Rückgang der Binnenschifffahrt im Hinterland des Hamburger Hafens und Einbruch am Elbe-Lübeck-Kanal
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Rückgang der Binnenschifffahrt im Hinterland des Hamburger Hafens und Einbruch am Elbe-Lübeck-Kanal
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5429
21. Wahlperiode 17.04.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten René Bochmann, Alexis L. Giersch, Wolfgang Wiehle, Lars
Haise, Maximilian Kneller, Ulrich von Zons, Stefan Henze, Leif-Erik Holm,
Dr. Rainer Kraft, Hans-Jürgen Goßner, Volker Scheurell, Otto Strauß, Andreas
Mayer, Carsten Becker und der Fraktion der AfD
Rückgang der Binnenschifffahrt im Hinterland des Hamburger Hafens und
Einbruch am Elbe-Lübeck-Kanal
Aktuelle Zahlen aus der „Hafenrundschau Lübeck“ zeigen einen dramatischen
Rückgang der Binnenschifffahrt im Hinterland des Hamburger Hafens (luebeck
er-hafenrundschau.de/blog/binnenschiffe-verlieren-im-hinterlandverkehr/).
So wurden im Jahr 2025 an der Schleuse Geesthacht nur noch 7 994
Binnenschiffe mit rund 5 239 Millionen Tonnen Ladung gezählt (ebd.). Zehn Jahre
zuvor waren es noch über 18 500 Schiffe mit mehr als 10 Millionen Tonnen
(ebd.). Besonders gravierend ist der Einbruch am Elbe-Lübeck-Kanal: Im
Jahr 2025 passierten lediglich 234 Binnenschiffe die Schleuse Lauenburg
(ebd.). Ursächlich wird in der Veröffentlichung unter anderem eine
achtmonatige Sperrung der Donnerschleuse genannt. Zudem wird auf strukturelle
Veränderungen hingewiesen, etwa den politisch gewollten Kohleausstieg sowie
Verlagerungen im Güterverkehr. Gleichzeitig bestehen weiterhin
infrastrukturelle Defizite und Einschränkungen im Wasserstraßennetz.
Die vorliegenden Zahlen zeigen nach Auffassung der Fragesteller einen
besorgniserregenden Rückgang der Binnenschifffahrt in einem zentralen
Wirtschaftsraum Deutschlands. Die Wasserstraße ist ein energieeffizienter und
umweltfreundlicher Verkehrsträger. Ihr Bedeutungsverlust steht jedoch im
Widerspruch zu verkehrs- und klimapolitischen Zielsetzungen.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie bewertet die Bundesregierung den drastischen Rückgang der
Binnenschifffahrt seit 2015 im Hinterland des Hamburger Hafens?
2. Welche Ursachen sieht die Bundesregierung konkret für den Rückgang
der Schiffs- und Ladungszahlen an der Schleuse Geesthacht?
3. Haben nach Einschätzung der Bundesregierung energiepolitische
Maßnahmen (z. B. Kohleausstieg) Anteil am Rückgang der Transportmengen,
und wenn ja, welchen?
4. Welche weiteren strukturellen Gründe (z. B. Verlagerung auf Straße bzw.
Schiene, wirtschaftliche Veränderungen) sind nach Kenntnis der
Bundesregierung ggf. maßgeblich (vgl. Frage 3)?
5. Wie bewertet die Bundesregierung den massiven Einbruch am Elbe-
Lübeck-Kanal, insbesondere im Vergleich zu früheren Jahren (z. B. 2008,
vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
6. Welche konkreten Auswirkungen hatte die achtmonatige Sperrung der
Donnerschleuse nach Kenntnis der Bundesregierung auf den Güterverkehr
(vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
7. Warum dauerte die Sperrung der Donnerschleuse so lange, und welche
Maßnahmen wurden ggf. zur Beschleunigung ergriffen (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
8. Welche Investitionen sind aktuell für den Elbe-Lübeck-Kanal sowie die
Schleuseninfrastruktur ggf. geplant?
9. Wie bewertet die Bundesregierung den Zustand der Schleusen und
Wasserstraßen im norddeutschen Raum insgesamt?
10. Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung ggf., um die
Wettbewerbsfähigkeit der Binnenschifffahrt gegenüber Straße und Schiene zu
sichern?
11. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil der
Binnenschifffahrt am Hinterlandverkehr des Hamburger Hafens aktuell, und wie
hat sich dieser entwickelt?
12. Welche Maßnahmen sind ggf. geplant, um den Rückgang der
Transportmengen zu stoppen bzw. umzukehren (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
13. Hat sich die Bundesregierung eine eigene Auffassung zu der Aussage
gebildet, dass infrastrukturelle Engpässe und Sperrungen zu dauerhaften
Verkehrsverlagerungen führen, und wenn ja, wie lautet diese?
14. Welche konkreten Projekte zur Modernisierung und zum Ausbau der
Bundeswasserstraßen sind im Bereich Elbe, Elbe-Seitenkanal und Elbe-
Lübeck-Kanal ggf. geplant?
15. Wann ist mit einer nachhaltigen Stabilisierung der Verkehrsleistungen auf
diesen Wasserstraßen zu rechnen?
Berlin, den 14. April 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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