Beteiligung von Gewerkschaften an der Erarbeitung einer Chemieagenda 2045
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Beteiligung von Gewerkschaften an der Erarbeitung einer Chemieagenda 2045
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/2922
21. Wahlperiode 26.11.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Hans-Jürgen Goßner, Peter Bohnhof, Jan Feser, Lukas Rehm,
Robert Teske, Dr. Malte Kaufmann, Marc Bernhard, Stefan Henze, Christian Reck
und der Fraktion der AfD
Beteiligung von Gewerkschaften an der Erarbeitung einer Chemieagenda 2045
Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD heißt es, die
Bundesregierung werde gemeinsam mit den Ländern, Unternehmen und Gewerkschaften
eine Chemieagenda 2045 erarbeiten (www.koalitionsvertrag2025.de/sites/ww
w.koalitionsvertrag2025.de/files/koav_2025.pdf, S. 6; abgerufen 24. Oktober
2025). Am 11. Juli 2025 erklärte der Hessische Ministerpräsident Boris Rhein
im Bundesrat: „Als Land Hessen werden wir aktiv die geplante Chemieagenda
2045 gestalten und uns hier sehr aktiv einbringen. Wir werden sehr konsequent
daran mitwirken, Deutschland zum weltweit innovativsten Chemie-, Pharma-
und Biotechnologiestandort zu machen. Die europäischen und unsere
nationalen Initiativen müssen dabei Hand in Hand gehen. Dann erreichen wir auch
gemeinsam das Ziel, die Versorgungssicherheit zu stärken und die strategische
Unabhängigkeit Europas zu vergrößern“ (Plenarprotokoll,
Bundesratsdrucksache 1056, S. 198 f.).
Am 15. Oktober 2025 erklärte die Parlamentarische Staatssekretärin bei der
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie Gitta Connemann im Deutschen
Bundestag: „Gemeinsam mit Ländern, Unternehmen, Verbänden,
Gewerkschaften und Vertretern der Zivilgesellschaft wird die Bundesregierung eine
„Chemieagenda 2045“ entwickeln, die eine innovative, zukunftsfähige,
wettbewerbsstarke sowie umwelt- und klimafreundliche Chemieindustrie in
Deutschland und der EU ermöglicht“ (Plenarprotokoll, 21/33, S. 3616 f.). In seiner
Rede beim 8. Ordentlichen Kongress der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie,
Energie in Hannover vom 22. Oktober 2025 erklärte Bundeskanzler Friedrich
Merz: „Wir arbeiten an der Chemieagenda 2045“ (www.bundesregierung.de/br
eg-de/service/newsletter-und-abos/bulletin/bk-merz-kongress-igbce-2390684;
abgerufen 24. Oktober 2025).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Was versteht die Bundesregierung im Sinne ihrer im Koalitionsvertrag
angekündigten Zusammenarbeit mit Gewerkschaften an einer Chemieagenda
2045 unter einer Gewerkschaft, gerade auch vor dem Hintergrund, dass die
Bundesregierung auf Nachfrage der Fragesteller wiederholt nicht
beantwortet hat, was sie im Kontext von den im Koalitionsvertrag angekündigten
steuerlichen Anreizen für Gewerkschaftsmitglieder unter einer
Gewerkschaft versteht (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller und die Antwort der
Bundesregierung zu Frage 1 auf Bundestagsdrucksache 21/617 sowie die
Antwort der Bundesregierung zu Frage 2 auf Bundestagsdrucksache
21/1189)?
2. Welche Gewerkschaften waren bislang konkret an der Erarbeitung einer
Chemieagenda 2045 beteiligt, sind weiterhin daran beteiligt oder sollen
künftig daran beteiligt sein?
3. Waren bislang ausländische Gewerkschaften oder Gewerkschaftsbünde
oder übernationale Gewerkschaftsbünde wie der Europäische
Gewerkschaftsbund an der Erarbeitung einer Chemieagenda 2045 beteiligt, sind
weiterhin daran beteiligt oder sollen künftig daran beteiligt sein?
4. Anhand welcher Kriterien wurde bzw. wird weiterhin über die Zulassung
von Gewerkschaften zur Teilnahme am Erarbeitungsprozess einer
Chemieagenda 2045 entschieden?
5. In welcher Form sind Gewerkschaften bislang konkret an der Erarbeitung
einer Chemieagenda 2045 beteiligt worden, und welche Form der
Beteiligung von Gewerkschaften ist für den weiteren Erarbeitungsprozess geplant?
6. Kann die Bundesregierung Angaben zu Zwischenergebnissen des
Erarbeitungsprozesses einer Chemieagenda 2045 machen, die unter Beteiligung
von Gewerkschaften bereits erreicht worden sind?
a) Wenn ja, welche Zwischenergebnisse unter Beteiligung welcher
jeweiligen Gewerkschaften sind dies?
b) Wenn nein, bis wann rechnet die Bundesregierung mit der Erarbeitung
entsprechender Ergebnisse?
Berlin, den 25. November 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]
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