Cybersicherheit und Stellenentwicklung im Bereich IT-Sicherheit im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (Antwort zu Drs. 21/2422)
Text
Cybersicherheit und Stellenentwicklung im Bereich IT-Sicherheit im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (Antwort zu Drs. 21/2422)
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/2656
21. Wahlperiode 06.11.2025
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Tobias Matthias Peterka, Ulrich von
Zons, Lukas Rehm, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/2422 –
Cybersicherheit und Stellenentwicklung im Bereich IT-Sicherheit
im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Digitales und
Staatsmodernisierung
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Cybersicherheitslage in Deutschland wird von der Bundesregierung und
dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) regelmäßig
als „angespannt bis kritisch“ beschrieben (www.tuev-verband.de/pressemitteil
ungen/angespannt-bis-kritisch-die-cybersicherheitslage-in-deutschland#:~:tex
t=Lagebericht%20des%20BSI:%20Cybersicherheit%20in%20Deutschlan
d%20).
Auch der Bundesrechnungshof warnt vor eklatanten Sicherheitslücken in den
Rechenzentren und Netzen des Bundes (www.spiegel.de/politik/deutschland/c
ybersicherheit-rechnungshof-warnt-vor-mangelndem-schutz-der-bundes-it-a-6
baacfe5-2e6b-4e8b-a64b-e10d9cf2585e). Unter anderem bemängelt der
Bundesrechnungshof, dass weniger als 10 Prozent der mehr als 100
Bundesrechenzentren die Mindeststandards erfüllen, dass die Notstromversorgung in
Krisenlagen vielfach unzureichend ist und dass kritische IT-Dienste oft nicht
georedundant verfügbar sind (s. o.). Nach aktuellen Berichten hat die
Bundesregierung im Bereich IT-Sicherheit Stellen abgebaut (www.security-inside
r.de/bund-reduziert-it-sicherheitsstellen-a-508f57e078fd32fa7cd1a915db00c
76e/).
Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) trägt
eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung und Umsetzung der digitalen
Transformation in Deutschland. Seine Aufgaben umfassen die Modernisierung der
Verwaltung, die Förderung digitaler Infrastrukturen sowie die Sicherstellung
einer funktionierenden digitalen Daseinsvorsorge. Cyberangriffe auf das
Bundesministerium könnten nicht nur die interne Arbeitsfähigkeit erheblich
einschränken, sondern auch das Vertrauen der Bürger in die digitale Verwaltung
und in staatliche Modernisierungsprojekte untergraben. Besonders kritisch ist
dabei in den Augen der Fragesteller, dass das BMDS in enger
Zusammenarbeit mit anderen Ressorts, Ländern, Kommunen und privaten Akteuren die
Umsetzung zentraler Digitalisierungsmaßnahmen koordiniert.
Sicherheitslücken in den behördeninternen IT-Systemen oder im Datenaustausch könnten
unmittelbare Auswirkungen auf den Erfolg von Digitalisierungsprogrammen
haben.
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Digitales und
Staatsmodernisierung vom 6. November 2025 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
1. Über wie viele Rechenzentren verfügt das BMDS aktuell, und wie viele
davon erfüllen nachweislich die geltenden Mindeststandards für IT-
Sicherheit?
2. Welche dieser Rechenzentren (vgl. Frage 1) verfügen über eine
funktionsfähige Notstromversorgung, die auch längerfristige (über mehrere
Stunden oder Tage) Krisenlagen abdecken kann?
3. An welchen Standorten des BMDS sind kritische IT-Dienste
georedundant verfügbar, und wie wird die Ausfallsicherheit regelmäßig überprüft?
4. Welche Investitionen hat das BMDS in den Jahren von 2022 bis 2025
konkret für den Ausbau und die Absicherung seiner IT-Infrastruktur
(einschließlich Rechenzentren, Netze, Cloudlösungen) getätigt?
5. In welchem Umfang hat das BMDS in den vergangenen fünf Jahren
Sicherheitsüberprüfungen (z. B. durch das BSI oder durch unabhängige
Dienstleister) durchführen lassen, und mit welchen Ergebnissen?
8. Welche Maßnahmen hat das BMDS seit 2020 ergriffen, um auf die
Kritikpunkte des Bundesrechnungshofes im Bereich IT-Sicherheit zu
reagieren (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
9. Wie viele Sicherheitsvorfälle oder Cyberangriffe wurden in den letzten
fünf Jahren im Zuständigkeitsbereich des BMDS registriert, und wie
wurde jeweils darauf reagiert (bitte nach Jahr und Anzahl der Vorfälle
aufschlüsseln)?
