgarantien, die Bürgschaften oder die Target-Salden werden absehbar zu kommenden Staatsschulden. Das sind die Schulden von morgen, die heute schon billionenschwer veranlasst werden. Dies per wirklich umfassender Schuldenbremse zu verhindern, Herr Dürr, wäre sinnvolle, vorausschauende Politik. (Beifall bei der AfD) 2011 hat das die FDP ja sogar mal versucht, sogar in Regierungsverantwortung. Leider hat sie am Ende die Einführung des ESM nicht verhindert. Auch Staatsanleihen der Euro-Südländer, die die EZB seit 2015 billionenschwer auf ihrem Buch hat, stellen faktisch deutsche Kreditübernahme dar; denn die Abschreibungen auch darauf werden eine massiv erhöhte Schuldenaufnahme Deutschlands erzwingen. Die Summen, um die es hier geht, sprengen das 4‑Milliarden-Maximum der heutigen Schuldenbremse um mehr als das 100‑Fache. Doch von diesem rosaroten Elefanten im Raum schweigt der FDP-Antrag. (Beifall bei der AfD) Weiterhin schreiben Sie, die Zinsersparnisse der Nullzinspolitik sollten für Investitionen genutzt werden. Gut, da gehen wir mit. Dazu noch die Zahlen: Wir sprechen von etwa 50 bis 100 Milliarden Euro pro Jahr. Und ja: Diese Ersparnis hätte in Investitionen oder auch gerne in Steuersenkungen fließen können. Das geht aber alles schon im Rahmen der heutigen Rechtslage – die Regierung müsste es nur wollen. Hier liegt kein Regelungsdefizit vor, sondern politische Verweigerung. (Beifall bei der AfD) Zuletzt. Die FDP fordert, Verstöße gegen die Schuldenbremse automatisch zu sanktionieren. Das klingt gut, hat aber noch nie geklappt, weder beim inzwischen hundertfachen Bruch der Maastricht-Kriterien seit mindestens 2005, die weiterhin geltendes Verfassungsrecht darstellen, noch beim x‑fachen Bruch des Stabilitäts- und Wachstumspakts seit 2007. Angesichts dieser von der FDP seit über 15 Jahren stillschweigend geduldeten Realität klingt Ihr zentraler Antragssatz eigentlich fast wie Satire: Ein Verstoß gegen die Schuldenbremse darf nicht folgenlos bleiben! Da fehlt nur noch das Amen. Die Botschaft hören wir wohl, allein, uns fehlt der Glaube! (Beifall bei der AfD) 2011 schrieb ich in einem Artikel: Die Garantien für hochverschuldete Euro-Staaten von heute sind die Schulden von morgen und die Ausgaben von übermorgen und bedeuten am Ende den deutschen Staatsbankrott. – Wenn wir die absurden Euro-Rettungen nicht stoppen, dann hilft ganz sicher auch keinerlei technische Verbesserung der Schuldenbremse mehr. Ihr Antrag ist nicht falsch, aber unzureichend. Herr Dürr – Sie dürfen gerne auch mal zuhören, wenn man Sie direkt anspricht –, eben sagten Sie: Wir machen die Schuldenbremse härter. – Gut, dann machen wir das gerne im Ausschuss, bei der Beratung, die jetzt ansteht. Wir stimmen der Überweisung natürlich zu. Dann können wir sie härter machen um die eben erwähnten Aspekte. Herzlichen Dank. (Beifall bei der AfD) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Jetzt erteile ich das Wort dem Kollegen Andreas Schwarz, SPD. