Cybersicherheit und Personalzuwachs im Bereich IT-Sicherheit im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung
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Cybersicherheit und Personalzuwachs im Bereich IT-Sicherheit im Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/2420
21. Wahlperiode 27.10.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Tobias Matthias Peterka, Andreas Paul, Ulrich von Zons,
Lukas Rehm, Manfred Schiller, Tobias Teich, Gerold Otten, Dr. Rainer Kraft,
Jan Wenzel Schmidt, Thomas Korell, Dr. Paul Schmidt, Robin Jünger, Dr. Malte
Kaufmann, Dr. Daniel Zerbin, Dr. Christina Baum, Mirco Hanker, Reinhard Mixl,
Marc Bernhard, Dr. Michael Blos, Carolin Bachmann, Stefan Keuter, Knuth Meyer-
Soltau, Claudia Weiss, Julian Schmidt, Dr. Maximilian Krah, Achim Köhler, Edgar
Naujok, Kay-Uwe Ziegler, Joachim Bloch, Udo Theodor Hemmelgarn, Stefan
Henze, Uwe Schulz, Sascha Lensing, Rocco Kever, Volker Scheurell, Otto Strauß,
Tobias Ebenberger und der Fraktion der AfD
Cybersicherheit und Personalzuwachs im Bereich IT-Sicherheit im
Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung
Cybersicherheit ist ein zentrales Element moderner Verteidigungs- und
Sicherheitspolitik. Angriffe auf IT-Infrastrukturen, Kommunikationssysteme und
militärische Führungsfähigkeit stellen eine der größten Bedrohungen für die
Handlungsfähigkeit von Staat und Streitkräften dar. Die Bundeswehr ist im
Rahmen hybrider Bedrohungen zunehmend Ziel von Cyberoperationen
staatlicher wie nichtstaatlicher Akteure (www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/cy
berangriffe-bundeswehr-russland-100.html).
Die Schaffung zusätzlicher Stellen im Bereich Cyber- und IT-Sicherheit im
Geschäftsbereich des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) ist daher von
besonderer sicherheitspolitischer Bedeutung. Der Stellenzuwachs von rund
163 Stellen (www.security-insider.de/bund-reduziert-it-sicherheitsstellen-a-508
f57e078fd32fa7cd1a915db00c76e/) verdeutlicht, dass das BMVg die Relevanz
der Cyberabwehr erkannt hat und entsprechende Kapazitäten aufbaut.
Gleichzeitig hat die Bundesregierung im Bereich IT-Sicherheit Stellen
abgebaut. Lediglich im militärischen Bereich gibt es einen Stellenzuwachs (s. o.).
Der Bundesrechnungshof hat vor eklatanten Sicherheitslücken in den
Rechenzentren und Netzen des Bundes gewarnt (www.spiegel.de/politik/deutschland/c
ybersicherheit-rechnungshof-warnt-vor-mangelndem-schutz-der-bundes-it-a-6b
aacfe5-2e6b-4e8b-a64b-e10d9cf2585e). Unter anderem bemängelt der
Bundesrechnungshof, dass weniger als 10 Prozent der mehr als 100
Bundesrechenzentren die Mindeststandards erfüllen, dass die Notstromversorgung in Krisenlagen
vielfach unzureichend ist und dass kritische IT-Dienste oft nicht georedundant
verfügbar sind (s. o.).
Angesichts der von der ehemaligen Bundesregierung selbst als
„besorgniserregend“ beschriebenen Cybersicherheitslage (www.security-insider.de/bund-redu
ziert-it-sicherheitsstellen-a-508f57e078fd32fa7cd1a915db00c76e/) stellt sich
den Fragestellern u. a. die Frage nach den Gründen dieser Schwerpunktsetzung.
Gleichzeitig stellen sich ihnen Fragen, wie die neuen Stellen im BMVg
strategisch eingebunden, mit Kompetenzen ausgestattet und im internationalen
Vergleich bewertet werden.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie viele Stellen im Bereich IT-Sicherheit wurden seit 2022 im
Geschäftsbereich des BMVg neu geschaffen (bitte nach Jahr, Behörde bzw.
Dienststelle und Besoldungsgruppe aufschlüsseln)?
