Entwurf eines Gesetzes zu dem Abkommen vom 29. Juli 2025 zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Französischen Republik über die Deutsch-Französischen Gymnasien und das Deutsch-Französische Abitur
Text
Entwurf eines Gesetzes zu dem Abkommen vom 29. Juli 2025 zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Französischen Republik über die Deutsch-Französischen Gymnasien und das Deutsch-Französische Abitur
Gesetzentwurf
der Bundesregierung
Entwurf eines Gesetzes
zu dem Abkommen vom 29. Juli 2025
zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland
und der Regierung der Französischen Republik
über die Deutsch-Französischen Gymnasien
und das Deutsch-Französische Abitur
A. Problem und Ziel
Das Abkommen vom 30. Juli 2002 zwischen der Regierung der
Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Französischen
Republik über die deutsch-französischen Gymnasien und das
deutschfranzösische Abitur (BGBl. 2003 II S. 1746, 1747; im Folgenden:
Schweriner Abkommen) ist veraltet und entspricht nicht mehr den
aktuellen Anforderungen der Bildungssysteme beider Staaten. Anlass zur
Reform gab insbesondere die Gründung neuer Gymnasien in Hamburg
und Straßburg sowie tiefgreifende Novellierungen des französischen
Baccalauréat (entspricht dem deutschen Abitur). Zudem ist eine
stärkere institutionelle Flexibilität erforderlich, etwa zur Reaktion auf
außergewöhnliche Situationen wie die COVID-19-Pandemie. Die Fortführung
des Schweriner Abkommens wurde geprüft, aber im Ergebnis
verworfen. Das Schweriner Abkommen wird den heutigen pädagogischen und
strukturellen Anforderungen nicht mehr gerecht. Insbesondere wären
die notwendigen Anpassungen an Neuerungen des französischen
Baccalauréat, die Integration neuer Schulstandorte, die aufgrund des
KMK-Konvergenzprozesses in Deutschland einheitlich geltenden
Eckpunkte sowie eine flexible Reaktion auf Ausnahmesituationen wie
pandemiebedingte Prüfungsänderungen nicht mehr ausreichend
abgesichert. Ziel des Abkommens vom 29. Juli 2025 zwischen der Regierung
der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Französischen
Republik über die Deutsch-Französischen Gymnasien und das
Deutsch-Französische Abitur (im Folgenden: Abkommen von 2025) ist
eine Modernisierung und nachhaltige Stärkung der bilateralen
Schulform. Das Abkommen von 2025 regelt die rechtlichen und organisato-
Bundesrat Drucksache 187/26
27. 03. 26
AA – K
Fristablauf: 08. 05. 26
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln
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ISSN 0720-2946
Drucksache 187/26 – 2 – Bundesrat
rischen Grundlagen der Deutsch-Französischen Gymnasien und des
gemeinsamen Abiturs. Die Anlagen I bis V zum Abkommen von 2025
konkretisieren die pädagogischen und schulorganisatorischen
Einzelheiten.
Das Abkommen von 2025 löst innerstaatlich das Erfordernis eines
Vertragsgesetzes nach Artikel 59 Absatz 2 Satz 1 des Grundgesetzes aus.
Das Vertragsgesetz bedarf der Zustimmung des Bundesrates.
Das Abkommen von 2025 kann auf der Grundlage seines Artikels 7
Absatz 1 angepasst werden. Innerstaatlich sind Änderungen eines
völkerrechtlichen Vertrags, der gemäß Artikel 59 Absatz 2 Satz 1 des
Grundgesetzes das Erfordernis eines Vertragsgesetzes auslöst, ebenfalls im
Sinne von Artikel 59 Absatz 2 Satz 1 des Grundgesetzes
zustimmungspflichtig. Die detailreichen Anlagen I bis V zum Abkommen von 2025
enthalten im Wesentlichen Vorgaben zur praktischen Ausgestaltung
und Durchführung des Abkommens. Die Anpassung dieser Vorgaben
kann im Interesse einer modernen und sachgerechten Schulbildung
unter Umständen sogar regelmäßig erforderlich sein, ohne dass damit
das Ziel und der Zweck des Abkommens von 2025 verändert würde.
Deshalb ist (nur) für Anpassungen der Anlagen zum Abkommen von
2025 eine Verordnungsermächtigung vorzusehen, die die erforder -
lichen innerstaatlichen Verfahren vereinfacht und beschleunigt. Damit
wird der Deutsche Bundestag entlastet und die Handlungsfähigkeit im
bilateralen Verhältnis zu Frankreich erhöht.
B. Lösung
Erlass des vorliegenden Vertragsgesetzes nach Artikel 59 Absatz 2
Satz 1 des Grundgesetzes.
Aufnahme einer vertragsbezogenen Verordnungsermächtigung, auf
deren Grundlage die Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates
Anpassungen (nur) der Anlagen zum Abkommen von 2025
innerstaatlich vereinfacht und beschleunigt im Verordnungswege in Kraft setzen
kann.
C. Alternativen
Zum Erlass eines Vertragsgesetzes: Keine.
Die Alternative zum Erlass einer Verordnungsermächtigung wäre, auch
alle etwaig anfallenden Anpassungen der Anlagen zum Abkommen von
2025 innerstaatlich mit einem Vertragsgesetz zu unterlegen. Dies wäre
jedoch mit einer erheblichen Belastung für die Legislative verbunden,
die vermeidbar erscheint.
D. Haushaltsausgaben ohne Erfüllungsaufwand
Es kommt zu keinen Auswirkungen auf die Einnahmen und Ausgaben
der öffentlichen Haushalte.
E. Erfüllungsaufwand
E.1 Erfüllungsaufwand für Bürgerinnen und Bürger
Das Gesetz hat gegenüber der Rechtslage nach den derzeit geltenden
Übereinkünften zu den Deutsch-Französischen Gymnasien und dem
Bundesrat – 3 – Drucksache 187/26
Deutsch-Französischen Abitur keine Auswirkungen auf den
Erfüllungsaufwand für Bürgerinnen und Bürger.
E.2 Erfüllungsaufwand für die Wirtschaft
Das Gesetz hat gegenüber der derzeit geltenden Rechtslage keine
Auswirkungen auf den Erfüllungsaufwand für die Wirtschaft.
Davon Bürokratiekosten aus Informationspflichten
Keine.
E.3 Erfüllungsaufwand der Verwaltung
Das Gesetz hat gegenüber der derzeit geltenden Rechtslage keine
Auswirkungen auf den Erfüllungsaufwand für die Verwaltung.
F. Weitere Kosten
Keine.
Bundesrepublik Deutschland Berlin, den 27. März 2026
Der Bundeskanzler
An den
Präsidenten des Bundesrates
Hiermit übersende ich gemäß Artikel 76 Absatz 2 des Grundgesetzes den von
der Bundesregierung beschlossenen
Entwurf eines Gesetzes zu dem Abkommen vom 29. Juli 2025 zwischen
der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der
Französischen Republik über die Deutsch-Französischen Gymnasien und
das Deutsch-Französische Abitur
mit Begründung und Vorblatt.
Federführend ist das Auswärtige Amt.
Friedrich Merz
Fristablauf: 08. 05. 26
Bundesrat Drucksache 187/26
27. 03. 26
AA – K
Gesetzentwurf
der Bundesregierung
Entwurf eines Gesetzes
zu dem Abkommen vom 29. Juli 2025
zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland
und der Regierung der Französischen Republik
über die Deutsch-Französischen Gymnasien
und das Deutsch-Französische Abitur
Bundesrat – 7 – Drucksache 187/26
Gesetzentwurf der Bundesregierung
E n t w u r f
Gesetz
zu dem Abkommen vom 29. Juli 2025
zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland
und der Regierung der Französischen Republik
über die Deutsch-Französischen Gymnasien
und das Deutsch-Französische Abitur
Vom 2026
Der Bundestag hat mit Zustimmung des Bundesrates das folgende Gesetz beschlossen:
Artikel 1
Dem in Paris am 29. Juli 2025 unterzeichneten Abkommen zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland
und der Regierung der Französischen Republik über die Deutsch-Französischen Gymnasien und das Deutsch-
Französische Abitur wird zugestimmt. Das Abkommen wird nachstehend veröffentlicht.
Artikel 2
Die Bundesregierung wird ermächtigt, Änderungen oder Ergänzungen der Anlagen I bis V des Abkommens nach
seinem Artikel 7 Absatz 1, die sich im Rahmen der Ziele des Abkommens halten, durch Rechtsverordnung mit
Zustimmung des Bundesrates in Kraft zu setzen.
Drucksache 187/26 – 8 – Bundesrat
Artikel 3
(1) Dieses Gesetz tritt am Tag nach der Verkündung in Kraft.
(2) Der Tag, an dem das Abkommen nach seinem Artikel 9 in Kraft tritt, ist im Bundesgesetzblatt bekannt zu geben.
Bundesrat – 9 – Drucksache 187/26
Begründung zum Vertragsgesetz
Zu Artikel 1
Auf das Abkommen vom 29. Juli 2025 zwischen der Regierung der
Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Französischen Republik über die
Deutsch-Französischen Gymnasien und das Deutsch-Französische Abitur (im
Folgenden: Abkommen von 2025) ist Artikel 59 Absatz 2 Satz 1 des
Grundgesetzes anzuwenden, da es sich auf Gegenstände der Bundesgesetzgebung bezieht.
Die Zustimmung des Bundesrates ist nach Artikel 84 Absatz 1 Satz 5 und 6 des
Grundgesetzes erforderlich, da das Abkommen von 2025 bindende Regelungen
des Verwaltungsverfahrens enthält, die die Ausführung des Gesetzes in
landeseigener Verwaltung betreffen.
Zu Artikel 2
Artikel 2 enthält eine vertragsbezogene Verordnungsermächtigung zugunsten der
Bundesregierung für Änderungen der Anlagen I bis V des Abkommens von 2025
nach seinem Artikel 7 Absatz 1, die sich im Rahmen der Ziele des Abkommens
halten. Die auf dieser Grundlage erlassenen Rechtsverordnungen unterliegen
der Zustimmung des Bundesrates.
Die Anlagen I bis V betreffen unter anderem die Stundentafeln,
Abschlussregelungen, Urkundenmuster und Zeugnisse. Diese detailreichen Regelungen, die
zur praktischen Ausgestaltung des Deutsch-Französischen Abiturs erforderlich
sind, unterliegen im Interesse einer modernen und sachgerechten Schulbildung
unter Umständen sogar regelmäßigen Anpassungen, ohne dass die
Anpassungen dabei das Ziel und den Zweck des Abkommens von 2025 verändern würden.
Solche Anpassungen sollen deshalb innerstaatlich vereinfacht und beschleunigt
auf der Grundlage einer vertragsbezogenen Verordnungsermächtigung in Kraft
gesetzt werden können. Die Verordnungsermächtigung steht im Einklang mit den
Anforderungen des Artikels 80 Absatz 1 Satz 2 des Grundgesetzes, da
hinreichend vorausgesehen werden kann, in welchen Fällen und mit welcher Tendenz
von ihr Gebrauch gemacht werden wird und welchen Inhalt die aufgrund der
Ermächtigung erlassenen Verordnungen haben können.
Zu Artikel 3
Die Bestimmung des Absatzes 1 entspricht dem Erfordernis des Artikels 82
Absatz 2 Satz 1 des Grundgesetzes. Nach Absatz 2 ist der Zeitpunkt, in dem das
Abkommen nach seinem Artikel 9 in Kraft tritt, im Bundesgesetzblatt bekannt zu
geben.
Schlussbemerkung
Erfüllungsaufwand für Bürgerinnen und Bürger sowie für die Wirtschaft ergibt sich
nicht. Auswirkungen des Gesetzes auf die Verbraucherinnen und Verbraucher
sowie gleichstellungspolitische und demografische Auswirkungen sind nicht zu
erwarten. Auswirkungen des Gesetzes auf die Gleichwertigkeit von
Lebensverhältnissen sind ebenso nicht zu erwarten. Bund, Länder und Gemeinden werden
durch die Anwendung des Gesetzes nicht mit zusätzlichen Kosten belastet.
Drucksache 187/26 – 10 – Bundesrat
Abkommen
zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland
und der Regierung der Französischen Republik
über die Deutsch-Französischen Gymnasien und das Deutsch-Französische Abitur
Accord
entre le Gouvernement de la République fédérale d’Allemagne
et le Gouvernement de la République française
relatif aux lycées franco-allemands et au baccalauréat franco-allemand
Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland
und
die Regierung der Französischen Republik,
im Folgenden als „Vertragsparteien“ bezeichnet, –
in Erwägung des Vertrags vom 22. Januar 1963 zwischen der
Bundesrepublik Deutschland und der Französischen Republik
über die deutsch-französische Zusammenarbeit und des Vertrags
vom 22. Januar 2019 zwischen der Bundesrepublik Deutschland
und der Französischen Republik über die deutsch-französische
Zusammenarbeit und Integration,
in dem Wunsch, die kulturelle Zusammenarbeit zwischen den
Vertragsparteien durch die Herstellung engerer Beziehungen auf
dem Gebiet des Bildungswesens zu vertiefen, insbesondere
durch Maßnahmen, die der Annäherung der beiden
Schulsysteme durch den wechselseitigen Ausbau des Sprachenlernens der
jeweils anderen Vertragspartei förderlich sind,
in dem Bemühen, Bildungsgänge zu unterstützen, die einen
integrierten Unterricht in der Sprache und Kultur der anderen
Vertragspartei anbieten, und so besonders die interkulturellen
Kompetenzen, jene der Mehrsprachigkeit und der Demokratiefähigkeit
der Schüler als europäische Bürger und Weltbürger zu fördern,
insbesondere durch die Medienbildung und Bildung zur
nachhaltigen Entwicklung, und in diesem Bereich zusammenzuarbeiten,
in der Absicht vereint, die Möglichkeit zur Erlangung eines
deutsch-französischen Abschlusses zu bieten, der den
Absolventen den Zugang zum Hochschulstudium gewährt und so ihren
beruflichen Einstieg in beiden Staaten fördert,
aufbauend auf die gemeinsamen Erfahrungen, die seit der
Unterzeichnung des Abkommens vom 10. Februar 1972 zwischen
der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der
Regierung der Französischen Republik über die Errichtung
deutschfranzösischer Gymnasien und die Schaffung des deutsch-
französischen Abiturs sowie die Bedingungen für die Zuerkennung des
Abiturzeugnisses gesammelt wurden, und in dem Wunsch, das
Netzwerk der Deutsch-Französischen Gymnasien zu erweitern,
denen gegebenenfalls eine Deutsch-Französische Grundschule
vorangehen kann,
in der Überzeugung, auf diese Weise einen wichtigen Beitrag
zur europäischen Zusammenarbeit und Integration sowie zur
Schaffung des europäischen Bildungsraums zu leisten,
in Erwägung des Erfordernisses, das Abkommen vom 30. Juli
2002 zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland
und der Regierung der Französischen Republik über die
deutschfranzösischen Gymnasien und das deutsch-französische Abitur
Le Gouvernement de la République fédérale d’Allemagne
et
le Gouvernement de la République française,
ci-après dénommés les Parties, –
Considérant le Traité du 22 janvier 1963 entre la République
fédérale d’Allemagne et la République française sur la
coopération franco-allemande et le Traité du 22 janvier 2019 entre la
République fédérale d’Allemagne et la République française sur la
coopération et l’intégration franco-allemandes,
Désireux d’approfondir la coopération culturelle entre les
Parties par l’établissement de relations plus étroites dans le domaine
de l’éducation, notamment par des initiatives favorisant le
rapprochement des deux systèmes d’enseignement grâce au
développement mutuel de l’apprentissage de la langue de l’autre Partie,
Soucieux d’apporter leur soutien à des formations proposant
un enseignement intégré de la langue et de la culture de l’autre
Partie, de promouvoir ainsi tout particulièrement les compétences
plurilingues, interculturelles et démocratiques des élèves, en tant
que citoyens en Europe et dans le monde, en particulier par l’
éducation aux médias et au développement durable, et de coopérer
dans ce domaine,
Unis dans la volonté d’offrir la possibilité d’acquérir un diplôme
franco-allemand ouvrant à ses titulaires l’accès aux études
supérieures et favorisant ainsi leur insertion professionnelle dans les
deux États,
Forts de l’expérience commune acquise depuis la signature de
la convention du 10 février 1972 entre le Gouvernement de la
République fédérale d’Allemagne et le Gouvernement de la
République française concernant l’établissement de lycées franco-
allemands, portant création du baccalauréat franco-allemand et
fixant les conditions de la délivrance de son diplôme, et désireux
d’étendre le réseau des lycées franco-allemands qui pourront
s’appuyer le cas échéant sur une école primaire franco-
allemande,
Convaincus d’apporter ainsi une contribution importante à la
coopération et à l’intégration européennes et à la mise en œuvre
de l’espace européen de l’éducation,
Considérant la nécessité d’actualiser la convention du 30 juillet
2002 entre le Gouvernement de la République fédérale d’
Allemagne et le Gouvernement de la République française relative
aux lycées franco-allemands et au baccalauréat franco-allemand,
Bundesrat – 11 – Drucksache 187/26
und die Bestimmungen zur Durchführung jenes Abkommens den
seitdem eingetretenen Entwicklungen anzupassen ‒
sind wie folgt übereingekommen:
Artikel 1
(1) Die Deutsch-Französischen Gymnasien sind öffentliche
Schulen des Sekundarbereichs, in denen nach aufeinander
abgestimmten und im gegenseitigen Einvernehmen der zuständigen
Behörden der Vertragsparteien festgelegten Lehrplänen
unterrichtet wird.
(2) Die Bestimmungen betreffend die Arbeitsweise der
Deutsch-Französischen Gymnasien werden in den Anlagen I
und II ausgeführt.
(3) Die Rechtsstellung und die jeweiligen Verwaltungs- und
Finanzvorschriften der Deutsch-Französischen Gymnasien
richten sich nach den in dem Staat beziehungsweise Bundesland, in
dem ein Deutsch-Französisches Gymnasium angesiedelt ist,
geltenden Vorschriften. Soweit die besondere pädagogische Ziel -
setzung der Deutsch-Französischen Gymnasien es erfordert oder
in Ausnahmesituationen, die eine verhältnismäßige und
abgestimmte Gestaltung erfordern, können im Rahmen der Durch -
führung dieses Abkommens durch Notenwechsel zwischen dem
Bevollmächtigten der Bundesrepublik Deutschland für kulturelle
Angelegenheiten über die deutsch-französische Zusammenarbeit
und dem für Bildung zuständigen Minister der Französischen
Republik hiervon abweichende Bestimmungen vereinbart
werden.