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU) Andreas Schwarz (SPD): Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Ein ehemaliger britischer Premierminister hat mal gesagt: Jeder erwartet vom Staat Sparsamkeit im Allgemeinen und Freigiebigkeit im Besonderen. In diesem Spannungsfeld der Haushaltspolitik entwickelt sich die FDP gerade von der selbsternannten Serviceopposition zur Motivationsopposition. Schön, dass Sie die Arbeit der Koalition gut finden, dass Sie sie anerkennen und dass Sie uns auf unserem Weg recht geben (Jan Korte [DIE LINKE]: Da würde ich drüber nachdenken, wenn das so ist!) und dann gute Regierungsarbeit hier anerkennen! Dank der hervorragenden Haushaltspolitik von Olaf Scholz (Otto Fricke [FDP]: Wer ist den Olaf Scholz? Welcher Scholz?) und seinem Vorgänger, natürlich im Zusammenspiel mit den Koalitionsfraktionen, kommt der Bund nun schon seit Jahren ohne neue Schulden aus. (Ingo Gädechens [CDU/CSU]: Sehr gut!) Gleichzeitig können wir mit Fug und Recht von Rekordinvestitionen in diesem Land reden. (Christian Dürr [FDP]: Sehen das alle Kollegen in Ihrer Fraktion auch so?) Liebe Kolleginnen und Kollegen der FDP, dass Sie uns mit Ihrem Antrag die Möglichkeit geben, das hier noch mal herauszustellen, dafür darf ich mich im Namen der Koalitionsfraktionen ganz herzlich bei Ihnen bedanken. (Beifall des Abg. Michael Theurer [FDP]) Als Haushälter darf ich an dieser Stelle gerne aus dem Nähkästchen plaudern (Christian Dürr [FDP]: Erzählen Sie aus dem Nähkästchen des Finanzausschusses! Die wollen die Schuldenbremse abschaffen!) und auf die Erfolge unserer Haushaltspolitik verweisen. Die Schuldenbremse ist ein Erfolgsmodell, auch wenn es natürlich in jeder Partei Vertreter gibt, die das eventuell anders beurteilen. (Beifall des Abg. Michael Theurer [FDP] – Christian Dürr [FDP]: Auch bei Ihnen vor allen Dingen! Die meisten sind bei Ihnen!) Ein Blick auf die bisherigen Zahlen seit Einführung zeigt: Die Schuldenbremse funktioniert. Trotz oder vielleicht sogar gerade wegen der Schuldenbremse steigen die Investitionen im Zeitraum von 2020 bis 2023 auf 158 Milliarden Euro. (Beifall bei Abgeordneten der SPD und der CDU/CSU und des Abg. Michael Theurer [FDP] – Otto Fricke [FDP]: Das ist schon noch in der Zukunft, nicht? Das ist schon noch nicht beschlossen!) Mehr als 36 Milliarden Euro mehr als in der vergangenen Legislaturperiode. Meine Damen und Herren, welche Botschaft kann Deutschland an Europa senden? Wir schaffen erstmals seit vielen Jahren, dass die Bundesrepublik Deutschland 2019 auch wieder die Maastricht-Stabilitätskriterien erfüllen wird, das heißt, die gesamtstaatliche Schuldenquote wird unter 60 Prozent gedrückt. Das ist der Erfolg einer soliden und ausgewogenen Haushaltspolitik, vor allem aber auch ein Erfolg vieler fleißiger Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und vieler ehrlicher Unternehmen in unserem Land. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU) Jetzt wird es spannend, meine Kolleginnen und Kollegen der FDP; denn manches aus Ihrem Antrag stimmt ja. Man muss sagen – ich habe es bereits erwähnt –: Da ist auch viel Lob für die Regierungsarbeit der Großen Koalition dabei. Ich zitiere mal ein paar Stellen aus Ihrem Antrag: „Haushaltsdefizit und öffentlicher Schuldenstand … gesunken“; (Beifall des Abg. Michael Theurer [FDP]) „Die Schuldenuhr des Bundes läuft … rückwärts“. Alles Aussagen, die man über die schwarz-gelbe Bundesregierung damals nicht treffen