Nicht namentlich deklariertes Projekt in Eritrea (Antwort zu Drs. 21/3199)
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Nicht namentlich deklariertes Projekt in Eritrea (Antwort zu Drs. 21/3199)
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3579
21. Wahlperiode 12.01.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Johann Martel, Rocco Kever, Denis
Pauli, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/3199 –
Nicht namentlich deklariertes Projekt in Eritrea
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Fragesteller interessieren sich für das Projekt mit der IATI (International
Aid Transparency Initiative)-Maßnahmen-ID DE-1-202227411 (www.transpar
enzportal.bund.de/de/detailsuche/DE-1-202227411, abgerufen am 28.
November 2025). Dieses genannte Projekt wird mit der Kennzeichnung „Diese
Information ist für diese Maßnahme nicht verfügbar“ betitelt (ebd.). Als
Maßnahmenbeschreibung führt das Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bei diesem aufgeführten Projekt ebenfalls
die Kennzeichnung „Diese Information ist für diese Maßnahme nicht
verfügbar“ auf (ebd.). Das gesamte Finanzierungsvolumen des aufgelisteten Projekts
beziffert sich auf insgesamt 315 000 Euro nach dem Stand vom 28. November
2025 (ebd.).
1. Wie lautet der Titel des in der Vorbemerkung der Fragesteller genannten
Projekts?
2. Wie lautet die Maßnahmenbeschreibung für das in der Vorbemerkung der
Fragesteller genannte Projekt?
3. Wieso hält es die Bundesregierung für nötig, sowohl die Titel als auch die
Maßnahmenbeschreibungen von Maßnahmenpaketen für Eritrea
zurückzuhalten, obwohl das finanzielle Gesamtvolumen 315 000 Euro entspricht
und damit einen Teil in den Haushaltsplanungen der Bundesrepublik
Deutschland in der Vergangenheit einnahm, in der Gegenwart einnimmt
und in der Zukunft einnehmen wird?
Die Fragen 1 bis 3 werden zusammengefasst beantwortet.
Die Nennung der erbetenen Informationen ist aus Sicherheitsgründen nicht
möglich. Eine Einwilligung der Durchführungsorganisation liegt nicht vor. Die
Arbeit des Zuwendungsempfängers beziehungsweise der beteiligten
zivilgesellschaftlichen Akteure erfolgt in Eritrea vor dem Hintergrund einer autoritär
agierenden Regierung, dessen Amt für Nationale Sicherheit von der EU mit
Sanktionen wegen Menschenrechtsverletzungen (willkürliche Festnahmen, au-
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung vom 12. Januar 2026 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
ßergerichtliche Tötungen und Folter) belegt ist. Zivilgesellschaftliche
Institutionen sind in diesem Kontext oftmals in der Öffentlichkeit mit spezifischen
Personen verbunden, die bei einer Benennung persönlicher Gefahr ausgesetzt sein
können. Die öffentliche Nennung würde ein nicht unerhebliches Risiko für den
Bestand der lokalen nichtstaatlichen Organisationen vor Ort und für die
Sicherheit der für die lokale Partnerorganisation tätigen Personen bedeuten.
Eine Übermittlung als Verschlusssache scheidet aufgrund der potentiellen
Gefahr für die persönliche Sicherheit aus. Überdies wäre der mögliche
Vertrauensverlust der lokalen Partner auch dann zu befürchten, wenn die Nennung als
Verschlusssache erfolgt. Damit bliebe die Bundesregierung in der
Wahrnehmung ihrer entwicklungspolitischen Aufgaben auch bei einer Weitergabe unter
Verschluss erheblich beeinträchtigt. Daher kann eine auch nur geringfügige
Gefahr des Bekanntwerdens der Namen nicht hingenommen werden, weshalb
nach konkreter Abwägung der Grundrechte der vor Ort tätigen Personen und
dem Schutz der funktionsgerechten und adäquaten Aufgabenwahrnehmung mit
dem parlamentarischen Informationsrecht hier ausnahmsweise Erstere
überwiegen.
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ISSN 0722-8333]
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