(4) Im Sinne einer Sprachparität gleichen sich die Anteile des
in deutscher beziehungsweise französischer Sprache
stattfindenden Unterrichts zunehmend möglichst an.
Artikel 2
(1) Der Bildungsgang an den Deutsch-Französischen
Gymnasien wird mit dem Deutsch-Französischen Abitur abgeschlossen.
(2) Die Prüflinge des Deutsch-Französischen Abiturs müssen
nachweisen, dass sie
1. über hinreichend erweiterte und vertiefte Kenntnisse in der
Sprache und Kultur der anderen Vertragspartei verfügen;
2. den Anforderungen der aufeinander abgestimmten
gemeinsamen Lehrpläne der Deutsch-Französischen Gymnasien
entsprechen.
Artikel 3
(1) Die Urkunde des Deutsch-Französischen Abiturs und das
Zeugnis über das Bestehen des Deutsch-Französischen Abiturs
werden am Ende des Sekundarbereichs an den Deutsch-
Französischen Gymnasien den Schülern ausgehändigt, die die
Abiturprüfungen bestanden haben. Die Bestimmungen zum
Deutsch-Französischen Abitur werden in den Anlagen III, IV
und V ausgeführt.
(2) Diese Urkunde und dieses Zeugnis werden in beiden
Unterzeichnerstaaten anerkannt und verleihen seinen Inhabern alle
Berechtigungen, die in der Bundesrepublik Deutschland mit der
deutschen Allgemeinen Hochschulreife und in der Französischen
Republik mit dem französischen Baccalauréat verbunden sind.
Sie eröffnen insbesondere den allgemeinen Hochschulzugang in
beiden Staaten.
Artikel 4
(1) Um die Kohärenz des Unterrichts an den Deutsch-
Französischen Gymnasien sicherzustellen, die Prüfungen zu
organisieren und gemeinsame Prüfungsmodalitäten festzulegen, tritt ein
Koordinierungsausschuss nach Bedarf und mindestens einmal
pro Jahr unter dem Vorsitz eines seiner Mitglieder zusammen;
dieser Ausschuss berichtet der deutsch-französischen
Expertenkommission für das allgemeinbildende Schulwesen über seine
Tätigkeit.
ainsi que les dispositions relatives à la mise en œuvre de ladite
convention,
Sont convenus des dispositions suivantes :
Article 1er
(1) Les lycées franco-allemands sont des établissements
publics d’enseignement secondaire, dans lesquels la scolarité est
assurée selon des programmes harmonisés fixés d’un commun
accord entre les autorités compétentes des Parties.
(2) Les dispositions relatives au fonctionnement des lycées
franco-allemands sont précisées dans les annexes I et II.
(3) Les statuts juridiques et les règlements administratifs et
financiers spécifiques des lycées franco-allemands sont conformes
à ceux appliqués, selon le cas, dans l’État ou le Land où se trouve
un lycée franco-allemand. Dans la mesure où l’objectif
pédagogique particulier des lycées franco-allemands l’exige ou lorsque
des situations exceptionnelles appellent un aménagement
proportionné et concerté, des dispositions dérogatoires à ces statuts
et règlements peuvent être adoptées dans le cadre de la mise en
œuvre du présent accord par échange de notes entre le
plénipotentiaire de la République fédérale d’Allemagne chargé des
affaires culturelles pour la coopération franco-allemande et le
ministre chargé de l’éducation nationale de la République française.
(4) L’équilibre entre l’enseignement dispensé en allemand et
l’enseignement dispensé en français assure progressivement la
parité linguistique dans toute la mesure du possible.
Article 2
(1) La scolarité des lycées franco-allemands est sanctionnée
par le baccalauréat franco-allemand.
(2) Les candidats à l’examen du baccalauréat franco-allemand
doivent faire la preuve :
1. qu’ils disposent de connaissances suffisamment étendues et
approfondies dans la langue et la culture de l’autre Partie ;
2. qu’ils satisfont aux exigences définies par les programmes
communs harmonisés des lycées franco-allemands.
Article 3
(1) Le diplôme du baccalauréat franco-allemand et le certificat
d’admission au baccalauréat franco-allemand sont délivrés à la
fin de l’enseignement secondaire des lycées franco-allemands
aux élèves qui ont réussi les épreuves de l’examen. Les
dispositions relatives au baccalauréat franco-allemand sont précisées
dans les annexes III, IV et V.
(2) Ce diplôme et ce certificat sont reconnus dans les deux
États signataires et confèrent à leurs titulaires toutes les
prérogatives attachées à l’Allgemeine Hochschulreife allemande en
République fédérale d’Allemagne et au baccalauréat français en
République française. Ils donnent en particulier accès à l’
enseignement supérieur dans les deux États.
Article 4
(1) Pour assurer la cohérence des enseignements dispensés
dans les lycées franco-allemands, organiser les examens et
établir des modalités communes d’épreuves, un comité de
coordination se réunit en tant que de besoin et au moins une fois par
an sous la présidence de l’un de ses membres ; ce comité de
coordination rend compte de ses activités à la commission
franco-allemande des experts pour l’enseignement général.
Drucksache 187/26 – 12 – Bundesrat
(2) Der Koordinierungsausschuss ist grundsätzlich paritätisch
besetzt. Ihm gehören mindestens an:
– ein Vertreter von ministerieller Seite für jedes Bundesland, in
dem ein Deutsch-Französisches Gymnasium angesiedelt ist;
– ein Vertreter des für Bildung zuständigen französischen
Ministeriums;
– ein Vertreter für jede Akademie, in der ein Deutsch-
Französisches Gymnasium angesiedelt ist.
(3) Der Vorsitzende des Ausschusses wird von der Mehrheit
der Mitglieder für ein Jahr bestimmt, wobei darauf geachtet wird,
dass zwischen den Vertragsparteien abgewechselt wird.
Artikel 5
(1) Der Schulleiter eines Deutsch-Französischen Gymnasiums
wird von dem Staat beziehungsweise Bundesland, in dem ein
Deutsch-Französisches Gymnasium angesiedelt ist, nach den
dort geltenden Bestimmungen bestellt werden und vergütet
werden.
(2) Jede der beiden Vertragsparteien wird Mittel bereitstellen
und wird Personal sowie einen stellvertretenden Schulleiter zur
Sicherstellung der ordnungsgemäßen Durchführung des
bilingualen, sprachlich ausgeglichenen Unterrichts der Deutsch-
Französischen Gymnasien der anderen Vertragspartei vergüten.
(3) Die übrigen Kosten werden von dem Staat
beziehungsweise Bundesland, in dem ein Deutsch-Französisches Gymnasium
angesiedelt ist, nach Maßgabe der dort jeweils geltenden
Regelungen getragen werden.
(4) Ist einem Deutsch-Französischen Gymnasium ein Internat
angliedert, so wird die Übernahme der anfallenden Kosten für die
Internate in gesonderten Vereinbarungen geregelt werden.
Artikel 6
Jede Streitigkeit über die Auslegung oder Anwendung dieses
Abkommens wird im Wege von Konsultationen oder unmittel -
baren Verhandlungen zwischen den Vertragsparteien gütlich
beigelegt.
Artikel 7
(1) Dieses Abkommen einschließlich seiner Anlagen kann
durch schriftliche Übereinkunft zwischen den Vertragsparteien
geändert oder ergänzt werden. Solche Änderungen oder
Ergänzungen werden unter der Verantwortung der zuständigen Behörden
und nach den Gesetzen und sonstigen Vorschriften der einzelnen
Vertragsparteien umgesetzt.
(2) Dieses Abkommen wird für eine Dauer von fünf Jahren
geschlossen und stillschweigend um jeweils fünf Jahre verlängert.
Es kann von jeder der Vertragsparteien unter Einhaltung einer
Frist von zwei Jahren jederzeit durch auf diplomatischem Wege
übermittelte Notifikation gekündigt werden. In diesem Fall tritt das
Abkommen vierundzwanzig Monate nach Eingang der
Notifikation außer Kraft.
(3) Diese Kündigung stellt die Rechte und Pflichten der
Vertragsparteien im Zusammenhang mit Vorhaben, die im Rahmen
dieses Abkommens begonnen wurden, nicht in Frage, sofern die
Vertragsparteien nichts anderes beschließen.
Artikel 8
(1) Dieses Abkommen findet schrittweise Anwendung:
– ab dem Beginn des Schuljahrs 2025/2026 für die Klassen -
stufe 10 (seconde), ab dem Beginn des Schuljahrs 2026/2027
für die Klassenstufe 11 (première) und ab dem Beginn des
Schuljahrs 2027/2028 für die Klassenstufe 12 (terminale) der
Deutsch-Französischen Gymnasien und
– ab dem Deutsch-Französischen Abiturverfahren 2028.
(2) Le comité de coordination est en principe composé de
manière paritaire. Il est constitué au moins des personnes suivantes
– un représentant ministériel de chaque Land où se trouve un
lycée franco-allemand ;
– un représentant du ministère français chargé de l’éducation
nationale ;
– un représentant de chaque académie où se trouve un lycée
franco-allemand.
(3) Le président du comité est désigné à la majorité de ses
membres pour un an, en respectant un principe d’alternance
entre les Parties.
Article 5
(1) Le chef d’établissement d’un lycée franco-allemand sera
nommé et rémunéré, selon le cas, par l’État ou le Land où se
trouve un lycée franco-allemand, selon les modalités qui y sont
en vigueur.
(2) Chacune des deux Parties allouera des moyens et
rémunérera le personnel et un adjoint au chef d’établissement chargés
d’assurer le bon fonctionnement de l’enseignement paritaire
bilingue des lycées franco-allemands de l’autre Partie.
(3) Les autres dépenses seront prises en charge, selon le cas,
par l’État ou le Land où se trouve un lycée franco-allemand, dans
les conditions prévues par la réglementation qui y est en vigueur.
(4) La prise en charge des dépenses résultant de la création
éventuelle d’internats dans les lycées franco-allemands fera l’
objet d’accords séparés.
Article 6
Tout différend lié à l’interprétation ou à l’application du présent
accord est réglé à l’amiable par voie de consultations ou de
négociations directes entre les Parties.
Article 7
(1) Le présent accord, y compris ses annexes, peut être
modifié ou complété par accord écrit entre les Parties. Les
modifications ou compléments ainsi apportés sont mis en œuvre sous
la responsabilité des autorités compétentes et conformément aux
lois et règlements de chaque Partie.
(2) Le présent accord est conclu pour une durée de cinq ans
et est renouvelé tacitement par période de cinq ans. Il peut être
dénoncé à tout moment par chacune des Parties par notification
écrite transmise par la voie diplomatique avec un préavis de deux
ans. Dans ce cas, l’accord cesse d’être valable vingt-quatre mois
après la date de la réception de la notification.
(3) Cette dénonciation ne remet pas en cause les droits et
obligations des Parties liés aux projets engagés dans le cadre du
présent accord sauf décision contraire des Parties.
Article 8
(1) Le présent accord s’applique progressivement :
– à compter du début de l’année scolaire 2025 – 2026 pour la
classe de seconde (Klassenstufe 10), à compter du début
de l’année scolaire 2026 – 2027 pour la classe de première
(Klassenstufe 11) et à compter du début de l’année scolaire
2027 – 2028 pour la classe de terminale (Klassenstufe 12) du
lycée franco-allemand et
– à compter de la session 2028 du baccalauréat franco-
allemand.
Bundesrat – 13 – Drucksache 187/26
(2) Sobald dieses Abkommen nach Absatz 1 Anwendung
findet, gelten die folgenden Übereinkünfte nicht mehr für die
betreffenden Klassenstufen:
– das Abkommen vom 30. Juli 2002 zwischen der Regierung der
Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der
Französischen Republik über die deutsch-französischen Gymnasien
und das deutsch-französische Abitur;
– die Vereinbarung vom 6. Juli 1976 zwischen der Regierung der
Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der
Französischen Republik über die Rechtsstellung der deutsch-
französischen Gymnasien als Zusatz zu dem Abkommen vom 10.
Februar 1972 zwischen der Regierung der Bundesrepublik
Deutschland und der Regierung der Französischen Republik;
– die durch Notenwechsel vom 4. November 1988 geschlossene
Vereinbarung zwischen der Regierung der Bundesrepublik
Deutschland und der Regierung der Französischen Republik
über die Stundentafeln in den Klassen der Sekundarstufe II der
deutsch-französischen Gymnasien (vier Anlagen insgesamt);
– die durch Notenwechsel vom 4. November 1988 geschlossene
Vereinbarung zwischen der Regierung der Bundesrepublik
Deutschland und der Regierung der Französischen Republik
über die Versetzungsordnung für den Sekundarbereich I der
deutsch-französischen Gymnasien (eine Anlage insgesamt);
– die durch Notenwechsel vom 4. November 1988 geschlossene
Vereinbarung zwischen der Regierung der Bundesrepublik
Deutschland und der Regierung der Französischen Republik
über die Einrichtung eines Büros für die Durchführung des
deutsch-französischen Abiturs zur Ergänzung des Abkommens
vom 10. Februar 1972.
Sobald dieses Abkommen ab dem Deutsch-Französischen
Abiturverfahren 2028 Anwendung findet, werden die oben genannten
Übereinkünfte aufgehoben.
Artikel 9
Dieses Abkommen tritt einen Monat nach dem Tag des
Eingangs der letzten Notifikation auf diplomatischem Wege in Kraft,
mit der die Vertragsparteien einander über den Abschluss der für
das Inkrafttreten des Abkommens erforderlichen Verfahren
unterrichten.
Geschehen zu Paris am 29. Juli 2025 in zwei Urschriften, jede
in deutscher und französischer Sprache, wobei jeder Wortlaut
gleichermaßen verbindlich ist.
(2) Lorsque le présent accord devient applicable
conformément au paragraphe 1, les textes suivants ne s’appliquent plus
aux classes concernées :
– la convention du 30 juillet 2002 entre le Gouvernement de la
République fédérale d’Allemagne et le Gouvernement de la
République française relative aux lycées franco-allemands et
au baccalauréat franco-allemand ;
– l’accord du 6 juillet 1976 entre le Gouvernement de la
République fédérale d’Allemagne et le Gouvernement de la
République française sur le statut juridique des lycées franco-
allemands, complémentaire à la convention du 10 février 1972
entre le Gouvernement de la République fédérale d’Allemagne
et le Gouvernement de la République française ;
– l’accord sous forme d’échange de notes du 4 novembre 1988
entre le Gouvernement de la République fédérale d’Allemagne
et le Gouvernement de la République française relatif aux
horaires des classes du second cycle des lycées franco-
allemands (ensemble quatre annexes) ;
– l’accord sous forme d’échange de notes du 4 novembre 1988
entre le Gouvernement de la République fédérale d’Allemagne
et le Gouvernement de la République française relatif au
règlement de passage des classes du 1er cycle des lycées
franco-allemands (ensemble une annexe) ;
– l’accord sous forme d’échange de notes du 4 novembre 1988
entre le Gouvernement de la République fédérale d’Allemagne
et le Gouvernement de la République française complétant la
convention du 10 février 1972 et portant création d’un bureau
pour l’organisation du baccalauréat franco-allemand.
Une fois que le présent accord devient applicable, à compter de
la session 2028 du baccalauréat franco-allemand, les textes
susmentionnés sont abrogés.
Article 9
Le présent accord entre en vigueur un mois après la date de
réception, par la voie diplomatique, de la dernière notification par
laquelle les Parties s’informent mutuellement de l’
accomplissement des procédures requises nécessaires pour l’entrée en
vigueur de l’accord.
Fait à Paris, le 29 juillet 2025, en deux exemplaires, chacun en
langues française et allemande, les deux textes faisant
également foi.
Für die Regierung der Bundesrepublik Deutschland
Pour le Gouvernement de la République fédérale d’Allemagne
S t e p h a n S t e i n l e i n
A n k e R e h l i n g e r
Für die Regierung der Französischen Republik
Pour le Gouvernement de la République française
É l i s a b e t h B o r n e
Drucksache 187/26 – 14 – Bundesrat
Anlage I zum Abkommen
zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland
und der Regierung der Französischen Republik
über die Deutsch-Französischen Gymnasien und das Deutsch-Französische Abitur
Bestimmungen zu den Deutsch-Französischen Gymnasien
Annexe I à l’accord
entre le Gouvernement de la République fédérale d’Allemagne
et le Gouvernement de la République française
relatif aux lycées franco-allemands et au baccalauréat franco-allemand
Dispositions relatives aux lycées franco-allemand
Artikel 1
(1) Der Bildungsgang an den Deutsch-Französischen
Gymnasien umfasst sieben oder acht Jahre und führt zum Deutsch-
Französischen Abitur.
(2) Diesem Bildungsgang sind im französischen System die
Klassenstufen sixième bis troisième (Schulstufe collège) und die
Klassenstufen seconde bis terminale (Schulstufe lycée)
zugeordnet.
(3) Im deutschen System sind ihm die Klassenstufen 5 bis 9
(Sekundarstufe I) und die Klassenstufen 10 bis 12 (Sekundar -
stufe II) zugeordnet.
Artikel 2
(1) Der Schulleiter eines Deutsch-Französischen Gymnasiums
übernimmt die Verantwortung und die Leitung des Deutsch-
Französischen Gymnasiums nach den Rechtsvorschriften des Staates
beziehungsweise Bundeslands, in dem ein Deutsch-
Französisches Gymnasium angesiedelt ist. Er hat insbesondere
Weisungsbefugnis gegenüber dem gesamten Personal und den
Schülern.
(2) Der Schulleiter hat einen von dem Staat, in dem ein
Deutsch-Französisches Gymnasium angesiedelt ist, auf
Vorschlag der anderen Vertragspartei bestimmten Stellvertreter.
