Rede von Andrea Nahles (SPD) – Drucksachen 16/2211, 16/4210
Teil von Protokoll der 88. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 4 a bis 4 c und 19 b: Drucksachen 16/2211, 16/4210 –.
Text
Rede von Andrea Nahles (SPD) – Drucksachen 16/2211, 16/4210
Frau Pothmer, wenn ich auf Herrn Lafontaine
antworte, ist es unfreundlich, dass Sie das jetzt sagen.
Sagen Sie es später.
Ich freue mich, dass die Bedürftigkeitsorientierung
jetzt auch von Oskar Lafontaine anerkannt wird, weil die
Linkspartei ansonsten ein bedingungsloses
Grundeinkommen fordert.
Ich persönlich freue mich darüber, dass die Bindung an
die Bedürftigkeitsprinzipien hier noch einmal bestätigt
Andrea Nahlesworden ist. Das teilen wir nämlich im Kern. Viel
Vergnügen, wenn Sie das in Ihrer eigenen Partei klären.
Der zweite Punkt. Es geht hier schon um Redlichkeit.
Von einer Autoversicherung war eben die Rede. Was
heißt denn das anderes, als dass man vom
Versicherungsprinzip wegkommen will?
(Oskar Lafontaine [DIE LINKE]: Ich habe es
Ihnen doch gerade erklärt!)
In einem Interview im „Spiegel“, 2. November 1998,
(Zuruf vom BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:
Aus dem letzten Jahrhundert!)
kritisiert er, dass es Fälle gibt, in denen jemand hohes
Arbeitslosengeld bezieht, obwohl Familieneinkommen
und Vermögen vorhanden sind. Das Hohe Haus möge
sich bitte daran erinnern, welche Skandalisierungen die
Linkspartei im Zusammenhang mit dem Thema
„Vermögensanrechnung“ vorgenommen hat.
An dieser Stelle ist zu vermerken: Das, was von Ihnen
gestern gesagt wurde, gilt heute nicht mehr. Darauf
wollte ich angesichts des Parteitags, den die Linkspartei
am Wochenende durchführt, nur vorsichtig warnend
hinweisen. Vor Überraschungen ist man bei Oskar
Lafontaine nicht gefeit.
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten
der CDU/CSU)