2. Welche Aufgabenprofile erfüllen die im Bereich IT-Sicherheit
hinzugekommenen Stellen im BMVg (vgl. Frage 1, z. B. operative Cyberabwehr,
Forschung und Entwicklung, Ausbildungsaufgaben, internationale
Kooperationen)?
3. Wie werden die neuen Stellen (vgl. Frage 1) organisatorisch im BMVg
und in der Bundeswehr (z. B. Cyber- und Informationsraum [CIR],
Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der
Bundeswehr [BAAINBw], IT-Dienstleistungen) verortet?
4. Welche konkreten Gründe lagen der Entscheidung über den
Stellenzuwachs im militärischen Bereich zugrunde, und welche operativen und
strategischen Ziele werden mit dem Stellenzuwachs von rund 163 Stellen
im Bereich Cyber- und IT-Sicherheit verfolgt (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
5. Inwiefern wurden bei der Entscheidung über den Stellenzuwachs im
militärischen Bereich Bedrohungslagen wie staatlich gesteuerte Cyberangriffe,
hybride Kriegsführung oder Angriffe auf kritische militärische
Infrastrukturen berücksichtigt?
6. Wie viele Sicherheitsvorfälle oder Cyberangriffe wurden in den letzten
fünf Jahren im Zuständigkeitsbereich des BMVg registriert, und wie
wurde jeweils darauf reagiert (bitte nach Jahr, Anzahl der Zwischenfälle,
Behörde und Art der Angriffe differenzieren)?
7. Welche Rolle spielt der CIR bei der Umsetzung des Personalzuwachses
im IT-Sicherheitsbereich, und inwiefern wird die personelle Verstärkung
im Bereich Cyber- und IT-Sicherheit mit der Gesamtstrategie des BMVg
für den Cyber- und Informationsraum abgestimmt?
8. Wie hoch ist die aktuelle Zahl unbesetzter IT-Sicherheitsstellen im
Geschäftsbereich des BMVg, und welche Maßnahmen ergreift die
Bundesregierung, um diese Vakanzen zu schließen?
9. Welche Ausbildungs- und Qualifikationsmaßnahmen setzt das BMVg ein,
um die neu geschaffenen IT-Sicherheitsstellen mit geeigneten Fachkräften
zu besetzen?
10. Welche Maßnahmen sind ggf. vorgesehen, um die Attraktivität und
Wettbewerbsfähigkeit des BMVg auf dem Arbeitsmarkt für IT-
Sicherheitsexperten zu gewährleisten?
11. Welche Kooperationen mit Verbündeten (z. B. NATO, EU) bestehen im
Bereich Cyberabwehr, und inwiefern sind die zusätzlichen Stellen im
BMVg für die Erfüllung dieser internationalen Verpflichtungen
vorgesehen?
12. Wie wird durch die Stellenmehrung sichergestellt, dass die Bundeswehr in
multilateralen Strukturen (NATO, EU, bilaterale Partnerschaften) ihre
Rolle als verlässlicher Partner im Bereich Cyber- und Informationsraum
stärken kann?
13. Welche konkreten Auswirkungen erwartet die Bundesregierung durch den
Stellenzuwachs (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller) auf die Fähigkeit der
Bundeswehr, Cyberangriffe abzuwehren und offensive sowie defensive
Cyberoperationen durchzuführen?
14. Welche Bedeutung misst die Bundesregierung der personellen
Verstärkung im BMVg (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller) für die
gesamtstaatliche Cybersicherheitsarchitektur bei, und wie wird eine Verzahnung mit
anderen Ressorts und Behörden (z. B. BSI, Bundesministerium des Innern
[BMI], Auswärtiges Amt) sichergestellt?
15. Wie bewertet die Bundesregierung die strategische Bedeutung der
Cybersicherheit im Geschäftsbereich des BMVg für die Verteidigungsfähigkeit
Deutschlands?
16. Plant die Bundesregierung, die gewonnenen Erkenntnisse und die
Strukturen aus dem militärischen Bereich auch für den zivilen Bereich nutzbar zu
machen, um den dortigen Kapazitätsabbau auszugleichen?
Berlin, den 22. Oktober 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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