Interessenvertretung der Polizeigewerkschaften im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern
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Interessenvertretung der Polizeigewerkschaften im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/2082
21. Wahlperiode 08.10.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Clara Bünger, Violetta Bock, Anne-Mieke Bremer, Katrin Fey,
Dr. Gregor Gysi, Luke Hoß, Ferat Koçak, Jan Köstering, Sonja Lemke, Bodo
Ramelow, Zada Salihović, David Schliesing, Aaron Valent, Donata Vogtschmidt,
Christin Willnat und der Fraktion Die Linke
Interessenvertretung der Polizeigewerkschaften im Geschäftsbereich des
Bundesministeriums des Innern
Polizeigewerkschaften haben unbestreitbar einen hohen Einfluss auf Debatten
um Fragen der „Inneren Sicherheit“, zu denen sie regelmäßig öffentlich zu
Wort kommen. Während Gewerkschaften wie die IG Metall in tagesaktuellen
Debatten über Industrie- oder Energiepolitik kaum Erwähnung finden, ersetzen
in der tagesaktuellen Berichterstattung Stellungnahmen und O-Töne der
Polizeigewerkschaften teilweise sogar Äußerungen der Polizei selbst, wie in der
Berliner Tagespresse zu aktuellen Ereignissen mit Sicherheitsbezug regelmäßig
zu beobachten ist. Fährmann/Aden/Bosch weisen in einem Beitrag für die
Zeitschrift „der moderne staat“ darauf hin, dass sie ermittlungs- und
vertraulichkeitsbefangene Lücken der behördlichen Kommunikation zu
Sicherheitsvorfällen nutzen, indem sie diese öffentlich bewerten und damit ihren Expertenstatus
festigen (Fährmann, J.; Aden, H. und Bosch, A.: Polizeigewerkschaften und
innenpolitische Gesetzgebung – politische Einflussnahme zwischen
Symbolpolitik und Interessenvertretung, in: der moderne staat – dms, Zeitschrift für Public
Policy, Recht und Management, 13(2), S. 368). Neben dieser ausführlichen
wissenschaftlichen Untersuchung zum politischen Agieren von
Polizeigewerkschaften gab es in den vergangenen Jahren auch eine mediale
Auseinandersetzung um den Einfluss von Polizeigewerkschaften, etwa auf die Einführung und
die genauen Nutzungsbedingungen von Bodycams oder die Abwehr von Kritik
an polizeilichem Agieren (ZDF, „Die Anstalt“, Ausgabe vom 14. März 2023).
Wenig ist jedoch über die tatsächliche Interessenvertretung gegenüber dem
zuständigen Bundesministerium des Innern bekannt.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie häufig wurden Vertreter der Gewerkschaft der Polizei (GdP), der
Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) oder des Bundes deutscher
Kriminalbeamter (BDK) im Zeitraum von Januar 2023 bis September 2025 als
Gesprächspartner bzw. als Sachverständige durch das Bundesministerium des
Innern bzw. das damalige Bundesministerium des Innern und für Heimat
eingeladen (bitte mit Datum, Thema bzw. Anlass, Teilnehmerinnen und
Teilnehmern, Gesprächsformat auflisten)?
2. Bei welchen Gesetzesvorhaben (auch solchen ohne abschließende Beratung
durch den Deutschen Bundestag) im genannten Zeitraum wirkten
Vertreterinnen und Vertreter der GdP, DPolG bzw. des BDK durch aufgeforderte
und unaufgeforderte Stellungnahme, Teilnahme an Verbändeanhörungen,
Gespräche mit zuständigen Abteilungen oder der Hausleitung mit (bitte so
detailliert wie möglich auflisten)?
3. Zu welchen Anlässen haben sich der amtierende Bundesminister des Innern
Alexander Dobrindt oder seine Vorgängerin Nancy Faeser im genannten
Zeitraum direkt mit Vertreterinnen und Vertretern der drei Gewerkschaften
getroffen, und was war jeweils Thema der Gespräche?
4. Inwieweit wurden Anliegen der Gewerkschaften im Zusammenhang mit
Gesetzgebungsverfahren oder Angelegenheiten der Bundespolizei oder des
Bundeskriminalamts berücksichtigt?
5. Wie häufig fanden vergleichbare Gespräche und Treffen im Zusammenhang
mit der Erörterung von Fragen der Bundesverwaltung im fraglichen
Zeitraum mit Vertreterinnen und Vertretern der Vereinigten
Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) oder anderen Gewerkschaften im öffentlichen Dienst
statt?
Berlin, den 1. Oktober 2025
Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]
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