Cybersicherheit und Stellenentwicklung im Bereich IT-Sicherheit im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen
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Cybersicherheit und Stellenentwicklung im Bereich IT-Sicherheit im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/2380
21. Wahlperiode 22.10.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Tobias Matthias Peterka, Ulrich von Zons, Lukas Rehm,
Manfred Schiller, Tobias Teich, Gerold Otten, Dr. Rainer Kraft, Jan Wenzel
Schmidt, Thomas Korell, Dr. Paul Schmidt, Robin Jünger, Marc Bernhard,
Dr. Malte Kaufmann, Dr. Daniel Zerbin, Mirko Hanker, Reinhard Mixl, Dr. Michael
Blos, Carolin Bachmann, Stefan Keuter, Knuth Meyer-Soltau, Claudia Weiss,
Julian Schmidt, Dr. Christina Baum, Achim Köhler, Edgar Naujok, Dr. Maximilian
Krah, Kay-Uwe Ziegler, Joachim Bloch, Udo Theodor Hemmelgarn, Stefan Henze,
Uwe Schulz, Sascha Lensing, Rocco Kever, Volker Scheurell, Otto Strauß, Tobias
Ebenberger und der Fraktion der AfD
Cybersicherheit und Stellenentwicklung im Bereich IT-Sicherheit im
Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und
Bauwesen
Die Cybersicherheitslage in Deutschland wird von der Bundesregierung und
dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) regelmäßig als
„angespannt bis kritisch“ beschrieben (www.tuev-verband.de/pressemitteilunge
n/angespannt-bis-kritisch-die-cybersicherheitslage-in-deutschland#:~:text=Lag
ebericht%20des%20BSI:%20Cybersicherheit%20in%20Deutschland%20 Proz
ent22angespannt,f%C3 ProzentBCr%20Cyberangriffe%20durch%20Transpare
nz%20sch%C3 ProzentA4rfen%20und%20Cyber).
Auch der Bundesrechnungshof warnt vor eklatanten Sicherheitslücken in den
Rechenzentren und Netzen des Bundes (https://www.spiegel.de/politik/deutschl
and/cybersicherheit-rechnungshof-warnt-vor-mangelndem-schutz-der-bundes-i
t-a-6baacfe5-2e6b-4e8b-a64b-e10d9cf2585e). Unter anderem bemängelt der
Bundesrechnungshof, dass weniger als 10 Prozent der mehr als 100
Bundesrechenzentren die Mindeststandards erfüllen, dass die Notstromversorgung in
Krisenlagen vielfach unzureichend ist und dass kritische IT-Dienste oft nicht
georedundant verfügbar sind (ebd.). Nach aktuellen Berichten hat die
Bundesregierung im Bereich IT-Sicherheit Stellen abgebaut (www.security-insider.de/
bund-reduziert-it-sicherheitsstellen-a-508f57e078fd32fa7cd1a915db00c76e/).
Mit der Digitalisierung von Verwaltungsverfahren im Bau- und
Wohnungswesen entstehen für Bund, Länder und Kommunen neue Chancen, aber auch
erhebliche Risiken. Digitale Bauantragsverfahren, die
Wohnraumförderungsdatenbank, Building Information Modeling (BIM) in Planungs- und Bauprozessen
sowie die internen Kommunikations- und Verwaltungsplattformen des
Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) sind
zunehmend integraler Bestandteil staatlicher Kernaufgaben. Diese Verfahren
haben bereits heute eine Schlüsselfunktion für die Umsetzung zentraler
politischer Ziele – vom sozialen Wohnungsbau über Stadtentwicklungsprogramme
bis hin zu Planungsprozessen für große Infrastrukturprojekte. Sie müssen daher
im weiteren Sinne als Teil der kritischen Infrastruktur betrachtet werden. Ein
erfolgreicher Cyberangriff auf diese Systeme könnte schwerwiegende Folgen
haben: Blockaden oder Verzögerungen bei Bauanträgen könnten die
Umsetzung von Bauvorhaben erheblich verzögern, Manipulationen an der
Wohnraumförderungsdatenbank könnten Förderentscheidungen verfälschen und das
Vertrauen in staatliche Programme untergraben, Angriffe auf BIM-Verfahren
könnten Bau- und Infrastrukturprojekte stören oder Fehlplanungen
verursachen, Störungen in internen Verwaltungs- und Kommunikationssystemen
könnten den Behördenbetrieb erheblich einschränken und die Zusammenarbeit mit
Ländern und Kommunen gefährden.
Vor diesem Hintergrund stellt sich den Fragestellern die Frage, inwieweit
Cybersicherheitsaspekte in den Verantwortungsbereich des Bundesministeriums
für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen integriert sind und wie sich die
personelle Ausstattung in den letzten Jahren entwickelt hat.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Über wie viele Rechenzentren verfügt das BMWSB aktuell, und wie viele
davon erfüllen nachweislich die geltenden Mindeststandards für IT-
Sicherheit?
2. Welche dieser Rechenzentren verfügen über eine funktionsfähige
Notstromversorgung, die auch längerfristige (über mehrere Stunden oder
Tage) Krisenlagen abdecken kann?
3. An welchen Standorten des BMWSB sind kritische IT-Dienste
georedundant verfügbar, und wie wird die Ausfallsicherheit regelmäßig überprüft?