Dieser unterstützt den Schulleiter in der Ausübung aller seiner
Pflichten und handelt unter dessen Aufsicht. Ist der Schulleiter
verhindert, so übernimmt der Stellvertreter alle Aufgaben,
Haushaltsangelegenheiten ausgenommen.
(3) Darüber hinaus können der Schulleiter und sein
Stellvertreter eine gewisse Anzahl von Unterrichtsstunden übernehmen.
Artikel 3
(1) Die Lehrkräfte der Deutsch-Französischen Gymnasien
werden aus dem Lehrpersonal des Sekundarbereichs der beiden
Vertragsparteien ausgewählt. Die Lehrkräfte müssen
grundsätzlich zur Erfüllung ihrer besonderen Aufgaben die erforderlichen
Kenntnisse der Partnersprache besitzen, die mindestens dem
Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens
für Sprachen (GER) entsprechen. Ist eine Deutsch-Französische
Primarstufe eingerichtet, so werden die Lehrkräfte aus dem
Lehrpersonal der Primarstufe der beiden Vertragsparteien
ausgewählt.
(2) Soweit in diesem Artikel nichts anderes bestimmt ist, gelten
für die Lehrkräfte der Deutsch-Französischen Gymnasien
folgende Rechte und Pflichten:
1. für Lehrkräfte des Staates, in dem das Gymnasium
angesiedelt ist, jene, die durch die Rechtsvorschriften dieses Staates
beziehungsweise dieses Bundeslands festgelegt sind;
Article 1er
(1) La scolarité des lycées franco-allemands dure sept ou huit
ans et conduit au baccalauréat franco-allemand.
(2) Dans le système français, elle couvre les classes de
collège de la sixième à la troisième et les classes de lycée de la
seconde à la terminale.
(3) Dans le système allemand, elle couvre les classes 5 à 9
(Sekundarstufe I) et les classes 10 à 12 (Sekundarstufe II).
Article 2
(1) Le chef d’établissement d’un lycée franco-allemand
assume la responsabilité et la direction du lycée franco-allemand
selon les dispositions législatives et réglementaires, selon le cas,
de l’État ou du Land où se trouve un lycée franco-allemand. Il a,
en particulier, autorité sur l’ensemble du personnel et des élèves.
(2) Le chef d’établissement a un adjoint désigné par l’État où
se trouve le lycée franco-allemand sur proposition de l’autre
Partie. Celui-ci assiste le chef d’établissement dans tous les devoirs
de sa charge et agit sous son autorité. En cas d’empêchement
du chef d’établissement, l’adjoint en assume toutes les fonctions,
à l’exception des questions budgétaires.
(3) Le chef d’établissement et son adjoint peuvent en outre
assurer un certain nombre d’heures d’enseignement.
Article 3
(1) Les professeurs des lycées franco-allemands sont choisis
parmi le personnel enseignant du second degré des deux Parties.
Pour l’accomplissement de leurs missions particulières, les
professeurs doivent, en principe, disposer des connaissances
linguistiques nécessaires dans la langue du partenaire, qui
correspondent au moins au niveau B1 du Cadre européen
commun de référence pour les langues (CECRL). Si un
enseignement primaire franco-allemand est mis en place, les professeurs
sont choisis parmi le personnel enseignant du premier degré des
deux Parties.
(2) Sauf dispositions contraires précisées au présent article,
les droits et obligations des professeurs des lycées franco-
allemands sont les suivants :
1. Pour les professeurs de l’État dans lequel se trouve le lycée,
ceux définis par la législation en vigueur, selon le cas, dans
cet État ou dans le Land concerné ;
Bundesrat – 15 – Drucksache 187/26
2. für aus Frankreich entsandte Lehrkräfte jene, die durch die
Bestimmungen des französischen Rechts in Bezug auf die
Entsendung ins Ausland festgelegt sind;
3. für aus Deutschland entsandte Lehrkräfte jene, die durch die
einschlägigen Bestimmungen des deutschen Rechts
festgelegt sind.
(3) Die Lehrkräfte der Deutsch-Französischen Gymnasien
verpflichten sich, die Bestimmungen einzuhalten, die die
pädagogische Organisation sowie die Organisation des schulischen
Lebens der Schule, an der sie beschäftigt sind, festlegen.
(4) Die Qualität des Unterrichts wird von den zuständigen
Schulaufsichtsbehörden beider Vertragsparteien kontrolliert.
(5) Die von der anderen Vertragspartei entsandte Lehrkraft
erhält vor ihrem Dienstantritt von den Behörden des Staates, in
dem ein Deutsch-Französisches Gymnasium angesiedelt ist, eine
Dienstbestätigung. Die Dauer der Entsendung wird von ihrem
Heimatstaat festgelegt.
(6) Für die Beurteilung jeder Lehrkraft ist die zuständige
Schulaufsichtsbehörde ihrer Heimatverwaltung zuständig. Sie kann
gegebenenfalls vom stellvertretenden Schulleiter nach den
geltenden Regeln übernommen werden.
(7) Bei schwerwiegendem Fehlverhalten oder Dienst-
beziehungsweise Erwerbsunfähigkeit kann die Entsendung nach
Konsultation zwischen den Vertragsparteien und nach den im
Heimatstaat geltenden Bestimmungen für die Entsendung ins
Ausland vorzeitig beendet werden.
Artikel 4
(1) Alle Schüler eines Deutsch-Französischen Gymnasiums
verfügen über die gleichen Rechte und Pflichten.
(2) Für jeden Schüler gelten die Vorschriften des Deutsch-
Französischen Gymnasiums, das er besucht, wobei diese mit den
von den Vertragsparteien geteilten Bildungswerten und mit den
Bildungswerten des Staates beziehungsweise Bundeslands, in
dem das Deutsch-Französische Gymnasium angesiedelt ist,
übereinstimmen.
(3) Die Eltern und die Schüler nehmen an der Gestaltung des
schulischen Lebens des Deutsch-Französischen Gymnasiums
nach den in dem Staat beziehungsweise Bundesland, in dem das
Deutsch-Französische Gymnasium angesiedelt ist, geltenden
Vorschriften teil.
Artikel 5
(1) Dem Sekundarbereich eines Deutsch-Französischen
Gymnasiums kann eine deutsch-französische Primarstufe
vorangestellt werden.
(2) Die in einer solchen Primarstufe vermittelte Schulbildung
stützt sich auf die Empfehlung des Europäischen Parlaments und
des Rates vom 18. Dezember 2006 zu Schlüsselkompetenzen
für lebensbegleitendes Lernen.
(3) Aufgabe einer solchen Primarstufe ist es, den Kindern eine
grundlegende Schulbildung zu vermitteln, die ihnen die Ent -
wicklung zu selbstständigen und aufgeklärten sowie sozial und
beruflich integrierten Bürgern ermöglicht. Diese Bildung umfasst
insbesondere die Basiskompetenzen Lesen, Schreiben und
Rechnen, die nicht nur die Grundlage für sämtliche
Bildungsbereiche der Primarstufe, sondern auch für die weitere
Schullaufbahn und das lebenslange Lernen bilden.
(4) Der bilinguale und bikulturelle Unterricht der Primarstufe
wird zwischen den zuständigen Behörden der Vertragsparteien
abgestimmt.
Artikel 6
(1) Die in der Sekundarstufe I der Deutsch-Französischen
Gymnasien vermittelte Schulbildung stützt sich auf die
Empfehlung des Europäischen Parlaments und des Rates vom 18.
Dezember 2006 zu Schlüsselkompetenzen für lebensbegleitendes
2. Pour les professeurs détachés de France, ceux définis par les
dispositions du droit français concernant le détachement à
l’étranger ;
3. Pour les professeurs détachés d’Allemagne, ceux définis par
les dispositions du droit allemand en la matière.
(3) Les professeurs des lycées franco-allemands s’engagent
à respecter les dispositions fixant l’organisation pédagogique et
l’organisation de la vie scolaire de l’établissement dans lequel ils
sont affectés.
(4) La qualité de l’enseignement est contrôlée par les autorités
scolaires compétentes des deux Parties.
(5) Le professeur détaché par l’autre Partie reçoit avant son
entrée en fonction confirmation de sa mission par les autorités de
l’État où se trouve un lycée franco-allemand. La durée de son
détachement est fixée par son État d’origine.
(6) L’évaluation de chaque professeur relève des autorités
scolaires compétentes de son administration d’origine. Elle peut,
le cas échéant, être prise en charge par l’adjoint au chef d’
établissement, selon les règles applicables.
(7) En cas de faute grave ou d’inaptitude, il peut être mis fin
par anticipation à son détachement, après consultation entre les
Parties, et selon les modalités statutaires en vigueur dans son
État d’origine pour les détachements à l’étranger.
Article 4
(1) Tous les élèves d’un lycée franco-allemand ont les mêmes
droits et les mêmes devoirs.
(2) Chaque élève est soumis aux règlements en vigueur dans
le lycée franco-allemand qu’il fréquente, conformément aux
valeurs éducatives partagées entre les Parties et aux valeurs
éducatives propres, selon le cas, à l’État ou au Land où se trouve le
lycée franco-allemand.
(3) Les parents d’élèves et les élèves participent à l’
organisation de la vie scolaire du lycée franco-allemand dans les
conditions fixées par les règlements en vigueur, selon le cas, dans
l’État ou le Land où se trouve le lycée franco-allemand.
Article 5
(1) L’enseignement secondaire dispensé dans les lycées
franco-allemands peut être précédé d’un enseignement primaire
franco-allemand.
(2) Celui-ci s’appuie sur la recommandation du Parlement
européen et du Conseil du 18 décembre 2006 sur les compétences
clés pour l’éducation et la formation tout au long de la vie.
(3) La mission d’un tel enseignement est d’offrir aux enfants
une formation scolaire de base, leur permettant de devenir des
citoyens autonomes et éclairés, insérés socialement et
professionnellement. Cette formation comprend avant tout les savoirs
fondamentaux que sont la lecture, l’écriture et les mathématiques,
bases non seulement pour tous les autres domaines de formation
de l’enseignement primaire, mais aussi pour la scolarité ultérieure
et pour l’apprentissage tout au long de la vie.
(4) L’enseignement bilingue et biculturel dans l’enseignement
primaire est arrêté entre les autorités compétentes des Parties.
Article 6
(1) La formation dispensée au niveau collège des lycées
franco-allemands se fonde sur la recommandation du Parlement
européen et du Conseil du 18 décembre 2006 sur les
compétences clés pour l’éducation et la formation tout au long de la vie.
Drucksache 187/26 – 16 – Bundesrat
Lernen. Sie ermöglicht es jedem einzelnen Schüler, auf dem
bestmöglichen Niveau alle Kenntnisse, Kompetenzen, Werte und
Umgangsformen zu erwerben, die für eine erfolgreiche
Schullaufbahn sowie für das Leben als Individuum und zukünftiger
europäischer Bürger erforderlich sind. Sie ermöglicht es den
Schülern, durch eine schrittweise Integration im angebotenen
Unterricht das sprachliche und fachliche Niveau zu erlangen, das
bei Eintritt in die Klassenstufen 10, 11 und 12 der Deutsch-
Französischen Gymnasien erforderlich ist.
(2) Die Pflichtfächer in der Sekundarstufe I der Deutsch-
Französischen Gymnasien sind:
– Sprache der Abteilung; Partnersprache; Mathematik; Englisch;
– Geisteswissenschaften (Geschichte; Geographie; ein
politischsozialwissenschaftliches Fach);
– Naturwissenschaften (Physik; Chemie; Biologie);
– Kunst-, Musik- und Sporterziehung; Philosophie oder Ethik für
französische Schüler; Religion beziehungsweise Philosophie
oder Ethik für andere Schüler.
Darüber hinaus können die Fächer Latein, technologische und
digitale Bildung, Informatik, Staatsbürgerkunde sowie
gegebenenfalls weitere Fächer entsprechend der jeweiligen Regelungen der
zuständigen Behörden des Staates beziehungsweise
Bundeslands, in dem ein Deutsch-Französisches Gymnasium
angesiedelt ist, Pflichtfächer sein. Zusätzlich können an jedem Deutsch-
Französischen Gymnasium Wahlfächer im Sinne einer vertieften
und breiten Allgemeinbildung der Schüler angeboten werden.
(3) Die Zahl der Stunden in diesen Fächern kann je nach
Schule variieren, um die in Absatz 1 genannten Bildungsziele zu
erreichen.
(4) Am Ende der Klassenstufe 9 kann den Schülern von
französischer Seite das diplôme national du brevet nach Maßgabe
der französischen Regelungen zuerkannt werden.
(5) Beim Verlassen eines Deutsch-Französischen
Gymnasiums vor Abschluss des Bildungsgangs mit dem Deutsch-
Französischen Abitur können den Schülern entsprechend der
Regelungen der jeweils zuständigen deutschen Schulaufsichtsbehörde
Abschlüsse zuerkannt werden, die vor dem Abitur erworben
werden können.
Artikel 7
(1) Die in den Klassenstufen 10, 11 und 12 der Deutsch-
Französischen Gymnasien vermittelte Schulbildung führt zu einer
Erweiterung und Vertiefung der in der Sekundarstufe I erworbenen
Basiskompetenzen. Sie bereitet auf das Deutsch-Französische
Abitur vor.
(2) Der Unterricht in der Klassenstufe 10 umfasst gemeinsame
Pflichtfächer für alle Schüler sowie Wahlfächer, die ihnen je nach
Angebot der Schule zur Verfügung stehen.
(3) Der Unterricht in den Klassenstufen 11 und 12 umfasst je
nach Angebot der Schule:
– Pflichtfächer; diese umfassen gemeinsame Unterrichtsfächer
für alle Schüler sowie zwei Vertiefungsfächer nach Wahl eines
jeden Schülers wie unten beschrieben;
– zusätzliche Wahlfächer, die von den Schülern gewählt werden
können.
Jedes Fach, in dem im Rahmen des Deutsch-Französischen
Abiturs eine Abschlussprüfung abgelegt wird, muss ab der
Klassenstufe 10 durchgängig belegt werden. Jedes Fach, dessen Vornote
in die Berechnung der Gesamtdurchschnittsnote des Deutsch-
Französischen Abiturs eingeht, muss in den Klassenstufen 11
und 12 durchgängig belegt werden.
Elle permet à chaque élève concerné d’acquérir, au meilleur
niveau de maîtrise possible, l’ensemble des connaissances,
compétences, valeurs et attitudes nécessaires pour réussir sa
scolarité, sa vie d’individu et de futur citoyen européen. Elle
permet aux élèves d’atteindre, par intégration progressive dans
les enseignements proposés, les niveaux d’exigence linguistiques
et disciplinaires attendus à l’entrée en classes de seconde, de
première et de terminale des lycées franco-allemands.
(2) Les enseignements obligatoires au niveau collège des
lycées franco-allemands sont :
– langue de la section ; langue du partenaire ; mathématiques ;
anglais ;
– sciences humaines (histoire ; géographie ; un enseignement
de sciences politiques et sociales) ;
– sciences de la nature (physique ; chimie ; biologie) ;
– éducation artistique, musicale et sportive ; philosophie ou
éthique pour les élèves français ; religion ou bien philosophie
ou éthique pour les autres élèves.
Le latin, l’éducation technologique et numérique, l’informatique,
l’enseignement moral et civique et le cas échéant d’autres
enseignements peuvent être obligatoires conformément aux
réglementations respectives des autorités compétentes, selon le
cas, de l’État ou du Land où se trouve un lycée franco-allemand.
Chaque lycée franco-allemand peut proposer des enseignements
optionnels complémentaires pour approfondir et élargir la
formation générale des élèves.
(3) Les volumes horaires de ces enseignements peuvent
varier selon les établissements, de manière à atteindre les
objectifs de formation mentionnés au paragraphe 1 du présent
article.
(4) À la fin de la classe de troisième, les élèves peuvent se
voir attribuer par la partie française le diplôme national du brevet
dans les conditions définies par la réglementation française.
(5) En cas de sortie d’un lycée franco-allemand avant la fin du
cursus menant au baccalauréat franco-allemand, les élèves
peuvent se voir attribuer les diplômes pouvant être obtenus avant
le baccalauréat conformément aux réglementations des autorités
scolaires allemandes compétentes.
Article 7
(1) La formation dispensée dans les lycées franco-allemands
dans les classes de seconde, première et terminale élargit et
approfondit les compétences fondamentales acquises au collège.
Elle prépare au baccalauréat franco-allemand.
(2) Les enseignements de la classe de seconde comprennent
des enseignements communs obligatoires dispensés à tous les
élèves et des enseignements optionnels qui leur sont proposés,
en fonction de l’offre de l’établissement.
(3) En fonction de cette offre, les enseignements de la classe
de première et de la classe de terminale comprennent :
– des enseignements obligatoires, qui incluent des
enseignements communs dispensés à tous les élèves et deux
enseignements de spécialité, au choix de chaque élève, selon les
modalités précisées ci-dessous ;
– des enseignements optionnels supplémentaires, au choix des
élèves.
Tout enseignement faisant l’objet d’une épreuve terminale pour
le baccalauréat franco-allemand doit être suivi de manière
continue dès la classe de seconde. Tout enseignement dont les notes
de contrôle continu sont prises en compte dans le calcul de la
moyenne générale du baccalauréat franco-allemand doit être
suivi de manière continue en classes de première et de terminale.
Bundesrat – 17 – Drucksache 187/26
(4) Die Schüler wählen entweder
– zwei Vertiefungsfächer unter den Fächern „Philosophie und
Literatur“, Moderne Fremdsprache (Englisch, Spanisch,
Italienisch oder Portugiesisch), „Geschichte, Geographie und
Politikwissenschaft“, Mathematik oder
– zwei Vertiefungsfächer unter den Fächern Mathematik, Physik,
Chemie, Biologie oder
– das Vertiefungsfach Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
und ein weiteres Vertiefungsfach unter den Fächern
Mathematik, Moderne Fremdsprache (Englisch), „Geschichte,
Geographie und Politikwissenschaft“.
(5) Die Fächer und Stundentafeln für die Klassenstufen 10, 11
und 12 der Deutsch-Französischen Gymnasien werden nach
Anlage II festgelegt.
(6) Im Rahmen des Netzwerks der Deutsch-Französischen
Gymnasien kann ein schulübergreifender gemeinsamer
Unterricht eines Faches angeboten werden.
