Sedimentablagerungen, Baggerkosten und Auswirkungen der Elbvertiefung auf die Schleusenzufahrt Brunsbüttel am Nord-Ostsee-Kanal (Antwort zu Drs. 21/5138)
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Sedimentablagerungen, Baggerkosten und Auswirkungen der Elbvertiefung auf die Schleusenzufahrt Brunsbüttel am Nord-Ostsee-Kanal (Antwort zu Drs. 21/5138)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5369
21. Wahlperiode 13.04.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Alexis L. Giersch, René Bochmann,
Wolfgang Wiehle, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/5138 –
Sedimentablagerungen, Baggerkosten und Auswirkungen der Elbvertiefung auf
die Schleusenzufahrt Brunsbüttel am Nord-Ostsee-Kanal
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Medienberichten zufolge (u. a. Kieler Nachrichten, März 2026, www.kn-onlin
e.de/schleswig-holstein/schleusentor-in-brunsbuettel-defekt-probleme-behinde
rn-schifffahrt-RBZJWYTZTFAFFMCOLRRPBAZIBY.html) kam es bei der
Überführung eines sanierten Schleusentores der Schleusenanlage Brunsbüttel
zu unerwarteten Problemen. Demnach befanden sich im Inneren des
Schleusentores erhebliche Ablagerungen, die vor dem Einbau zunächst entfernt
werden mussten.
Der Nord-Ostsee-Kanal gehört zu den meistbefahrenen künstlichen
Wasserstraßen der Welt und stellt eine zentrale Verbindung zwischen Nordsee und
Ostsee dar. Einschränkungen im Bereich der Schleusenanlagen können
erhebliche Auswirkungen auf den internationalen Schiffsverkehr sowie auf die
maritime Wirtschaft Deutschlands haben.
In Fachkreisen wird zudem seit längerem diskutiert, ob die wiederholten
Vertiefungen der Elbe zu veränderten Strömungs- und Sedimentverhältnissen
geführt haben. Diese könnten sich auch auf die Sedimentablagerungen im
Bereich der Zufahrt zum Nord-Ostsee-Kanal bei Brunsbüttel auswirken (www.ze
it.de/news/2025-04/09/kerstan-elbvertiefung-ist-gescheitert).
1. Welche konkreten Schäden oder Verschleißerscheinungen wurden bei
dem zuletzt überführten Schleusentor der Schleusenanlage Brunsbüttel
festgestellt?
An dem zuletzt von Kiel nach Brunsbüttel überführten Schiebetor wurden im
Dock in Kiel Stahlbauteile, Rohrleitungen, Elektrotechnik sowie Dicht- und
Führungsleisten instandgesetzt. Abschließend wurde an bearbeiteten und
schadhaften Flächen neuer Korrosionsschutz aufgebracht.
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr
vom 13. April 2026 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
2. Welche Mengen an Schlick, Sand oder sonstigen Ablagerungen wurden
aus dem Schleusentor entfernt?
Es ist unklar, auf welches Tor sich die Frage bezieht. Das aus dem Dock in Kiel
zuletzt überführte Tor (siehe Antwort zu Frage 1) hat keine Ablagerungen.
Generell werden beim Ausbau eines Schiebetores die Schlickablagerungen auf
dem Tankdeck mit Wasserschläuchen entfernt. Bei einer Schlickhöhe von ca.
1 m sind das ca. 200 m³.
3. Welche Ursachen sieht die Bundesregierung für diese Ablagerungen?
Die Ursache liegt im tidebedingten Schlickeintrag aus der Elbe und der
Elbmündung.
4. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über Veränderungen
der Sedimentströme im Bereich der Unterelbe seit den letzten
Vertiefungsmaßnahmen vor?
5. Sieht die Bundesregierung einen Zusammenhang zwischen Maßnahmen
zur Vertiefung der Elbe und möglichen erhöhten Sedimenteinträgen im
Bereich der Zufahrt zum Nord-Ostsee-Kanal bei Brunsbüttel?
Die Fragen 4 und 5 werden gemeinsam beantwortet.
Die Entwicklung der Unterhaltungsbaggerungen im Fahrrinnenbereich der
Tideelbe seit Ausbau sind im 1. Beweissicherungsbericht zur
Fahrrinnenanpassung von Unter- und Außenelbe für 14,5 m tiefgehende Containerschiffe
dokumentiert und im Internet veröffentlicht.
Ein Zusammenhang zwischen diesen Unterhaltungsbaggerungen im
Mündungstrichter und Unterhaltungsbaggerungen im Zufahrtsbereich zum Nord-
Ostsee-Kanal ist nicht gegeben. Ein Anstieg der Schwebstoffgehalte ist seit
2014 und damit deutlich vor Beginn des Fahrrinnenausbaues der Tideelbe
erfolgt.
6. Wie häufig mussten in den Jahren von 2015 bis 2025 Baggerarbeiten im
Zulaufbereich der Schleusenanlage Brunsbüttel von der Elbe aus
durchgeführt werden?
7. Welche Gesamtkosten sind im Zeitraum von 2015 bis 2025 für
Baggerarbeiten im Zulaufbereich der Schleusenanlage Brunsbüttel entstanden
(bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
8. Welche Sedimentmengen (in Kubikmetern) wurden im genannten
Zeitraum aus diesem Bereich entfernt (bitte nach Jahren aufschlüsseln)?
9. Welche durchschnittlichen Kosten pro Kubikmeter Baggergut sind der
Bundesregierung für diese Maßnahmen entstanden?
10. Wie haben sich die Sedimentmengen und Baggerkosten im Bereich der
Schleusenzufahrt Brunsbüttel vor und nach den jüngsten Elbvertiefungen
entwickelt?
Die Fragen 6 bis 10 werden gemeinsam beantwortet.
Die elbseitige Zufahrt des Nord-Ostsee-Kanals (Vorhäfen elbseitig und NOK-
seitig sowie Schleusenkammern) wird permanent unterhalten.
Die Daten über Baggermengen und -kosten werden für die gesamte Küste im
Internet im „Zentralen Datenmanagement Küstendaten“ dargestellt.
11. Welche Prognosen hat die Bundesregierung hinsichtlich der künftigen
Sedimententwicklung im Bereich der Schleusenzufahrt Brunsbüttel?
Entsprechend der gutachterlichen Prognosen zum Bau der 5. Schleusenkammer
wird durch die Aufweitung des Vorhafens mit einem moderaten Anstieg
gerechnet.
12. Welche technischen oder wasserbaulichen Maßnahmen sind geplant, um
Sedimenteinträge künftig zu reduzieren und die Funktionsfähigkeit der
Schleusen dauerhaft zu sichern?
Es sind keine Maßnahmen geplant. Die Funktionsfähigkeit der Schleusen im
Hinblick auf den anfallenden Schlick wird durch die regelmäßige
Baggerunterhaltung gewährleistet.
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ISSN 0722-8333
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