Bundesverband Glasindustrie e.V. (BV Glas)
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Bundesverband Glasindustrie e.V. (BV Glas)
Tätigkeit: Wirtschaftsverband oder Gewerbeverband/-verein
Der Bundesverband Glasindustrie e.V. ist der zentrale Ansprechpartner in allen Fragen rund um das Thema Glas. Eine seiner wichtigsten Aufgaben ist es, Anwender und Entscheider aus Industrie, Handwerk und Handel, aber auch Meinungsführer aus Wissenschaft, Forschung, Politik, Medien sowie Konsumenten mit wichtigen Informationen über die deutsche Glasindustrie und den Werkstoff Glas zu versorgen. Außerdem vertritt der BV Glas die Interessen seiner Mitgliedsunternehmen in der Öffentlichkeit.
Der Spitzenverband für die deutsche Glas produzierende Industrie ist ein wichtiger nationaler und internationaler Repräsentant in allen wichtigen wirtschaftspolitischen Bereichen. Die Schwerpunkte liegen bei den Themen Energie-, Klima-, Produkt- und Umweltpolitik. In dieser Funktion bringt er sich in Rechtssetzungsvorhaben mit Bezug zur Glasherstellung ein, beispielsweise durch Stellungnahmen, Positionspapiere oder Gespräche.
Interessenbereiche: Energienetze; Industriepolitik; Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz; EU-Gesetzgebung; Verteidigungspolitik; Allgemeine Energiepolitik; Fossile Energien; Immissionsschutz; Sonstige Interessenbereiche; Erneuerbare Energien; Artenschutz/Biodiversität; Sonstiges im Bereich "Energie"; Lebensmittelsicherheit; Klimaschutz; Sonstiges im Bereich "Umwelt"
Regelungsvorhaben:
- Weiterentwicklung der Netzentgelte: Die Bundesnetzagentur plant die Netzentgeltsystematik an einigen Stellen zu reformieren, u.a. auch die Netzentgeltreduzierung unter § 19 StromNEV Absatz 2 Satz 2. Der BV Glas setzt sich für Beibehaltung der sogenannten Netzentgeltreduzierung für die Glasindustrie ein. Außerdem soll die bestehende Regelung ergänzt werden. Die Umsetzung von Dekarbonisierungsvorhaben soll unter Beibehaltung der wichtigen Netzentgeltreduzierung ermöglicht werden.
Der BV Glas setzt sich außerdem für eine Weiterentwicklung der Netzentgeltsystematik ein, welche die wirtschaftliche Situation und begrenzten Möglichkeiten zur flexiblen Stromabnahme durch den vollkontinuierlichen Prozesse, berücksichtigt.
- EU-Emissionshandel - Erweiterung des Carbon Leakage Schutz für die Glasindustrie: Der BV Glas fordert, dass die Glasindustrie 23.1 und 23.99 auf die Liste der Sektoren für die Strompreiskompensation aufgenommen wird (Grundlage der europäischen Leitlinie
(2020/C 317/04)).
- Sachgerechte Umsetzung/Bürokratieentlastung Energieeffizienzgesetz: Bürokratiearme und sachgerechte Umsetzung der Anforderungen des Energieeffizienzgesetzes und der Energiedienstleistungsgesetzes für die Glasindustrie.
- Novelle EU-Energiesteuerrichtlinie - Beibehaltung der Exklusion von Mineralogischen Prozessen: Die Glasindustrie fordert die Beibehaltung der Exklusion der mineralogischen Prozesse aus dem Geltungsbereich der Energiesteuerlinie.
- Änderung des PFAS-Beschränkungsvorhabens unter der EU-REACH-Verordnung: Beschränkung einer Stoffgruppe mit mehr als 10.000 Stoffen unter REACH. Produkte mit diesen Stoffen werden aller Wahrscheinlichkeit nach auch in den Anlagen der Glasindustrie eingesetzt. Diese Produkte sind für den sicheren und effizienten Betrieb der Anlagen wichtig. Der Beschränkungsvorschlag sollte differenzierter ausgestaltet werden.