Artikel 8
(1) Für die vorgesehenen Pflichtfächer in der Sekundarstufe I
werden Lehrpläne im gegenseitigen Einvernehmen der
zuständigen Behörden der Vertragsparteien festgelegt.
(2) Für die vorgesehenen Pflichtfächer in den
Klassenstufen 10 bis 12 werden gemeinsame Lehrpläne von den
zuständigen Behörden der Vertragsparteien festgelegt und veröffentlicht.
(3) Für die Wahlfächer in den Klassenstufen 10 bis 12, wenn
diese an allen Schulen unterrichtet werden, werden soweit
möglich gemeinsame Lehrpläne von den zuständigen Behörden der
Vertragsparteien festgelegt und gegebenenfalls veröffentlicht.
Artikel 9
Zur schrittweisen Entwicklung ihrer Kenntnisse und
Fähigkeiten im technologischen, wirtschaftlichen und beruflichen Umfeld
und insbesondere im Rahmen der Berufsorientierung absolvieren
alle Schüler in der Klassenstufe 9 oder 10 mindestens ein
Berufspraktikum und gegebenenfalls eine Hospitation im Berufsumfeld.
Artikel 10
(1) Das Schuljahr ist in zwei Halbjahre unterteilt. Am Ende des
ersten Halbjahres wird ein Halbjahreszeugnis ausgestellt, in dem
die Leistungen des Schülers in den verschiedenen Fächern für
den betreffenden Zeitraum aufgeführt werden. Am Ende des
zweiten Halbjahres wird ein Jahreszeugnis ausgestellt, das für
jedes Fach die Note des ersten Halbjahres, die Note des zweiten
Halbjahres und die Jahresnote ausweist.
(2) Für die Leistungsbewertung der Schüler werden die Noten
in ganzen Punkten auf einer Skala von 0 bis 20 ausgedrückt,
wobei 20 Punkte die beste Note und 10 Punkte die untere Grenze
der ausreichenden Leistung bezeichnen. Die
Notenbezeichnungen werden von den zuständigen Behörden der Vertragsparteien
im gegenseitigen Einvernehmen festgelegt.
(3) Eine Zeugnisnote ist eine in Zahlen ausgedrückte
fachlichpädagogische Gesamtbewertung aller Leistungen, die der
Schüler im Beurteilungszeitraum in einem Fach erbracht hat und die
in geeigneter Weise zu dokumentieren sind.
(4) Für jedes Fach können außerdem die interkulturellen und
internationalen Kompetenzen sowie die Mitarbeit der Schüler
bewertet werden.
(5) Der Zahlenbenotung jedes Faches kann auf dem Zeugnis
auch eine Verbalbeurteilung hinzugefügt werden.
(6) Die Versetzung in die nächsthöhere Klasse richtet sich
nach den Jahresnoten. Die einzelne Jahresnote gibt Auskunft
über das Niveau, das der Schüler in dem betreffenden Fach er-
(4) Les élèves choisissent :
– soit deux enseignements de spécialité parmi : philosophie et
littérature, langue vivante étrangère (anglais, espagnol, italien
ou portugais), histoire-géographie et sciences politiques,
mathématiques ;
– soit deux enseignements de spécialité parmi : mathématiques,
physique, chimie, biologie ;
– soit l’enseignement de spécialité sciences économiques et
sociales et une autre spécialité parmi : mathématiques, langue
vivante étrangère (anglais), histoire-géographie et sciences
politiques.
(5) Les disciplines et horaires des classes de seconde,
première et terminale des lycées franco-allemands sont établis
conformément à l’annexe II.
(6) Dans le cadre du réseau des lycées franco-allemands, il
est possible de proposer un enseignement inter-établissements
commun.
Article 8
(1) Pour les enseignements obligatoires des classes de
collège, des programmes d’études sont établis d’un commun
accord entre les autorités compétentes des Parties.
(2) Pour les enseignements obligatoires des classes de
seconde à la terminale, des programmes d’études communs sont
établis et publiés par les autorités compétentes des Parties.
(3) Pour les enseignements optionnels des classes de
seconde à la terminale, lorsqu’ils sont enseignés dans tous les
établissements, des programmes d’études communs sont établis
dans la mesure du possible et publiés par les autorités
compétentes des deux Parties le cas échéant.
Article 9
Afin de développer progressivement leurs connaissances et
leurs compétences sur l’environnement technologique,
économique et professionnel, et notamment dans le cadre de l’
éducation à l’orientation, tous les élèves accomplissent en classe de
troisième ou en classe de seconde au moins un stage
professionnel et, le cas échéant, une séquence d’observation en milieu
professionnel.
Article 10
(1) L’année scolaire est divisée en deux semestres. À la fin du
premier semestre est établi un bulletin semestriel sur lequel sont
portés les résultats obtenus par l’élève dans les différents
enseignements pour la période concernée. À la fin du second
semestre, un bulletin annuel est établi, qui mentionne pour chaque
enseignement la note du premier semestre, la note du second
semestre et la note annuelle.
(2) Pour l’évaluation des élèves, les notes sont exprimées en
points entiers sur une échelle de 0 à 20, 20 étant la meilleure note
et 10 la limite inférieure de la suffisance. Les mentions auxquelles
correspondent les notes sont définies d’un commun accord par
les autorités compétentes des Parties.
(3) La note portée sur le bulletin est une évaluation globale
chiffrée, pédagogique et didactique qui prend en compte tous les
résultats obtenus par l’élève dans un enseignement pendant la
période d’évaluation, documentés de manière appropriée.
(4) Dans chaque enseignement peuvent être également
évaluées les compétences interculturelles et internationales, ainsi
que l’engagement de l’élève.
(5) À la note chiffrée de chaque enseignement sur le bulletin
peut s’ajouter une observation.
(6) Le passage dans la classe supérieure est fonction des
notes annuelles. Chaque note annuelle indique le niveau atteint
par l’élève dans l’enseignement concerné. Pour son établisse-
Drucksache 187/26 – 18 – Bundesrat
reicht hat. Zur Ermittlung der Jahresnote werden die Leistungen
des gesamten Schuljahres, insbesondere diejenigen des zweiten
Halbjahres, berücksichtigt.
(7) Bei Unterricht, der aus mehreren Fächern besteht oder von
mehreren Lehrkräften unterrichtet wird, ist die gemeinsame
Jahresnote der Durchschnitt – ab n,5 aufgerundet auf den nächsten
ganzen Notenpunkt, darunter abgerundet auf den nächsten
ganzen Notenpunkt – der Jahresnoten der einzelnen beteiligten
Lehrkräfte.
(8) Auf dem Jahreszeugnis kann auch der Gesamtjahres -
notendurchschnitt angegeben werden. Er ist das auf die erste
Dezimalstelle errechnete arithmetische Mittel – ab n,05
aufgerundet auf die erste Dezimalstelle, darunter abgerundet auf die erste
Dezimalstelle – der Jahresnoten, die in den verschiedenen
Fächern erzielt wurden.
(9) Über diesen Artikel hinausgehende Bestimmungen in
Bezug auf Bewertungen und Zeugnisnoten werden nach den
Regelungen des Staates beziehungsweise Bundeslands, in dem ein
Deutsch-Französisches Gymnasium angesiedelt ist, getroffen.
Artikel 11
(1) Die Klassenkonferenz setzt sich nach den Regelungen des
Staates beziehungsweise Bundeslands, in dem ein Deutsch-
Französisches Gymnasium angesiedelt ist, zusammen. Sie
befasst sich mit allen pädagogischen Fragen, die für die
Lernfortschritte der Schüler und das Klassengeschehen von Bedeutung
sind, und legt die Zeugnisnoten fest. Sie findet mindestens zwei
Mal im Jahr, und zwar am Ende eines jeden Schulhalbjahres,
statt und immer dann, wenn der Schulleiter es für zweckmäßig
erachtet. Die Ergebnisse der Klassenkonferenz werden in einer
Niederschrift festgehalten.
(2) Am Ende jedes Schuljahres wird die Versetzung eines
Schülers in die nächsthöhere Klassenstufe von der
Klassenkonferenz unter dem Vorsitz des Schulleiters beschlossen. Der
Vorsitzende und alle Fachlehrkräfte einer Klasse nehmen an
Entscheidungen teil, die die Schüler dieser Klasse betreffen. Im Falle
einer Abstimmung sind der Vorsitzende und alle Lehrkräfte des
betreffenden Schülers stimmberechtigt. Bei Stimmengleichheit
entscheidet die Stimme des Vorsitzenden.
(3) Über diese Anlage hinausgehende Bestimmungen in
Bezug auf die Versetzung eines Schülers in der Sekundarstufe I
einschließlich der Versetzung in die Klassenstufe 10 unterliegen den
Regelungen des Staates beziehungsweise Bundeslands, in dem
ein Deutsch-Französisches Gymnasium angesiedelt ist.
(4) In der Klassenstufe 10 wählen die Schüler zwei
Vertiefungsfächer, je nach Angebot der Schule, die sie in den
Klassenstufen 11 und 12 belegen. Diese Wahl wird in der
Klassenkonferenz am Ende des Schuljahres bestätigt.
(5) Über diesen Artikel hinausgehende Bestimmungen in
Bezug auf die Arbeitsweise der Klassenkonferenz unterliegen den
Regelungen des Staates beziehungsweise Bundeslands, in dem
ein Deutsch-Französisches Gymnasium angesiedelt ist.
Artikel 12
(1) Die Entscheidungen über die Versetzung von der
Klassenstufe 10 in die Klassenstufe 11 sowie von der Klassenstufe 11 in
die Klassenstufe 12 werden von der Klassenkonferenz am Ende
eines Schuljahres auf der Grundlage der Jahresnoten des
Schülers getroffen. Hierbei werden die Leistungen in den
Pflichtfächern und gegebenenfalls den Wahlfächern berücksichtigt.
(2) Ein Schüler wird von der Klassenstufe 10 in die
Klassenstufe 11 versetzt, wenn im Jahreszeugnis
– in allen Pflichtfächern mindestens 8 von 20 Notenpunkten
erreicht werden oder
– ein Gesamtdurchschnitt in allen Pflicht- und Wahlfächern von
mindestens 8 von 20 Notenpunkten erreicht wird, sofern
ment, il est tenu compte des résultats de l’ensemble de l’année
scolaire, et plus particulièrement de ceux du second semestre.
(7) Pour les enseignements composés de plusieurs disciplines
ou enseignés par plusieurs professeurs, la note annuelle unique
est la moyenne, arrondie à l’entier supérieur à partir de n,5, à
l’entier inférieur au-dessous, des notes annuelles des différents
professeurs concernés.
(8) Sur le bulletin annuel peut figurer également la moyenne
générale annuelle des notes. Elle est la moyenne arithmétique,
arrêtée à la première décimale, arrondie à la décimale supérieure
à partir de n,05, à la décimale inférieure en dessous, des notes
annuelles obtenues dans les différents enseignements.
(9) Les dispositions relatives à l’évaluation et à la notation qui
dépassent le cadre du présent article sont adoptées
conformément à la réglementation, selon le cas, de l’État ou du Land où
se trouve un lycée franco-allemand.
Article 11
(1) La composition du conseil de classe est fixée selon la
réglementation en vigueur dans l’État ou le Land où se trouve un
lycée franco-allemand, selon le cas. Le conseil de classe
examine toutes les questions pédagogiques intéressant le suivi
des acquis des élèves et la vie de la classe et arrête les notes
inscrites sur les bulletins scolaires. Il se réunit au moins deux fois
par an, à la fin de chaque semestre scolaire, et chaque fois que
le chef d’établissement le juge utile. Les résultats du conseil de
classe sont consignés dans un procès-verbal.
(2) À la fin de chaque année scolaire, le passage d’un élève
dans la classe supérieure est décidé par le conseil de classe,
présidé par le chef d’établissement. Le président et tous les
professeurs d’une même classe participent aux décisions concernant
les élèves de cette classe. En cas de vote, ont voix délibérative
le président et tous les professeurs de l’élève concerné. En cas
de partage des voix, celle du président est prépondérante.
(3) Les dispositions relatives au passage de l’élève dans les
classes de collège et en classe de seconde qui vont au-delà de
ce qui est prévu par la présente annexe relèvent de la
réglementation, selon le cas, de l’État ou du Land où se trouve un lycée
franco-allemand.
(4) En classe de seconde, l’élève choisit deux enseignements
de spécialité qu’il suivra en classes de première et de terminale,
en fonction de l’offre de l’établissement. Ces choix sont validés
lors du conseil de classe de fin d’année scolaire.
(5) Les dispositions relatives au fonctionnement du conseil de
classe qui vont au-delà des dispositions du présent article
relèvent de la réglementation, selon le cas, de l’État ou du Land
où se trouve un lycée franco-allemand.
Article 12
(1) Les décisions de passage de la classe de seconde à la
classe de première et de la classe de première à la classe de
terminale sont prises par le conseil de classe à la fin de l’année
scolaire sur la base des notes annuelles de l’élève. Les résultats
obtenus dans les enseignements obligatoires et le cas échéant
dans les enseignements optionnels sont pris en compte.
(2) Un élève passe de la classe de seconde à la classe de
première si son bulletin annuel indique qu’il a obtenu
– une moyenne d’au moins 8/20 dans chaque enseignement
obligatoire ou
– une moyenne générale d’au moins 8/20 en prenant en compte
les enseignements obligatoires et optionnels si
Bundesrat – 19 – Drucksache 187/26
• in nicht mehr als zwei Pflichtfächern weniger als 8 von
20 Notenpunkten erreicht werden und
• in keinem Fach der Fächergruppe Sprache der Abteilung,
Partnersprache, Mathematik und Englisch weniger als 5 von
20 Notenpunkten erreicht werden.
(3) Ein Schüler wird von der Klassenstufe 11 in die
Klassenstufe 12 versetzt, wenn im Jahreszeugnis
– in allen Pflichtfächern mindestens 10 von 20 Notenpunkten
erreicht werden oder
– ein Gesamtdurchschnitt in allen Pflicht- und Wahlfächern von
mindestens 10 von 20 Notenpunkten erreicht wird, sofern
• in nicht mehr als zwei Pflichtfächern weniger als 10 von
20 Notenpunkten erreicht werden und
• in keinem Fach der Fächergruppe der Vertiefungsfächer,
Sprache der Abteilung und Partnersprache weniger als 5 von
20 Notenpunkten erreicht werden.
(4) Eine Versetzung auf Probe oder eine Versetzung durch
Nachprüfung ist unzulässig.
(5) Abweichend von Absatz 2 kann ein Schüler der
Klassenstufe 10 ausnahmsweise von der Klassenkonferenz in die
Klassenstufe 11 versetzt werden, wenn davon auszugehen ist, dass
seine Leistungen aus Gründen, die der Schüler nicht zu vertreten
hat, nur vorübergehend für die Versetzung nicht ausreichen und
dass zu erwarten ist, dass er nach einer Übergangszeit den
Anforderungen der nächsthöheren Klassenstufe entspricht.
Begründung und Abstimmungsergebnis der Klassenkonferenz sind in der
Niederschrift der Klassenkonferenz festzuhalten. In besonderen
Fällen kann die Klassenkonferenz die Versetzungsentscheidung
auch hinausschieben und dem Schüler die Teilnahme am
Unterricht der Klassenstufe 11 bis zum Ablauf des ersten
Schulhalbjahres gestatten. Ein entsprechender Beschluss wird im
Jahreszeugnis wie folgt vermerkt:
„Auf Beschluss der Klassenkonferenz ist die
Versetzungsentscheidung ausgesetzt“; die vom Schüler erreichten Noten werden
in dieses Zeugnis eingetragen. Die endgültige Entscheidung über
die Versetzung oder Nichtversetzung wird im Zeugnis am Ende
des ersten Schulhalbjahres der Klassenstufe 11 vermerkt.
(6) Ein Schüler, der nicht in die nächsthöhere Klassenstufe
versetzt wird, kann die Klassenstufe einmal wiederholen.
(7) Über diesen Artikel hinausgehende Bestimmungen in
Bezug auf die Versetzung von der Klassenstufe 10 in die
Klassenstufe 11 sowie von der Klassenstufe 11 in die Klassenstufe 12
unterliegen den Regelungen des Staates beziehungsweise
Bundeslands, in dem ein Deutsch-Französisches Gymnasium
angesiedelt ist.
• la moyenne de l’élève n’est pas inférieure à 8/20 dans plus
de deux enseignements obligatoires et
• la moyenne de l’élève n’est pas inférieure à 5/20 dans les
enseignements de langue de la section, de langue du
partenaire, de mathématiques et d’anglais.
(3) Un élève passe de la classe de première à la classe de
terminale si son bulletin annuel indique qu’il a obtenu
– une moyenne d’au moins 10/20 dans chaque enseignement
obligatoire ou
– une moyenne générale d’au moins 10/20 en prenant en
compte tous les enseignements obligatoires et optionnels si
• la moyenne de l’élève n’est pas inférieure à 10/20 dans plus
de deux enseignements obligatoires et
• la moyenne de l’élève n’est pas inférieure à 5/20 dans les
enseignements de langue de la section, de langue du
partenaire et dans les enseignements de spécialité.
(4) Le passage de classe à l’essai ou par examen n’est pas
autorisé.
(5) Par dérogation aux dispositions du paragraphe 2, un élève
de seconde peut exceptionnellement être autorisé à passer en
classe de première par le conseil de classe, si l’on peut supposer
que, pour des raisons de force majeure, ses résultats ne sont que
temporairement insuffisants pour le passage de classe et que l’on
peut s’attendre à ce qu’il réponde aux exigences de la classe
supérieure suivante après une période de transition. La justification
et le résultat du vote du conseil de classe doivent être consignés
dans le procès-verbal du conseil de classe. Dans des cas
particuliers, le conseil de classe peut également reporter la décision
de passage de classe et autoriser l’élève à suivre les cours de la
classe de première jusqu’à la fin du premier semestre scolaire.
Une telle décision est mentionnée sur le bulletin annuel comme
suit :
« Sur décision du conseil de classe, la décision de passage de
classe est suspendue » ; les notes obtenues par l’élève sont
inscrites sur le bulletin. La décision définitive de passage ou de
non-passage est mentionnée sur le bulletin de notes établi à la
fin du premier semestre de l’année scolaire de la classe de
première.
