foodwatch e.V.
Text
foodwatch e.V.
Tätigkeit: Privatrechtliche Organisation mit Anerkennung der Gemeinnützigkeit nach Abgabenordnung
foodwatch e.V. setzt sich für das Recht der Verbraucherinnen und Verbraucher auf qualitativ gute, gesundheitlich unbedenkliche und ehrliche Lebensmittel ein und entlarvt die verbraucherfeindlichen Praktiken der Lebensmittelindustrie.
Um das verbraucherschutzpolitische Anliegen im Rahmen der Satzung von foodwatch e.V. zu vertreten, wird in Gesprächen der unmittelbare Kontakt zu Politikerinnen, Politikern und Mitgliedern des Deutschen Bundestages gesucht. Außerdem werden Positionspapiere übergeben, selten Austausch-Veranstaltungen initiiert, Anschreiben an Abgeordnete erstellt und, an der Arbeit von foodwatch, Interessierte werden gelegentlich zur Kontaktaufnahme mit Abgeordneten aufgerufen.
Interessenbereiche: Lebensmittelsicherheit; Lebens- und Genussmittelindustrie; Sonstiges im Bereich "Landwirtschaft und Ernährung"; Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz; Tierschutz; Verbraucherschutz; Gesundheitsförderung
Regelungsvorhaben:
- Gesetz zur Beschränkung der Werbung für Ungesundes an Kinder: Ein Gesetz zur Beschränkung der Werbung für Ungesundes an Kinder durch eine klare Uhrzeiten-Regelung, zu der solche Werbung anhand des WHO-Nährwertprofils ausgeschlossen wird.
- Abgabe von Energy Drinks an Minderjährige verbieten: Die Abgabe von Energy Drinks an Minderjährige soll gesetzlich verboten werden.
- Mehr Lebensmittelkontrollen: Die Anzahl der amtlichen Kontrollen in lebensmittelverarbeitenden Betrieben muss deutlich erhöht werden, um die Gesundheit und Sicherheit von in Verkehr gebrachten Lebensmitteln zu verbessern.
- Shrinkflation verhindern: Verringert sich der Inhalt einer Verpackung, so muss auch die Verpackung kleiner werden und für einen Zeitraum von 6 Monaten so auf der Vorderseite gekennzeichnet werden, dass die geringere Füllmenge für Verbraucher:innen leicht erkennbar ist.
- Plastikverpackungen von Obst und Gemüse verbieten: Obst und Gemüse darf nicht länger in Plastikverpackungen in den Verkehr gebracht werden.
- Verbot, Glyphosat auf Feldern auszubringen: Verbot oder weitgehende Einschränkung der Ausbringung von Glyphosat auf Felder in Deutschland
- Bessere Tierhaltung und Tiergesundheit!: foodwatch fordert ein ganzjähriges Verbot der tierschutzwidrigen Anbindehaltung. Außerdem die Einführung eines umfassenden Gesundheitsmonitorings über die in Schlachthöfen und Ställen erhobenen Daten zur Tiergesundheit.
- Streichung der Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse: foodwatch setzt sich für die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Obst und Gemüse ein. Aktuell werden diese Produkte mit 19% besteuert, während stark verarbeitete Lebensmittel oft nur 7% Mehrwertsteuer zahlen. Diese Struktur erschwert gesunde Ernährung insbesondere für einkommensschwache Haushalte. Studien zeigen: Eine Steuersenkung auf Obst und Gemüse würde den Konsum um 12-15% steigern. Das reduziert ernährungsbedingte Krankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gleichzeitig würde mehr pflanzliche Ernährung die CO2-Emissionen der Landwirtschaft senken. Die Maßnahme unterstützt sowohl die Gesundheitsprävention als auch die Klimaziele der Bundesregierung bei überschaubaren Steuerausfällen von etwa 3,2 Milliarden Euro jährlich.
- Einführung einer verbindlichen Nährwertkennzeichnung: foodwatch unterstützt die verpflichtende Einführung des Nutriscore als Nährwertkennzeichnung auf Lebensmittelverpackungen. Das farbliche A-bis-E-System ermöglicht Verbrauchern den schnellen Vergleich der Nährwertqualität ähnlicher Produkte. Studien aus Frankreich belegen: Der Nutriscore führt zu 13% mehr Käufen gesünderer Lebensmittel. Besonders Menschen mit niedrigem Bildungsstand profitieren von der einfachen Farbkodierung. Während die Lebensmittelindustrie häufig eigene, verwirrende Label bevorzugt, bietet der Nutriscore wissenschaftlich fundierte, vergleichbare Information. Die Kennzeichnung unterstützt die Präventionsstrategie der Bundesregierung gegen Übergewicht und ernährungsbedingte Krankheiten.
- Durchsetzung der Health-Claims-Verordnung im Internet: foodwatch fordert verstärkte Kontrollen gesundheitsbezogener Angaben (Health Claims) bei Online-Lebensmittelhändlern. Während stationäre Händler regelmäßig überwacht werden, bleiben illegale Werbeaussagen im E-Commerce oft unentdeckt. Produkte werden mit unbelegten Versprechen wie "stärkt das Immunsystem" oder "entgiftet den Körper" beworben, obwohl nur 250 Health Claims EU-weit zugelassen sind. Die Health-Claims-Verordnung wird systematisch umgangen. Verbraucher zahlen Aufpreise für vermeintliche Gesundheitseffekte, die nicht existieren. Die Überwachungsbehörden benötigen digitale Kompetenzen und automatisierte Scanning-Tools für Online-Marktplätze. Ohne konsequente Durchsetzung des geltenden Rechts im Internet bleibt der Verbraucherschutz wirkungslos.
- Einführung einer Preisbeobachtungsstelle: foodwatch unterstützt die Einrichtung einer unabhängigen Preisbeobachtungsstelle für Lebensmittel. Diese soll Preisbildungsprozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette transparent machen - vom Erzeuger über Verarbeitung und Handel bis zum Verbraucher. Aktuelle Preissprünge bleiben für Verbraucher intransparent: Steigen Rohstoffkosten um 10%, erhöhen sich Endverbraucherpreise oft um 30%. Die Beobachtungsstelle würde Marktmacht-Missbrauch aufdecken und ungerechtfertigte Preisaufschläge identifizieren. Regelmäßige Marktanalysen könnten Kartellbildung frühzeitig erkennen. Verbraucher erhielten fundierte Informationen für Kaufentscheidungen. Das Instrument existiert bereits erfolgreich in anderen EU-Ländern.
- Einführung einer Zuckersteuer: Einführung einer gestaffelten Hersteller-Abgabe für gezuckerte Getränke, orientiert am britischen Modell.
- Novelle des LFGB: foodwatch fordert die Beibehaltung der Labormeldepflichten, um die Prävention von Lebensmittel-Skandalen frühzeitig möglich zu machen.
Relationen
Keine Relationen.