Entwurf eines Gesetzes für ein steuerliches Investitionssofortprogramm zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland
Text
Entwurf eines Gesetzes für ein steuerliches Investitionssofortprogramm zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland
[Bundesrat Drucksache 233/25 (Beschluss)
13.06.25
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ISSN 0720-2946
Stellungnahme
des Bundesrates
Entwurf eines Gesetzes für ein steuerliches
Investitionssofortprogramm zur Stärkung des
Wirtschaftsstandorts Deutschland
Der Bundesrat hat in seiner 1055. Sitzung am 13. Juni 2025 beschlossen,
zu dem Gesetzentwurf gemäß Artikel 76 Absatz 2 des Grundgesetzes wie folgt
Stellung zu nehmen:
Zum Gesetzentwurf allgemein
a) Die deutsche Wirtschaft steckt in einer hartnäckigen Wachstumsschwäche. Um
die deutsche Volkswirtschaft wieder auf einen höheren Wachstumspfad zu
bringen, müssen die Standortbedingungen in Deutschland verbessert werden.
Der vorliegende Gesetzentwurf sieht eine Reihe von steuerlichen Maßnahmen
vor, um private Investitionen zu fördern und den Wirtschaftsstandort zu stärken.
Die Zielsetzung des Gesetzentwurfes, kurzfristig Wachstumsimpulse zu setzen,
die Unternehmen in der Breite zu entlasten und das Wachstumspotenzial der
deutschen Wirtschaft zu erhöhen, wird vom Bundesrat nachdrücklich
unterstützt.
b) Der Gesetzentwurf führt nach Angaben der Bundesregierung erneut zu
erheblichen Steuerausfällen, die im Zeitraum der Jahre 2025 bis 2029 zu rund
zwei Dritteln von den Haushalten von Ländern und Gemeinden zu tragen sind.
Die Ausfälle von Ländern und Kommunen belaufen sich in diesem Zeitraum
auf zusammen mehr als 30 Milliarden Euro. Der Bundesrat weist darauf hin,
dass sich die Haushalte von Ländern und Kommunen ohnehin hohen
strukturellen Herausforderungen gegenübersehen. Nach Auffassung des
Bundesrates droht, dass der Gesetzentwurf eine andauernde Beeinträchtigung
bei der Finanzierung der notwendigen Aufgaben von Ländern und Kommunen
bewirkt. Er sieht es deshalb als erforderlich an, dass gemeinsam mit dem Bund
eine Verständigung über einen Ausgleich dieser Mindereinnahmen und damit
über die Höhe einer tragbaren Belastung der Haushalte von Ländern und
Kommunen erfolgt.
c) Der Bundesrat weist darauf hin, dass die Kommunen auf eine stabile
Einnahmebasis angewiesen sind. In vielen Kommunen drohen Einschränkungen
bei der kommunalen Daseinsvorsorge und notwendige öffentliche Investitionen
werden erschwert. Nach Auffassung des Bundesrates misst der
Koalitionsvertrag auf Bundesebene der finanziellen Handlungsfähigkeit der
Kommunen und der angemessenen Ausstattung kommunaler Aufgaben zurecht
eine herausragende Bedeutung zu. Der Bundesrat fordert die Bundesregierung
daher dazu auf, im weiteren Gesetzgebungsverfahren auch für die Belastungen
der kommunalen Haushalte einen Ausgleich zu schaffen.
d) Der Bundesrat erwartet, dass der Grundsatz der Veranlassungskonnexität bei
allen Gesetzesvorhaben des Bundes konsequent angewendet wird –
insbesondere dort, wo Regelungen zu Mehrbelastungen oder Mindereinnahmen
bei Ländern und Kommunen führen.]
Relationen
- part_of_vorgang → Gesetz für ein steuerliches Investitionssofortprogramm zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland (Beschlussdrucksache)