(6) Un élève qui ne peut pas passer dans la classe supérieure
peut redoubler une fois.
(7) Les dispositions relatives au passage de la classe de
seconde à la classe de première et de la classe de première à la
classe de terminale qui vont au-delà des dispositions du présent
article relèvent de la réglementation, selon le cas, de l’État ou du
Land où se trouve un lycée franco-allemand.
Drucksache 187/26 – 20 – Bundesrat
Anlage II zum Abkommen
zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland
und der Regierung der Französischen Republik
über die Deutsch-Französischen Gymnasien und das Deutsch-Französische Abitur
Stundentafeln der Deutsch-Französischen Gymnasien
1 h = Zeitspanne von fünfundvierzig Minuten
10. Klasse 11. Klasse 12. Klasse
Pflichtfächer1
Gemeinsame Unterrichtsfächer
Sprachlich-literarisch-künstlerisches Aufgabenfeld
Sprache der Abteilung 4 h 4 h 4 h
Partnersprache 5 h 5 h 5 h
Moderne Fremdsprache: Englisch2 3 h 3 h 3 h
Weitere moderne Fremdsprache oder alte Sprache3 3 h – –
Gesellschaftswissenschaftliches Aufgabenfeld
Gesellschaftswissenschaften: 4 h 3 h 3 h
Geschichte, Geographie, Politikwissenschaft4
Wirtschafts- und Sozialwissenschaften 1,5 h – –
Philosophie (französische Schüler)5 1 h 2 h 2 h
Religion oder Philosophie (andere Schüler)5 1 h 2 h 2 h
Mathematisch-naturwissenschaftlich-technisches
Aufgabenfeld
Mathematik6 5 h 3 h 3 h
Physik-Chemie7 2 h pro Fach, 3 h 3 h
4 h für beide Fächer
Biologie7 1,5 h
Digitale Wissenschaften und informatische Bildung 2 h – –
Fächer, die keinem Aufgabenfeld zugeordnet sind
Sport8 2 h 2 h 2 h
Vertiefungsfächer
Sprachlich-literarisch-künstlerisches Aufgabenfeld
Moderne Fremdsprache – 6 h 6 h
(Englisch, Spanisch, Italienisch oder Portugiesisch)
Gesellschaftswissenschaftliches Aufgabenfeld
Geschichte, Geographie und Politikwissenschaft – 6 h 6 h
Wirtschafts- und Sozialwissenschaften – 6 h 6 h
Philosophie und Literatur – 6 h 6 h
Mathematisch-naturwissenschaftlich-technisches
Aufgabenfeld
Mathematik – 6 h 6 h
Physik – 6 h 6 h
Chemie – 6 h 6 h
Biologie – 6 h 6 h
Wahlfächer9
Sprachlich-literarisch-künstlerisches Aufgabenfeld
Moderne Fremdsprache 3 h 3 h 3 h
Latein 3 h 3 h 3 h
Griechisch 3 h 3 h 3 h
Bundesrat – 21 – Drucksache 187/26
10. Klasse 11. Klasse 12. Klasse
Musik 2 h 3 h 3 h
Bildende Kunst 2 h 3 h 3 h
Mathematisch-naturwissenschaftlich-technisches
Aufgabenfeld
„Mathématiques expertes“10 – 3 h 3 h
Physik 2 h 3 h 3 h
Chemie 2 h 3 h 3 h
Biologie – 3 h 3 h
Informatik – 3 h 3 h
1 Alle Schüler der Klassenstufe 10 müssen Pflichtfächer in einem Gesamtumfang von mindestens 33 Wochenstunden belegen. Alle Schüler der
Klassenstufen 11 und 12 müssen neun Fächer als Pflichtfächer in einem Gesamtumfang von mindestens 34 Wochenstunden belegen. Beträgt die Anzahl
der Pflichtfächer durch die Wahl der Vertiefungsfächer und der sich hieraus ergebenden Belegung der gemeinsamen Unterrichtsfächer weniger als
neun, so wählt der Schüler unter den Wahlfächern oder den gemeinsamen Unterrichtsfächern ein weiteres Fach als dreistündiges Pflichtfach in der
Klassenstufe 11 und behält dieses Fach so in Klassenstufe 12 bei.
2 Dieses Fach wird vom Schüler nicht belegt, wenn er das Vertiefungsfach „Moderne Fremdsprache (Englisch)“ wählt.
3 Dieses Fach kann ab Klassenstufe 8 belegt werden. Wenn es eine moderne Fremdsprache ist, kann es auch in Klassenstufe 10 gewählt werden, um
in den Klassenstufen 11 und 12 das Vertiefungsfach „Moderne Fremdsprache (Spanisch, Italienisch oder Portugiesisch)“ wählen zu können.
4 Dieses Fach wird vom Schüler nicht belegt, wenn er das Vertiefungsfach „Geschichte, Geographie und Politikwissenschaft“ wählt. Dieses Fach
beinhaltet in den Klassenstufen 11 und 12 zwei Halbjahre Unterricht in Geschichte und zwei Halbjahre Unterricht in Geographie und beziehungsweise
oder in Politikwissenschaft je nach Lehrplan.
5 Dieses Fach wird vom Schüler nicht belegt, wenn er das Vertiefungsfach „Philosophie und Literatur“ wählt.
6 Dieses Fach wird vom Schüler nicht belegt, wenn er das Vertiefungsfach Mathematik wählt.
7 Hat der Schüler eine weitere moderne Fremdsprache oder eine alte Sprache gewählt, so belegt er in der Klassenstufe 10 lediglich eines der zwei
Fächer Physik oder Chemie. Wird keine weitere moderne Fremdsprache oder keine alte Sprache gewählt, so belegt der Schüler die beiden Fächer
Physik und Chemie. In den Klassenstufen 11 und 12 wählt der Schüler mindestens eines der drei Fächer Physik oder Chemie oder Biologie je nach
Angebot der Schule. Jedes naturwissenschaftliche Fach wird durch das jeweilige Vertiefungsfach ersetzt, wenn es vom Schüler gewählt wird. Jeder
Schüler muss die in den Klassenstufen 11 und 12 gewählte(n) Naturwissenschaft(en) bereits in Klassenstufe 10 belegt haben.
8 Im gemeinsamen Unterrichtsfach Sport kann keine Abschlussprüfung abgelegt werden.
9 Es können höchstens zwei Wahlfächer belegt werden. Wahlfächer müssen in den Klassenstufen 10, 11 und 12 belegt werden, wenn Halbjahresnoten
der Klassenstufen 11 und 12 zur Berechnung der Gesamtdurchschnittsnote des Deutsch-Französischen Abiturs herangezogen werden sollen. Ein
Fach kann nicht gleichzeitig als Pflicht- und als Wahlfach belegt werden, mit Ausnahme von Mathematik. Es können weitere Wahlfächer von einem
Deutsch-Französischen Gymnasium auf Antrag vorgeschlagen werden; dieser Antrag ist zusammen mit einem Vorschlag für einen Lehrplan an den
Koordinierungsausschuss zu richten.
10 „Mathématiques expertes“ kann nur von Schülern belegt werden, die das Vertiefungsfach Mathematik gewählt haben und in diesem Fach kann keine
Abschlussprüfung abgelegt werden. Der Lehrplan darf den Lehrplan des Vertiefungsfachs Mathematik nicht beinhalten, auch nicht in Teilen.
Drucksache 187/26 – 22 – Bundesrat
Annexe II à l’accord
entre le Gouvernement de la République fédérale d’Allemagne
et le Gouvernement de la République française
relatif aux lycées franco-allemands et au baccalauréat franco-allemand
Horaires des lycées franco-allemands
1 h = période de quarante-cinq minutes
Classe de seconde Classe de première Classe de terminale
Enseignements obligatoires1
Enseignements communs
Domaine des langues, de la littérature et de l’art
Langue de la section 4 h 4 h 4 h
Langue du partenaire 5 h 5 h 5 h
Langue vivante B : anglais2 3 h 3 h 3 h
Autre langue vivante étrangère ou langue de l’Antiquité3 3 h – –
Domaine des sciences sociales
Sciences sociales : 4 h 3 h 3 h
histoire, géographie et sciences politiques4
Sciences économiques et sociales 1,5 h – –
Philosophie (élèves français)5 1 h 2 h 2 h
Religion ou philosophie (autres élèves)5 1 h 2 h 2 h
Domaine des mathématiques, des sciences de la nature
et des techniques
Mathématiques6 5 h 3 h 3 h
Physique-chimie7 2 h par enseignement, 3 h 3 h
4 h pour les deux
Biologie7 1,5 h
Sciences numériques et éducation à l’informatique 2 h – –
Enseignements qui ne font partie d’aucun domaine
Sport8 2 h 2 h 2 h
Enseignements de spécialité
Domaine des langues, de la littérature et de l’art
Langue vivante étrangère – 6 h 6 h
(anglais, espagnol, italien ou portugais)
Domaine des sciences sociales
Histoire-géographie et sciences politiques (HGSP) – 6 h 6 h
Sciences économiques et sociales (SES) – 6 h 6 h
Philosophie et littérature – 6 h 6 h
Domaine des mathématiques, des sciences de la nature
et des techniques
Mathématiques – 6 h 6 h
Physique – 6 h 6 h
Chimie – 6 h 6 h
Biologie – 6 h 6 h
Enseignements optionnels9
Domaine des langues, de la littérature et de l’art
Langue vivante étrangère 3 h 3 h 3 h
Latin 3 h 3 h 3 h
Grec 3 h 3 h 3 h
Musique 2 h 3 h 3 h
Bundesrat – 23 – Drucksache 187/26
Classe de seconde Classe de première Classe de terminale
Arts plastiques 2 h 3 h 3 h
Domaine des mathématiques, des sciences de la nature
et des techniques
Mathématiques expertes10 – 3 h 3 h
Physique 2 h 3 h 3 h
Chimie 2 h 3 h 3 h
Biologie – 3 h 3 h
Informatique – 3 h 3 h
1 Tous les élèves de la classe de seconde doivent suivre des enseignements obligatoires pour un total d’au moins 33 heures par semaine. Tous les
élèves des classes de première et de terminale doivent suivre neuf enseignements obligatoires pour un total d’au moins 34 heures par semaine. Si
le nombre d’enseignements obligatoires est inférieur à neuf en raison du choix des enseignements de spécialité et des enseignements communs qui
en résulte, l’élève choisit un enseignement supplémentaire parmi les enseignements optionnels ou les enseignements communs comme enseignement
obligatoire de trois heures en classes de première et le conserve en classe de terminale.
2 Cet enseignement n’est pas suivi par l’élève si celui-ci choisit l’enseignement de spécialité langue vivante étrangère (anglais).
3 Cet enseignement peut être suivi à partir de la classe de quatrième. S’il s’agit d’une langue vivante étrangère, il peut également être choisi en classe
de seconde afin de pouvoir choisir l’enseignement de spécialité langue vivante étrangère (espagnol, italien ou portugais) dans les classes de première
et terminale.
4 Cet enseignement n’est pas suivi par l’élève si celui-ci choisit l’enseignement de spécialité HGSP. Cet enseignement est réparti sur les deux années
des classes première et terminale en deux semestres d’histoire et deux semestres de géographie et / ou de sciences politiques selon le programme.
5 Cet enseignement n’est pas suivi par l’élève si celui-ci choisit l’enseignement de spécialité de philosophie et littérature.
6 Cet enseignement n’est pas suivi par l’élève si celui-ci choisit l’enseignement de spécialité de mathématiques.
7 Si l’élève a choisi une autre langue vivante étrangère ou langue de l’Antiquité, il ne suit qu’un seul des deux enseignements de physique ou de chimie
en classe de seconde. Si l’élève ne choisit aucune autre langue vivante étrangère ou langue de l’Antiquité, il suit les deux enseignements de physique
et chimie. Dans les classes de première et terminale, l’élève choisit au moins un des trois enseignements de physique ou chimie ou biologie, en
fonction de l’offre de l’établissement. Chaque enseignement scientifique est remplacé par l’enseignement de spécialité correspondant si celui-ci est
choisi par l’élève. Pour chaque élève, le ou les enseignements de sciences de la nature choisi(s) en classes de première et de terminale doivent faire
partie de ses enseignements de la classe de seconde.
8 L’enseignement commun de sport ne peut pas faire l’objet d’une épreuve terminale.
9 Deux enseignements optionnels au plus peuvent être choisis. Chaque enseignement optionnel doit être suivi en classes de seconde, première et
terminale pour que les notes semestrielles de première et de terminale puissent être intégrées dans le calcul de la moyenne générale du baccalauréat
franco-allemand.
Une même discipline ne peut pas être suivie à la fois comme enseignement obligatoire et comme enseignement optionnel, à l’exception des
mathématiques. D’autres enseignements optionnels peuvent être proposés à la demande d’un lycée franco-allemand en adressant cette demande au comité
de coordination avec une proposition de programme.
10 L’option de mathématiques expertes est réservée aux élèves ayant choisi l’enseignement de spécialité de mathématiques et ne peut pas faire l’objet
d’une épreuve terminale. Son programme ne peut pas reprendre le programme ou des éléments de programme de l’enseignement de spécialité de
mathématiques.
Drucksache 187/26 – 24 – Bundesrat
Anlage III zum Abkommen
zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland
und der Regierung der Französischen Republik
über die Deutsch-Französischen Gymnasien und das Deutsch-Französische Abitur
Bestimmungen zum Deutsch-Französischen Abitur
Annexe III à l’accord
entre le Gouvernement de la République fédérale d’Allemagne
et le Gouvernement de la République française
relatif aux lycées franco-allemands et au baccalauréat franco-allemand
Dispositions relatives au baccalauréat franco-allemand
Artikel 1
(1) Der Bildungsgang an den Deutsch-Französischen
Gymnasien führt zum Deutsch-Französischen Abitur, dessen
Zuerkennung die erfolgreiche Teilnahme an der Deutsch-Französischen
Abiturprüfung voraussetzt. Es wird auf der Grundlage der von
einem Prüfling erzielten Noten der Abschlussprüfungen des
Deutsch-Französischen Abiturs sowie der Vornoten im Rahmen
der kontinuierlichen Leistungsbeurteilung, die sich auf die
Klassenstufen 11 und 12 beziehen, verliehen.
(2) Diese Noten betreffen Pflichtfächer und gegebenenfalls
Wahlfächer.
(3) Grundlage für die Abschlussprüfungen und die
Leistungsmessung im Rahmen der kontinuierlichen Leistungsbeurteilung
sind die Lehrpläne für die Klassenstufe 11 und die Klassen
stufe 12.
(4) Die Abschlussprüfungen sind in zwei Prüfungsgruppen
unterteilt. Die erste Prüfungsgruppe umfasst alle Pflichtprüfungen.
Die zweite Prüfungsgruppe richtet sich an Prüflinge, die nach der
ersten Prüfungsgruppe nicht bestanden haben, und an Prüflinge,
die eine mündliche Zusatzprüfung ablegen möchten. Die zweite
Prüfungsgruppe umfasst mündliche Prüfungen in den Fächern,
in denen bereits eine schriftliche Prüfung im Rahmen der ersten
Prüfungsgruppe erfolgt ist.
(5) Es gibt fünf Abschlussprüfungen in der ersten Gruppe. Sie
beinhalten:
– eine schriftliche Prüfung in der Sprache der Abteilung;
– eine schriftliche und mündliche Prüfung in der Partnersprache;
– jeweils eine schriftliche Prüfung in den beiden vom Schüler
gewählten Vertiefungsfächern;
– eine mündliche Prüfung in einem weiteren Pflichtfach.
(6) Eine schriftliche Prüfung kann einen mündlichen Anteil
beinhalten.
(7) Das Pflichtfach, in dem eine mündliche Prüfung erfolgt,
wird vom Schüler so gewählt, dass die fünf Fächer der ersten
Prüfungsgruppe, in denen Abschlussprüfungen abgelegt werden,
die drei in Anlage II genannten Aufgabenfelder abdecken:
– das sprachlich-literarisch-künstlerische Aufgabenfeld;
– das gesellschaftswissenschaftliche Aufgabenfeld;
– das mathematisch-naturwissenschaftlich-technische
Aufgabenfeld.
Article 1er
(1) La scolarité des lycées franco-allemands conduit au
diplôme du baccalauréat franco-allemand, dont l’obtention est
conditionnée par la participation et la réussite à l’examen du
baccalauréat franco-allemand. Il est délivré au vu des notes obtenues
par le candidat aux épreuves terminales du baccalauréat
francoallemand et des notes obtenues dans le cadre du contrôle continu
en classes de première et de terminale des lycées franco-
allemands.
(2) Ces notes portent sur les enseignements obligatoires ainsi
que, le cas échéant, sur les enseignements optionnels.
(3) Les épreuves terminales et les évaluations dans le cadre
du contrôle continu portent sur les programmes d’enseignement
en classes de première et de terminale.
(4) Les épreuves terminales sont réparties en deux groupes.
Le premier groupe d’épreuves comprend l’ensemble des
épreuves obligatoires. Le second groupe d’épreuves s’adresse
aux candidats qui ne sont pas déclarés admis à l’examen à l’issue
du premier groupe d’épreuves et aux candidats qui souhaitent
passer une épreuve orale complémentaire. Le second groupe
d’épreuves comprend des épreuves orales dans les
enseignements qui ont fait l’objet d’une épreuve écrite dans le premier
groupe d’épreuves.
(5) Les épreuves terminales du premier groupe sont au
nombre de cinq. Elles comportent :
– une épreuve écrite sur l’enseignement de langue de la section ;
– une épreuve écrite et orale sur l’enseignement de langue du
partenaire ;
– une épreuve écrite sur chacun des deux enseignements de
spécialité choisis par l’élève ;
– une épreuve orale sur un autre enseignement obligatoire.
(6) Une épreuve écrite peut comporter une partie orale.
(7) L’enseignement obligatoire qui fait l’objet de l’épreuve orale
est choisi par l’élève de manière que les cinq enseignements
faisant l’objet d’épreuves terminales du premier groupe couvrent les
trois domaines mentionnés à l’annexe II :
– le domaine des langues, de la littérature et de l’art ;
– le domaine des sciences sociales ;
– le domaine des mathématiques, des sciences de la nature et
des techniques.