4. Welche Investitionen hat das BMWSB in den Jahren 2020 bis 2025
konkret für den Ausbau und die Absicherung seiner IT-Infrastruktur
(einschließlich Rechenzentren, Netze, Cloudlösungen) getätigt?
5. In welchem Umfang hat das BMWSB in den vergangenen fünf Jahren
Sicherheitsüberprüfungen (z. B. durch das BSI oder unabhängige
Dienstleister) durchführen lassen, und mit welchen Ergebnissen?
6. Welche organisatorischen Zuständigkeiten für Cybersicherheit bestehen
innerhalb des BMWSB (z. B. eigenes CERT (Community Emergency
Response Team), IT-Sicherheitsreferate, Zusammenarbeit mit dem BSI)?
7. Welche spezifischen Zuständigkeiten bestehen im Geschäftsbereich des
BMWSB für die Sicherung der digitalen Bauantragsverfahren,
Wohnraumförderungsdatenbank, BIM-Verfahren und internen
Kommunikations- und Verwaltungsplattformen?
8. Welche Maßnahmen hat das BMWSB seit 2020 ergriffen, um auf die
Kritikpunkte des Bundesrechnungshofes im Bereich IT-Sicherheit zu
reagieren?
9. Wie viele Sicherheitsvorfälle oder Cyberangriffe wurden in den letzten
fünf Jahren im Zuständigkeitsbereich des BMWSB registriert, und wie
wurde jeweils darauf reagiert (bitte nach Jahr, Anzahl der Zwischenfälle
aufschlüsseln)?
10. Welche Bedrohungsanalysen zu Cyberangriffen auf die genannten
digitalen Verfahren liegen dem BMWSB vor?
11. Welche spezifischen Gefahren bestehen für die Verfügbarkeit und
Integrität der Wohnraumförderungsdatenbank, Sicherheit der digitalen
Bauantragsverfahren, Manipulationssicherheit bei BIM-Prozessen, interne
Kommunikation und Datenverwaltung im BMWSB?
12. Welche technischen und organisatorischen Maßnahmen wurden seit 2018
ergriffen, um die genannten Verfahren gegen Cyberangriffe abzusichern?
13. Welche zusätzlichen Maßnahmen sind in Planung, um die digitale
Bauverwaltung als kritische Infrastruktur künftig zu stärken bzw. zu erhöhen?
14. Welche konkreten Schritte plant das BMWSB, um bis spätestens 2030 die
vollständige Einhaltung der vom Bundesrechnungshof geforderten
Mindeststandards (inklusive Notstromversorgung und georedundanten
Systemen) sicherzustellen?
15. Wie viele Stellen im Bereich IT-Sicherheit existieren derzeit im
Geschäftsbereich des BMWSB (bitte nach Behörden und Besoldungs- bzw.
Entgeltgruppen aufschlüsseln)?
16. Wie hat sich die Zahl der IT-Sicherheitsstellen im BMWSB seit 2018
entwickelt (bitte jährlich angeben und nach Behörden differenzieren sowie
nach Besoldungs- bzw. Entgeltgruppe aufschlüsseln)?
17. Wurden in den Jahren 2020 bis 2024 Stellen im Bereich IT-Sicherheit im
Geschäftsbereich des BMWSB abgebaut, umgewidmet oder neu
geschaffen, und wenn ja, in welchem Umfang?
18. Welche konkreten Aufgabenbereiche decken die IT-Sicherheitsstellen im
BMWSB ab (z. B. Netzwerksicherheit, Kryptografie, Incident Response,
Schutz kritischer Infrastrukturen, IT-Forensik)?
19. Wie viele dieser Stellen sind derzeit unbesetzt, und wie lange bleiben
offene Stellen im Durchschnitt vakant?
20. Welche spezifischen Qualifikationen (z. B. IT-Sicherheit in
Verwaltungsverfahren, Schutz kritischer Datenbanken, OT (Operational Technology)-
Sicherheit in Bauprozessen) werden bei der Besetzung von Stellen
gefordert oder bevorzugt berücksichtigt?
21. Welche Schulungen und Fortbildungen wurden für Beschäftigte des
BMWSB und seiner nachgeordneten Behörden im Bereich IT-Sicherheit
seit 2018 durchgeführt (bitte nach Jahr und Art der Fortbildung
aufschlüsseln)?
22. Welche Kooperationen bestehen mit anderen Ressorts, den Ländern,
Kommunen oder internationalen Organisationen zur Stärkung der
Resilienz gegen Cyberangriffe?
23. Welche Maßnahmen ergreift das BMWSB, um die Resilienz seiner
besonders sensiblen Systeme trotz möglicher Personalknappheit im Bereich IT-
Sicherheit sicherzustellen?
24. Plant die Bundesregierung, die IT-Sicherheitskapazitäten im BMWSB
mittelfristig auszubauen, mit welchem zeitlichen Horizont?
25. Inwieweit bewertet die Bundesregierung die digitalen Verwaltungs- und
Planungsverfahren des BMWSB als kritische Infrastruktur im Sinne des
IT-Sicherheitsgesetzes, und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für
die Cybersicherheitsstrategie?
Berlin, den 30. Oktober 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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