konnte. (Ingo Gädechens [CDU/CSU]: Na, na, na! Das waren andere Zeiten!) Im Gegenteil: Ungern erinnere ich mich an Ereignisse Ihrer Lehrzeit in Regierungsverantwortung: Dazu gehören Rückzahlungen in Milliardenhöhe an Energiekonzerne wegen einer verfehlten Atompolitik. (Dr. Jens Zimmermann [SPD]: Ja, genau! – Otto Fricke [FDP]: Das war das, was die SPD mitgemacht hat! – Gegenruf des Abg. Carsten Schneider [Erfurt] [SPD]: Die Verlängerung habt ihr gemacht!) Ich erinnere an die Mövenpick-Steuer, die ein großzügiges Lobbygeschenk war und letztendlich auch dazu führt, dass die AfD von ihren Vergünstigungen profitiert. Jetzt behauptet die FDP in ihrem Antrag, dass sie Gerüchte aus dem Bundesfinanzministerium gehört hätte, wonach im BMF ganz ungeniert über die Auslagerung öffentlicher Investitionen nachgedacht werden würde. (Otto Fricke [FDP]: „Ungeniert“ haben Sie gesagt!) Wie war die Antwort des Bundesfinanzministers? (Christian Dürr [FDP]: „Ich bin erwischt worden“, war die Antwort!) Wer Olaf Scholz kennt, weiß: Da gab es eine klare Ansage. Olaf Scholz – und das schreiben Sie in Ihrem eigenen Antrag – hat diese Gerüchte umgehend dementiert. (Dr. Gesine Lötzsch [DIE LINKE]: Aber nicht glaubhaft!) Jetzt wollen Sie aber trotzdem bereits für eventuelle und künftige Finanzminister vorbauen. (Christian Dürr [FDP]: Ja!) Darauf will ich Ihnen ganz einfach antworten: Hätten Sie Ihren Vorsitzenden damals keinen Alleingang bei den Jamaika-Verhandlungen machen lassen, (Zurufe von der FDP: Och! – Otto Fricke [FDP]: Dann hättet ihr nicht regieren müssen!) dann stünden Sie heute selber in Verantwortung und könnten all Ihre guten Ideen umsetzen. (Christian Dürr [FDP]: Das war das Dilemma: Das ging leider nicht mit den Grünen!) Ich bin mir aber nicht sicher, ob Sie alle diese guten Ideen jetzt noch hätten. Die Schuldenbremse ist in ihrer jetzigen Form ein Erfolgsmodell; das wollen wir behalten. (Christian Dürr [FDP]: Was sagen Ihre Kolleginnen und Kollegen aus dem Finanzausschuss?) Ich sehe in der jetzigen Situation weder Bedarf noch die reelle politische Möglichkeit, in Bundesrat und Bundestag eine entsprechende Veränderung herbeizuführen. Wenn Sie eine Änderung wollen, dann würde ich Ihre Aufforderung zu einem Gesetzentwurf an Sie zurückgegeben. Überzeugen Sie Ihre Landesregierungen, wo Sie beteiligt sind, sich dementsprechend einzusetzen und zu verpflichten. Ich bin gespannt auf die entsprechenden Initiativen, beispielsweise aus Nordrhein-Westfalen. (Christian Dürr [FDP]: Sie sind jetzt auch beteiligt an der Regierung in Rheinland-Pfalz! – Otto Fricke [FDP]: Rheinland-Pfalz macht mit!) Ein ganz kleiner Hinweis noch zum Schluss: Im Jahr 2018 ist in einem einzigen Flächenstaat Deutschlands die Pro-Kopf-Verschuldung nicht gesunken, sondern sie ist gestiegen, in einem einzigen, nämlich in Schleswig-Holstein. Nach meinem letzten Kenntnisstand regieren Sie da noch fleißig mit. (Otto Fricke [FDP]: Wer ist denn da Finanzminister? Welche Partei?) – In Schleswig-Holstein? (Ingo Gädechens [CDU/CSU]: Ein Grüner! – Heiterkeit bei Abgeordneten der SPD und der CDU/CSU) Welche Botschaft können wir also abschließend an das Land senden? Meine Damen und Herren, in Berlin wird solide und gut gewirtschaftet. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU – Christian Dürr [FDP]: Wie ist das in Bremen, Herr Schwarz?) Die Finanzen in diesem Land sind geordnet. Der Bund braucht keine Kredite. Der Bund hat die Schuldenbremse, er beachtet sie zum Wohle der Entwicklung in diesem Land. Weiterhin unserer Gesellschaft ein Glückauf! Danke für Ihre Aufmerksamkeit. (Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Nächste Rednerin ist die Kollegin Dr. Gesine Lötzsch, Die Linke. (Beifall bei der LINKEN) Dr. Gesine Lötzsch (DIE LINKE): Vielen Dank. – Herr Präsident! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Jetzt kommt das Kontrastprogramm. (Beifall bei der LINKEN – Ingo Gädechens [CDU/CSU]: Das darf doch nicht sein!) Die Schuldenbremse ist nämlich neoliberaler Unsinn und eine gefährliche Zukunftsbremse. Die Bundesregierung verhält sich wie ein Fahrschüler, der den ersten Tag auf der Straße ist und unentwegt Gaspedal und Bremse verwechselt. (Ingo Gädechens [CDU/CSU]: Das kann doch nicht sein!) Wenn die Regierung bremsen müsste, gibt sie Gas, (Otto Fricke [FDP]: Sie sind auf das Auto fixiert!) und wenn sie Gas geben müsste, bremst sie. (Christian Dürr [FDP]: Immer diese Autovergleiche!) Ein Totalschaden ist bei solch einem Fahrstil nicht ausgeschlossen. (Beifall bei der LINKEN – Ingo Gädechens [CDU/CSU]: Haben Sie einen Führerschein?) Und, meine Damen und Herren, der Schaden ist bereits eingetreten. Die Schuldenbremse ist zur Zukunftsbremse geworden; denn wenn es um mehr Investitionen geht, dann fährt die Bundesregierung mit angezogener Handbremse. Es gibt einfach zu viele kaputte Straßen und Brücken, es fallen einfach zu viele Züge, Busse und Straßenbahnen aus, und es fehlen überall bezahlbare Wohnungen, Geburtskliniken, Kindergärten und Schulen. (Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU]: Vor allem da, wo Die Linke regiert – in Berlin!) Die Schuldenbremse hat also nicht nur notwendige Investitionen verhindert, sondern auch zu einem massiven Personalabbau in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Bauämtern geführt. Das ist der falsche Weg, meine Damen und Herren. (Beifall bei der LINKEN – Ingo Gädechens [CDU/CSU]: Wir reden jetzt aber nicht über Berlin!) Ich habe – darauf ist ja schon angespielt worden – den Finanzminister in der Sitzung des Haushaltsausschusses am 15. Mai gefragt, ob er eine Gesellschaft plane oder existierende staatliche Gesellschaften nutzen wolle, um die Schuldenbremse zu umgehen. Ich fand die Antwort, ehrlich gesagt, nicht eindeutig. Er verneinte wortreich, aber nicht besonders glaubhaft. Wir als Linke sagen: Man muss nicht drum herumreden. Es gibt nur eine vernünftige Lösung, nämlich die Schuldenbremse abzuschaffen, meine Damen und Herren. (Beifall bei der LINKEN) Die Steuereinnahmen sprudeln nicht mehr so heftig. Die aktuelle Steuerschätzung fiel katastrophal aus. Der Finanzminister stellte fest, dass der Staat bis 2023 insgesamt 124 Milliarden Euro weniger zur Verfügung haben wird, als noch im November geschätzt. Mit sinkendem Wirtschaftswachstum sinken auch die Steuereinnahmen; das ist ja irgendwie logisch. Die Bundesregierung hat – das ist auch Ausdruck kurzsichtiger Politik – die Wirkung der aufziehenden