Bundesrat – 25 – Drucksache 187/26
Artikel 2
(1) Für die Durchführung des Deutsch-Französischen
Abiturverfahrens wird an jedem Deutsch-Französischen Gymnasium
mit mindestens einer Klassenstufe 12 ein Prüfungszentrum
eingerichtet.
(2) Die Behörden, die nach dem Recht des Staates, in dem
ein Deutsch-Französisches Gymnasium angesiedelt ist,
zuständig sind, bestimmen für jedes Prüfungszentrum einen Leiter und
einen Stellvertreter, die für die Durchführung der Deutsch-
Französischen Abiturprüfung verantwortlich sind.
Artikel 3
(1) Der Vorsitzende des Prüfungsausschusses für alle
Prüfungszentren wird jedes Jahr nach Übereinkunft der zuständigen
innerstaatlichen Behörden ernannt, und zwar in der
Bundesrepublik Deutschland durch den Präsidenten der
Bildungsministerkonferenz und in der Französischen Republik durch den für Bildung
zuständigen Minister. Der Vorsitz wird abwechselnd von einem
Vertreter der einen und der anderen Vertragspartei
wahrgenommen.
(2) Dem Vorsitzenden steht ein stellvertretender Vorsitzender
der jeweils anderen Vertragspartei zur Seite; er kann den
Vorsitzenden in der Ausübung seines Amtes vertreten. Er wird unter
den gleichen Bedingungen wie der Vorsitzende bestimmt.
Artikel 4
Dem Prüfungsausschuss gehören für jedes Prüfungszentrum
ferner an:
1. der Schulleiter des Deutsch-Französischen Gymnasiums, an
dem sich das Prüfungszentrum befindet, und sein
Stellvertreter;
2. Fachlehrkräfte der Klassenstufen 11 und 12 der Schule, die
die Fächer unterrichten, die Gegenstand der schriftlichen und
mündlichen Prüfungen sind, sowie die korrigierenden und die
prüfenden Fachlehrkräfte der anderen Vertragspartei und
desselben Faches, die in den Klassen der Sekundarstufe II
der Schule unterrichten;
3. Fachlehrkräfte, die an öffentlichen Gymnasien der Bundes -
republik Deutschland oder an öffentlichen Gymnasien der
Französischen Republik unterrichten und von den
zuständigen innerstaatlichen Behörden als externe Mitglieder des
Prüfungsausschusses bestimmt werden. Sie werden außerhalb
der Deutsch-Französischen Gymnasien in verschiedenen
Fächern ausgewählt, und zwar mindestens drei Lehrkräfte
jeder der beiden Vertragsparteien pro Prüfungszentrum. Sie
müssen über gute Kenntnisse in der Partnersprache ver -
fügen.
Artikel 5
(1) Das Büro für das Deutsch-Französische Abitur ist die
Koordinierungsstelle zwischen den Deutsch-Französischen
Gymnasien als Prüfungszentren der Vertragsparteien und dem
Vorsitzenden, dem stellvertretenden Vorsitzenden und den externen
Mitgliedern des Prüfungsausschusses.
(2) Das Büro übt seine Tätigkeit unter der Verantwortung des
Vorsitzenden des Prüfungsausschusses aus. Das Büro wird
abwechselnd im Interakademischen Dienst für Prüfungen und
Auswahlverfahren der Region Ile-de-France (Service
Interacadémique des Examens et Concours d’Ile-de-France) und in Baden-
Württemberg angesiedelt. Diese stellen das für seine Tätigkeiten
erforderliche Personal zur Verfügung und übernehmen seine
Finanzierungskosten.
(3) Die Reisekosten des Vorsitzenden des
Prüfungsausschusses und des stellvertretenden Vorsitzenden des Prüfungs -
ausschusses sowie der externen Mitglieder des
Prüfungsausschusses aus jedwedem Grund im Zusammenhang mit der
Prüfung werden je nach ihrem jeweiligen Heimatstaat vom
Service Interacadémique des Examens et Concours d'Ile-de-
Article 2
(1) Pour l’organisation du baccalauréat franco-allemand, il est
ouvert un centre d’examen auprès de chaque lycée franco-
allemand comportant au moins une classe de terminale.
(2) Les autorités compétentes selon le droit de l’État où se
trouve un lycée franco-allemand désignent, pour chaque centre
d’examen, un chef de centre et un adjoint, qui sont responsables
de la mise en œuvre de l’examen du baccalauréat franco-
allemand.
Article 3
(1) Le président du jury pour l’ensemble des centres d’examen
est nommé chaque année après accord des autorités nationales
compétentes, par le président de la Conférence des ministres de
l’Éducation pour la République fédérale d’Allemagne et par le
ministre chargé de l’éducation nationale pour la République
française. La présidence est exercée alternativement par un
représentant de l’une et de l’autre Partie.
(2) Le président est assisté d’un vice-président de l’autre
Partie, qui peut le suppléer dans l’exercice de ses fonctions. Ce
vice-président est désigné dans les mêmes conditions que le
président.
Article 4
Pour chaque centre d’examen, le jury comprend en outre :
1. le chef d’établissement du lycée franco-allemand qui est
centre d’examen et son adjoint ;
2. les professeurs des classes de première et de terminale de
l’établissement, dispensant les enseignements qui font l’objet
d’épreuves écrites et orales, ainsi que les professeurs
correcteurs et examinateurs de l’autre Partie et de même discipline
qui enseignent dans les classes de lycée de l’établissement ;
3. les professeurs enseignant dans les lycées publics de la
République fédérale d’Allemagne ou dans les lycées publics
de la République française, désignés comme membres
extérieurs du jury par les autorités nationales compétentes.
Ils sont choisis hors des lycées franco-allemands dans des
disciplines différentes à raison d’au moins trois professeurs
de chaque Partie par centre d’examen. Ils doivent avoir une
bonne connaissance de la langue du partenaire.
Article 5
(1) Le bureau du baccalauréat franco-allemand est l’organe
de coordination entre les lycées franco-allemands, en tant que
centres d’examen des Parties, et le président, le vice-président
et les membres extérieurs du jury.
(2) Le bureau exerce ses activités sous la responsabilité du
président du jury. Le bureau est implanté alternativement au
Service Interacadémique des Examens et Concours d’Île-de-
France et au Bade-Wurtemberg. Ceux-ci mettent à sa disposition
le personnel nécessaire à ses activités et prennent en charge ses
frais de financement.
(3) Les frais de voyage du président et du vice-président du
jury et des membres extérieurs du jury, pour toute raison liée à
l’examen, sont pris en charge, en fonction de leur État d’origine
respectif, par le Service Interacadémique des Examens et
Concours d’Île-de-France ou par l’autorité compétente du Land
concerné, qui désigne les membres extérieurs et qui le cas
Drucksache 187/26 – 26 – Bundesrat
France oder von der zuständigen Behörde des jeweiligen
Bundeslands, die jeweils die externen Mitglieder beziehungsweise
den Vorsitzenden bestimmen, getragen; davon ausgenommen
sind die Reisekosten der deutschen Mitglieder in die
Französische Republik, die vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik
Deutschland getragen werden.
Artikel 6
(1) Der Koordinierungsausschuss legt für jede schriftliche
Abschlussprüfung die Anzahl der Vorschläge für Prüfungsaufgaben
fest, die jedes Prüfungszentrum erstellen muss. Hierfür teilen die
Schulleiter dem Koordinierungsausschuss zu Beginn jedes
Schuljahres mit, welche Vertiefungsfächer an der jeweiligen
Schule in der Klassenstufe 11 eingerichtet sind. Die
Fachlehrkräfte der Klassenstufe 12 und gegebenenfalls der Klassenstufe 11
erstellen für die einzelnen Fächer, in denen eine schriftliche
Prüfung vorgesehen ist, Vorschläge für Prüfungsaufgaben, die die
zu diesem Zweck formulierten Richtlinien berücksichtigen. Diese
Vorschläge müssen in beiden Sprachen verfasst sein, außer in
den sprachlichen Fächern. Die Fachlehrkräfte dürfen nur
Prüfungsaufgaben vorschlagen, die nicht Gegenstand einer
Leistungsmessung in den Klassenstufen 11 und 12 waren.
(2) Die Leiter der Prüfungszentren übermitteln diese
Vorschläge dem Büro für das Deutsch-Französische Abitur, das ihre
Anzahl überprüft und den externen Mitgliedern des
Prüfungsausschusses einen vollständigen Satz der Vorschläge für ihr Fach
sowie die erforderlichen Anweisungen weiterleitet. Diese können
die Vorschläge ändern oder gegebenenfalls durch andere
ersetzen. Das Büro organisiert anschließend zusammen mit dem
Vorsitzenden des Prüfungsausschusses eine Beratung aller externen
Mitglieder des Prüfungsausschusses, nach deren Abschluss dem
Vorsitzenden die Prüfungsaufgaben für den ordentlichen
Prüfungstermin und die Ersatzprüfungen vorgelegt werden.
(3) Aus diesen Vorschlägen wählt der Vorsitzende des
Prüfungsausschusses die Prüfungsaufgaben für den ordentlichen
Prüfungstermin und die Ersatzprüfungen. Nach Prüfung und
Freigabe durch den Vorsitzenden stellt das Büro den
Prüfungszentren die Prüfungsaufgaben auf sichere und digitale Weise zur
Verfügung.
(4) Die schriftlichen Prüfungsaufgaben sind für alle Prüflinge
eines Faches gleich; Artikel 21 bleibt unberührt. Die
Prüfungsaufgaben werden in beiden Sprachen formuliert, mit Ausnahme der
Prüfungen in den sprachlichen Fächern.
(5) Die Fachlehrkräfte der Klassenstufe 12 erstellen für die
einzelnen Fächer, in denen eine mündliche Prüfung vorgesehen
ist, Vorschläge für Prüfungsaufgaben, die die zu diesem Zweck
formulierten Richtlinien berücksichtigen.
Artikel 7
(1) Ein ordentlicher Prüfungstermin wird jedes Jahr durch den
Vorsitzenden des Prüfungsausschusses im Einvernehmen mit
den zuständigen innerstaatlichen Behörden der beiden Staaten
festgelegt.
(2) Jeder Schüler, der sich nicht für den ordentlichen
Prüfungstermin schriftlich angemeldet hat oder der nach seiner Anmeldung
aus Gründen, die er zu vertreten hat, nicht an der Prüfung
teilnimmt oder die Prüfung abbricht, hat die Prüfung im betreffenden
Schuljahr nicht bestanden und wird für den Prüfungstermin des
nächsten Jahres zurückgestellt.
(3) Für Schüler, die aus Gründen, die sie nicht zu vertreten
haben, an der Anmeldung zur Prüfung oder am Erscheinen zu dem
ordentlichen Prüfungstermin verhindert waren oder einen Teil
oder die Gesamtheit der Abschlussprüfungen nicht ablegen
konnten, können Ersatzprüfungen abgehalten werden. Der
Vorsitzende des Prüfungsausschusses legt den Termin für die Ersatz -
prüfungen fest und lässt die Prüflinge zu diesen Prüfungen zu.
échéant désigne le président, à l’exception des frais de
déplacement en République française des membres allemands, qui sont
à la charge du ministère fédéral des affaires étrangères de la
République fédérale d’Allemagne.
Article 6
(1) Le comité de coordination détermine pour chaque épreuve
terminale écrite le nombre de propositions de sujets d’épreuves
que chaque centre d’examen doit élaborer. Pour ce faire, les
chefs d’établissement communiquent au comité de coordination,
au début de chaque année scolaire, les enseignements de
spécialité mis en place dans leur établissement au niveau de la
classe de première. Les professeurs des disciplines concernées
des classes de terminale et le cas échéant de première,
établissent des propositions de sujet pour chaque enseignement faisant
l’objet d’une épreuve écrite, en tenant compte des directives
formulées à cet effet. Ces propositions doivent être rédigées dans
les deux langues, à l’exception des enseignements linguistiques.
Les professeurs ne peuvent proposer que des sujets d’épreuve
qui n’ont pas fait l’objet d’une évaluation en classe de première
ou de terminale.
(2) Les chefs des centres d’examen font parvenir ces
propositions au bureau du baccalauréat franco-allemand, qui vérifie
leur nombre et transmet aux membres extérieurs du jury un jeu
complet de ces propositions concernant leur discipline, ainsi que
les instructions nécessaires. Ceux-ci peuvent le cas échéant
modifier ces propositions ou les remplacer par d’autres. Le bureau
organise ensuite, avec le président du jury, une concertation de
tous les membres extérieurs du jury, à l’issue de laquelle sont
soumis au président les sujets d’examen pour les épreuves de la
session normale et les épreuves de remplacement.
(3) Le président du jury choisit parmi ces propositions les
sujets des épreuves écrites de la session normale et les sujets
des épreuves de remplacement. Après examen et validation par
le président du jury, le bureau remet aux centres d’examen les
sujets, de façon sécurisée et dématérialisée.
(4) Pour chaque enseignement faisant l’objet d’une épreuve
écrite, le sujet est identique pour tous les candidats sans
préjudice de l’article 21 de la présente annexe. Les sujets d’épreuve
sont formulés dans les deux langues, à l’exception des épreuves
des enseignements linguistiques.
(5) Les professeurs des disciplines concernées des classes
de terminale établissent des propositions de sujet pour chaque
enseignement faisant l’objet d’une épreuve orale, en tenant
compte des directives formulées à cet effet.
Article 7
(1) La date de la session normale d’examen est fixée chaque
année par le président du jury, en accord avec les autorités
nationales compétentes des deux États.
(2) Tout élève qui ne s’est pas inscrit à la session normale ou
qui, régulièrement inscrit à cette session, ne s’est pas présenté
ou n’a pas subi la totalité des épreuves pour une raison autre que
celle de force majeure, a échoué à l’examen de l’année en cours
et est ajourné à la session d’examen de l’année suivante.
(3) Des épreuves de remplacement peuvent être ouvertes aux
élèves empêchés, pour raison de force majeure, de s’inscrire ou
de se présenter à la session normale ou de passer une partie ou
la totalité des épreuves terminales. Le président du jury fixe la
date des épreuves de remplacement et autorise les candidats à
s’y présenter.
Bundesrat – 27 – Drucksache 187/26
(4) Es obliegt dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses,
anhand der vom Prüfling vorgelegten Bescheinigungen und
Nachweise zu entscheiden, ob die Gründe für das Fernbleiben
gerechtfertigt sind.
(5) Für Schüler, die aus Gründen, die sie nicht zu vertreten
haben, einen Teil oder die Gesamtheit der Prüfungen des
ordentlichen Termins oder des Ersatztermins nicht ablegen konnten,
entscheidet der Vorsitzende des Prüfungsausschusses über die
weitere Vorgehensweise bei der Organisation der
Abschlussprüfungen.
Artikel 8
(1) Zu den Prüfungen des Deutsch-Französischen Abiturs
können sich die Schüler der Deutsch-Französischen Gymnasien
anmelden, die mindestens die letzten beiden Klassenstufen eines
Deutsch-Französischen Gymnasiums absolviert haben.
(2) Ein Prüfling kann die nicht bestandene Abiturprüfung ein
weiteres Mal ablegen, nachdem er die Klassenstufe 12 wiederholt
hat.
(3) Die Anmeldung zur Prüfung erfolgt durch den Prüfling bei
der Verwaltung des von ihm besuchten Deutsch-Französischen
Gymnasiums.
(4) Der Anmeldezeitraum für die Abschlussprüfungen wird zu
Beginn des Schuljahres von den Leitern der Prüfungszentren in
einem gemeinsamen Jahresplan, der von dem Vorsitzenden des
Prüfungsausschusses genehmigt wird, bekanntgegeben. Bei der
Anmeldung gibt der Prüfling bekannt, welche Wahlfächer er
gewählt hat und welche Prüfungen der ersten Gruppe er gewählt
hat, soweit eine Wahlmöglichkeit besteht.
Artikel 9
(1) Die Schüler müssen zum Zeitpunkt der Versetzung in die
Klassenstufen 11 und 12 ihre Wahl in Bezug auf Pflicht- und
Wahlfächer getroffen haben.
(2) Ein Wechsel der Fächer oder ein Ablegen eines Faches ist
nur in besonders begründeten Ausnahmefällen zu Beginn der
Klassenstufe 11 innerhalb von sechs Wochen nach
Unterrichtsbeginn auf Antrag und mit Zustimmung der Schulleitung zulässig,
wenn dies aus pädagogischer und organisatorischer Sicht
möglich ist.
Artikel 10
(1) Die Art und die Dauer der Abschlussprüfungen des
Deutsch-Französischen Abiturs werden wie folgt festgelegt:
Art Dauer
1. Sprache der Abteilung Schriftlich 270 Minuten
2. Partnersprache Schriftlich 240 Minuten
und mündlich und 20 Minuten
3. Prüfungen in den
Vertiefungsfächern
Geschichte, Geographie Schriftlich 240 Minuten
und Politikwissenschaft
Philosophie und Literatur Schriftlich 240 Minuten
Moderne Fremdsprache Schriftlich 240 Minuten
und mündlich und 20 Minuten
Mathematik Schriftlich 240 Minuten
Physik Schriftlich 240 Minuten
Chemie Schriftlich 240 Minuten
Biologie Schriftlich 240 Minuten
Wirtschafts- und Sozial- Schriftlich 240 Minuten
wissenschaften
4. Mündliche Abschluss- Mündlich 20 Minuten
prüfung
(4) Il appartient au président du jury d’apprécier le bien-fondé
des motifs de l’absence en fonction des attestations et
justifications présentées par le candidat.
(5) Pour les élèves qui, pour des raisons de force majeure,
n’ont pas pu se présenter à une partie ou à la totalité des
épreuves de la session normale ou aux épreuves de
remplacement, le président du jury décide de la suite à donner au dossier
en ce qui concerne l’organisation des épreuves terminales.
Article 8
(1) Peuvent s’inscrire aux épreuves du baccalauréat
francoallemand les élèves des lycées franco-allemands qui y ont
accompli au moins les deux dernières classes d’un lycée
francoallemand.
(2) Suite à un échec à l’examen, un candidat peut se
présenter une nouvelle fois à l’examen du baccalauréat après avoir
redoublé la classe de terminale.