- Umsetzung der IED in deutsches Recht bürokratiearm und nicht über europäisches Recht hinausgehend: Das Bundeskabinett hat am 21.01.2026 Enwürfe zur Umsetzung der Europäischen Industrieemissionsrichtlinie in Form eines Artikelgesetzes und einer Mantelverordnung vorgelegt. Im Rahmen der zwei Verbändeanhörungen hatte der BV Glas die Referentenentwürfe bereits kommentiert.
Auch bzgl. der Kabinettsentwürfe ist die Glasindustrie weiterhin besorgt darüber, dass die Entwürfe in einigen Punkte über eine 1:1-Umsetzung der Richtlinie hinausgehen und an vielen Stellen neue bürokratische Anforderungen aufbauen, die wir nicht als europarechtlich erforderlich ansehen. Insbesondere der Entwurf für eine 45. BImSchV (UMS-VO) trifft auf Sorgen und Bedenken.
- Anpassung der Bezugspunkte für NOx-Emissionen bei Wasserstoffeinsatz: Die Umstellung industrielle Produktionsprozesse zur Erreichung der Klimaneutralität findet u.a. durch den Wechsel auf Wasserstoff als Brennstoff statt. Dabei ändern sich auch die Emissionen der Anlagen. Daher müssen die Methodiken zur Erfassung und Bewertung von Luftschadstoffemissionen überdacht und ggf. angepasst werden. Das Diskussionspapier soll den wissenschaftlichen Kenntnisstand aufzeigen und Lösungsansätze vorstellen.
- Beschleunigung von Genehmigungsverfahren: Die Verfahren für Neu- und Änderungsgenehmigungen für Industrieanlagen in Deutschland dauern zu lange. Im Rahmen der Transformation werden noch häufiger als bisher Änderungen durchgeführt werden. Um das Ziel der Transformation fristgerecht zu erreichen, müssen die Verfahren beschleunigt und digitalisiert werden.
- Ausbaupflicht für Glasscheiben nach der EU-Altfahrzeugverordnung: Forderung nach einem verpflichtenden Ausbau von Autoglas vor dem Shreddern im Rahmen der Novelle der EU-Altfahrzeugverordnung. Nach dem aktuellen Stand der Technik ist dies der einzige Weg, Fahrzeugglas in der erforderlichen Qualität zurückzugewinnen.
- VerpackDG: Streichung der §§ 24 und 25 im Referentenentwurf: Das deutsche VerpackG soll durch das VerpackDG ersetzt und an die Vorgaben der Europäischen Verpackungsverordnung (PPWR) angepasst werden.
Der BV Glas fordert, dass das VerpackDG nicht über die PPWR hinausgeht und diese ohne Aufbau neuer Bürokratie umsetzt. Das Verpackungsmaterial Glas, welches sehr kreislauffähig ist, darf nicht aufgrund seines Gewichts wirtschaftlich benachteiligt werden. Aus diesem Grund fordern wir die Streichung der §§ 24 und 25 des VerpackDG.
- Ausweitung der Strompreiskompensation auf den Sektor Technische Gläser: Im Rahmen des European Chemicals Industry Action Plan plant die EU-Kommission eine Überarbeitung der ETS-Beihilfeleitlinien, um die Strompreiskompensation (SPK) an aktuelle Marktbedingungen anzupassen. Die bisherigen Leitlinien basieren auf veralteten Preisannahmen und spiegeln die Belastung energieintensiver Industrien nicht mehr wider. Während Flach- und Hohlglas in einem Entwurf berücksichtigt wurden, blieb Spezialglas außen vor. Angesichts der energie- und wettbewerbspolitischen Bedeutung der gesamten NACE-Gruppe Technische Gläser fordert der BV Glas die Ausweitung der beihilfefähigen Sektoren auch auf diese Gruppe.
- Ökomodulierung für Lebensmittelverpackungen: Im Rahmen der Erarbeitung des VerpackDG ist eine Ökomodulierung für Verpackungen diskutiert worden. Der BV Glas lehnt eine Ökomodulierung, die sich an dem Rezyklateinsatz von Glas orientiert, ab. Stattdessen befürworteet der BV Glas eine Ökomodulierung anhand der Recyclingfähigkeit.
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