Handelskriege völlig unterschätzt. Den Exportweltmeister Deutschland treffen die Einschränkungen des Handels besonders hart. (Zuruf des Abg. Sepp Müller [CDU/CSU]) Aber die Bundesregierung hat nicht für eine ausgeglichene Handelsbilanz gesorgt, und das ist ein folgenreicher Fehler, meine Damen und Herren. (Beifall bei der LINKEN) Es ist höchste Zeit, die Binnennachfrage zu stärken und eben nicht nur auf das Pferd „Export“ zu setzen. Und, meine Damen und Herren, Sie müssen bei der Energiewende endlich Tempo machen. Das fordern jeden Freitag zu Recht Tausende Schülerinnen und Schüler weltweit. Sie sollten sie unterstützen und nicht – wie immer – auf der Bremse stehen. (Beifall bei der LINKEN) Auf die Bremse treten müssten Sie bei der Miete. Doch da haben Sie kein Problem, wenn Heuschrecken wie Deutsche Wohnen bei Mieterhöhungen das Gaspedal durchtreten. Die Schuldenbremse, meine Damen und Herren, ist eine Fehlkonstruktion. Das bestätigen inzwischen auch führende Ökonomen. (Otto Fricke [FDP]: Aus Kuba!) Ich zitiere den wissenschaftlichen Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung, Sebastian Dullien. Er sagt: „Die Schuldenbremse ist ein gewaltiger Reinfall.“ Recht hat der Mann. (Beifall bei der LINKEN) Stattdessen fordert er eine verlässliche Investitionsstrategie des Staates für die nächsten Jahrzehnte. (Ingo Gädechens [CDU/CSU]: Ach was!) Der Vizepräsident des Leibniz-Institutes für Wirtschaftsforschung Halle, Oliver Holtemöller, hält die schwarze Null für kein ökonomisch sinnvolles Konzept. Ich zitiere: Sie führt dazu, dass man ausgerechnet in einer Zeit, in der sich die Konjunktur abschwächt, die Steuern erhöhen oder die Ausgaben kürzen muss. Sogar Michael Hüther, der Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft – das sage ich vor allen Dingen an die mehr rechte bzw. mittlere Seite des Hauses, je nachdem, wie Sie sich selber definieren mögen; da bin ich ja großzügig –, (Ingo Gädechens [CDU/CSU]: Mittlere Seite gibt es nicht!) bezeichnet die Schuldenbremse als – ich zitiere – „wachstumspolitisch blind“, weil durch das Kreditverbot – ich zitiere weiter -„wichtige Zukunftsinvestitionen“ nicht getätigt werden könnten. Wenn das aus so vielen Richtungen kommt, dann müssten Sie doch mal anfangen, darüber nachzudenken, und dürften sich nicht fortwährend selber loben, meine Damen und Herren. (Beifall bei der LINKEN – Ingo Gädechens [CDU/CSU]: Wir können nachdenken und uns selber loben!) Was fordert Die Linke? Wir fordern ein Investitionsprogramm, das nicht nur das Wachstum stabilisiert, sondern auch neue Arbeitsplätze in unserem Land schafft. (Ingo Gädechens [CDU/CSU]: Ach was!) Denken wir nur an die Tausenden Arbeitsplätze, die in der Automobilindustrie, in der Finanzindustrie und durch die Digitalisierung bedroht sind. Diese Bedrohungen lösen wir nicht mit einer schwarzen Null auf, sondern nur mit Investitionen in neue Technologien. Doch Sie, meine Damen und Herren, wollen lieber wieder Milliarden in Todestechnologien wie die Entwicklung eines neuen Kampfflugzeugs stecken. Das wurde gestern Hals über Kopf im Haushaltsausschuss beschlossen. Eine schwerwiegende Fehlentscheidung, meine Damen und Herren! (Beifall bei der LINKEN – Eckhardt Rehberg [CDU/CSU]: Nein! Sehr gut gewesen!) Ich musste an 1987 zurückdenken. Da wurden die ersten Zahlen für das Konzept des Eurofighters genannt. Die Zahlen haben sich Jahr für Jahr vervielfacht, und Sie haben aus dem Eurofighter-Desaster nichts gelernt. Nun soll wieder ein neues Milliardenabenteuer begonnen werden. Da, meine Damen und Herren, müssten wir auf der Bremse stehen, und zwar alle gemeinsam. (Beifall bei der LINKEN) Zur Finanzierung unserer Vorschläge müssen Schulden nicht erhöht werden, dafür reicht schon eine Steuerreform, die dafür sorgt, dass Vermögen und Einkommen in unserem Land gerecht besteuert werden. Doch so eine Steuerreform verhindert die Große Koalition. Und deshalb brauchen wir eine neue, eine linke Mehrheit in diesem Land, meine Damen und Herren. (Beifall bei der LINKEN) Wir fordern alle Fraktionen auf, die Schuldenbremse aus dem Grundgesetz zu streichen; sonst bremsen wir uns zu Tode, und das wäre verantwortungslos. Wir stehen für die Zukunft, meine Damen und Herren. (Beifall bei der LINKEN – Lachen bei Abgeordneten der CDU/CSU – Michael Grosse-Brömer [CDU/CSU], an DIE LINKE gewandt: Da müsst ihr selber lachen! – Ingo Gädechens [CDU/CSU]: Vorwärts immer, rückwärts nimmer!) Präsident Dr. Wolfgang Schäuble: Nächste Rednerin ist die Kollegin Anja Hajduk, Bündnis 90/Die Grünen. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) Anja Hajduk (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Auch ich bin der FDP-Fraktion in der Tat dankbar, dass wir diesen Antrag heute diskutieren können; denn über die Schuldenbremse zu sprechen, zehn Jahre nachdem sie eingeführt wurde, ist sinnvoll. Es wird ja auch schon heftig darüber diskutiert, seien es Wissenschaftler, sei es in der Wirtschaft oder so, wie es Die Linke gerade vorgetragen hat. Da geht das Meinungsspektrum weit auseinander. Herr Dürr, ich plädiere aber dafür: Lassen Sie uns wirklich sachlich darüber reden! Sie haben daraus eine sehr ideologische Debatte gemacht – so wie früher: Links und rechts, die einen sind für eine harte Schuldenbremse, und die anderen sind fürs Schuldenmachen. (Christian Dürr [FDP]: Ich habe nur Herrn Kellner zitiert!) Ich halte das nicht mehr für angemessen, gerade weil wir eine Schuldenbremse haben, und gerade auch aus der Perspektive einer Partei, die zur Schuldenbremse steht. Aber wenn wir Grüne zu dieser Sache stehen, gucken wir trotzdem auch darauf: Erreichen wir mit der Schuldenbremse eigentlich alle Ziele, die wir auch finanzpolitisch erreichen müssen? Sind wir auf einem nachhaltigen Pfad, was die Haushaltssituation angeht? – Da ist ein bisschen mehr Sachlichkeit bei der Schuldenbremse mehr als notwendig und Schwarz-Weiß-Denken nicht angemessen. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Christian Dürr [FDP]: Ich habe aber nur Herrn Kellner zitiert!) Ich will das begründen: Die Schuldenbremse hat Vertrauen geschaffen. Wir haben die Schulden von 80 Prozent des BIP zu Zeiten der Finanzkrise enorm zurückgeführt auf jetzt schon unter 60 Prozent. Wir kommen vielleicht auf 50 Prozent gesamtstaatliche Verschuldung in den nächsten Jahren. Insofern haben die ausgeglichenen Haushalte finanzpolitisch und wah

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