(3) L’inscription à l’examen est effectuée par les soins du
candidat auprès de l’administration du lycée franco-allemand
dans lequel il effectue sa scolarité.
(4) La période d’inscription aux épreuves terminales est
communiquée au début de l’année scolaire par les chefs des centres
d’examen dans un calendrier annuel commun approuvé par le
président du jury. Lors de l’inscription, le candidat fait connaître
la nature des enseignements optionnels qu’il a choisis ainsi que
les épreuves du premier groupe qu’il a choisies, dans la mesure
où la possibilité de choix existe.
Article 9
(1) Les élèves doivent avoir fait leur choix, lors de leur
passage en classe de première et en classe de terminale, entre les
enseignements obligatoires et optionnels.
(2) Un changement d’enseignement ou l’abandon d’un
enseignement n’est autorisé que dans des cas exceptionnels et
particulièrement justifiés, au début de la classe de première, dans les
six semaines suivant le début des cours, sur demande et avec
l’accord de la direction du lycée, si cela est possible d’un point de
vue pédagogique et organisationnel.
Article 10
(1) La nature et la durée des épreuves terminales du
baccalauréat franco-allemand sont fixées comme suit :
Nature Durée
1. Langue de la section Écrite 4 heures 30
2. Langue du partenaire Écrite et Orale 4 heures et
20 minutes
3. Épreuves de spécialité
Histoire-géographie et Écrite 4 heures
sciences politiques
Philosophie et littérature Écrite 4 heures
Langue vivante étrangère Écrite et Orale 4 heures et
20 minutes
Mathématiques Écrite 4 heures
Physique Écrite 4 heures
Chimie Écrite 4 heures
Biologie Écrite 4 heures
Sciences économiques Écrite 4 heures
et sociales
4. Épreuve orale terminale Orale 20 minutes
Drucksache 187/26 – 28 – Bundesrat
(2) Die genaue Festlegung der einzelnen Abschlussprüfungen
erfolgt in gemeinsamen Richtlinien.
Artikel 11
(1) Die Fächer, die durch Vornoten im Rahmen der
kontinuierlichen Leistungsbeurteilung in den Klassenstufen 11 und 12
bewertet werden, sind die Fächer, die ein Schüler nach den An -
lagen I und II belegt.
(2) Die Vornote im Rahmen der kontinuierlichen Leistungs -
beurteilung wird wie folgt ermittelt:
– Sie entspricht dem Durchschnitt der Halbjahresnoten.
– Für alle Fächer außer Sport und gegebenenfalls den Wähl -
fächern werden für die Berechnung der Vornote die vier
Halbjahresnoten herangezogen. In Sport und gegebenenfalls
gewählten Wahlfächern werden von vier Halbjahresnoten
lediglich die drei besten herangezogen.
– Falls erforderlich, wird sie auf die erste Dezimalstelle gerundet.
Ab n,05 wird auf die erste Dezimalstelle aufgerundet, darunter
auf die erste Dezimalstelle abgerundet.
Die so ermittelten Vornoten im Rahmen der kontinuierlichen
Leistungsbeurteilung werden den Schülern umgehend mitgeteilt.
Artikel 12
(1) Die Noten der Abschlussprüfungen werden in ganzen
Punkten auf einer Skala von 0 bis 20 ausgedrückt.
(2) Die Prüfungsendnote der Partnersprache ist das
arithmetische, nicht gerundete Mittel der Noten des schriftlichen und des
mündlichen Prüfungsteils.
Artikel 13
(1) Jede schriftliche Abschlussprüfung muss von zwei
Lehrkräften der Schule oder gegebenenfalls des Netzwerks der
Deutsch-Französischen Gymnasien getrennt korrigiert und
beurteilt werden, wobei der erste Korrektor die Fachlehrkraft des
Prüflings ist. Nach Abschluss der Erstkorrektur wird vom
Zweitkorrektor eine selbstständige Beurteilung und Benotung vorgenommen.
Nach Beratung schlagen Erst- und Zweitkorrektor eine
gemeinsame Note vor.
(2) Das zuständige externe Mitglied des Prüfungsausschusses
begutachtet die beiden Korrekturen und gibt seine Zustimmung
zu den Benotungen oder befasst bei unterschiedlichen
Benotungen den Vorsitzenden des Prüfungsausschusses und berät ihn.
Dem Vorsitzenden des Prüfungsausschusses obliegt nach An -
hörung der beiden betroffenen Korrektoren die endgültige
Entscheidung. Für Korrektur und Bewertung sind die
entsprechenden Richtlinien zu beachten.
Artikel 14
(1) Nach Abschluss der ersten Prüfungsgruppe beruft der
Vorsitzende des Prüfungsausschusses oder der stellvertretende
Vorsitzende den Prüfungsausschuss zu Beratungen ein.
(2) Der Prüfungsausschuss berücksichtigt bei seinen
Beratungen über die Prüfungsergebnisse
– die Vornoten im Rahmen der kontinuierlichen
Leistungsbeurteilung;
– die in den Abschlussprüfungen der ersten Prüfungsgruppe
erzielten Noten;
– gegebenenfalls die Arbeiten oder Arbeitsprotokolle, die der
Prüfling für diese Prüfungen angefertigt hat;
– Niederschriften über mündliche Prüfungen.
(3) Im Vorfeld der Beratungen erstellt der Leiter jedes
Prüfungszentrums für jeden Prüfling eine Übersicht über die Vor -
noten und die Noten der Prüfungen der ersten Gruppe jeweils
unter Berücksichtigung der entsprechenden Koeffizienten.
(2) La définition de chacune de ces épreuves terminales est
précisée par des directives communes.
Article 11
(1) Les enseignements faisant l’objet des notes de contrôle
continu pour les classes de première et de terminale sont les
enseignements suivis par l’élève conformément aux dispositions
des annexes I et II.
(2) La note obtenue dans le cadre du contrôle continu est
établie de la manière suivante :
– Elle correspond à la moyenne des notes semestrielles.
– Pour tous les enseignements, à l’exception du sport et le cas
échéant des enseignements optionnels, les quatre moyennes
semestrielles sont prises en compte pour le calcul de la note
de contrôle continu. En sport et dans les enseignements
optionnels éventuellement choisis, seules les trois meilleures
moyennes semestrielles sont prises en compte sur les quatre.
– Si nécessaire, elle est arrondie à la première décimale. À partir
de n,05, elle est arrondie à la décimale supérieure ; en
dessous, elle est arrondie à la décimale inférieure.
Les notes obtenues dans le cadre du contrôle continu ainsi
établies sont communiquées aux élèves dans les meilleurs délais.
Article 12
(1) Les notes obtenues aux épreuves terminales sont
exprimées en points entiers sur une échelle de 0 à 20.
(2) La note finale de l’épreuve dans la langue du partenaire
est la moyenne arithmétique, non arrondie, des notes de la partie
écrite et de la partie orale.
Article 13
(1) Chaque épreuve terminale écrite est obligatoirement
corrigée et évaluée séparément par deux professeurs de l’
établissement ou le cas échéant du réseau des lycées franco-allemands,
le premier correcteur étant le professeur du candidat pour l’
enseignement concerné. Une fois la première correction terminée,
le deuxième correcteur procède à une évaluation et à une
notation indépendantes. Après délibération, le premier et le second
correcteurs proposent une note commune.
(2) Le membre extérieur compétent du jury examine les deux
corrections et donne son accord sur les notations ou, en cas de
notations différentes, il en réfère au président du jury et le
conseille. Il revient au président du jury de prendre la décision
finale, après avoir entendu les deux correcteurs concernés. Pour
la correction et l’évaluation, il convient de se référer aux directives
correspondantes.
Article 14
(1) À l’issue du premier groupe d’épreuves, le président du
jury ou le vice-président convoque le jury pour délibérer.
(2) Lors de ses délibérations sur les résultats de l’examen, le
jury prend en considération :
– les notes obtenues dans le cadre du contrôle continu ;
– les notes obtenues aux épreuves terminales du premier
groupe ;
– le cas échéant, les travaux ou les comptes rendus de travaux
réalisés par le candidat pour ces épreuves ;
– les procès-verbaux des épreuves orales.
(3) Pour chaque candidat, le chef du centre d’examen établit
en amont de la délibération le relevé des notes de contrôle
continu et des notes des épreuves du premier groupe en tenant
compte des coefficients respectifs.
Bundesrat – 29 – Drucksache 187/26
Artikel 15
(1) Für die Berechnung der Gesamtdurchschnittsnote des
Deutsch-Französischen Abiturs werden die Vornoten nach
Artikel 11 für jedes Fach in den Klassenstufen 11 und 12 mit dem
Koeffizienten 2 versehen, mit Ausnahme der Vertiefungsfächer,
die mit dem Koeffizienten 3 versehen werden.
(2) Für die Berechnung der Gesamtdurchschnittsnote des
Deutsch-Französischen Abiturs wird jede
Abschlussprüfungsendnote mit dem Koeffizienten 4 versehen.
(3) Die Gesamtdurchschnittsnote jedes Prüflings wird ermittelt,
indem die Summe der in den Vornoten und in den Prüfungen der
ersten Prüfungsgruppe erzielten Punkte, jeweils unter
Berücksichtigung der entsprechenden Koeffizienten, durch die Summe
der Koeffizienten geteilt wird.
(4) Die in Absatz 3 genannte Gesamtdurchschnittsnote wird
mit der nicht gerundeten ersten Dezimalstelle angegeben.
(5) Die Ergebnisse der Prüfungen der ersten Prüfungsgruppe
werden den Prüflingen bekanntgegeben.
Artikel 16
(1) Nach Beratung des Prüfungsausschusses im Anschluss an
die erste Prüfungsgruppe haben die Prüflinge, die eine
Gesamtdurchschnittsnote von mindestens 10 von 20 Notenpunkten
erreicht haben, die Deutsch-Französische Abiturprüfung bestanden,
sofern sie
1. keine Vornote von 4 von 20 Notenpunkten oder darunter
aufweisen und
2. in mindestens drei der fünf Abschlussprüfungen, darunter in
mindestens einer Prüfung in einem Vertiefungsfach, eine Note
von mindestens 10 von 20 Notenpunkten erreicht haben.
(2) Prüflinge, denen nach den Prüfungen der ersten
Prüfungsgruppe das Bestehen der Deutsch-Französischen Abiturprüfung
noch nicht zuerkannt wird und die die in Absatz 1 aufgeführten
Bedingungen noch erfüllen können, müssen sich den mündlichen
Prüfungen der zweiten Prüfungsgruppe unterziehen.
(3) Im Anschluss an die Beratung des Prüfungsausschusses
nach den Prüfungen der zweiten Prüfungsgruppe haben die
Prüflinge bestanden, die in der Gesamtheit der zu berücksichtigenden
Ergebnisse eine Gesamtdurchschnittsnote von mindestens 10
von 20 Notenpunkten erreicht haben, sofern sie die in Absatz 1
genannten Bedingungen erfüllen. Prüflinge, die nach der zweiten
Prüfungsgruppe bestanden haben, können auf ihren Zeugnissen
kein Prädikat erhalten.
(4) Prüflinge, die die Gesamtheit dieser Bedingungen nicht
erfüllen, haben die Deutsch-Französische Abiturprüfung nicht
bestanden.
(5) Die Zuerkennung des Deutsch-Französischen Abiturs ist
das Ergebnis der Beratungen des Prüfungsausschusses, der
Entscheidungshoheit besitzt.
Artikel 17
Die Zeugnisse und Urkunden, die den Prüflingen, die das
Deutsch-Französische Abitur bestanden haben, ausgehändigt
werden, tragen die folgenden Prädikate:
– „befriedigend“;
– „gut“;
– „sehr gut“;
– „ausgezeichnet“.
Die entsprechenden Notenabstufungen werden von den
zuständigen Behörden der Vertragsparteien im gegenseitigen
Einvernehmen festgelegt.
Article 15
(1) Pour le calcul de la moyenne générale du baccalauréat
franco-allemand, les notes de contrôle continu obtenues
conformément à l’article 11 de la présente annexe dans chacun des
enseignements des deux années de première et de terminale sont
affectées d’un coefficient 2, à l’exception de chacun des
enseignements de spécialité pour lesquels le coefficient est de 3.
(2) Pour le calcul de la moyenne générale du baccalauréat
franco-allemand, chaque note finale obtenue aux épreuves
terminales est affectée d’un coefficient 4.
(3) La moyenne générale de chaque candidat est établie en
divisant la somme des points obtenus au titre des notes de
contrôle continu et des notes d’épreuves du premier groupe
affectées de leurs coefficients respectifs, par le total des
coefficients.
(4) La moyenne générale prévue au paragraphe 3 est
exprimée avec la première décimale non arrondie.
(5) Les résultats des épreuves du premier groupe sont notifiés
aux candidats.
Article 16
(1) Après délibération du jury à l’issue du premier groupe
d’épreuves, les candidats qui ont obtenu une moyenne générale
égale ou supérieure à 10/20 sont déclarés admis à l’examen du
baccalauréat franco-allemand à condition qu’ils :
1. ne présentent pas de note de contrôle continu inférieure ou
égale à 4/20 et
2. aient obtenu une note égale ou supérieure à 10/20 dans au
moins trois des cinq épreuves terminales, dont au moins une
épreuve de spécialité.
(2) Les candidats qui, à l’issue des épreuves du premier
groupe, ne sont pas encore reconnus comme ayant réussi l’
examen du baccalauréat franco-allemand et qui peuvent encore
remplir les conditions mentionnées au paragraphe 1 doivent se
soumettre aux épreuves orales du second groupe.
(3) À l’issue de la délibération du jury après les épreuves du
second groupe, sont déclarés admis les candidats qui ont obtenu,
sur l’ensemble des résultats à prendre en compte, une moyenne
générale égale ou supérieure à 10/20, pour autant qu’ils
remplissent les conditions mentionnées au paragraphe 1 du présent
article. Les candidats qui ont réussi l’examen après le second
groupe d’épreuves ne peuvent pas obtenir de mention.
(4) Les candidats qui ne remplissent pas l’ensemble de ces
conditions n’ont pas réussi l’examen du baccalauréat franco-
allemand.
(5) La délivrance du baccalauréat franco-allemand résulte des
délibérations du jury qui est souverain.
Article 17
Les diplômes et certificats délivrés aux candidats admis au
baccalauréat franco-allemand portent les mentions suivantes :
– « assez bien » ;
– « bien » ;
– « très bien » ;
– « très bien, avec les félicitations du jury ».
Les seuils de notes correspondantes sont définis d’un commun
accord par les autorités compétentes des Parties.
Drucksache 187/26 – 30 – Bundesrat
Artikel 18
(1) Die zweite Prüfungsgruppe umfasst mündliche Prüfungen
in den schriftlich geprüften Fächern der ersten Prüfungsgruppe,
mit Ausnahme der Partnersprache. Dabei gelten die folgenden
Bedingungen:
1. Für Prüflinge, die das Deutsch-Französische Abitur nach den
Prüfungen der ersten Prüfungsgruppe nicht bestanden haben,
können Prüfungen in höchstens zwei Fächern erfolgen, die die
Prüflinge aus dem Kreis der möglichen Fächer auswählen.
2. Auch Prüflinge, die nach der ersten Prüfungsgruppe das
Deutsch-Französische Abitur bereits bestanden haben,
können eine mündliche Prüfung in einem Fach beantragen, das
der Prüfling aus dem Kreis der möglichen Fächer auswählt.
(2) Die in Absatz 1 Nummer 1 genannten Prüflinge, die in zwei
Fächern zur zweiten Prüfungsgruppe antreten und die nach der
ersten Prüfung bereits bestanden haben, legen die zweite
Prüfung nicht ab.
(3) Nach einer Prüfung der zweiten Prüfungsgruppe besteht
die Prüfungsendnote des betreffenden Faches zu zwei Dritteln
aus der Note der schriftlichen Prüfung der ersten Prüfungsgruppe
und zu einem Drittel aus der Note der mündlichen Prüfung der
zweiten Prüfungsgruppe. Diese Prüfungsendnote wird auf die
erste Dezimalstelle gerundet; ab n,05 wird aufgerundet, darunter
abgerundet.
Artikel 19
(1) Die Festlegung der Prüfungen in den einzelnen Fächern
der zweiten Prüfungsgruppe erfolgt in den gemeinsamen
Prüfungsrichtlinien.
(2) Bei den mündlichen Prüfungen der zweiten
Prüfungsgruppe, mit Ausnahme der Prüfungen in der Sprache der Abteilung,
werden die Prüflinge in jedem Fach in der Sprache, in der dieses
Fach in der Klassenstufe 12 unterrichtet wurde, von ihrer
jeweiligen Lehrkraft und von einer weiteren Lehrkraft der anderen
Vertragspartei und desselben Faches, die in den Klassenstufen 11
und 12 an der Schule unterrichtet, geprüft. Das externe Mitglied
des Prüfungsausschusses, das demselben Fachgebiet angehört,
nimmt an der Prüfung teil und hat die Möglichkeit, Fragen zu
stellen.
(3) Die Note wird von den Prüfern einvernehmlich oder im
Falle unterschiedlicher Benotungen vom Vorsitzenden des
Prüfungsausschusses auf Vorschlag des externen Mitglieds des
Prüfungsausschusses nach Anhörung der beiden betroffenen Prüfer
vergeben.
Artikel 20
Nach Abschluss der zweiten Prüfungsgruppe werden die
gleichen Schritte wie in Artikel 15 durchgeführt, wobei die in den
Prüfungen der zweiten Prüfungsgruppe erzielten Noten
berücksichtigt werden.
Artikel 21
Prüflinge des Deutsch-Französischen Abiturs mit
Behinderungen, Beeinträchtigungen oder chronischen Erkrankungen können
einen Nachteilsausgleich beantragen, der sich nach den
Regelungen des Staates beziehungsweise Bundeslands, in dem sich
ihr Prüfungszentrum befindet, richtet.
Artikel 22
Im Falle einer Wiederholung der Klassenstufe 12 nach
Nichtbestehen der Deutsch-Französischen Abiturprüfung behalten die
Prüflinge die sich aus der kontinuierlichen Leistungsbewertung
ergebenden Zeugnisnoten, die sie während des zuletzt erfolgten
Besuches der Klassenstufe 11 vor der nicht bestandenen Prüfung
erworben haben.