10. Wie bewertet die Bundesregierung die aktuelle Gefährdungslage durch
Cyberangriffe auf die IT-Systeme des BMDS und seine IT-Infrastruktur?
11. Welche internen Notfall- und Reaktionspläne bestehen im BMDS für den
Fall von Cyberangriffen auf zentrale Verwaltungsprozesse?
12. Inwiefern sind Länder und Kommunen, die in föderalen
Digitalisierungsprojekten mit dem BMDS zusammenarbeiten, in die
Cybersicherheitsstrategie des Bundesministeriums eingebunden?
13. Welche Schulungs- und Sensibilisierungsmaßnahmen zum Thema
Cybersicherheit wurden für Mitarbeiter des BMDS seit 2020 durchgeführt?
14. Welche konkreten Schritte plant das BMDS ggf., um bis spätestens 2030
die vollständige Einhaltung der vom Bundesrechnungshof geforderten
Mindeststandards (inklusive Notstromversorgung und georedundanter
Systeme) sicherzustellen?
15. Wie viele Stellen im Bereich IT-Sicherheit existieren derzeit im
Geschäftsbereich des BMDS (bitte nach Behörden und Besoldungsgruppen
aufschlüsseln)?
16. Wie hat sich die Zahl der IT-Sicherheitsstellen im BMDS seit 2020
entwickelt (bitte jährlich angeben und nach Behörden differenzieren)?
17. Wurden in den Jahren 2022, 2023 und 2024 Stellen im Bereich IT-
Sicherheit im Geschäftsbereich des BMDS abgebaut, umgewidmet oder
neu geschaffen, und wenn ja, in welchem Umfang?
18. Wie viele dieser möglichen Stellen (vgl. Frage 17) sind derzeit unbesetzt,
und wie lange bleiben offene Stellen im Durchschnitt vakant?
Die Fragen 1 bis 5 sowie 8 bis 18 werden zusammen beantwortet.
Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS)
existiert erst seit Inkrafttreten des Organisationserlasses des Bundeskanzlers vom
6. Mai 2025. Stellen aus anderen Bundesministerien gehen förmlich erst nach
Abschluss der Verwaltungsvereinbarungen mit den anderen Ressorts und
frühestens zum 1. Januar 2026 an das BMDS über. Zudem verfügt das BMDS
noch über keine eigene IT-Infrastruktur. Sie befindet sich noch im Aufbau.
Folglich befinden sich auch eigene, interne Notfall- und Reaktionspläne sowie
Cybersicherheitsstrategien in der Ausarbeitung.
6. Welche organisatorischen Zuständigkeiten für Cybersicherheit bestehen
innerhalb des BMDS (z. B. eigenes Computer Emergency Response
Team [CERT], IT-Sicherheitsreferate, Zusammenarbeit mit dem BSI)?
Organisatorische Zuständigkeiten sind dem Organigramm des BMDS zu
entnehmen.
7. Welche konkreten Aufgabenbereiche decken die IT-Sicherheitsstellen im
BMDS ab (z. B. Netzwerksicherheit, Kryptografie, Incident Response,
Schutz kritischer Infrastrukturen, IT-Forensik)?
Alle für den grundsätzlich sicheren IT-Betrieb notwendigen Aufgaben werden
abgedeckt.
19. Welche besonderen Schwierigkeiten sieht die Bundesregierung ggf. bei
der Gewinnung von IT-Sicherheitsfachkräften im Geschäftsbereich des
BMDS, und welche Maßnahmen werden ggf. ergriffen, um diese
Herausforderungen zu bewältigen?
Das BMDS verfügt noch über keinen eigenen Geschäftsbereich.
20. Welche Rolle spielt das Informationstechnikzentrum Bund (ITZBund) in
Bezug auf die IT-Sicherheit für das BMDS, und wie entwickelt sich dort
die Personalausstattung in diesem Bereich?
Das BMDS nimmt die Dienste des ITZBund im Rahmen der IT-Konsolidierung
in Anspruch. Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 19 verwiesen.
21. Welche Maßnahmen ergreift das BMDS, um die Resilienz seiner
besonders sensiblen Systeme trotz möglicher Personalknappheit im Bereich IT-
Sicherheit sicherzustellen?
Maßnahmen ergeben sich aus dem Kabinettbeschluss zur IT-Konsolidierung.
Im Übrigen gilt die GGO.
22. Plant die Bundesregierung, die IT-Sicherheitskapazitäten im BMDS
mittelfristig auszubauen, und mit welchem zeitlichen Horizont?
Nein.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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