Cybersicherheit und Stellenentwicklung im Bereich IT-Sicherheit im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit
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Cybersicherheit und Stellenentwicklung im Bereich IT-Sicherheit im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/2418
21. Wahlperiode 27.10.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Tobias Matthias Peterka, Ulrich von Zons, Lukas Rehm,
Manfred Schiller, Tobias Teich, Gerold Otten, Dr. Rainer Kraft, Jan Wenzel
Schmidt, Thomas Korell, Dr. Paul Schmidt, Robin Jünger, Dr. Malte Kaufmann,
Dr. Daniel Zerbin, Mirco Hanker, Reinhard Mixl, Dr. Michael Blos, Carolin
Bachmann, Dr. Christina Baum, Dr. Maximilian Krah, Stefan Keuter, Marc
Bernhard, Knuth Meyer-Soltau, Claudia Weiss, Julian Schmidt, Achim Köhler,
Edgar Naujok, Kay-Uwe Ziegler, Joachim Bloch, Udo Theodor Hemmelgarn,
Stefan Henze, Uwe Schulz, Sascha Lensing, Rocco Kever, Volker Scheurell, Otto
Strauß, Tobias Ebenberger und der Fraktion der AfD
Cybersicherheit und Stellenentwicklung im Bereich IT-Sicherheit im
Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz,
Naturschutz und nukleare Sicherheit
Die Cybersicherheitslage in Deutschland wird von der Bundesregierung und
dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) regelmäßig als
„angespannt bis kritisch“ beschrieben (www.tuev-verband.de/pressemitteilunge
n/angespannt-bis-kritisch-die-cybersicherheitslage-in-deutschland#:~:text=Lag
ebericht%20des%20BSI:%20Cybersicherheit%20in%20Deutschland%20).
Auch der Bundesrechnungshof warnt vor eklatanten Sicherheitslücken in den
Rechenzentren und Netzen des Bundes (www.spiegel.de/politik/deutschland/cy
bersicherheit-rechnungshof-warnt-vor-mangelndem-schutz-der-bundes-it-a-6ba
acfe5-2e6b-4e8b-a64b-e10d9cf2585e). Unter anderem bemängelt der
Bundesrechnungshof, dass weniger als 10 Prozent der mehr als 100
Bundesrechenzentren die Mindeststandards erfüllen, dass die Notstromversorgung in Krisenlagen
vielfach unzureichend ist und dass kritische IT-Dienste oft nicht georedundant
verfügbar sind (s. o.). Nach aktuellen Berichten hat die Bundesregierung im
Bereich IT-Sicherheit Stellen abgebaut (www.security-insider.de/bund-reduzier
t-it-sicherheitsstellen-a-508f57e078fd32fa7cd1a915db00c76e/).
Das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare
Sicherheit (BMUKN) trägt eine zentrale Verantwortung für die nukleare
Sicherheit in Deutschland. Dazu gehört auch die Aufsicht über den sicheren
Betrieb kerntechnischer Anlagen und die Umsetzung internationaler
Verpflichtungen. Die Gewährleistung hoher Sicherheitsstandards im Bereich der nuklearen
Sicherheit umfasst nicht nur den physischen Schutz kerntechnischer Anlagen,
sondern zunehmend auch die Dimension der Cybersicherheit. Angriffe auf
kritische Infrastrukturen haben in den vergangenen Jahren zugenommen (www.bk
a.de/DE/UnsereAufgaben/Deliktsbereiche/Cybercrime/cybercrime_node.html#:
~:text=Aktuelle%20Trends%20und%20Entwicklungen%20der,Gefahren%20
Warnhinweise%20und%20Sonderauswertungen%20heraus), und auch im
internationalen Kontext warnen Fachgremien wie die Internationale
Atomenergie-Organisation (IAEO) vor steigenden Risiken im Bereich der IT-
und Operational Technology (OT)-Sicherheit nuklearer Einrichtungen (www.he
ise.de/news/Atomenergie-Organisation-baut-Trainingslager-fuer-Kampf-gegen-
Nuklearterrorismus-6135943.html). Neben diesem besonders
sicherheitskritischen Bereich unterliegen jedoch auch weitere Zuständigkeiten des BMUKN –
wie Umwelt- und Naturschutz – spezifischen Cyberrisiken. So sind etwa Mess-
und Überwachungssysteme im Umweltbereich, digitale Infrastrukturen sowie
Datenbanken und Verwaltungsprozesse im Naturschutz ebenfalls potenziellen
Angriffen ausgesetzt.
Vor diesem Hintergrund stellt sich den Fragestellern die Frage, inwieweit
Cybersicherheitsaspekte in den Verantwortungsbereich des BMUKN integriert
sind und wie sich die personelle Ausstattung in den letzten Jahren entwickelt
hat.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Über wie viele Rechenzentren verfügt das BMUKN aktuell, und wie viele
davon erfüllen nachweislich die geltenden Mindeststandards für IT-
Sicherheit?
2. Welche dieser Rechenzentren (vgl. Frage 1) verfügen über eine
funktionsfähige Notstromversorgung, die auch längerfristige (über mehrere Stunden
oder Tage) Krisenlagen abdecken kann?
3. An welchen Standorten des BMUKN sind kritische IT-Dienste
georedundant verfügbar, und wie wird die Ausfallsicherheit regelmäßig überprüft?