Article 18
(1) Le second groupe d’épreuves comprend des épreuves
orales dans les enseignements qui ont fait l’objet d’une épreuve
écrite dans le premier groupe d’épreuves, à l’exception de la
langue du partenaire. Les conditions suivantes s’appliquent :
1. Pour les candidats qui n’ont pas obtenu le baccalauréat
franco-allemand à l’issue des épreuves du premier groupe,
des épreuves peuvent être organisées dans deux
enseignements au maximum, choisis par le candidat parmi les
enseignements possibles.
2. Les candidats ayant déjà obtenu le baccalauréat franco-
allemand à l’issue du premier groupe d’épreuves peuvent
également demander à passer une épreuve orale dans un
enseignement que le candidat choisit parmi les enseignements
possibles.
(2) Les candidats visés au paragraphe 1.1 qui se sont inscrits
au second groupe d’épreuves dans deux matières et qui sont
déclarés admis à l’examen dès la première épreuve ne passent pas
la seconde épreuve.
(3) Après une épreuve du second groupe, la note finale pour
l’enseignement concerné est composée pour deux tiers de la note
de l’épreuve écrite du premier groupe et pour un tiers de la note
de l’épreuve orale du second groupe. Cette note finale est
arrondie à la première décimale, soit à la décimale supérieure à partir
de n,05, soit à la décimale inférieure en dessous.
Article 19
(1) La définition de chacune des épreuves du second groupe
dans les différents enseignements est précisée par les directives
communes de définition des épreuves.
(2) Lors des épreuves orales du second groupe, à l’exception
des épreuves en langue de section, les candidats sont interrogés,
pour chaque enseignement, dans la langue dans laquelle cet
enseignement a été dispensé en classe de terminale, par leur
professeur et par un autre professeur de l’autre Partie et de même
discipline qui enseigne dans les classes de première et terminale
de l’établissement. Le membre extérieur du jury appartenant à la
même discipline participe à l’épreuve et peut poser des
questions.
(3) La note est donnée par accord entre les examinateurs ou,
en cas de divergence, par le président du jury sur proposition du
membre extérieur du jury, après avoir entendu les deux
examinateurs concernés.
Article 20
À l’issue du second groupe d’épreuves, il est procédé aux
mêmes opérations qu’à l’article 15, en prenant en compte les
notes obtenues aux épreuves du second groupe.
Article 21
Les candidats au baccalauréat franco-allemand qui présentent
un handicap, une déficience ou une maladie chronique peuvent
bénéficier, sur leur demande, des aménagements prévus par les
réglementations, selon le cas, de l’État ou du Land où se trouve
leur centre d’examen.
Article 22
En cas de redoublement de la classe de terminale après un
échec à l’examen du baccalauréat franco-allemand, les candidats
conservent les notes de contrôle continu obtenues durant la
dernière année passée en classe de première avant l’échec à l’
examen.
Bundesrat – 31 – Drucksache 187/26
Artikel 23
Die Leiter der Prüfungszentren tragen Sorge für die
ordnungsgemäße Erstellung von Niederschriften über die Durchführung
und den Verlauf der (schriftlichen und mündlichen) Prüfungen an
ihrem jeweiligen Prüfungszentrum. Ebenso lassen sie eine
Notenübersicht anfertigen, die für jeden Prüfling die in jeder Prüfung
vergebenen Noten, die Vornoten und die
Gesamtdurchschnittsnote enthält. Eine vom Vorsitzenden des Prüfungsausschusses
unterzeichnete Fassung dieser Notenübersicht wird der
zuständigen Schulaufsichtsbehörde übermittelt.
Artikel 24
Die Mitglieder des Prüfungsausschusses sind in Bezug auf den
Prüfungsvorgang und die Beratungen zur Verschwiegenheit
verpflichtet.
Artikel 25
Den Schülern, die die Deutsch-Französische Abiturprüfung
erfolgreich bestanden haben, werden eine Urkunde und ein
Zeugnis verliehen, die vom Vorsitzenden und vom stellvertretenden
Vorsitzenden des Prüfungsausschusses im Namen der
zuständigen Behörden der Vertragsparteien unterzeichnet werden. Die
Muster der Urkunde und des Zeugnisses über das Bestehen des
Deutsch-Französischen Abiturs befinden sich in den Anlagen IV
und V.
Artikel 26
Jeder Prüfling, der eine Täuschung oder einen
Täuschungsversuch unternimmt oder sich der Beihilfe hierzu schuldig macht,
unterliegt disziplinarischen Verfahren, wie sie nach den
Regelungen des Staates beziehungsweise Bundeslands, in dem sich sein
Prüfungszentrum befindet.
Artikel 27
(1) Ein Schüler, der in die Klassenstufe 12 eines Deutsch-
Französischen Gymnasiums versetzt worden ist und die Schule
verlässt, ohne die Voraussetzungen für den Erwerb des Deutsch-
Französischen Abiturs erfüllt zu haben, kann auf Antrag den
schulischen Teil der Fachhochschulreife erwerben.
(2) Das Zeugnis über den Nachweis des schulischen Teils der
Fachhochschulreife wird für die Deutsch-Französischen
Gymnasien in der Bundesrepublik Deutschland von der jeweils
zuständigen deutschen Schulaufsichtsbehörde, für die Deutsch-
Französischen Gymnasien in der Französischen Republik jeweils von
der mit der Aufsicht über die deutsche Abteilung beauftragten
deutschen Schulaufsichtsbehörde auf Antrag des Schülers
ausgestellt. Dem Antrag sind eine beglaubigte Abschrift des zugrunde
zu legenden Abgangszeugnisses sowie des Jahreszeugnisses
der Klassenstufe 11 beizufügen. Das Verfahren richtet sich nach
dem Recht des Bundeslands, in dem die zuständige
Schulaufsichtsbehörde angesiedelt ist.
(3) Die Gesamtnote entspricht dem Notendurchschnitt in den
Pflicht- und gegebenenfalls Wahlfächern.
(4) Die Zusammenführung des schulischen und des
berufsbezogenen Teils der Fachhochschulreife erfolgt durch die nach
Absatz 2 zuständige Schulaufsichtsbehörde.
Artikel 28
(1) Die Zuständigkeit für die Entscheidung über Streitfälle, die
sich aus der Anwendung dieser Anlage ergeben können,
bestimmt sich auf Seiten jeder der beiden Vertragsparteien nach
den Vorschriften, die im Hoheitsgebiet jeder Vertragspartei auf
entsprechende Streitfälle anwendbar sind, und zwar in der
Bundesrepublik Deutschland bei Einsprüchen gegen Entscheidungen
in der Abiturprüfung und in der Französischen Republik bei
Einsprüchen gegen Entscheidungen in der Baccalauréatprüfung.
Article 23
Les chefs des centres d’examen veillent au bon établissement
des procès-verbaux concernant le déroulement des épreuves
(écrites et orales) dans leur centre d’examen respectif. Ils font
également établir un relevé de notes qui comprend, pour chaque
candidat, les notes attribuées à chaque épreuve, les notes de
contrôle continu et la moyenne générale. Une version de ce
relevé de notes signée par le président du jury est transmise à l’
autorité scolaire compétente.
Article 24
Les membres du jury sont tenus de respecter le secret des
opérations de l’examen et des délibérations.
Article 25
Il est décerné aux élèves qui ont passé avec succès l’examen
du baccalauréat franco-allemand un diplôme et un certificat d’
admission signés par le président et le vice-président du jury au
nom des autorités compétentes des Parties. Les modèles du
diplôme et du certificat d’admission du baccalauréat franco-
allemand figurent en annexes IV et V.
Article 26
Tout candidat convaincu de fraude ou de tentative de fraude
ou complice d’une fraude ou tentative de fraude fait l’objet des
procédures disciplinaires prévues par la réglementation, selon le
cas, de l’État ou du Land où se trouve son centre d’examen.
Article 27
(1) Un élève qui a obtenu son passage en classe de terminale
d’un lycée franco-allemand et qui quitte l’établissement sans avoir
rempli les conditions requises pour l’obtention du baccalauréat
franco-allemand peut obtenir, sur demande, la partie scolaire de
la Fachhochschulreife.
(2) Le certificat attestant l’obtention de la partie scolaire de la
Fachhochschulreife est délivré, à la demande de l’élève, par l’
autorité scolaire compétente pour les lycées franco-allemands en
République fédérale d’Allemagne et par l’autorité scolaire
compétente allemande de la section allemande des lycées franco-
allemands en République française. La demande de l’élève doit
être accompagnée d’une copie certifiée conforme du certificat de
fin de scolarité à prendre en compte ainsi que du bulletin annuel
de la classe de première. La procédure est régie par le droit du
Land où se trouve l’autorité scolaire compétente.
(3) La note globale correspond à la moyenne des notes
obtenues dans les enseignements obligatoires et le cas échéant dans
les enseignements optionnels.
(4) Le regroupement de la partie scolaire et de la partie
professionnelle de la Fachhochschulreife est effectué par l’autorité
scolaire compétente conformément au paragraphe 2.
Article 28
(1) La détermination des juridictions compétentes pour l’
appréciation des litiges susceptibles de résulter de l’application de
la présente annexe se fait pour chaque Partie en vertu des règles
applicables pour les litiges de même nature, sur le territoire de
chacune des Parties, la République fédérale d’Allemagne pour
les litiges relatifs aux épreuves de l’Abitur, la République
française pour les litiges relatifs au baccalauréat.
Drucksache 187/26 – 32 – Bundesrat
(2) Die örtliche Zuständigkeit richtet sich nach dem Sitz des
Prüfungszentrums.
Artikel 29
Die Bestimmungen zum Deutsch-Französischen Abitur können
vom Koordinierungsausschuss durch weitere Richtlinien
ausgeführt werden.
(2) La compétence territoriale est déterminée en fonction de
la situation géographique du centre d’examen.
Article 29
Les dispositions relatives au baccalauréat franco-allemand
peuvent être précisées par voie de directives par le comité de
coordination.
Bundesrat – 33 – Drucksache 187/26
Anlage IV zum Abkommen
zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland
und der Regierung der Französischen Republik
über die Deutsch-Französischen Gymnasien und das Deutsch-Französische Abitur
Muster der Urkunde des Deutsch-Französischen Abiturs
Annexe IV à l’accord
entre le Gouvernement de la République fédérale d’Allemagne
et le Gouvernement de la République française
relatif aux lycées franco-allemands et au baccalauréat franco-allemand
Modèle du diplôme du baccalauréat franco-allemand
République française Bundesrepublik Deutschland
DIPLÔME DU BACCALAURÉAT FRANCO-ALLEMAND
URKUNDE DES DEUTSCH-FRANZÖSISCHEN ABITURS
Vu l’accord du 29 juillet 2025 entre le Gouvernement de la République française et le Gouvernement de la République fédérale
d’Allemagne relatif aux lycées franco-allemands et au baccalauréat franco-allemand, et en particulier conformément à l’article 3
dudit accord, conférant aux titulaires du diplôme du baccalauréat franco-allemand et du certificat d’admission au baccalauréat
francoallemand toutes les prérogatives attachées au baccalauréat en France et à l’Allgemeine Hochschulreife en République fédérale
d’Allemagne,
Aufgrund des Abkommens vom 29. Juli 2025 zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der
Französischen Republik über die Deutsch-Französischen Gymnasien und das Deutsch-Französische Abitur und insbesondere nach
Artikel 3 dieses Abkommens, wonach den Inhabern der Urkunde des Deutsch-Französischen Abiturs und des Zeugnisses über das
Bestehen des Deutsch-Französischen Abiturs alle Berechtigungen verliehen werden, die mit der Allgemeinen Hochschulreife in der
Bundesrepublik Deutschland und dem Baccalauréat in Frankreich verbunden sind,
vu les résultats obtenus par le candidat / la candidate à l’examen du baccalauréat franco-allemand passé au centre d’examen
de xxxxxx le ………………………..,
le ministre chargé de l’éducation nationale de la République française confère
aufgrund der Ergebnisse in der Deutsch-Französischen Abiturprüfung, welche der Kandidat/die Kandidatin am Prüfungszentrum in
xxxxx am ……………………….. abgelegt hat,
verleiht die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland
à / an (NOM Prénom / Name, Vorname)
né(e) le / geb. am (DATE / Datum) à / in (VILLE, PAYS / Stadt, Land)
LE DIPLÔME DU BACCALAURÉAT FRANCO-ALLEMAND
DIE URKUNDE DES DEUTSCH-FRANZÖSISCHEN ABITURS
avec la mention
mit dem Prädikat: .
Drucksache 187/26 – 34 – Bundesrat
pour en jouir avec les droits et les prérogatives qui y sont attachés, en complément du certificat d’admission au baccalauréat
francoallemand, au sens de l’accord ci-dessus mentionné.
Er/Sie genießt hiermit in Verbindung mit dem Zeugnis über das Bestehen des Deutsch-Französischen Abiturs im Sinne des
obengenannten Abkommens die Rechte und Berechtigungen, die mit dieser Urkunde verbunden sind.
Fait à (LIEU), le (DATE)
XXXXX, den
Pour le ministre chargé de l’éducation nationale de la République française,
Für die Kultusministerkonferenz der Bundesrepublik Deutschland
Le lauréat / la lauréate (Signature)
Der Abiturient/die Abiturientin (Unterschrift)
Le président / La présidente du jury (Signature et Cachet)
Le vice-président / La vice-présidente du jury (Signature et Cachet)
Der/Die Vorsitzende des Prüfungsausschusses (Unterschrift und Siegel)
Der/Die stellvertretende Vorsitzende des Prüfungsausschusses (Unterschrift und Siegel)
Bundesrat – 35 – Drucksache 187/26
Anlage V zum Abkommen
zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland
und der Regierung der Französischen Republik
über die Deutsch-Französischen Gymnasien und das Deutsch-Französische Abitur
Muster des Zeugnisses über das Bestehen des Deutsch-Französischen Abiturs
Annexe V à l’accord
entre le Gouvernement de la République fédérale d’Allemagne
et le Gouvernement de la République française
relatif aux lycées franco-allemands et au baccalauréat franco-allemand
Modèle du certificat d’admission au baccalauréat franco-allemand
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND RÉPUBLIQUE FRANÇAISE
Ministerium für … Le ministre chargé de l’éducation nationale
ZEUGNIS
über das Bestehen des DEUTSCH-FRANZÖSISCHEN ABITURS1
CERTIFICAT D’ADMISSION
au BACCALAUREAT FRANCO-ALLEMAND1
ausgehändigt an
délivré à
Herrn/Frau* …
Monsieur/Madame*
geb. am … in …
né / e* le à
Schüler/in* des Deutsch-Französischen Gymnasiums …
Elève du lycée franco-allemand de …
* Entsprechend auszuwählen / Rayer la mention inutile
1 Nach dem Abkommen vom 29. Juli 2025 zwischen der Regierung der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der Französischen
Republik über die Deutsch-Französischen Gymnasien und das Deutsch-Französische Abitur und seinen fünf Anlagen /
Conformément à l’accord du 29 juillet 2025 entre le Gouvernement de la République française et le Gouvernement de la République fédérale
d'Allemagne relatif aux lycées franco-allemands et au baccalauréat franco-allemand et ses cinq annexes
Drucksache 187/26 – 36 – Bundesrat
Der Kandidat/Die Kandidatin* …
Le candidat / La candidate*
hat die Deutsch-Französische Abiturprüfung nach den hierfür in dem Abkommen festgelegten Bestimmungen abgelegt.
a passé l’examen du baccalauréat franco-allemand conformément aux dispositions fixées par l’accord qui en précise les
modalités
Seine/Ihre* Leistungen sind wie folgt bewertet worden:
et a obtenu les résultats suivants dans l’ensemble des enseignements :
* Entsprechend auszuwählen / Rayer la mention inutile
1 Nach Artikel 10 Absatz 2 der Anlage I über die Deutsch-Französischen Gymnasien und Artikel 12 Absatz 1 der Anlage III über das Deutsch-
Französische Abitur erfolgt die Bewertung der Fächer sowie der Prüfungen in Noten zwischen 0 und 20, in ganzen Punkten ausgedrückt, wobei
20 Punkte die beste Note und 10 Punkte die untere Grenze der ausreichenden Leistung bezeichnen. /
Selon l’article 10, paragraphe 2, de l’annexe I relative aux lycées franco-allemands et l’article 12, paragraphe 1, de l’annexe III relative au
baccalauréat franco-allemand, l’évaluation des enseignements et des épreuves se fait par des notes exprimées en points entiers sur une échelle
de 0 à 20, 20 étant la meilleure note, 10 la limite inférieure de la suffisance.
2 Die Ermittlung der Vornoten erfolgt nach Artikel 11 Absatz 2 der Anlage III über das Deutsch-Französische Abitur. /
Les notes de contrôle continu sont établies selon l’article 11, paragraphe 2, de l’annexe III relative au baccalauréat franco-allemand.
3 Die Ermittlung der Prüfungsendnoten erfolgt nach Artikel 12 und ggf. Artikel 18 Absatz 3 der Anlage III über das Deutsch-Französische Abitur. /
Les notes finales des épreuves sont établies selon l’article 12 et le cas échéant l’article 18, paragraphe 3, de l’annexe III relative au baccalauréat
franco-allemand.
4 H = Wochenstunden / Nombre d’heures par semaine
Halbjahresnoten (S)1, Vornoten (C)2, schriftliche Prüfung (E), mündliche Prüfung (O) und Prüfungsendnoten (F)3 /
Notes semestrielles (S)1, notes de contrôle continu (C)2, épreuve écrite (E), épreuve orale (O) et notes finales des
épreuves (F)3
Die beiden Vertiefungsfächer sind mit „E“ gekennzeichnet. Die Bewertung von Halbjahren, die nicht in die Berechnung der
Gesamtdurchschnittsnote eingeht, ist in Klammern gesetzt. /
Les deux enseignements de spécialité sont marqués par « E ». L’évaluation de semestres qui n’entre pas dans le calcul de la
moyenne générale se fait entre parenthèses.
H4 S1 S2 S1 S2 C E O F3
Sprachlich-literarisch-künstlerisches Aufgabenfeld / Domaine des langues, de la
Anzeige gekürzt – vollständiger Text im Original.
Relationen
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