Beteiligung von Gewerkschaften an der Erarbeitung einer Chemieagenda 2045 (Antwort zu Drs. 21/2922)
Text
Beteiligung von Gewerkschaften an der Erarbeitung einer Chemieagenda 2045 (Antwort zu Drs. 21/2922)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/3229
21. Wahlperiode 11.12.2025
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Hans-Jürgen Goßner, Peter Bohnhof,
Jan Feser, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/2922 –
Beteiligung von Gewerkschaften an der Erarbeitung einer Chemieagenda 2045
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD heißt es, die
Bundesregierung werde gemeinsam mit den Ländern, Unternehmen und
Gewerkschaften eine Chemieagenda 2045 erarbeiten (www.koalitionsvertrag2025.de/
sites/www.koalitionsvertrag2025.de/files/koav_2025.pdf, S. 6; abgerufen
24. Oktober 2025). Am 11. Juli 2025 erklärte der Hessische Ministerpräsident
Boris Rhein im Bundesrat: „Als Land Hessen werden wir aktiv die geplante
Chemieagenda 2045 gestalten und uns hier sehr aktiv einbringen. Wir werden
sehr konsequent daran mitwirken, Deutschland zum weltweit innovativsten
Chemie-, Pharma- und Biotechnologiestandort zu machen. Die europäischen
und unsere nationalen Initiativen müssen dabei Hand in Hand gehen. Dann
erreichen wir auch gemeinsam das Ziel, die Versorgungssicherheit zu stärken
und die strategische Unabhängigkeit Europas zu vergrößern“ (Plenarprotokoll,
Bundesratsdrucksache 1056, S. 198 f.).
Am 15. Oktober 2025 erklärte die Parlamentarische Staatssekretärin bei der
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Gitta Connemann im Deutschen
Bundestag: „Gemeinsam mit Ländern, Unternehmen, Verbänden,
Gewerkschaften und Vertretern der Zivilgesellschaft wird die Bundesregierung eine
„Chemieagenda 2045“ entwickeln, die eine innovative, zukunftsfähige,
wettbewerbsstarke sowie umwelt- und klimafreundliche Chemieindustrie in
Deutschland und der EU ermöglicht“ (Plenarprotokoll, 21/33, S. 3616 f.). In
seiner Rede beim 8. Ordentlichen Kongress der Industriegewerkschaft
Bergbau, Chemie, Energie in Hannover vom 22. Oktober 2025 erklärte
Bundeskanzler Friedrich Merz: „Wir arbeiten an der Chemieagenda 2045“ (www.bun
desregierung.de/breg-de/service/newsletter-und-abos/bulletin/bk-merz-kongre
ss-igbce-2390684; abgerufen 24. Oktober 2025).
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie vom
11. Dezember 2025 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
1. Was versteht die Bundesregierung im Sinne ihrer im Koalitionsvertrag
angekündigten Zusammenarbeit mit Gewerkschaften an einer Chemieagenda
2045 unter einer Gewerkschaft, gerade auch vor dem Hintergrund, dass
die Bundesregierung auf Nachfrage der Fragesteller wiederholt nicht
beantwortet hat, was sie im Kontext von den im Koalitionsvertrag
angekündigten steuerlichen Anreizen für Gewerkschaftsmitglieder unter einer
Gewerkschaft versteht (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller und die Antwort
der Bundesregierung zu Frage 1 auf Bundestagsdrucksache 21/617 sowie
die Antwort der Bundesregierung zu Frage 2 auf Bundestagsdrucksache
21/1189)?
In den Erarbeitungsprozess der Chemieagenda 2045 wird die
Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) eingebunden.
2. Welche Gewerkschaften waren bislang konkret an der Erarbeitung einer
Chemieagenda 2045 beteiligt, sind weiterhin daran beteiligt oder sollen
künftig daran beteiligt sein?
Es wird auf die Antwort zu Frage 1 verweisen.
3. Waren bislang ausländische Gewerkschaften oder Gewerkschaftsbünde
oder übernationale Gewerkschaftsbünde wie der Europäische
Gewerkschaftsbund an der Erarbeitung einer Chemieagenda 2045 beteiligt, sind
weiterhin daran beteiligt oder sollen künftig daran beteiligt sein?
Nein, ausländische Gewerkschaften oder Gewerkschaftsbünde oder
übernationale Gewerkschaftsbünde waren bislang nicht an der Erarbeitung der
Chemieagenda 2045 beteiligt. Eine Beteiligung dieser im weiteren Prozess ist nicht
vorgesehen
4. Anhand welcher Kriterien wurde bzw. wird weiterhin über die Zulassung
von Gewerkschaften zur Teilnahme am Erarbeitungsprozess einer
Chemieagenda 2045 entschieden?
Die IG BCE ist eine der größten Einzelgewerkschaften im Deutschen
Gewerkschaftsbund und vertritt vor allem Beschäftigte energieintensiver Branchen wie
Chemie, Energie, Glas, Kautschuk oder Kunststoff. Die Gewerkschaft ist für
die branchenspezifischen Themen der Chemieindustrie langjähriger
konstruktiver Partner – sowohl für die Bundesregierung als auch für die Industrie.
Aufgrund der vorliegenden hohen Fachkompetenz der IG BCE wird diese seitens
des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie in den Erarbeitungsprozess
der Chemieagenda 2045 einbezogen.
5. In welcher Form sind Gewerkschaften bislang konkret an der Erarbeitung
einer Chemieagenda 2045 beteiligt worden, und welche Form der
Beteiligung von Gewerkschaften ist für den weiteren Erarbeitungsprozess
geplant?
Der Beginn der Arbeiten an der Chemieagenda 2045 steht noch aus. Der
vorgesehene Arbeitsgruppenprozess ist für das erste Quartal 2026 in Form von
Roundtables auf Fachebene aller Beteiligten, einschließlich der IG BCE
geplant.
6. Kann die Bundesregierung Angaben zu Zwischenergebnissen des
Erarbeitungsprozesses einer Chemieagenda 2045 machen, die unter Beteiligung
von Gewerkschaften bereits erreicht worden sind?
a) Wenn ja, welche Zwischenergebnisse unter Beteiligung welcher
jeweiligen Gewerkschaften sind dies?
b) Wenn nein, bis wann rechnet die Bundesregierung mit der Erarbeitung
entsprechender Ergebnisse?
Die Fragen 6 bis 6b werden zusammen beantwortet.
Es wird auf die Antwort zu Frage 5 verwiesen.
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ISSN 0722-8333
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