4. Welche Investitionen hat das BMUKN in den Jahren von 2022 bis 2025
konkret für den Ausbau und die Absicherung seiner IT-Infrastruktur
(einschließlich Rechenzentren, Netze, Cloudlösungen) getätigt?
5. In welchem Umfang hat das BMUKN in den vergangenen fünf Jahren
Sicherheitsüberprüfungen (z. B. durch das BSI oder durch unabhängige
Dienstleister) durchführen lassen, und mit welchen Ergebnissen?
6. Welche organisatorischen Zuständigkeiten für Cybersicherheit bestehen
innerhalb des BMUKN (z. B. eigenes Computer Emergency Response
Team [CERT], IT-Sicherheitsreferate, Zusammenarbeit mit dem BSI)?
7. Welche spezifischen Zuständigkeiten bestehen im Geschäftsbereich des
BMUKN für die Cybersicherheit kerntechnischer Anlagen?
8. Welche Maßnahmen hat das BMUKN seit 2020 ergriffen, um auf die
Kritikpunkte des Bundesrechnungshofes im Bereich IT-Sicherheit zu
reagieren?
9. Wie viele Sicherheitsvorfälle oder Cyberangriffe wurden in den letzten
fünf Jahren im Zuständigkeitsbereich des BMUKN registriert, und wie
wurde jeweils darauf reagiert (bitte nach Jahr, Anzahl der Zwischenfälle
und Zuständigkeitsbereichen im BMUKN aufschlüsseln)?
10. Welche Bedrohungsanalysen zu Cyberangriffen auf kerntechnische
Anlagen liegen dem BMUKN derzeit vor, und wie werden diese in die
Aufsichtspraxis integriert?
11. Welche Bedrohungsanalysen zu Cyberangriffen in den Bereichen
Umwelt- und Naturschutz, z. B. auf Messnetze, Dateninfrastrukturen oder
Steuerungssysteme, liegen dem BMUKN derzeit vor?
12. Welche konkreten Schritte plant das BMUKN, um bis spätestens 2030 die
vollständige Einhaltung der vom Bundesrechnungshof geforderten
Mindeststandards (inklusive Notstromversorgung und georedundanter
Systeme) sicherzustellen?
13. Wie viele Stellen im Bereich IT-Sicherheit existieren derzeit im
Geschäftsbereich des BMUKN (bitte nach Behörden und Besoldungs- bzw.
Entgeltgruppen aufschlüsseln)?
14. Wie hat sich die Zahl der IT-Sicherheitsstellen im BMUKN seit 2020
entwickelt (bitte jährlich angeben und nach Behörden differenzieren)?
15. Wie viele Stellen mit Bezug zur IT- und Cybersicherheit waren seit 2020
im Geschäftsbereich des BMUKN vorhanden, die unmittelbar den
sicheren Betrieb kerntechnischer Anlagen betreffen (bitte jeweils nach Jahr,
Organisationseinheit und Besoldungs- bzw. Entgeltgruppe aufschlüsseln)?
16. Wurden in den Jahren 2022, 2023 und 2024 Stellen im Bereich IT-
Sicherheit im Geschäftsbereich des BMUKN abgebaut, umgewidmet oder
neu geschaffen, und wenn ja, in welchem Umfang?
17. Welche konkreten Aufgabenbereiche decken die IT-Sicherheitsstellen im
BMUKN ab (z. B. Netzwerksicherheit, Kryptografie, Incident Response,
Schutz kritischer Infrastrukturen, IT-Forensik)?
18. Wie viele dieser Stellen (vgl. Frage 17) sind derzeit unbesetzt, und wie
lange bleiben offene Stellen im Durchschnitt vakant?
19. In welchen Abteilungen oder nachgeordneten Behörden des BMUKN
werden Fragen der IT- und Cybersicherheit mit Bezug zur nuklearen
Sicherheit bearbeitet?
20. Welche spezifischen Qualifikationen im Bereich Cybersicherheit und
Leittechniksicherheit werden bei der Besetzung von Stellen in der nuklearen
Aufsicht gefordert oder bevorzugt berücksichtigt?
21. Welche Schulungen und Fortbildungen zur Abwehr von Cyberangriffen
auf kerntechnische Anlagen wurden seit 2018 für Beschäftigte des
BMUKN und seiner nachgeordneten Behörden durchgeführt (bitte nach
Jahr und Art der Fortbildung aufschlüsseln)?
22. In welchem Umfang bestehen Kooperationen mit anderen Ressorts und
Behörden, insbesondere dem Bundesamt für Sicherheit in der
Informationstechnik, sowie mit internationalen Organisationen wie der
International Atomic Energy Agency [IAEO], der Organization for Economic
Cooperation and Development/Nuclear Energy Agency (OECD/NEA) oder
im Rahmen der EU im Bereich Cybersicherheit kerntechnischer Anlagen
sowie in Umwelt- und Naturschutzbereichen?
23. Welche konkreten Vorkehrungen wurden vom BMUKN und von der
Bundesregierung getroffen, um Angriffe auf digitale Steuerungs- und
Sicherheitssysteme kerntechnischer Anlagen zu verhindern?
24. Welche Maßnahmen ergreift das BMUKN, um die Resilienz seiner
besonders sensiblen Systeme trotz möglicher Personalknappheit im Bereich IT-
Sicherheit sicherzustellen?
25. Plant die Bundesregierung, die IT-Sicherheitskapazitäten im BMUKN
mittelfristig auszubauen, und wenn ja, mit welchem zeitlichen Horizont?
Berlin, den 22. Oktober 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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